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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

55. Verhandlungstag, 12.6.1964

 

Vernehmung des Zeugen Edward Pys

 

Dolmetscherin Kapkajew:

To jest tylko dla sadu, dla, jako pomocnicza

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Einverstanden?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sind in Rzeszów geboren und dort aufgewachsen, haben zuerst Volksschule, dann Gymnasium besucht bis zum Kriegsausbruch im September 1939, waren dann einige Monate zu Hause und wurden am 1. Mai 1940 von der Gestapo verhaftet.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Hat man Ihnen gesagt, warum Sie verhaftet worden sind?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, der Gestapo-Mann, der mich verhaftet hat, hat nur gesagt, das ist ein — profilaktycznie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist nur eine prophylaktische Verhaftung.

 

Zeuge Edward Pys:

Das ist eine prophylaktische Verhaftung, ich soll nach einer Woche nach Hause wieder.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie kamen dann zunächst nach Tarnów in das Gestapo-Gefängnis.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und sind sechs Wochen später, etwa am 13.6.1940 nach Auschwitz gekommen.1

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sind in Auschwitz geblieben bis wann?

 

Zeuge Edward Pys:

Bis 18. Jänner 45, bis zur Evakuierung.

 

Vorsitzender Richter:

Bis 18. Januar 1945. Da sind Sie eigentlich einer derjenigen Häftlinge, die die ganze Zeit in Auschwitz waren, während des gesamten Bestandes des Lagers. Denn viel früher ist das Lager ja gar nicht ins Leben gerufen worden. Sie hatten auch eine sehr niedrige Nummer, 379, nicht?

 

Zeuge Edward Pys:

379, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt also, es waren vor Ihrer Ankunft nur etwa 30 deutsche kriminelle Häftlinge im Lager, die das Lager eingerichtet haben.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl, das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Pys. Nun, wie Sie hingekommen sind, sind Sie beschäftigt worden mit Aufbauarbeiten vermutlich, während andere Häftlinge, die nicht in Arbeitskommandos eingeteilt wurden, gequält wurden mit sogenanntem Sportmachen.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Es war damals hauptsächlich der Unterscharführer Plagge, der Sie damals gequält und belästigt hat. Und dann sind Sie schließlich bei dem Aufbau beschäftigt worden, wobei etwa 28 Blöcke gebaut wurden. [Pause] Wie kam es nun, daß Sie in das SS-Revier gekommen sind? Und wann war das?

 

Zeuge Edward Pys:

To bylo pod koniec roku 40.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war Ende 1940.

 

Zeuge Edward Pys:

Z Rzeszowa równoczesnie ze mna przyjechalo okolo 40 kolegów, z których Baranski Stanislaw i Baranski Emil pracowali juz od wrzesnia w SS- rewi rze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Mit mir zusammen kamen aus Rzeszów etwa 40 Kameraden, unter Ihnen Baranski, Stanislaw und Baranski, Emil, welche bereits seit September 1940 im SS-Revier gearbeitet haben.

 

Zeuge Edward Pys:

W SS-rewirze pracowalo wówczas tylk o trzech ludzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Im SS-Revier haben damals nur drei Personen gearbeitet.

 

Zeuge Edward Pys:

To byl Baranski Stanislaw, Baranski Emil i Józef Maron.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren die erwähnten, Baranski, Stanislaw, Baranski, Emil und Józef Maron. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Warum sind Sie, [...] der Sie doch eigentlich gar kein Arzt waren oder irgendwie mit der Heilpraxis nichts zu tun hatten, gerade dort hingekommen? Wissen Sie das?

 

Zeuge Edward Pys:

Do rewiru przyszedlem za wstawiennictwem kolegi Baranskiego Stanislawa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zum SS-Revier kam ich aufgrund der Hilfe seitens des Kameraden Baranski, Stanislaw.

 

Zeuge Edward Pys:

Który mial na polecenie Unterscharführera Blocki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er mußte auf Anordnung von dem Unterscharführer Blocki

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Block heißt er.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Block.

 

Zeuge Edward Pys:

Poszukac jednego wieznia. Mlodego, który po niemiecku dobrze umie, jako sprzatacza, jako reinigera.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er mußte also einen jungen Häftling finden, der gut Deutsch kann, als Putzer.

 

Zeuge Edward Pys:

Gdy mi o tym powiedzial, zameldowalem sie przy wychodzeniu z obozu na bramie

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Als er mir das gesagt hat, habe ich mich beim Verlassen des Lagers am Tor gemeldet.

 

Zeuge Edward Pys:

Rottenführerowi Bara, Karl.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und zwar beim Rottenführer Bara, Karl.

 

Zeuge Edward Pys:

I on mnie wzial ze soba do rewiru przedstawic Unterscharführerowi Blocka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und er nahm mich mit auf das SS-Revier, um mich dem Unterscharführer Block vorzustellen.

 

Zeuge Edward Pys:

Po przedstawieniu widocznie odpowiadalem Unterscharführerowi i pozostawil mnie w rewirze jako reinigera.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nachdem ich vorgestellt wurde, entsprach ich wahrscheinlich den Anforderungen des [Unterscharführers] Block, und er ließ mich im Revier als Reiniger bleiben.

 

Zeuge Edward Pys:

Od tego czasu pracowalem caly czas az do ewakuacji jako reiniger, a potem w Diätkuchni jako tez reiniger: zmywanie naczyn, rozdzielanie obiadów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Von diesem Augenblick an begann ich, als Reiniger auf dem SS-Revier zu arbeiten, und blieb auch dort bis zur Evakuierung des Lagers als Reiniger und später in der Diätküche, ebenfalls als Reiniger.

 

Vorsitzender Richter:

In diesem Bau, wo Sie gearbeitet haben, waren noch welche Dienststellen sonst untergebracht?

 

Zeuge Edward Pys:

In diesem Bau waren noch SS-Rasierstube, SS- Apotheke, zuerst auch SS-Führerheim und etwas später die Politische Abteilung.

 

Vorsitzender Richter:

Und blieb die Politische Abteilung in dem Haus drin, oder wurde die dann später wieder verlegt?

 

Zeuge Edward Pys:

Die Politische Abteilung wurde dann später verlegt in die Baracke hinter Krematorium I.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie ungefähr noch, wann das gewesen sein kann?

 

Zeuge Edward Pys:

Na, ich kann mich nicht genau erinnern. Aber ich glaube, es war ungefähr 42 vielleicht. Daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht mehr genau. Nun haben Sie durch diese Tätigkeit wohl zunächst die Ärzte ziemlich kennengelernt, die SS-Ärzte, die dort tätig waren, und wohl auch das Sanitätspersonal. Haben Sie von den Ärzten auch den Doktor Lucas gekannt?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, ich habe ihn gekannt, obwohl ich mit ihm nicht viel zu tun gehabt habe. Jedenfalls bin ich sicher, daß Doktor Lucas ein SS-Arzt im Lager war. Ich habe ihn zwei oder drei Mal gesehen, so daß man... Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie noch eine Vorstellung, wann das ungefähr gewesen sein kann?

 

Zeuge Edward Pys:

Ich glaube – bestimmt kann ich es nicht sagen –, es war vielleicht die zweite Hälfte 43 oder so was. Aber bestimmt kann ich es leider nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, es muß also von Anfang bis Mitte 44 gewesen sein. [...] Es könnte auch stimmen. Das wissen Sie nicht mehr genau. Wissen Sie von Doktor Lucas irgend etwas Konkretes, etwa, daß er sich beteiligt hat bei irgendwelchen Selektionen oder daß er auf der Rampe tätig war, oder sonst derartige Dinge, die ihm hier zur Last gelegt werden?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht. Haben Sie den Zahnarzt Doktor Frank gekannt?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wo war der tätig?

 

Zeuge Edward Pys:

Er war in der Zahnstation tätig. Die Zahnstation war auch...

 

Vorsitzender Richter:

In dem Gebäude, wo Sie tätig waren.

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

In dem Gebäude auf demselben Stock.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie auch den Zahnarzt Doktor Schatz gekannt?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

War der dort auch tätig?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie den Apotheker Doktor Capesius gekannt?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, ganz genau.

 

Vorsitzender Richter:

Ganz genau. Nun, von dem Sanitätsdienstpersonal haben Sie gekannt den Sanitätsdienstgrad Klehr?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Scherpe?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Hantl?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Neubert?

 

Zeuge Edward Pys:

Neubert, an den kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht gekannt. Ja.

 

Zeuge Edward Pys:

Der Name ist mir nicht fremd, aber ich kann mich nicht erinnern. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Nun folgende Frage: Wir haben schon über den Herrn Doktor Lucas gesprochen. Bezüglich des Doktor Frank, des Doktor Schatz und des Doktor Capesius, ist Ihnen da etwas bekannt darüber, daß diese Ärzte und Apotheker eingeteilt waren zum Rampendienst? Das heißt also zur Selektion an der Rampe bei ankommenden Transporten.

 

Zeuge Edward Pys:

Ob diese drei Ärzte auf die Rampe eingeteilt wurden, das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ob sie eingeteilt wurden, das wissen Sie nicht?

 

Zeuge Edward Pys:

Das weiß ich nicht. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie wissen natürlich dann auch wohl nicht, daß Sie dort tätig geworden sind?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, selbstverständlich.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie auch nicht. Wissen Sie etwas von dem Angeklagten Klehr?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Was hatte er denn für eine Funktion? Und wann war er denn in Auschwitz tätig und in welcher Eigenschaft?

 

Zeuge Edward Pys:

Er war in den Jahren 41 bis vielleicht 44 tätig als SDG und Chef des Vergasungskommandos. Das bestand aus ein paar SS-Männern. Also es waren Unterscharführer Theuer, Rottenführer Koch, dann Unterscharführer Franke. [Pause] Und noch zwei SS-Leute, die bei der Desinfektion tätig waren: Das waren Rottenführer oder Unterscharführer Schmucker und Riegenhagen. Aber die zwei haben nur mit den Kleidern zu tun gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Die haben also wirkliche Desinfektionsaufgaben gehabt.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Unten im selben Gebäude. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Dagegen Koch...

 

Zeuge Edward Pys:

Theuer.

 

Vorsitzender Richter:

Theuer.

 

Zeuge Edward Pys:

Franke.

 

Vorsitzender Richter:

Franke und Klehr.

 

Zeuge Edward Pys:

Und Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Die waren nicht bei dieser Desinfektion der Kleider tätig?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein. Nur die zwei. Ich habe immer die zwei gesehen, immer unten. Das war in meinem Waschraum unten. Die zwei haben immer mit diesen Kleidern zu tun gehabt erstens, und zweitens habe ich sehr selten mit Riegenhagen und mit Schmucker gesprochen. Die waren [Pause] so wie Leute, also — byli ludzcy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie waren menschlich.

 

Zeuge Edward Pys:

Menschlich. Der Schmucker — narzekal bardzo czesto, ze musial wejsc w mundur SS, byl w Wehrmachcie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Schmucker klagte sehr oft darüber, daß er die Uniform eines SS-Mannes anziehen mußte. Er war bei der Wehrmacht.

 

Zeuge Edward Pys:

Er war ein älterer Mann, noch vor dem Ersten Weltkrieg. Und der Riegenhagen, der war ein junger Mann. Der war auch menschlich. Mit diesen konnte man überhaupt sprechen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun würde uns zunächst eines sehr interessieren. Der Angeklagte Klehr hat uns hier bisher gesagt, das Vergasungkommando, Koch, Theuer und Franke, hätte ihm zwar unterstanden, aber er selbst hätte mit ihrer Tätigkeit gar nichts zu tun gehabt. Diese drei Leute wären eingeteilt gewesen jeweils. Er selbst, Klehr, hätte mit den Vergasungen gar nichts zu tun gehabt. Was wissen Sie darüber?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Pan zrozumial?

 

Zeuge Edward Pys:

Tak, zrozumialem. To, ze Klehr byl szefem dezynfektorów, to bylo ogólnie wiadomo, a poza tym esesmani z Desinfektionskommando wyrazali sie o nim jako o szefie. To jest pier wsze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Erstens war Klehr Chef des Desinfektorenkommandos, er war es wirklich. Und zweitens sprachen die Angehörigen dieses Kommandos von ihm als ihrem Chef.

 

Zeuge Edward Pys:

Po drugie, Klehra widzialem przy gazowaniu. Aczkolwiek nie widzialem, jak rzucal gaz. Dyrygowal tylko.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe den Klehr bei den Vergasungen gesehen. Obwohl ich nicht gesehen habe, daß er selbst das Gas reingeworfen hat. Er leitete es nur.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und nun, bitte, schildern Sie uns doch einmal, was Sie von diesen Vergasungen gesehen haben.

