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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

109. Verhandlungstag, 6.11.1964 und 110. Verhandlungstag, 12.11.1964

 

Vernehmung des Zeugen Ján Weis

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie damit einverstanden, daß wir Ihre] Aussage auf ein Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Zeuge Ján Weis:

Nerozumiem.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Souhlasíte, že budete mluvit na magnetofon?

 

Zeuge Ján Weis:

Súhlasím.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Schamschulla [unterbricht]:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Weis, Sie sind verheiratet?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Von Beruf?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Povolání?

 

Zeuge Ján Weis:

Vyučený povoláním? [...]

 

Dolmetscher Schamschulla:

Der Zeuge fragt, ob es der gelernte Beruf

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nein, den er jetzt ausübt.

 

Zeuge Ján Weis:

Údržbár. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Angestellter im Stadion Preßburg, ja? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

In Preßburg, ja. [...]

 

Dolmetscher Schamschulla:

Zamestnaný v Bratislave...

 

Zeuge Ján Weis:

Na dostihoch, na štátnom závodisku. To sú koňské dostihy.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Angestellter also in einem staatlichen Betrieb in Preßburg.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wohnen auch in Preßburg, ja?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und sind nicht verwandt und nicht verschwägert mit den Angeklagten.

 

Zeuge Ján Weis:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Weis, Sie sind am 13. April 1942 ins Konzentrationslager Auschwitz gekommen.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja. Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lange sind Sie dort geblieben?

 

Zeuge Ján Weis:

Bis zum 18. Jänner 45. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Sie hatten – das ist offensichtlich ein Hörfehler gewesen – bei Ihrer Vernehmung in Preßburg gesagt, am 8. Aber das soll heißen am 18.1

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Am 18. Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sind dann während dieses Transportes aus dem Zug geflohen.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Welche Häftlingsnummer hatten Sie?

 

Zeuge Ján Weis:

29.062.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Weis, das erste Jahr, wie Sie dort waren, sind Sie mit welchen Arbeiten beschäftigt worden?

 

Zeuge Ján Weis:

V roku 1942 zo začiatku som bol asi mesiac v Birkenau.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Zu Beginn war ich ungefähr einen Monat in Birkenau.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom som prišiel do Osvietimi, kde som robil na rôznych komandách.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Dann kam ich nach Auschwitz, wo ich bei verschiedenen Kommandos gearbeitet habe.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja. Kommando Holzhof, Bauhof. Dann war ich ein paar Mal in Buna. Und im August...

 

Vorsitzender Richter:

Und wann kamen Sie nach Block 28?

 

Zeuge Ján Weis:

Nach Block 28 kam ich Ende August 42.

 

Vorsitzender Richter:

Ende August 42 oder erst im Jahr 43?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein, 42. Als Pfleger. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und wann wurden Sie Leichenträger?

 

Zeuge Ján Weis:

Začiatkom roku 43 som bol preložený do komanda Leichenträger.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Zu Beginn des Jahres 43 wurde ich versetzt zum Kommando Leichenträger.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo waren Sie da untergebracht?

 

Zeuge Ján Weis:

Auf Block 28.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war Ihr Vorgesetzter?

 

Zeuge Ján Weis:

Na bloku, alebo celého toho komanda?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Der Zeuge fragt, wie das zu verstehen sei? Im Block oder im ganzen Kommando?

 

Vorsitzender Richter:

Im Kommando.

 

Zeuge Ján Weis:

Z häftlingov, alebo z SS?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Von den Häftlingen oder aus der Führung der SS?

 

Vorsitzender Richter:

Nein, nein. Ich meine, wer war der maßgebliche Mann für das Leichenträgerkommando? [...] SS.

 

Zeuge Ján Weis:

SS. Klehr. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und was hatte der für einen Dienstgrad?

 

Zeuge Ján Weis:

SDG.

 

Vorsitzender Richter:

Ein SDG Klehr. Der war der maßgebliche Mann für das Leichenträgerkommando. Hatte der auch noch andere Aufgaben, Klehr? Oder hatte er nur das Leichenträgerkommando?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein, er war der SDG über alle Krankenbauten in Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

SDG über alle Krankenbauten und war außerdem insofern auch der maßgebliche Mann für das Leichenträgerkommando. Und zwar waren Sie damals wo untergebracht? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

In Block 28. [...] Von Anfang bis Ende.

 

Vorsitzender Richter:

Von Anfang bis Ende. Und Sie blieben bei diesem Leichenträgerkommando bis wann?

 

Zeuge Ján Weis:

Bis Juli oder August, das weiß ich nicht mehr so genau.

 

Vorsitzender Richter:

Welchen Jahres bitte?

 

Zeuge Ján Weis:

43. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah dann?

 

Zeuge Ján Weis:

So sechseinhalb Monate.

 

Vorsitzender Richter:

Sechseinhalb Monate.

 

Zeuge Ján Weis:

So etwa.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und wo kamen Sie dann hin?

 

Zeuge Ján Weis:

Potom som tam ostal na bloku 28 a robil som läufera.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Dann blieb ich in Block 28 und arbeitete als Läufer.

 

Vorsitzender Richter:

Als Läufer. Bis wann?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak asi do polovice roku 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ungefähr bis in die Mitte des Jahres 44.

 

Zeuge Ján Weis:

A potom som prišiel do šrajbštúby, kde som vydával karty vezňom, ktorí prichádzali k lekárovi.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Dann kam ich in die Schreibstube, wo ich die Karteikarten zu bearbeiten hatte für die Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, Herr Weis, Sie haben uns eben den Namen Klehr genannt. Und wollen Sie uns zunächst einmal erzählen, worin Ihre Aufgabe in dem Leichenträgerkommando bestand und wie Sie in diesem Kommando mit Klehr in Verbindung gekommen sind?

 

Zeuge Ján Weis:

Komando Leichenträger malo za robotu každé ráno zniesť všetky mŕtvoly z celého tábora, z blokov.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Das Kommando Leichenträger hatte die Aufgabe, jeden Morgen die Leichen aus den einzelnen Häusern herauszutragen.

 

Vorsitzender Richter:

Aus den einzelnen Krankenbauten oder überhaupt aus sämtlichen Baracken?

 

Zeuge Ján Weis:

Aus dem ganzen Lager, aus allen Blocks.

 

Vorsitzender Richter:

Aus allen Blocks. Das heißt Häftlingskrankenbauten?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Aus allen Blocks im gesamten Lager Auschwitz?

 

Zeuge Ján Weis:

Ďalej chodiť na blok 20, kde sa dávali injekcie, ďalej na blok 11 v čiernej sieni, kde sa strieľalo.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ferner bestand die Aufgabe darin, in Block 20 zu gehen, wo Injektionen verabreicht wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

Na blok 11, kde sa strieľali vezni. [...]

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ferner in den Block 11, wo die Häftlinge erschossen wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

No a všetky tieto mŕtvoly sa pravda potom niesli na blok 28 a večer sa naložili a vyviezli do krematória.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Alle diese Leichen wurden in den Block 28 getragen und am Abend in das Krematorium gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Und wohin in Block 28?

 

Zeuge Ján Weis:

In den Keller.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und jetzt, bitte, gehen Sie mal an die Karte und zeigen Sie uns mal im einzelnen, wo diese Blocks lagen. Gehen Sie mit, Herr Dolmetscher, bitte schön, damit Sie uns das übertragen können.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Prosím, ukažte, kde byly ty bloky.

 

Zeuge Ján Weis:

[unverständlich]

 

Dolmetscher Schamschulla:

Was der Zeuge zuerst zeigte, das waren, diese obere Reihe, all diese Blocks. Und der Block 28

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Kleinen Augenblick mal, bitte schön. Bitte?

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Hier mitgekommen mit dieser Schulklasse, die da sitzt? Wo ist der verantwortliche Lehrer? Ja, ja. Bitte? Wie alt sind denn die Kinder, die Sie da mitgebracht haben?

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Also, Herr Zeuge, darf ich Sie noch mal bitten, mir zu zeigen: Wo ist der Block 28? [Pause] Herr Dolmetscher, würden Sie einen Augenblick zur Seite treten, sonst können wir das nämlich nicht sehen. Vielleicht ein bißchen zurücktreten. Ja. Das ist der Block 28, und wo war der Eingang zu dem Leichenkeller? Von der Außenseite her? Ja. Und wo war der Block 20? Dieser. Außerdem waren Sie in Block 11, sagten Sie. Wo sind Sie da reingegangen, wenn Sie da irgend etwas zu tun hatten drin? Durch das Tor von der Straße her. Nicht durch den Block selbst.

 

Zeuge Ján Weis:

Nein. Einmal.

 

Vorsitzender Richter:

Einmal sind Sie durch den Block selbst gegangen. Aber im allgemeinen...

 

Zeuge Ján Weis:

Immer durch das Tor.

 

Vorsitzender Richter:

Durch das Tor. Und wo wurden dann die Leichen aufgestapelt, wenn Sie sie holen mußten von den einzelnen Blocks? Wo lagen die? Waren die in den Blocks drin, oder lagen die vor den Blocks?

 

Zeuge Ján Weis:

Nejake boli na ulici, ale

 

Dolmetscher Schamschulla:

Einige wurden auf die Straße gelegt, aber

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Nicht auf die Straße, hinaus.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Unmittelbar an der Tür.

 

Vorsitzender Richter:

Unmittelbar an der Tür wurden sie niedergelegt. Und mit welchen Fahrzeugen haben Sie diese Leichen abgeholt?

 

Zeuge Ján Weis:

Ručne, na nosítkách. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Mit einer Tragbahre.

 

Zeuge Ján Weis:

Auf einer Tragbahre.

 

Vorsitzender Richter:

Auf einer Trage, ja. Dann nehmen Sie bitte wieder Platz.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Herr Direktor, halten Sie das für möglich, daß wir mit dem Herrn Dolmetscher weiter

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Herr Doktor Kaul, bitte schön.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Darf ich eine Bemerkung machen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich] vorsorglich.

 

Dolmetscher Schamschulla [unterbricht]:

Der Zeuge spricht slowakisch. Das ist nicht identisch mit tschechisch. Darauf möchte ich hier hinweisen.

 

Vorsitzender Richter:

Aha, aha.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich möchte dem Herrn Dolmetscher nicht zu nahe treten [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Herr Doktor Kaul, ich habe noch einmal bestellt einen anderen Herrn, der im Lauf des Vormittags eintreffen wird. Wollen wir dann sehen, wie wir es am besten machen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Direktor, verzeihen Sie, ich meine, ich will natürlich nicht die Dinge erschweren, aber erstens muß ich mich dem anschließen

 

– Schnitt –

 

109. Verhandlungstag, 6.11.1964

 

Fortsetzung der Vernehmung des Zeugen Ján Weis

 

Vorsitzender Richter:

April 1942 nach Auschwitz gekommen sind und Ende August 1942 als Pfleger eingeteilt wurden. Ist das richtig?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wir wollen Sie jetzt in der slowakischen Sprache, wenn es möglich ist, vernehmen. Und ich bitte, Ihre Antwort auch in dieser Sprache zu geben, damit der Dolmetscher uns das dann richtig übersetzen kann.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste přišel 13. dubna 42 do Osvětimy a od kon ce [srpna] 42 jste byl ošetřovatelem.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben gesagt, Sie seien dann etwa sechseinhalb Monate Leichenträger gewesen, von Beginn 43 bis zum August 1943. Stimmt das?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste šest a půl měsíce, až do [srpna] 43 nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to súhlasí, lenže predtým som byl Pflegerom.

 

Dolmetscher Benesch:

Kde jste byl prosím?

 

Zeuge Ján Weis:

Na bloku 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war vorher auf Block 28. Im übrigen stimmt es so, wie Sie es gesagt haben.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sollen dann nach August 43 in Block 28 als Läufer tätig gewesen sein bis Mitte 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste od [srpna] 43 až do r oku 44 běžcem na bloku 28?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben uns weiterhin gesagt, daß Sie aus den verschiedensten Blocks des Lagers die Leichen herausgetragen hätten, insbesondere auch aus Block 20 solche, die durch Injektionen gestorben seien. Und solche aus Block 11, die dort erschossen worden seien.

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste, že jste nosil mrtvé z bloku 20, kteří byli usmrceni injekcemi, a z bloku 11, kteří byli usmrceni.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, súhlasím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben uns fernerhin gesagt, daß Ihr Vorgesetzter von seiten der SS zunächst der Oberscharführer Josef Klehr gewesen ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Váš představený od SS byl Oberscharführer Klehr?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, súhlasím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich mit Bestimmtheit daran erinnern, daß in der Zeit, in der Sie Leichenträger waren, nämlich von Beginn 43 bis etwa im August 1943, der Angeklagte Klehr noch als SDG in dem Krankenbau gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte určitě, že v té době, kdy jste byl nosičem mrtvol, tedy od začátku roku 43 až do [srpna] 43, byl Klehr sanitní poddůstojník?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, lenže to nebolo do augusta, ale myslím, že to bolo asi mesiac skôr.

 

Dolmetscher Benesch:

Jenom měsíc?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, tak nejak.

 

Dolmetscher Benesch:

Es wird etwa einen Monat während dieser Zeit gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie meinen, daß Klehr noch etwa einen Monat, nachdem Sie Leichenträger geworden sind, noch dort als SDG tätig war.

 

Dolmetscher Benesch:

Myslíte, že Klehr [+ tam] zůstal ještě měsíc [+ poté], co jste [se stal] nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, on tam bol celú dobu. Bol tam do júla, nie do augusta.

 

Dolmetscher Benesch:

Er blieb nicht bis August 43 dort, sondern nur bis Juli. Die übrige Zeit war er dort.

 

Vorsitzender Richter:

War er dort. Und Sie wissen genau, daß es sich bei dem Mann, den Sie in Erinnerung haben, um den Angeklagten Klehr handelt?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte určitě, že ten člověk, na kterého si pamatujete, je obžalovaný Klehr?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Pamätám sa veľmi dobre.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sagen Sie bitte, Klehr war damals, wie Sie uns eben gesagt haben, Sanitätsdienstgrad auf dem Häftlingskrankenrevier. Was war das für ein Block?

 

Dolmetscher Benesch:

V jakém bloku byla ta nemocnice pro vězně, kde byl Klehr sanitní poddůstojník?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to boli štyri bloky. Blok 19, 20, 21 a 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren vier Blocks. 19, 20, 21 und 28.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und haben Sie auch gesehen, daß Klehr Phenolinjektionen gemacht hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že Klehr [dával] phenolové injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Videl som, lebo som bol pri tom, a zavraždených väzňov, ktorých on zavraždil, som ja od neho odnášal preč.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war Augenzeuge und habe die ermordeten Häftlinge fortgebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Dann, bitte, erzählen Sie uns, wieso das kam, daß Sie Augenzeuge waren, und wie sich das zugetragen hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak bylo možné, že jste to sám, na vlastní oči viděl, a jak se to stalo?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak aby som bol stručný, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak boli vybraní väzni na Krankenbau, na bloku 28, potiažne na druhých blokoch. Tí boli potom prevedení na blok 20. Zo začiatku ako Pfleger som tam bol volaný, potom ako Leichenträger. M usel som odnášať tých mŕtvych, ktorých on zavraždil, do druhej miestnosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, musím to přeložit. — Ich will mich kurz fassen: Auf Block 28 fand die Auslese der Häftlinge statt. Die Ausgesuchten wurden auf Block 20 gebracht. Ich war tätig zunächst als Pfleger, dann als Leichenträger. Und so lag es in meiner Pflicht, die von Klehr Ermordeten fortzubringen.

 

Zeuge Ján Weis:

O dtiaľ sme ich nosili z tej miestnosti, kde on ich zabíjal, cez chodbu do Waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir trugen die Toten aus dem Raum, in dem die Häftlinge von ihm getötet wurden, über den Gang in den Waschraum.

 

Zeuge Ján Weis:

A potom, keď bolo po všetkom, sme ich nosili na blok 28 do pivnice.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als alles vorbei war, trugen wir sie zum Block 28. — Kam prosím?

 

Zeuge Ján Weis:

Do sklepa.

 

Dolmetscher Benesch:

In den Keller.

 

Zeuge Ján Weis:

No a poto m večer sme ich museli naložiť na voz a odviezť do krematória.

 

Dolmetscher Benesch:

Und abends luden wir sie auf den Wagen auf und brachten sie zum Krematorium.

 

Zeuge Ján Weis:

To myslím.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, sind Sie in demselben Raum gewesen, in dem Klehr diese Injektionen gemacht hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste v té místnosti, kde Klehr dával injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, stál som pri ňom, niekedy pol metra, niekedy meter od neho.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich stand oft einen halben Meter oder einen Meter von ihm entfernt dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war außer Ihnen und Klehr noch in dem Raum?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl ještě [kromě Vás a Klehra] v té místnosti?

 

Zeuge Ján Weis:

Druhý nosič mŕtvol.

 

Dolmetscher Benesch:

Der zweite Leichenträger.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to bol Hermann Swagar, Francúz, francúzsky žid.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein französischer Jude, Hermann Swagar. [...]

 

Zeuge Ján Weis:

A niekedy aj druhý.

 

Dolmetscher Benesch:

Mal der eine und mal der andere. [...]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja. Würden Sie uns den Namen dieses Franzosen noch einmal buchstabieren? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

S-W-A-G-A-R. Bol to zubný technik z Paríža.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein Dentist aus Paris.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wie viele Menschen wurden in Ihrer Gegenwart auf diese Weise getötet?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik lidí bylo tímto způsobem zavražděno za Vaší přítomnosti?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak to nemôžem presne povedať, ja som ich nepočítal, ale mohlo ich byť tak okolo 700 až 1.000.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe sie nicht gezählt, aber es können etwa 700 bis 1.000 gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele Male waren Sie ungefähr dabei, wenn derartige Tötungen vorgenommen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

A kolikrát jste byl přítomen?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to nemôžem s presnosťou povedať. Niekedy sa stalo v týždni, že od pondelka do soboty, niekedy to bolo dva razy, niekedy tri razy do týždňa, neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war manchmal täglich in der Woche, von Montag bis Samstag, und manchmal dreimal, manchmal auch zweimal wöchentlich.

 

Vorsitzender Richter:

Wo kamen die Leute her, die da getötet wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud přicházeli ti lidé, kteří byli usmrceni?

 

Zeuge Ján Weis:

Nerozumiem tej otázke.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Odkud přišli ti lidé – — der Zeuge versteht die Frage nicht, woher.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich will wissen, ob diese Leute aus einem anderen Block dorthin gebracht wurden oder ob sie von außerhalb des Lagers direkt in den Block 20 gebracht wurden.

 

Dolmetscher Benesch:

Přišli tito lidé z jiných bloků hlavního tábora, nebo přišli zvenku?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, tí prišli z hlavného tábora z bloku 28, [a raz] priviezli odniekiaľ z Poľs ka asi 75 detí vo veku od ôsmych do 14 rokov.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie kamen aus Block 28 in dem Lager. Und einmal wurden 75 Kinder von irgendwoher in Polen im Alter von acht bis 14 Jahren gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat die Kinder von acht bis 14 Jahren umgebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo zavraždil ty děti od 8 do 14 let?

 

Zeuge Ján Weis:

Obžalovaný Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Angeklagte Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] War damals auch schon ein anderer Sanitätsdienstgrad dort tätig?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl už [+ tam] tenkrát [+ také] jiný sanitný poddůstojník?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol, my sme ho volali »Szewczyk«, ale ako sa volal druhým menom, neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein anderer Sanitätsdienstgrad. Wir nannten ihn »Szewczyk«. Wie er hieß, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale to bol človek, to bol anjel. A [+ ten druhý], to bol čert, možno tak povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser war ein Engel, jener ein Teufel.

 

Vorsitzender Richter:

Also dieser Mann, den Sie »Szewczyk« nannten, sagen Sie, das war ein Engel gegen den Klehr, den Sie als Teufel nannten?

 

Dolmetscher Benesch:

»Szewczyk« byl tedy anděl proti Klehrovi, kterého jste [nazval] čertem?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat nun die Kinder mit Spritzen getötet?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo dával dětem phenolové injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Obžalovaný Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Angeklagte Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Und der andere, den Sie »Szewczyk« nannten, nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

A ten druhý, kterému [+ jste] říkali »Szewczyk«?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein. Den habe ich nie gesehen. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Neviděl jste ho tedy, že dával.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, ja som ho nikdy nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe nicht gesehen, daß er Spritzen gegeben hat.

 

Zeuge Ján Weis:

Keď tam náhodou niekedy obžalovaný Klehr nebol, dávali injekcie dvaja polskí väzni.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn Klehr diese Injektionen nicht gab, gaben diese Injektionen polnische Häftlinge.

 

Zeuge Ján Weis:

A byl to Stössel.

 

Dolmetscher Benesch:

Stössel.

 

Zeuge Ján Weis:

Alfred Stössel.

 

Dolmetscher Benesch:

Alfred Stössel.

 

Zeuge Ján Weis:

A myslím, že Josef Pańszczyk.

 

Dolmetscher Benesch:

Josef Pańszczyk. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Was ist mit denen gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Co bylo s těmi dvěma?

 

Zeuge Ján Weis:

To ako čo sa s nimi stalo?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak dělali ti dva?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tí dávali tiež injekcie.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch die beiden haben Spritzen gegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Das waren aber Gefangene? [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Byli to zajatci?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren polnische Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wissen Sie, Herr Zeuge, ob

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Ešte niečo by som chcel povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Er möchte noch etwas sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Zeuge Ján Weis:

K eď dávali títo dvaja väzni injekcie, tak tento »Szewczyk« tam musel byť pri tom, ale vždy sa pozeral von oknom, a nikdy to nechcel vidieť. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn die zwei polnischen Häftlinge Injektionen gaben und »Szewczyk« dabeistehen mußte, stellte er sich immer ans Fenster und wollte nicht zusehen dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Sagten Sie nicht eben, Sie hätten den »Szewczyk« nie gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste ale řekl, že jste Szewczyka nikdy neviděl,

 

Vorsitzender Richter:

Habe ich Sie falsch verstanden?

 

Dolmetscher Benesch:

Že dával injekce.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, »Szewczyk« nedával injekcie. To ja neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

»Szewczyk« hat keine Spritzen gegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat keine Spritzen gegeben, aber Sie haben ihn gekannt.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste ho znal?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja, sehr gut.

 

Staatsanwalt Vogel:

Keine Spritzen hat er gegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich habe es verstanden. Wissen Sie auch etwas davon, ob Klehr außer diesen Spritzen sonst noch irgendwelche Dinge gemacht hat mit den Häftlingen?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli Klehr ještě mimo tyto injekce dělal [něco] s vězni?

 

Zeuge Ján Weis:

Viem, môžem to potvrdiť.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann vieles darüber sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Dann, bitte, sagen Sie einmal.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak začiatkom augusta 42, pokiaľ som došiel na blok 28, som ležal na bloku 20, chorý na [škvrnitý] týfus.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy sám?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, ja sám. Chodil tam Klehr, tak vtedy som pravda nevedel, ako sa volá, lebo som ho ešte osobne nepoznal.

Prišiel tam ešte s nejakým esesmanom, toho som potom už viac nevidel. Chodil od posteli k posteli, bol tam ešte prítomný — Blockältester und Blockschreiber, — ktorý mali karty pri sebe. No a neviem, čo s nimi rozprával, asi tak o dve hodiny prišli druhí Pflegeri a všetkých vyniesli odtiaľ von. Ja som tam ostal sám, jediný.

 

Dolmetscher Benesch:

Anfang August 42 lag ich selbst mit Flecktyphus erkrankt auf Block 20. Klehr, dessen Name ich damals noch nicht kannte, kam mit einem SS-Mann, den ich später nicht mehr gesehen habe, ging von Bett zu Bett. Der Blockälteste und der Blockschreiber mit Karteikarten folgten ihnen. Zwei Stunden später wurden alle Kranken außer mir von Pflegern aus diesem Raum abgeholt.

 

Zeuge Ján Weis:

Ďalej, asi týždeň po tom sa toto opakovalo. Klehr prišiel sám s tými dvomi — Blockältester und Schreiber. — Po jeho odchode sme ostali na izbe len dvaja, ja a jeden Poliak.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Woche später kam Klehr allein, ohne SS- Mann, in Begleitung des Blockältesten und des Blockschreibers, und wir blieben zu zweit in diesem Raum zurück.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt also, in der Woche war der Raum wieder aufgefüllt worden mit anderen Häftlingen?

 

Dolmetscher Benesch:

Za týden se ta místnost naplnila novými [unverständlich]?

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo na druhý deň, lebo vtedy bola tá epidémia.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war damals die Epidemie, und am zweiten Tag war das Zimmer bereits wieder voll.

 

Vorsitzender Richter:

Habe ich Sie richtig verstanden, daß Anfang August 42 Klehr die erste Selektion vornahm in Gemeinschaft mit einem anderen SS-Mann?

