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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

102. Verhandlungstag, 19.10.1964 und 103. Verhandlungstag, 22.10.1964

 

Vernehmung der Zeugen Rudolf Rybka und Ryszard Nolewajka

 

Vorsitzender Richter:

Unterstützung des Gedächtnisses des Gerichts.

 

Dolmetscher Jarolim:

Jste srozumen s tím, že bude vaše vý poved nahrána na magnetofon?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

[unverständlich]

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rybka, Sie heißen mit Vornamen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Rudolf.

 

Vorsitzender Richter:

Rudolf. Wie alt sind Sie?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak jste stár?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

1916 geboren.

 

Vorsitzender Richter:

Dann sind Sie heute wie alt?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

48. [...]

 

Vorsitzender Richter:

48 Jahre alt sind Sie noch nicht. Sie sind erst 47. Sie werden 48, im November.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Im November, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

47 Jahre alt. Sind Sie verheiratet?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jawohl.

 

Dolmetscher Jarolim:

Verheiratet.

 

Vorsitzender Richter:

Von Beruf?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ich war selbstständiger Kaufmann.

 

Vorsitzender Richter:

Und jetzt?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jetzt bin ich Rentner und Leiter eines Kinos. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Also wollen wir sagen Rentner, nicht? Und

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Hauptsächlich bin ich Kinoleiter. [...]

 

Vorsitzender Richter:

So, also Kinoleiter. Sie wohnen wo?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kde bydlíte?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kyjovice.

 

Dolmetscher Jarolim:

Kyjovice.

 

Vorsitzender Richter:

Kyjovice, Kreis Troppau. Sie sind mit den Angeklagten nicht verwandt und verschwägert?

 

Dolmetscher Jarolim:

Nejste s obžalovaným spríznen nebo sešvagren. — Nicht verwandt und nicht verschwägert.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rybka, ich muß Sie bitten, unabhängig von Ihrer Eidespflicht, uns heute nur die reine Wahrheit zu sagen. Denn die Belastungen, die Sie hier bei Ihren bisherigen Vernehmungen ausgesprochen haben, sind außerordentlich ernst und schwer. Wir haben nur das Interesse daran, hier die Wahrheit zu erforschen, und Sie würden sich einer schweren Verfehlung und auch einer schweren Sünde schuldig machen, wenn Sie hier von der Wahrheit abweichen. Ja?

 

Dolmetscher Jarolim:

Rozumel jste všemu?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Rozumel.

 

Vorsitzender Richter:

Im Jahr 1938 haben Sie ein Lebensmittelgeschäft geführt, wurden dann zur Deutschen Wehrmacht gemustert, haben bei Ihrer Einberufung sich geweigert, in der Deutschen Wehrmacht Dienst zu tun, und sind zunächst wieder entlassen worden. Stimmt das?

 

Dolmetscher Jarolim:

Mel jste v tricátém osmém roce obchod s potravinami, byl jste potom povolán do nemecké armády, odmítl jste a byl jste propušten?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Vorsitzender Richter:

Nein?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, wie war es denn?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak to bylo?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V roce devatenáctset tricet osm jsem mel Lebensmittelobchod.

 

Dolmetscher Jarolim:

Im Jahre 1938 habe ich ein Lebensmittelgeschäft gehabt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V roce devatenáctset tricet devet byly v Sudetech takzvané odvody

 

Dolmetscher Jarolim:

Im Jahre 1939 waren im Sudetenland die sogenannten Einberufungen zur Wehrmacht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Musterungen.

 

Vorsitzender Richter:

Musterungen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ach, Musterungen, ja, Musterungen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To byly odvody, kde jsem normálne šel, jako každý jiný Cech. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Da waren die Musterungen, zu denen ich, wie jeder andere normale Tscheche, auch gegangen bin.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Po odvodech jsem vubec s nikým o nicem nemluvil a mel jsem normálne klid, až v roce devatenáctset ctyricet

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich hatte nach den Musterungen ein normales Leben geführt, hatte meine Ruhe, bis zum Jahre 1940.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

40 habe ich einen Briefumschlag — dostal jsem zalepenou obálku doporucene — eingeschrieben.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bekam ich ein Einschreiben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A v této obálce byla vojenská knížka.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und in diesem Einschreiben war ein Militärbuch.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tato vojenská knížka prišla z Wehrbezirkskommando Nový Jicín

 

Dolmetscher Jarolim:

Dieses Militärbuch kam vom Wehrbezirkskommando Neu-Titschein.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A podepsaný byl Hauptmann von Herringen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und war unterschrieben vom Hauptmann von Herringen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na základe této vojenské knížky jsem pak dostal predvolání a mel jsem nastoupiti do nemecké branné moci.

 

Dolmetscher Jarolim:

Aufgrund dieses Militärbuches sollte ich dann zur Deutschen Wehrmacht eingezogen werden, den Dienst antreten.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jel jsem ihned na Wehrbezirkskommando do Opavy

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich bin sofort zum Wehrbezirkskommando nach Troppau gefahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A tam jsem prohlásil, že moje materská rec je ceská a že v žádném prípade rukovat nebudu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und habe dort erklärt, daß meine Muttersprache die tschechische Sprache ist und daß ich auf keinen Fall einrücken werde.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Dustojník, který tam se mnou jednal mne rekl:

 

Dolmetscher Jarolim:

Der Offizier, der mit mir dort sprach, hat mir gesagt:

 

Zeuge Rudolf Rybka:

»Prosím, dostanete dve hodiny na rozváženou«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Sie erhalten eine Bedenkzeit von zwei Stunden«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

»A když nenastoupíte vojenskou službu«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Und wenn Sie den Militärdienst nicht antreten«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

»Tak kamarádi, kterí mají rukovat s vámi zítra v poledne ve trináct hodin, vás na tomto míste, co vidíte z okna, odstrelí.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Wenn Sie also nicht innerhalb der zwei Stunden sich entscheiden und einrücken, dann werden die Kameraden, die mit Ihnen einrücken, Sie da draußen erschießen. Auf dem Platz, den Sie von hier sehen.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Za dve hodiny jsem byl znovu volán pred tohoto dustojníka

 

Dolmetscher Jarolim:

In zwei Stunden wurde ich von neuem zu diesem Offizier gerufen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A prohlásil jsem jasne, že moje materská rec je ceská a že v žádném prípade nenastoupím.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich erklärte ihm, daß meine Muttersprache die tschechische Sprache ist und ich auf keinen Fall einrücken werde.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Potom me tento dustojník propustil

 

Dolmetscher Jarolim:

Dann hat mich dieser Offizier entlassen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A ríkal mi, že konsekvence potáhnu sám za sebe.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und sagte mir, daß ich die Konsequenzen selbst zu tragen habe.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pak jsem byl doma až do jedenáctého brezna devatenáctset ctyricet dva.

 

Dolmetscher Jarolim:

Dann war ich daheim bis zum 11. März 1942.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A v tento den bylo z naší obce zatceno více lidí, mezi nimi i já.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und aus dieser Gemeinde wurden an diesem Tag mehrere Leute verhaftet, und darunter war auch ich.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To by bylo vše.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das wäre alles.

 

Vorsitzender Richter:

Was hat man Ihnen damals vorgeworfen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Co vám tedy vycítali?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kdo?

 

Dolmetscher Jarolim:

Wer, bitte?

 

Vorsitzender Richter:

Derjenige, der Sie verhaftet hat.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ten, kdo vás zatkl.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Zatýkal me gestapák Büchner z Opavy.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es haben mich der Gestapomann Büchner aus Troppau verhaftet

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Und Smetana.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und der Smetana.

 

Vorsitzender Richter:

Und was haben die Ihnen vorgeworfen und als Grund für die Verhaftung angegeben?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Gründe für die Verhaftung waren: Ich habe die Wehrdienstverweigerung unterschrieben und fremde Hörer

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ausländische Sender abgehört. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kamen zunächst nach Beuthen, und wann kamen Sie nach Auschwitz?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdy jste prišel tedy do Osvetimi?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Sedmnáctého dubna devatenáctset ctyricet dva jsem byl odvezen z Opavy.

 

Dolmetscher Jarolim:

Am 17. April 1942 wurde ich aus Troppau abtransportiert.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jednu noc jsem prespal v Ostrave.

 

Dolmetscher Jarolim:

Eine Nacht habe ich in Ostrau verbracht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A tri noci v Beuthen, Oberschlesien.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und drei Nächte in Beuthen, Oberschlesien.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pak jsem byl poslán do Osvetimi s jedním židovským transportem, který odcházel z beutenské veznice.

 

Dolmetscher Jarolim:

Dann wurde ich nach Auschwitz mit einem Transport von Juden, der aus dem Beuthener Gefängnis zusammengestellt wurde, abtransportiert.

 

Vorsitzender Richter:

In Auschwitz wurden Sie dem Kommando Harmense-Teichwirtschaft zugeteilt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja, v Osvetimi jsem byl tri dny na takzvané karanténe na bloku jedenáct

 

Dolmetscher Jarolim:

In Auschwitz war ich zunächst drei Tage auf der Quarantäne in Block 11.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Potom jsem pracoval na ruzných komandech, jako Bauhof, Holzhof, Straßenbau Buna-Monowitz, IG Farben

 

Dolmetscher Jarolim:

Dann habe ich in verschiedenen Kommandos, die ich eben gesagt habe, gearbeitet.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A desátého šestý d evatenáctset ctyricet dva jsem byl preložený do kommanda Harmense-Teichwirtschaft.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und am 10.6.1942 wurde ich in das Kommando Harmense-Teichwirtschaft versetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Vom 11.6.42 ab, wie lange blieben Sie bei diesem Kommando?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak dlouho jste zustal u toho komanda?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

U tohoto komanda jsem byl až do desátého nebo patnáctého srpna devatenáctset ctyricet dva. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Vom 10. bis 15.9.1942.

 

Vorsitzender Richter:

10. bis 15.9.1942 in Harmense.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte? Nur langsam, er kommt wieder hin. Dann bekamen Sie Typhus, oder was wollten Sie grade sagen, ja? [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tyfus. Dostal jsem tyfus

 

Dolmetscher Jarolim:

Er ist an Typhus erkrankt

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A byl jsem odvezený do hlavního tábora.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und wurde in das Stammlager gefahren. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wo waren Sie im Stammlager untergebracht?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kde jste byl

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Im Stammlager, da war ich — tam jsem byl na bloku trináct

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf dem Block 13.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Byla to drevená baráka, jenom pro nemocné tyfem, byla zvlášt k tomu úcelu v roce ctyricet dva postavena.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es war eine Holzbaracke, die nur eigens für Typhuskranke im Jahr 1942 errichtet worden ist.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lange blieben Sie in dieser Baracke?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak dlouho jste zustal v tomto baráku?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V této barace jsem zustal až do dvacátého sedmého nebo do dvacátého osmého srpna ctyricet dva.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bis zum 28. August 1942.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Herr Zeuge, wenn Sie zwischen dem 10. und 15. September dort hingekommen sind, können Sie nicht am 28. August entlassen worden sein. Das ist ausgeschlossen

 

Dolmetscher Jarolim:

Když jste tam prišel patnáctého zárí

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Já ríkám ne desátého zárí. Desátého srpna.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ach, Entschuldigung, das muß heißen 10. bis 15. August 1942.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja, was ist jetzt richtig, August oder September?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Achter Monat

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

August.

 

Vorsitzender Richter:

August. Und am 28. August kamen Sie aus der Baracke heraus?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Osmadvacátého me vysvobodil z této baráky, vytáhl z této baráky, polský vezen Targosz a opavský vezen Kožík.

 

Dolmetscher Jarolim:

Am 28. August haben mich aus dieser Baracke ein polnischer Häftling und ein Troppauer Häftling herausgenommen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože vedeli, že celá tato baráka pujde dne dvacátého devátého osmý do plynu. V této baráce bylo približne asi osmset až tisíc lidí.

 

Dolmetscher Jarolim:

Diese beiden Häftlinge haben mich aus der Baracke herausgenommen, weil sie wußten, daß nämlich am 29. August diese ganze Baracke ins Gas geht. Das waren ungefähr 800 Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo sind Sie dann hingekommen?