 

Zeuge Edward Pys:

To bylo w drugiej polowie roku 42.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war in der zweiten Hälfte des Jahres 1942. [...] Zeuge Edward Pys:

Podczas przerwy obiadowej uslyszelismy nagle ruch na uliczce, która prowadzi do obozu, a która znajduje sie miedzy krematorium a budynkiem SS-rewiru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Während einer Mittagspause hörten wir plötzlich so eine Bewegung auf der kleinen Straße, die zwischen dem Krematorium und dem SS-Revier lag.

 

Zeuge Edward Pys:

Wygladalismy na zewnatrz, zobaczylem wówczas kilkunastu esesmanów z karabinami w reku, którzy zatrzymywali wszystkich zdazajacych, jednym slowem, zamkneli

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Ruch.

 

Zeuge Edward Pys:

Ruch. Na tej uliczce.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir schauten aus dem Fenster heraus, und da habe ich gesehen, daß dort auf der Straße einige SS- Männer standen, die den Verkehr dort gestoppt haben. Die ließen niemanden durch.

 

Zeuge Edward Pys:

Zdazylem jeszcze zauwazyc, ze zajechaly przed krematorium dwa albo trzy auta ciezarowe zakryte plandeka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es gelang mir noch zu bemerken, daß vor das Krematorium zwei oder drei Lastautos gefahren sind, die mit einer Plane bedeckt waren.

 

Zeuge Edward Pys:

W tym czasie szef politycznego oddzialu Grabner i bodajze Lachmann krzyczeli na nas, abysmy wszystkie okna pozamykali, zaciagneli Verdunkelung i [+ ze] pod kara smierci nie wolno nam wygladac z okien.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dann wurde vom Chef der Politischen Abteilung, Grabner, und ich glaube, auch vom Lachmann, uns zugerufen, wir sollten die Fenster schließen, sie verdunkeln und unter Todesstrafe uns nicht auf der Straße zeigen.

 

Zeuge Edward Pys:

Wiedzialem, ze to nie byl zart ze strony Grabnera, poniewaz pewien czas przedtem bylismy swiadkami, jak francuskiego Zyda, który pracowal u nas jako krawiec w SS-rewirze, zobaczyl go Grabner, jak wygladal przez okno przy prowadzeniu wiezniów na rozstrzelanie prawdopodobnie. Zawolal go ze soba i na drugi dzien dowiedzielismy sie, ze ten wiezien nie zyje. Zostal dolaczony do grupy rozstrzelanej.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir wußten, daß es kein Scherz war seitens des Grabner, weil uns von einem Fall bekannt war. Das war ein französischer Jude, der bei uns als Schneider im SS-Revier tätig war. Und er wurde dabei ertappt, daß er aus dem Fenster zuschaute, wie die SS irgendwelche Leute wahrscheinlich zu Erschießungen geführt hat. Er wurde von Grabner mitgenommen und verschwand. Er kam nie wieder.

 

Zeuge Edward Pys:

Przy zaciemnianiu okien, do których z koniecznosci przy tej czynnosci musialem sie zblizyc, zobaczylem jeszcze z okien na przeciw krematorium, ze jedno czy dwa auta zajechaly wówczas juz poza mur krematoryjny i zaczeto przy wrzaskach wypedzac ludzi. Byly to kobiety i mezczyzni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

To znaczy do wewnatrz wjechaly te auta?

 

Zeuge Edward Pys:

Do wewnatrz, poniewaz krematorium bylo ogrodzone

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Murem.

 

Zeuge Edward Pys:

Duzym murem okolo cztery metrów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Als ich gezwungenermaßen, um die Verdunkelung zu machen, mich dem Fenster genähert habe, habe ich noch gesehen, daß zwei Autos angekommen sind, und zwar nach außerhalb der Mauer um das Krematorium. Und unter Geschrei wurden einige Leute aus den Wagen rausgestoßen.

 

Zeuge Edward Pys:

Wówczas.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wypedzeni z aut, tak? Pan powiedzial, wypedzeni z aut?

 

Zeuge Edward Pys:

Tak, tak. Wówczas przeszedlem do pokoju Spießa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich ging dann ins Zimmer vom Spieß

 

Zeuge Edward Pys:

Po to, aby zrobic porzadek, poniewaz taka byla moja rola miedzy innymi, ze w przerwie obiadowej równiez robilo sie porzadki w rewirze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Um dort Ordnung zu machen. Es gehörte nämlich zu meinen Aufgaben, daß ich während der Mittagspause dort Ordnung schaffen mußte.

 

Vorsitzender Richter:

Wo war das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Im Zimmer vom Spieß. [...]

 

Zeuge Edward Pys:

In dem letzten Zimmer. — Oczywiscie po zaciemnieniu przez szpare, jaka powstala miedzy rama okienna a zaciemnieniem wygladnalem na zewnatrz, co dzialo sie za murem krematoryjnym juz nie bylo mozliwosci widziec, bo mur byl wysoki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Durch die Ritze zwischen dem Fenster und der Verdunkelung schaute ich nach draußen. Ich konnte nicht sehen, was sich innerhalb der Mauer abspielte, weil die Mauer hoch war. [...]

 

Zeuge Edward Pys:

Aby zabezpieczyc sie przed naglym wtargnieciem któregos z esesmanów, zeby mnie po prostu nie nakryl.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Da ich mich aber absichern wollte, daß keiner von den SS-Männern reinkommt und mich dabei ertappt

 

Zeuge Edward Pys:

Zamknalem na klucz drzwi od Schreibstuby Spießa, które wychodzily na zewnatrz. Poniewaz byly jeszcze drugie drzwi do duzej Schreibstuby, z której z kolei bylo równiez wejscie na korytarz.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Schloß ich die Tür ab, die aus diesem Zimmer in die Schreibstube ging. Von der Schreibstube war es noch eine Tür, die direkt nach außen führte.

 

Zeuge Edward Pys:

Wówczas zo baczylem kilku oficerów, którzy wyszli na dach i obserwowali to, co sie dzieje tuz przed krematorium. Prawdopodobnie rozbierali sie wiezniowie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dabei sah ich, daß einige Offiziere aufs Dach kletterten und von dort aus beobachteten, was sich auf dem Hof abspielte. Wahrscheinlich waren die Häftlinge dabei, sich zu entkleiden.

 

Zeuge Edward Pys:

Równoczesnie zobaczylem naszych dezynfektorów a wiec Theuera, Klehra, Franke. — Und Koch.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Gleichzeitig habe ich unsere Desinfektoren gesehen, also Theuer, Klehr, Franke und Koch.

 

Zeuge Edward Pys:

Którzy wyszli na zewnatrz majac przewieszone przez ramie maski gazowe. Oprócz Klehra.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die nach außen gingen, und jeder von ihnen, mit Ausnahme von Klehr, hatte eine Gasmaske umgehängt.

 

Zeuge Edward Pys:

Jeden z nich równiez mial na reku koszyk, zwykly koszyk, taki wiklinowy, wiejski, w którym lezaly puszki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Einer von ihnen hatte noch einen Korb mitgehabt, einen ganz einfachen Bauernkorb, in dem die Dosen drin lagen.

 

Zeuge Edward Pys:

Czekali na dole dopóki ci oficerowie, którzy obserwowali z dachu krematorium sceny rozgrywajace sie za murem, nie zeszli.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie warteten unten, bis diese Offiziere, die oben vom Dach die Szenen, die sich vor dem Krematorium abgespielt haben, beobachtet haben, heruntergingen.

 

Zeuge Edward Pys:

Wtedy bezposrednio weszlo tych trzech wymienionych, oprócz Theuera, oprócz Klehra, na dach.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Unmittelbar danach gingen die drei von den oben Erwähnten, mit Ausnahme von Klehr, aufs Dach.

 

Zeuge Edward Pys:

Poukladali obok kazdego wlotu kilka, po kilka puszek.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie legten um jede Öffnung herum jeweils einige Dosen.

 

Zeuge Edward Pys:

Nastepnie zalozyli maski gazowe.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dann legten sie sich die Gasmasken um.

 

Zeuge Edward Pys:

Otworzyli klapy, to znaczy pokrywy betonowe wylotów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie öffneten dann den Betondeckel über den Öffnungen.

 

Zeuge Edward Pys:

Otworzyli puszki z gazem specjalnym narzedziem, które czesto widywalem w Schreibstubie, ale nigdy nie mialem pojecia, do czego to sluzy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie öffneten danach die Büchsen mit einem Büchsenöffner, mit etwas, das ich ja vorher schon in der Schreibstube gesehen hatte, aber nicht gewußt hatte, wozu es dienen soll.

 

Zeuge Edward Pys:

Robili to bardzo szybko i sprawnie, i wysypywali

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie machten das alles sehr schnell und geschickt

 

Zeuge Edward Pys:

Wysypali caly gaz ze wszystkich puszek do poszczególnych otworów, przykrywajac [+ je] natychmiast plyta betonowa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und warfen den ganzen Inhalt der Dosen sehr schnell in die Öffnungen hinein und deckten das sofort mit der Betonplatte wieder zu.

 

Zeuge Edward Pys:

Zapomnialem powiedziec, ze przed krematorium stalo jeszcze auto kryte, zdaje sie, ze Sanka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe vergessen zu erwähnen, daß vor dem Krematorium ein Auto stand. Ich glaube, das war ein Sanka.

 

Zeuge Edward Pys:

W którym natychmiast po wysypaniu gazu do otworów puszczono motor w ruch.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und man [setzte] den Motor in diesem Auto in Gang, sofort nachdem das Gas in die Öffnungen reingeworfen wurde.

 

Zeuge Edward Pys:

Uplynela krótka chwila, dal sie slyszec, mimo ze krematorium ma sciany betonowe i mimo silnego, glosnego chodu silnika, bylo slychac, dal sie slyszec przerazliwy, nieludzki krzyk ludzi duszonych gazem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Obwohl die Betonmauern dick waren und obwohl Motoren angelassen waren, hörte man jedoch einen entsetzlichen, unmenschlichen Schrei von Menschen, die mit Gas getötet wurden.

 

Zeuge Edward Pys:

Jak dlugo trwalo to wszystko, trudno mi powiedziec, poniewaz ja zostalem po prostu, bylem zupelnie oszolomiony.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wie lange das gedauert hat, kann ich nicht sagen, weil ich damals so benommen war.

 

Zeuge Edward Pys:

I w kazdym razie, moim zdaniem, po kilkunastu minutach wygaszono motor samochodu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Auf jeden Fall, meiner Meinung nach, nach einigen Minuten hat man den Motor wieder [abgestellt].

 

Zeuge Edward Pys:

Nastepnie [puszczono] w ruch wentylator, który znajdowal sie z boku krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und man öffnete einen Ventilator, der sich seitlich vom Krematorium befand. — Na krematorium? Czy przy krematorium?

 

Zeuge Edward Pys:

Na krematorium, to bylo z boku krematorium, bo to...

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Seitlich am Krematorium befand.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Entschuldigen Sie, das verstehe ich nicht ganz. Man öffnete einen [unverständlich]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, also, man ließ ihn laufen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Man ließ den Ventilator an, ja.

 

Zeuge Edward Pys:

Poniewaz juz esesmani zaczeli sie rozchodzic, momentalnie opuscilem mój posterunek obserwacyjny i zajalem sie normalna praca, ta, która powinienem wykonywac wówczas, to znaczy sprzataniem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Da die SS-Männer begannen, sich zu versammeln, habe ich meinen Posten verlassen und angefangen, die Tätigkeit auszuüben, zu der ich bestimmt war.

 

Zeuge Edward Pys:

To byloby wszystko, odnosnie tego wypadku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das wäre alles, was ich über diesen Fall zu sagen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen einen Augenblick noch einmal dabei stehenbleiben. Ist es ganz ohne Zweifel, daß Sie bei dieser Gelegenheit den Angeklagten Klehr haben unterhalb des Daches des Krematoriums stehen sehen?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist ohne Zweifel. Und nun haben Sie gesagt, man hat einen Kraftwagen da stehen gehabt, dessen Motor zu laufen begann. Wir haben bisher die Schilderung so gehört, daß Motorräder dagestanden haben oder ein Motorradfahrer um das Gebäude herumgefahren ist, um diesen Lärm zu erzeugen. [Pause] Ich meine, es ist an und für sich für die Tat als solche nicht von Bedeutung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dotychczas opowi adali swiadkowie, ze nie stalo auto, tylko ze wlaczone zostaly motocykle, albo ze jeden z motocyklistów jezdzil na okolo krematorium.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja zauwazylem auto i to moge z cala pewnoscia stwierdzic.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ein Auto gesehen, und das kann ich mit Bestimmtheit bekunden.