 

Dolmetscher Benesch:

Rozuměl Vám pan předseda dobře, když myslí, že začátkem [srpna] 42 měl Klehr první selekci společně s jiným příslušníkem SS?

 

Zeuge Ján Weis:

To nemôžem povedať, lebo ja som ho videl vtedy prvý raz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann nicht sagen, daß es die erste Selektion war. Ich habe ihn aber damals zum ersten Mal gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Zum ersten Mal. Da war er nicht allein? Darauf kommt mir es an.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl sám [+ nebo] s ním byl ještě jeden?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, vtedy s ním bol ešte jeden esesman.

 

Dolmetscher Benesch:

Beim ersten Mal war noch ein anderer mit ihm.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob der andere vielleicht ein Arzt war?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli ten [druhý] byl lékař?

 

Zeuge Ján Weis:

To nemôžem tvrdiť.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht behaupten.

 

Vorsitzender Richter:

Aber wie er zum zweiten Mal, eine Woche später, kam, da war er allein?

 

Dolmetscher Benesch:

A když přišel podruhé, o týden později, byl sám?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war er allein.

 

Vorsitzender Richter:

Und was mit diesen Personen geschah, die er da ausgesucht hat, wissen Sie das?

 

Dolmetscher Benesch:

A co se stalo s těmi lidmi, které vybral, víte to?

 

Zeuge Ján Weis:

Viem, lebo to som sa potom dozvedel od ďalších spoluväzňov, Pflegerov. Tí hovorili, že prišlo nákladné auto a odviezlo ich do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es, weil ich mich später danach bei anderen Häftlingspflegern erkundigt habe. Diese wurden auf Autos geladen, wie mir gesagt wurde, und in die Gaskammer gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

War ihr Vater auch in dem Lager?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl Váš otec také v táboře?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie ist es ihm ergangen?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo s Vaším otcem?

 

Zeuge Ján Weis:

Obžalovaný Klehr ho pred mojimi očami zavraždil.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Angeklagte Klehr hat ihn vor meinen Augen ermordet.

 

Zeuge Ján Weis:

A bolo to 29. septembra 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

Und das war am 29. September 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie das bitte schildern, wenn es Ihnen auch vielleicht schwer ankommt. Wir müssen aber Sie bitten, uns das zu sagen.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, můžete nám to vyprávět, i když je to pro Vás velmi bolestné? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

[Na chvíľu ] by som si chcel oddýchnuť.

 

Dolmetscher Benesch:

Einen Augenblick, bitte.

 

Zeuge Ján Weis:

[Pause] Tak ako každý deň, keď sa dávali injekcie, som bol s už menovaným Leonom Swagarom zavolaný na blok 20, kde nás očakával obžalovaný Klehr. A neviem, tak za štvrť hodinu začali chodiť odsúdenci, ktorí mali byť zabití.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon. Damals wurden täglich Spritzen gegeben. Ich wurde mit dem bereits erwähnten Leo

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Swagar.

 

Dolmetscher Benesch:

Swagar zu Block 20 gerufen. Dort empfing uns der Angeklagte Klehr. Einige Zeit, etwa eine Viertelstunde später, kamen die zum Tode bestimmten Häftlinge.

 

Zeuge Ján Weis:

No a neviem už koľký, prišiel tam aj môj otec.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, als wievielter mein Vater dann kam.

 

Zeuge Ján Weis:

Môj otec ležal na bloku 21.

 

Dolmetscher Benesch:

Er lag auf Block 21

 

Zeuge Ján Weis:

Asi týždeň mal flegmó nu, bol operovaný na flegmónu.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa eine Woche. Er wurde wegen einer Phlegmone operiert.

 

Zeuge Ján Weis:

A mal ju myslím na ľavej ruke.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich denke, an der linken Hand.

 

Zeuge Ján Weis:

No a ja som tam na 21. blok, keď som mal čas, chodil za ním.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin öfter zum Block 21 gegangen, ihn besuchen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a zrazu sa otvoria dvere a prišiel tam otec.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf einmal öffnen sich dann die Türen, und mein Vater kam herein.

 

Zeuge Ján Weis:

Ešte s jedným.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit noch einem.

 

Zeuge Ján Weis:

A obžalovaný Klehr hovorí: »Sadnite si.« Jednému aj druhému.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Angeklagte Klehr? — Prosím opakujte, já jsem nerozuměl.

 

Zeuge Ján Weis:

Hovoril k tým dvom odsúdencom, totiž k môjmu otcovi a k tomu druhému.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Angeklagte Klehr sprach zu den beiden, meinem Vater und dem Mithäftling, der mit ihm gebracht wurde.

 

Zeuge Ján Weis:

»Sadnite si.«

 

Dolmetscher Benesch:

»Setzen Sie sich.«

 

Zeuge Ján Weis:

»Dostanete injekciu, aby ste nedostali týfus.«

 

Dolmetscher Benesch:

»Sie kriegen eine Spritze, damit Sie keinen Typhus bekommen.«

 

Zeuge Ján Weis:

Hneď som začal plakať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich begann zu weinen.

 

Zeuge Ján Weis:

Jeho to vôbec nepohlo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ihn hat es nicht gerührt.

 

Zeuge Ján Weis:

Dal otcovi injekciu a ja som ho musel odniesť do Waschraumu medzi druhých.

 

Dolmetscher Benesch:

Er gab dem Vater die Spritze, und ich trug ihn, meinen Vater, fort.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom, ja neviem, za týždeň, mi hovoril, že prečo som mu to vtedy nepovedal, že by ho [+ nebol] zabil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und eine Woche später sagte er mir, warum ich ihm das nicht gesagt habe, er hätte dann den Vater nicht getötet.

 

Zeuge Ján Weis:

Lenže ja som mal vtedy strach mu to povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon.

 

Zeuge Ján Weis:

Lenže ja som mal vtedy strach mu to povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte damals Angst, es ihm zu sagen.

 

Zeuge Ján Weis:

Lebo by sa mohlo stať, že by povedal: »Sadni si aj ty«, a že by ma tiež zabil.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil es ja durchaus möglich war, daß er sagte: »Setz dich daneben.«

 

Zeuge Ján Weis:

No myslím, že to je všetko.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist alles.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah mit dem anderen Häftling, der mitgekommen war?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo s vězněm, který přišel s Vaším otcem?

 

Zeuge Ján Weis:

No ten dostal tiež injekciu.

 

Dolmetscher Benesch:

Er bekam auch eine Injektion.

 

Vorsitzender Richter:

Wurden die beiden zusammen getötet, auf einmal?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli zavražděni oba najednou?

 

Zeuge Ján Weis:

No najprv zavraždil jedného a potom druhého.

 

Dolmetscher Benesch:

Nacheinander, erst der eine, dann der andere.

 

Vorsitzender Richter:

Also im Beisein des anderen?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Dolmetscher Benesch:

V prítomnosti druhého.

 

Vorsitzender Richter:

Wurde sonst nicht im allgemeinen immer ein Häftling nach dem anderen hereingeführt?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein. — Jedného zavraždil a potom druhého.

 

Dolmetscher Benesch:

Nacheinander, erst der eine, dann der andere.

 

Vorsitzender Richter:

Also im Beisein des anderen?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Dolmetscher Benesch:

V pří tomnosti druhého.

 

Vorsitzender Richter:

Wurde sonst nicht im allgemeinen immer ein Häftling nach dem anderen hereingeführt?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebylo to jinak, že vždy přišel jenom jeden?

 

Zeuge Ján Weis:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ján Weis:

[Bolo] hodne prípadov, že po dvoch.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren viele Fälle, daß sie auch zu zweit hineingeführt wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

A myslím, že to bolo vždy vtedy, keď už bolo neskoro, a obžalovaný Klehr sa ponáhľal niekde preč, k je ho králikom.

 

Dolmetscher Benesch:

Nerozuměl jsem. — Ich habe ihn nicht verstanden. Ich bitte ihn zu wiederholen.

 

Zeuge Ján Weis:

Stávalo sa to viackrát a bolo to vždy asi vtedy, keď sa obžalovaný Klehr ponáhľal k jeho králikom.

 

Dolmetscher Benesch:

Es geschah öfter, und ich glaube, daß es dann geschah, wenn der Angeklagte Klehr Eile hatte wegzukommen.

 

Zeuge Ján Weis:

On tam mal králikov.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat Kaninchen gezüchtet.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Dolmetscher, wie werden Sie fertig mit der Sprache? Geht es?

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn es Sie nicht stört, daß ich mir öfter eine Antwort wiederholen lasse, wenn ich nicht sicher bin.

 

Vorsitzender Richter:

Also ich möchte sagen, daß wir eigentlich dabei bleiben sollen. Daß ich keine Bedenken habe gegen die Art der Verdolmetschung. Dann möchte ich Sie bitten, es weiter zu machen. Ich bin also gebeten worden vom Gericht, doch für heute die Sitzung zu beenden, da wir doch heute sehr viel hier gehört haben und

 

– Schnitt –

 

110. Verhandlungstag, 12.11.1964

 

Fortsetzung der Vernehmung des Zeugen Ján Weis

 

 

Zeuge Ján Weis:

[unverständlich] kde sa to odohrávalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kenne nur die Räumlichkeiten des Blocks, wo sich das abgespielt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das soll er uns auch zeigen. Er soll uns also anzeichnen den Flur und

 

Dolmetscher Benesch:

Chodbu a místnosti.

 

Zeuge Ján Weis:

Toto bol blok, toto bola tá záhradka a toto je blok 21, tu boli dvere, tu boli dvere. Tu bola jedna miestnosť. Tak tu bola nejaká chodba, neviem, však teda tuto bola tá miestnosť.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Vorsitzender, vielleicht kann der Zeuge auch nachher noch mal mit einem Wort erläutern, was der Name »Szewczyk« bedeutet. Ob das irgendeine Berufsbezeichnung ist oder so was.

 

Zeuge Ján Weis:

Tu to bolo.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, sie haben ihn so genannt, weil sie nicht wußten, wie er hieß.

 

Staatsanwalt Vogel:

Das ist ein polnischer Name.

 

Dolmetscher Benesch:

Kann ich aushelfen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Švec ist der Schuster, Szewczyk wäre also das Schusterchen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Der kleine Schuster.

 

Dolmetscher Benesch:

Der kleine Schuster, etwa.

 

Zeuge Ján Weis:

A tuto niekde myslím bola ešte jedna izba, áno a tu bol Waschraum.

 

– Schnitt –

 

Dolmetscher Benesch:

[Pause] Ještě jednou domyslet, zda to bylo 28. září 42. Je to velmi důležité.

 

Zeuge Ján Weis:

Bolo to presne dvacátého osmého. Ako by som Vám to mohol vysvetliť: také dátumy, ako narodenia, úmrtia, svadba, to si človek zapamätá na celý život.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin sicher, daß es der 28. ist. Denn das Datum der Geburt, der Heirat, des Todes eines Angehörigen merkt sich ein Mensch für das ganze Leben.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist richtig.

 

Verteidiger Laternser:

Welches Jahr, Herr Vorsitzender?

 

Vorsitzender Richter:

1942, Herr Rechtsanwalt. Sagen Sie bitte, bei dieser Tötung Ihres Vaters, wer war da in dem Raum, in dem er getötet worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl přítomen, když byl Váš otec usmrcen?

 

Zeuge Ján Weis:

Prítomný byl obžalovaný Klehr, jeden Francúz, Leon Swagar a ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Anwesend waren der Angeklagte Klehr, ein Franzose, Leon Swagar, und ich.

 

Zeuge Ján Weis:

A ešte jeden, čo bol potom zavraždený, neviem, ktorý to bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Und noch ein anderer, der später getötet wurde. Ich weiß nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

Nein, — totiž, ktorý sedel vedľa otca.

 

Dolmetscher Benesch:

Der neben meinem Vater gesessen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie da besondere Aufgaben, also ich will mal sagen, mußten Sie die Menschen, die getötet werden sollten, hereinführen? Mußten Sie sie festhalten? Mußten Sie ihre Arme nach rückwärts beugen oder so was ähnliches?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl jste zvláštní úkoly. Musel jste vodit dovnitř vězně, kteří byli zavražděni, musel jste jim držet ruce nahoře nebo za zády, nebo co jste tam dělal?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak viesť sme ich nemuseli dovnútra, áno, ale vždy, keď si oni sadli, tak jeden si musel stúpiť dozadu, áno, ľavú ruku mu takto zdvihnúť a pravú takto držať pred očami.

 

Dolmetscher Benesch:

Hereinführen mußten wir sie nicht. Aber sowie sich diese Häftlinge gesetzt hatten, mußten wir hinter sie treten, den linken Arm waagrecht ausstrecken und den rechten ihnen vor die Augen halten.

 

Zeuge Ján Weis:

No a druhý potom stál pred ním, no a keď bol mŕtvy, tak jeden ho chytal zo zadu pod pažami a druhý za nohy a museli sme ich preniesť cez chodbu do Waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Der andere trat vor den Häftling. In dem Augenblick, wenn der Häftling tot war, mußte ihn der vor ihm Stehende bei den Füßen ergreifen und der andere unter den Armen, und gemeinsam trugen wir sie in den Waschraum hinaus.

 

Vorsitzender Richter:

Wer hat die Spritze verabfolgt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo dával injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Dával ich väčšinou obžalovaný Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens der Angeklagte Klehr.

 

Zeuge Ján Weis:

No potom [+ tam] boli dvaja Häftlinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann waren zwei Häftlinge da.

 

Zeuge Ján Weis:

Alfred Stössel.

 

Dolmetscher Benesch:

Alfred Stössel.

 

Zeuge Ján Weis:

Jeden Poliak.

 

Dolmetscher Benesch:

Pole.

 

Zeuge Ján Weis:

A teraz si naňho nespomeniem. Pańszczyk.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Pańszczyk. Ich konnte mich an den Namen zunächst nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Können Sie sich noch entsinnen, wie oft Klehr, in ganz ungefähren Zahlen, in Ihrer Gegenwart auf diese Weise getötet hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Vzpomínáte si, kolikrát asi obžalovaný Klehr za Vaší přítomnosti vraždil?

 

Zeuge Ján Weis:

To nemôžem tak presne povedať, ale bolo to veľakrát, tak pár desiatok, možno stokrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann er nicht so genau sagen. Aber es war sehr häufig. Vielleicht hundertmal, einige zehnmal sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Ah so, Sie meinen über zehnmal, von zehn bis 100.

 

Dolmetscher Benesch:

Mezi deseti a stem?

 

Zeuge Ján Weis:

[ Niekoľko desiatok. ]

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren einige Zehner.

 

Vorsitzender Richter:

Einige Zehner. Also unter 100?

 

Dolmetscher Benesch:

Méně než sto?

 

Zeuge Ján Weis:

No možno menej a možno viac. Tak ja som to nepočítal.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kann sein, daß es weniger und noch mehr ist. Ich habe es nicht gezählt.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Es kann sein weniger und noch mehr, aber einige Zehner. Herr Zeuge, der andere Gefangene, der mit Ihrem Vater zusammen in dem Raum war, wurde der auch getötet?

 

Dolmetscher Benesch:

Ten jiný vězeň, který byl s Vaším otcem v té místnosti, byl také zavražděn?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol zavraždený.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, er wurde getötet.

 

Vorsitzender Richter:

Und auch von Klehr?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, von wann ab waren Sie in dem Leichenträgerkommando?

 

Dolmetscher Benesch:

Od kterého dne jste byl v komandu nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, tam som bol nejak, presne to nemôžem povedať, od začiatku 43. roku. Ja som tam prišiel na Krankenbau buď koncom augusta, alebo začiatkom septembra 42 ako Pfleger.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Leichenträgerkommando war ich irgendwann einmal von Anfang 43. Aber seit August beziehungsweise September 42 war ich als Pfleger dort.

 

Zeuge Ján Weis:

No a ako Pfleger sme mali tiež tú povinnosť, keď bolo veľa roboty, povedzme, že na 11. bloku a zároveň aj na 20. bloku, tak sme tiež museli vypomáhať Leichenträgerom.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als Pfleger hatten wir auch die Pflicht, auf Block 11 und auf Block 20 auszuhelfen, wenn zu viele Leichen zu tragen waren.

 

Vorsitzender Richter:

An dem Tag, an dem Ihr Vater starb, sind da auch noch Bekannte von Ihnen von Klehr getötet worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Toho dne, co zemřel Váš otec, byli také zavražděni známí?

 

Zeuge Ján Weis:

Boli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Dvaja.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer war das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to byl?

 

Zeuge Ján Weis:

To bol nejaký Grün, Slovák.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein gewisser Grün, ein Slowake. [...]

 

Zeuge Ján Weis:

A Feldbauer, Armin Feldbauer.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Feldbauer, Armin Feldbauer.

 

Zeuge Ján Weis:

A pochádzal zo Senice nad Myjavou.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er kam aus Senice an der Myjava.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. War das ein Grün, also der Josef Grün, oder hatte der noch einen Bruder?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to Josef Grün, nebo měl ještě bratra?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol to Josef Grün, on mal viacero bratov a niektorý ešte aj žije.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war Josef Grün. Er hat mehrere Brüder, einige von ihnen leben noch.

 

Vorsitzender Richter:

Ist an diesem Tag noch ein anderer Grün von Klehr getötet worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl toho dne ještě jiný Grün zavražděn Klehrem?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to nemôžem povedať, pravda, len toho som poznal menom, nakoľko som bol s ním narukovaný.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann er nicht sagen. Diesen Grün kannte ich beim Namen, weil ich mit ihm eingezogen war.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie auch den Njawa Grün? [...] Nein, nein, Verzeihung, das ist falsch. Das ist ein Irrtum meinerseits. Es dreht sich um die beiden, Feldbauer und Grün. Nun Herr Zeuge, Sie haben heute gesagt, es wären einige Zehner-Fälle gewesen, in denen Klehr in Ihrer Gegenwart mit Phenol die Menschen getötet hätte. Wie viele Menschen sind dabei etwa ums Leben gekommen? Ich glaube, Sie haben uns die Zahl schon beim letzten Mal genannt.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám dnes řekl, že víte o několika desítkách [+ vězňů], kteří byli zavražděni Klehrem phenolovou injekcí. Můžete nám říci, kolik asi?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak pr esný počet nemôžem povedať, áno, nakoľko som si nerobil žiadne záznamy, ale určite ich bolo tak od sedemsto do tisíc, možno, že nad tisíc.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine genaue Zahl kann ich darüber nicht angeben, da ich mir keine Notizen gemacht habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber sicher waren es insgesamt zwischen 100 bis 1.000, vielleicht sogar über 1.000.

 

Zeuge Ján Weis:

Sedemsto, nie sto.

 

Vorsitzender Richter:

Waren es auch einmal Kinder, die Klehr auf diese Weise tötete, und zwar eine größere Gruppe von Kindern?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly to také někdy děti, které Klehr zavraždil tímto způsobem, a sice skupina dětí?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bola.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Bolo to sedemdesiat až sedemdesiatpäť detí,

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren etwa 70 bis 75 Kinder einmal.

 

Zeuge Ján Weis:

Ktoré priviezli niekde z Poľska. Boli to celkom teda z civilu deti dovezené, bolo to na nich vidieť, dobre živené, čisté.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Kinder wurden irgendwo aus Polen hergebracht. Sie waren – es war ihnen anzusehen – sehr gut genährt und sauber.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tie všetky on zavraždil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und die alle hat er ermordet.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch, wann das ungefähr war?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdy to asi bylo?

 

Zeuge Ján Weis:

Bolo to niekedy na jar v 43. roku, neviem to tak presne.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím?

 

Zeuge Ján Weis:

Niekedy na jar to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Frühjahr 43. Genau weiß ich es nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Im Frühjahr 43.

 

Zeuge Ján Weis:

Mohlo to byť aj v lete 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kann auch Anfang des Sommers gewesen sein.

 

Zeuge Ján Weis:

To si presne nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Daran kann ich mich nicht so genau erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Aber daß es Klehr war, daran können Sie sich genau erinnern?

 

Dolmetscher Benesch:

A že to byl Klehr si pamatujete přesně?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja, das weiß ich bestimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Und hat er die Kinder allesamt getötet, oder waren da andere auch noch beteiligt dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

A zavraždil ty děti sám, nebo byli ještě jiní zúčastněni?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. On sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, er allein.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie tötete denn Klehr die Menschen?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak vraždil Klehr ty lidi?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak dával im injekcie do srdca.

 

Dolmetscher Benesch:

Er gab ihnen Spritzen ins Herz.

 

Vorsitzender Richter:

Immer ins Herz?

 

Dolmetscher Benesch:

Vždy do srdce?

 

Zeuge Ján Weis:

Mužom vždy, ženám do žily na ľavej ruke.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal auch in die Ader an der linken Hand.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann tat er das eine, und wann tat er das andere?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy děl al jedno a kdy to druhé?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak pri ženách som bol v štyroch prípadoch. Raz nás zavolal do bunkra, tam boli dva prípady, a raz na bloku 28, tam boli tiež dva prípady.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war anwesend insgesamt viermal, als Frauen getötet wurden. Auf Block 28 waren zwei Fälle.

 

Zeuge Ján Weis:

Auf Block 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf Block 11 waren zwei Fälle.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak bolo to jedného dňa, zavolal nás obžalovaný Klehr, Swagara a mňa, museli sme vziať jednu Tragu a išli sme n a blok 11, dole do bunkra, tam ležali dve ženy, boli to Polky. No a tak obžalovaný Klehr im hovoril, že musia dostať injekcie, aby nedostali nejakú chorobu, každá si musela vyhrnúť šaty na ľavej ruke a on každej dal injekciu a my sme ich museli potom odniesť.

 

Dolmetscher Benesch:

Eines Tages rief Klehr den Franzosen Swagar und mich. Wir sollten mit einer Tragbahre in Block 11 in den Bunker kommen. Dort lagen zwei Frauen, Polinnen. Klehr sagte ihnen, sie bekämen eine Schutzimpfung, damit sie keine Krankheiten bekämen. Beide Frauen mußten den Ärmel, den linken Ärmel aufrollen. Er gab beiden die Spritze in die Hand, und wir trugen die Leichen fort.

 

Vorsitzender Richter:

Wie sind Sie in den Block 11 hineingekommen, durch welche Tür?

 

Dolmetscher Benesch:

Skrz jaké dveře jste šel do bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Prvý aj poslednýkrát z predu. Nie vrátami, ale dverami.

 

Dolmetscher Benesch:

Das erste und das letzte Mal von vorne, nicht durch das Tor, sondern durch die Tür.

 

Vorsitzender Richter:

Also nicht durch das Tor zwischen den Blocks 10 und 11, das auf den Hof führte, sondern durch die Tür, die in den Block selbst hineinführte. Ist das richtig?

 

Dolmetscher Benesch:

Tedy ne vraty, která vedla mezi blokem 10 a 11 na dvůr, nýbrž dveřmi, které vedly dovnitř do bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Do vnútra do bloku, na chodbu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, durch die Tür, die auf den Gang in Block 11 führte.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat Ihnen damals geöffnet?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo Vám tehdy otevřel?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol to nejaký esesman, meno ja neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein SS-Mann. Den Namen weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie nicht. Und wo waren die beiden Frauen, wie Sie hineinkamen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde byly ty d vě ženy, když jste přišel do bloku?

 

Zeuge Ján Weis:

Dole vo väzení.

 

Dolmetscher Benesch:

In der linken Kammer.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Dole.

 

Dolmetscher Benesch:

Unten im Bunker.

 

Vorsitzender Richter:

Unten im Bunker. Und waren die da eingesperrt, oder wurden sie herausgerufen, oder wie war denn das. Erzählen Sie doch bitte mal.

 

Dolmetscher Benesch:

Byly zamčené?

 

Zeuge Ján Weis:

No ony boli zamknuté, tak ten esesman išiel s nami po chodbe, tam boli také železné mreže, ti e otvoril, zaviedol nás dolu, boli tam také dosky. Na tých ležali. Jedna myslím vpravo, druhá vľavo, no to už si tak presne nepamätám, ale ležali obidve, lebo boli choré. Bolo asi podozrenie, že majú týfus.

 

Dolmetscher Benesch:

Der SS-Mann öffnete eine Gittertür, die zugeschlossen war. Und unten lagen diese beiden Frauen. Ob sie auf Platten lagen, weiß ich nicht mehr genau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Lagen die in dem Flur dieses Kellers? Oder lagen die in einer Zelle? Lagen sie allein? Mit anderen zusammen?

 

Dolmetscher Benesch:

Ležely dole v chodbě v bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Ležali v cele same. Druhý tam nebol, len tieto dve ženy.

 

Dolmetscher Benesch:

Verzeihen Sie, darf ich wiederholen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosí m, řekněte [+ to] ještě jednou.

 

Zeuge Ján Weis:

Ležali same dve v cele.

 

Dolmetscher Benesch:

Es lagen nur die beiden in der Zelle.