 

Dolmetscher Jarolim:

A kam jste prišel Vy?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem prišel na Schonungsblock.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kam in den Schonungsblock.

 

Vorsitzender Richter:

Nummer?

 

Dolmetscher Jarolim:

Císlo?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Císlo devatenáct

 

Dolmetscher Jarolim:

Nummer 19

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kde jsem se seznámil s ceským veznem Hanákem, který tam byl telocvikárem.

 

Dolmetscher Jarolim:

Wo ich mit dem tschechischen Häftling Hanák bekannt wurde, der dort Turnen und Freiübungen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nemocné vezne cvicil.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mit den kranken Häftlingen übte. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Hanák, der war auf Block 19?

 

Dolmetscher Jarolim:

A ten byl na bloku devatenáct?

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sind

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

On on nebyl

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Am 28.8. ebenfalls auf 19 gekommen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lange blieben Sie dort?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak dlouho jste zustal na tom bloku?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na tomto bloku jsem zustal dva nebo tri dny

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf diesem Block blieb ich drei Tage.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A potom pro me prijeli z Harmense, povoz s konmi

 

Dolmetscher Jarolim:

Und dann kam aus Harmense ein Pferdegespann mit einem Kutscher.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

S Rottenführerem, já nevím, jak on se nazýval, [Traugott] Thran nebo tak nejak. Thran se nazýval.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mit Namen Thran.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

SS-Rottenführer.

 

Vorsitzender Richter:

Steht hier nicht drin.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A vezen Izydor Kornacki

 

Dolmetscher Jarolim:

Und der Häftling Izydor Kornacki. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Kornacki und Thran, die kamen mit einem Pferdegespann. Und was wollten die?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Privezli do tábora vezne Domanského.

 

Dolmetscher Jarolim:

Die haben den Häftling Domanski in das Lager gebracht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Který byl naším takovým sanitákem.

 

Dolmetscher Jarolim:

Der unser Sanitäter war.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A který taktéž onemocnel na tyfus.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und der ebenfalls an Typhus erkrankt war.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

No, když Domanského dali do tábora, zpátky vzali me, protože já jsem pred tím, on náš [unverständlich] Vlenartovicz byl tak y na tyfus nemocný, ale ten odjíždel asi o týden nebo deset dnu drív, než já...

 

Dolmetscher Jarolim:

Tak ješte jednou. Privezli koho? Jak se jmenoval?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Domanski.

 

Dolmetscher Jarolim:

Domanského privezli a vás vzali.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Privezli do tábora

 

Dolmetscher Jarolim:

Domanski hat man ins Lager gebracht, und mich hat man aus dem Lager herausgenommen.

 

Vorsitzender Richter:

Ging denn das so ohne weiteres, daß Sie da

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Šlo to beze všeho?

 

Vorsitzender Richter:

Herausgenommen wurden? Mußte das nicht erst von der Arbeitsverwaltung oder von der Kommandantur oder von irgendeinem Blockführer oder Rapportführer oder sonst jemanden befohlen werden? Konnten Sie da einfach so ausgewechselt werden?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

No, to zcela jednoduché nebylo, protože já jsem mel ale spoustu veznu známých

 

Dolmetscher Jarolim:

Es war nicht so sehr einfach, aber ich hatte eine Menge von bekannten Häftlingen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A hlavne, Arbeitsdienstler Werner Krumme.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und hauptsächlich den Arbeitsdienstler Werner Krumme.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A znal jsem se taky z komanda Harmense-Teichwirtschaft SS-Arbeitsdienstführerem Emmerichem.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und habe auch das Kommando Harmense-Teichwirtschaft gekannt mit dem SS-Arbeitsdienstführer Emmerich.

 

Vorsitzender Richter:

Und waren die unterrichtet davon, daß Sie wieder nach Harmense gingen?

 

Dolmetscher Jarolim:

A byli o tom zpraveni, že se zase vrátíte do Teichwirtschaft?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Werner Krumme ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Werner Krumme ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und sind Sie dann mit den Leuten

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Er hat mir dazu geholfen.

 

Vorsitzender Richter:

Zurückgefahren, sofort nach Harmense?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Bin ich, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das muß gewesen sein am 31. August?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne, to bylo prvního anebo druhého devátý.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das war am 1. oder 2. September.

 

Vorsitzender Richter:

Also, wenn Sie am 28. hinkamen in den Block 19 und am 28., 29., 30. dort blieben, müßten Sie eigentlich am 31. zurück nach Harmense gekommen sein. Sie sagten, drei Tage wären Sie dort gewesen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Circa drei Tage.

 

Dolmetscher Jarolim:

Približne. — Also, circa drei Tage.

 

Vorsitzender Richter:

Circa drei Tage. Und Sie sagen also, Sie sind nicht am 31., sondern am?

 

Dolmetscher Jarolim:

Am 1. oder 2.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

1. oder 2.9. war das [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

1. oder 2.9. sind Sie mit dem Pferdefuhrwerk mit Kornacki und Thran zurückgefahren nach Harmense?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah nun auf dieser Fahrt?

 

Dolmetscher Jarolim:

Co se stalo na této ceste?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

No, na této ceste jsme ješte pribrali u SS kuchyne... Dolmetscher Jarolim:

Unterwegs haben wir an der SS-Küche noch jemanden aufgenommen.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war das? [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo to byl?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To byl SS-Sturmmann Pomreinke z Rumunska.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das war der SS-Sturmmann Pomreinke aus Rumänien.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tento si naložil takový veliký balík. Kufr.

 

Dolmetscher Jarolim:

Der hat ein großes Paket aufgeladen. Einen Koffer.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A sedel s SS Rottenführerem Thranem vzadu za námi na tom voze.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und saß mit dem SS-Rottenführer Thran hinter uns auf dem Wagen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem sedel po pravé strane, Kornacki na levé strane a rídil kone.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich saß auf der rechten Seite, Kornacki links und führte das Gespann.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jednoho.

 

Dolmetscher Jarolim:

Also einen Einspänner.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když jsme predjíždeli asi šestset až osmset metru od SS-manské kuch yne, v té zatácce

 

Dolmetscher Jarolim:

Als wir ungefähr 600 bis 800 Meter von der SS-Küche weggefahren waren

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Zacli jsme predjíždet jedno komando

 

Dolmetscher Jarolim:

Fuhren wir in ein Kommando

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Které nosilo slamníky z tábora

 

Dolmetscher Jarolim:

Welches Strohsäcke aus dem Lager getragen hat.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V poctu asi ctyriceti lidí.

 

Dolmetscher Jarolim:

In der Zahl von ungefähr 40 Mann.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ctyricet lidí, ano.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten die die Strohsäcke aus dem Lager bis zu dieser Stelle hingetragen, oder waren die Strohsäcke dort hingefahren worden?

 

Dolmetscher Jarolim:

Ty slamníky tam

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nosili.

 

Dolmetscher Jarolim:

Sie haben sie getragen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Getragen.

 

Vorsitzender Richter:

Aus dem Lager bis dorthin. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když jsme toto komando zacli predjíždet

 

Dolmetscher Jarolim:

Als wir dieses Kommando überholt haben

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Zpozorovali jsme, že proti nám prijíždí otevrené auto. Osobní.

 

Dolmetscher Jarolim:

Merkten wir, daß uns ein Pkw entgegenkam, und zwar ein offener Pkw.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když toto auto zpozoroval Rottenführer Thran, narídil Kornackému, aby sjel z cesty

 

Dolmetscher Jarolim:

Als der Rottenführer Thran diesen Pkw bemerkte, hat er dem Kornacki befohlen, von dem Weg herunterzufahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na pravou stranu

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf die rechte Seite

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A zustat stát.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und stehenzubleiben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když zustal stát

 

Dolmetscher Jarolim:

Als er stehenblieb

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To auto zustalo taky pred námi stát

 

Dolmetscher Jarolim:

Blieb das Auto auch vor uns stehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A z tohoto auta vystoupil:

 

Dolmetscher Jarolim:

Und aus diesem Auto stieg aus:

 

Zeuge Rudolf Rybka:

SS-Hauptsturmführer Mulka, kterého jsem znal.

 

Dolmetscher Jarolim:

SS-Hauptsturmführer Mulka, den ich kannte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A poznám ho ješte dnes.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich erkenne ihn auch heute.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V žádném prípade se nemohu mýlit.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kann mich in keinem Fall irren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Okrikoval SS-many, kterí toto komando doprovázeli.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er hat die SS-Männer, die dieses Kommando begleiteten, angeschrieen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Proc, to já nevím.

 

Dolmetscher Jarolim:

Warum, weiß ich nicht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale srozumel jsem tolik

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe aber so viel verstanden

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Že z tech slamníku padala drevitá vlna a

 

Dolmetscher Jarolim:

Daß aus diesen Strohsäcken Holzwolle herausfiel

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A fekálie.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und Fäkalien.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože tyto byly úplne promocené

 

Dolmetscher Jarolim:

Die waren vollkommen durchweicht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Po lidech, kterí na nich leželi, tyfusových

 

Dolmetscher Jarolim:

Weil auf ihnen Leute gelegen hatten, die typhuskrank waren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mulka na ne kricel, že mají dávat pozor, aby tyto slamníky nosili tím rozparkem nahoru.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mulka hat sie angeschrieen, Sie sollen die Strohsäcke mit dem Teil, der offen ist, nach oben tragen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja. [Pause] Aby na cestu nepadaly žádné

 

Dolmetscher Jarolim:

Damit auf den Weg keine Stroh- oder Holzwollreste fallen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pravdepodobne, to je má domnenka. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Das ist jetzt meine Vermutung.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pravdepodobne mel strach, aby nekdo nedostal tyfus.

 

Dolmetscher Jarolim:

Vermutlich hatte er Angst, daß jemand Typhus bekommt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože v tuto dobu zemrely v Osvetimi taky manželky nekolika SS-manu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Denn es sind zu dieser Zeit von einigen SS-Männern die Frauen gestorben, und zwar in Auschwitz. — Na tyfus.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

An Typhus, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat die Leute zurechtgewiesen und hat ihnen gesagt, sie möchten die Strohsäcke mit der Öffnung nach oben tragen. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Najednou jsem videl, že Mulka je celkem rozcilen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mulka war sehr aufgeregt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Vytáhl pistoli

 

Dolmetscher Jarolim:

Hat die Pistole gezogen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A do tech nejbližších trech veznu, kterí nesli tyto... ponevadž chodili v trojicích

 

Dolmetscher Jarolim:

Sie gingen also zu dritt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na jednoho toho vezne vystrelil dve rány.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er hat auf einen dieser Häftlinge zwei Schüsse abgegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Was heißt, sie gingen zu dritt? Wer ging zu dritt?

 

Dolmetscher Jarolim:

Zu dritt nebeneinander.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

In Dreierreihen. Ja?

 

Dolmetscher Jarolim:

Dreierreihen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A po stranách SS.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und seitlich dann die SS.

 

Vorsitzender Richter:

Und hat die Pistole gezogen. Nun weiter.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Strelil do jednoho vezne dve rány, tento ihned upadl

 

Dolmetscher Jarolim:

Er hat auf den einen Häftling zwei Schüsse abgegeben, der ist sofort hingefallen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Vtom v tomto komande nastal nepokoj a zmatek

 

Dolmetscher Jarolim:

Es entstand natürlich eine Unruhe. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A zmatek, ano. [...] A ti vezni, kterí byli na jeho úrovni, protože on stál proti nám a proti tem veznum, tito se chteli otocit a chteli se nejak dostat pryc z jeho blízkosti.

 

Dolmetscher Jarolim:

Die Häftlinge, die mit den Strohsäcken in seiner Nähe waren, die wollten aus seiner Nähe wegkommen und haben sich umgedreht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja. A Mulka strelil do druhého dve rány.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und Mulka hat auf den nächsten auch zwei Schüsse abgegeben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když strelil do toho druhého, videl jsem dobre

 

Dolmetscher Jarolim:

Als er den zweiten angeschossen hatte, da sah ich genau

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Videl jsem dobre, že tento vezen se ješte schovával za ten slamník a z rukávu m u tekla krev.

