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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

65. Verhandlungstag, 13.7.1964

 

Vernehmung des Zeugen Friedrich Skrein

 

Vorsitzender Richter:

nachgeholt und studierten dann Rechtswissenschaft. Haben dann auch promoviert, die Anwaltsprüfung abgelegt und sind seither in Wien als Anwalt tätig.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun interessiert uns hier heute in diesem Prozeß in erster Linie Ihre Anwesenheit in Auschwitz und Ihre dortigen Erlebnisse. Sie sind, wie Sie hinkamen nach Auschwitz, zunächst wohin gekommen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Auf den Quarantäneblock.

 

Vorsitzender Richter:

Quarantäneblock. Und zwar im Stammlager oder

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Im Stammlager.

 

Vorsitzender Richter:

Im Stammlager. Wissen Sie zufällig noch, was das für ein Block war?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

8.

 

Vorsitzender Richter:

Block 8. Und dann kamen Sie nach Block 2 und wurden nach einigen Tagen wohin verlegt?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Kobior.

 

Vorsitzender Richter:

Nach dem Außenlager Kobior. Und arbeiteten hier als Holzfäller.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Holzfäller, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, die Arbeit war wohl sehr hart dort, und Sie haben auch geschildert, daß von den SS-Leuten und Kapos da verschiedene Menschen zu Tode gequält worden seien. Haben Sie etwas dagegen, wenn wir Ihre Aussage auf Tonband aufnehmen zur Stützung

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Bitte sehr.

 

Vorsitzender Richter:

Des Gedächtnisses des Gerichts? Ja. Sie haben also geschildert, daß die Arbeit auf dem Kommando sehr hart gewesen ist, daß dann verschiedene Leute auch zu Tode gequält, »auf der Flucht« erschossen worden sind. Können Sie sich heute noch erinnern an Personen, die daran schuld waren an dem Tod dieser Menschen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das waren in erster Linie zwei Kapos, zwei kriminelle Kapos. Einer hatte einen verkrüppelten Arm. Die Namen weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, die Namen wissen Sie nicht mehr.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Den Namen des Kommandoführers weiß ich auch nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie waren dann auch vorübergehend krank, beziehungsweise Sie meldeten sich krank, weil Sie Angst hatten, daß man Sie dort auch etwa zu Tod brächte?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Nein, es war nicht die Angst, es war die Sicherheit.

 

Vorsitzender Richter:

Die Sicherheit sogar?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Es wurden in der Früh beim Ausmarsch, nachdem wir das Lager verlassen haben, diejenigen bestimmt, die »heute« wie es hieß, »drankommen«. Das waren immer drei, vier Personen. Am Vormittag begann man einen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wer hat das bestimmt, Herr

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Die SS.

 

Vorsitzender Richter:

Die SS, und zwar welche

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Die Leute, die als Begleitmannschaft mit waren.

 

Vorsitzender Richter:

Als Begleitmannschaft mitkamen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie das gehört oder...

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich bin selbst eines Tages eben so genannt worden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Und die Leute sind [dann gequält worden]. Man hat sie geschlagen, man hat einen zum Beispiel an einem Vormittag an die zehnmal aufgehängt, wieder abgeschnitten, so lange, bis er gelaufen ist. Man hat bei den Quälereien immer gesagt: »Lauf, lauf, lauf!« Das war das sogenannte Auf-der- Flucht-Erschießen. Er ist über die Postenkette, dann hat man ein bißchen Ziel geschossen, und dann traf ein Schuß also tödlich. Und es war ein Samstag, als man vormittags auch mit mir begann. Ich wurde also geschlagen, mit demselben: »Lauf, lauf!« Ich bin nicht gelaufen. Am Sonntag war Gerätereinigen, und beim Einmarsch sagte man mir: »Am Montag bist du es, du Schwein.« Ich wußte also: Keine Chance mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Aus diesem Grund haben Sie sich krank gemeldet und sind zwei Tage nach dem Block 28 gekommen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und sind aber dort sehr schnell wieder herausgegangen, weil Sie Angst gehabt hatten, daß dort vielleicht bei einer Selektion auch Sie ausgewählt werden könnten, und sind aber dann nicht wieder nach Kobior zurückgekommen, sondern sind welchem Kommando zugeteilt worden?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Bauhof.