 

Vorsitzender Richter:

In einer Zelle?

 

Zeuge Ján Weis:

Druhý tam nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

V jedné cele?

 

Zeuge Ján Weis:

V jednej cele same dve, [nikto iný tam nebol.]

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren keine anderen in dieser einen Zelle.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagen immer, sie lagen. Waren sie denn ohnmächtig, zu gehen oder zu stehen, oder waren sie krank, oder warum lagen sie?

 

Dolmetscher Benesch:

Říkáte, že ležely. Byly nemocné, nemohly vstát nebo jít?

 

Zeuge Ján Weis:

Boli nemocné.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren krank.

 

Vorsitzender Richter:

Sie waren krank. Und Klehr hat ihnen versichert, sie bekämen eine Spritze, um irgendwelche Infektionen zu vermeiden. Und hat ihnen dann auf diese Weise die Todesspritze gegeben.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr je ujistil, že dostanou injekci proti nějaké infekci, a pak jim dal tu smrtelnou injekci.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Tak, keď sme tam prišli, tak on začal na nich nemecky hovoriť, ale ony nemecky nevedeli, tak ja som to pretlmočil.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir hinkamen, fing er an, deutsch auf die Frauen einzureden. Die Frauen verstanden kein Deutsch, so habe ich gedolmetscht. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar in welcher Sprache?

 

Dolmetscher Benesch:

V jaké řeči?

 

Zeuge Ján Weis:

Polnisch.

 

Vorsitzender Richter:

Polnisch. Waren es denn Polinnen?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war das?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to bylo?

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo asi niekedy koncom 1942. Niekedy v zime.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war irgendwann im Winter Ende 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Ende 1942?

 

Dolmetscher Benesch:

1942?

 

Zeuge Ján Weis:

42, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Denn Sie haben bei Ihrer Vernehmung in Preßburg gesagt: »Es war zu Ende des Jahres 1943.«2

 

Dolmetscher Benesch:

V Bratislavě jste při Vašem výslechu řekl, že to bylo koncem roku 43.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, ja som povedal 42, lenže tá slečna, čo to písala, tá bola z toho tak vyjavená, že tam spravila veľa chýb.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesagt 42. Ich nehme an, das Fräulein, das das geschrieben hat, war so entsetzt von diesen Dingen, daß eine ganze Menge Fehler in dieser Vernehmung sind.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie bleiben heute dabei, daß Sie sich mit Gewißheit darauf erinnern können, daß es Ende 1942 gewesen ist.

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Dolmetscher Benesch:

Zůstáváte při tom, že to bylo koncem roku 42, a že si na to můžete jistě vzpomenout.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, určite.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ganz gewiß.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann sagten Sie, hätten Sie noch einen Fall erlebt, wo ebenfalls zwei Frauen getötet worden seien?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl, že jste zažil ještě jiný případ, kde byly usmrceny dvě ženy.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Bolo to asi v októbri 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war etwa im Oktober 42

 

Zeuge Ján Weis:

Keď sa zariaďovalo Krankenbau na ženskom lágri v Birkenau.

 

Dolmetscher Benesch:

Als der Krankenbau im Frauenlager Birkenau eingerichtet wurde.

 

Zeuge Ján Weis:

Chodil tam každý deň, už čo som menoval, poľský väzeň Stössel.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeden Tag ging der von mir bereits erwähnte polnische Häftling Stössel dorthin.

 

Zeuge Ján Weis:

A raz ho tam prichytili, ako doniesol jeden dopis do ženského lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Und einmal fingen sie ihn dort, als er einen Brief in das Frauenlager brachte.

 

Zeuge Ján Weis:

Písal to nejaký Gienek Obojski, asi nemecky sa to volá Eugen.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Brief hatte geschrieben ein gewisser Gienek, auf deutsch: Eugen Obojski

 

Zeuge Ján Weis:

Ktorý bol tiež ako Leichenträger.

 

Dolmetscher Benesch:

Der auch als Leichenträger dort war.

 

Zeuge Ján Weis:

No a tento dopis mal Stössel priniesť jeho snúbenk e do Birkenau.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diesen Brief sollte Stössel seiner Braut nach Birkenau bringen.

 

Zeuge Ján Weis:

V tom dopise nechal druhý väzeň, na meno si už nepamätám, to bol kuchár, pozdravovať tiež jeho snúbenku, ktorá tam bola so snúbe nkov toho Obojského.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals ließ auch ein anderer Häftling, an dessen Namen ich mich nicht erinnere – er war Koch – seine Braut, die mit der Braut des vorher Erwähnten in Birkenau war, grüßen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a nakoľko chytili te n dopis na Blockführerstube, tak asi za dve hodiny nato zavreli toho Obojského.

 

Dolmetscher Benesch:

Als sie den Brief auf der Blockführerstube abgefangen hatten, brachten sie zwei Stunden später diesen Obojski.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, ten bol na bloku 28. Toto sa všetko udialo v Birkenau a odtiaľ asi telefonovali, lebo prišiel posol.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Dinge spielten sich in Birkenau ab. Obojski war auf Block 28. Wahrscheinlich riefen sie von Birkenau den Block 28 an.

 

Zeuge Ján Weis:

No neviem, Blockführerstube.

 

Vorsitzender Richter:

Im Hauptlager Block 28?

 

Dolmetscher Benesch:

On byl v hlavním táboře bloku 28?

 

Zeuge Ján Weis:

Na bloku 28, áno. Potom večer, keď sa Stössel vrátil, toho tiež zavreli na blok 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Am Abend, als Stössel zurückkam, wurde er auch auf Block 11 eingesperrt.

 

Zeuge Ján Weis:

A na druhý deň doviedli tú frajerku, alebo ako to mám povedať, nevestu Obojského, aj tú druhú, čo ten druhý nechal pozdravovať.

 

Dolmetscher Benesch:

Und am zweiten Tag brachten sie die Braut dieses Obojski und auch die Braut des zweiten Häftlings, der Grüße bestellt hatte.

 

Zeuge Ján Weis:

Myslím, že sa volal Borczik, ale už presne neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich denke, sie hieß Borczik, aber genau weiß ich es nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

A tie potom na bloku 28, v malej sále naľavo, dostali injekciu od obžalovaného Klehra.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie bekamen auf Block 28, in dem kleinen Raum links, die Spritzen vom Angeklagten Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Wer jetzt, die beiden Frauen?

 

Dolmetscher Benesch:

Ty dvě ženy?

 

Vorsitzender Richter:

Und der Gienek Obojski?

 

Zeuge Ján Weis:

Ako?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo dostal ty injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Tie dve ženy, lebo Gienek Obojski bol zavretý na bloku 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Die beiden Frauen bekamen diese Spritzen, denn Gienek Obojski war auf Block 11 eingesperrt.

 

Zeuge Ján Weis:

A toho potom, asi v januári, [zastrelili] na bloku 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der wurde etwa dann im Januar erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit dem Stössel? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Toho zastrelil obžalovaný Boger.

 

Dolmetscher Benesch:

Und den hat der Angeklagte Boger erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Den hat der Angeklagte Boger erschossen. Den Obojski?

 

Zeuge Ján Weis:

Obojski, ja. — Stössel ten ostal sedieť asi päť mesiacov.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Stössel saß etwa fünf Monate dort.

 

Zeuge Ján Weis:

A tiež asi niekedy v marci, apríli ho zastrelili.

 

Dolmetscher Benesch:

Und den haben sie auch irgendwann im März oder April erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, jetzt wollen wir mal langsam vorgehen. Zunächst haben Sie uns eben erzählt, daß in Block 28 im Oktober 42 diese beiden Frauen von Klehr durch Spritzen in den linken Arm getötet worden seien.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Že v říjnu 42 byly na bloku 28 zavražděny tyto dvě ženy injekcemi obžalovaným Klehrem.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist richtig.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch, wie die Frauen hießen?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak se jmenovaly tyto ženy?

 

Vorsitzender Richter:

Proschi3 hatten Sie die eine... oder Borczik

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Neviem presne, ale jedna sa volala Sascha. Ináč neviem ako sa volala.

 

Dolmetscher Benesch:

Die eine wurde gerufen Sascha, aber genau weiß ich es nicht.

 

Vorsitzender Richter:

War das dieselbe, die Sie mit dem Namen Borczik bezeichnet haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to ta samá, o které jste řekl, ž e se jmenuje Borczik?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, ten Borczik, to bol ten, ktorý sa podpísal na ten dopis, ktorý ten Stössel tam odovzdal. To nebolo meno ženy.

 

Dolmetscher Benesch:

Borczik war der Name eines Mannes, der den Brief unterschrieben hatte, den Stössel mit rüber nahm.

 

Vorsitzender Richter:

Und die eine Frau nannten Sie Sascha, und von der anderen wissen Sie den Namen nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

Das weiß ich nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Jedna se volala Sascha a jméno [+ té] druhé nevíte?

 

Zeuge Ján Weis:

Od tej neviem.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch mehr Namen von Gefangenen, die von Klehr getötet worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte ještě více jmen vězňů, které zavraždil Klehr?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, z našej obce. Tých poznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, aus unserem Dorf kenne ich einige.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie heißen die Leute?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se jmenují?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak boli to traja bratia Grünsteinovci.

 

Dolmetscher Benesch:

Drei Brüder Grünstein. Bol to Otto Pirák.

 

Zeuge Ján Weis:

Bol to Otto Pirák.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war Otto Pirák.

 

Vorsitzender Richter:

Pirák. P-I-R-Á-K.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Auf dem A ein Akzent.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol jeden mäsiar Grünwald z Kopč an, zo susednej obce.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war einer aus dem Nachbardorf, ein, ich habe den Vornamen nicht verstanden, Grünwald.

 

Zeuge Ján Weis:

Grünwald.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Vornamen. — Křestní jméno?

 

Zeuge Ján Weis:

Grünwald. Bertek [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Bertek sagten sie zu ihm, ich weiß es nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Bertel, Albert Grünwald, und aus welchem Dorf war der?

 

Dolmetscher Benesch:

Z jaké obce byl?

 

Zeuge Ján Weis:

Kopčany.

 

Dolmetscher Benesch:

Kopčany.

 

Vorsitzender Richter:

Aus Kopčany.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam boli ešte Fischerovci.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann waren die Fischers dort.

 

Zeuge Ján Weis:

Karl Arthur Kaufmann.

 

Dolmetscher Benesch:

Arthur Kaufmann.

 

Vorsitzender Richter:

Die Fischers. Waren das mehrere Brüder?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to více bratrů?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Dvaja bratia.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei Brüder waren das.

 

Vorsitzender Richter:

Zwei Brüder Fischer. Dann Kaufmann, wie hieß der mit Vornamen?

 

Zeuge Ján Weis:

Arthur Kaufmann.

 

Vorsitzender Richter:

Arthur Kaufmann.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom ešte taký, už si na neho neviem spomenúť.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich an manches nicht mehr erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob noch ein Paul Hecht dabei war?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Paul Hecht.

 

Zeuge Ján Weis:

Paul Hecht. Oni tam mali obchod [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Ein Adalbert Greipl?

 

Zeuge Ján Weis:

Greipl, ja auch.

 

Vorsitzender Richter:

Und ein Manfred Tauber?

 

Zeuge Ján Weis:

Manfred Tauber, ja, der ist auch aus Wien gekommen. — Študoval za doktora.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war Medizinstudent.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo wohnten die Leute sonst? Wo hatten sie ihren Wohnsitz?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde bydleli tito lidé?

 

Zeuge Ján Weis:

Keď boli na slobode?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano. — Als sie in Freiheit waren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

In Holíč.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn ich wiederholen darf: Es waren die Brüder Grünstein, die beiden Brü der Weinwurm, Otto Pirák, die beiden Brüder Fischer, der Arthur Kaufmann, Paul Hecht, Adalbert Greipl, Manfred Tauber und Albert Grünwald aus Kopčany.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich ihn fragen, ob er die Namen verstanden hat?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Rozuměl jste jména?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, rozumel som.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe die Namen verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

Und entspricht das der Wahrheit?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to pravda, že ti tam byli zavražděni?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, tí tam boli zavraždení. Na tých si pamätám. No tak, bolo ich tam viac zavraždených.

 

Dolmetscher Benesch:

Die wurden dort getötet. An die kann ich mich erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Waren diese Männer, die Sie eben genannt haben, alle aus Ihrem Transport?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli tito muži, které jste jmenoval, z vašeho transportu?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, neboli z môjho transportu.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, sie waren nicht aus meinem Transport.

 

Vorsitzender Richter:

Nein?

 

Zeuge Ján Weis:

Niektorí boli z môjho transportu, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige von ihnen.

 

Vorsitzender Richter:

Einige von ihnen waren nicht aus Ihrem Transport.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kannten sie aber, weil sie aus Ihrem Heimatort oder aus der Nachbarschaft waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste je znal, protože byli z Vaší obce nebo ze sousední obce?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ja som ich zato poznal, že sme chodili spolu do školy, a toho Grünwalda z Kopčan som poznal toľko, nakoľko k nám ch odil k môjmu otcovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte einige von ihnen, weil wir gemeinsam in die Schule gegangen waren. Grünwald kannte ich, weil er öfter zu meinem Vater gekommen war.

 

Zeuge Ján Weis:

Grünwald, to bol už starší pán.

 

Dolmetscher Benesch:

Grünwald war schon ein älterer Herr.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie bei dieser Tötung selbst zugegen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste přítomen při těchto usmrceních?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol som pri tom a všetkých týchto som odniesol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich war dabei anwesend, und alle diese habe ich weggetragen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Dann hätte ich abschließend zu Klehr noch eine Frage, die Sie, meine ich, schon beantwortet haben, die mir aber trotzdem noch wichtig ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Nakonec se ještě musí [položit] otázka, kterou jste, jak myslí [+ pan] předseda, už zodpověděl, ale která je velmi důležitá.

 

Vorsitzender Richter:

Hat Klehr an Ihnen selbst einmal Versuche irgendwelcher Art vorgenommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Dělal Klehr nějaké experimenty na Vás?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, robil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, er hat es getan.

 

Vorsitzender Richter:

Was waren das für Versuche?

 

Dolmetscher Benesch:

Co to bylo za [pokusy?]

 

Zeuge Ján Weis:

Tak, bral mi miechu.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, opakujte.

 

Zeuge Ján Weis:

Miechu, z chrbtice tú šťavu.

 

Dolmetscher Benesch:

Er nahm mir aus dem Rückenmark den Saft. Ich kenne diesen Ausdruck »miecha« nicht. Darf ich nachsehen, was im Wörterbuch darüber steht?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, ja. Liquor.

 

Dolmetscher Benesch:

[Pause] Es ist im Wörterbuch nicht angegeben. Es handelt sich wahrscheinlich um einen medizinischen Fachausdruck.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das ist Liquor. Also eine Flüssigkeit aus der Wirbelsäule, aus dem Rückenmark. Hat er bei Ihnen entnommen?

 

Dolmetscher Benesch:

To Vám bral?

 

Zeuge Ján Weis:

Raz.

 

Vorsitzender Richter:

Zu welchem Zweck?

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal. — Na co?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak bol tam nejaký SS-lekár Weber, ktorý robil tieto pokusy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war dort ein SS-Arzt Weber, der diese Versuche unternommen hat.

 

Zeuge Ján Weis:

No a Klehr mu nejak asistoval. Boli sme tam vtedy dvanásti.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr hat ihm assistiert. Wir waren damals zu zwölft.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak tí tam ležali a mňa tam zobrali vtedy ako za trest.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir lagen zu zwölft dort, mich hat man zur Strafe dort dazugelegt.

 

Zeuge Ján Weis:

Stalo sa, že sme niesli s menovaným Swagarom dve mŕtvoly z bloku 20.

 

Dolmetscher Benesch:

Es passierte, als Swagar und ich zwei Leichen aus dem Block 20 trugen.

 

Zeuge Ján Weis:

A jak sme došli na schody, tak ná m spadli dole, a práve išla jedna esesmanka okolo s dievčatami.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als wir zur Treppe kamen, fielen die beiden Leichen von der Trage herunter. Gerade in dem Augenblick ging eine Aufseherin der SS mit Mädchen vorbei.

 

Zeuge Ján Weis:

No a snáď ony mysleli, že sme ich naschvál zhodili dolu, aby tie ženy videli tých nahých mužov, pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie nahm wahrscheinlich an, wir hätten die Leichen absichtlich heruntergeworfen, damit diese Mädchen die nackten Männer sähen.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak nám dala každému facku.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir bekamen jeder eine Ohrfeige.

 

Zeuge Ján Weis:

A zapísala si naše čísla, a potom to udala.

 

Dolmetscher Benesch:

Und unsere Nummern wurden notiert.

 

Zeuge Ján Weis:

No a zato, ja neviem, či mal práve na mňa takú zlosť, tak mňa tam zobral. No a potom nás zase pustil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich kam also deswegen dorthin.

 

Vorsitzender Richter:

Hat Klehr damals diesen Einstich ins Rückenmark gemacht unter der Assistenz eines SS-Arztes?

 

Dolmetscher Benesch:

Dělal Klehr ten vpich do Vaší páteře za asistence toho SS-lékaře?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, robil to za asistencie lekára, ale niekedy, myslím, to robil aj sám. Áno, robil to aj sám. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

In meinem Fall war der Arzt anwesend, in anderen Fällen, meine ich, wäre Klehr allein gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

In Ihrem Fall war der Arzt anwesend. In anderen Fällen, glauben Sie, sei Klehr allein gewesen.

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Nebol prítomný, lebo on t am niečo písal.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat nicht unmittelbar danebengestanden, aber er saß dort und schrieb etwas.

 

Vorsitzender Richter:

Der Arzt?

 

Dolmetscher Benesch:

Lékař?

 

Zeuge Ján Weis:

Lekár, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Hat Ihnen Klehr auch Einspritzungen ins Rückenmark gemacht?

 

Dolmetscher Benesch:

Dával Vám Klehr také injekce do páteře?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Dann hätte ich noch eine letzte Frage: Ist es richtig, daß Klehr zu Ihnen nach der Tötung Ihres Vaters gesagt hat, als Sie weinten, warum Sie ihm nicht gesagt hätten, daß es Ihr Vater sei, dann hätte man ihn doch verschonen können?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to pravda, že Vám Klehr po usmrcení Vaš eho otce, jak jste plakal, řekl, proč jste mu neřekl, že to je Váš otec, že by ho byl jinak nezabil?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to mi povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das hat er mir gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Am selben Tag oder später?

 

Dolmetscher Benesch:

V ten samý den nebo později?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, na druhý alebo na tretí deň. Ja ale myslím, že to bolo na druhý deň.

 

Dolmetscher Benesch:

Am nächsten Tage oder am übernächsten. Ich glaube aber, es war am nächsten Tag.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Es wird festgestellt aus dem Bunkerbuch I, daß auf Blatt 81 ein Eugen Obojski eingeliefert worden ist – am 29.10.1942 muß das gewesen sein –, der am 25.1.43 verstorben ist, offensichtlich erschossen. Und zwar steht ein Vermerk da: »Politische Abteilung«. Zweimal durchgestrichen und mit einem Kreuz versehen.

Es wird weiterhin festgestellt aus demselben Bunkerbuch, Blatt 120, daß der Alfred Stössel, der am 11.2.43 eingeliefert worden ist, am 3.3.43 verstorben ist. [Pause] Mit dem Obojski zusammen auf Blatt 81 ist auch ein Alfred Stessel, der wird aber dort mit E geschrieben, ist aber geboren am 25.4.15, also am gleichen Tag. Also das ist derselbe Alfred Stössel. Ist ebenfalls am 29.10. eingeliefert worden und am 9.11. anscheinend dort entlassen worden. Jedenfalls befindet sich insofern kein Kreuz auf dieser Eintragung, und sie ist auch nicht zweimal durchgestrichen. So daß man entnehmen kann, daß er am 9.11. entlassen worden ist, wie der Zeuge uns gesagt hat.

Herr Zeuge, so weit Ihre Angaben von Klehr. Sie haben uns dann weiterhin gesagt, daß der Obojski von Boger erschossen worden sein soll.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl, že Obojski byl zastřelen Bogerem.

 

Zeuge Ján Weis:

Bol, áno, lebo som bol pri to m a sám som ho odnášal od Čiernej steny.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war dabei, und ich habe ihn von der Schwarzen Wand weggetragen.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie das einmal näher schildern, wie sich das abgespielt hat? Insbesondere, wann Sie dort hinkamen, wo Sie hinkamen, wo Sie gewartet haben, was dann passierte, bis zu dem Moment, wo Sie dann Ihrer Pflicht da nachkamen, den Leichnam zu befördern.

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám přesně vylíčit, jak se to stalo, kdy jste tam přišel, kde jste stál, co se tam stalo, tedy vylíčit vše, až [+ do chvíle, kdy] jste musel plnit Vaši povinnost.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ako som už spomínal, áno, bol som na bloku 28., keď niečo bolo, tak prišiel niekto z 11. bloku. Buď to bol Schreiber, alebo nejaký esesman. Prišiel na chodbu, niekedy aj dole, do Leichenkammer, niekedy do ambulancie, ale väčšinou len medzi dvere a zakričal: »Leichenträger«.

 

Dolmetscher Benesch:

Wie ich mich erinnere, war ich auf Block 28, und von Block 11 kam ein Schreiber oder ein SS-Mann auf den Gang oder in die Leichenkammer oder in die Ambulanz. Meist aber blieb er auf dem Gang stehen und rief: »Leichenträger!«

 

Vorsitzender Richter:

Wann war das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to asi bylo?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak od začiatku, čo som bol na Krankenbau, až do konca.

 

Dolmetscher Benesch:

So war es stets, seit ich auf dem Krankenbau war, bis zum Ende.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt also von 1943 oder von 42 ab?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to od roku

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Od roku 42 až do roku 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war vom Jahr 42 bis zum Jahr 44 so.

 

Vorsitzender Richter:

Vom Jahr 42 bis Jahr 44. Nun ja. Also Sie wurden gerufen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom, pravda, ešte niektorý vybehol hore, tak potom prišiel kápo Leichenträger. Na toho prvého si tak nespomínam, potom bol nejaký Stanisław Rischler.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann kamen die Herausgerufenen, der Kapo der Leichenträger, ein

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Nein, nicht. — Priš iel sa pozrieť sám navrch, kam sa má ísť.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kam einer nach oben und fragte den Rufenden, was er tun sollte, wohin er gehen sollte.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak potom povedal buď jedny Tragy, alebo dvoje Tragy.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann sagte er ihm, ob er eine Tragbahre oder zwei Tragbahren zu bringen habe.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom kápo určil, ktorí tam majú ísť.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Kapo bestimmte, welche Leichenträger dorthin gehen sollten.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale nak oľko, ja neviem teda prečo, ja som tam bol vždy volaný aj keď som bol Pfleger, potom neskôr ako Läufer, potom neskôr ako Schreiber, pravda, vždy ma tam volali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin sehr oft, fast jedesmal, gerufen worden, gleichgültig, ob ich Pfleger, Läufer oder Schreiber war.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak potom sme prišli na blok 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kamen wir zum Block 11

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, vrátami dovnútra.

 

Dolmetscher Benesch:

Durch das Tor hinein.

 

Zeuge Ján Weis:

Zaniesli sme tie Tra gy na ľavú stranu bloku 10.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir trugen die Tragbahren auf die linke Seite in Richtung des Blocks 10.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom, čakali sme v kúte, no neviem, asi v kúte, tak asi v tej štvrtine bloku 10.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir warteten auch in der Ecke nach Block 10 hin.

 

Zeuge Ján Weis:

No až potom prišli, pravda, Politické oddelenie, alebo niektorý prišiel sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Bis die dann kamen von der Politischen Abteilung, oder manchmal kam auch einer allein.

 

Zeuge Ján Weis:

No, a tak všetci tí odsúdení na smrť boli na bloku 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Alle zum Tode bestimmten Verurteilten waren auf Block 11.

 

Zeuge Ján Weis:

Vo Waschraume sa museli vyzliecť do naha.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Waschraum, wo sie sich nackt entkleiden mußten.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom ich vodili po dvoch.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann wurden sie zu zweit herausgeführt.

 

Zeuge Ján Weis:

Keď ich bolo viacej, vodili aj po štyroch.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn es mehrere waren, wurden sie auch zu viert herausgeführt

 

Zeuge Ján Weis:

K Čiernej stene, pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Zur Schwarzen Wand.

 

Zeuge Ján Weis:

Tam ich postavili tvárou ku stene.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort wurden sie mit dem Gesicht zur Wand aufgestellt.

 

Zeuge Ján Weis:

No ten strieľajúci, ktorý [+ tam]bol, áno, im priložil malorážku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Betreffende, der gerade schoß, setzte ihnen ein Kleinkalibergewehr

 

Zeuge Ján Weis:

[unverständlich] Neviem, ako sa to volá.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf den Hinterkopf. Die Stelle, die der Zeuge eben zeigt.