 

Dolmetscher Jarolim:

Daß der sich hinter diesem Strohsack versteckte, und aus dem Ärmel floß Blut.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mulka jej obskocil

 

Dolmetscher Jarolim:

Mulka ist um sie herumgesprungen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A vystrelil ješte další dve rány.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und hat noch weitere zwei Schüsse abgegeben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Potom zastrelil ješte tretího, celou tu jednotku.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und dann hat er noch einen dritten erschossen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, bis jetzt waren wir erst an zweien. Sie haben gesagt: »Erst hat er zwei Schüsse «

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Zwei Schüsse.

 

Vorsitzender Richter:

»Auf einen Mann abgegeben. Und der fiel um.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dann hat er auf einen zweiten geschossen, und als der verwundet war und das Blut den Ärmel herunterfloß, haben Sie gesehen, wie der den Strohsack vor sich gehalten hat.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

So in etwa.

 

Vorsitzender Richter:

Und Mulka ging herum und gab noch einmal zwei Schüsse auf ihn ab.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und dann hat er erst den dritten erschossen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Der zweite, der den Strohsack vor sich gehalten hat, der hat vier Schüsse abbekommen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ctyri, ano.

 

Vorsitzender Richter:

Und der dritte?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Dva.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und der dritte zwei. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und der dritte zwei. [Pause] Und wie hat er denn den Dritten erschossen? Auch von hinten?

 

Dolmetscher Jarolim:

J ak tedy zastrelil toho tretího?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Zase zezadu. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Von rückwärts.

 

Vorsitzender Richter:

Von rückwärts hat er den dritten auch erschossen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Erzählen Sie bitte weiter.

 

Dolmetscher Jarolim:

Vypravujte dál.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když to zpozoroval Rottenführer Thran

 

Dolmetscher Jarolim:

Als das der Rottenführer Thran sah

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Zacal kricet na Izydora: — »Izydor, vorwärts, vorwärts!«

 

Dolmetscher Jarolim:

Hat er dem Fahrer zugerufen:»Izydor, vorwärts!«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Vedle toho auta kolem

 

Dolmetscher Jarolim:

Um das Auto herum

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A pryc odsud, pryc.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und weg.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

S námi na tom voze, jak s Kornackým, tak se mnou, to úplne tráslo, protože toto byl muj první zážitek, který jsem mel

 

Dolmetscher Jarolim:

Nachdem das mein erstes Erlebnis war, waren wir alle sehr ergriffen, und wir hatten gezittert

 

Zeuge Rudolf Rybka:

No a jeli jsme dál.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und sind weitergefahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Rottenführer Thran ješte rekl k tomu postovi

 

Dolmetscher Jarolim:

Rottenführer Thran hat noch zu dem Posten gesagt

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nemohu to ríci presne, jestli to bylo doslova nebo ne

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kann es nicht genau wortwörtlich sagen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale bylo to asi v tom znení, že

 

Dolmetscher Jarolim:

Aber in dem Wortlaut.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Že: starý Mulka se rozdivocil, no asi strach z tyfusu.

 

Dolmetscher Jarolim:

»Der alte Mulka ist wild geworden, er hatte vermutlich Angst vorm Typhus.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tak. [Pause] No, prijeli jsme do Harmense.

 

Dolmetscher Jarolim:

Wir fuhren nach Harmense.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A tam jsem to ihned svým kamarádum, spoluveznum, kterí tam byli, vykládal.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und dann habe ich das sofort meinen Mithäftlingen erzählt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ti to prijali celkem s klidem

 

Dolmetscher Jarolim:

Die haben das gewissermaßen mit Ruhe aufgenommen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože to byli vezni, kterí už v lágru byli déle.

 

Dolmetscher Jarolim:

Weil das Häftlinge waren, die schon längere Zeit im Lager waren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Vykládal jsem to taky holandskému vezni, který se nazýval Tirschwell oder Tirschwelt

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe das auch einem holländischen Häftling erzählt, der Tirschwelt hieß. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tirschwelt. Er war von Holland, aus Amsterdam. [...]

 

Vorsitzender Richter:

War bei dem Angeklagten Mulka noch jemand anders in dem Wagen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo byl s Mulkou ješte ve voze?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja, byla tam ješte jedna další osoba v SS-manské uniforme, ale já jsem si nevšiml

 

Dolmetscher Jarolim:

Es war noch ein weiterer SS-Mann in Uniform da, aber ich habe es nicht weiter beachtet,was für ein Rangabzeichen er hatte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jaký rang mel.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Herr Zeuge, zunächst ist mir eins sehr wichtig.

 

Dolmetscher Jarolim:

Pane svedku, predevším je jedna vec velmi duležitá.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano?

 

Vorsitzender Richter:

Nach Ihrer Erzählung hat Ihr Pferdewagen gehalten vor dem Haufen mit Strohsäcken und vordem Sie den Pkw, in dem der Angeklagte Mulka gesessen hat, überholt hat.

 

Dolmetscher Jarolim:

Podle vašeho vyprávení tedy ten vuz s tím konem zastavil

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Pred tím houfem lidí, co nosili ty slamníky.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne. [Pause] Ty slamníky byly asi tady

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Geben Sie ihm doch mal ein Stück Papier, vielleicht kann er es mal mit dem Bleistift aufs Papier malen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nakreslete to.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Slamníky byly asi tady, tady byla cesta a toto komando už šlo tady. Tady my jsme se dostali do toho. Cili my jsme zustali stát tady a to auto zustalo stát tady. — Auto, Pferdegespann, ja?

 

Dolmetscher Jarolim:

Pferdegespann.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tak. Od toho byla diference asi takových šest metru.

 

Dolmetscher Jarolim:

Sechs Meter?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und hier die Strohsäcke.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tady byly ty slamníky, ano. A ti SS-mani stáli tady. Tady stál jeden SS-Mann,tady stál druhý SS-Mann, tady tretí a ti vezni chodili kolem a zase šli potom zpátky.

 

Dolmetscher Jarolim:

A ti SS-manni šli potom dolu

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne. Vezni, vezni.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ti vezni tedy s temi slamníky.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tady to museli hodit, na tuto hromadu, ty slamníky. A ty potom byly spálené, všechny. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Aha, ty slamníky musely být shozeny?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano, tam prímo. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

An dieser Stelle

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kolem dokola

 

Dolmetscher Jarolim:

Mußten die Strohsäcke abgeladen werden, die wurden hier verbrannt. Und die Häftlinge hatten die Strohsäcke hierher gebracht, abgeladen und sind dann hier zurückgegangen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A Mulka byl asi tady v techto místech. Protože když odešel z toho vozu, tak byl asi tady. A toto se stalo, když ti vezni – protože on šel na ne, tak oni potom už nemeli, kde... Tady byla ta hromada slamníku

 

Dolmetscher Jarolim:

Aha.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tad y šel Mulka, tak nemeli, kde. Tak práve on vešel mezi ne, možná, že se ho nekterý dotkl nebo neco. Já nevím, proc zacal strílet.

 

Dolmetscher Jarolim:

Also ich weiß nicht, warum Mulka geschossen hat, aber ich habe den Eindruck, daß vielleicht einer dieser Häftlinge mit dem Strohsack ihn berührt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Mir war es ja jetzt zunächst einmal darum zu tun, zu wissen, wo ihre Fahrzeuge gehalten haben. Würden Sie mir mal diesen Plan1 da geben? [...] Danke schön. »P« heißt wohl Pferdewagen und »A« heißt Auto, ja?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und dieser Kreis, der ist wohl der Haufen mit den Strohsäcken, ja?

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Haufen von Strohsäcken, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann haben Sie noch eingezeichnet Mulka, also wo sich die Tat abgespielt haben wird. Ja?

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Ja. Ja, ja, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt doch, als die Schüsse fielen, waren Sie mit Ihrem Pferdewagen noch nicht an Mulka vorbeigefahren.

 

Dolmetscher Jarolim:

Když padly rány, tak jste ješte nebyl pred Mulkou.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nebyl. Ne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nein.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

My jsme stáli, protože

 

Dolmetscher Jarolim:

Wir sind gestanden.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ta cesta je úzká a Rottenführer Thran, když videl predtím to auto prijíždet, tak narídil Izydorovi Kornackému: »Sjedte na stranu!«

 

Dolmetscher Jarolim:

Da der Weg schmal war, hatte der Rottenführer bereits vorher angekündigt, mit dem Wagen zur Seite zu fahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To byla pol ní cesta, obycejná.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das war ein Feldweg.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wollten also das Auto an sich vorbei lassen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das Auto fuhr aber nicht vorbei.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sondern blieb vor Ihnen stehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Stehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wieviel Meter waren das ungefähr?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kolik metru to asi bylo?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Fünf, sechs Meter. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Fünf, sechs Meter. [Pause] Als dann die Schießerei vorbei war, fuhren Sie wieder auf den Feldweg zurück

 

Dolmetscher Jarolim:

Když bylo po strílení

 

Vorsitzender Richter:

Und an dem Auto vorbei.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když to bylo hotovo, tak Rottenführer Thran videl, co se deje, tak ríkal: »Izydor, schnell, schnell vorbei! — Fort, fort von hier!« Tak jsme jeli kolem toho auta na ceste dál.

 

Dolmetscher Jarolim:

Wir sind also um das Auto auf den Weg zurückgefahren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun hat neben Ihnen, wie Sie sagten, doch gesessen der Kornacki.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Izydor Kornacki, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es richtig, daß Sie beide – nämlich Kornacki und Sie – mit dem Gesicht nach vorne saßen, während die beiden SS-Leute – nämlich Pomreinke und Thran – hinten im Wagen saßen, [...] so daß Sie nach vorne schauen mußten und den Vorgang doch direkt vor sich hatten?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdybyste se díval dopredu

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

A videl jste tedy, co se stalo

 

Vorsitzender Richter:

Wie erklären Sie sich, daß Kornacki die Sache ganz anders schildert? Indem er nämlich sagt

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak si tedy vysvetlujete, že Kornacki vypovídá zcela jinak?

 

Vorsitzender Richter:

Als Sie vorbeigefahren wären und schon vorbeigewesen wären, da hätten Sie die Schüsse gehört, Kornacki habe sich aber nicht umgedreht, sondern erst später von Ihnen erfahren, daß diese Schüsse tödlich gewesen seien.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem videl presne všechny tri vezne ležet.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe genau alle drei Häftlinge liegen sehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pokud se jedná o mého

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Danach frage ich jetzt nicht. Sondern ich frage: Genau wie Sie es gesehen haben, hätte doch an sich auch Kornacki es sehen müssen. Denn Kornacki saß doch neben Ihnen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem sedel na pravé strane, Kornacki na levé strane. Ovšem já jsem

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich bin rechts und Kornacki ist links gesessen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem nedelal nic, já jsem zustal stát, já jsem se na to díval, na to celé, kdežto Kornacki musel držet oprate a toho kone.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe mir die Sache angesehen, während der Kornacki sich um das Pferd kümmern mußte, das Pferd gehalten hat.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Herr Rybka, ich werde Ihnen jetzt einmal vorlesen, was der Kornacki gesagt hat.

 

Dolmetscher Jarolim:

Prectu Vám, co Kornacki rekl.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Der Kornacki hat folgendes gesagt: [Pause] »Der Weg, über welchen die Strohsäcke getragen wurden, war mit Heu und Müll bedeckt, welche aus den zerrissenen Strohsäcken herausgefallen waren.«2

 

Dolmetscher Jarolim:

Kornacki rekl následující: »Cesta, pres kterou byly neseny slamníky, byla pokrytá slámou, která z tech roztrhaných slamníku padala.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Dann ging es weiter: »Als wir auf diesem Weg fuhren, zeigte sich ein Personenkraftwagen.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Když jsme jeli touto cestou, ukázal se vuz.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

[unverständlich] Z dálky, ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Z dálky.