 

Vorsitzender Richter:

Bauhof, und zwar kamen Sie auf Block wieviel?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das war der Block neben der Häftlingsschreibstube.

 

Vorsitzender Richter:

22 oder 23?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich glaube 23.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, 23. Nun, hier waren Sie einige Wochen. Und wo kamen Sie dann hin?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Von dort kam ich ins SS-Revier.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, als Schreiber.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Als Schreiber.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Und zwar hat Sie wer dorthin geschickt?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich habe das über Werner Krumme erwirkt.

 

Vorsitzender Richter:

Krumme, ja. Haben Sie gesagt bei Ihrer Vernehmung, es wäre Krumme gewesen. Hier sind Sie auch nicht lang geblieben, kamen dann in verschiedene andere Dienststellen, ebenfalls als Schreiber, bei der Landwirtschaftsabteilung, beim Pferdestall, bei der Gärtnerei Rajsko und schließlich bei dem Fischerei- und Landwirtschaftsbetrieb Budy. Das stimmt so?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und dort waren Sie immer nur für einige Wochen als Schreiber tätig und kamen im Spätsommer 43 erneut in den HKB, weil Sie nunmehr wirklich erkrankt waren.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das stimmt. Dort sind Sie wie lange geblieben?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das war aber nicht Spätsommer 43.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagten im Spätsommer, ich

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Spätsommer 43, ja, nicht 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Dort bin ich, glaube ich, 14 Tage gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

14 Tage geblieben. Und dann kamen Sie in die Häftlingsbekleidungskammer?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und zwar als was?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Als Schreiber.

 

Vorsitzender Richter:

Als Schreiber. Dann haben Sie dort Ihren Dienst getan und, glaube ich, fielen dann irgendeinem der oberen SS-Führer auf, der Sie dann mitgenommen hat in eine andere Bekleidungskammer?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Nein. Es waren Divergenzen zwischen dem Kommandoführer und mir, der dann nach Birkenau versetzt wurde. Es kam ein anderer Kommandoführer. Und ich bin dann über Ersuchen einiger Häftlinge, nachdem der Kapo von der Wäscherei weg ist, in die Wäscherei gegangen.

 

Vorsitzender Richter:

So, da ist das ein anderer Fall, den ich eben im Sinne habe. Also Sie kamen jedenfalls als Häftlingsschreiber in die Bekleidungskammer.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war damals in der Bekleidungskammer maßgeblicher SS-Mann?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Der Unterscharführer Reichenbacher.

 

Vorsitzender Richter:

Reichenbacher. Ja. Ach so, jetzt weiß ich noch, da ist ein Mensch nachher einmal vernichtet worden und getötet worden außerhalb. Und da haben Sie gesagt: »Das habt ihr doch so gewollt.« Und auf diese Art und Weise sind Sie mit dem Reichenbacher da hintereinander gekommen. Richtig. Nun, sagen Sie bitte, kennen Sie aus dieser Zeit, wo Sie da in dem Stammlager Auschwitz I waren, den Angeklagten Kaduk?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und dann erzählen Sie jetzt einmal von sich aus, was Sie von ihm wissen und was Ihnen noch im Gedächtnis ist. Wann zunächst sind Sie nach Auschwitz gekommen, um das noch einmal festzuhalten? Nach Auschwitz Stammlager meine ich jetzt, ja.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Zurückgekommen oder von