 

Zeuge Ján Weis:

No strelil, mŕtvy padol na zem.

 

Dolmetscher Benesch:

Er schoß, der Tote fiel zur Erde.

 

Zeuge Ján Weis:

Keď bola väčšia poprava, tak tam bol prítomný lekár SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn eine größere Hinrichtung war, war der SS- Arzt anwesend.

 

Zeuge Ján Weis:

No keď tam bolo menej, tak tam nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn es weniger Hinzurichtende waren, war er nicht dort.

 

Zeuge Ján Weis:

No a ktorý tam bol, pravda, tak ten po vedal: »Ab!« To značilo, že ich máme naložiť.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn er dort war, dann sagte der Arzt: »Ab!« Und das bedeutete, wir hätten die Leichen aufzuladen.

 

Zeuge Ján Weis:

Jeden musel chytiť za nohy

 

Dolmetscher Benesch:

Der eine mußte sie bei den Beinen fassen

 

Zeuge Ján Weis:

Druhý pod pažami,

 

Dolmetscher Benesch:

Der zweite unter den Armen

 

Zeuge Ján Weis:

Hodiť na Tragy,

 

Dolmetscher Benesch:

Auf die Trage werfen.

 

Zeuge Ján Weis:

Toho druhého zase opačne.

 

Dolmetscher Benesch:

Und den zweiten umgekehrt.

 

Zeuge Ján Weis:

No a museli sme utekať asi tak do pol bloku 10., tam bol kanál.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten also bis halbwegs zum Block 10 laufen, wo ein Kanal war.

 

Zeuge Ján Weis:

A tam vyklopiť a zase utekať naspäť.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dort auskippen und wieder zurücklaufen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a už neviem, čo by som vám povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war denn bei solchen Erschießungen zugegen? Haben Sie von den SS-Leuten irgendwelche Menschen gekannt, die dabei waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl přítomen u těch zastřelení? Znal jste z příslušníků SS lidi, kteří tam byli přítomni?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, poznal som. Bol to tu obžalovaný Boger, Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich kenne einige. Es war der Angeklagte Boger, Kaduk.

 

Zeuge Ján Weis:

Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Stiwitz.

 

Zeuge Ján Weis:

Palitzsch.

 

Dolmetscher Benesch:

Palitzsch.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom ešte taký, ktorého som tu minule spoznal, neviem jeho meno, s tými okuliarami.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann auch einen, den ich hier erkannt habe, ich kenne seinen Namen nicht. Den mit der Brille. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie mal auf ihn zeigen?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete na něho ukázat, prosím, kdo to je.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Welchen? Gehen Sie mal auf ihn zu, bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

Jděte prosím tím směrem, k němu.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Dieser da?

 

Dolmetscher Benesch:

Der mit der Brille.4

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wir werden Ihnen nachher die Angeklagten noch einmal gegenüberstellen.

 

Dolmetscher Benesch:

Potom před Vás ještě [+ jednou] postavíme všechny obžalované.

 

Vorsitzender Richter:

Was taten denn nun diese Leute, die Sie uns jetzt benannt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak dělali tito lidé, které jste zde jmenoval?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak títo všetci strieľali [+ väzňov].

 

Dolmetscher Benesch:

Alle diese haben Häftlinge erschossen

 

Zeuge Ján Weis:

Pri Čiernej stene.

 

Dolmetscher Benesch:

An der Schwarzen Wand in Block 11.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom aj ešte vešali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, und dann haben sie auch aufgehängt.

 

Vorsitzender Richter:

Bei diesen Erschießungen schoß doch nur einer. Oder schossen mehrere?

 

Dolmetscher Benesch:

Při těchto exekucích střílel vždy jeden nebo více?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak ako kedy. Niekedy len jeden strieľal, keď ich bolo málo, áno. Ale stali sa prípady, že ich bolo aj dvesto. Najväčší prípad, čo si pamätám, ich bolo 285.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn eine kleine Hinrichtung war, schoß nur einer. Ich kann mich an einen Vorfall erinnern, wo 285 erschossen wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

A bolo to presne 28. októbra 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es war genau am 28. Oktober 1942.

 

Zeuge Ján Weis:

Nakoľko to bol československý štátny sviatok.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil es der tschechoslowakische Staatsfeiertag ist, habe ich mir dieses Datum gemerkt.

 

Vorsitzender Richter:

Was war da?

 

Dolmetscher Benesch:

Co bylo 28. října?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak to bolo vtedy, kedy ja som bol prítomný, áno, najväčšia poprava, ktorú som ja zažil pri Čiernej stene.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war die größte Hinrichtung, die ich selbst erlebt habe bei der Schwarzen Wand.

 

Zeuge Ján Weis:

Vtedy som už myslel, že odpadnem. Lebo, to oni sa ponáhľali, bolo ich tam asi šesť, alebo možno osem a oni sa potom menili.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren sehr viele Leute dort, die geschossen haben, sechs oder später sogar acht.

 

Zeuge Ján Weis:

Možno, že osem.

 

Dolmetscher Benesch:

Möglich, daß es acht waren.

 

Zeuge Ján Weis:

Oni sa menili. Každú chvíľu druhý.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wechselten sich dauernd ab.

 

Zeuge Ján Weis:

A išlo to veľmi rýchlo, tak to trvalo nejaké snáď dve, dve a pol hodiny.

 

Dolmetscher Benesch:

Es dauerte nicht länger als zwei bis höchstens zweieinhalb Stunden.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak vtedy sme boli tak ako mäsiari.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren völlig vernichtet.

 

Zeuge Ján Weis:

No ako mäsiari sme boli od krvi.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren voll Blut wie die Metzger.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn nun einer schoß, wo befanden sich da die anderen, die nicht geschossen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jeden střílel, kde byli ti druzí, kteří nestříleli?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak niekedy boli na ľavej strane pri 10. bloku, niekedy stáli v pravom rohu pri 11. bloku, tak to n ebolo vždy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war nicht immer gleich. Manche standen links zum 10. Block hin, manche auf der anderen Seite zum 11. Block hin.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich noch entsinnen, wer bei dieser großen Hinrichtung am 28. Oktober 42 von SS- Leuten zugegen war?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete si vzpomenout, kdo byl přítomen při té velké popravě 28. října 42?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tam bol vtedy Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war Stiwitz.

 

Zeuge Ján Weis:

Kaduk, Boger. Potom tam bol ešte jeden taký malý, ten strašne strieľal, toho meno neviem, ten tu nie je.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war noch einer. Außer Kaduk und Boger war noch einer. Ein Kleinerer, dessen Namen ich nicht mehr weiß.

 

Zeuge Ján Weis:

Myslím, že tam bol vtedy aj Palitzsch.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, daß auch Palitzsch damals zugegen war.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom tam bol aj nejaký SS-lekár.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war dort ein SS-Arzt.

 

Zeuge Ján Weis:

Z Politis che Abteilung tam boli dvaja alebo traja, ale oni nestrieľali, to bola nejaká komisia, alebo čo to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren auch mehrere aus der Politischen Abteilung. Die schossen aber nicht. Das schien eine Kommission gewesen zu sein oder so etwas ähnliches.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns erzählt von Eugen Obojski.

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávěl jste nám o Gienku Obojském.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie bei dessen Erschießung dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste přítomen při jeho popravě?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich war anwesend.

 

Vorsitzender Richter:

War das eine große Erschießung, oder war das eine kleinere Hinrichtung?

 

Dolmetscher Benesch:

Byla to velká exekuce nebo malá?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak nebola to ani malá, ani veľká, mohlo ich tam byť 50, 60, 40, neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war keine sehr große Exekution, etwa 40 bis 60.

 

Vorsitzender Richter:

Etwa 40 bis 60. Waren bei dieser Exekution mehrere zugegen? SS-Leute, meine ich natürlich.

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo u této exekuce přítomno ještě více příslušníků SS?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war außer Boger noch zugegen? Können uns das noch sagen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl přítomen mimo Bogera?

 

Zeuge Ján Weis:

Mimo Bogera tam bol, myslím, ten Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Außer Boger, glaube ich, war Stiwitz dort.

 

Zeuge Ján Weis:

No a z tých z Politische Abteilung, to už si neviem s pomenúť. Viem ich mená, ale teraz si nemôžem spomenúť.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich im Augenblick nicht an die Namen der aus der Politischen Abteilung Anwesenden erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Myslím, že tam bol nejaký Lausmann, alebo tak nejak.

 

Dolmetscher Benesch:

Lausmann vielleicht.

 

Zeuge Ján Weis:

Grabner.

 

Dolmetscher Benesch:

Grabner.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und wann war diese Hinrichtung Obojski?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy byla ta poprava Obojského?

 

Zeuge Ján Weis:

Bolo to v januári 43, to ja presný deň neviem. Bolo to niekedy koncom januára.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war irgendwann einmal Ende Januar 43, genau weiß ich es nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Ende Januar 43, wie Obojski erschossen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak byl zastřelen Obojski?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

A vtedy bol zastrelený aj ten Borczik.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es wurde auch dieser Borczik erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Barczik, alebo Borczik, neviem ako sa volal.

 

Vorsitzender Richter:

Kleinen Moment. Wir hatten festgestellt bei Obojski: 25. Januar. Kann das stimmen?

 

Zeuge Ján Weis:

Môže.

 

Dolmetscher Benesch:

Zde bylo zapsáno, že byl zastřelen 25. ledna. Je to možné?

 

Zeuge Ján Weis:

Môže to byť tak, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist möglich.

 

Vorsitzender Richter:

Jetzt überlegen Sie bitte einmal genau, ob vor dieser Erschießung Obojski diese große Erschießung mit den 285 Menschen gewesen ist. Ob das vorher war oder nach dem Obojski?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, rozmyslete si přesně, jestli zastřelení těch 285 lidí bylo před popravou Obojského nebo po popravě.

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo presne 28. októbra 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war genau am 28. Oktober 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich meine, wissen Sie, ob es 42 oder 43 war?

 

Zeuge Ján Weis:

42.

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, že to bylo 42 nebo 43?

 

Zeuge Ján Weis:

Á no, lebo hneď, ako ja som tam došiel, to bolo akosi moje privítanie tam. To bola tá najväčšia poprava.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war gleich, als ich hinkam. Das war mein Willkommen dort. Das war die größte Hinrichtung, die ich erlebt habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und da wissen Sie bestimmt, daß Boger dabei war? Oder wissen Sie das nicht bestimmt?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte určitě, že byl Boger u té velké popravy, nebo to nevíte?

 

Zeuge Ján Weis:

Určite to viem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Denn bisher ist uns gesagt worden, daß Boger im Oktober 1942 noch gar nicht in Auschwitz gewesen sein soll.

 

Dolmetscher Benesch:

Dosud bylo řečeno, že Boger v říjnu 42 nebyl v Osvětimi.

 

Zeuge Ján Weis:

Bol. Ja som ho tam videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war dort in Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Er war schon dort?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Der Obojski ist also, wie Sie uns eben sagten, am 25. Januar 43 erschossen worden. War da noch ein Bekannter von Ihnen dabei, der auch erschossen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Obojski byl zastřelen 25. ledna 43. Byl u toho zastřelení přítomen ještě jiný Váš známý?

 

Zeuge Ján Weis:

Toho dňa?

 

Dolmetscher Benesch:

Toho dne.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak bol tam ten Borczik. Myslím, že sa volal Borczik, bol to kuchár. Ale presne nemôžem povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meine, er hieß Borczik, er war Koch. Genau weiß ich nicht, wie er hieß.

 

Vorsitzender Richter:

Der ist zusammen mit Obojski erschossen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl zastřelen společně s Obojským?

 

Vorsitzender Richter:

Kann man da noch mal nachsehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

In dem Bunkerbuch?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Ja, ja, ich hatte es ja schon.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Auf Seite 82.

 

Vorsitzender Richter:

Seite 82.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

83.

 

Vorsitzender Richter:

Oder 83.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

[unverständlich] Auf Seite 70, Seite 82: Borczik.

 

Vorsitzender Richter:

Borczik.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Borczik, wo war der her?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud byl?

 

Zeuge Ján Weis:

Ein Pole, aber ich weiß nicht, woher er

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Aus Sanok. [Pause] Also hier ist der Stössel, da ist der Obojski am 29.10., 31.10. [Pause] Wissen Sie noch, wie der mit Vornamen hieß, der Borczik?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak se jmenoval Borczik křestním jménem?

 

Zeuge Ján Weis:

Neviem presne, ale myslím Tadeusz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht genau, ich glaube Tadeusz.

 

Vorsitzender Richter:

Tadeusz. Tja.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Borczik, Oleś und Borczik, Rudolf.

 

Vorsitzender Richter:

Oleś, der ist am 2.11. eingeliefert worden, [...] während der Obojski am 29.10. eingeliefert worden ist. [Pause] Herr Zeuge, wissen Sie genau, daß Boger diesen Obojski erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte jistě, že toho Obojského zastřelil Boger?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, viem to presne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das weiß ich genau.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso können Sie sich genau grade auf diesen Fall erinnern und grade daran erinnern, daß Boger hier tätig war?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč si můžete přesně vzpomenout na tento případ a proč si můžete přesně vzpomenout, že to byl Boger, který tenkrát střílel?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak sú niektoré prípady, na ktoré si presne viem spomenúť, nakoľko on nestrieľal. Aj keď boli nejaké popravy, on veľmi nestrieľal. On ako keby mal nejakých vybraných, áno, tých zastrelil a potom stál, alebo sa zobral a odišiel preč.

 

Dolmetscher Benesch:

Es gibt einige Fälle, an die ich mich genau erinnere, zumal Boger verhältnismäßig selten erschossen hat. Es schien so, als ob er nur besonders Ausgesuchte erschießen würde. Dann stand er beiseite oder ging weg.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom zato, že to boli moji dobrí známi, ako tento.

 

Dolmetscher Benesch:

Der zweite Grund ist, weil es meine guten Bekannten waren, die erschossen wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

No on bol môj dobrý kamarát, ten Gienek Obojski, tak to som si zapamätal.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Gienek Obojski war ein guter Kamerad, und deswegen erinnere ich mich.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom som tam mal ešte jedného, no však k tomu potom asi prídeme.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann habe ich noch einen Grund genannt. Wir kommen vielleicht noch darauf.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie noch mehr Bekannte, von denen Sie genau wissen, daß Boger sie erschossen hatte?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl.

 

Dolmetscher Benesch:

Máte více známých, které zastřelil Boger? — Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Zum Beispiel?

 

Dolmetscher Benesch:

Například?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak boli to dvaja od nás z Holíča.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei von uns.

 

Zeuge Ján Weis:

Alexander Steiner.

 

Dolmetscher Benesch:

Alexander Steiner.

 

Zeuge Ján Weis:

A Ignaz Fischer.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Ignaz Fischer.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol jeden z bloku 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war einer dort vom Block 28.

 

Zeuge Ján Weis:

Volal sa Kazek Kowalczyk.

 

Dolmetscher Benesch:

Der nannte sich Kazek Kowalczyk

 

Zeuge Ján Weis:

A mal číslo 353.

 

Dolmetscher Benesch:

Und hatte die Nummer 353.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak na to si veľ mi dobre pamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

An diese Fälle kann ich mich sehr gut erinnern.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak, budem rozprávať o tomto Kowalczykovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich könnte über Kowalczyk erzählen.

 

Vorsitzender Richter:

Was wollen Sie erzählen von Kowalczyk?

 

Dolmetscher Benesch:

Co chcete vyprávět?

 

Zeuge Ján Weis:

Ako k tomu prišlo, že bol zobratý na blok 11 a zastrelený.

 

Dolmetscher Benesch:

Wie es dazu kam, wie Kowalczyk auf Block 11 gebracht und erschossen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Erzählen Sie mal.

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávějte.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak bolo to niekedy v lete v roku 1943, bolo to práve, keď SS-lekár prehliadal chorých, ktorí boli predtým prehliadnutí našim lekárom. Boli predstavení SS-lekárovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Sommer 43, als ein SS-Arzt die Kranken aussuchte, die vorher von den Häftlingsärzten untersucht und dann ihm vorgestellt wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

No a vtedy už som bol ako Läufer a Schreiber tam na bloku 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu dieser Zeit war ich Läufer und Schreiber auf Block 28.

 

Zeuge Ján Weis:

A tento Kowalczyk bol Schreiber na bloku 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser Kowalczyk war Schreiber auf Block 28.

 

Zeuge Ján Weis:

A my sme tam museli byť pri stole pri SS-lekárovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir waren da am Tisch beim SS-Arzt.

 

Zeuge Ján Weis:

No a ten vyberal, pravda. Tak niekomu dal Schonung, niektorého poznačil do nemocnice, niektorý ako »Sonderbehandlung«.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser kennzeichnete die einzelnen, die ihm vorgestellt wurden. Einigen gab er Schonung, einige bezeichnete er als krankenhausreif, und einigen gab er »Sonderbehandlung«.

 

Zeuge Ján Weis:

No a my sme to museli do tých kariet zapisovať.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir mußten das in die Karteikarten eintragen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a vtedy sme boli práve pri tom, my pri stole sme stáli s týmto Kowalczykom.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als ich grade mit Kowalczyk bei diesem Tisch stand

 

Zeuge Ján Weis:

Prišiel obžalovaný Boger

 

Dolmetscher Benesch:

Kam der Angeklagte Boger

 

Zeuge Ján Weis:

Prosil toho SS-lekára o prepáčenie

 

Dolmetscher Benesch:

Bat den SS-Arzt um Entschuldigung

 

Zeuge Ján Weis:

A pýtal sa, kde je Häftling číslo 353.

 

Dolmetscher Benesch:

Und fragte, wo der Häftling Nummer 353 sei.

 

Zeuge Ján Weis:

No ten sa hneď postavil do pozoru, hlásil sa.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Kowalczyk nahm sofort Haltung an und meldete sich.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom išiel Boger bližšie k tomu SS-lekárovi. Myslím, že to bol doktor Rohde.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann ging Boger näher an diesen SS-Arzt ran, ich glaube, es war Doktor Rohde.

 

Zeuge Ján Weis:

Niečo mu pošuškal a ten kývol hlavou, že áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Er flüsterte ihm etwas ins Ohr, und dieser nickte mit dem Kopf sein Einverständnis.

 

Zeuge Ján Weis:

No a zobral tohto Kowalczyka

 

Dolmetscher Benesch:

Dann nahm er diesen Kowalczyk mit

 

Zeuge Ján Weis:

Na Politische Abteilung a neskôr ho zavreli do bunkra.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf die Politische Abteilung, aber dann in den Bunker.

 

Zeuge Ján Weis:

No a za pár dní na to ho zastrelili.

 

Dolmetscher Benesch:

Und einige Tage später haben sie ihn erschossen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a dôvod [+ prečo ho zobrali] bol

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Grund dafür war

 

Zeuge Ján Weis:

Nakoľko z nemocnice prepúšťali zdravých len vo všedný deň, v nedeľu nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß aus der Krankenabteilung nur an Werktagen die Gesunden entlassen wurden, nicht am Sonntag.

 

Zeuge Ján Weis:

A stal sa vtedy prípad, že prepustili v nedeľu jedného Häftlinga, jedného Poliaka, ktorý robil v pekárni, v Bäckereikommando.

 

Dolmetscher Benesch:

Und einmal passierte es, daß sie aus dem Krankenhaus an einem Sonntag einen Polen entließen, der in der Bäckerei arbeitete.

 

Zeuge Ján Weis:

Ten išiel večer do komanda a utiekol.

 

Dolmetscher Benesch:

Der ging abends ins Kommando und flüchtete.

 

Zeuge Ján Weis:

No a tento Kowalczyk mu dal vlastne ten prepúšťací list.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser Kowalczyk hat diesem Polen den Entlassungsschein gegeben.

 

Zeuge Ján Weis:

No a vtedy, buď v ten deň, alebo na druhý deň zavreli aj Hauptschreibera Muchu.

 

Dolmetscher Benesch:

Denselben Tag oder einen Tag später riefen sie auch den Hauptschreiber.

 

Zeuge Ján Weis:

Mucha.

 

Dolmetscher Benesch:

Mucha.

 

Zeuge Ján Weis:

Stanisław Mucha a Lagerkrankenältester, Krankenbauältester. Tak nejak, ako sa to volalo, už presne neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es hieß, er sei Krankenbauältester, ich weiß nicht genau.

 

Zeuge Ján Weis:

Fejkiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Fejkiel.

 

Zeuge Ján Weis:

Toho tiež zavreli. A tých dvoch potom pustili a Kowalczyka

 

Dolmetscher Benesch:

Der wurde auch eingesperrt. Die wurden aber später wieder entlassen. Aber Kowalczyk

 

Zeuge Ján Weis:

Kowalczyka potom odstrelil, toho som potom tiež ja odniesol.

 

Dolmetscher Benesch:

Kowalczyk wurde erschossen. Ich habe auch seine Leiche weggetragen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a nakoľko, že to bol môj dobrý kamarát, že sme spolu tam pracovali, tak som si toto vše tko zapamätal.

 

Dolmetscher Benesch:

Und weil es mein guter Kamerad war und wir dort zusammen gearbeitet haben, habe ich mir diese Dinge gemerkt.

 

Vorsitzender Richter:

Schildern Sie uns bitte noch die Erschießung, wie die vor sich ging.

 

Dolmetscher Benesch:

Vyličte nám, prosím, jak to bylo, odstřelení toho Kowalczyka. — Diesen Kowalczyk, darf ich hinzusetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Zastřelení toho Kowalczyka.

 

Zeuge Ján Weis:

Toho zastrelenie, alebo?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak byl zastřelen.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ja neviem, koľko ich tam vtedy bolo, ale nebolo [+ ich] moc.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wie viele damals dort waren. Es waren nicht allzu viele.

 

Zeuge Ján Weis:

20, alebo koľko ich mohlo byť. To tam nebolo moc.

 

Dolmetscher Benesch:

Vielleicht 20 oder etwas mehr.

 

Zeuge Ján Weis:

No a my sme tam stáli tiež, čakali sme, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir standen dort und warteten.

 

Vorsitzender Richter:

[unverständlich] stimmt doch was nicht.

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Nie, ako sa on volal [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Ján Weis:

To bol tak tam, myslím Kalfaktor, ktorému vtedy hovorili.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es war dort so ein großer, ich weiß nicht, wie er hieß. Kalfaktor nannten sie ihn.

 

Zeuge Ján Weis:

Viem, ale nemôžem si teraz spomenúť. Ten ich vyviedol.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen weiß ich nicht mehr, der führte sie hinaus.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak každého držal takto z jednej strany, z druhej strany.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeden hielt er am Oberarm, einen auf der einen und einen auf der anderen Seite.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ho doviedol k tej stene. Tam ho pridržal.

 

Dolmetscher Benesch:

Führte sie zu der Wand, dort hielt er sie fest.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, no a obžalovaný Boger mu priložil tú malorážku, zastrelil jedného, zastrelil druhého, no neviem koľko ich tam vtedy zastrelil. Ale on keď tam bol, tak moc nestrieľal.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Angeklagte Boger nahm das Kleinkalibergewehr, legte es an den Kopf des Häftlings und erschoß ihn. Wie viele er damals erschossen hat, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, daß er nicht sehr häufig geschossen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Aber daß er den Kowalczyk erschossen hat, das wissen Sie, das wissen Sie ganz bestimmt?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte [+ to] přesně?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to viem presne.

 

Vorsitzender Richter:

[unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das weiß ich genau.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war das mit dem Kowalczyk, wissen Sie das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to bylo s tím Kowalczykem?

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo nejak na jeseň 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Das muß irgendwann im Herbst 43 gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Im Herbst 43.

 

Zeuge Ján Weis:

September, október, november, tak nejak. Tak to neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

September, Oktober, das weiß ich nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Es wird festgestellt aus dem Bunkerbuch, Band 1, Blatt 44, daß der von der Politischen Abteilung eingelieferte Kazimierz Kowalczyk, geboren am 20.3.15, Häftlingsnummer 353, am 24.9.43 eingeliefert und am 11.10.43 als verstorben bezeichnet wurde.5 [Pause] Herr Zeuge, die übrigen, die Sie uns genannt haben, zum Beispiel Fischer und Steiner, die sind auch im Bunker gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Ti jiní, které jste nám vyjmenoval, například Fischer a Steiner byli také v bunkru, v bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak Fischer bol.

 

Vorsitzender Richter:

Der Steiner zum Beispiel, wie hieß der mit Vornamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se jmenoval Steiner křestním jménem?

 

Zeuge Ján Weis:

Alexander.

 

Vorsitzender Richter:

Alexander Steiner.

 

Dolmetscher Benesch:

Alexander.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale ten nebol v bunkri.

 

Dolmetscher Benesch:

Alexander Steiner war nicht im Bunker.

 

Vorsitzender Richter:

Entschuldigen Sie.