 

Vorsitzender Richter:

»Thran sagte mir, ich solle zur Seite fahren und dem Kraftwagen Platz machen, weil der Stellvertreter des Lagerkommandanten oder auch sein Adjutant komme.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Thran mi rekl, abych jel s vozem stranou, ponevadž prijíždí «

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To je správné, to je správné. Nekdo. Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

»Vuz prípadne se zástupcem velitele tábora nebo s pobocníkem.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To je možné.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das ist möglich.

 

Vorsitzender Richter:

Soweit stimmen Ihre Aussagen überein. »Der Kraftwagen hielt an, und aus dem Kraftwagen stieg ein Mann in SS-Uniform, ein Offizier mittlerer Größe, aus.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Tedy Pkw zustal stát a z neho vystoupil dustojník«

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Zustal stát prímo proti nám, ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

»Dustojník v s tejnokroji SS.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

»Er begann auf deutsch diejenigen, welche die Strohsäcke trugen, und die SS-Männer anzuschreien, welche sie beaufsichtigten.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Zacal kricet na ty, kterí nosili slamníky a na SS-many, kterí na ne dohlíželi.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Und jetzt geht es weiter: »Wir fuhren inzwischen an dem stehenden Kraftwagen vorüber und hörten von hinten Schüsse.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Jeli jsme kolem stojícího auta a slyšeli jsme zezadu rány.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

No, ono to bude asi zrejme špatne formulováno, protože predtím tam byla presná poznámka, že mu narídil, aby zustal stát. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Es ist wahrscheinlich schlecht formuliert.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože sám pan predseda soudu ríkal, že mu narídil ten Rottenführer Thran, aby sjel z cesty a zustal stát. A my jsme stáli u té hromady tech slamníku.

 

Dolmetscher Jarolim:

Der Rottenführer Thran hat ja befohlen, von dem Weg herunterzufahren und stehenzubleiben.

 

Vorsitzender Richter:

Gerade deshalb halte ich Ihnen das vor, weil das ein Widerspruch ist. Wenn Sie nämlich da stehengeblieben wären, wie Sie das vorhin geschildert haben, hätten Sie beide nach vorn gesehen. Sie sowohl als auch der Kornacki.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und beide hätten sehen müssen, wie sechs bis acht Meter vor Ihnen diese Schießerei vor sich ging. Der Kornacki hat es aber nicht gesehen, sondern der Kornacki sagt: »Wir fuhren inzwischen an dem Kraftwagen vorbei und hörten hinter uns Schüsse. Ich sah mich nicht um, weil ich mich fürchtete, und trieb nur das Pferd an.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem rozumel. To muže zase souhlasit, protože Kornacki

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe es verstanden, das kann stimmen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože Kornacki sedel po této strane a on nemohl do této strany videt.

 

Dolmetscher Jarolim:

Weil Kornacki links saß und weil Kornacki nicht nach rechts sehen konnte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože tam jsem sedel já.

 

Dolmetscher Jarolim:

Weil auf der rechten Seite ich saß.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, Herr Rybka, darum dreht es sich gar nicht. Sondern es dreht sich darum, daß Sie gesagt haben: »Wir hielten und warteten vor diesem Geschehen.« Und der Kornacki sagt: »Wir fuhren weiter, und infolge dessen konnte ich es gar nicht sehen, weil das sich hinter mir abgespielt hat. Und ich hatte Angst mich umzudrehen.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

On zrejme ríkal, že se to stalo za ním, ale bylo to po boku, protože jsme stáli proti tomu autu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Kornacki sagt wohl, daß es hinter ihm geschehen sein sollte, aber wir standen ja an der Seite.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, der Kornacki sagt eben nicht, daß Sie an der Seite standen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Kornacki neríká, že jste stáli po strane.

 

Vorsitzender Richter:

Sondern der Kornacki sagt, daß Sie inzwischen durchgefahren wären.

 

Dolmetscher Jarolim:

Že jste tedy jeli dále.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt über diesen Schauplatz hinaus.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jestliže dva lidé vypovídají o necem, co se stalo pred dvaadvaceti lety

 

Dolmetscher Jarolim:

Wenn zwei Leute von einer Sache aussagen, die vor 22 Jahren sich ereignet hat

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tak urcite nebude stejnými ústy vypovezeno o jedné veci.

 

Dolmetscher Jarolim:

Dann wird es wahrscheinlich nicht gleich sein.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rybka, das ist richtig.

 

Dolmetscher Jarolim:

To je správné

 

Vorsitzender Richter:

Aber wenn ich in einer solchen Situation gesehen habe, wie ein Mensch aus heiterem Himmel vollkommen unschuldige Menschen, die da gehorsam ihren Dienst tun, totschießt, dann fällt mir das doch auf. Dann sage ich doch nicht, ich habe nichts gesehen, denn ich bin schon weitergefahren, und hinter mir, waren die Schüsse. Das ist doch eine ganz andere Darstellung.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Stalo se to presne na naší úrovni, jak je to namalováno na tom obrázku.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es hat sich so zugetragen, wie ich es auf der Skizze aufgezeichnet habe.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože toto mi nikdo z pameti nevyrve a toto zustane

 

Dolmetscher Jarolim:

Das kann mir niemand aus dem Gedächtnis herausstreichen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A to v mé pameti zustane do mé smrti.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und das bleibt bis zu meinem Lebensende in meinem Gedächtnis haften.

 

Vorsitzender Richter:

Na ja. Herr Rybka, ich habe dann die weitere Frage:

 

Dolmetscher Jarolim:

Mám další otázku na Vás.

 

Vorsitzender Richter:

Bei Ihrer Vernehmung vor dem Herrn Staatsanwalt im Februar diesen Jahres, da hatten Sie den Vorgang etwas anders geschildert. Sie haben nämlich folgendes gesagt:

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já j sem rozumel.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er hat verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

»Ich sah nun, wie Mulka eine Pistole zog und einen Häftling von hinten anschoß.« Das war der erste Häftling.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

»Er gab zwei Schüsse auf den Häftling ab. Die gingen in einer Dreierreihe.« Soweit haben Sie heute auch ausgesagt. »Nachdem Mulka auf den einen Häftling geschossen hatte, entstand unter den anderen Häftlingen eine Unruhe.« Das haben Sie heute auch gesagt. »Sie drehten sich um und haben möglicherweise hierbei Mulka mit einem Strohsack gestreift.«

Und dann geht es weiter: »Hierauf schoß Mulka auf einen zweiten Häftling. Er gab wieder zwei Schüsse ab. Sowohl der erste als auch der zweite Häftling, auf den Mulka schoß, blieb wie tot liegen. Mulka war so aufgeregt, daß er auch noch auf einen dritten Häftling schoß. Auch auf diesen Häftling gab er wieder zwei Schüsse ab. Der Häftling fiel jedoch nicht hin, drehte sich vielmehr in Richtung auf Mulka um und hielt den Strohsack, den er auf dem Rücken trug, schützend vor das Gesicht. Ich konnte sehen, daß dem Häftling bereits Blut aus einem Arm herauslief. Mulka sprang um den Häftling herum und gab auf dessen Rücken nochmals zwei Schüsse ab.«

Heute haben Sie gesagt: »Er hat erst einen erschossen, dann hat er einen zweiten angeschossen, daß ihm das Blut aus dem Ärmel lief, dann ist er um den herumgelaufen und hat noch mal zwei Schüsse auf ihn abgegeben, und dann erst erschoß er den dritten.« Das haben Sie heute gesagt.

In Ihrer früheren Vernehmung haben Sie gesagt: »Erst hat er den einen erschossen, dann hat er den anderen erschossen, und dann kam erst der dritte, den er von vorn angeschossen hat und den er dann von hinten totgeschossen hat.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Bylo to presne tak, jak jsem to vykládal dnes, i u státního návladního, doktora Großmanna, nebo Küglera

 

Dolmetscher Jarolim:

Es war genau so, wie ich es heute gesagt habe.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jenom tam, to byla veliká, možná moje, že tam nebyl tlumocník. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

Es war aber ein großer Fehler, daß damals kein Dolmetscher zugegen war. Und das war ein Fehler vielleicht von mir.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože já žiji normálne na vesnici, jsem nemocen

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich lebe auf einem Dorf, bin krank

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A pri vyjadrování slov jsem nemel takovou dostatecnou zásobu, abych se vyjádril. Je docela možné, že jsem to popletl. Docela možné. Ovšem

 

Dolmetscher Jarolim:

Und beim Ausdrücken mit Worten – es ist ganz leicht möglich, daß ich die Sache irgendwie durcheinandergebracht habe.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když se nekdo objeví po urcitých letech pred takovým tribunálem, tak nekdo úplne možná ztratí rec.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja, wenn jemand nach einer solchen Reihe von Jahren sich vor ein Tribunal gestellt sieht, dann kann er auch die [Sprache] verlieren.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehen Sie sich einmal die Bilder auf diesem Blatt an, und sagen Sie mir, ob Sie diesen Mann erkennen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Poznáte ty lidi?

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Das ist nur das Negativ zu diesem Bild. [Pause] Ist das der Angeklagte Mulka gewesen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja? [Pause] Und woher kannten Sie den?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Poznám ho podle, podle toho tady taky.

 

Vorsitzender Richter:

Was sagt er?

 

Dolmetscher Jarolim:

Podle ceho ho poznáte, poznáváte?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tady podle toho. To už mel tehdy.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nach diesem Abzeichen, beziehungsweise ich kann es auch nicht benennen, wie das heißt.

 

Vorsitzender Richter:

Orden.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nach diesem Orden, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Oder worauf deutet er denn? Herr Wachtmeister, worauf deutet er denn? [Pause] Aha, das ist das Sportabzeichen, ja. Was wollten Sie sagen? Nach diesem Abzeichen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Co jste chtel ríci?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem si všiml, že mel nejaké vyznamenání.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe beobachtet, daß er einige Auszeichnungen hatte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Einige ne, jedno.

 

Dolmetscher Jarolim:

Eine Auszeichnung hatte.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie meinen, das wäre Mulka gewesen?

 

Dolmetscher Jarolim:

A Vy se domníváte, že to Mulka byl?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nedomnívám, já to vím urcite.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich weiß es bestimmt, daß es Mulka war.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wissen es bestimmt, daß es Mulka war. Trug er denn damals keine Brille?

 

Dolmetscher Jarolim:

Nenosil tenkrát žádné brýle?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pokud jezdil k nám do Harmense a pokud já jsem jej videl, nemel brýle.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bei den Fahrten nach Harmense und sofern ich ihn gesehen habe, hat er keine Brille getragen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben aber bei Ihrer ersten Vernehmung gesagt, er hätte eine Brille getragen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Pri Vašem prvním výslechu [unverständlich] mel brýle.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne. Já jsem jasne ríkal, že Mulka tehdy brýle nenosil

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe damals gesagt: »Mulka hat damals keine Brille getragen.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Er war kein Brillenträger. — I když dneska nosí brýle se zlatou obrouckou.

 

Dolmetscher Jarolim:

Auch wenn er heute eine Brille mit Goldrand trägt.

 

Vorsitzender Richter:

Darf ich Ihnen mal vorlesen, was Sie wörtlich zu dem Herrn Staatsanwalt gesagt haben.

 

Dolmetscher Jarolim:

Smím Vám ríct, co jste rekl doslovne státnímu návla dnímu?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já vím, to jsem

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

»Ich beschreibe Mulka wie folgt:«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Popisuji Mulku následovne:«

 

Vorsitzender Richter:

»Er war ein großer, schlanker, gutaussehender Mann.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Rozumím, já rozumím.

 

Dolmetscher Jarolim:

»Byl veliký, štíhlý a dobre vypadající muž.«

 

Vorsitzender Richter:

»Er war älter als die anderen SS-Führer, die ich kennengelernt hatte.«

 

Dolmetscher Jarolim:

»Byl starší, než ostatní SS-mani, které jsem znal.«[...]

 

Vorsitzender Richter:

»Meiner Schätzung nach war er damals zwischen 47 und 50 Jahre alt«.