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Zurückgekommen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Im Frühjahr 1943.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Sie meinten mal, im Mai 43 wäre es gewesen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Mag sein.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und von dieser Zeit berichten Sie uns bitte jetzt einmal.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Als ich in das Stammlager zurückkam, arbeitete ich zuerst am Bauhof, traf dann einen Freund aus Wien, der Lagerschreiber war, der mir dann die Bekanntschaft von Werner Krumme vermittelte. Und so kam ich dann zu den anderen Kommandos, wo ich nicht mehr körperlich die schwere Arbeit leisten mußte. Ich hatte damals 45 Kilo und war ziemlich am Ende. Rapportführer waren damals in Auschwitz Kaduk, Hartwig und Clausen. Ja, Clausen war damals auch schon dort. Als ich einige Zeit in Auschwitz selbst war, wußte ich aus den Erzählungen meiner Mithäftlinge, wie gefürchtet Kaduk sei, daß er ein wilder Schläger ist. Und als ich dann in die Bekleidungskammer als Schreiber kam, also im Stammlager selbst arbeitete und später auch in der Wäscherei, hatte ich vielfach Gelegenheit, Kaduk zu sehen, Kaduk zu beobachten. Ich hatte auch im Auftrag von Kaduk Wäsche einzuteilen, in Blöcke zu schaffen. Mir sind insbesondere bezüglich Kaduk einige Vorfälle in Erinnerung. Als im Jahr 1944 das Zigeunerlager aufgelöst wurde und ein Teil der Zigeuner in das Stammlager kam, und zwar in den abgegrenzten Teil neben Block 10, ging Kaduk eines Nachmittags in diesen abgegrenzten Teil hinein und schoß herum und verabreichte damals einem Zigeuner, der ihm dazu keinen Grund gegeben hat, einen Bauchschuß. Ob der Mann mit dem Leben davongekommen ist, weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wie? Das habe ich eben nicht ganz verstanden, und erreichte einen Zigeuner, der zum?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Nein, er schoß auf einen Zigeuner, und der Zigeuner bekam einen Bauchschuß.

 

Vorsitzender Richter:

Bekam einen Bauchschuß.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ob er am Leben geblieben ist oder nicht, weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wann war das ungefähr?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das war im Spätsommer 1944.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also ziemlich unmittelbar, nachdem die Zigeuner dahin verlegt worden waren.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Die Zigeuner blieben, soviel ich mich erinnern kann, nur einige Tage im Stammlager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Sie wurden entlaust, umgezogen und kamen dann auf Transport. Ich glaube, daß es nicht länger wie drei Tage waren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und in diesen drei Tagen haben Sie [+ das] gesehen. An welchem Wochentag

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Nein, gesehen habe ich es nicht. Ich habe es nur erfahren.

 

Vorsitzender Richter:

So. An welchem Wochentag soll sich das abgespielt haben?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das kann ich nicht mehr sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie nicht. Und wie haben Sie das erfahren, von wemß

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich habe es in der Bekleidungskammer erfahren.

 

Vorsitzender Richter:

Dort gesprächsweise wurde das erzählt.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Gesprächsweise.

 

Vorsitzender Richter:

Er hätte die Pistole gezogen und hätte nach einem Zigeuner geschossen, der einen Bauchschuß davongetragen hätte.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie selbst waren nicht zugegen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich war nicht Augenzeuge, nein.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie gesehen, wie der Mann abtransportiert worden ist?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben bei Ihrer Vernehmung gesagt: »Ich kam damals selbst dazu, als der Zigeuner abtransportiert und in den HKB gebracht wurde.«1 Haben Sie gesagt.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das war vor vier Jahren. Bitte, vielleicht habe ich es nicht mehr in Erinnerung, das mag sein.

 

Vorsitzender Richter:

Bei Ihrer Vernehmung am 20. Oktober 1960 vor dem Staatsanwalt Vogel, [...] auf 6.759. Dann haben Sie weiterhin gesagt: »Ich kam selbst dazu, als der Zigeuner abtransportiert und in den HKB gebracht wurde. Dabei sah ich auch Kaduk stehen. Im übrigen erfuhr ich den Geschehnisablauf in seinen Einzelheiten von Augenzeugen.«2 Also Sie sagen heute, Sie sind weder Zeuge gewesen dieses Vorfalls, noch haben Sie gesehen, wie der Zigeuner abtransportiert worden ist?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Bitte, ich kann mich heute nicht mehr erinnern, aber wenn ich es vor vier Jahren gesagt habe, wird es stimmen.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn Sie es damals gesagt haben, wird es stimmen.

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Ja, es ist schon etwas über vier Jahre vorbei.