 

Zeuge Ján Weis:

Bol jeden Alexander Steiner v bunkri, ale ten bol ešte zo začiatku, ako sme tam prišli. Ten chcel utiecť, chytil i ho, ale pri tom som nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein Alexander Steiner im Bunker. Der war schon dort, als wir kamen. Er wollte flüchten, und dabei haben sie ihn gefangen.

 

Zeuge Ján Weis:

No dali ho do bunkra, to neviem, čo sa s ním potom stalo. V iac sme ho nevideli.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber ich weiß nicht, was mit diesem Alexander Steiner geschah.

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo ešte niekedy v máji.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wo der her war, der Alexander Steiner?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, odkud byl ten Alexander Steiner?

 

Zeuge Ján Weis:

Beide Alexander Steiners waren aus Holić.

 

Vorsitzender Richter:

Aus Prolitz.6

 

Zeuge Ján Weis:

Nein.

 

Dolmetscher Benesch:

Holić.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Prolitz. Das wird hinten mit tz geschrieben, nicht?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, c.

 

Dolmetscher Benesch:

In der deutschen Sprache so mit c mit einem Häkchen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun ja, also dieser Schreiber hat es hier so geschrieben. Und wissen Sie noch ungefähr, wie alt er war?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak byl starý?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak on mohol byť narodený v 20., 21. [+ roku], on mohol byť tak starý.

 

Dolmetscher Benesch:

Er konnte geboren sein im Jahre 20, 21.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak oni boli rovnako starí, lebo obidvaja chodili s mojím bratom do školy. [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Beide gingen mit meinem Bruder zur Schule.

 

Zeuge Ján Weis:

A neboli príbuzní.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie noch, welche Nummer er hatte?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jaké měl číslo?

 

Zeuge Ján Weis:

No, tak nejak 29.000, lebo on bol predo mňou.

 

Dolmetscher Benesch:

Er mußte eine Nummer haben so um 29.

 

Zeuge Ján Weis:

Nejakú stovku asi. Nie, 28 myslím.

 

Dolmetscher Benesch:

28.000, denn er war vor mir dort.

 

Zeuge Ján Weis:

No my sme boli všetci tak.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob er einen Beruf gehabt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli měl [+ nějaké] povolání?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Es ist hier – Blatt 64 des Bunkerbuchs – am 28. Mai ein Alexander Steiner aus Holić mit der Häftlingsnummer 29.069 eingeliefert worden, der geboren war im Jahr 1922. Der wurde aber nicht e rschossen, sondern er wurde am 29.5. ins Lager entlassen.

 

Dolmetscher Benesch:

Rozuměl jste tomu?

 

Zeuge Ján Weis:

Rozumel som, áno, ale to je ten prvý, ktorý chcel utiecť.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist der erste, der flüchten wollte.

 

Zeuge Ján Weis:

Kto rý bol v bunkri, ale o tom, čo ja rozprávam, ten v bunkri nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Der war im Bunker. Von dem ich sprechen möchte, der war nicht im Bunker.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagten aber doch auch Alexander Steiner.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja. Es waren zwei Alexander Steiner.

 

Vorsitzender Richter:

Gibt es da noch einen? Ich habe Sie aber doch nach dem Alexander Steiner gefragt. Und da haben Sie mir doch seine Personalien gegeben, haben gesagt, der war 1922 in Holić geboren.

 

Richter Perseke:

1920/21.

 

Dolmetscher Benesch:

Když se Vás pan předseda zeptal, udal jste osobní data toho Alexandra Steinera a řekl jste, že byl narozen asi 20., 21. v Prolitzi.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol, lebo oni boli skoro rovnako starí, oni boli z jednej dediny, ale neboli vôbec rodina.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren beide etwa gleich alt. Sie kamen aus demselben Dorf. Aber sie waren nicht miteinander verwandt.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum haben Sie mir nun die Personalien dieses Alexander Steiner genannt, der gar nicht erschossen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč jste udal osobní data toho Alexandra Steinera, který vůbec nebyl zastřelen?

 

Zeuge Ján Weis:

Že ten sa stratil, ten bol na 11. bloku, ako sa to hovorí, v mesiaci máji

 

Dolmetscher Benesch:

Der war in diesem Monat Mai auf Block 11. Hier wurde vom Bunker gesprochen.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale čo sa s ním stalo, neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Was mit dem geschah, weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ist das derselbe [unverständlich] Haben Sie da auch eines?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Dasselbe Buch.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist dasselbe Buch. Ja, das war der Steiner. Nun wollen wir mal weiter sehen. Wie war es mit dem Ignaz Fischer?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to bylo s Ignazem Fischerem?

 

Zeuge Ján Weis:

Ignaz Fischer robil na Außenkommando.

 

Staatsanwalt Vogel:

Entschuldigung, Herr Vorsitzender, ich glaube, die Sache Steiner ist noch nicht ganz abgeschlossen. Der Zeuge wollte doch grade schildern, daß einer der Steiner erschossen worden ist.

 

Richter Perseke [unterbricht]:

Es sind zwei Steiner. Das war mir klar.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat gesagt, es sind zwei

 

Richter Perseke [unterbricht]:

Es sind zwei verschiedene Alexander Steiner.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Alexander Steiner gewesen. Der eine hat im Bunker gesessen, ist flüchtig gegangen. »Was aus dem geworden ist, weiß ich nicht.« Der andere ist nicht im Bunker gewesen, und der ist erschossen worden.

 

Staatsanwalt Vogel:

Eben. Von wem?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Von Boger erschossen worden, aber nicht im Bunker gewesen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Herr Direktor, Sie haben den Zeugen mißverstanden. Der Zeuge hat von vornherein erklärt, es gab zwei Steiners.

 

Richter Perseke:

Ja, das wissen wir.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Die beide aus dem gleichen Dorf sind. Beide fast gleichaltrig, aber nicht miteinander verwandt.

 

Vorsitzender Richter:

Genau.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Der eine Steiner kam in den Bunker. Von dem weiß er nichts. Der andere Steiner kam nicht in den Bunker und wurde trotzdem von Boger erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Genau das habe ich eben gesagt.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ja, nur mit der Tatsache – insoweit hat Herr Staatsanwalt Vogel recht –, wir haben bis jetzt noch nicht erfahren, unter welchen Umständen der nicht im Bunker gewesene Steiner von Boger erschossen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber zunächst will ich die anderen erst noch mal aufklären, die er noch genannt hat. Nachher werden wir uns dem zuwenden. Sie haben uns außerdem einen Fischer genant.

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávěl jste o Fischerovi.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, Ignaz Fischer.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, Ignaz Fischer.

 

Vorsitzender Richter:

Einen Ignaz Fischer. Was ist mit dem geworden? Der ist erschossen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl zastřelen?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, ten bol zastrelený Bogerom.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, der wurde von Boger erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie alt war der?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak byl starý?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak ten [+ bol] myslím od tých, tiež možno, o nejaký rok mladší.

 

Dolmetscher Benesch:

Der war vielleicht noch ein Jahr jünger.

 

Zeuge Ján Weis:

No to viem podľa toho, [+ že] oni chodili všetci s mojím bratom do školy.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es, weil er mit meinem Bruder zur Schule ging.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wo der her war, aus welchem Ort?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, odkud byl, z jaké obce?

 

Zeuge Ján Weis:

Aus Holíč.

 

Vorsitzender Richter:

Aus Holíč.

 

Dolmetscher Benesch:

Der war aus Holíč.

 

Vorsitzender Richter:

Und wissen Sie, was er für eine Nummer hatte?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jaké měl číslo?

 

Zeuge Ján Weis:

No tiež tak 29 a nejaká nula, mojím transportom tam prišiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch etwa 29.000.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wann soll der erschossen worden sein?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy byl zastřelen?

 

Zeuge Ján Weis:

V lete 1943.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Sommer 1943.

 

Vorsitzender Richter:

Der ist verstorben. Es wird festgestellt aus dem Bunkerbuch, Blatt 138, daß der Häftling Nummer 29.067, Fischer, Ignaz, geboren am 17.1.1925 in Holíč, am 13.3.43 eingeliefert wurde und am 3.4.43 dort verstorben ist.7 Ebenfalls eingeliefert von der Politischen Abteilung. [Pause]

 

Verteidiger Laternser:

[unverständlich] Wann wurde der eingeliefert, und wann ist er gestorben?

 

Vorsitzender Richter:

Am 13.3. eingeliefert und am 3.4.43 verstorben. [Pause] Herr Zeuge, wollen Sie uns bitte schildern, wieso Sie wissen, daß Boger diese Erschießungen durchgeführt hat und wie sie durchgeführt wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám vylíčit, proč víte, že Boger provedl tato zastřelení, a jak bylo p rovedeno?

 

Zeuge Ján Weis:

No prečo ich zastrelil, to ja neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon. Er hat nicht verstanden. Warum Sie wissen, daß Boger diese Erschießungen durchgeführt hat. — Proč víte, že Boger provedl toto zastřelení?

 

Zeuge Ján Weis:

P rečo viem, že to bol Boger, áno?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, Bogera poznal skoro každý.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Boger kannte nahezu ein jeder.

 

Zeuge Ján Weis:

Nakoľko nosil taký [hrubý] plášť, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Er trug einen dicken Mantel.

 

Zeuge Ján Weis:

No a jazdil tam na bicykli.

 

Dolmetscher Benesch:

Und fuhr auf dem Fahrrad.

 

Zeuge Ján Weis:

No a keď, on vypadal taký strašne silný a tak bola o ňom povesť, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er sah sehr stark aus. Und es gingen Gerüchte über ihn

 

Zeuge Ján Weis:

Že je teda postrach väzňov.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß er der Schreck der Häftlinge sei.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak sme ho veľmi dobre poznali.

 

Dolmetscher Benesch:

Daher kannten wir ihn alle.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak som presne vedel povedať, že sa jednalo o jeho osobu.

 

Dolmetscher Benesch:

Darum kann ich es genau sagen, daß Boger es gewesen ist, der geschossen hat.

 

Vorsitzender Richter:

War das auch bei einer großen Erschießung, oder war das eine kleinere Erschießung?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to také u velkých exekucí nebo jenom u malých?

 

Zeuge Ján Weis:

No, to už si tiež nepamätám, koľko ich vtedy mohlo byť 20, 30, 40, to neviem presne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich nicht genau erinnern, wie viele es waren, 20, 30, 40. Darf ich die Frage wiederholen? Vorsitzender Richter [unterbricht]:

War außer Boger noch ein anderer dabei, der geschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Když byly exekuce, byl přítomen jenom Boger sám, nebo byli pří tomni také jiní?

 

Zeuge Ján Weis:

Boli tam aj iní, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren auch andere dort.

 

Zeuge Ján Weis:

Z obžalovaných tam bol Kaduk a často tam chodil Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Von den Angeklagten auch Kaduk und ab und zu Stiwitz.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom tam ešte chodil aj ten, čo bol na bloku 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann auch der, der auf Block 11 war.

 

Vorsitzender Richter:

Der auf dem Block 11 war? Nun, wir werden uns

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Na bloku 11 myslíte?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, tak tam ich myslím bolo viac, jeden taký starý, hrbatý tam bol. No tak jedného z nich som tu spoznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren mehrere auf Block 11, auch ein alter Buckliger. Aber einen von denen habe ich ja hier wiedererkannt.

 

Vorsitzender Richter:

Aber daß Boger Obojski beziehungsweise Steiner und Kowalczyk erschossen hat, das wissen Sie?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, že zastřelil Obojského a Fischera?

 

Zeuge Ján Weis:

To viem stopercentne, že zastrelil týchto štyroch.

 

Dolmetscher Benesch:

Die vier, das weiß ich hundertprozentig, daß die Boger erschossen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Und der Alexander Steiner ist auch auf Block 11 erschossen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

A Alexander Steiner byl také zastřelen na bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale nesedel v bunkri. Bol odniekiaľ dovezený.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber der hat nicht im Bunker gesessen.

 

Vorsitzender Richter:

Der hat aber nicht im Bunker gesessen. Hatten Sie vorhin auch noch die Namen Mucha und Feijkiel genannt? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Stanisław Mucha und Doktor Feijkiel.

 

Vorsitzender Richter:

Und Doktor Feijkiel. Was ist mit den beiden gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo s Muchou?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tí boli potom prepustení. Prišli naspäť zase na blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Die gingen zurück auf den Block.

 

Vorsitzender Richter:

Die gingen zurück auf den Block. In welchem Zusammenhang wollten Sie uns von diesen beiden erzählen?

 

Dolmetscher Benesch:

V jaké souvislosti jste nám o tom vyprávěl?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, že boli zarovno s týmto Kowalczykom zatvorení.

 

Dolmetscher Benesch:

Die wurden gemeinsam mit Kowalczyk geholt.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak v tej veci, vlastne.

 

Dolmetscher Benesch:

In dieser Sache wurden sie geholt.

 

Zeuge Ján Weis:

Že boli v ten istý deň alebo v ten istý deň poobede alebo až na druhý deň zavretí. Ale v tej istej záležitosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Entweder am selben Tag oder am nächsten Tag. Aber in derselben Angelegenheit wurden diese beiden abgeführt.

 

Vorsitzender Richter:

Aber im Gegensatz zu Kowalczyk nicht erschossen? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, neboli. Tí boli potom prepustení.

 

Dolmetscher Benesch:

Die wurden dann wieder entlassen.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist richtig ausweislich Blatt 44 des Bunkerbuchs, wo der politische Gefangene Nummer 3.470 Mucha, Stanisław am 21.9.43 verhaftet und am 11.10.43 entlassen wurde. Am selben Tag wurde Kowalczyk erschossen, und Władisław Fejkiel, Nummer 5.647, eingeliefert am 24.9.43, wurde am 11.10.43 ebenfalls entlassen, nicht erschossen.8

 

Richter Perseke:

Wann wurde er eingeliefert?

 

Vorsitzender Richter:

Am 24.9. [Pause] Angeklagter Boger, wollen Sie denn jetzt immer noch bestreiten, daß Sie in dem Block 11 geschossen haben?

 

Angeklagter Boger:

Herr Vorsitzender, ich habe nichts zu dementieren und habe nichts zu ändern an meiner Aussage.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sollen nicht dementieren, sondern Sie sollen Auskunft geben, ob Sie in Block 11 geschossen haben oder nicht.

 

Angeklagter Boger:

Nein, ich habe weder in Block 11 noch sonst irgendwo in Auschwitz einen Schuß abgegeben auf Menschen.

 

Zeuge Ján Weis:

To je cigánstvo.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon.

 

Zeuge Ján Weis:

To je cigánstvo. Však ja som ho na vlastné oči videl!

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn doch mit eigenen Augen gesehen. Das ist eine Zigeunerei.

 

Vorsitzender Richter:

Was ist aus dem Stössel geworden, dem Alfred Stössel?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo se Stösselem?

 

Zeuge Ján Weis:

Stössel, keď bol zavretý, tam sedel asi dva, alebo tri mesiace v bunkri. Potom ochorel na týfus, bol prenes ený na blok 20 a po vyzdravení bol znovu odvedený na blok 11. Na jar 1943 bol tiež zastrelený menovaným, obžalovaným Bogerom.

 

Dolmetscher Benesch:

Stössel war zwei bis drei Monate im Bunker, bekam dort Typhus, wurde auf Block 20 gebracht, nach seiner Wiedergenesung wieder auf Block 11. Und im Frühjahr 43 wurde er vom Angeklagten Boger erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie da auch dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste také přítomen?

 

Zeuge Ján Weis:

Jawohl. — A vtedy bolo asi 100 zastrelených.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals wurden etwa 100 erschossen.

 

Zeuge Ján Weis:

No viem, na ten voz sme kládli 100 mŕtvol a jeho sme dali celkom navrch. To si presne pamätám, že ich tam mohlo byť okolo 100.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir luden auf den Wagen jeweils 100 Tote, und ihn legten wir ganz obenauf. Daran kann ich mich genau erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Es wird festgestellt auf Blatt 120 des Bunkerbuchs, daß der Gefangene Alfred Stössel mit der Nummer 435, eingeliefert am 11.2.43

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

434.

 

Vorsitzender Richter:

Auf Veranlassung der Politischen Abteilung

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Mal číslo 434.

 

Vorsitzender Richter:

Am 3.3.43 verstorben ist.9 Kannten Sie auch den Angeklagten Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste také obžalovaného Kaduka?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, toho som poznal veľmi dobre.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, den kannte ich auch sehr gut.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben uns gesagt, Sie hätten ihn wiederholt auch auf Block 11 gesehen, wenn Erschießungen vorgenommen wurden.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ho občas?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Videl som ho na 11. bloku, keď strieľal, videl som ho, keď vešal pred kuchyňou.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn gesehen, wie er auf Block 11 geschossen hat. Ich habe gesehen, wie er vor der Küche Erhängungen durchgeführt hat.

 

Zeuge Ján Weis:

Videl som ho aj, keď bil väzňov, kopal ich, mne tiež vyrazil dva zuby.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, wie er Häftlinge geprügelt, getreten hat. Auch mir hat er zwei Zähne ausgeschlagen.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie auch einmal dabei, wie Häftlinge erhängt worden sind, die einen Fluchtversuch gemacht hatten?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste také přítomen, když byli věšeni vězni, kteří se pokusili utéct?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol, aj niekoľkokrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war sogar einige Male dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich an einen Fall besonders erinnern, bei dem ein Mann aus der Effektenkammer erhängt worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete si vzpomenout na ten případ, kdy byl věšen vězeň, který byl v Effektenkammer?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Bolo to koncom 44. roku.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war Ende 44.

 

Zeuge Ján Weis:

Kde boli traja obesení.

 

Dolmetscher Benesch:

Da wurden drei erhängt.

 

Zeuge Ján Weis:

Z toho jeden, ktorý mal svadbu v Auschwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Davon einer, der in Auschwitz Hochzeit hatte.

 

Zeuge Ján Weis:

A bral si myslím nejakú Španielku, tak to bol jediný prípad svadby.

 

Dolmetscher Benesch:

Er heiratete eine Spanierin oder so etwas. Es war der einzige Fall einer Hochzeit in Auschwitz.

 

Zeuge Ján Weis:

No a tak, boli traja v tej Effektenkammer zamestnaní, áno, pracovali tam.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren zusammen in der Effektenkammer eingesetzt.

 

Zeuge Ján Weis:

Ten jeden z nich mal tú svadbu a oni potom chceli všetci utiecť k partizánom.

 

Dolmetscher Benesch:

Einer von denen hatte diese Hochzeit, und alle drei wollten zu den Partisanen flüchten.

 

Zeuge Ján Weis:

No a pomáhal im pri tom jeden esesman.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dabei half ihnen ein SS-Angehöriger.

 

Zeuge Ján Weis:

Len, keď už mali všetko hotové, oni mali vyjsť s nákladným vozom preč. Tam ich mali niekde čakať partizáni.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war alles vorbereitet. Sie sollten auf einem Lkw wegfahren an einen vereinbarten Ort, an dem die Partisanen bereits warteten.

 

Zeuge Ján Weis:

No a ten esesman ich potom pri [výjazde] z tábora zradil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser SS-Mann verriet das beim Verlassen des Lagers. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Das war doch ein zweiter SS-Mann, der das verraten hat. Oder war es derselbe, der den Wagen gefahren hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to ten samý příslušník SS, který jim pomáhal a zradil je, nebo to byl jiný?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to neviem presne, ja som to len vtedy tak počul, keď ich zavreli do toho bunkra, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es damals nur gehört, ich weiß es nicht genau.

 

Zeuge Ján Weis:

A že toho mali ešte v ten večer obesiť a tých troch zavreli do bunkra a potom ich vešali.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kleine wurde noch am selben Abend aufgehängt, die anderen kamen in den Bunker und wurden später erhängt.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak som to aspoň vtedy o tom esesmanovi počul, ale to presne nemôžem povedať. To som nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

So habe ich das über diesen SS-Mann gehört. Das habe ich aber nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit den Gefangenen, die geflohen waren?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo s těmi vězni, kteří se pokusili utéct?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tých zavreli do bunkra a neviem potom už za akú dobu,

 

Dolmetscher Benesch:

Die waren einige Zeit im Bunker, ich weiß nicht mehr, wie lange.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale bolo to niekedy okolo Vianoc 44

 

Dolmetscher Benesch:

Es war etwa um Weihnachten 44

 

Zeuge Ján Weis:

Keď ich pred kuchyňou vešali.

 

Dolmetscher Benesch:

Als sie vor der Küche aufgehängt wurden.

 

Zeuge Ján Weis:

A ja som toho jedného sám dával dole, ešte s týmto Swagarom.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe mit diesem Swagar zusammen einen abgenommen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben aber bei Ihrer Vernehmung in Preßburg gesagt: »Noch an demselben Tag in den späten Abendstunden brachten die SS-Männer im Sanitätswagen die drei erschossenen und zwei schwer verwundeten Partisanen. Nach der Belebung verhörten die SS-Angehörigen und Mitglieder der Politischen Abteilung diese beiden verwundeten Partisanen, und zwei Tage darauf hat der Angeklagte Kaduk sie erschossen. Den SS-Mann hat man einige Tage darauf auch gehängt.«10

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste vyprávěl v Bratislavě, že přivezl ten samý [Pause]

 

Zeuge Ján Weis:

Rozumiem, rozumiem.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat die Frage verstanden.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak večer, áno, doviezli v tom aute s tým červeným krížom tri mŕtvoly.

 

Richter Hotz:

[unverständlich] den Namen des Richters.

 

Zeuge Ján Weis:

A dvoch ranených partizánov. Ten jeden mal ťažko prestrelenú nohu, áno, toho som ja sám niesol na röntgen, tam sme s nimi rozprávali. Tak nemohli sme moc s nimi rozprávať. No tí vojaci ležali na bloku 28., na izbe číslo sedem a boli tak izolovaní. No a keď prišli z Politische Abteilung ich vypočúvať, tak sme ich vždy museli doniesť dopredu.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Würden Sie mal unterbrechen, damit der Dolmetscher übersetzen kann?

 

Dolmetscher Benesch:

An demselben Tage kam ein Rot-Kreuz-Wagen, in dem waren drei Leichen und zwei verwundete Partisanen. Der eine der beiden Verwundeten hatte eine Beinverletzung. Ich habe ihn selbst zum Röntgen getragen. Ein wenig konnten wir mit ihnen sprechen. Die drei Leichen brachten wir in die Leichenkammer. Wir durften sie an dem Tag nicht berühren. Am folgenden Tage erst durften wir sie für das Krematorium fertigmachen. Die beiden Verwundeten lagen auf Block 28, dort isoliert auf Stube 7. Und wenn die von der Politischen Abteilung zum Verhör kamen, mußten wir sie nach vorne tragen.

 

Vorsitzender Richter:

Nun weiter.

 

Zeuge Ján Weis:

No oni tam boli potom vypočúvaní, áno, a myslím na druhý, alebo na tretí deň odnesení na blok 11. a odstrelení.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort wurden sie verhört und, ich glaube, zwei oder drei Tage später auf Block 11 gebracht und dort erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Sagten Sie nicht eben oder kurz vorher, Sie seien erhängt worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Neřekl jste, že byli pověšeni?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, tí boli zastrelení.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, diese wurden erschossen.

 

Zeuge Ján Weis:

Títo partizáni.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Partisanen wurden erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Ah so, die Partisanen wurden erschossen, und die Gefangenen wurden gehängt.

 

Zeuge Ján Weis:

Wurden erhängt, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ach so war das. Und wer hat die erschossen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo je zastřelil?

 

Zeuge Ján Weis:

Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie da dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste přítomen?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, bol som prítomný.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich war dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie selbst gesehen?

 

Zeuge Ján Weis:

Ja, habe ich selbst gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele Partisanen waren das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik partizánů to bylo?

 

Zeuge Ján Weis:

Tí zastrelení?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Ján Weis:

Dvaja.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei.

 

Zeuge Ján Weis:

Jeden z nich bol farár.

 

Dolmetscher Benesch:

Einer von ihnen war ein Pfarrer.

 

Zeuge Ján Weis:

Ten, čo mal prestrelenú nohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war der mit der Beinverletzung.

 

Vorsitzender Richter:

Wir wollen nunmehr eine Pause einlegen bis um

 

– Schnitt –

 

Richter Perseke:

Häftling namens Schwarz?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte židovského vězně jménem Schwarz?

 

Zeuge Ján Weis:

Poznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich kenne ihn.

 

Richter Perseke:

Welche Funktion hat dieser Häftling ausgeübt?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak dělal tento vězeň?

 

Zeuge Ján Weis:

On bol nejaký, kápo Wasserversorgung myslím, že sa to tak volalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war der Kapo der Wasserversorgung, glaube ich, hieß das.

 

Zeuge Ján Weis:

Presne neviem.

 

Richter Perseke:

Hat er auch dem Klehr bei den Phenolinjektionen assistiert?