 

Zeuge Edward Pys:

Poniewaz stalo prawie doslownie pod oknem, z którego obserwowalem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil dieses Auto fast unmittelbar unter dem Fenster stand, von dem ich beobachtet habe.

 

Zeuge Edward Pys:

Czy przy tym jeszcze ktos jezdzil na motorze, nie moge sobie przypomniec.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ob noch außerdem jemand dabei war, der um das Krematorium herumfuhr, daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. War damals die Mauer um das Krematorium schon gebaut worden?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Wann ist die denn gebaut worden?

 

Zeuge Edward Pys:

Daran kann ich mich nicht [mehr] erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Nein?

 

Zeuge Edward Pys:

Damals [stand] sie schon. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Nun, ich erinnere Sie an einen Vorfall, der sich auch im Jahre 1942 abgespielt haben soll, und zwar auch in dem Krematorium. Da haben Sie morgens um fünf Uhr Kleider liegen sehen in diesem Hof.2 Stimmt das?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl, das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

War damals die Mauer auch schon gebaut?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Also müßte sie doch gebaut worden sein zwischen dem Frühjahr 42 und dem Sommer 42.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wiec, kiedy mur zostal zbudowany? Miedzy wiosna, miedzy wiosna a latem? W tym okresie czasu?

 

Zeuge Edward Pys:

Mozliwe, ja sobie nie przypominam, kiedy to bylo.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Möglich, aber ich kann mich nicht erinnern, wann die Mauer gebaut wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wissen es nicht genau, ja. Wissen Sie, ob bei dieser Vergasung im Krematorium auch ein Arzt dabei war?

 

Zeuge Edward Pys:

Lekarza nie zauwazylem, moze widzialem, ale nie zauwazylem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Einen Arzt habe ich nicht bemerkt. Vielleicht habe ich einen gesehen, aber ich habe ihn nicht bemerkt.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben ihn nicht bemerkt. Wissen Sie ungefähr, wieviel Menschen das gewesen sind, die da mit den Lastwagen angefahren gekommen sind und die in das Krematorium hineingetrieben wurden?

 

Zeuge Edward Pys:

Dokladnej cyfry nie moge okreslic, ale sadzac z pojemnosci aut, sadze, ze bylo okolo 200.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eine genaue Zahl kann ich nicht angeben, aber nach meiner Schätzung der Personen, die in den Wagen hineingehen konnten, waren das etwa 200 Personen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie haben die Menschen auch gesehen, wie sie herausgeführt wurden in das Krematorium, oder nicht?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl, aber eine kurze Zeit. Sie sind herabgesprungen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Waren bei diesem Vorfall auch Angehörige der Politischen Abteilung, außer Grabner und Lachmann, dabei?

 

Zeuge Edward Pys:

Von der Politischen Abteilung? [Pause] Ich bin nicht sicher. Na, ich kann mich nicht mehr erinnern, ob da noch von

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Aber Grabner und Lachmann haben Sie gesehen?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Die haben Sie gesehen. Nun, haben Sie auch gesehen, daß man aus diesem Krematorium nachher die Leichen der Menschen herausbefördert hat, die da vorher hineingetrieben worden waren?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy widzial pan, jak pózniej wynos zono trupy tych ludzi, którzy poprzednio byli wpychani do krematorium?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie potrzeba bylo trupów wynosic, przeciez to bylo krematorium wewnatrz, wszystko. Piece byly wewnatrz.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man brauchte doch keine Leichen rauszutragen. Das war doch ein Krematorium. Die Öfen waren ja drin.

 

Vorsitzender Richter:

Ach, das war in dem Raum, in dem sich auch die Öfen befunden haben?

 

Zeuge Edward Pys:

Das war in einem anderen Raum, aber in demselben Gebäude.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Nun sagen Sie bitte, außer dieser Vergasung in dem – das nannte man das sogenannte Kleine Krematorium, das stimmt?

 

Zeuge Edward Pys:

Kleines Krematorium, das stimmt, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das stimmt. In diesem Kleinen Krematorium haben Sie andere Vergasungen selbst nicht mitangesehen?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, selbst habe ich das nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht gesehen. Aber haben Sie davon gehört, daß solche Vergasungen stattgefunden haben?

 

Zeuge Edward Pys:

Das habe ich gehört. Vergasungen und Erschießungen.

 

Vorsitzender Richter:

Und Erschießungen. Und wo haben diese anderen Vergasungen stattgefunden? [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Gdzie mialy miejsce te inne gazowania? Gdzie?

 

Zeuge Edward Pys:

Oprócz starego krematorium?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Oprócz tego krematorium.

 

Zeuge Edward Pys:

Na Brzezinkach. — Birkenau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Außer in dem Alten Krematorium fanden diese Vergasungen in Birkenau statt.

 

Vorsitzender Richter:

In Birkenau statt. Das haben Sie aber nur gehört. Sie waren niemals Zeuge davon.

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, ich habe es nur gehört. In Birkenau war ich insgesamt zwei oder drei Tage.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun sagen Sie bitte, von wem sind denn diese Vergasungen in Birkenau durchgeführt worden? Haben Sie da etwas darüber gehört oder etwas gesehen oder sonst etwas festgestellt?

 

Zeuge Edward Pys:

Gesehen habe ich es nicht. Ich habe es nur gehört. Und ich weiß nur, daß der Spieß, also damals...

 

Vorsitzender Richter:

Der Ontl.

 

Zeuge Edward Pys:

Ontl, ja. Einmal habe ich selber gehört, daß einmal Ontl den einen Doktor – ich kann mich nicht mehr erinnern jetzt, war es Doktor Kitt oder vielleicht der andere – erinnert hat: »Sie haben heute Dienst in Birkenau.«[...] Was für ein Dienst, das weiß ich nicht. Aber das kann man zugeben, erstens. Und zweitens — Klehr wychodzil równiez, czesto Brzezinek, prawdopodobnie do Brzezinek i to

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Klehr ging auch öfters, wahrscheinlich nach Birkenau

 

Zeuge Edward Pys:

I to pr zewaznie bardzo czesto, wlasnie wieczorem, na noc.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und zwar sehr häufig am Abend für die Nacht.

 

Zeuge Edward Pys:

Przy tej sposobnosci bral zawsze ze soba taka gruba lage.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Bei dieser Gelegenheit nahm er immer einen dicken Stock mit.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er diesem Stock auch einen Namen gegeben?

 

Zeuge Edward Pys:

»Dolmetscher«.

 

Vorsitzender Richter:

»Dolmetscher«. Und das haben Sie einmal gehört?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy to pan slyszal, ze on tak nazywal?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ze on tak mówil? — Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar, bei welcher Gelegenheit?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Przy jakiej okazji pan slyszal, ze on tak mówil?

 

Zeuge Edward Pys:

Raz wyszedl wie czorem, wychodzac wieczorem z budynku SS-rewiru, zapomnial widocznie, bo rzucil mi ostrym tonem rozkaz: — »Bringen Sie mir mal diesen ›Dolmetscher‹!«— I ja juz wiedzialem, o co chodzi i przynioslem mu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

An einem Abend ging er aus dem SS-Revier heraus und vergaß wahrscheinlich, eben seinen Stock mitzunehmen. Daraufhin schrie er mit einer scharfen Stimme einen Befehl mir zu: »Bringen Sie mir den ›Dolmetscher‹!«

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, woraus haben Sie geschlossen, daß Klehr nach Birkenau zu den Vergasungen ging?

 

Zeuge Edward Pys:

Tylko z tego, ze dowiadywalismy sie na drugi dzien od kolegów pracujacych w Birkenau, ze znowu przychodzil transport.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nur daraus, daß wir am nächsten Tag von den Kameraden, die in Birkenau gearbeitet haben, gehört haben

 

Zeuge Edward Pys:

Ze mialo miejsce ubieglej nocy duze gazowanie, przewaznie [unverständlich]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Daß vergangene Nacht eine große Vergasung hauptsächlich der jüdischen Häftlinge stattgefunden hat.

 

Zeuge Edward Pys:

To po pierwsze, a po drugie, przy tego rodzaju okolicznosciach czesto, nie zawsze, ale kilka razy widzialem, jak pakowano kartony, to znaczy skrzynki z gazem do Sanki. Wiadomo

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zweitens wußte ich daraus, daß oft, aber nicht immer bei dieser Gelegenheit Kistchen mit Gas in die Sankas verpackt wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wieso wußten sie, daß diese Kistchen, die in den Sanka verpackt wurden, Gas enthielten?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skad pan wiedzial, ze te skrzynki, które byly pakowane do Sanki, ze to byl gaz?

 

Zeuge Edward Pys:

Prawdopodobnie gaz, ja nie powiedzialem na pewno.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wahrscheinlich, ich habe nicht gesagt »bestimmt«.

 

Zeuge Edward Pys:

Skrzynki otworzonej nie widzialem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe keine geöffnete Kiste gesehen.

 

Zeuge Edward Pys:

Chociaz widzialem puszke gazowa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Obwohl ich eine Gasdose gesehen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Außerhalb der Kiste?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Poza ta skrzynka?

 

Zeuge Edward Pys:

Poza s krzynka, tak jest.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Außerhalb der Kiste.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum glauben Sie, daß in den Kisten Gasbüchsen gewesen sein sollen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

I dlaczego pan przypuszcza, ze w tych skrzynkach byly puszki z gazem?

 

Zeuge Edward Pys:

Bo to sie jakos tak dziwnie laczylo.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil das Ganze so merkwürdig zusammenpaßte.

 

Vorsitzender Richter:

Moment. Was paßte zusammen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eben. Hören wir weiter. — Co mianowcie? Co sie laczylo?

 

Zeuge Edward Pys:

Mianowicie, wieczorem ladowanie skrzynek przez dezynfektorów do Sanki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Also, das Verladen der Kisten in den Sanka von den Desinfektoren [war abends].

 

Zeuge Edward Pys:

Bardzo czesto zdarzalo sie równoczesnie, ze wiedzielismy, ze lekarze ida, ze lekarz, ten czy ów, idzie do Brzezinek.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und dabei erfuhren wir sehr häufig gleichzeitig, daß die Ärzte nach Birkenau gehen.

 

Zeuge Edward Pys:

Dienst zu machen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Um Dienst dort zu machen.

 

Zeuge Edward Pys:

Po drugie, koledzy, z którymi mielismy kontakt z Brzezinek, zawsze potwierdzali te wiadomosci, kiedy u nas, kiedy byly wieksze transporty, gazowanie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und die Kameraden, die wir hatten, die in Birkenau arbeiteten, die bestätigten dann jeweils, wann die größeren Transporte vergast wurden, also, die Verbindung zwischen [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch dabei mal den Klehr gesehen, bei einem solchen Verladen von Gasbüchsen in einen Sanka am Abend unter diesen Umständen, die Sie uns eben geschildert haben?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, nein.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Widzial pan kiedykolwiek Klehra przy pakowaniu skrzynek do Sanki wlasnie w tych okolicznosciach, o których nam pan przedtem [+ opowiadal].

 

Zeuge Edward Pys:

Nie. Przy pakowaniu nie, widzialem innych dezynfektorów jak Theuera, Franka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein. Bei dem Verladen habe ich andere Desinfektoren gesehen, wie Theuer und Franke.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Hat er auch nicht dabeigestanden?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jego nawet, on nie stal n awet przy tym?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie zauwazylem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ihn nicht bemerkt.

 

Zeuge Edward Pys:

Nie pamietam, no.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wo kamen denn die Kisten her?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skad przyszly te skrzynki? Skad?

 

Zeuge Edward Pys:

Skrzynie wynoszono, skad je wynoszono? Wynoszono je z dolu, z naszego budynku, gdzie znajdowal sie magazyn apteczny.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man brachte sie von unten in unserem Gebäude, wo man unten ein Apothekerlager hatte.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also aus den Beständen der Apotheke?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch gesehen, wie diese Kisten von der Apotheke herausgegeben wurden?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Widzial pan, jak wydawano te skrzynie z apteki?

 

Zeuge Edward Pys:

Wynoszono z dolu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man brachte sie von unten.

 

Zeuge Edward Pys:

A na dole nie bylo nic innego tylko Heizung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und unten war nichts anderes als die Heizung.