 

Vorsitzender Richter:

Damals haben Sie dann auch weiter gesagt, Sie hätten Kaduk dabeistehen sehen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Das wird dann stimmen, wenn ich es damals gesagt habe. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wenn Sie es damals gesagt haben, wird es stimmen. Ja. Sie haben dann noch eine Begebenheit mit Kaduk erzählt. Können Sie sich da noch dran erinnern, ja?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja. Das war auch im Spätsommer 1944, anläßlich eines Abendappells. Ich war damals noch in der Bekleidungskammer, und zwar auf Block 16. Das war der Block, der vis à vis des Appellplatzes also war, wo der Lagerführer und der Rapportführer waren, wo auch dann bei Graf links der Bock gestanden ist. Der Appell verzögerte sich, weil ein Mann fehlte. Es wurden Suchkommandos ausgeschickt. Und aus dem Block neben meinem Block – das muß also Block 15 gewesen sein – wurde von Blockführern ein Häftling herausgetragen, herausgeschleppt und von Kaduk und von Clausen in Empfang genommen. Kaduk und Clausen begannen, auf den Häftling einzuschlagen, der mehrmals zu Boden ging. Kaduk ließ sich einen Kübel Wasser bringen, schüttete den Häftling immer wieder mit Wasser an, daß er wieder auf die Beine kam. Es wurde immer wieder hingeschlagen, bis der Häftling auf dem Rücken liegenblieb. Und nun stellten sich Kaduk und Clausen rechts und links vom Häftling auf und begannen, ihm mit ihren Stiefelabsätzen die Brust zu zertreten. [Pause] Das werde ich wohl nie vergessen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und das haben Sie nun mit eigenen Augen gesehen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Mit eigenen Augen. Auf eine geringe Entfernung.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Sie haben eben gesagt: Und Kaduk und Clausen begannen dann, mit den beschuhten Füßen ihm die Brust zu zertreten.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ah, den Brustkorb einzutreten, nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Den Brustkorb einzutreten. Könnten Sie uns das etwas näher schildern, wie sie das gemacht haben?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Sie haben abwechselnd mit dem Stiefelabsatz dem Häftling auf den Brustkorb getreten. Ich habe es krachen gehört, solange, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hat.

 

Vorsitzender Richter:

Draufgestellt haben sie sich nicht auf diesen Brustkorb?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Nein, Sie haben mit aller Kraft draufgetreten.

 

Vorsitzender Richter:

Mit aller Kraft draufgetreten.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Draufgetreten. Bitte, der Erinnerung [+ nach] war das ein – wie wir damals gesagt haben – ein »Muselmann«, also ein ganz abgemagerter Häftling. Und ich habe bis damals schon einiges gesehen gehabt, aber das war eine der schlimmsten Erinnerungen, die ich [von damals habe.]

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gab?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Also das ist ein eigenes Erlebnis mit eigenen Augen gewesen. Wissen Sie noch ungefähr, wann es gewesen ist? Sie haben gesagt, im Spätsommer 44

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Es muß im Spätsommer 44 gewesen sein. Ich erinnere mich sogar, es muß warm gewesen sein. Kaduk hatte keinen Mantel an, wir auch nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie bitte, können Sie sich an ein Gespräch erinnern, das Kaduk mit einem anderen SS-Mann geführt hat und bei dem Kaduk etwas erzählt hat von einem Erlebnis bei den Gaskammern?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja. Gleichzeitig, wie die Zigeuner in [unverständlich] waren, bekam die Bekleidungskammer den Auftrag, die gebadeten und entlausten Zigeuner frisch einzukleiden. Und zwar Männer und Frauen. Zu diesem Zweck mußten wir also in die Alte Wäscherei, Wäsche und Drillichanzüge bringen. Und zwar waren wir mit unseren Sachen im großen Baderaum. Es kamen zuerst die Männer, und es kamen dann die Frauen, die sich also vorher schon nackt ausziehen mußten, gebadet haben und dann bei uns vorbeigegangen sind und die Wäsche und die Kleider bekommen haben. Und da sind sehr, sehr oft Hartwig und Clausen und Kaduk dort herumgestanden. Und als als letzte Frau eine – der Muttersprache nach offensichtlich – Berlinerin hereinkam, die sehr groß gewachsen war und sich den Büstenhalter nicht ausziehen wollte, wurde sie also von einem der Rapportführer angewiesen, unbedingt sich also zu entkleiden und zu baden. Und als man also ihre Figur sah, begann Kaduk Hartwig und Clausen zu erzählen, wie angenehm das manchmal ist bei der Gaskammer, wenn er Frauen – so hat er gezeigt – also hineindrängt und dabei sich etwas spielte, die Brust.