 

Dolmetscher Jarolim:

»Podle mého odhadu mu bylo mezi ctyriceti sedmi a padesáti lety.«[...]

 

Vorsitzender Richter:

»Besonders aufgefallen ist mir eine große, schmale und gebogene Nase«.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano. Rozumím, rozumím.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er hat verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

»Ich bin sicher, daß Mulka eine Brille trug und daß der obere Brillenrand eine goldene Farbe hatte.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jo, to je, to nebylo správne napsané. Urcite ne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das wurde nicht richtig aufgeschrieben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Urcite ne.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt Kügler, ich muß mich wundern. Der Herr Zeuge sagt, Sie hätten das nicht richtig aufgeschrieben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Urcite ne.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ich kann ja leider keine Erklärung dazu jetzt abgeben.

 

Vorsitzender Richter:

Nein.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Urcite ne. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Also damals haben Sie gesagt: »Er trug eine Brille, ich bin sicher, und ich weiß sogar noch, daß der obere Brillenrand eine goldene Farbe hatte.« Glauben Sie wirklich, daß das der Herr Staatsanwalt von sich aus in das Protokoll geschrieben hätte?

 

Dolmetscher Jarolim:

Myslím, že státní návládní by tuhle verzi sám do protokolu nenapsal

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Ohne daß Sie es ihm gesagt hätten?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Neverím, neverím, ale já

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich glaube nicht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jsem prišel hned na tuto chybu, když jsem byl vyslýchaný u úredního soudce doktora Bacha a tomu jsem ihned ríkal: »Ne, to tam je chyba.«

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kam gleich darauf, als ich bei Doktor Bach aussagte, und ich sagte Doktor Bach, daß da drin ein Fehler ist.3

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das glaube ich, das stimmt. Aber dieses Protokoll vor dem Herrn Staatsanwalt Kügler haben Sie doch selbst gelesen, genehmigt und unterschrieben. Stimmt es?

 

Dolmetscher Jarolim:

Tedy tento protokol jste sám cetl, schválil a podepsal.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Je to správné. Ovšem dovedete si každý predstavit, v jakém jsem byl rozpoložení, a jak jsem asi vypadal po takovém výslechu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es ist richtig. Aber Sie können sich vorstellen, wie ich nach einem derartigen Verhör aussah und in was für einer Verfassung ich war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das glaube ich. Aber trotzdem

 

Dolmetscher Jarolim:

Tomu verím.

 

Vorsitzender Richter:

Ist nichts daran zu ändern, daß Sie bei der ersten Vernehmung gesagt haben, Sie wären sicher, daß er eine Brille getragen hätte, und zwar mit einem Goldrand oben. Das ist doch eine ganz subtile Kenntnis, wenn ich sage, er hat nicht nur eine Brille getragen, sondern ich weiß sogar so genau, daß er eine Brille trug, daß ich mich noch genau daran erinnere, daß der obere Rand vergoldet war.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To je možné, že to treba korenspondentka špatne pochopila a špatne napsala. To je všechno možné.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es ist möglich, daß es die [Protokollantin] falsch begriffen, falsch aufgeschrieben hat.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem si toho nevšiml, protože to šlo všechno v rychlém sledu

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe die Sache nicht beachtet, weil das alles sehr schnell ging. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A já mohu stejne, já pracuji denne, když pracuji, tak dve, nejvýš ctyri hodiny, protože

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich kann täglich höchstens zwei bis drei Stunden arbeiten.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože tam to trvalo ráno od devíti do jedné hodiny a odpoledne

 

Dolmetscher Jarolim:

Es hat dort von neun bis eins und am Nachmittag von zwei bis

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Fünfe.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bis fünf gedauert.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, woher kannten Sie eigentlich den Angeklagten Mulka?

 

Dolmetscher Jarolim:

Pane svedku, odkud jste znal Mulku?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mulku jsem znal, když do jíždel i k nám do Harmense

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe Mulka von da gekannt, als er noch zu uns nach Harmense gefahren kam.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie oft war er denn in Harmense?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak casto byl v Harmense?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem ho tam casto nevidel, já jsem ho videl asi tak trikrát

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe ihn dreimal gesehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Trikrát, ctyrikrát.

 

Dolmetscher Jarolim:

Drei- bis viermal.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat Ihnen in Harmense gesagt, daß es sich um Mulka handelte?

 

Dolmetscher Jarolim:

A kdo Vám rekl, že se jedná o Mulku?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Když kdokoliv prijíždel, jestli prijíždel SS Obersturmbannführer Caesar nebo jestli prijíždel nekdo jiný, Aumeier, Palitzsch nebo Kommandant Höß, tak vždycky naši kamarádi, z Harmense telefonovali k nám: »Pozor, jede k vám nekdo.«

 

Dolmetscher Jarolim:

Ganz gleich, wer zu uns nach Harmense kam, die Kameraden aus der Hühnerfarm haben angerufen und haben gesagt: »Achtung, es kommt zu Ihnen Besuch.«[...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja, es kommt Besuch. Nun kann der Besuch ja

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Verzeihen Sie, Herr Vorsitzender, aber der Herr Dolmetscher hat, glaube ich, nur die Hälfte uns eben übersetzt. Zumindest habe ich eine ganze Reihe von Namen gehört, die ich jetzt von dem Herrn Dolmetscher nicht mehr gehört habe.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben recht.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Vielleicht könnte das der Dolmetscher ergänzen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Danke schön. — Opakujte ješte jednou jména tech pánu.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jestli k nám nekdo prijíždel

 

Dolmetscher Jarolim:

Wenn zu uns jemand gefahren kam

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jestli to byl Lagerkommandant Rudolf Höß

 

Dolmetscher Jarolim:

Ob das der Lagerkommandant Rudolf Höß war

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Oder Doktor Joachim Caesar oder Hans Aumeier oder Palitzsch, oder wer weiß noch – die sind alle wegen der Fische zu uns gekommen. — Všichni jezdili k nám pro ryby.

 

Dolmetscher Jarolim:

Die sind alle zu uns gekommen wegen der Fische.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kolegové z Harmense

 

Dolmetscher Jarolim:

Die Kollegen aus Harmense

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jak se nazývá presne nevím, ale nazýval se Stašek

 

Dolmetscher Jarolim:

Wie sie genau hießen, weiß ich nicht, aber der eine hieß Stašek.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Polští vezni, kterí byli se mnou v tomto komande

 

Dolmetscher Jarolim:

Die polnischen Häftlinge, die mit mir in dem Kommando waren

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ti budou presne vedet, jak se ten vezen jmenoval

 

Dolmetscher Jarolim:

Die werden genau wissen, wie dieser Häftling heißt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ten nám vždycky telefonoval.

 

Dolmetscher Jarolim:

Die haben uns immer mit dem Telefom angerufen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann hat man Ihnen denn zum ersten Mal gesagt, daß dieser Mann hier Mulka hieß?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdy Vám rekli poprvé, že tento muž se jmenuje Mulka?

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, ich bitte auch um Entschuldigung. Also bei der Vorlage dieses Bildes weiß ich nicht, ob es nicht hier doch zweckmäßiger gewesen wäre, dem Zeugen sämtliche Bilder vorzulegen, die zu dieser Frage vorliegen. Und mir ist nicht ganz klar geworden, ob der Zeuge hier gesagt hat: »Er erkennt den Mann an den Abzeichen wieder«

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Moment, Herr Staatsanwalt, wollen Sie jetzt plädieren, oder was ist?

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja, weil Sie, Herr Vorsitzender, ihm eben dieses Bild vorhalten.

 

Vorsitzender Richter:

Der Zeuge hat uns vor fünf Minuten gesagt: »Ich erkenne in diesem Bild den Mulka wieder. Ganz bestimmt.«

 

Sprecher (nicht identifiziert):

»Mit Bestimmtheit«.

 

Vorsitzender Richter:

»Mit Bestimmtheit. Und zwar erkenne ich ihn wieder insbesondere auch an diesem Abzeichen.« Und deshalb frage ich, wer ihm gesagt hätte, daß dieser Mann Mulka war.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem neríkal, na tom »Abzeichen«, ale že mel jakési vyznamenání.

 

Vorsitzender Richter:

Ich meine, das ist doch ganz logisch eigentlich.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne ten presný ten odznak.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe nicht gesagt, daß ich ihn an dem Abzeichen erkannt habe, sondern daß er ein Abzeichen getragen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, mir ist das nicht klar geworden, was der Zeuge sagt. Ich bitte, ihn doch noch einmal ausdrücklich zu fragen, wen er auf dem Bild erkennt.

 

Verteidiger Steinacker:

Das hat er doch beantwortet.

 

Verteidiger Eggert:

Ich widerspreche, daß der Herr Staatsanwalt sich jetzt in die Vernehmung durch den Vorsitzenden einschaltet.

 

Vorsitzender Richter:

Also wir wollen doch mal den Zeugen weiter befragen. Herr Zeuge, wer hat Ihnen denn gesagt, daß dieser Mann, den Sie da in Harmense gesehen haben, Mulka war?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo Vám rekl, že ten clovek, kterého jste tedy v Harmense videl, je Mulka?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem nevedel, že to je Mulka. Já jsem se to dovedel

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe es nicht gewußt

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To jsem se dovedel až pozdeji.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe es dann später erfahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem jenom vedel, že to je adjuta nt.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich wußte, daß es der Adjutant ist.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar wann haben Sie das erfahren? Wie er in Harmense war?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A vzpomínám si, že ješte predtím, než k nám prijel, vždycky – jak jsem ríkal – ten Stašek nebo nekdo z Harmense volal.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich erinnere mich, noch bevor er zu uns kam, hat der Stašek aus Harmense angerufen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was hat er gesagt?

 

Dolmetscher Jarolim:

Co Vám rekl?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Že jede nek do k nám.

 

Dolmetscher Jarolim:

Daß jemand zu uns fährt. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat Ihnen gesagt, daß dieser Jemand Mulka war?

 

Dolmetscher Jarolim:

A kdo Vám rekl, že ten dotycný je Mulka?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To jsem ješte nevedel, ríkám. Já jsem se to dovedel až pozdeji.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das habe ich nicht gewußt, das habe ich erst später erfahren.

 

Vorsitzender Richter:

Später erfahren. Nachdem er wieder weg war?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne, ne.

 

Vorsitzender Richter:

Wie er noch da war?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Vorsitzender Richter:

Wann dann?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem taky potom, když jsme jeli do tábora, vozil nekdy ryby.

 

Dolmetscher Jarolim:

Als wir ins Lager gefahren sind, habe ich Fische hingefahren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nekdy jsme vezli ryby do vily Hößa

 

Dolmetscher Jarolim:

Manchmal haben wir die Fische in die Villa vom Höß gefahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Byli mezi nimi také úhori

 

Dolmetscher Jarolim:

Es waren auch Aale dazwischen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A me dvakrát nebo trikrát nebo ctyrikrát, [unverständlich] dneska nemužu [unverständlich]

 

Dolmetscher Jarolim:

Zwei-, drei- oder viermal, das weiß ich heute nicht mehr

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jsme vezli ryby do komandatury

 

Dolmetscher Jarolim:

Haben wir Fische in die Kommandantur gefahren. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A tam jsem teprve poznal, o koho se v tomto prípade jedná.