 

Dolmetscher Benesch:

Asistoval také Klehrovi při fenolových injekcích?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Myslím, že nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube nicht.

 

Richter Perseke:

Uns haben einige Zeugen bisher gesagt, daß Sie, zusammen mit dem Schwarz, dem Klehr bei Phenolinjektionen assistiert hätten. Ist das nicht richtig?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein, das ist nicht wahr.

 

Richter Perseke:

Kennen Sie einen polnischen oder jüdischen Häftling namens Gebhard? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nikdy som to meno nepočul.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe diesen Namen nie gehört.

 

Richter Perseke:

Gebhard haben Sie nie gehört. Der soll auch mit Ihnen zusammen dem Klehr assistiert haben. [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Nie.

 

Richter Perseke:

Oder Gelbhard. Gebhard oder Gelbhard11.

 

Dolmetscher Benesch:

Gebhard nebo Gelbhard.

 

Richter Perseke:

Ist Ihnen nicht bekannt der Name?

 

Zeuge Ján Weis:

Nein.

 

Richter Perseke:

Dann würde mich noch interessieren, wer die Häftlinge, die getötet werden sollten, in das Zimmer, in dem sich Klehr befand, hineingeführt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo vodil vězně do místnosti, kde byl Klehr?

 

Zeuge Ján Weis:

No buď to bol nejaký Träger z bloku 20, alebo išli sami.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war entweder ein Pfleger, irgendein Pfleger aus dem Block 20, oder sie gingen allein.

 

Richter Perseke:

Und wissen Sie, wo die Häftlinge gewartet haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kde čekali vězni?

 

Zeuge Ján Weis:

Vo Waschraume, na tej istej strane, ako bola tá izba, kde dostávali [+ injekcie].

 

Dolmetscher Benesch:

Im Waschraum auf derselben Seite, auf der Seite, auf der Raum war, in dem sie die Injektionen bekamen.

 

Richter Perseke:

War der Häftlingsschreiber von dem Block 20 auch während des Tötungsvorganges anwesend?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl písař z bloku 20 také přítomen usmrcení?

 

Zeuge Ján Weis:

Kde? Tam v tej miestnosti, kde sa usmrťovalo, alebo pri tých väzňoch?

 

Dolmetscher Benesch:

Wo? In diesem Raum, in dem getötet wurde?

 

Richter Perseke:

Nein, im Korridor oder in dem Waschraum.

 

Dolmetscher Benesch:

Ve Waschraume, nebo v koridore?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, tam bol aj Schreiber, aj blokoví tam boli niekoľkokrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren dort der Schreiber und noch andere aus dem Block.

 

Richter Perseke:

Der befand sich im Korridor, der Schreiber.

 

Dolmetscher Benesch:

V chodbě?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Richter Perseke:

Ja. Kennen Sie den polnischen Häftling Głowa?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte polského vězně [+ jménem] Głowa?

 

Richter Perseke:

G-L-O-W-A?

 

Dolmetscher Benesch:

Głowa.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nie je mi známy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, er ist mir nicht bekannt.

 

Richter Perseke:

Ist Ihnen nicht bekannt. Der war auch Schreiber auf dem Block 20.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl písařem na bloku 20.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ja som ich na bloku 20 málo poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte wenige vom Block 20.

 

Richter Perseke:

Haben Sie und Ihr Mithäftling, die dem Klehr assistiert haben, jeweils die Leichen selbst in den Waschraum getragen, oder waren da noch andere Häftlinge beteiligt?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste s Vaším kamarádem asistoval Klehrovi při injekcích, nosil jste také mrtvoly do koupelny, nebo tam byli jiní vězni, kteří nosili?

 

Zeuge Ján Weis:

No, keď som bol s tým mojím kamarátom, tak sme my dvaja nosili. No, ale sa stalo, že som bol aj s druhým. Nie len s tým Swagarom.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn ich mit meinem Kameraden dort war, dann trugen wir sie fort. Aber es geschah auch, daß ich mit anderen dort war.

 

Richter Perseke:

Ja, waren das Leichenträger, die draußen gewartet haben, oder trugen Sie nur mit einem Häftling, der mit Ihnen in dem Raum des Klehr drin war?

 

Dolmetscher Benesch:

Stáli nosiči mrtvol venku a nosili mrtvé, nebo nosili jen ti, kteří asistovali Klehrovi?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Len tí dvaja, ktorí tam mali službu. My dvaja sme nosili do toho Waschraumu oproti, a potom, až bolo po všetkom, tak prišli všetci Leichenträgeri a odniesli [+ mŕtvoly] na blok 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren die zwei, die gerade, wie man sagte, Dienst hatten in diesem Raum, die die Leichen heraustrugen. Dann, als es vorbei war, kamen die anderen und trugen die Leichen aus dem Waschraum weg.

 

Richter Perseke:

Also verstehe ich Sie richtig, daß zwei Leichenträger Dienst hatten und draußen gewartet haben und jeweils die Leichen in Empfang nahmen und in den Waschraum trugen?

 

Zeuge Ján Weis:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ján Weis:

Dvaja sme mali službu v tej izbe, kde obžalovaný Klehr dával tie injekcie.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten zu zweit Dienst in dem Raum, in dem der Angeklagte Klehr die Spritzen gab.

 

Zeuge Ján Weis:

Ten, ktorý mal služ bu, musel tie mŕtvoly tých zavraždených odniesť naproti do toho Waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Die, die Dienst hatten, mußten die Leichen der Ermordeten in den Waschraum gegenüber tragen.

 

Richter Perseke:

Und die Leichenträger, die dann die Leichen auf Block 28 brachten, kamen die erst nach dem Tötungsvorgang?

 

Dolmetscher Benesch:

A ti nosiči mrtvol, kteří odnesli mrtvoly na blok 28 přišli po zavraždění?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, lebo až všetko skončilo a ten, ktorý tam mal službu, vtedy prišiel na blok 28, zobrali sa potom tie nosidlá, takzvané Tragy a išli sme všetci na blok 20. A odtiaľ sme ich potom po dvoch, po troch nosili na blok 28.

 

Dolmetscher Benesch:

In der Regel war es so, daß einer von denen, die Dienst hatten an diesem Tage, nach Beendigung des Tötens auf Block 28 ging, dort die Leichenträger mit den Tragen holte, und dann trugen wir alle die Leichen aus dem Waschraum zu zweit und zu dritt auf der Tragbahre fort.

 

Richter Perseke:

Kam es auch vor, daß die Leichenträger bereits während des Tötungsvorganges sich auf Block 20 befanden?

 

Dolmetscher Benesch:

Je možné, že byli nosiči mrtvol také již na bloku 20, když bylo usmrcování?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, možné to je, lebo vlastne celá práca Leichenträger spočívala v tom, že museli všetky mŕtvoly z celého tábora, celého, rozumiete, odniesť, a stalo sa, že ich práve niekde z izby odnášali, takže sa tam mohli pohybovať.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war durchaus möglich. Die Aufgabe der Leichenträger bestand darin, die Toten aus dem ganzen Lager wegzutragen. Und so war es durchaus möglich, daß sie, wenn sie andere Tote auf den Block 20 holten, halt eben zufällig anwesend waren.

 

Richter Perseke:

Haben Sie einen polnischen Häftling namens Głowacki gekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste polského vězně jménem Głowacki?

 

Zeuge Ján Weis:

Poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich kannte ihn.

 

Richter Perseke:

Welche Funktion hatte er?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakou měl funkci?

 

Zeuge Ján Weis:

To už si nepamätám, ale ten myslím bol na 21. bloku Schreiber alebo ošetrovateľ.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es nicht genau. Ich meine, er sei auf Block 21 Schreiber oder Pfleger gewesen.

 

Richter Perseke:

Ist er auch als Leichenträger beschäftigt gewesen auf Block 20?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl také na bloku 20 nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, lebo všetci tí Pflegeri tak museli vždy ako Leichenträgeri pomáhať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, denn alle Pfleger mußten ja auch als Leichenträger aushelfen.

 

Richter Perseke:

Sie haben das letzte Mal gesagt, daß Sie noch einen SDG mit dem Spitznamen »Szewczik« gekannt hätten. Und wir haben festgestellt, daß es sich da um den Angeklagten Hantl gehandelt hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste posledně vypovídal, že znáte také ještě sanitního poddůstojní ka, kterého jste nazvali Szewczik. A my jsme zjistili, že to je obžalovaný Hantl.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Poznal som ho veľmi dobre.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Richter Perseke:

Und Sie haben weiter gesagt, daß der Hantl in Ihrem Beisein nie selbst die Häftlinge durch Phenolinjektionen getötet hätte.

 

Dolmetscher Benesch:

A vy jste řekl, že za Vaší přítomnosti Hantl nikdy nezabíjel vězně fenolovými injekcemi.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nezabíjal, lebo on to nemohol vidieť. To on keď tam mal už službu, že Klehr bol niekde preč, že nemal službu, že to robil niektorý z tých Häftlingov, čo som spomínal ten Pań szczyk alebo Stössel, tak musel tam v tej miestnosti byť prítomný, ale vždy sa pozeral von oknom.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja. Er hat nie in meiner Gegenwart diese Spritzen verabreicht. Im Gegenteil. Wenn er anwesend sein mußte, weil er Dienst hatte und Klehr nicht da war, wurden die Spritzen von Häftlingen verabreicht. Er konnte nicht zusehen. Er mußte zwar zugegen sein, aber sah immer zum Fenster hinaus.

 

Richter Perseke:

Dann darf ich Ihnen vorhalten aus der Aussage des Zeugen Głowacki, den wir hier bereits in der Hauptverhandlung vernommen haben, daß er selbst gesehen haben will, daß Hantl eigenhändig Phenolinjektionen gegeben habe, und zwar in Ihr er Gegenwart.

 

Dolmetscher Benesch:

Głowacki tady při hlavním líčení řekl, že sám, vlastníma očima viděl, že Hantl dával fenolové injekce, a Vy jste byl přítomen.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, lebo ja som tam nikdy s Głowackim nemal službu. [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte nie mit Głowacki zusammen Dienst.

 

Richter Perseke:

Ja, es könnte ja sein, daß er als Leichenträger draußen im Waschraum tätig war und das vielleicht durch die offene Tür gesehen hat, ohne mit Ihnen im Zimmer zusammen zu sein.

 

Dolmetscher Benesch:

Je to možné, že Głowacki byl jako nosič mrtvol venku na chodbě nebo v koupelně naproti, a že viděl skrz dveře, že jste Vy byl přítomen?

 

Zeuge Ján Weis:

To je možné. On sa tam niekedy prizeral, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist möglich, daß er von außen das gesehen hat.

 

Richter Perseke:

Aber Sie bleiben dabei, daß in Ihrer Gegenwart der Hantl nie eigenhändig getötet hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Ale Vy zůstanete u Vaší výpovědi, že za Vaší přítomnosti Hantl nikdy vlastníma rukama

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Nie, nikdy. Nikdy žiadneho nezabil, žiadneho neudrel, on bol veľmi dobrý.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe nie gesehen, daß er jemanden getötet oder gar geschlagen hat. Er war sehr gut.

 

Richter Perseke:

Der Głowacki hat uns gesagt, daß er mindestens in zehn Fällen den Hantl gesehen habe, wie er eigenhändig getötet hätte.

 

Dolmetscher Benesch:

Głowacki řekl, že alespoň v deseti případech viděl, že Hantl zabíjel vlastníma rukama.

 

Zeuge Ján Weis:

To ja nemôžem tvrdiť. To nemôžem potvrdiť. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht bestätigen.

 

Richter Perseke:

Wie oft hatten Sie denn in der Woche Dienst?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolikrát za týden jste měl službu?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak ako kedy. My sme s týmto Swagarom chodili skoro vždy.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit dem Swagar zusammen ging ich nahezu jedesmal.

 

Richter Perseke:

Fast jedesmal.

 

Zeuge Ján Weis:

Fast jedesmal.

 

Richter Perseke:

Haben Sie außer Klehr und dem »Szewczik«, also dem Hantl, noch einen weiteren SDG gekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste mimo Klehra a takzvaného Szewczika, tedy Hantla, ještě jiného sanitního poddůstojníka?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Poznal som dvoch, ale veľmi málo, s tými som nemal do činenia, na tých sa nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja ich kenne noch mehr, aber den Namen weiß ich nicht. Ich erinnere mich auch nicht mehr daran, weil ich sehr wenig mit den anderen zu tun hatte.

 

Richter Perseke:

Ist Ihnen der Name Scherpe ein Begriff?

 

Dolmetscher Benesch:

Je Vám [+ známo] jméno Scherpe?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, počul som to meno.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich schon gehört, diesen Namen.

 

Richter Perseke:

Den haben Sie gehört. Hier oder damals in Auschwitz?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste ho zde nebo v Osvětimi?

 

Zeuge Ján Weis:

Tam, v Osvienčime.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals in Auschwitz.

 

Richter Perseke:

Auschwitz. Haben Sie dem Scherpe auch assistiert? [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Asistoval jste také Scherpemu?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nikdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein. [...]

 

Richter Perseke:

Nein?

 

Dolmetscher Benesch:

Niemals.

 

Richter Perseke:

Scherpe hat uns bei seiner Einlassung aber gesagt, daß er beim ersten Mal, als er in den Block 20 zusammen mit Klehr gekommen sei, die beiden Häftlinge Schwarz und Weis in dem Zimmer gesehen habe. Das heißt, Schwarz und Weis seien ihm vorgestellt worden.

 

Dolmetscher Benesch:

Scherpe řekl, že mu byli na bloku 20 představeni vězni Schwarz a Weis.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, Schwarz tam vôbec nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, Schwarz war gar nicht dort gewesen.

 

Zeuge Ján Weis:

A na to si nepamätám, že by nás niekomu predstavovali.

 

Dolmetscher Benesch:

Und daran kann ich mich nicht erinnern, daß wir jemandem vorgestellt wurden.

 

Richter Perseke:

Also Sie können sich nicht daran erinnern, daß Sie dem Angeklagten Scherpe irgendwann mal vorgestellt worden seien?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy si nevzpomínáte, že by jste byl představen obžalovanému Scherpemu?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to si nemôžem spomenúť.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Richter Perseke:

Ist es möglich, daß dieser Name Schwarz ein Spitzname gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Je možné, že to jméno Schwarz je přezdívka?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to vôbec. Toto meno som tam ja nikdy nepočul.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Namen habe ich dort nicht gehört.

 

Richter Perseke:

Ist Ihnen irgend etwas davon bekannt, daß außer dem Klehr noch andere SDGs, etwa der »Szewczik« oder der Angeklagte Scherpe, Kinder getötet haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Je Vám známo, že mimo Klehra ještě jiní sanitní poddůstojníci, například takzvaný »Szewczik« nebo Scherpe usmrcovali také děti?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to mi nie je vôbec známe.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, das ist mir gar nicht bekannt.

 

Richter Perseke:

Ist Ihnen nicht bekannt? Am 28. Februar 43 oder am 1. März 1943 sollen etwa 80 bis über 100 Kinder getötet worden sein. Ist Ihnen da nichts von bekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

28. února 43 nebo 1. března 43 mělo být zabito 80 až 100 dětí. O tom nic nevíte?

 

Zeuge Ján Weis:

Àno, niečo tam raz bolo, že sa hrali medzi blokom 20 a 21 na dvore. Ale kam tie išli, alebo čo sa s nimi stalo, neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Pri tom som ja nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß Kinder auf dem Hof zwischen Block 20 und 21 spielten. Aber wohin diese Kinder kamen und was mit diesen Kindern geschah, weiß ich nicht. Da war ich nicht zugegen.

 

Richter Perseke:

Haben die Fußball gespielt, die Kinder, oder was haben die gespielt?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak hrály, kopanou?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to neviem. Len tak sa naháňali.

 

Dolmetscher Benesch:

Irgendwie liefen sie hintereinander her.

 

Zeuge Ján Weis:

No tak tie podrobnosti si ja tak nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Einzelheiten weiß ich nicht mehr, kann ich mich nicht mehr so entsinnen.

 

Richter Perseke:

Und noch eine letzte Frage: Sind durch Phenolinjektionen nur jüdische Häftlinge getötet worden oder auch andere Häftlinge?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli fenolovými injekcemi usmrceni jenom židovští vězni nebo také jiní?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Miešané. Boli tam aj Poliaci, no, všetky národnosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren auch Polen. Es wurden alle Sorten

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Ale vo väčšine prípadov to boli len židia.

 

Dolmetscher Benesch:

In 99 Prozent der Fälle waren es wohl Juden. Aber auch Angehörige anderer Nationalitäten wurden dort durch Phenolinjektionen getötet.

 

Richter Perseke:

Ich habe noch eine Frage: Kennen Sie einen Häftling namens Gönczi?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte vězně jménem Gönczi? [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Richter Perseke:

Welche Funktion hat er gehabt?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak dělal?

 

Zeuge Ján Weis:

To už si nemôžem spomenúť, to už neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht. Daran kann ich mich nicht entsinnen.

 

Richter Perseke:

Hat er auch Häftlinge in das Zimmer zum Töten hineingebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

Vedl také vězně do té místnosti, kde byli usmrceni?

 

Zeuge Ján Weis:

To nemôžem povedať. To si nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht sagen.

 

Richter Perseke:

Das können Sie nicht sagen. Sie erinnern sich auch nicht, ob Sie ihm etwas über den Tod Ihres Vaters erzählt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Nevíte, jestli jste mu vyprávěl něco o smrti Vašeho otce?

 

Zeuge Ján Weis:

No to je možné, to tam všetci vtedy vedeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist durchaus möglich. Denn es haben ja alle, die dort waren, davon gewußt.

 

Zeuge Ján Weis:

Lebo ja som vtedy práve prišiel, plakal som a rozprával som im, teda čo som videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam damals und weinte und erzählte allen, die da waren, was ich gerade erlebt habe.

 

Richter Perseke:

Danke schön.

 

Richter Hotz:

Herr Weis, nur noch eine Zusatzfrage: Sie sprachen davon, daß Kinder zwischen Block 20 und 21 Fußball gespielt hätten. Sie wüßten aber nicht, was aus diesen Kindern geworden wäre. Meine Frage ist: Haben Sie zufällig gehört, daß diese Kinder aus einem polnischen Ort, Zamość, stammten?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste vy právěl, že jste viděl děti hrát si mezi blokem 20 a 21, a že nevíte, co se s těmi dětmi stalo. Neslyšel jste náhodou, že byly z polské obce jmenované Zamość?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie. Teda to som vedel, že sú to polské deti, ale odkiaľ pochádzali, to už neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wußte, daß es polnische Kinder waren. Aber woher sie kamen, das weiß ich nicht.

 

Richter Hotz:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Weis, bei der Gegenüberstellung am Ende der letzten Sitzung haben Sie einen der Angeklagten erkannt und gesagt, der sei in Block 11 tätig gewesen. Und heute haben Sie erwähnt, daß dieser Mann auch bei Erschießungen beteiligt gewesen sei. Können Sie etwas sagen darüber, wie viele Häftlinge von diesem Angeklagten erschossen worden sind? Hat er sehr oft geschossen, oder war das mehr die Ausnahme?

 

Dolmetscher Benesch:

[Minulý] pátek jste poznal jednoho z obžalovaných, prý byl také na bloku 11. A dnes jste řekl, že jste ho viděl také střílet. Můžete nám říci něco víc, například kolik vězňů zastřelil, nebo co jste s ním viděl?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ja som tam poznal dvoch, áno. Jeden, ten mladý s okuliarmi, ten chodil hodne. A ten ich veľa zastrelil. Ten druhý, ktorý tam mal službu na bloku 11. a neviem ako sa volá, tak ten ich veľa nezastrelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte zwei auf Block 11: Der Junge mit der Brille, den ich hier wiedergesehen habe, kam sehr oft und schoß sehr häufig. Der andere, der auf Block 11 Dienst tat, ein Älterer, den Namen habe ich vergessen, hat nicht viel geschossen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Hat der Angeklagte, der im Block 11 tätig war – es handelt sich um den Angeklagten Schlage –, mehr bei Einzelerschießungen mitgewirkt oder auch bei Massenexekutionen?

 

Dolmetscher Benesch:

Ten obžalovaný Schlage, který také byl na bloku 11, byl více u jednotlivých exekucí nebo také u velkých exekucí?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak u jednotlivých exekúcií som ho nevidel, len pri tých väčších exekúciách.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei Einzelexekutionen habe ich diesen Angeklagten nicht gesehen, nur bei größeren Erschießungen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Haben Sie bei diesem Angeklagten erlebt, daß er einzelnen Häftlingen einen Fangschuß gegeben hat, wenn sie nach dem Genickschuß an der Schwarzen Wand nicht sofort tot waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste toho obžalovaného, že dával jednotlivým vězňům u Černé zdi ještě jednu ránu, když po první ráně nebyli mrtví?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak stali sa také prípady, že ho nezastrelil h neď, že potom ešte žil, tak sme ho museli z tej kopy vytiahnuť, ale či on sám [+ druhýkrát] strieľal, alebo to [+ urobil] druhý, to už [+ neviem].

 

Dolmetscher Benesch:

Es passierten solche Vorfälle, daß diese Häftlinge noch nicht tot waren. Wir mußten sie dann aus dem Leichenhaufen herausziehen. Aber ob er selbst diese Schüsse gegeben hat oder ein anderer, das weiß ich nicht mehr.

 

Staatsanwalt Vogel:

Das wissen Sie nicht mehr. Wissen Sie, welche Funktion damals der Stiwitz im Lager hatte? Sie haben gesagt, daß er auch mitgeschossen hat an der Schwarzen Wand.

 

Dolmetscher Benesch:

Jakou funkci měl Stiwitz tenkrát?

 

Zeuge Ján Weis:

Rapportführer.

 

Staatsanwalt Vogel:

Und war das schon Ende 1942?

 

Dolmetscher Benesch:

A bylo to už koncem 42?

 

Zeuge Ján Weis:

No to bolo myslím 42 a 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war so 42/43.

 

Zeuge Ján Weis:

To presne neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht genau.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke schön.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale bol tam celú dobu.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber er war eine ganze Zeit dort.

 

Staatsanwalt Vogel:

Und der junge Angeklagte mit der Brille, den Sie bei der Gegenüberstellung erkannt hatten, da sagten Sie eben, der habe häufiger geschossen. Können Sie da eine ungefähre Zahl noch damit in Ihrer Erinnerung verbinden, wie oft das der Fall war?

 

Dolmetscher Benesch:

Ten mladší muž, kterého jste poznal a o kterém jste řekl, že často střílel, můžete říci alespoň přibližně, kolikrát jste ho viděl střílet?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak to presne neviem koľkokrát, ale on bol tak veľmi agilný.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht mehr genau, wie oft. Aber er war in dieser Beziehung sehr agil.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak viem, bol jeden prípad, áno, bolo to niekedy v lete 43. Prišlo tam 200 väzňov z Opavy.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß konkret auch von einem Fall. Es war im Sommer 43. Es kamen 200 Häftlinge aus Troppau dorthin.

 

Zeuge Ján Weis:

A tam veľmi pomáhal, tam bol strašne agilný, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war er sehr agil und hat sehr viel dabei geholfen.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom asi v tej dobe, bolo tam komando zememeračov.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak prosím?

 

Zeuge Ján Weis:

Zememeračov, komando zememeračov. Neviem už ako sa to volá.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu derselben Zeit war ein Kommando, der Zeuge gebraucht das Wort »zeměměřičů«. Ich verstehe dieses Wort nicht. — Copak dělali? — Was haben die getan?

 

Zeuge Ján Weis:

Vymeriavalo sa na mapy.

 

Dolmetscher Benesch:

Er meint Landvermesser, die also Karten gezeichnet und angefertigt haben.

 

Zeuge Ján Weis:

No a tí chceli utiecť, tak 12 ich obesili a tých ostatných potom v bunkri zastrelili.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses Kommando wollte flüchten. Zwölf von ihnen wurden gehängt. Die übrigen kamen in den Bunker und wurden erschossen.

 

Zeuge Ján Weis:

No a potom som ho videl párkrát aj pri druhých [+ popravách].

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe ihn auch noch wiederholt bei anderen Hinrichtungen gesehen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ist Ihnen auch etwas davon bekannt, ob dieser Angeklagte an der Erschießung von Frauen beteiligt war?

 

Dolmetscher Benesch:

Je Vám známo, zda ten obžalovaný byl také zúčastněn u poprav žen?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Bol tam niekoľko ráz.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war einige Male dort, wenn Frauen hingerichtet wurden.

 

Staatsanwalt Vogel:

Können Sie noch sagen, zu welcher Zeit das etwa gewesen sein kann?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete říci, v jaké době to asi bylo? Přibližně?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak väčšinou to bolo v roku 43, začiatok 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens war es im Jahre 43 und auch noch Anfang 44.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke.

