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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

110. Verhandlungstag, 12.11.1964, 111. Verhandlungstag, 13.11.1964 und 113. Verhandlungstag, 19.11.1964

 

 

Vernehmung des Zeugen Alexander Princz

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie damit einverstanden,] daß wir Ihre Aussage auf ein Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Dolmetscher Benesch:

Sou hlasíte, že to, co řeknete, bude nahráno na magnetofon pro oporu paměti soudu?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, die Staatsanwaltschaft behauptet, daß Sie den Angeklagten Kaduk in Auschwitz gekannt hätten und daß Sie von seinem Verhalten uns etwas sagen könnten.

 

Dolmetscher Benesch:

Státní návládní tvrdí, že znáte obžalovaného Kaduka z Osvětimi, a že nám tady můžete něco vyprávět o tom, jak se choval.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, wann waren Sie in Auschwitz?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste byl v Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

1942 až 1945, do 18. januára.

 

Dolmetscher Benesch:

Von 1942 bis 1945, und zwar bis zum 18. Januar.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wann sind Sie genau nach Auschwitz gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste přesně přišel?

 

Zeuge Alexander Princz:

17. Júna 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

Am 17. Juni 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie hatten welche Häftlingsnummer?

 

Dolmetscher Benesch:

A jaké číslo jste měl?

 

Zeuge Alexander Princz:

48.704. [...]

 

Vorsitzender Richter:

48.704. Wo haben Sie den Angeklagten Kaduk kennengelernt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde jste se seznámil s obžalovaným Kadukem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak ja som robil v Osvienčime kočiša.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war in Auschwitz Kutscher.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo haben Sie da Kaduk kennengelernt?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som prechádzal každým komandom, z každého komanda som niekoľkokrát denne prechádzal aj cez lágerskú bránu a tam som Kaduka často videl, veľmi dobre som ho poznal. [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich fuhr als Kutscher täglich mehrere Male zu verschiedenen Kommandos, passierte häufig das Lagertor, und dort habe ich Kaduk sehr häufig gesehen. Ich kannte ihn gut.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und kamen Sie auch dabei an die Kiesgrube?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel jste také [+ do pískovny]?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja ako kočiš som vozil rôzny materiál.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja. Ich habe als Kutscher verschiedenes Material gefahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Medzi nimi som vozil piesok a štrky.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe auch Kies und Sand gefahren.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie an dieser Kiesgrube den Angeklagten Kaduk gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste v té pískovně Kaduka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Niekoľkokrát som tam Kaduka videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Male habe ich Kaduk dort gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war denn das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to bylo?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo 1943.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war 1943.

 

Zeuge Alexander Princz:

V mesiaci marec, apríl. Kedy som hlavne vyváž al z Kiesgrube v Osvienčime piesok a štrk, pre rôzne práce, ktoré sa v Birkenau robili, ja som to až do Birkenau ten piesok na tie bloky vozil, mimo

 

Dolmetscher Benesch:

Das war in den Monaten März und April des Jahres 43, als ich aus der Kiesgrube in Auschwitz Kies und Sand bis nach Birkenau hinfuhr zu verschiedenen Arbeiten, die dort vorgenommen wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie bei dieser Gelegenheit auch Kaduk dort gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste tam při této příležitosti Kaduka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kaduka som videl niekoľkokrát na teritóriu Kiesgrube, tam dochádzal. Ja som tam týždenne tri-, štyrikrát denne bol a on tam takmer týždenne dva-, trikrát dochádzal.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk habe ich auf dem Territorium der Kiesgrube wiederholt gesehen. Ich kam drei- bis viermal täglich in diesen Monaten dorthin. Kaduk war davon sicher zweimal da.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kamen drei- bis viermal in den Monaten hin?

 

Dolmetscher Benesch:

Drei- bis viermal täglich.

 

Vorsitzender Richter:

Drei- bis viermal täglich. So. Und da war auch Kaduk vielfach da. Und was haben Sie von ihm dort bemerkt?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak jste tam viděl? Co dělal?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kaduk dochádzal, keď sme vychádzali z lágru, tak nás kontroloval pri odchode a pri príchode.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk kontrollierte uns, wenn wir das Lager verließen und wenn wir in das Lager kamen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď sme došli, keď som vyšiel von s koňmi, my sme totiž naše stajne mali mimo lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Pferdeställe waren außerhalb des Lagers.

 

Zeuge Alexander Princz:

A my sme odchádzali ráno o pol štvrtej.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir gingen morgens um halb vier aus dem Lager.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tam sme prišli, o štvrtej sme došli do stajní, očistili kone, dali všetko do poriadku a medzi siedmou, pol ôsmou sme vyšli s koňmi do práce von.