 

Dolmetscher Jarolim:

Dort erst sah ich, um wen es sich in diesem Fall handelt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože normálne, když jsme vešli do prvního posc hodí

 

Dolmetscher Jarolim:

Als wir normalerweise in die erste Etage kamen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na levé strane

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf der linken Seite

 

Zeuge Rudolf Rybka:

My jsme museli, já jsem stál u dverí, i Domanski stál u dverí a

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich und Domanski mußten an der Türe stehen

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Sturmmann, pozdejší Rottenführer Thran, vešel dovnitr do jedné kanceláre

 

Dolmetscher Jarolim:

Und der Rottenführer Thran ging in die eine Kanzlei.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A já jsem poprvé i podruhé

 

Dolmetscher Jarolim:

Und zum ersten oder zweiten Mal

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Stál u té zdi, normálne ani jsem se nepohnul

 

Dolmetscher Jarolim:

Bin ich bei der Mauer stehengeblieben, ohne mich zu bewegen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale když jsem tam byl po tretí

 

Dolmetscher Jarolim:

Aber als ich zum dritten Mal drin war

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tak lidská zvedavost mi nedala pokoj a já jsem si precetl

 

Dolmetscher Jarolim:

Hat mir die menschliche Neugier keine Ruhe gegeben, und ich habe geguckt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem si precetl navštívenku na dverích.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich habe mir diese Besuchskarte an der Tür durchgelesen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano. No a tak jsem potom vedel, kdo ten adjutant je. Jak se jmenuje.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und so habe ich erfahren, wer der Adjutant ist und wie er heißt.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie ihn dann auch gesehen?

 

Dolmetscher Jarolim:

A vi del jste ho též?

 

Vorsitzender Richter:

Wer da hinten hinter der Tür gesessen hat?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo te dy za dvermi sedel?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To jsem nevidel.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das habe ich nicht gesehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To jsem nevidel. Protože já jsem se do kanceláre nikdy nedostal.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich bin nie in die Kanzlei hereingekommen.

 

Vorsitzender Richter:

In diesem Flur soll noch ein anderer Adjutant gesessen haben.

 

Dolmetscher Jarolim:

V této predsíni sedel ješte druhý pobocník

 

Vorsitzender Richter:

Nämlich der Adjutant von dem Sturmbann.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To je možné, to já jsem nevidel, já jsem videl

 

Dolmetscher Jarolim:

Das ist möglich, das habe ich nicht gesehen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Na dverích byla napsaná vizitka a tuto jsem si precetl a zapamatoval. Jasne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf der Tür war eine Visitenkarte, und die habe ich durchgelesen, und die habe ich mir gemerkt. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und was stand auf der Visitenkarte?

 

Dolmetscher Jarolim:

Co na ní stálo, na vizitce?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To já si už dneska presne nepamatuju, ale pokud vím, tak tam bylo napsané: »SS-Adjutant Mulka, Hauptsturmführer«, nebo tak nejak to tam bylo napsané

 

Dolmetscher Jarolim:

Genau weiß ich es nicht, aber SS-Hauptsturmführer Mulka, Adjutant

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nun, Herr Zeuge, ist mir folgendes nicht klar. Sie waren zunächst in Harmense.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

In Harmense hat jemand gesagt: »Wir bekommen Besuch.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wußten nicht, wer das war.

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo to byl, nevíte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben zwar einen Mann dort gesehen, aber Sie wußten nicht, [+ wer das war]. Sie waren zunächst in Harmense.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

In Harmense hat jemand gesagt: »Wir bekommen Besuch.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wußten nicht, wer das war?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdo to byl, nevíte.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben zwar einen Mann dort gesehen, aber Sie wußten nicht, wer das war. Den Namen Mulka haben Sie kennengelernt, als Sie bei der Kommandantur waren, gesehen haben, daß Ihr SS-Mann da in ein Zimmer hineinging. Und an dem Zimmer stand eine Visitenkarte: »Mulka, Adjutant«.

Wie kommen Sie nun auf die Idee, daß der Mann, den Sie in Harmense gesehen haben, derselbe war wie der Adjutant Mulka? Das habe ich noch nicht verstanden.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože vždycky, když nekdo k nám prijíždel, tak nám ríkali, prijede adiutant. A když on už k nám prijel

 

Dolmetscher Jarolim:

Immer, wenn jemand zu uns kam, wurde uns gesagt, der Adjutant kommt. [...]

 

Vorsitzender Richter:

»Der Adjutant kommt«?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Bisher haben Sie gesagt: »Es kommt Besuch.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Pozdeji, já ríkám.

 

Dolmetscher Jarolim:

Später.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann ist Ihnen gesagt worden: »Der Adjutant kommt.« Und dann haben Sie diesen Adjutanten gesehen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Pak jste toho pobocníka videl

 

Vorsitzender Richter:

Und später haben Sie an der Tür ein Schild gelesen.

 

Dolmetscher Jarolim:

A pozdeji jste cetl na dverích

 

Vorsitzender Richter:

»Mulka, Adjutant«.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und nun haben Sie gemeint, daß dieser Adjutant, den Sie dort gesehen hatten, übereinstimmt mit dem Adjutanten, dessen Namen Sie hier an der Tür gelesen haben?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

War es so gewesen. Zeigen Sie bitte dem Zeugen diese Bilder, ob er diese Männer auch erkennt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

[Pause] No to je Mulka. Toto je Mulka. Ano. Toto je Mulka

 

Vorsitzender Richter:

Herr Wachtmeister, würden Sie ihm das dagegenhalten. Sind das dieselben Männer?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mne se to hned nezdálo, že to je takové nejaké divné, ale toto je Mulka, protože já to poznám podle

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Das schien mir auf diesem Blatt nicht ganz geheuer.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale to je taky [Pause] — War ich nicht sicher. — Toto je Mulka, presne. Tento obrázek. Toto nebyl Mulka, ale toto mi je takový známý oblicej taky nekoho

 

Dolmetscher Jarolim:

Das ist ein bekanntes Gesicht, aber es scheint nicht Mulka zu sein.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já si nemohu vzpomenout, kdo to byl, ale znám ho taky.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kann mich nicht erinnern, wer das war, aber ich kenne ihn auch.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Není to Hofmann?

 

Vorsitzender Richter:

Nein, nein. Hofmann, meinen Sie?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale já Hofmanna poznám. Když tady

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Ich werde Hofmann erkennen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Hofmann, Kaduk, Boger, Rakers, Broad, [Stark]– alle würde ich noch heute erkennen. Und Mulka wahrscheinlich auch. Wahrscheinlich alle.

 

Vorsitzender Richter:

Mulka ist Ihnen doch gegenübergestellt worden, nicht?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja, ich habe keine Frage mehr an den Zeugen. Bevor wir weiterfragen, wollen wir eine Pause einlegen bis um viertel nach zehn. Herr Staatsanwalt, Sie hatten mit...

 

Dolmetscher Jarolim:

Bude prestávka až do ctvrt na jedenáct.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte? Bitte? Sie hatten mit Schreiben vom 26.8.64 eine Anzahl von Unterlagen eingereicht. Sie haben bereits gesagt bekommen, daß die sich nicht bei uns befinden.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

[unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Sind da. So, dann ist gut. Bis um viertel nach zehn. – Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns heute den Namen Pomreinke genannt.

 

Dolmetscher Jarolim:

Jmenoval jste jméno Pomreinke.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Vorsitzender, ich bedaure, aber ich habe Bedenken gegen die weitere Vernehmung dieses Zeugen in Anwesenheit dieses Dolmetschers. Mir wurde von Zuhörern gesagt, daß die Übersetzung nicht korrekt gewesen sei in entscheidenden Punkten. Und ich bitte, die Möglichkeit zu prüfen, ob man die Vernehmung nicht mit einem anderen Dolmetscher fortsetzen kann.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rechtsanwalt, das wollen wir auch tun. Bitte schön.

 

Verteidiger Jugl:

Ich verfolge die Übersetzung. Das stimmt nicht. Sie ist bis jetzt zumindest nicht falsch gewesen. Ich habe nichts festgestellt.

 

Verteidiger Joschko:

[unverständlich] gewesen hinsichtlich »Fenster« oder »hinausgeschaut«, also »pod oknem«. Daß er das Fenster vergessen hätte. Aber sonst ist es im großen und ganzen dem Sinne nach übersetzt. Und dann das einzige noch, daß er den Namen Caesar nicht genannt hatte, der ihm gesagt hätte, wer Mulka wäre.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Dem Namen nach.

 

Verteidiger Joschko:

Also dem Sinne nach stimmt es überein bis auf Einzelheiten.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Also mir wurde gesagt, grade an einem entscheidenden Punkte, und zwar als ihm das erste Bild vorgelegt wurde, sei nicht korrekt übersetzt worden. Aber ich möchte eigentlich jetzt der weiteren Vernehmung [+ nicht im Weg stehen]. Ich kann das gerne vortragen, möchte das aber nicht

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Meine Herren, ich will Ihnen folgendes sagen: Wir werden die Vernehmung heute nicht zu Ende führen. Ich habe nur noch einzelne Fragen bezüglich des Pomreinke aus bestimmten Gründen.

Herr Zeuge, Sie haben uns den Namen Pomreinke genannt und haben, wenn ich mich recht erinnere, gesagt, der sei aus Rumänien gewesen. Stimmt das?

 

Dolmetscher Jarolim:

Pomreinke že pochází z Rumunska. Rekl jste to?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja. Já jsem ríkal, že pochází z Rumunska

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich sagte, daß er aus Rumänien stammt.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie uns eine Beschreibung dieses Pomreinke geben, wie der aussah?

 

Dolmetscher Jarolim:

Mužete nám dát popis Pomreinkeho?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Blondýn. Usmevavý chlapec a mel jsem s ním bližší styk

 

Dolmetscher Jarolim:

Ein blonder, lächelnder Knabe.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mel jsem s ním bližší styk, protože byl u me v dome dvakrát a dovezl mi jídlo a dopis.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich hatte mit ihm näheren Kontakt, weil er zweimal bei mir war und Essen und einen Brief brachte.

 

Vorsitzender Richter:

War er groß, klein?

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl velký, malý?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mittelgroß. [...]

 

Vorsitzender Richter:

War er untersetzt, oder war er schlank?

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl zavalitý?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Schlank. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und wie alt ungefähr?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak starý?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem mu tak pocítal dvaadvacet, ctyriadvacet roku.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe ihn für 22 bis 24 Jahre alt gehalten.

 

Vorsitzender Richter:

Und wissen Sie zufällig seinen Vornamen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Znáte jeho krestní jméno?

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Wissen Sie, was er für einen Dienstgrad gehabt hat?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Sturmmann. — Byl za mým otcem a chtel od neho, aby mu dali nejaké peníze, že se pokusí dostat me z koncentráku.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er war bei meinem Vater und wollte Geld haben, denn die wollten versuchen, mich herauszukriegen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Taky chtel, aby mu dali jízdní kolo.

 

Dolmetscher Jarolim:

Er wollte auch, daß sie ihm ein Fahrrad geben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A ruzné jiné veci.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und verschiedene andere Dinge.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wissen Sie, wo er tätig war?

 

Dolmetscher Jarolim:

Víte, kde byl cinný?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Harmense, Hühnerfarm.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ich habe die Absicht, die Vernehmung des Zeugen jetzt abzubrechen. Herr Doktor Eggert, wollten Sie noch was sagen?

 

Verteidiger Eggert:

Darf ich einen Antrag stellen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Verteidiger Eggert:

Hohes Gericht, die Vernehmung des Zeugen in der heutigen Hauptverhandlung hat, außer den bereits aus den Akten erkennbaren Widersprüchen, weitere schwerwiegende Widersprüche erbracht. Ich möchte es mir ersparen, jetzt ein ausführliches Plädoyer zu halten und auf die Einzelheiten einzugehen. Das Hohe Gericht weiß das selbst, wie es sich bereits aus den einzelnen Vorhalten des Herrn Vorsitzenden ergeben hat.

Der Angeklagte Mulka sitzt wegen der Belastung, die von diesem Zeugen ausgegangen sind, seit Monaten in Untersuchungshaft. Ich bin der Ansicht, daß nicht nur aufgrund der früheren Widersprüche in den Akten, sondern insbesondere aufgrund dessen, was der Zeuge heute in der Hauptverhandlung bekundet, widerrufen, berichtigt und ergänzt hat, ein dringender Tatverdacht des Mordes hinsichtlich des Angeklagten Mulka nicht aufrechterhalten bleiben kann. Ich bin deshalb der Ansicht, daß der in dieser Sache hinsichtlich der Nachtragsanklage ergangene Haftbefehl aufzuheben ist und der in dem Hauptverfahren ursprünglich außer Vollzug gesetzte Haftbefehl erneut außer Vollzug zu setzen ist, was ich hiermit beantrage.