 

Staatsanwalt Kügler:

Wie hat sich der Angeklagte Klehr damals Ihnen persönlich gegenüber benommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se choval obžalovaný Klehr vůči Vám osobně?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, nie nejako špatne a zas nie dobre.No tak ako k trestancovi, Häftlingovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Nicht besonders gut und nicht besonders schlecht. Eben wie man sich einem Häftling gegenüber benimmt.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie beobachten können, ob der Angeklagte Klehr Häftlinge, die ihm aus irgendeinem Grunde mißfallen haben, hat »Sport« machen lassen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že obžalovaný Klehr občas vězně, kteří mu nebyli sympatičtí, nechal dělat »sport«?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to som videl, aj biť som ho videl, sem tam dal niektorému facku, kopol ho do zadku.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gesehen, auch daß er einzelne ohrfeigte oder getreten hat.

 

Staatsanwalt Kügler:

Hat er sie auch »Sport« machen lassen?

 

Dolmetscher Benesch:

Nechal je také dělat »sport«?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, no tak pri tom som nebol, al e počul som, že vtedy tam niekde na 20. bloku hore, niekde na povale tam s nimi teda robil...

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war nicht zugegen, aber ich habe einmal gehört, wie er auf Block 20 mit ihnen so etwas getrieben hat.

 

Zeuge Ján Weis:

S Pflegerami.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit den Pflegern.

 

Staatsanwalt Kügler:

Wenn Sie es nicht selbst gesehen haben, haben Sie damals davon gehört, ob Häftlinge bei diesen »Sportveranstaltungen« verstorben sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste o tom, že j ednotliví vězni zemřeli u těchto »sportovních událostí«?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to som nepočul.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nicht gehört.

 

Staatsanwalt Wiese:

Herr Weis, Sie erwähnten vorhin den Angeklagten Kaduk bei Erschießungen an der Schwarzen Wand. Haben Sie noch eine Erinnerung daran, wie viele Male der Angeklagte Kaduk selbst Häftlinge erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste říkal, že obžalovaný Kaduk byl přítomen popravám u Černé zdi. Víte ještě, kolikrát asi Kaduk popravoval?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak to nemôžem presne povedať, áno, ale tak do päťdesiat [+ to] určite bolo, možno že viac.

 

Dolmetscher Benesch:

Genau kann ich es nicht sagen. Aber ich würde etwa die Zahl 50 nennen, möglicherweise auch mehr.

 

Staatsanwalt Wiese:

War er häufig dabei oder nur vereinzelt?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl často při tom nebo jenom v jednotlivých případech?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol často pri tom.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war häufig dabei.

 

Staatsanwalt Wiese:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Raabe.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Weis, Sie nannten vorhin eine Zahl zwischen 100 und 1.000 Menschen, die der Angeklagte Klehr persönlich durch Spritzen getötet haben soll. Für welchen Zeitraum gilt diese Angabe? Gilt diese Angabe nur für die Zeit von Ende August 42 bis Anfang 43, als Sie Pfleger waren auf Block 28? Oder gilt diese Zahlenangabe auch noch für einen längeren Zeitraum?

 

Dolmetscher Benesch:

Pane Weisi, Vy jste řekl, že obžalovaný Klehr zavraždil alespoň mezi 100 a 1.000 lidí osobně. Toto číslo platí jenom pro tu dobu, kdy Vy jste byl ošetřovatelem, od konce srpna 42 až do začátku roku 43, nebo to platí ještě pro delší dobu?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to platí pre dlhšiu dobu, to bolo niekedy až do júna, alebo do júla.

 

Dolmetscher Benesch:

Das gilt für einen größeren Zeitraum, so etwa bis Juni/Juli.

 

Zeuge Ján Weis:

Do tej doby, dokiaľ on tam stále bol, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Das gilt für diese Zeit, wo er ständig da war.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom bol niekde odkomandovaný, neviem, do ktorého lágru, myslím Gleiwitz sa to volalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war er abkommandiert in ein anderes Lager, ich glaube Gleiwitz.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale dochádzal tam ešte stále.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber er kam öfter dorthin.

 

Zeuge Ján Weis:

A semtam, keď bol taký prípad, tak ešte aj vtedy [+ to] robil.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch dann, als er nur gelegentlich kam, hat er dort noch, wenn einzelne Fälle da waren, das getan.

 

Zeuge Ján Weis:

Lebo už potom, ku koncu roku 43, sa to nerobilo v takom veľkom rozsahu ako skôr.

 

Dolmetscher Benesch:

Erst Ende des Jahres 43 wurden diese Dinge nicht mehr in diesem Umfang vorgenommen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, ich glaube, Sie haben meine Frage nicht ganz verstanden. Wenn ich Sie vorhin richtig verstanden habe, haben Sie doch nur in der Zeit, als Sie Pfleger auf Block 28 waren, persönlich die »Abspritzungen« miterlebt, die Klehr gemacht hat. Oder haben Sie es auch noch in der Zeit miterlebt, als Sie nur mehr Leichenträger waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Pan [+ advokát] Vám rozuměl tak, že jste mluvil o tom čísle z doby, kdy jste byl přítomen, že Klehr dával tyto injekce. Bylo to [+ tak], ane bo jste to ještě viděl i po této době, začátkem roku 43, jako nosič mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ako Pfleger som tam toľko nechodil ako nosič mŕtvol. A potom som tam ešte chodil, aj keď som bol Läufer.

 

Dolmetscher Benesch:

Als Pfleger kam ich gar nicht so oft dorthin wie als Leichenträger. Ich kam sogar noch dorthin, als ich Läufer war.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Also die Zahl zwischen 100 und 1.000 gilt? Klehr hat also, wie Sie mit eigenen Augen gesehen haben, zwischen 100 und 1.000 Häftlinge während des Zeitraums August 42 bis Juli 43 etwa »abgespritzt«?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste tedy viděl na vlastní oči, že Klehr od konce srpna 42 až do června, července 43 zavraždil 100 až 1.000 vězňů. To jste viděl na vlastní oči?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, to som videl, ale to nebolo 100, ale to boli stovky až 1.000.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren nicht 100, sondern das waren Hunderte bis 1.000.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Also Hunderte bis 1.000. Haben Sie gehört, Herr Zeuge, daß in diesem Zeitraum auch noch weitere Tötungen durch Klehr auf dieselbe Weise stattfanden, bei denen Sie nicht zugegen waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste, že v této době, o které mluvíme, byly ještě další injekce, které dával Klehr, kde Vy jste nebyl přítomen?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, lebo ja som tam nemal každý deň službu, chodili [+ tam] aj druhí. No a to som počul, lebo som ich potom sám odnášal ako Leichenträger z bloku 20 na blok 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, denn ich habe ja nicht jeden Tag dort Dienst gehabt. Es gingen auch andere dorthin. Und ich habe ja auch als Leichenträger die Leichen von Block 20 auf Block 28 getragen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Können Sie uns Angaben machen, welche Zahlen Sie gehört haben für diese Fälle, bei denen Sie nicht zugegen waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám říci, co jste slyšel za čísla v těch případech, kde Vy jste osobně nebyl přítomen?

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Zahl habe ich darüber nicht gehört. Aber ich habe ja selbst häufig als Leichenträger diese Leichen weggetragen. Manchmal waren es 40, manchmal 60, manchmal 100, manchmal auch nur zehn.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Keine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Frage mehr. Bitte schön, Herr Rechtsanwalt Bürger.

 

Verteidiger Bürger:

Herr Weis, Sie sagten vorhin, an der Exekution, bei der der Ignaz Fischer erschossen worden ist, da hätte auch der SS-Mann aus Block 11 teilgenommen. Ist das richtig?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že u té exekuce, jak byl popraven Ignaz Fischer, byl také přítomen ten příslušník SS z bloku 11. Je to pravda?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak keď mal službu, vždy tam bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, der auf Block 11 Dienst hatte, war jeweils bei den Exekutionen dabei.

 

Verteidiger Bürger:

Ja, ich meine jetzt also bei dieser Exekution, bei der der Ignaz Fischer erschossen worden ist. Das sagten Sie vorhin.

 

Dolmetscher Benesch:

A myslíte tu exekuci, kdy byl Ignaz Fischer zastřelen? Zda tam byl ten příslušní k SS z bloku 11?

 

Zeuge Ján Weis:

To presne neviem povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht genau.

 

Verteidiger Bürger:

Das wissen Sie nicht genau. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Fertig.

 

Verteidiger Fertig:

Herr Zeuge, Sie sagten, Sie seien von Anfang 1943 bis Juli/August 1943 im Leichenträgerkommando gewesen. Welche Leichenträger waren zu jener Zeit noch eingeteilt, die Sie namentlich nennen können?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste byl od začátku roku 43 až do července, srpna roku 43 nosičem mrtvol. Můžete nám říci jiná jména [+ těch], kteří byli v této době nosiči mrtvol?

 

Zeuge Ján Weis:

Môžem, na všetkých si už nepamätám, ale môžem povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich nicht an alle erinnern.

 

Verteidiger Fertig:

Können Sie noch die sagen, an die Sie sich erinnern können?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám říci ta jména, která si pamatujete?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak kápo bol Stanislaus Rischler.

 

Dolmetscher Benesch:

Kapo war Stanislaus Rischler.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol nejaký Józek Bąk, myslím Bąk.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war ein gewisser Józek Bąk.

 

Zeuge Ján Weis:

Bąk.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie schrieben

 

Zeuge Ján Weis:

Bąk. S háčkom dole.

 

Dolmetscher Benesch:

Bąk.

 

Zeuge Ján Weis:

To bolo polsky.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit einem Häkchen.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

B-A-C. [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol Stanisław Ratajczak.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war ein Stanisław Ratajczak dort.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol ešte nejaký Kostek, ale ako ten, Misztal, myslím, že sa tak volal.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein gewisser Kostek dort, wie er gerufen wurde, Misztal oder so ähnlich. Das weiß ich nicht genau.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak krstným menom je Kostek.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hatte den Taufnamen Kostek.

 

Zeuge Ján Weis:

No potom tam bol nejaký, tak ten už spomínaný Léon Swagar.

 

Dolmetscher Benesch:

Der schon oft erwähnte Léon Swagar.

 

Zeuge Ján Weis:

Nejaký francúzsky doktor Levin.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein französischer Arzt namens Levin.

 

Zeuge Ján Weis:

Potom tam bol ešte jeden Francúz.

 

Dolmetscher Benesch:

Noch ein anderer Franzose

 

Zeuge Ján Weis:

Tiež jeden lekár. Ale toho meno už neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch ein Arzt. Aber den Namen weiß ich nicht mehr.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ja si ich nepamätám, nás bolo 12 a kápo bol 13., takže už tie všetky mená si nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren zu zwölft, der Kapo war der 13. An alle Namen kann ich mich nicht mehr erinnern.

 

Verteidiger Fertig:

Können Sie sich an einen Leichenträger namens Fabian erinnern?

 

Dolmetscher Benesch:

Pamatujete se na nosiče mrtvol jménem Fabian?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno. Otto Fabian.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, Otto Fabian.

 

Verteidiger Fertig:

Können Sie sich außerdem an den Leichenträger Głowacki erinnern? [...]

 

Staatsanwalt Vogel:

Die Frage ist schon beantwortet, Herr Verteidiger.

 

Verteidiger Fertig:

Danke. Habe ich keine weiteren.

 

Vorsitzender Richter:

Keine weitere Frage mehr. Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, bei Ihrer Vernehmung in Preßburg haben Sie nicht nur Klehr mit Phenolinjektionen belastet, sondern auch fünf Ärzte, die Sie aufgeführt haben: Doktor Mengele, Entress, Rohde, Weber und Wirths.12 Haben Sie die Phenolinjektionen durch diese Ärzte auch mit Ihren Augen gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

V Bratislavě jste řekl, že jste viděl nejen Klehra dávat fenolové injekce, ale také i pět SS-lékařů. A sice Mengeleho, Entresse, Rohdeho, Webera a Wirthse. Viděl jste také na vlastní oči, že tito lékaři dávali injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, na vlastné oči som nevidel, že dávali injekcie, ale oni vyberali týchto ľudí, áno, a určovali, že majú dostať injekcie.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe nicht mit eigenen Augen gesehen, daß diese Ärzte diese Injektionen gegeben haben. Ich habe aber gesehen, daß diese Ärzte diese Menschen aussuchten und bestimmten, wer von den Menschen die Injektion bekommen soll.

 

Verteidiger Göllner:

Haben Sie das also damals vom Hörensagen berichtet, wenn Sie erklärt haben, diese Ärzte hätten außer Klehr Phenolinjektionen durchgeführt?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste t enkrát v Bratislavě jen vypovídal, co jste slyšel, že tito lékaři, mimo Klehra, dávali také injekce?

 

Zeuge Ján Weis:

Už som predtým rozprával, že tá, čo to písala, áno, bola tak s nervami hotová, keď som ja toto všetko hovoril, že tam potom písala celkom niečo iné, ako ja som vypovedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, opakujte.

 

Zeuge Ján Weis:

Že tá pisárka, ktorá to písala, áno, že tam narobila veľmi veľa chýb.

 

Dolmetscher Benesch:

Die dieses Protokoll aufgenommen hat, habe ich vorhin schon erklärt, hat verschiedene Fehler in dieses Protokoll gemacht.

 

Zeuge Ján Weis:

Takže ja som tam povedal, že som vedel, že oni ich vyberali na injekcie, ale že som tam pri tom nebol očitým svedkom.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesagt, daß ich weiß, daß diese fünf Ärzte die Häftlinge für die Injektionen aussonderten. Aber ich habe nicht gesagt, daß ich Augenzeuge dieser Spritzen gewesen sei.

 

Verteidiger Göllner:

Ist Ihnen dieses Protokoll zugeleitet worden? Oder wieso können Sie dieses Urteil fällen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ten protokol v Bratislavě, nebo jak to můžete dnes říci?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak ja som ho tam prečítal, pravda, no nakoľko i ja som bol už strašne nervózny a videl som, že všetci sú tam nervózni, tak som to nechal, ako to napí sala.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe dort angefangen, das Protokoll durchzulesen. Aber als ich selbst sehr nervös wurde und gesehen habe, wie die anderen auch nervös sind, habe ich das Protokoll einfach unterschrieben.

 

Verteidiger Göllner:

Auf die Frage des Herrn Vorsitzenden, ob Sie sich genau an den Todestag Ihres Vaters erinnern können, haben Sie gesagt: Jawohl, nur ganz bestimmte Tage wären es im Leben, an die man sich mit Bestimmtheit erinnern könnte. Und es wäre eben der 28.9.42. Wie kommt es aber, daß Sie am Freitag in der vorigen Woche erklärt haben, mit ebensolcher Bestimmtheit, es wäre der 29.9.42 gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Na otázku pana předsedy jste řekl, že se určitě pamatujete na datum 28. září 42, kdy byl zavražděn Váš otec; že jsou určitá data, narození, svatba a úmrtí, na která se nezapomíná. Jak to, že jste ale předešlý pátek také tak určitě řekl, že byl Váš otec zavražděn 29. září?

 

Zeuge Ján Weis:

Možno teda, že som povedal 29. Ale bol som taký nervózny pri tom všetkom, že mi to snáď preskočilo z 28. na 29., ale [+ viem] to presne, že to bolo 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich will nicht bestreiten, daß ich eventuell mal den 29. genannt habe. Ich war sehr erregt und sehr nervös. Aber ich weiß genau, es war der 28.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, wer hat Ihnen die Befehle gegeben, zu dem Block 28 und zu dem Block 11 zu gehen, um dort Leichen abzuholen? War das Klehr, oder waren das andere?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo Vám dal přesně osobně rozkaz jít na blok 28 nebo 11 pro mrtvoly? Byl to Klehr nebo to byli jiní?

 

Staatsanwalt Kügler:

Die Frage ist beantwortet.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie.

 

Staatsanwalt Kügler:

Der Kapo, hat der Zeuge gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht immer, Herr

 

Verteidiger Göllner [unterbricht]:

Nicht immer, nein.

 

Vorsitzender Richter:

In einem Fall hat er gesagt

 

Verteidiger Göllner [unterbricht]:

Ist beantwortet, ja

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Kam der Klehr und hat uns gerufen, und zwar als die zwei Frauen erschossen wurden.

 

Verteidiger Göllner:

Ja gut.

 

Dolmetscher Benesch:

Nebo [+ někdo] jiný dával rozkaz?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, mit Spritzen getötet worden sind.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak ako kedy, buď nás tam poslal ten

 

Verteidiger Göllner [unterbricht]:

Ja, ja, ja.

 

Zeuge Ján Weis:

Kápo Rischler, áno, alebo prišiel sám Klehr a povedal : »Tak poď, ideme«, áno, alebo prišiel nejaký ten Schreiber. Tak vždy niekto prišiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war verschieden, manchmal war es Kapo Rischler, der uns diesen Auftrag gab. Manchmal kam Klehr selbst und sagte: »Gehen wir.« Manchmal kam ein Schreiber oder ein anderer.

 

Zeuge Ján Weis:

No a myslím, že aj ten Szewczik bol pár razy pre nás, že aby sme tam išli, že nás Klehr volá.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube auch, daß dieser »Szewczik« uns gerufen hat.

 

Zeuge Ján Weis:

Že hovoril, že aby sme tam išli, že nás Klehr čaká.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß er sagte: »Geht dorthin, Klehr wartet auf euch.«

 

Verteidiger Göllner:

Herr Direktor Perseke hat Ihnen vorhin die Frage vorgelegt, ob die Bezeichnung für den Häftling Schwarz, die andere hier vorgebracht haben, nicht vielleicht ein Spitzname sei. Ich erweitere diese Frage dahin: Hat es sich bei dem Assistenten von Klehr nicht um den fast gleichlautenden Swagar gehandelt, den Sie als Dentist von Paris bezeichnet haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste [byl dotázán,] jestli Váš kamarád Schwarz, se kterým jste pracoval, jestli to byla [ přezdívka, ] Vy jste to odmítl. Není možné, že tím byl míněn Swagar, ten pařížský dentista, o kterém jste mluvil?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, vôbec nie, toto meno som tam nikdy nepočul.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen Schwarz habe ich nie gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rechtsanwalt, ich verstehe die Frage nicht richtig. Uns hat der Zeuge von einem Léon Swagar erzählt. Er hat den Namen Schwarz nicht gehört. Ob die anderen Häftlinge aus Swagar Schwarz gemacht haben, das kann er ja nicht wissen.

 

Verteidiger Göllner:

Keine Frage mehr. Herr Direktor, der Angeklagte Klehr legt jetzt in diesem Moment Wert darauf, daß Scherpe gefragt wird, wann er ihn im Lager abgelöst hat.

 

Vorsitzender Richter:

Diese Frage ist schon wiederholt an Scherpe gerichtet worden. Aber ich will Ihnen den Gefallen tun. Scherpe, wann haben Sie den Klehr abgelöst?

 

Angeklagter Scherpe:

In der zweiten Juli-Hälfte 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Im Juli schon? 1942?

 

Angeklagter Scherpe:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Der Klehr selbst hat uns, wenn ich nicht irre, gesagt, er sei bis zum Herbst dort gewesen. Und jetzt sagen Sie im Juli. Vorher war es nicht?

 

Angeklagter Scherpe:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Dann nehmen Sie bitte Platz. Ja, Herr Rechtsanwalt, wollten Sie noch was sagen?

 

Verteidiger Göllner:

[unverständlich] Selbst noch eine kurze Erklärung

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nachher.

 

Verteidiger Göllner:

Ach so.

 

Vorsitzender Richter:

Nachher.

 

Verteidiger Naumann:

Herr Zeuge, Sie sagten zunächst, es sei Ihnen bekannt, daß etwa 70 bis 75 Kinder »abgespritzt« worden seien. Und zwar seien es Kinder gewesen, die irgendwo aus Polen hergebracht worden seien. Sie seien sehr gut genährt und sauber gewesen. Und zwar sei das gewesen im Frühjahr 43. Und dann schilderten Sie den and eren Vorgang, von dem Sie keine genaue Kenntnis hatten, daß Kinder auf dem Hof gespielt hätten, und zwar sollen das die Kinder aus Zamość gewesen sein. Das

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das hat er nicht gesagt, der Zeuge. Der Zeuge hat nur gesagt: »Ich kann mich entsinnen, daß Kinder auf dem Hofe gespielt haben. Ich selbst war bei dieser Tötung nicht zugegen.«

 

Verteidiger Naumann:

Ja. Zumindest hat er gesagt: »Ich wußte, daß es polnische Kinder waren.« Jetzt frage ich: Welcher der beiden Vorgänge war der frühere?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl, že jste byl přítomen, když bylo usmrceno 70 až 75 dětí, které přišly z Polska, a sice to bylo v roce 43 na jaře. A potom jste vyprávěl, že si hrály děti, také odněkud z Polska, mezi bloky 20, 21 na dvoře a o tom nic nevíte. Který případ byl dříve?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak tí pekní chlapci, čo tam boli, tie deti boli skôr.

 

Dolmetscher Benesch:

Die gut genährten, schöneren Kinder, das war früher.

 

Verteidiger Naumann:

Von denen er nicht weiß, was

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Doch, von denen er weiß.

 

Verteidiger Naumann:

Von denen er weiß, was

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

O kterých víte?

 

Zeuge Ján Weis:

Tí prišli skôr.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, die, von deren Tod ich weiß, waren früher.

 

Verteidiger Naumann:

Ah, danke.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Laternser. Moment.

 

Verteidiger Laternser:

Herr Zeuge, wenn der Herr Kollege

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nein, bleiben Sie [unverständlich]

 

Verteidiger Laternser:

Herr Zeuge, Sie sagten ja schon, daß Sie den Zeugen Fabian kennen. Kennen Sie auch den Zeugen Wetzler, der vergangenen Freitag vernommen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte také svědka Wetzlera, který [+ tu] byl předešlý pátek?

 

Zeuge Ján Weis:

Poznám ho veľmi dobre, poznal som ho predtým a teraz sa s nim zas stýkam.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kenne ihn sehr gut. Ich habe ihn schon vorher gekannt und komme auch heute noch dauernd mit ihm zusammen.

 

Verteidiger Laternser:

Kennen Sie den Zeugen Vasut?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte svědka Vasuta?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, to meno som nepočul.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Laternser:

Sind Sie mit Herrn Fabian und mit Herrn Wetzler hier angereist nach Frankfurt von der Tschechoslowakei aus?

 

Dolmetscher Benesch:

Přijeli jste společně s panem Fabianem a s panem Wetzlerem z Československa sem, do Frankfurtu?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, prišiel som.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Verteidiger Laternser:

Wie kommt es, daß Sie zusammen gefahren sind? Wer hat das arrangiert? Woher wußten Sie das voneinander, daß jeder nach hier fährt, um als Zeuge gehört zu werden.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to, že jste jeli společně?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich widerspreche dieser Frage aus allen möglichen Rechtsgründen.

 

Vorsitzender Richter:

Warum soll das nicht gefragt werden? Die Frage zielt dahin ab, ob sich die Zeugen vielleicht auf der Fahrt vorher abgesprochen haben könnten.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, das mag ja durchaus gefragt werden, ob sie sich abgesprochen haben. Aber hier wurde gefragt, ob sie zusammen gefahren sind. Und dieser Frage widerspreche ich, weil sie nichts mit dem Prozeß

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Die Frage ist bereits beantwortet. Herr Rechtsanwalt Doktor Laternser hat zuletzt gefragt, wieso es gekommen sei, daß sie zusammen gefahren wären, und wieso der Zeuge davon benachrichtigt worden sei.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Nein, die Frage ist nicht beantwortet. Der Zeuge hat das noch nicht gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Diese Frage ist nicht beantwortet. Aber daß sie zusammen gefahren seien, diese Frage ist beantwortet.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

So, also wenn Sie der Ansicht sind, dann ziehe ich den Widerspruch zurück.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to, že jste jeli společně s panem Fabianem a s panem Wetzlerem z Československa sem? Kdo to tak aranžoval, že jste o sobě věděli?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak to nebolo. My sme dostali predvolanie na určitý deň, aby sme sa sem dostavili, pravda, no a s Wetzlerom sme išli z Bratislavy do Prahy, a s Fabianom sme sa stretli po 20 rokoch. Od tej doby, od oslo bodenia sme sa nevideli, a s tým som sa stretol v Prahe v aerolíniach.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir bekamen die Vorladung zu einem bestimmten Tag. Mit Wetzler gemeinsam fuhr ich von Preßburg nach Prag. Und Fabian trafen wir in Prag auf dem Flughafen.

 

Verteidiger Laternser:

Wodurch wußten Sie, daß der Herr Wetzler die Benachrichtigung bekommt? Und wodurch wußten Sie, daß der Herr Fabian die Benachrichtigung bekommen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud jste věděl, že byl předvolán Wetzler v ten samý den jako Vy?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak od Wetzlera som sa [+ to] dopočul, lebo sme [+ boli] spolu v Bratislave, a hovoril mi, že ide do Frankfurtu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir treffen uns häufig in Preßburg. Und ich kam einmal hin, dann sagte er mir, daß er nach Frankfurt führe.