 

Zeuge Edward Pys:

Otwarty taki pokój wylozony kaflami, w którym mysmy urzedowali.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Entschuldigen Sie, darf ich dem Zeugen noch mal die Frage erklären? Er hat sie offensichtlich nicht verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehr.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nie chodzi o to, dlaczego, tylko czy widzial pan, jak wydawano te skrzynie z apteki? Czy widzial pan, jak kiedykolwiek wydawano te skrzynie z apteki?

 

Zeuge Edward Pys:

Z pomieszczenia?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Z apteki samej.

 

Zeuge Edward Pys:

Nie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein, das habe ich nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie nicht gesehen. Nun sagen Sie bitte, bei Ihrer

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Habe ich Sie doch richtig verstanden, Sie haben gefragt, ob er gesehen hatte, wie aus der Apotheke das...

 

Vorsitzender Richter:

Ausgefolgt worden ist. Denn ich hätte nachher die weitere Frage angeknüpft, ob er gesehen hätte, wer ihm das gegeben hat.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe nur gesehen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Daß sie von unten heraufgetragen

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Von unten heraufgebracht wurden.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, er wollte aber schildern, was sich unten befand. Vielleicht ergibt sich aus dieser Schilderung, was da unten war, ob das die Apotheke

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Er hat gesagt, außer dem Heizungskeller waren von der Apotheke verschiedene Dinge dort abgestellt. Stimmt das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wiec poza tym, co pan wymienial, co sie znajdowalo na dole w piwnicy? Wiec pan powiedzial, ze tam bylo Heizung, czy jeszcze pomieszczenie

 

Zeuge Edward Pys:

Heizung bylo po prawej stronie, bylo kafelkami wylozone cos w rodzaju takiej malej piwniczki, pokoju, w którym mysmy zawsze sie trzymali, prawda, urzedowali, tak sie wyraza i z tej

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und dann rechts war noch ein kleiner gekachelter Raum, wo wir sozusagen unseren Dienst hatten.

 

Zeuge Edward Pys:

I z tego prowadzily drzwi do pomieszczenia, w którym znajdowal sie sklad apteczny, a które byly zawsze zamykane.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und von dort aus führte die Tür in einen Raum, wo sich die Bestände der Apotheke befanden, der immer verschlossen war.

 

Vorsitzender Richter:

Nun haben Sie bei Ihrer Vernehmung am 23. Oktober 1959, auf Blatt 2.471, einmal folgendes gesagt: Sie konnten beobachten, daß die Sanitätsdienstgrade, die die Vergasungen durchführten, bei bevorstehenden Vergasungen immer mit einem Sanka bei der Apotheke vorfuhren und dort Kisten abholten, deren Inhalt Sie allerdings nicht erkennen konnten. »Nach dem gesamten Geschehensablauf mußte ich aber annehmen, daß sich in den Kisten die Büchsen mit Zyklon B befanden. In dieser Annahme wurde ich insbesondere dadurch bestärkt, daß Klehr beim Aufladen die Häftlinge oder die SS-Leute, die diese Arbeit verrichten mußten, dazu antrieb, sie sollten sich beeilen, er müsse so schnell wie möglich wieder in Birkenau sein.« 3 Und heute haben Sie gesagt, Sie können sich nicht darauf entsinnen, Klehr bei dieser Gelegenheit dabeistehen gesehen zu haben.

 

Zeuge Edward Pys:

Niestety, w tej chwili nie moge sobie tego przypomniec. To juz jest piec lat od zlozenia moich zeznan.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Leider kann ich mich heute nicht daran erinnern.

 

Zeuge Edward Pys:

Pamiec, po prostu, coraz bardziej zawodzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und die Aussagen, die ich vorher gemacht habe, [die liegen] fünf Jahre zurück. Und das Gedächtnis wird von Jahr zu Jahr schwächer.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. War denn das, was Sie damals dem Staatsanwalt Vogel gegenüber ausgesagt haben, der Wahrheit entsprechend?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy bylo prawda to, co pan zeznal przed pieciu laty, przed prokuratorem Voglem? Pan zrozumial, co opowiadal, co czytal przewodniczacy.

 

Zeuge Edward Pys:

Tak jest. Na pewno.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja. Ganz bestimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Das war damals Ihrem Gedächtnis entsprechend. Aber heute sagen Sie, können Sie mit Rücksicht auf die dazwischenliegende Zeit sich nicht mehr erinnern.

 

Zeuge Edward Pys:

Ich kann mich nicht erinnern. — Nie powiedzialem, ze nie widzialem Klehra, tylko, to znaczy, ze nie byl, tylko, ze nie pamietam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe doch nicht gesagt, daß Klehr nicht dabei war, sondern daß ich mich daran nicht erinnere.

 

Vorsitzender Richter:

Richtig. Und nun sind Sie damals fortgefahren: »Das habe ich selbst gehört. Was diese Worte bedeuteten, war jedem klar. Es war schließlich auch so, daß normalerweise die Ankunft eines neuen Transportes sofort im Lager bekannt wurde. Wir wußten deshalb auch alle, daß beziehungsweise wann wieder eine Selektion und damit im Anschluß hieran eine Vergasung bevorstand.« 4 Also heute können Sie sich nicht mehr daran erinnern, daß auch Klehr beim Aufladen dieser Kisten an der Apotheke dabei war.

 

Zeuge Edward Pys:

Ich kann mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich heute nicht mehr erinnern. Ja. Nun, wieso glauben Sie dann annehmen zu können, daß Klehr bei diesen Vergasungen in Birkenau beteiligt war?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Na czym opiera pan swoje przepuszczenie, ze Klehr bral udzial w gazowaniach w Brzezince?

 

Zeuge Edward Pys:

Tylko na tym, ze równoczesnie z zapakowaniem tych skrzyn, puszek do Sanki czesto wychodzil. Czy on wyjezdzal, trudno mi powiedziec, bo nie widzialem go, jak wsiadal, bral gruba lage i wyjezdzal do Birkenau. Bardzo czesto wiadomo bylo, ze jedzie do Birkenau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich stütze meine Vermutung darauf, daß, nachdem diese Dosen mit Gas eben auf den Sanka verladen wurden, da, an dem gleichen Tag Klehr oft nach Birkenau ging oder fuhr – ich habe ihn dabei nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie, daß Klehr, den Sie dabei nicht gesehen haben

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Nicht gesehen, daß er fuhr.

 

Vorsitzender Richter:

So. Und wieso wußten Sie, daß, wenn er wegging, er nach Birkenau ging?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skadze pan wiedzial, ze jak on wychodzi, to idzie [+ do Birkenau].

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Oczywiscie, ze nie wiedzialem, ale koledzy z Birkenau mówili wlasnie, ze on szaleje z ta laga przy transportach do gazu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Natürlich habe ich es nicht gesehen. Aber die Kameraden aus Birkenau haben dann erzählt, daß er sich mit diesem Stock wie toll gebärdet in Birkenau bei den Transporten und Vergasungen.

 

Zeuge Edward Pys:

A lacznosc z Brzezinkami mielismy czesto.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und die Verbindung mit Birkenau, die war ständig bei uns.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie haben einmal bei Ihrer Vernehmung von einer Unterredung des SS-Manns Koch mit anderen Kameraden berichtet, der sich dabei gebrüstet habe oder davon erzählt habe, daß man in der Nacht 10.000 oder 20.000 Juden vergast habe.5 War bei einer solchen Unterredung auch mal Klehr dabei? [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy Klehr byl tym, kiedy Koch z innymi swoimi kolegami rozmawial i chwalil sie czy opowiadal o tym, ze w nocy zostalo dziesiec czy dwadziescia tysiecy Zydów zagazowanych.

 

Zeuge Edward Pys:

Nie, nie, nie byl przy tym.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein, er war nicht dabei.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja slyszalem to zupelnie przypadkowo, bo przy mnie by nie rozmawiali na ten temat.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe das zufällig mitangehört, weil sie doch in meiner Gegenwart bestimmt nicht darüber gesprochen hätten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber daß bei einer solchen Gelegenheit auch Klehr einmal davon erzählt hätte, er sei in den Gaskammern gewesen beziehungsweise im Krematorium und habe dort mitgewirkt bei der Vergasung von Menschen, das haben Sie nicht gehört?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nun etwas anderes: Wissen Sie etwas davon, daß Zulagen ausgeteilt worden sind für bestimmte Tätigkeiten und bestimmte SS-Leute?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was und warum? Und an wen?

 

Zeuge Edward Pys:

Wiec dezynfektorzy otrzymywali dodatkowe racje.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Desinfektoren bekamen Zulagen.

 

Zeuge Edward Pys:

Mleko i wódke.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Milch und Schnaps.

 

Zeuge Edward Pys:

Skad wiem, ze mleko? Mleko wiem stad, ze ja przynosilem to mleko z mleczarni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß darüber, daß es die Milch gewesen

 

– Schnitt –

 

Dolmetscherin Kapkajew:

den Schnaps.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie, wer diese Zulagen bekam? Zum Beispiel die Milch, die Sie ja selbst geholt haben. Von wem bekamen Sie den Auftrag, die Milch zu holen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skad pan wie o tym, kto otrzymywal to mleko? Na przyklad, kto [+ otrzymywal] to mleko, które pan przynosil? Na przyklad, kto dawal panu polecenie przyniesc mleko?

 

Zeuge Edward Pys:

W tej chwili sobie nie przypominam, kto mi dawal polecenie. Prawdopodobnie Spieß

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Heute erinnere ich mich nicht daran, wer mir diese Anweisung gegeben hat. [Vermutlich] war das der Spieß

 

Zeuge Edward Pys:

Albo posrednio siostra, której podlegalem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Oder unmittelbar die Schwester, der ich unterstand.

 

Vorsitzender Richter:

Und was bekamen Sie für einen Auftrag? Was sollten Sie denn holen? Bekamen Sie da eine bestimmte Anzahl von Litern gesagt, oder bekamen Sie gesagt: »Für den SS-Mann sowieso, sowieso, sowieso«, oder bekamen Sie gesagt: »Hier ist eine Aufstellung der Zulagen« oder so etwas?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jak wygladalo to polecenie, które pan otrzymywal? Znaczy, mówiono, ze pan ma przyniesc tyle i tyle litrów czy mówiono, ze pan ma przyniesc dla tego, czy tego esesmana taka a taka ilosc litrów?

 

Zeuge Edward Pys:

Zamówienie na mleko bylo robione przez kogos innego w mleczarni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Anforderung war von jemand anderem in der [Molkerei] gemacht.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja [je] tylko przynosilem i to nie zawsze ja, bo czasem koledzy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe lediglich die Milch mitgebracht. Und nicht immer ich, es waren auch andere Kameraden.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja tylko jako wiezien pracujacy w kuchni i rozdzielajacy jedzenie. Musialem podzielic dla esesmanów, tych, którym sie to nalezalo.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich aber, als Häftling, der in der Küche arbeitete und das Essen verteilte, ich mußte dann die Milch unter den SS-Männern, denen das zustand, verteilen.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Denen das zustand.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Którym sie to nalezalo?

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie mit Bestimmtheit sagen, daß dem Klehr auch Milch zugestanden hat?

 

Zeuge Edward Pys:

Bestimmt. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Es hat ihm Milch zugestanden, und Sie sagen, diese Milch ist geholt worden a) für Schwerkranke und b) für solche Leute, die bei Vergasungen mitwirkten.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sagen, Sie wissen bestimmt, daß dem Klehr solche Milch zustand, woraus wir den Schluß ziehen müßten, daß er dann auch einen Anspruch hatte, weil er bei Vergasungen tätig war? Wollen Sie das sagen damit?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan chce przez to powiedziec, ze poniewaz mleko dostarczane bylo dla ciezko chorych i dla tych, którzy otrzymywali dodatkowe przydzialy i poniewaz Klehr byl na pewno, pan chce powiedziec, z cala pewnoscia byl tym, który otrzymywal to mleko. Wiec wyciaga pan z tego przypuszczenie, ze z cala pewnoscia Klehr otrzymywal mleko za to, ze bral udzial w zagazowaniu.