Ich habe gesagt, daß ich nicht plädieren möchte. Nur ein Punkt, der ist heute erst zutage getreten, und zu dem muß ich etwas sagen. Das ist die Frage des Wiedererkennens.

Es ist sicherlich dem Hohen Gericht genauso wie der Verteidigung aufgefallen, daß dieser Zeuge gegenüber Herrn Staatsanwalt Kügler zunächst die randlose Brille des Angeklagten Mulka mit dem am oberen Rande befindlichen Goldrand erwähnt hat. Dieser Teil der Aussage bleibt streitig, zumal der Zeuge heute erklärt hat, daß Staatsanwalt Kügler ihn insoweit falsch verstanden habe beziehungsweise daß es im Protokoll falsch niedergelegt worden sei.

Für den Fall, daß das Gericht die sofortige Haftentlassung des Angeklagten Mulka nicht anordnen sollte, beantrage ich die sofortige Vernehmung des Herrn Sitzungsvertreters der Staatsanwaltschaft, Herrn Staatsanwalt Kügler, und stelle in das Wissen dieses Zeugen die Tatsache, daß grade die Frage, ob der Angeklagte Mulka seinerzeit eine Brille getragen hat und welche Brille er trug, bei der ersten Vernehmung dieses Zeugen eine entscheidende Rolle gespielt hat und daß grade die Frage, ob der Zeuge den Angeklagten aufgrund dieser Brille wiedererkannt hat, von dem Herrn Staatsanwalt Kügler in besonders sorgfältiger Weise geprüft worden ist. Ich stelle das nur als Hilfsantrag.4 Ich bin im Übrigen der Ansicht, daß der Haftverschonungsantrag ohnehin aufgrund der heutigen Aussage dieses Zeugen Erfolg haben müßte.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wir werden über diesen Antrag am Donnerstag entscheiden. Wir möchten die Vernehmung des Zeugen heute abbrechen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ich möchte noch zwei Fragen stellen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön. [...]

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, welche Häftlingsnummer hatten Sie?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jaké jste mel císlo?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

35.667.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und dann ein Weiteres: [...] Ihre Heimat 1938, lag die in dem Gebiet, das von dem weiter bestehenbleibenden Staat Tschechoslowakei an Deutschland abgetreten wurde?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Sudetengau, jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Sudetengau. Haben Sie damals die deutsche Staatsangehörigkeit gewählt, oder blieben Sie tschechischer Bürger?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jeder war deutscher Staatsangehöriger im Sudetengau. Jeder.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

War jeder. Sie waren also deutscher

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Aber Muttersprache Tschechisch.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Hatten Sie die Möglichkeit damals, für die Tschechoslowakei zu optieren und auszuwandern in das verbleibende tschechische Staatsgebiet?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Das Sudetengau nicht. Im Sudetengau sind nur

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Eine tschechische Minderheit war doch im Sudetengau.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und konnte die nicht für die Tschechoslowakei optieren und auswandern?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Das haben Sie nicht getan.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Habe ich nicht getan.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Weil meine Eltern und alle waren da.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ihre Eltern haben es auch nicht getan?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Wollten Sie noch etwas sagen?

 

Verteidiger Müller:

Ich wollte eine Frage stellen, Herr Direktor, an den Zeugen. Herr Zeuge, Sie sind am 30. November 63 in Prag vernommen worden. Am Schluß dieser Vernehmung5 sagen Sie, daß Ihre Aussagen auf einer eigenen Dokumentation beruhen sollen, die Sie unmittelbar nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager angefertigt haben. Eine Frage: Haben Sie diese Dokumentation hier?

 

Vorsitzender Richter:

Herr Dolmetscher

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Pri výpovedi tricátého listopadu šedesátého tretího roku — Darf ich noch mal fragen? War in Prag dieses Verhör?

 

Verteidiger Müller:

Nicht in Prag. Das Verhör war am 30. November vor dem Bezirksgericht in Troppau.

 

Dolmetscher Jarolim:

Pred Okresním soudem v Opave.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nach diesem Verhör soll er eine Dokumentation veröffentlicht haben?

 

Verteidiger Müller:

Im letzten Absatz dieser Aussage heißt es, daß er seine Aussage gemacht hat aufgrund einer eigenen Dokumentation.

 

Dolmetscher Jarolim:

Tuto výpoved jste ucinil na základe vlastní dokumentace.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano. Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ja. Und Sie wollen wissen, ob er die Dokumentation da hat?

 

Verteidiger Müller:

Hier, ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Máte ji pri sobe?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já mám dokumentaci z roku 1945 až 1947, protože já jsem ležel, já jsem tehdy až do konce roku 1945 nechodil

 

Dolmetscher Jarolim:

Also die Dokumentation vom Jahr 1945 bis 47 habe ich verfaßt, ja, da ich gelegen habe. — A další?

 

Verteidiger Müller:

Ist die Dokumentation hier?

 

Dolmetscher Jarolim:

Máte dokumentaci pri sobe?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Cástecne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Teilweise.

 

Verteidiger Müller:

Kann er sie dem Gericht vorlegen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Mužete ji predložit soudu?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mohu, ale

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich kann.

 

Verteidiger Müller:

Dann bitte ich darum. [...]

 

Dolmetscher Jarolim:

On o to prosí.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Es ist eine Dokumentation aus dem Jahre 1945 über den Erlebnisbericht aus Auschwitz. Haben Sie in dieser Dokumentation auch diesen Vorfall mit erwähnt?

 

Dolmetscher Jarolim:

Zmínil jste se o tom prípadu v této dokumentaci?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Da ist also von diesem Vorfall nichts drin zu lesen.

 

Dolmetscher Jarolim:

O této veci tam nic nestojí.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tam to bude možná heslovite napsáno, já nevím presne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Es wird vielleicht schlagwortartig notiert sein. Er weiß es nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Dann, bitte, nehmen Sie diese Dokumentation wieder an sich und sehen Sie die Dokumentation durch danach, ob Sie da in Schlagworten diesen Vorfall erwähnt haben.

 

Dolmetscher Jarolim:

Vezmete tu dokumentaci k sobe a podívejte se, jestli tam uvidíte heslovite poznámku o [unverständlich]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já nemám tu dokumentaci celou s sebou, protože ta má 660 listu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich habe die Dokumentation deswegen nicht ganz bei mir, weil sie, die Dokumentation, an und für sich über 600 Seiten hat. — 600 kolik?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

660 listu.

 

Dolmetscher Jarolim:

660 Seiten.

 

Vorsitzender Richter:

Wann waren Sie denn in Sangerhausen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kdy jste byl v Sangerhausen?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

45.

 

Dolmetscher Jarolim:

1945.

 

Vorsitzender Richter:

Also nach Auschwitz. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Koncentracní tábor Osvetim byl evakuovaný 18. ledna 1945.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das Lager Auschwitz wurde evakuiert am 18. Januar 1945. [...]

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jeli jsme v otevrených železnicních vagonech

 

Dolmetscher Jarolim:

Wir sind in offenen Eisenbahnwagen abgefahren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Od 18. do 29. ledna

 

Dolmetscher Jarolim:

Vom 18. bis 29. Januar 45.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Za 28 až 31-ti stupnového mrazu bez jakéhokoliv jídla.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bei 28 bis 31 Grad Kälte, ohne jedwede Speise.

 

Vorsitzender Richter:

Das wollen wir jetzt hier nicht näher untersuchen.

 

Dolmetscher Jarolim:

To ted nebudeme projednávat.

 

Vorsitzender Richter:

Ich möchte nur wissen, ob Sie uns hier sofort heraussuchen können, ob Sie in dieser Dokumentation etwas von diesem Vorfall drinstehen haben.

 

Dolmetscher Jarolim:

Tedy presto chci vedet, jestli v této dokumentaci mužete najít neco, co se týká toho prípadu.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V celkové dokumentaci snad. Ale v tom

 

Dolmetscher Jarolim:

In der Gesamtdokumentation vielleicht ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und hierin?

 

Dolmetscher Jarolim:

A zde?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nevím. Bych se musel podívat, kde to mám.

 

Dolmetscher Jarolim:

Weiß ich nicht.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nemám to celé. Tak nemohu

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Es ist nicht komplett.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie den Rest der Dokumentation überhaupt nicht hier in Frankfurt?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ne.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Bitte?

 

Verteidiger Müller:

[Pause] Herr Zeuge, ich sehe, da ist doch eine Mappe, da sind noch andere Schriftstücke drin. Gehören die zu der Aussage?

 

Dolmetscher Jarolim:

Táže se, jestli – patrí to taky k dokumentaci?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Patrí.

 

Dolmetscher Jarolim:

Gehört dazu.

 

Verteidiger Müller:

Können da Anhaltspunkte sein für den Vorfall?

 

Dolmetscher Jarolim:

Mohly by tam nejaké – prípadné body?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tam nemohou být žádné body, protože všechny body mám v hlave, které by prinesly [unverständlich]

 

Dolmetscher Jarolim:

Darin sind gar keine weiteren Anhaltspunkte, die habe ich alle im Kopf.

 

Verteidiger Müller:

Können Sie die Dokumentation aus Troppau, Ihrem jetzigen Wohnsitz, telefonisch oder telegraphisch anfordern?

 

Dolmetscher Jarolim:

Mužete tedy o dokumentaci telegraficky nebo telefonicky požádat?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Z této dokumentace by stejne nikdo nic nemel, protože jestli tam neco bude o prípadu

 

Dolmetscher Jarolim:

Von dieser Dokumentation hätte sowieso niemand etwas, weil, für den Fall, daß was drin ist

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A nemelo by cenu, abych já tady soud klamal nebo neco, protože

 

Dolmetscher Jarolim:

Es [kann sein], daß ich das Gericht damit täusche.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Protože v té dokumentaci jsem všechno zanášel jenom heslovite

 

Dolmetscher Jarolim:

Denn ich habe in die Dokumentation alles nur schlagwortartig eingetragen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Chtel jsem to vydat knižne

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich wollte das als Buch herausgeben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A nebylo mne to dovoleno, proto jsem to nezpracovával dál.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und es war mir nicht erlaubt worden. Da habe ich das weiter nicht verarbeitet.

 

Verteidiger Müller:

Herr Zeuge, wenn Sie in Ihrer Vernehmung am 30. November in Troppau gesagt haben, daß Ihre Aussagen auf dieser Dokumentation beruhen, und Sie heute dem Gericht erklären, daß diese Dokumentation keinen Anhaltspunkt für den Vorfall gibt, dann ist doch diese Aussage falsch.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

V této celkové heslovite.

 

Dolmetscher Jarolim:

In dieser hier nicht, aber in der Gesamtdokumentation schlagwortartig.

 

Verteidiger Müller:

Und sehen Sie eine Möglichkeit, diese Gesamtdokumentation dem Gericht vorzulegen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Vidíte možno st tedy tu celkovou dokumentaci predložit soudu?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

[Pause] No, jakým zpusobem? Tam celkem nic o tam bude jenom heslovite

 

Dolmetscher Jarolim:

Im gesamten wird über diesen Vorfall nur schlagwortartig etwas erwähnt sein.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Tam bude heslovite napsáno jasne, neco o tom, co se delo. Nic víc tam nebude napsáno.

 

Verteidiger Müller:

Wären Sie bereit, nach Troppau zu fahren, zu Ihrem Wohnsitz, und wiederzukommen mit dieser gesamten Dokumentation?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jste ochoten jet do Opavy a vrátit se s tou dokumentací?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já už jsem ve Frankfurtu podruhé.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich bin schon das zweite Mal in Frankfurt.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Me cesta tak strašne namáhá, to si nedovede nikdo predstav it.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und die Fahrt beansprucht mich derart stark und strengt mich an

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ist es möglich, daß wir bei irgendwelchen Verwandten oder Angehörigen von Ihnen diese Dokumentation anfordern, daß sie mit der Post hierhergeschickt wird?