 

Vorsitzender Richter:

Und da hat er [ausdrücklich] von der Gaskammer gesprochen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn man die Frauen in die Gaskammer hineindränge.

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Hineindrängte, jawohl, drängte.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

[Pause] Da stand Kaduk von mir entfernt, so weit wie vielleicht die zwei Justizwachbeamten. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Etwa drei Meter. [Pause] Also das haben Sie mit eigenen Ohren gehört.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Können Sie uns sonst noch etwas schildern, was irgendwie präzise

 

Zeuge Friedrich Skrein [unterbricht]:

Nur das Allgemeine, was bekannt ist, ja, ja.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nur das Allgemeine, das ist uns bereits bekannt. Ist von seiten des Gerichts noch eine Frage. Von seiten der Staatsanwaltschaft?

 

Staatsanwalt Vogel:

Nur eine Frage, Herr Doktor Skrein: Haben Sie den Angeklagten Kaduk auch beobachtet beim Ein- und Ausmarsch der Arbeitskommandos, wie er sich da verhalten hat den Häftlingen gegenüber?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja, ja. Ja.

 

Staatsanwalt Vogel:

Können Sie das noch mal schildern?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja. Es war Usus von seiten der Rapportführer und von einigen Blockführern, beim Einmarsch rechts und links des Tors sich aufzustellen. Und bei Häftlingen, die also einfach nicht mehr konnten, aus dem Gleichschritt gekommen sind oder sich nicht gut gehalten haben oder sonst irgendwie ihnen aufgefallen sind, einfach hineinzuprügeln.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Und hat sich Kaduk da besonders hervorgetan, oder war er...

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Kaduk war das gefürchtetste Wesen im Lager, ein furchtbarer Schläger. Ich erinnere mich auch, von dem damaligen Läufer der Rapportführer, vom Rolf Mayer, mit dem ich dann, als ich in der Wäscherei war, zusammengewohnt habe, der also in der Rapportführerstube Dienst gemacht hat, gehört zu haben, daß Kaduk, Hartwig und Clausen es sich zum Spaß machten, Häftlinge auszuwählen beim Einmarsch, in die Rapportführerstube zu bringen, sich Boxhandschuhe anzuziehen und mit ihren Köpfen Punchingball zu spielen.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie erzählt bekommen?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Vom Rolf Mayer, der also Dienst hatte in der Rapportführerstube. Nachdem ich also da drinnen nichts zu tun hatte, konnte ich es selbst nicht sehen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke schön, ich habe keine Frage mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Ormond.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ich habe nur eine Frage, Herr Zeuge, zur Charakterisierung der Verhältnisse im Lager, Herr Vorsitzender, Seite 6.756.3 Sie selbst waren ja in der Bekleidungskammer tätig gewesen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Würden Sie ganz kurz bitte etwas darüber sagen, über diese Schiebungen zwischen der Bekleidungskammer und dem Häftlingslebensmittelmagazin?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja, der Kommandoführer Reichenbacher hat mich beauftragt, und zwar war das entweder jeden Freitag oder jeden Samstag, zum Unterscharführer Schebeck zu gehen, der das Häftlingsmagazin, also Essensmagazin unter sich hatte, und ihm meistens so einen Sack Zucker, Margarine, Fleisch, Wurst zu bringen. Das war für seine Familie bestimmt.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Umgekehrt hat der andere dann wieder dem vom Lebensmittelmagazin andere Dinge abgegeben, sagten Sie damals, glaube ich, nicht?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Wer?