 

Zeuge Edward Pys:

Tak jest.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, daß er Schnaps bekommen hat, das haben Sie nicht gesehen. Sie haben das auch nicht gehört. Sie wollen uns sicher nur sagen, daß Sie aus der Tatsache, daß da öfter Trunkenheiten stattfanden, geschlossen haben, daß er auch solche Zuteilungen bekommen hat. Aber damit kommen wir im wesentlichen nicht weiter. Aber bei der Milch haben Sie also die ganz bestimmte Kenntnis, daß ihm diese Milch zugeteilt war, weil er zu der Gruppe gehörte, die bei Vergasungen tätig war?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben dann vorhin schon uns ausgeführt, daß die beiden Unterscharführer Schmucker und Riegenhagen nicht bei diesen Vergasungen tätig waren, sondern hauptsächlich zu Desinfektoren bezüglich der Kleidung bestimmt waren. Diese Vergasung im Alten Krematorium, die Sie uns vorhin geschildert haben und die, wenn ich nicht irre, in der zweiten Hälfte 1942 sich abgespielt haben soll, war das die erste Vergasung, die überhaupt in Auschwitz vorgenommen wurde, oder waren da schon Vergasungen zuvor? [...]

 

Zeuge Edward Pys:

To nie bylo pierwsze gazowanie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war nicht die erste Vergasung.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht die erste, sondern? Was war denn die erste Vergasung? Haben Sie da etwas davon gesehen?

 

Zeuge Edward Pys:

Pierwsze g azowanie bylo na bloku 11.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die erste Vergasung fand auf dem Block 11 statt.

 

Zeuge Edward Pys:

O ile sobie przypominam jesien 41.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnere, war das Herbst 1941.

 

Vorsitzender Richter:

Herbst 1941. Und wo?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Auf dem Block 11.

 

Vorsitzender Richter:

Auf dem Block 11. Und wer wurde denn damals vergast?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kogo wtedy zagazowano?

 

Zeuge Edward Pys:

Zagazowano wtedy kilkuset jenców [radzieckich].

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Vergast wurden damals einige Hundert sowjetische Kriegsgefangene.

 

Zeuge Edward Pys:

I okolo 200 wiezniów chorych z Krankenbau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und ungefähr 200 Häftlinge, Kranke aus dem Krankenbau.

 

Zeuge Edward Pys:

Wiem to stad, ze po pierwsze, to nie dalo sie ukryc tego rodzaju akcji i w obozie bylismy wszyscy tym podnieceni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß es, weil erstens so eine Tatsache im Lager nicht verheimlicht werden konnte. Alle waren wir aufgeregt deswegen.

 

Zeuge Edward Pys:

Po drugie, widzialem wieczorem któregos dnia, wtedy wlasnie na jesieni 41 roku, jak z maskami gazowymi kilku esesmanów wychodzilo z bloku 11. Przypominam sobie wtedy

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und zweitens weiß ich das deswegen, weil ich an einem Abend – eben an diesem bestimmten Abend, an dem die Vergasung stattfand – einige SS-Männer mit Gasmasken aus dem Block 11 weggehen sah.

 

Zeuge Edward Pys:

Pamietam dokladnie, poniewaz to byl szok dla nas. Pamietam dokladnie, ze byl doktor Entress, Lagerführer Fritzsch.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich ganz genau daran, weil das eine Schockwirkung auf uns hatte, daß darunter Doktor Entress war, Lagerführer Fritzsch

 

Zeuge Edward Pys:

Und der 2. Lagerführer Maier.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Diese Männer haben Sie wo gesehen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wiec gdzie pan widzial tych ludzi? Wychodzacych

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Wychodzacych z bloku 11 z maskami gazowymi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe sie aus dem Block 11 mit den Gasmasken kommen sehen.

 

Zeuge Edward Pys:

Znaczy, maski gazowe byly oczywiscie nie na twarzach, tylko w rekach.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und selbstverständlich hatten sie die Gasmasken noch nicht auf dem Gesicht gehabt, sondern in der Hand.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Edward Pys:

Poza tym, w tym gazowaniu zginal kolega, mój osobisty przyjaciel.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Außerdem wurde bei dieser Vergasung auch mein persönlicher Freund getötet

 

Zeuge Edward Pys:

Równiez przybyl ze mna pierwszym transp ortem. Grzyb, Zdzislaw.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Der ebenfalls mit mir zusammen im ersten Transport angekommen ist. Ein Mann namens Grzyb, Zdzislaw.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Die Vergasung selbst haben Sie nicht miterlebt?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie außer diesen Männern, deren Namen Sie uns eben genannt haben und die uns nichts sagen, auch solche gesehen, die hier mitangeklagt sind?

 

Zeuge Edward Pys:

Ich kann mich nicht erinnern, ob es jemand von diesen war. Jedenfalls habe ich sie nicht gesehen. Vielleicht waren sie da.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie damals bei der Vergasung im Jahr 1942 Leute gesehen, die hier mitangeklagt sind?

 

Zeuge Edward Pys:

Außer Klehr keinen.

 

Vorsitzender Richter:

Nein? Auch Boger nicht?

 

Zeuge Edward Pys:

Boger? Nein, ich bin...

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Boger?

 

Zeuge Edward Pys:

Ich bin nicht sicher. Ja, ja. Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kannten ihn?

 

Zeuge Edward Pys:

Ich bin nicht sicher.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Znal pan [go]?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, Boger ganz gut.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie. Und woher kannten Sie ihn?

 

Zeuge Edward Pys:

Z politycznego oddzialu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Von der Politischen Abteilung.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun waren ja bei der Politischen Abteilung mehrere Männer angestellt. Wieso kannten Sie Boger genau und so sicher?

 

Zeuge Edward Pys:

Bogera znam dlatego dobrze, ze po pierwsze polityczny oddzial znajdowal sie na dole.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kenne Boger so gut deswegen, weil erstens die Politische Abteilung in demselben Gebäude unten war.

 

Zeuge Edward Pys:

Nazwiska wszystkich, prawie wszystkich esesmanów zatrudnionych w Politische Abteilung znalem. A wiec oprócz Grabnera, Bogera, Lachmann, Wosnitza

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil die Namen von fast allen, die bei der Politischen Abteilung tätig waren, mir bekannt waren. [...] Das waren Grabner, Boger, Lachmann, Wosnitza

 

Zeuge Edward Pys:

Dylewski, noch welche, an die ich mich nicht erinnern kann.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, war Boger auch mal in dem SS-Revier als Kranker?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl. Boger lag zwei oder drei Mal im SS-Revier. Und bei dieser Gelegenheit habe ich auch mit ihm zu tun gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und zwar? Wollen Sie da mal erzählen? Es war ihm neulich so ein bißchen unklar, daß er dort auch in dem Revier gelegen haben sollte.

 

Zeuge Edward Pys:

Nie wiem, na jaka chorobe byl wtedy [+ chory, ze] zostal wtedy przyjety do SS-rewiru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß nicht, wegen welcher Krankheit er damals im SS-Revier aufgenommen wurde.

 

Zeuge Edward Pys:

Mnie sie wydaje, to znaczy, pewny nie jestem, ale zdaje mi sie, ze to byly zaburzenia nerwowe.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wydaje mi sie, nie jestem pewny, pan powiedzial?

 

Zeuge Edward Pys:

Tak, nie jestem pewny.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich glaube, ich bin aber nicht sicher, daß es irgendwelche Nervenstörungen waren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ist Ihnen da noch etwas besonders in Erinnerung von dieser Zeit?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan to?

 

Zeuge Edward Pys:

Moge stwierdzic tylko, ze bal sie nas, wiezniów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann nur feststellen, daß er Angst vor uns Häftlingen hatte.

 

Zeuge Edward Pys:

Abysmy go przypadkiem nie otruli.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er hatte Angst, daß wir ihn zufällig vergiften können.

 

Zeuge Edward Pys:

Swoje twierdzenie opieram na tym

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Hat der Zeuge gesagt zufällig?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, zufällig, — przypadkiem.

 

Vorsitzender Richter:

Ja?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Daß wir ihn zufällig mal vergiften können.

 

Zeuge Edward Pys:

Swoje twierdzenie opieram na tym, ze pewnego razu polecil mi Boger, poniewaz obslugiwalem w jego pokoju, polecil mi przyniesc cos do picia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Meine Feststellung begründe ich damit, daß eines Tages Boger mir eine Anweisung gab, ihm etwas zu trinken zu bringen.

 

Vorsitzender Richter:

Apfelsaft? [...]

 

Zeuge Edward Pys:

Przynioslem mu wówczas — Apfelsaft.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ihm damals Apfelsaft gebracht.

 

Zeuge Edward Pys:

Ale flaszka byla juz otworzona i chcialem mu nalac do szklanki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber die Flasche war schon geöffnet, und ich wollte ihm den Inhalt in ein Glas gießen.

 

Zeuge Edward Pys:

Wrzasnal na mnie, ze mu mam przyniesc nowa flaszke.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er schrie mich an, ich soll ihm eine neue Flasche bringen.

 

Zeuge Edward Pys:

I otworzyc przy nim.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und ich soll diese Flasche in seiner Gegenwart öffnen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also können Sie sich ganz mit Sicherheit darauf entsinnen, daß er in Ihrem Revier als Patient gelegen hat.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl. Mindestens zweimal.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, Sie haben bei Ihrer Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft folgendes unterschrieben: »Ich habe nunmehr die Niederschrift über meine Vernehmung noch einmal durchgelesen. Die zur Korrektur erforderlichen Abänderungen habe ich handschriftlich vorgenommen.« 6 Und nun befindet sich bei Ihrer Vernehmung, und zwar auf Blatt 2.469, ein Satz, der hat ursprünglich geheißen – es handelte sich da um diese Vergasungen im Kleinen Krematorium: »In der Zwischenzeit waren eine Anzahl von SS-Angehörigen, nämlich Grabner, Lachmann, Aumeier und zwei Truppenoffiziere, sowie mehrere SS-Leute, die mir alle namentlich nicht bekannt waren, auf das Dach des Krematoriums hinaufgestiegen.« 7 Und da haben Sie mit der Hand nach dem Namen Grabner den Namen Boger eingefügt mit Ihrem Schriftzeichen. Ich halte Ihnen das vor, ob Ihnen das vielleicht was bedeutet. Denn anscheinend ist doch der Name Boger auf Ihren ausdrücklichen Wunsch und von Ihrer eigenen Hand eingefügt worden damals in dieses Protokoll. Können Sie sich da noch drauf entsinnen, daß Boger auch dabei war?

 

Zeuge Edward Pys:

W tej chw ili, w tym momencie ja moge mówic tylko to, co w tym momencie sobie przypominam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

In diesem Augenblick kann ich nur davon sprechen, woran ich mich jetzt in diesem Augenblick entsinnen kann.

 

Zeuge Edward Pys:

W tym momencie ni e przypominam sobie, nie wykluczam, ze Boger tam byl, niemniej jednak, ze Boger tam byl.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich entsinne mich in diesem Augenblick nicht, obwohl ich das nicht ausschließe, daß Boger dabeigewesen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, das war die Tätigkeit Klehrs als Desinfektor. Und wissen Sie, wann diese Vergasungen in dem Neuen Krematorium in Birkenau begonnen haben?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wiadomym panu jest, kiedy rozpoczely sie gazowania w nowym krematorium w Brzezince?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja nie pamietam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht mehr. Außerdem werden aber dem Klehr auch noch vorgeworfen Tötungen, die er mit Phenol begangen haben soll. Zunächst hätte ich aber noch eine Frage, die zu dem andern Kapitel gehört. Sie haben vorhin von dem Stock gesprochen, den Klehr immer mitgenommen hat, wenn er abends weggegangen ist, und den er seinen »Dolmetscher« nannte. Haben Sie einmal festgestellt, daß dieser Stock blutverschmiert war?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie mal festgestellt?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, bei der Reinigung seiner Zimmer. Ich habe nämlich keine chemische Untersuchung gemacht. Das ist ja klar. Aber er schien blutig.

 

Vorsitzender Richter:

Schien blutig. Nun, hat Klehr sich auch beteiligt an diesen Injektionen mit Phenol?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy Klehr bral równiez udzial w mordowaniu przy pomocy zastrzyków fenolu?

 

Zeuge Edward Pys:

Slyszalem o tym. Przy pracy go nigdy nie widzialem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe davon gehört. Ich habe ihn niemals bei seiner Tätigkeit gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nein?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nie?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie widzialem go przy pracy bezposrednio.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ihn unmittelbar bei seiner Tätigkeit nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Nun, wie ist es denn, wenn ich Sie daran erinnern kann, daß Sie an einem heißen Sommertag des Jahres 1942 vormittags einmal im Labor gewesen sind und daß Sie nun auf dem Weg zu diesem Labor an dem Block 28 vorbeigegangen sind. Haben Sie da nichts festgestellt, daß da irgend etwas mit Einspritzungen oder so etwas vor sich ging?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, dann erzählen Sie das.