 

Zeuge Ján Weis:

No ja som na to odpovedal: »Ja idem tiež.«

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe geantwortet: »Ich fahre auch.«

 

Zeuge Ján Weis:

No, a že Fabian die, som ja vôbec nevedel.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß Fabian mitfährt, wußte ich gar nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

V Prahe [+ som ho] stretol.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich erst in Prag getroffen.

 

Verteidiger Laternser:

Wußte es denn Wetzler, daß Fabian mitfährt?

 

Dolmetscher Benesch:

Věděl to Wetzler, že Fabian jede také s Vámi?

 

Zeuge Ján Weis:

To neviem.

 

Verteidiger Laternser:

Herr Zeuge, damit Sie mich verstehen, weshalb ich das frage: Ich möchte nur wissen, wie es kommt, daß Sie drei zusammen von [Prag] nach hier gefahren sind.

 

Vorsitzender Richter:

Das hat der Zeuge ja beantwortet. Der Zeuge hat gesagt: »Mit Wetzler komme ich oft zusammen. Der hat mir erzählt, daß er nach Frankfurt fährt. Und da habe ich zu ihm gesagt, ich fahre auch nach Frankfurt.« Und dann wurden sie [...]

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Und nun widerspreche ich dieser Frage aus folgendem Grunde: Weil sie ganz offenkundig ist. Wenn nämlich die Zeugen zu dritt geladen werden oder zu fünft, an einem bestimmten Tage hier zu erscheinen, und es leider nur eine einzige Verbindung gibt – ich sage das auch in bezug auf meine eigene Person dieses »leider«–, nach Frankfurt zu kommen von Prag aus, dann ist es ja die natürlichste Sache von der Welt, daß sie zusammen fahren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rechtsanwalt

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Ich weiß nicht, warum hier

 

Verteidiger Laternser [unterbricht]:

Das

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Mit einem so kriminalistischen Aufwand

 

Verteidiger Laternser [unterbricht]:

Das

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Diese Fragen gestellt werden, um sich wichtig zu tun.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Aber Herr Rechtsanwalt Doktor Kaul

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Und aus diesem Grunde widerspreche ich den Dingen. Denn diese Verhandlung ist nicht dazu da, um sich in Szene zu setzen. Deswegen widerspreche ich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Moment, Herr Rechtsanwalt Kaul, jetzt ist Schluß.

 

Verteidiger Laternser [unterbricht]:

Es ist eine Unverschämtheit von Ihnen, so etwas zu behaupten.

 

Vorsitzender Richter:

Meine Herren, weiter keine Aufregung. Die Frage ist gestellt. Und ich lasse die Frage zu. Wollen Sie einen Gerichtsbeschluß?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Jawohl, ich bitte um einen Gerichtsbeschluß.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wollen Sie. Bitte die nächste Frage.

 

Verteidiger Laternser:

Ich möchte nur noch folgendes sagen, Herr Vorsitzender: Ich muß doch mit Nachdruck dieser Entgleisung widersprechen, daß der Herr Kaul hier zu behaupten wagt, ich stelle diese Fragen, um mich in Szene zu setzen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, die Frage ist nicht zulässig.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Entschuldigung, es ist die Begründung für meinen Widerspruch.

 

Vorsitzender Richter:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich bitte um einen Gerichtsbeschluß.

 

Vorsitzender Richter:

Aber sie ist ungehörig. Wollten Sie sonst noch eine Frage stellen?

 

Verteidiger Laternser:

Ja, ich würde dann bitten, zunächst zu entscheiden.

 

Vorsitzender Richter:

Da werden wir drüber nachher entscheiden. Haben Sie noch Fragen?

 

Verteidiger Laternser:

Ja, ich habe dann im Anschluß daran noch Fragen, Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rechtsanwalt

 

Verteidiger Laternser [unterbricht]:

Gut. Wer war noch bei Ihnen zusammen im Abteil, als Sie von der Tschechoslowakei nach Frankfurt fuhren?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl ještě s Vámi v kupé, když jste jel z Československa, z Prahy sem?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, my sme leteli lietadlom, pravda, tak ja neviem, kto tam všetko bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir flogen mit dem Flugzeug. Ich weiß nicht, wer da alles drin war.

 

Verteidiger Laternser:

Waren noch andere Zeugen da, die jetzt zur Zeit hier in Frankfurt sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli ještě přítomni jiní svědci, kteří jsou nyní ve Frankfurtu?

 

Zeuge Ján Weis:

No tak, či sú tu ešte, neviem, vtedy cestoval ten pán Poledník,

 

Dolmetscher Benesch:

Der Herr Poledník fuhr da

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Fabian

 

Dolmetscher Benesch:

Fabian.

 

Zeuge Ján Weis:

Wetzler, ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Wetzler und ich.

 

Zeuge Ján Weis:

A ešte jeden, ja už neviem, ako sa volá. Bol tu na prvý deň vypočúvaný.

 

Dolmetscher Benesch:

Und noch einer, ich weiß nicht, wie er heißt. Er wurde hier am ersten Tag verhört. [...]

 

Verteidiger Laternser:

Haben Sie, Herr Zeuge, nach Abschluß der Vernehmungen Wetzler und Fabian hier vor diesem Gericht mit diesen beiden über die Vernehmung gesprochen?

 

Dolmetscher Benesch:

Mluvil jste s Wetzlerem a s Fabianem o jejich výpovědi tady před soudem?

 

Zeuge Ján Weis:

No s nimi som hovoril, ale o výpovedi nie, lebo ja som nebol zvedavý. Ja som mal svoje [+ informácie], pravda, a viem všetko, tak prečo by som sa ja pýtal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe mit ihnen gesprochen, nicht im einzelnen über die Vernehmung, darauf war ich gar nicht neugierig. Ich habe selbst genug zu sagen.

 

Verteidiger Laternser:

Ich habe keine weiteren Fragen mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Bürger, Sie wollten noch eine Frage [+ stellen]?

 

Verteidiger Bürger:

Ja. Herr Zeuge, wer hat Sie denn geholt, wenn Sie zu Erschießungen auf Block 11 kommen mußten?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo pro Vás přišel, pane Weissi, když jste musel jít [k popravám] na blok 11?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to už som tu niekoľkokrát povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich hier schon einige Male gesagt.

 

Richter Perseke:

Ist beantwortet.

 

Zeuge Ján Weis:

Prišiel buď blokový alebo Schreiber alebo nejaký SS-Mann, však už som to povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Entweder ein SS-Mann, ein Schreiber, der vom Block, oder andere.

 

Verteidiger Bürger:

Danke schön.

 

Verteidiger Laternser:

Eine ergänzende Frage, Herr Vorsitzender: Wann sind Sie hier in Frankfurt angekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste přijel sem, do Frankfurtu?

 

Zeuge Ján Weis:

Myslím, 4.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, am 4. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Er war auf den 6. geladen, Herr Rechtsanwalt. Wollen Sie, daß wir über diese Frage noch entscheiden: »Wieso kommt es, daß Sie zusammen von Prag nach Frankfurt gefahren sind?«

 

Verteidiger Laternser:

Ja, ich bitte doch darum. Grade wegen dieses so dreisten Widerspruchs bitte ich zu entscheiden.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Darf auch nicht sein. Ja. Danke schön. Also bitte schön.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Noch eine ergänzende Frage: Herr Zeuge, in wie vielen Fällen haben Sie etwa gesehen, daß der Mann, den Sie mit »Szewczik« bezeichneten und von dem wir wissen, daß es der Angeklagte Hantl ist, bei Tötungen von Häftlingen zugegen war, die von anderen Häftlingen durchgeführt wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Asi v kolik případech jste viděl, že byl obžalovaný, kterého nazýváte Szewczik, a o kterém víme, že to je obžalovaný Hantl, přítomen, když usmrcovali jiné vězně?

 

Zeuge Ján Weis:

Tak to neviem už s presnosťou povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht genau sagen.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak za tie roky si to už nemôžem pamätať.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach diesen vielen Jahren kann ich da keine genaue Zahl angeben.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ist das sehr häufig vorgekommen, daß der Hantl das [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to velmi často, že byl Hantl u toho?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nie, nebolo to často.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, es war nicht häufig.

 

Vorsitzender Richter:

Wollten Sie noch eine Frage stellen? Bitte schön.

 

Verteidiger Gerhardt:

Herr Zeuge, kennen Sie einen ehemaligen Häftling namens Tyroler?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte vězně jménem Tyroler?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, Andi Tyroler, ktorý tetoval [+ ľudí] z prichádzajúcich transportov.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Wie schreibt der sich?

 

Dolmetscher Benesch:

Der tätowierte die Leute, die mit den Transporten kamen.

 

Vorsitzender Richter:

Schreibt er sich wie der Tiroler?

 

Verteidiger Gerhardt:

Mit Ypsilon.

 

Vorsitzender Richter:

Tyroler.

 

Verteidiger Gerhardt:

Tyroler, Andi mit Vorname. Wissen Sie, wo der jetzt wohnt?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kde nyní bydlí?

 

Zeuge Ján Weis:

Neviem, ale myslím, že v Kanade.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es nicht, aber ich glaube, in Kanada.

 

Verteidiger Gerhardt:

War das ein slowakischer Jude?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to žid ze Slovenska?

 

Zeuge Ján Weis:

Bol, áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Hat er diese Tätowierung im d-Lager, in Birkenau, vorgenommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Tetoval v Birkenau, v Březince?

 

Zeuge Ján Weis:

To neviem, či v Birkenau, ale v Auschwitz tetoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß er in Auschwitz tätowierte.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja som v Birkenau nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war nicht in Birkenau.

 

Verteidiger Gerhardt:

Danke, danke, Herr.

 

Vorsitzender Richter:

Ich bitte den Angeklagten Schlage, einmal aufzustehen, ebenso den Angeklagten Dylewski, die Angeklagten Broad, Klehr und Hantl. Hantl, Scherpe, Boger. Bitte?

 

Richter Perseke:

Kaduk.

 

Vorsitzender Richter:

Und Kaduk, ja. Herr Zeuge, würden Sie mal entlanggehen an dieser Reihe und würden uns sagen, a) ob Sie die Leute kennen, und b) wer sie sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám říci, kdo [+ jsou tito lidé], jestli je znáte a jak se jmenují? [Pause]

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Beim Schießen gesehen, aber er habe nicht allzu oft mitgeschossen.

 

Dolmetscher Benesch:

Je to ten, o kterém jste říkal [unverständlich]

 

Zeuge Ján Weis [unterbricht]:

Áno, to je ten.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das ist er.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, weiter.

 

Zeuge Ján Weis:

Tak na toho si nemôžem spomenúť.

 

Dolmetscher Benesch:

An den kann ich mich nicht erinnern.

 

Zeuge Ján Weis:

Toto je Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Klehr.

 

Zeuge Ján Weis:

[Pause] Toto je »Szewczik«.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist »Szewczik«.

 

Zeuge Ján Weis:

Vedľa, čo stojí, to je Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Neben ihm steht Kaduk.

 

Zeuge Ján Weis:

[Pause] Toto je Boger.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Boger.

 

Zeuge Ján Weis:

Aj tohto som tam videl veľakrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich häufig dort gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Welchen?

 

Zeuge Ján Weis:

Tohto predného.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Vorderen.

 

Vorsitzender Richter:

Wo die Nummer sieben steht?13

 

Dolmetscher Benesch:

Kde je číslo sedm?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Den haben Sie wo häufig gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde jste ho viděl?

 

Zeuge Ján Weis:

Na bloku 11, keď sa strieľalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf Block 11, wenn geschossen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Da werden wir nachher noch drüber sprechen. Und der letzte?

 

Zeuge Ján Weis:

Na toho sa nepamätám.

 

Vorsitzender Richter:

Wie? Den kennen Sie nicht?

 

Zeuge Ján Weis:

Nepamätám sa na neho.

 

Staatsanwalt Vogel:

Vielleicht kann er mal die Brille absetzen?

 

Verteidiger Laternser:

[unverständlich] die Frage so beantworten, wie der Herr Vorsitzende sie gestellt hat.

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, nepamätám sa.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich erinnere mich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie uns nicht vorhin von diesem Mann erzählt, daß Sie ihn auch auf Block 11 gesehen hätten?

 

Staatsanwalt Vogel:

Nein, Broad. [...]

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, nie.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Ein Mißverständnis.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, deshalb möchte ich das jetzt klargestellt wissen. Denn vorhin war es so, daß er auf den Dylewski

 

Verteidiger Laternser [unterbricht]:

Jawohl.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že ten byl na bloku 11.

 

Zeuge Ján Weis:

Á no, ja som sa pomýlil, ja som tam tohto nevidel. No tak sa mi pozdávalo, že som ho videl, že je podobný tomuto prvému, ktorý má sedmičku pred sebou, takže som si nebol istý. No ale teraz už to viem presne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin mir nicht sicher. Die beiden sind sich sehr ähnlich. Ich hielt den für den, der die Sieben vor sich hat.

 

Vorsitzender Richter:

Der die Sieben vor sich hat. Auf den hat er auch am Freitag gedeutet.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Nein, Herr Vorsitzender, das war nicht so. Am Freitag hat der Zeuge auf Broad gezeigt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das meinte ich ja. Der die Sieben vor sich hat.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Verzeihen Sie bitte, ich konnte die Nummer [...]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Heute auf den Dylewski. Das ist richtig. Das ist ganz zweifellos. So, dann nehmen Sie wieder Platz, und Sie nehmen noch einmal hier Platz. Sie haben eben gesagt, also diesen Angeklagten, der die Nummer sieben da vor sich hat – das ist der Angeklagte Broad, Sie kennen seinen Namen nicht –, den hätten Sie öfter auf Block 11 beim Schießen gesehen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste viděl toho obžalovaného, který má před sebou číslo sedm, jméno neznáte, jeho jméno je Broad, často střílet.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, videl som ho tam.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, den habe ich dort gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Seinen Namen kannten Sie nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Jeho jméno neznáte?

 

Zeuge Ján Weis:

Nie, tak on tam nebol tak veľmi známy.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch gesehen, daß er persönlich geschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste na vlastní oči, že střílel?

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, videl som.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich habe es gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er auch auf Frauen geschossen?

 

Dolmetscher Benesch:

Střílel také na ženy?

 

Zeuge Ján Weis:

To si už nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Zeuge Ján Weis:

Ale myslím, že áno. To nemôžem stopercentne povedať.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht hundertprozentig sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Das können Sie nicht sagen. Und Sie sagten eben, die beiden sähen sich sehr ähnlich.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že si jsou [podobní.]

 

Vorsitzender Richter:

Nämlich dieser Angeklagte auf Nummer sieben und der andere, auf den Sie heute früh gedeutet haben – sind Sie sicher, daß Sie die beiden nicht verwechseln?

 

Dolmetscher Benesch:

Jste [+ si] jistý, že je zase nezaměníte? Protože jste řekl, že jsou si oba velmi podobní, a dnes ráno jste ukazoval na toho, který sedí vzadu.

 

Zeuge Ján Weis:

Áno, lenže ja som si tak ráno veľmi toho nevšímal, nakoľko som bol dosť nervózny, ale teraz presne viem, že je to tento, číslo sedem. Na toho druhého, to neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Heute morgen bin ich auch sehr nervös gewesen. Von dem zweiten weiß ich aber nichts. Der mit der Nummer sieben ist es.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt, wir haben doch noch Bilder von Dylewski aus der damaligen Zeit.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Könnten wir die vielleicht mal bekommen?

 

Staatsanwalt Vogel:

Die können Sie [unverständlich] sofort bekommen. Ich darf darauf hinweisen, daß, um Schwierigkeiten zu vermeiden, die Fotokopien auch beglaubigt worden sind in Berlin. Es handelt sich um Unterlagen aus dem Document Center, das heißt um Lichtbilder, die im Zusammenhang mit dem RSHA-Fragebogen von den SS-Angehörigen damals vorgelegt worden sind. Ich habe hier die Bilder von Dylewski, Broad und Stark.14

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dann soll er sich die drei einmal ansehen, der Zeuge, und soll uns sagen, welcher es nun ist, den er seinerzeit in Block 11 gesehen hat beim Schießen.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, podívejte se na obrázky a řekněte mi, kdo je ten, kterého jste viděl na bloku 11.

 

Zeuge Ján Weis:

To je on.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Darf ich die beiden anderen auch mal haben? »Dem Zeugen wurden daraufhin die beglaubigten Fotokopien von Lichtbildern aus dem Document Center in Berlin bezüglich der Angeklagten Dylewski, Stark und Broad vorgelegt. Der Zeuge erklärte: ›Derjenige Angeklagte, den ich seinerzeit im Hof von Block 11 gesehen habe, als er sich an Erschießungen beteiligte, ist der [Pause] Angeklagte auf dem ersten Bild (Broad).‹ «15 Ich muß sagen, auf diesen Bildern sehen sich die Angeklagten nun wahrhaftig nicht ähnlich.

 

Staatsanwalt Vogel:

Nein, da [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Klehr, Sie wollten noch etwas sagen? Ja.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, Hohes Gericht, die von dem Zeugen mir vorgeworfene Last ist zu 90 Prozent unwahr. Ich war schon nicht mehr im Dienst. Daß mich der Zeuge kennt, das ist ganz selbstverständlich. Er hat ja selbst gesagt, ich habe im Lager Kaninchen gezüchtet. Ich bin ja öfters hingekommen. Aber ich habe nach meiner Ablösung von Scherpe im Stammlager keinen Dienst mehr gemacht. Ich habe mit Hantl keinen Dienst gemacht. Ich habe mit Scherpe keinen Dienst gemacht. Und ich habe mit Nierzwicki keinen Dienst gemacht. Daß er noch sagen will, ich war in Gleiwitz, das ist ihm wohl erzählt worden. Aber daß ich die Entwesung durchgeführt habe, davon weiß der Zeuge wohl nichts.

 

Vorsitzender Richter:

Aber daß der Zeuge uns erzählt hat, daß am 28. September 1942 sein Vater von Ihnen getötet worden ist.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, grade dieser gravierende Fall, wenn der vorgefallen wäre und ich mit dem Zeuge Rücksprache genommen habe, dann wäre ich erst mal nicht zu feige dazu, das zuzugeben, sondern ich hätte es...

 

Vorsitzender Richter:

Na, was denn?

 

Angeklagter Klehr:

Das zugegeben, wie ich die anderen Fälle zugegeben habe. Ich habe mit dem Zeugen nicht gesprochen, und der Zeuge hat bei mir auch nicht assistiert in dem Block 20, in dem Zimmer. Ich bin wohl noch soweit imstande, zu wissen, wie viele Häftlinge dabeigewesen waren. Und ich bin auch noch imstande, die Häftlinge zu erkennen, die dabeigewesen waren.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wissen doch von diesen Bezeichnungen »Weiß und Schwarz«.

 

Angeklagter Klehr:

Ich weiß nichts, das habe ich gar nicht gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Das wußten Sie auch nicht?

 

Angeklagter Klehr:

Nein. Die Bezeichnung ist nicht von mir, »Weiß und Schwarz«.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Klehr, das ist Ihre Meinung.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön. Ist sonst noch eine Frage? Keine Erklärung mehr abzugeben von seiten der Angeklagten. Wir werden dann über die Frage des Doktor Laternser noch entscheiden. Und ich bitte dann gleich hereinzurufen den nächsten Zeugen, und zwar

 

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

[unverständlich] Angeklagten Scherpe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

An den Angeklagten Scherpe habe ich eine Frage. Sie haben uns vorhin gesagt, daß im Juli wohl, 1942, der Angeklagte Klehr aus dem HKB weggegangen sei.

 

Angeklagter Scherpe:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Da waren Sie im HKB.

 

Angeklagter Scherpe:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und zwar zu der Zeit, von der der Zeuge hier uns sagt, daß er dort tätig war.

 

Angeklagter Scherpe:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kennen Sie den Zeugen?

 

Angeklagter Scherpe:

Nein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Nicht. Der Zeuge kennt Sie nicht, und Sie kennen den Zeugen nicht. Sie waren es aber, der bei seiner Einlassung zur Sache – nicht der Angeklagte Klehr – davon gesprochen hat, daß Sie nie jemand »abgespritzt« haben, sondern daß das die Gefangenen »Schwarz und Weiß« gemacht hätten. Wie ist es damit, Scherpe?

 

Angeklagter Scherpe:

Solange ich da war, ja. Und

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Solange Sie da waren, ja.

 

Angeklagter Scherpe:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Aber den Zeugen kennen Sie nicht?

 

Angeklagter Scherpe:

Nein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wie sah denn der Weiß aus, an den Sie sich erinnern?

 

Angeklagter Scherpe:

Etwas größer und kräftiger.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Laternser:

Ich bitte, noch eine Frage an den Zeugen stellen zu dürfen.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Verteidiger Laternser:

Herr Zeuge, Sie haben vorhin auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob derjenige mit der Brille auch bei Erschießungen von Frauen teilgenommen habe, gesagt »ja«.

 

Vorsitzender Richter:

Moment. Ich glaube, der Zeuge hat es so nicht beantwortet.

 

Verteidiger Laternser:

[unverständlich] Einen Augenblick. Dann auf Ihre Frage, Herr Vorsitzender, die Sie ihm gestellt haben, ob Broad auf Frauen geschossen habe, haben Sie erklärt: »Das weiß ich nicht.« Welche der beiden Antworten ist nun richtig? Sie haben auf die Frage des Staatsanwalts Vogel gesagt: Der Junge mit der Brille, den Sie wiederholt gesehen haben, habe sich bei Erschießungen von Frauen beteiligt. Auf die Frage des Staatsanwalts Vogel haben sie mit »ja« geantwortet. Auf die gleiche Frage des Herrn Vorsitzenden haben Sie dann später gesagt – also die Frage, ob er auf Frauen geschossen habe –, haben Sie nach Überlegung gesagt: »Das weiß ich nicht.« Welche der beiden Antworten ist denn die richtige?

 

Dolmetscher Benesch:

Když se Vás státní návládní zeptal, jestli ten s brýlemi střílel na ženy, řekl jste: »Ano«. A když se Vás zeptal pan předseda přesně, řekl jste: »Já si nemohu vzpomenout«. Co je pravda?

 

Zeuge Ján Weis:

No nie, ja som nehovoril, že si nemôžem presne spomenúť, áno, že teda na nejaké prípady, ale že strieľal, to je

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesagt, daß ich mich konkret an keinen Fall erinnern kann. Daß er aber geschossen hat.

 

Zeuge Ján Weis:

Ja si nemôžem spomenúť, nemôžem povedať presne kedy, ako.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann nicht genau sagen, wie und wann.

 

Verteidiger Laternser:

Auf die Frage, die noch aussteht zur Entscheidung – ich verzichte auf die Entscheidung.

 

Vorsitzender Richter:

Verzichten Sie auf die Frage. Nehmen Sie ins Protokoll.

 

Verteidiger Laternser:

Mit Rücksicht aufs Gericht.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Bezüglich der Beeidigung des Zeugen, werden da Anträge gestellt?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Alles klar.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Widerspruch ist

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Dann nehmen Sie bitte ins Protokoll folgenden Beschluß: Wollen wir dabei bleiben?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wollen wir dabei bleiben? Fragen Sie [unverständlich] dabei bleiben will. Ja. Folgenden Beschluß: »Die Vereidigung des Zeugen Weis wird angeordnet. Eine Beteiligung des Zeugen an den den Angeklagten zur Last gelegten Taten im Sinne von § 60 Ziffer 3 StPO ist zu verneinen, da der Zeuge in entschuldbarer Weise angenommen hat, er werde selbst im Falle einer Weigerung getötet.«16 Herr Zeuge, können Sie das, was Sie gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete s dobrým svědomím přísahat na to, co jste řekl?

 

Zeuge Ján Weis:

Môžem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich kann es.

 

– Schnitt –

 

 

 

 

 

1. Kommissarische Vernehmung vom 13.03.1964 in Bratislava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.689.

2. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 13.03.1964 in Bratislava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.691.

3. Phonetisch geschrieben; gemeint ist Borczik.

4. Der Zeuge Weis zeigte auf den Angeklagten Dylewski. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 06.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 889.

5. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103, Bl. 894.

6. Phonetisch geschrieben; gemeint ist Holić.

7. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103, Bl. 894.

8. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103, Bl. 895.

9. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103, Bl. 894.

10. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 13.03.1964 in Bratislava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.692 f.

11. Phonetisch geschrieben; gemeint ist Gebhard.

12. Kommissarische Vernehmung vom 13.03.1964 in Bratislava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.689.

13. Der Angeklagte Broad hatte die Nummer 7.

14. Vgl. Anlage zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104.

15. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 897.

16. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 897.

 

 
 
 
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