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ihr Vorgesetzter hat dem anderen dann wieder, sozusagen im Austausch, für den persönlichen Bedarf aus dem Bekleidungsmagazin Dinge abgegeben.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ja, es waren ja in der Häftlingsbekleidungskammer also nicht nur Drillichanzüge, sondern auch ein Menge Wäsche, die aus »Kanada« kam. Und ich hatte ja – bitte, ich weiß nicht, ob man das Bilanzen nennen kann – die Abrechnungen zu machen, von denen Reichenbacher also nicht viel verstand. Und es mußte immer stimmen, obwohl also Unmengen an Wäsche vom Kommandoführer selbst und vom Rottenführer Lechner verschoben wurden. Also ist zweifelsohne auf diese Weise der Austausch zustande gekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Danke sehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Kaul.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Keine.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte. Keine Frage. Von seiten der Verteidigung des Angeklagten Kaduk? [...] Keine Frage. Kaduk selbst, wollen Sie eine Erklärung abgeben?

 

Angeklagter Kaduk:

Ich gebe keine Erklärung ab.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Erklärung abgeben. Was hier der Zeuge erzählt hat, ist doch eigentlich sehr gravierend. Und ich meine, wenn auch manches passiert ist in Auschwitz, so eine Sache müßte doch eigentlich noch im Gedächtnis bleiben, wenn sie passiert sei.

 

Angeklagter Kaduk:

Mir bleibt sie im Gedächtnis.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber sie geben keine Erklärung ab.

 

Angeklagter Kaduk:

Dann will ich Ihnen eben doch eine Erklärung geben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, dann gehen Sie bitte ans Mikrofon.

 

Angeklagter Kaduk:

[Pause] Herr Direktor, Anfang 43, Februar oder März, sind sämtliche Zigeuner vom Stammlager nach dem Zigeunerlager gekommen. Da hatten wir im Stammlager keine Zigeuner, wie mir bekannt ist. Zweitens, im Bock 10 waren keine Zigeuner, in Block 10 waren nur gewesen Frauen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nicht im Block 10, das haben Sie falsch verstanden. Das hat der Zeuge nicht gesagt. Er hat gesagt, im Anschluß an Block 10.

 

Angeklagter Kaduk:

Na, überhaupt, Herr Direktor, überhaupt gar keine Zigeuner. Die Zigeuner wurden 1943 verlegt nach Birkenau und die

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Der Zeuge hat ja auch gesprochen vom Sommer 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Kaduk:

Und im Sommer 44 waren überhaupt keine Zigeuner, Herr Staatsanwalt, im Lager.

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Wir haben aber doch schon gehört, daß nach der Liquidierung des Zigeunerlagers oder im Zusammenhang damit ein Teil erst ins Stammlager kam.

 

Angeklagter Kaduk:

Ja, wir bekamen nicht

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Das haben andere Zeugen auch geschildert.

 

Vorsitzender Richter:

Auch der Eder hat gesagt, daß im Sommer 44 für einige Tage Zigeuner in dem Hauptlager waren, im Stammlager. Und hier der Zeuge sagt ja, sie sind neu eingekleidet worden. Anscheinend sind sie dann auf Transport gegangen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ganz richtig, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sind woanders hingegangen.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Es ist sogar der Teil, in dem die Zigeuner waren, mit Draht abgegrenzt worden. Ich kann mich sogar daran erinnern, daß die Zigeuner ihre Musikinstrumente mitgehabt haben. Es muß das über das Wochenende gewesen sein, weil sie sogar am Sonntag, glaube ich, Musik gemacht haben. Die anschließenden vis à vis gelegenen Krankenbauten waren besetzt von Häftlingen, die sich das angeschaut haben. Das war ein Transportdurchgang der Zigeuner.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Angeklagter Kaduk:

Ich kann mich nicht mehr erinnern, Herr Direktor. Ich weiß es nur genau, daß es keine Zigeuner waren. Es waren Transporte, drei Transporte sind gegangen, und zwar am 30. August 1944. Ein Transport ist nach Bremen gegangen, ein Transport ist nach Neuengamme gegangen. Da sind drei Transporte gegangen, wie ich mich noch erinnern kann. Und nach Sachsenhausen ist ein Transport gegangen. An Zigeuner kann ich mich gar nicht erinnern. Zigeuner hatten wir 43 und 44 überhaupt keine.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie war das mit dem Mann, der beim Appell von Clausen und Ihnen angeblich zusammengetreten worden sein soll?