 

Zeuge Edward Pys:

Das habe ich. — Gdy przechodzilem kolo bloku 28 chcialem po prostu zobaczyc sie z któryms z kolegów

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Chwileczke. — Als ich am Block 28 vorbeiging, wollte ich einfach mich mit einem Kameraden treffen

 

Zeuge Edward Pys:

Zeby mu przekazac lekarstwa dla wiezniów, które wzialem z SS-rewiru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Um ihm Medikamente für die Häftlinge zu übergeben, die ich aus dem SS-Revier mitnahm.

 

Zeuge Edward Pys:

Kolegi tego nie spotkalem. Natomiast inny wiezien, zaraz po wejsciu do obozu, po wejsciu do bloku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe diesen Häftling nicht getroffen, aber einen anderer Häftling, unmittelbar nachdem ich den Block betrat.

 

Vorsitzender Richter:

Welchen Block?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

28.

 

Zeuge Edward Pys:

Powiedzial: — »Mach, daß du wegkommst, Klehr ›spritzt‹!«

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Der sagte mir: »Mach, daß du wegkommst, der Klehr ›spritzt‹!«

 

Zeuge Edward Pys:

Er hat was gebrüllt. Ich habe seine Stimme gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch nackte Häftlinge vor diesem Block stehen sehen, die mit Kopierstift

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Ja, es waren ein paar Häftlinge, vielleicht drei oder vier, ein paar Häftlinge, nackt ausgezogen, die mit einem Bleistift auf die Brust ihre Nummer geschrieben hatten. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und was bedeutete das, wenn man auf die Brust die Nummer draufgeschrieben bekam?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Co to oznac zalo, kiedy zapisywano numer na piersi?

 

Zeuge Edward Pys:

To znaczylo, ze juz jest na wykonczeniu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das bedeutete, daß man beim Erledigen ist.

 

Zeuge Edward Pys:

Pisano dlatego, zeby po prostu latwiejsze bylo odcyfrowanie, znaczy ustalenie tozsamosci wieznia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man hat das nur geschrieben, um leichter einen Häftling zu identifizieren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und bei dieser Gelegenheit haben Sie die Stimme von Klehr gehört.

 

Zeuge Edward Pys:

Nur die Stimme. Gesehen habe ich ihn nicht. Und die Stimme habe ich ganz genau gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Und was hat er denn gesagt oder gewollt oder gerufen?

 

Zeuge Edward Pys:

Was hat er gesagt? Er hat was gebrüllt. Ich habe nicht gewagt...

 

Vorsitzender Richter:

Stehenzubleiben, sondern Sie haben gemacht, daß Sie fortgekommen sind. Ja. Wissen Sie noch etwas von dem Angeklagten Scherpe?

 

Zeuge Edward Pys:

Ich weiß nur, daß Scherpe SDG war. Aber was Näheres, jedenfalls gesehen habe ich gar nichts.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Edward Pys:

Ich habe nur damals gehört – damals, das heißt ungefähr 43, glaube ich – von einem Kameraden, daß er unsere Kinder – also polnische Kinder von Zamosc – »gespritzt« hat.

 

Vorsitzender Richter:

Getötet haben soll.

 

Zeuge Edward Pys:

Das habe ich gehört damals.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Edward Pys:

To bylo po prostu szokujace, oburzajace.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war einfach unerhört [schockierend für] uns und empörend.

 

Vorsitzender Richter:

Grausig, ja. Sagen Sie, kennen Sie den SDG Hantl?

 

Zeuge Edward Pys:

Wiem, ze taki sanitariusz byl u nas imieniem Hantl, ale dokladnie go nie znam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß, daß ein Sanitäter namens Hantl bei uns war. Aber näher kenne ich ihn nicht. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Näher kennen Sie ihn nicht. Kennen Sie von der Politischen Abteilung außer Boger auch Dylewski?

 

Zeuge Edward Pys:

Dylewski? Wiem, ze taki esesman byl.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß, daß es so einen SS-Mann gab.

 

Zeuge Edward Pys:

I niewatpliwie widzialem go, ale w tej chwili trudno byloby mi go rozpoznac.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ohne Zweifel habe ich ihn gesehen. Aber jetzt wäre es mir schwer, ihn zu erkennen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Können Sie irgendwelche näheren Angaben über ihn machen?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Wie ist es mit Broad?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

A jak jest z Broadem?

 

Zeuge Edward Pys:

Den kenne ich auch nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Den kennen Sie auch nicht. Nun, Doktor Capesius, haben Sie gesagt vorhin, kennen Sie.

 

Zeuge Edward Pys:

Von der Apotheke.

 

Vorsitzender Richter:

Daß er der Apotheker dort war.

 

Zeuge Edward Pys:

Leitender Apotheker. Zuerst war es Doktor Krämer und dann Doktor Capesius.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie etwas davon, ob Doktor Capesius dieses Gas verwaltet hat, dieses Zyklon-Gas? Oder wissen Sie, daß er Phenol verwaltet und herausgegeben hat?

 

Zeuge Edward Pys:

Das habe ich nicht gesehen, nur gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Gehört haben Sie es.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was wissen Sie dann schließlich noch von Kaduk?

 

Zeuge Edward Pys:

Kaduka znalem dobrze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Den Kaduk kannte ich gut.

 

Zeuge Edward Pys:

Zreszta tak, jak kazdy wiezien w obozi e.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Übrigens wie jeder andere Häftling im Lager.

 

Zeuge Edward Pys:

To byl wyjatkowo brutalny i nieobliczalny czlowiek.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war ein außergewöhnlich brutaler und unberechenbarer Mensch.

 

Zeuge Edward Pys:

Kil kakrotnie widzialem, jak maltretowal wiezniów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Einige Male habe ich gesehen, wie er die Häftlinge mißhandelte.

 

Zeuge Edward Pys:

Których potem bylo trzeba odnosic na Krankenbau, ale co sie potem z nimi stalo, trudno mi powiedziec.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Diese Häftlinge mußte man später auf den Krankenbau bringen. Was mit ihnen geschah, ist mir schwer zu sagen.

 

Zeuge Edward Pys:

Szczególnie nie lubil wiezniów, którzy w obozie lepiej wygladali.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Besonders mochte er solche Häftlinge nicht, die im Lager ein wenig besser ausgesehen haben.

 

Vorsitzender Richter:

Besser? Gesundheitlich, körperlich oder?

 

Zeuge Edward Pys:

Körperlich sauber.

 

Vorsitzender Richter:

Sauber und besser ernährt waren?

 

Zeuge Edward Pys :

Ja. — Poza tym, jesli chodzi o Kaduka, to slyszalem tylko, ze w roku 44, 30 grudnia powiesil naszych kolegów, którzy próbowali uciekac.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, was den Kaduk noch anbetrifft, so habe ich gehört, daß im Jahre 1944, am 30. Dezember, er, Kaduk, unsere Kameraden, die versucht haben zu flüchten, aufgehängt hat.8

 

Zeuge Edward Pys:

Pamietam ta date z tego wzgledu i sprawa bylem zainteresowany osobiscie, poniewaz w tej grupie, która zlapano, ja mialem byc równiez, ja sie tylko jeden uratowalem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich an das Datum so genau und interessierte mich für diesen Fall deswegen so besonders, weil ich in dieser Gruppe, die man gefaßt hat, auch sein sollte. Ich bin derjenige, dem die Rettung gelungen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und warum sind die Leute aufgehängt worden?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dlaczego oni zostali powieszeni?

 

Zeuge Edward Pys:

Zlapani na ucieczce.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie wurden dabei erwischt, daß sie die Flucht unternommen haben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie auch gesehen, daß er einmal einen Häftling, den er zu Boden geschlagen hat, noch mit Füßen getreten hat oder auf ihm herumgetrampelt ist?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war das ungefähr?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kiedy to bylo?

 

Zeuge Edward Pys:

Das war ungefähr 43, glaube ich.

 

Vorsitzender Richter:

1943 etwa. Und wissen Sie, ob dieser Mensch nachher gestorben ist?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, das weiß ich nicht bestimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie überhaupt, ob einer von seinen Opfern gestorben ist? Oder haben Sie das feststellen können irgendwie?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie. Tego nie stwierdzilem, no, zreszta, nie interesowalem sie tym.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein, das habe ich nicht festgestellt. Übrigens, ich habe mich dafür nicht interessiert.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe keine Fragen mehr an den Zeugen. Von seiten des Gerichts keine Fragen mehr? Doch.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wissen Sie, wann das Alte Krematorium außer Betrieb genommen wurde? [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kiedy przestalo dzialac?

 

Zeuge Edward Pys:

[Pause] Calkiem na pewno nie moge powiedziec. Ale mnie sie zdaje, mnie sie zdaje, ze w drugiej polowie 43 roku, pod koniec 43 roku. Ale pewny nie jestem. Pewny nie jestem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ganz bestimmt kann ich es nicht sagen, aber es scheint mir, daß es die zweite Hälfte 44, so Ende 44 gewesen ist. Aber ich bin nicht sicher.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Können Sie sich erinnern, wann die großen Vergasungen in Birkenau waren?

 

Zeuge Edward Pys:

[Pause] Tyle tych gazowan w Brzezinkach bylo, ze trudno powiedziec.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es waren so viele Vergasungen in Birkenau, daß es schwer ist zu sagen.

 

Zeuge Edward Pys:

To wlasciwie wszystkie byly duze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und eigentlich alle waren groß.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Dann eine weitere Frage: Sie sagten vorhin, daß unten aus dem Keller, wo das SS-Revier war in dem Gebäude, daß da Kisten geholt wurden. War das immer der Fall? Oder haben Sie eine Vorstellung oder wissen Sie positiv, daß die auch woanders geholt wurden? Oder wissen Sie sogar, von welchem Zeitpunkt ab sie etwa woanders geholt wurden?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy tak zawsze bylo, czy tez byly z innego miejsca brane i od kiedy?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie. Od chwili, kiedy stare krematorium przeznaczono na magazyn apteczny wszystko odbywalo sie juz tam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Seitdem man das Alte Krematorium als Apothekenlager benutzte, spielte sich bereits alles dort ab.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ah, das Alte Krematorium, das wissen Sie, war nachher Apothekenlager?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl, ganz bestimmt.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wer ging dann mit rüber? Ging da jemand von der Apotheke mit rüber, wenn was geholt wurde?

 

Zeuge Edward Pys:

Immer einer von der Apotheke.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wer? Doktor Capesius?

 

Zeuge Edward Pys:

Das war Doktor Capesius oder Jurasek.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Haben Sie ihn selbst gesehen?

 

Zeuge Edward Pys:

Capesius habe ich, glaube ich, nur ein oder zwei Mal hinübergehen gesehen. Aber was er dort gemacht hat und was er gewollt hat, das weiß ich nicht. Jurasek

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Jedenfalls war das ganz offiziell ein Lager der Apotheke?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Das wissen Sie.

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kennen Sie das sogenannte alte Theater.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, ja. Gleich bei Block 11.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja, ja, da hinten, außerhalb. Ja.

 

Zeuge Edward Pys:

Hinter dem Draht.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Außerhalb des Drahts. Und wissen Sie, was da aufbewahrt wurde? Haben Sie davon mal was gehört? Oder waren Sie mal dort aus irgendwelchem Grund?

 

Zeuge Edward Pys:

O ile ja wiem, to byl magazyn zdaje sie na wiec [unverständlich] koce i tak dalej, i tak dalej

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich weiß, war das ein Magazin, wo Decken und Betten und so weiter und so fort aufbewahrt wurden.

 

Zeuge Edward Pys:

Zdaje sie, ze byl równiez magazyn broni, ale tego nie powiem na pewno.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und ich glaube, also es scheint mir, aber das kann ich nicht sicher sagen, daß dort auch ein Waffenlager war.

 

Zeuge Edward Pys:

Czy cos innego jeszcze bylo skladowane, nie wiem. Koce byly na pewno skladowane, poniewaz

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ob dort noch etwas anderes gelagert wurde, das weiß ich nicht. Die Decken waren ganz bestimmt dort aufbewahrt

 

Zeuge Edward Pys:

Poniewaz sam osobiscie odbieralem koce. Chyba w jakims 41 roku odbieralem koce wlasnie stamtad.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil ich ja grade von dort 1941 die Decken geholt habe.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Sie waren also selbst mal dort gewesen?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Nur nicht innen, sondern...