 

Dolmetscher Jarolim:

Bylo by možné požádat Vaše príbuzné nebo známé, aby dokumentaci poslali?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jedine moji manželku, ovšem já bych byl nerad, aby tato dokumentace

 

Dolmetscher Jarolim:

Bei meiner Frau kann das wohl angefordert werden, aber ich möchte es nicht gern sehen. — Proc?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já bych nechtel, aby tato dokumentace prišla za mnou, protože toho je hodne.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich möchte nicht, daß diese Dokumentation zu mir herkommt, weil es sehr viel ist.

 

Vorsitzender Richter:

Das wäre ja nicht schlimm. Die Post befördert ja auch Pakete. Das wäre ja denkbar.

 

Dolmetscher Jarolim:

Pošta dopravuje taky balíky.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ale já bych byl nucen znovu to všechno predcítat a znovu se rozcilovat a znovu

 

Dolmetscher Jarolim [unterbricht]:

Es wäre nötig, daß ich es alles neuerdings lesen muß und mich neuerdings aufregen.

 

Vorsitzender Richter:

Tja, eventuell könnten wir diese Dokumentation ja auch durch einen Dolmetscher durchlesen lassen. Die Hauptsache wäre, daß sie hier wäre. Wenn Sie damals schon unmittelbar nach dem Geschehen Ihre Erlebnisse niedergeschrieben haben, dann würde es uns natürlich auch interessieren, was Sie damals von diesem Vorfall geschildert haben.

 

Dolmetscher Jarolim:

Tedy by nás ohromne zajímalo, co jste tehdy už o tomto prípadu napsal.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To já nevím. Me ani nenapadlo se na to podívat, protože opravdu já všechno, co se odehrávalo a co bych k jednotlivým obžalovaným mel, to vím zpameti.

 

Dolmetscher Jarolim:

All das, was sich abgespielt hat und was sich bezüglich der einzelnen Angeklagten zugetragen hat, das weiß ich auswendig.

 

Vorsitzender Richter:

Wären Sie bereit, auf Kosten des Gerichts Ihre Frau telegraphisch zu bitten oder telefonisch zu bitten, diese Dokumentation sofort mit Eilboten hierherschicken zu lassen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl by jste ochoten požádat Vaši ženu, aby tuto dokumentaci telegraficky [unverständlich]?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Jsem ochoten, ale tato dokumentace stejne nikomu nic neprinese, protože já nevím, jestli tam vubec jsou nejaké výnatky k tomuto cinu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich bin an und für sich bereit. Aber ich weiß nicht, ob die Dokumentation jemand etwas hilft, weil ich nicht weiß, ob grade über diesen Vorfall konkrete Sachen drinstehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, das ist eine zweite Frage. Die würden wir dann klären, wenn die Dokumentation hier wäre.

 

Dolmetscher Jarolim:

To je jiná otázka. To bychom tady potom vyjasnili, až dokumentace bude zde.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn der Herr Zeuge nach der Sitzung mit dem Herrn Staatsanwalt sich in Verbindung setzen würde, wäre es möglich, ein Telegramm wegzuschicken, daß die Dokumentation Ihnen zugeht hier an Ihre Frankfurter Adresse, mit Eilboten. Ja? Und dann können Sie sie uns vorlegen, und dann können wir durch einen Dolmetscher die Dokumentation durchlesen lassen daraufhin, ob etwas von diesem Vorfall drinsteht oder nicht. Da brauchen Sie sich gar nicht drum zu bemühen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Bylo by možné, abyste tedy se státním návladním sestavil telegram a nechal dokumentaci prijít sem? A potom by to nebylo Vaší prací, ale prací tlumocníka, který by si to precetl a zjistil, jestli v tom stojí neco, co se této veci týká.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Za mojí prítomnosti, ale velmi nerad.

 

Dolmetscher Jarolim:

In meiner Gegenwart, aber sehr ungern.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, das braucht in Ihrer Gegenwart nicht zu geschehen. Das kann der Dolmetscher ruhig für sich tun und kann uns nachher sagen

 

Dolmetscher Jarolim:

To nemusí být za Vaší prítomnosti

 

Vorsitzender Richter:

Ob er was gefunden hat oder ob er nichts gefunden hat.

 

Dolmetscher Jarolim:

To tedy muže tlumocník sám prohlédnout a musí ríci, jestli tam neco stojí

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Muže. Ovšem já bych tyto listy nerad dával z rukou, protože

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich möchte diese Sachen nicht gern aus der Hand geben.

 

Vorsitzender Richter:

Sie können sich dazusetzen. Sie können ruhig dabei sein, wenn der Dolmetscher das liest.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mužete sedet pri tom.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To je jasné.

 

Dolmetscher Jarolim:

Das ist klar.

 

Vorsitzender Richter:

Also dann bitte ich Sie, nach Schluß der Sitzung mit dem Herrn Staatsanwalt sich in Verbindung zu setzen, daß er dafür sorgt, daß ein solches Telegramm an Ihre Frau abgeht. Ja?

 

Dolmetscher Jarolim:

Rozumel jste?

 

Vorsitzender Richter:

Im übrigen

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Já bych vám predem ješte neco chtel ríct.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, noch eine Frage?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wie groß war der Transport ungefähr, mit dem Sie in Auschwitz ankamen?

 

Dolmetscher Jarolim:

Jak byl veliký transport, s kterým jste prijel do Osvetimi?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Kdy?

 

Dolmetscher Jarolim:

Wann?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Damals, 1942.

 

Dolmetscher Jarolim:

V ctyricátém druhém roce.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

To byly asi ctyri nákladní auta Židu.

 

Dolmetscher Jarolim:

Vier Lkws mit Juden voll.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wie viele waren auf einem Lkw ungefähr drauf?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kolik jich bylo na jednom voze?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Nevím, nevím.

 

Dolmetscher Jarolim:

Weiß ich nicht.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wie viele waren auf Ihrem Lkw drauf?

 

Dolmetscher Jarolim:

Kolik lidí bylo na Vašem voze?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já nevím, já jsem tak pocítal dohromady, že to bylo asi 200 lidí.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich zählte so ungefähr 200 Leute, also ich schätze.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Richter Hotz:

Herr Rybka, eine Frage, waren Sie bereits fieberfrei, als Sie am 1. oder 2. September 42 aus dem Schonungsblock abgeholt wurden?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl jste bez horecky, když jste byl odveden?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem to už vykládal hned na zacátku, byl se mnou na tomto bloku taky kapo Lenartowicz.

 

Dolmetscher Jarolim:

Mit mir war auch der Kapo Lenartowicz in diesem Block.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Von der Harmenser Teichwirtschaft, — který odešel z tohoto bloku do Harmense zpátky asi o deset dnu dríve

 

Dolmetscher Jarolim:

Der aus diesem Block nach Harmense zurückging, und zwar etwa schon zehn Tage vorher.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A já jsem jej prosil, protože jsem videl, jak to tam vypadá, tam byly do rána vždycky hromady mrtvol, aby me co nejdríve vyzvedl a nechal odvést do Harmense

 

Dolmetscher Jarolim:

Und ich habe ihn gebeten, mich von dort abholen zu lassen, weil ich gesehen habe, daß da jeden Tag in der Früh eine Menge Toter lag. Und da habe ich ihn gebeten, mich nach Harmense wegzubringen.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A to co nejdríve.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und zwar sobald wie möglich.

 

Vorsitzender Richter:

Dem Herrn Richter ist es darauf angekommen, zu wissen, ob Sie, als Sie wieder zurück nach Harmense gefahren sind, fieberfrei waren.

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl jste bez horecky, když jste jel do Harmense zpet?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Byl.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich war.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Byl, ovšem byla ze me troska.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ich war, aber ich war ein Wrack.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben doch bei Ihrer Vernehmung gesagt, Sie hätten, obwohl Sie noch nicht hergestellt gewesen seien, auf dem Holzplatz arbeiten müssen.

 

Dolmetscher Jarolim:

Rekl jste, že jste musel pracovat na tom míste s drevem

 

Zeuge Rudolf Rybka [unterbricht]:

Všichni. Všichni, kdo byli na Schonungsbloku, ráno hodinu cvicili

 

Dolmetscher Jarolim:

Alle, die auf dem Schonungsblock waren, mußten in der Früh eine Stunde üben.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

A pokud se mohli pohybovat, štípali anebo roznášeli drevo.

 

Dolmetscher Jarolim:

Und sobald sie gehen konnten, haben sie Holz getragen.

 

Vorsitzender Richter:

Die Frage ist veranlaßt durch Ihre Aussage bei dem Herrn Staatsanwalt, die wörtlich lautet, Blatt 5 der Beiakten...

 

Dolmetscher Jarolim:

Tedy tato otázka je vyvolána tím, co stojí na stránce páté.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben zunächst geschildert, daß Ihnen Targosz geholfen hat, von Block 13

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Wegzukommen.

 

Vorsitzender Richter:

Wegzukommen auf Block 19.

 

Dolmetscher Jarolim:

Targosz Vám pomáhal, Vy jste se dostal z bloku 13 do bloku 19.

 

Vorsitzender Richter:

Dann haben Sie weiter gesagt: »Ich lag damals mit Fieber völlig entkräftet auf einer Pritsche im obersten Stock.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

»Mit Hilfe des Häftlings Targosz und anderer Häftlinge wurde ich in den Block 19 gebracht.«

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Getragen, ja.

 

Vorsitzender Richter:

»Trotz meines fürchterlichen Zustands mußte ich im Holzhof arbeiten. In Block 19 verblieb ich einige Tage.« Sie sagten, etwa drei Tage. »Da dann das Schlimmste vorüber war, gelang es mir durch Kontakt mit den Kameraden, wieder nach Harmense zurückzukommen.«

Und nun möchte der Herr Beisitzer wissen, ob dieses Fieber, das Sie noch hatten, als Sie auf Block 19 gebracht wurden, bereits beendet gewesen sei, als Sie nach Harmense fuhren.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Já jsem již ríkal, že na tom Schonungsbloku jsem byl približne tri dny. Mohly to být ctyri.

 

Dolmetscher Jarolim:

Auf dem Schonungsblock war ich drei Tage, es können auch vier gewesen sein, vielleicht auch fünf.

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Mohlo to být ctyri i pet dnu. Ale co jsem musel delat, musel každý. Jestliže chtel dostat v poledne pul litru polévky nebo neco, což byla voda, musel neco delat.

 

Dolmetscher Jarolim:

Jeder, der auf dem Block war und mittags einen halben Liter Suppe, die ein reines Wasser war, haben wollte, der mußte etwas tun.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, Herr Zeuge, Sie haben uns immer noch nicht verstanden. Uns kommt es darauf an, ob Sie auf der Fahrt nach Harmense fieberfrei gewesen sind oder nicht.

 

Dolmetscher Jarolim:

Byl jste bez ho recky na ceste do Harmense?

 

Zeuge Rudolf Rybka:

Ano.

 

Dolmetscher Jarolim:

Ohne Fieber.

 

Vorsitzender Richter:

Ohne Fieber. Die Frage ist wohl beantwortet. Wenn die Prozeßbeteiligten einverstanden sind, wollten wir den Zeugen eigentlich jetzt nach Hause gehen lassen, zumal er eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt hat, nach der er wegen Krankheit hier nicht zu stark überanstrengt werden darf.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, ich möchte beantragen, zum Donnerstag den am 13. August hier vernommenen Zeugen Pomreinke zu laden. Möglicherweise handelt es sich um jenen, den der Zeuge Rybka hier erwähnt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das wird hiermit angeordnet. [Pause]

 

– Schnitt –

 

 

 

 

1. Vgl. Anlage 1 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 19.10.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103.

2. Nachfolgende Zitate aus der kommissarischen Vernehmung vom 01.04.1964 in Warschau, Anlage 1 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 03.09.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 102.

3. Der Zeuge meint Untersuchungsrichter Bach, Landgericht Frankfurt am Main.

4. Vgl. Eventualantrag von Verteidiger Eggert vom 19.10.1964, Anlage 2 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 19.10.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 103.

5. Kommissarische Vernehmung vom 30.11.1963 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 94, Bl. 17.924.

 

 
 
 
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