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Direktor, das ist nicht wahr.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist nicht wahr?

 

Angeklagter Kaduk:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Gut.

 

Angeklagter Kaduk:

Das werde ich Ihnen gleich von vornherein erzählen. Es werden vielleicht mehrere Zeugen kommen, damit ich da...

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie einmal so eine Erzählung da mit dem Hartwig zusammen geführt?

 

Angeklagter Kaduk:

Nein, so eine Erzählung im Lager

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Daß Sie Leute in die Gaskammer geschoben hätten?

 

Angeklagter Kaduk:

Das haben ja alle gewußt, daß sie nach Birkenau gekommen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, daß Sie welche in die Gaskammer mit eigenen Händen hineingeschoben hätten.

 

Angeklagter Kaduk:

Nein, das hatte ich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wobei Sie die Frauen an der Brust gegriffen hätten.

 

Angeklagter Kaduk:

Nein, das habe ich im Lager vor Häftlingen überhaupt nicht erzählt.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, ob Sie es dem Hartwig damals erzählt haben?

 

Angeklagter Kaduk:

Na, gar nicht. Wir haben uns überhaupt gar nicht unterhalten. Im Lager überhaupt nicht. Da haben wir ja Zeit gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Na, Sie werden doch mit Hartwig sich mal unterhalten haben.

 

Angeklagter Kaduk:

Aber über solche Dinge nicht, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht?

 

Angeklagter Kaduk:

Da konnten wir ja auch in der Schreibstube uns unterhalten.

 

Staatsanwalt Vogel:

Auch dann nicht, wenn Sie betrunken waren?

 

Angeklagter Kaduk:

Was heißt betrunken [unverständlich].

 

Staatsanwalt Vogel:

Das scheint doch ziemlich oft der Fall gewesen zu sein.

 

Angeklagter Kaduk:

Daß ich mal vielleicht angetrunken war, das streite ich ja gar nicht ab.

 

Vorsitzender Richter:

So. Gab es sonst noch etwas zu sagen?

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Direktor, beim Appell habe ich niemanden totgetrampelt, auch Hartwig nicht.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Angeklagter Kaduk:

Das ist nicht wahr.

 

Vorsitzender Richter:

Dann nehmen Sie bitte wieder Platz.

 

Angeklagter Kaduk:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich erinnere mich noch an etwas, an die Exekution am 30. Dezember 1944. Wie unsere zwei Wiener Freunde, ein Pole und noch zwei andere Häftlinge4 aufgehängt wurden. Wie diese Häftlinge, schon unter dem Galgen stehend, von Hartwig und Kaduk verprügelt wurden. Mit der Schlinge um den Hals. [...] Am 30. Dezember 1944.

 

Vorsitzender Richter:

44. Sonst sind keine Fragen mehr zu stellen? Keine Erklärungen mehr abzugeben? Herr Zeuge, können Sie das, was Sie uns gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie den Eid in bürgerlicher oder religiöser Form leisten?

 

Zeuge Friedrich Skrein:

In religiöser.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

In der religiösen Form ist es üblich. Ich spreche Ihnen den Eid vor: Sie schwören bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben. Heben Sie bitte die rechte Hand, und sprechen Sie mir nach: Ich schwöre es.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

Ich schwöre es.

 

Vorsitzender Richter:

So wahr mir Gott helfe.

 

Zeuge Friedrich Skrein:

So wahr mir Gott helfe.

 

Vorsitzender Richter:

Ich danke schön. Gegen die Entlassung des Zeugen ist nichts einzuwenden. Der Zeuge wird im allseitigen Einverständnis sämtlicher Prozeßbeteiligten entlassen.

 

– Schnitt –

 

 

 

1. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 20.10.1060 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 39, Bl. 6.750.

2. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 20.10.1060 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 39, Bl. 6.750.

3. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 20.10.1060 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 39, Bl. 6.752-6.762.

4. Am 30.12.1944 wurden Ernst Burger, Rudolf Friemel, Ludwig Vesely, Piotr Piaty und Bernard Swierczyna gehängt. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 954.

 

 
 
 
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