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Außen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Außen und haben Sie gekriegt, ja. Sagen Sie, kannten Sie einen Angehörigen der Politischen Abteilung namens Stark?

 

Zeuge Edward Pys:

Stark, ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Was hat denn der für eine Funktion da ausgeübt? Wissen Sie das, oder kamen Sie irgendwie

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Nie moge nic o nim powiedziec. Znam go, znam go dobrze z widzenia, ale nic nie moge [+ powiedziec].

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Über ihn kann ich nichts sagen. Ich kenne ihn. Ich kenne ihn sehr gut vom Aussehen. Aber ich kann nichts über ihn sagen.

 

Zeuge Edward Pys:

Nichts Konkretes.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Dann noch eine Frage zu den Gasmasken: Sie sagten da vorhin, die hätten die Gasmasken in der Hand gehabt. Waren das denn nicht die üblichen Wehrmachtsgasmasken, die man in einer Büchse hatte? Waren das spezielle Gasmasken, die die dort verwendeten?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy to byly maski, które znajdowaly sie w specjalnych puszkach, czy to byly jakies inne maski?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie. Puszek nie widzialem, to byly maski przewieszone przez reke, a ja tam nie zagladalem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe keine Dosen gesehen. Das waren Gasmasken, die so über dem Arm hingen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wissen Sie zufällig, wie der Desinfektor Koch mit Vornamen hieß?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, ja, ja. [Pause] Den Namen, ich wußte doch, aber...

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Überlegen Sie grade einen Moment.

 

Zeuge Edward Pys:

Theuer, Adolf. Hans, glaube ich.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Hans. Ich wollte es nur wissen, damit wir identifizieren, daß er verurteilt wurde in Krakau.9 Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Pys, vielleicht können Sie dem Gericht das kurz schildern, wenn Sie sagen, daß die Desinfektoren auf das Dach gestiegen sind. Für jemanden, der mit den örtlichen Verhältnissen nicht vertraut ist, erscheint das etwas merkwürdig. Können Sie mal kurz sch ildern, wie das Alte Krematorium gebaut war? Wenn Sie sagen, daß man da auf das Dach kommt.

 

Zeuge Edward Pys [unterbricht]:

Ach so, ja, ja, selbstverständlich. Aber wie? Wie soll ich das machen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zeichnen vielleicht.

 

Staatsanwalt Kügler:

Halten Sie es nicht für wichtig?

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt, uns ist das nicht merkwürdig. Denn wir haben ja jetzt schon wiederholt gehört, was da oben auf dem Dach war, nämlich der Einfüllstutzen.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja. Und daß vom Dach aus ein schräger Erdwall bis zum Boden ging, so daß man den schrägen Erdwall hochgehen konnte.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das ist uns ja schon geschildert worden.

 

Staatsanwalt Kügler:

Gut. Sie sagten, daß Klehr dabeigestanden habe. Haben Sie beobachten können, daß er irgendwelche Befehle gegeben hat oder irgendwelche Bewegungen gemacht hat, die darauf schließen ließen?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie zrozumialem tego.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Powiedzial pan, ze Klehr stal na dole. Czy pan slyszal, ze on wydawal jakies rozporzadzenie, czy jakies rozkazy?

 

Zeuge Edward Pys:

Co wydawal, to nie wiem. Mówil tylko, to znaczy, z okna wygladalo, jakby on wydawal rozkazy, machal rekami, prawda, i mówil do nich.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Was der Inhalt war, weiß ich ja nicht. Vom Fenster aus hat er so ausgesehen, als ob er irgendwelche Befehle erteilt hätte. Er sprach zu ihnen.

 

Zeuge Edward Pys:

Er hat gezeigt auf den Dachboden und so weiter. Was er sagte, das weiß ich nicht.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das auf der Skizze, Herr Staatsanwalt. Das ist gezeichnet.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja, ich weiß. Danke. Waren Sie als Zeuge geladen in dem Prozeß gegen den Desinfektor Koch in Krakau?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Wenn Sie bei der Verhandlung teilgenommen haben, ist Ihnen da möglicherweise erinnerlich, ob Koch über die Rolle, die Klehr gespielt hat, in diesem Prozeß gesprochen hat in Ihrer Gegenwart?

 

Zeuge Edward Pys:

Das weiß ich nicht. Das weiß ich nicht.

 

Staatsanwalt Kügler:

Das wissen Sie nicht. Danke schön. Haben Sie den Doktor Klein gekannt?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Doktor Klein, ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja. Konnte man den Doktor Klein mit dem Doktor Capesius verwechseln?

 

Zeuge Edward Pys:

Ausgeschlossen.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ausgeschlossen. Haben Sie den Doktor Capesius auch sprechen hören?

 

Zeuge Edward Pys:

Ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie auch den Herrn Doktor Klein sprechen hören?

 

Zeuge Edward Pys:

Vielleicht.

 

Staatsanwalt Kügler:

Können Sie etwas über die Ähnlichkeit der Sprache sagen, Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit der Sprache?

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, nein, nein, das kann ich nicht sagen.

 

Staatsanwalt Kügler:

Können Sie nicht sagen. Keine Fragen mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Kaul.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich habe eine Frage. Herr Zeuge, Sie sind, wie der Herr Vorsitzende schon sagte, am 23. Oktober 1959 von Herrn Staatsanwalt Vogel vernommen worden. Darf ich Ihnen da vorhalten, auf Seite 2.473 sagen Sie folgendes, unten: [...] »Über die Tätigkeit der sogenannten Desinfektoren oder Sanitätsdienstgrade Klehr, Koch, Franke und Theuer möchte ich noch folgendes angeben: Diese vier Mann waren entgegen ihren Bezeichnungen nicht als Sanitäter eingesetzt und hatten auch nichts mit der Desinfektion von Kleidern und Räumen zu tun. Sie waren vielmehr ausschließlich bei Vergasungsarbeiten tätig.« 10 Können Sie das heute hier so wiederholen und bestätigen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy moze pan powtórzyc, podczas swojego zeznania z 23 pazdziernika 1959 roku powiedzial pan, ze Klehr, Koch. — Darf ich noch mal die Namen bitte von den Desinfektoren?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, was ist denn, Herr Rechtsanwalt Doktor Laternser?

 

Verteidiger Laternser:

Ja, ich widerspreche dieser Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Warum denn?

 

Verteidiger Laternser:

Die ist so nicht zulässig.

 

Vorsitzender Richter:

Warum?

 

Verteidiger Laternser:

Frühere Aussagen von Zeugen können nur vorgehalten werden im Rahmen des § 253 der Strafprozeßordnung.11

 

Vorsitzender Richter:

Ja und?

 

Verteidiger Laternser:

Dieses Verfahren hat der Nebenklägervertreter schon mal exerziert, ohne daß widersprochen worden ist. Er kann nur frühere Aussagen von Zeugen vorhalten nach § 253, wenn ein Zeuge auf eine Frage erklärt, daß er sich einer Tatsache nicht mehr erinnere. Dann kann zur Unterstützung des Gedächtnisses vorgehalten werden oder nach Absatz 2 zur Aufklärung eines Widerspruchs. Aber diese Voraussetzungen müssen erst da sein. Man kann nicht vorlesen und sagen: »Ist das so gewesen?« Das ist unzulässig, und ich widerspreche dem. Nach 235

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, nun also, wenn der Herr Doktor Kaul diesen Vorhalt macht, nehme ich an, daß er anschließend irgendeine widerspruchsvolle Erklärung hier aufklären will. Dann

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Ich habe nichts anderes mit dieser Frage beabsichtigt, als die Wahrheitsfindung zu fördern.

 

Vorsitzender Richter:

Würden Sie dann vielleicht einmal herumgedreht erst die Frage stellen und dann den Vorhalt machen, damit wir sehen, daß der Vorhalt gerechtfertigt ist.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Also, Herr Zeuge, war der Klehr als Desinfektor von Kleidern und Räumen im Konzentrationslager Auschwitz tätig gewesen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy Klehr byl dezynfektorem [odziezy i pomieszczen] w obozie koncentracyjnym w Oswiecimiu? Czy zajmowal sie dezynfekcja?

 

Zeuge Edward Pys:

Nigdy go nie widzialem przy tej pracy. Przy tej pracy byli, powtarzam, zatrudnieni

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Niemals habe ich ihn bei dieser Tätigkeit gesehen. Ich wiederhole, bei dieser Tätigkeit waren beschäftigt:

 

Zeuge Edward Pys:

Schmucker und Riegenhagen. — A kotly do dezynfekcji znajdowaly sie u nas na dole w Waschraumie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und die Kessel, die zur Desinfizierung dienten, die befanden sich bei uns unten im Waschraum.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Was sagen Sie, Herr Zeuge, dazu, und das war der Grund meiner Frage, wenn ich Ihnen sage, daß der Angeklagte Klehr uns hier wiederholt erklärt hat, daß er lediglich als Desinfektor für Kleider und Räume tätig gewesen war und nichts mit der Vergasung zu tun gehabt hat?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Co pan moze powiedziec na to, ze oskarzony Klehr ciagle nam tu powtarza, ze byl dezynfektorem, tylko dezynfekowal pomieszczenia i odziez, i nie mial nic wspólnego z gazowaniem.

 

Zeuge Edward Pys:

To jest smieszne i oburzajace.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist lächerlich und empörend.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Schön. Nichts weiter, keinen anderen Widerspruch wollte ich aufklären mit diesem Exerzieren dieser Frageausübung. Ich habe aber noch eine andere Frage. Wir werden schon der Wahrheit näherkommen. Sagen Sie, Herr Zeuge, kennen Sie den Angeklagten Mulka?

 

Zeuge Edward Pys:

Tylko znam nazwisko.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kenne lediglich den Namen.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Sie haben sonst von seiner Funktion im Lager keinerlei Kenntnis?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, Sie haben gesagt, daß Klehr bei der Desinfektion von Kleidern im Waschraum niemals tätig gewesen ist, und haben das eben als empörend behandelt diese Darstellung. [...] Herr Zeuge, haben Sie mit Sicherheit gesehen, daß Klehr auch bei der Desinfektion von Räumen des Lagers nicht tätig gewesen ist?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

»Gesehen, daß nicht gewesen«: Herr Rechtsanwalt, formulieren Sie bitte anders.

 

Verteidiger Göllner:

Ja, er hat nur mit Sicherheit gesagt, daß er ihn in dem Waschraum nicht gesehen hat, ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy chce pan powiedziec z cala pewnoscia, ze nie widzial pan nigdy Klehra dezynfekujacego pomieszczenia?

 

Zeuge Edward Pys:

Nigdy nie widzialem Klehra dezynfekujacego pomieszczenia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe niemals den Klehr dabei gesehen, Räume zu desinfizieren.

 

Zeuge Edward Pys:

Ani nie slyszalem o tym.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und ich habe auch niemals davon gehört.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, kennen Sie die Vorgänger von Klehr, [Ultzhöffer] und Sicklinger?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy zna pan tych, którzy przed Klehrem byli? [Ultzhöffer] und Sicklinger?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein.

 

Zeuge Edward Pys:

Nazwiska nie znane mi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Namen sind mir unbekannt.

 

Verteidiger Göllner:

Wissen Sie genau, daß Sie vor Block 28 bei dem Vorfall gestanden haben, als Ihnen Ihr Mithäftling erklärte: »Klehr spritzt.« Oder war es bei Block 20?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan wie na pewno, ze to byl blok 28, przed którym sie pan znajdowal, kiedy pan chcial kogos odwiedzic i wiezien powiedzial panu: »Zmykaj, bo Klehr szpiluje?«

 

Zeuge Edward Pys:

Tak.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy na pewno to byl 28, czy 20?

 

Zeuge Edward Pys:

To byl blok 28. Ja zreszta poprzednio, poprzednio mial numeracje 20.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war der Block 28. Früher war die Nomenklatur anders. Früher war das Block 20.

 

Verteidiger Göllner:

Dann noch eine letzte Frage: Haben Sie Klehr, von dem Sie sagen, daß er abends immer mit dem Stock weggegangen sei nach Birkenau, zu Fuß weggehen sehen? Oder wie hat er sich fortbewegt?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan widz ial, pan wspominal o tym, ze widzial pan, wie pan o tym, ze Klehr wychodzac do Brzezinki zabieral ze soba swoja laske. Czy pan widzial, w jaki sposób on sie oddalal, czy on szedl czy jechal?

 

Zeuge Edward Pys:

Nie widzialem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich nicht gesehen.

 

Zeuge Edward Pys:

Widzialem tylko, ze wychodzil z budynku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe lediglich gesehen, wie er aus dem Gebäude rausging.

 

Verteidiger Göllner:

Klehr behauptet, er sei nur mit dem Motorrad gefahren und hätte deshalb niemals einen Stock mitnehmen können.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Klehr twierdzi, ze on zawsze jezdzil na motocyklu i nie mógl z tego powodu nigdy zabierac ze soba laski.

 

Zeuge Edward Pys:

Zawsze mial, to znaczy, wtedy kiedy ja go widzialem, na noc wychodzil zawsze z laska.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er hat immer, das heißt, bei den Fällen, bei denen ich ihn gesehen habe, wenn er für die Nacht ging, einen Stock mitgenommen.

 

Zeuge Edward Pys:

Poza tym nie uzywal laski w ogóle. W nocy sie nie wychodzi na wycieczke.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Außerdem benutzte er so einen Stock nie. Und nachts geht man nicht zu einem Ausflug.

 

Verteidiger Göllner:

Gut.

 

Vorsitzender Richter:

Noch eine Frage?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, damit Ihnen da kein Irrtum unterläuft: Sie haben uns gesagt, daß Riegenhagen und Schmucker Kleidungsstücke desinfizierten unten bei Ihnen im SS-Revier in der Waschküche.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja. Nie in der Waschküche, sondern in dem

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Oder im speziellem Raum.

 

Zeuge Edward Pys:

Nein, nein, nein. — To byly umywalnie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren Waschräume. [...]

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Nun konnten die beiden ja in den Räumen da unten nicht für das ganze Lager alle Kleidung und alle Decken, alle Strohsäcke desinfizieren. Verstehen Sie, was ich meine?

 

Zeuge Edward Pys:

Na, selbstverständlich, das waren

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Und nun wissen wir doch, daß 1942 zum Beispiel eine große Fleckfieberepidemie war. Und daß dann im Lager auch Block für Block desinfiziert wurde, nicht wahr?

 

Zeuge Edward Pys:

Tak, byly, prosze pana.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, die Blocks wurden entwest.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und nachdem Sie nun gefragt wurden – Sie sagten, es ist ausgeschlossen, daß Klehr da irgendwie tätig war –, will ich Sie fragen, damit nicht Ihre Aussage durch einen anderen Zeugen widerlegt wird. Können Sie denn überhaupt ausschließen, daß der Klehr irgendwann, zu irgendeiner Zeit bei diesen großen Desinfektionen im Lager, weil er mit dem Giftgas umzugehen verstand, mitgewirkt hat?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy wyklucza pan te mozliwosc, ze Klehr, poniewaz umial obchodzic sie z gazem, bral udzial w dezynfekcji niektórych z tych bloków przy tego rodzaju akcji?

 

Zeuge Edward Pys:

Wykluczyc nie moge, bo nie wszystko przeciez widzialem.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Das hat ja der Zeuge gar nicht gesagt.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann das nicht ausschließen, weil ich doch nicht alles sehen konnte.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Eben. Es hat ja gar nichts mit der Frage zu tun, daß Sie sagen, daß er Gefangene vergast hat.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja, das ist doch möglich, daß er auch die Räume und die Leute vergast hat.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Ja, sicher, gut. Danke schön. Ja. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn keine Fragen mehr zu stellen sind – Klehr.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Zeuge, ist das richtig, daß ich zuerst, ehe ich mit dem Desinfektionskommando beauftragt wurde, im Stammlager Dienst gemacht habe?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy slusznym jest to, ze zanim stalem sie dezynfektorem, pracowalem w obozie macier zystym?

 

Zeuge Edward Pys:

Pracowal w obozie macierzystym, to znaczy, wiem o tym, ze pracowal w Stammlagrze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich weiß, daß er im Stammlager war.

 

Angeklagter Klehr:

Bestand zu dieser Zeit, wo ich im Stammlager Dienst machte, schon das Vergasungskommando? [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wiec wtedy, kiedy bylem

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Klehr, ich glaube, daß das der Zeuge gar nicht beantworten kann. Denn der Zeuge ist ja doch nicht in der Organisation des Lagers tätig gewesen. Er war ja Häftling. Aber vielleicht weiß er was darüber.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, er war doch als Revierreiniger auf unserer Dienststelle. Erst mal kennt er die Ärzte, kennt die SDG, und deshalb muß er das ja wissen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Frage ist: Unterstand mir das Vergasungskommando? [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Nein, er will wissen, ob ihm schon das Vergasungskommando unterstanden hätte in der Zeit, wo er noch als SDG im Krankenbau war. Ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Kommando unterstand. Im Stammlager war. Ja. — Czy podlegalo mi

 

Verteidiger Fertig [unterbricht]:

[unverständlich] die Frage war anders. Der Angeklagte Klehr meinte, ob zu der Zeit, als er noch im Stammlager Dienst tat, schon das Vergasungskommando bestand, überhaupt bestand oder existierte.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ach, bestand. Aha. Deswegen fragte ich. — Czy w tym czasie, kiedy Klehr byl w obozie macierzystym i pelnil funkcje sanitariusza. czy w tym czasie juz istnialo czy juz bylo komando zagazowania?

 

Zeuge Edward Pys:

No, trudno mi t o powiedziec. Nie, nie znam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist mir schwer zu sagen.

 

Zeuge Edward Pys:

Ja dezynfektorów to pamietam tych, których wymienilem, a trudno mi powiedziec, kiedy oni powstali i kto ich

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kenne nur diese Desinfektoren, die ich eben erwähnt habe. Aber wann das alles entstand, das ist mir schwer zu sagen.

 

Angeklagter Klehr:

Sie hatten vorhin ein paar Namen genannt: Theuer, Franke und Koch.

 

Vorsitzender Richter:

Und Klehr.

 

Angeklagter Klehr:

Und Klehr, jawohl. Da habe ich nämlich noch gar nicht dem Vergasungskommando angehört, sondern ich wurde erst dann eingesetzt. Durch die herrschende Fleckfieberepidemie wurde ich mit dem Desinfektionskommando beauftragt. Und ist Ihnen da vielleicht ein Name bekannt von einem Wosnitzka, Rottenführer Wosnitzka?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan zna nazwisko Rottenführera [Wosnitzka]?

 

Zeuge Edward Pys:

Wosnitza z Politische Abteilung, to wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wosnitza von der Politischen Abteilung. Der ist mir bekannt.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, nein, der ist bekannt von der Politischen. Auf unserer Dienststelle war ein Rottenführer, ein Desinfektor, Wosnitzka.

 

Zeuge Edward Pys:

Nie moge sobie przypomniec. [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann mich nicht daran erinnern.

 

Angeklagter Klehr:

Genau, ein Rottenführer Schmunitzer.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Schmunitzer, Rottenführer.

 

Zeuge Edward Pys:

Schmonitzer? Pierwszy raz slysze to nazwisko.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zum ersten Mal höre ich diesen Namen.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, dann tut es mir leid. Zu meiner Zeit, wo ich mit der Desinfektion beauftragt wurde, da befand sich der Unterscharführer Franke nicht mehr bei dem Vergasungskommando, sondern da befand sich der Unterscharführer Franke schon als SDG im Frauenlager in Birkenau. Das Vergasungskommando bestand, wo ich die Desinfektion übernommen habe, aus Theuer, Koch, Wosnitzka und Schmunitzer. Das waren die vier Desinfektoren, die die Vergasung durchführten. Und diese Desinfektoren bekamen Milch. Meine Milch war immer schwarz. Ich habe keine weiße Milch gehabt.

 

Zeuge Edward Pys:

Zawsze mial.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte, wie?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Immer hatte er die Milch.

 

Vorsitzender Richter:

Also der Zeuge hat uns gesagt, er hat die Milch selbst abgeholt. Ich habe ihn ja ganz eingehend danach gefragt.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Weil das für uns sehr wichtig ist, nicht.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und jetzt sagt er es auch.

 

Vorsitzender Richter:

Und er hat gesagt, er hat die Milch abgeholt. Und zwar deshalb, weil Sie, Klehr, auch berechtigt waren nach den damaligen Bestimmungen und Vorschriften, als [Beteiligter] an den Vergasungen auch Milch zu bekommen. Sagt uns der Zeuge. Sie sagen, die Milch wäre Ihnen zugekommen, ohne daß Sie einen Anspruch darauf gehabt hätten. Das soll das doch wohl heißen, wenn Sie von schwarzer Milch sprechen, nicht?

 

Angeklagter Klehr:

Nein, ich begründe das somit, Herr Direktor, daß ich keine Milch bekommen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben keine bekommen?

 

Angeklagter Klehr:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Ja nun, der Zeuge hat es Ihnen doch selbst gebracht.

 

Zeuge Edward Pys:

Otrzymywal.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er hat sie bekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie denn sagen, Klehr, daß Sie überhaupt niemals beteiligt gewesen sind, weder an dem Alten Krematorium noch an dem neuen Krematorium, bei diesen Vergasungen?

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl, Herr Direktor, ich habe keine Vergasung durchgeführt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Waren Sie auch bei dem Alten Krematorium nicht dabei, wo uns der Zeuge hier geschildert hat, im September 1942?

 

Angeklagter Klehr:

Die Stelle, wo er angezeichnet hat an der Zeichnung, meinen Sie, Herr Direktor?

 

Vorsitzender Richter:

Ich meine den Fall, Moment, in der zweiten Hälfte des Jahres 1942, wo am Alten Krematorium zunächst diese verschiedenen Führer da auf dem Dach gestanden haben, nachher runtergegangen sind und wo dann Ihre [...] drei Desinfektoren hinaufgestiegen sind und Sie unten gestanden haben und Anweisungen gegeben haben.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, Herr Direktor. Ich wiederhole meine Aussage vor dem Untersuchungsrichter. Durch Vorhaltung vom Untersuchungsrichter wurde mir vorgehalten, ob ich mich an eine Vergasung erinnern kann. Ich habe dem Herrn Untersuchungsrichter gesagt

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sie können sich nicht dran erinnern.

 

Angeklagter Klehr:

Ich erinnere mich an eine Vergasung, die war bereits durchgeführt. Ich ging in das SS-Revier. Dann sah ich, daß SS-Angehörige auf der Lagerstraße standen. Ich blieb einen Moment stehen und ging dann weiter. Da war Theuer dabei und hat die Entlüftung durchgeführt. Das war das einzige, was ich da gesehen habe. Und ich habe keine Vergasung durchgeführt, und an die Vergasung konnte ich mich erinnern. Sonst habe ich mich an keine andere Vergasung erinnern können im Alten Krematorium.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, gut. Dann nehmen Sie Platz.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nigdy nie widzialem.

 

Vorsitzender Richter:

Sind sonst noch Fragen zu stellen, Erklärungen abzugeben? Nicht? Herr Zeuge, können Sie das mit gutem Gewissen beschwören, was Sie gesagt haben?

 

Zeuge Edward Pys:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie den Eid in bürgerlicher oder in religiöser Form schwören?

 

Zeuge Edward Pys:

Bürgerlicher.

 

Vorsitzender Richter:

Bürgerlicher Form.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Entschuldigen Sie bitte, eine Frage, Herr Vorsitzender. Mir wurde eben von dem Staatsanwalt gesagt, ich soll die Formel »Ich schwöre« zuerst mal übersetzen, dann noch mal rückübersetzen ins Deutsche. Habe ich richtig verstanden? Soll ich das machen?

 

– Schnitt –

 

 

 

 

1. Der erste Transport mit 728 polnischen Häftlingen aus dem Gefängnis von Tarnów traf am 14.06.1940 in Auschwitz ein. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 35.

2. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 23.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 2.470.

3. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 23.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 2.471.

4. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 23.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 2.471.

5. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 24.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 22.474.

6. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 26.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 22.483.

7. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 23.10.1959, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 22.469.

8. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 954.

9. Koch wurde im Prozeß gegen Liebehenschel u.a. in Kraków mit Urteil vom 22.12.1947 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.

10. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 24.10.1959, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 16, Bl. 22.473.

11. StPO § 253: I. »Erklärt ein Zeuge oder Sachverständiger, daß er sich einer Tatsache nicht mehr erinnern kann, so kann der hierauf bezügliche Teil des Protokolls über seine frühere Vernehmung zur Unterstützung seines Gedächtnisses verlesen werden. II. Dasselbe kann geschehen, wenn ein in der Vernehmung hervortretender Widerspruch mit der früheren Aussage nicht auf andere Weise ohne Unterbrechung der Hauptverhandlung festgestellt oder behoben werden kann.«.

 

 
 
 
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