 

Dolmetscher Benesch:

Gegen vier waren wir bei den Ställen. Dort reinigten wir die Pferde, brachten alles in Ordnung. Und so zwischen sieben und acht gingen wir zur Arbeit hinaus.

 

Vorsitzender Richter:

Was haben Sie von Kaduk bemerkt, wenn Sie ihn an der Kiesgrube getroffen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak jste viděl, že dělal Kaduk v teritoriu té pískovny?

 

Zeuge Alexander Princz:

V marci, v apríli roku 1943 som veľmi mnoho piesku vyvážal von. Mnoho sa opravovalo vtedy v Birkenau. Vozil som piesok aj na niektoré krematóriá, kde chýbal, kde to vozy nedoviezli. A Kaduk tam dochádzal, ako som rozprával, dva, trikrát týždenne, niekoľkokrát prišiel, a bola to jeho najpeknejšia zábava, nám tam ten piesok nakladali hlavne vyziabnuté, úplne zničené, mladé ženy.

 

Vorsitzender Richter:

Moment.

 

Dolmetscher Benesch:

In den Monaten März und April des Jahres 1943 wurde viel Sand besonders in Birkenau zu Reparaturen, auch zum Bau von Krematorien gebraucht. Zu der Zeit fuhr ich häufig in das Gelände der Kiesgrube. Kaduk kam wiederholt dorthin. Seine Hauptbeschäftigung war es, die jungen Frauen, die bei uns den Sand aufladen mußten und völlig entkräftet und schwach waren – hier haben Sie unterbrochen, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím pokračujte, co bylo s těmi mladými ženami?

 

Zeuge Alexander Princz:

Prišiel tam, ta Kiesgrube bola na teritóriu Auschwitz, tak od vlaku to bolo jeden a pol kilometra. To bola vybratá[+ jama] ... ako poznáte tie pieskovištia dospodu, to bola tak výška päť až osem metrov, v tejto boli rôzne ložiská toho piesku. Tam to tie ženy nahadzovali,a keď niektorá si tak sem-tam oddýchla a náhodou na neštastie Kaduk to zbadal, bola jeho najväčšia zábava, žiaľ bohu, strielať.

 

Vorsitzender Richter:

Stop.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Kiesgrube war etwa anderthalb Kilometer von dem Lager Auschwitz entfernt, eine etwa fünf bis acht Meter hohe Wand, in der die einzelnen Sandschichten waren. Unten in der Grube arbeiteten die Frauen. Und wenn sich eine von ihnen ausruhte und der Angeklagte Kaduk sie antraf, war es seine liebste Unterhaltung, diese Frau zu erschießen.

 

Vorsitzender Richter:

In wie vielen Fällen haben Sie das ungefähr erlebt?

 

Dolmetscher Benesch:

V kolika případech jste to viděl?

 

Zeuge Alexander Princz:

Vo ôsmych prípadoch.

 

Dolmetscher Benesch:

In acht Fällen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie diese Zahl genau, oder schätzen Sie die Zahl nur?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte to číslo přesně, nebo to od hadujete?

 

Zeuge Alexander Princz:

Viem to číslo presne, neodhadujem. Nakoľko ja potom, keď Kaduk tam dochádzal, som viacej do Kiesgrube nerád chodil, lebo to bola veľmi nebezpečná vec a mohli sme si niekedy aj my u našeho komanda ako [kočiši] m eniť tie miesta, kam sme na práce chodili.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es deshalb gut, weil ich, als Kaduk öfter in die Kiesgrube zu gehen pflegte, die Sache für sehr gefährlich hielt und dann versuchte, nicht mehr in die Kiesgrube gehen zu müssen. Wir als Kutscher wechselten uns ja dann ab.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich habe Sie gefragt, ob Sie die Zahl Acht heute noch genau im Kopf haben oder ob Sie das nur schätzen?

 

Dolmetscher Benesch:

Máte číslo osm ještě dnes přesně v hlavě, nebo to odhaduj ete?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, to je presné číslo osem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist eine genaue Zahl, acht.

 

Zeuge Alexander Princz:

A to boli ženy.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren Frauen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nerobil to naraz. Bolo to v marci a v apríli.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im März und April 43.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das sagten Sie. [Pause]

In den Sommermonaten 1944 soll ein Häftling namens Engel, Nikolaus geflohen sein.1 Wissen Sie etwas davon?

 

Dolmetscher Benesch:

Říká se, že v létě 44 uprchl vězeň Nikolaus Engel. Víte něco o tomto případu?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Poznám ten prípad.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich kenne diesen Fall.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mikuláš Engel pracoval na jednom komande, kde lietadlá rozoberali. Už sa nepamätám presne na meno toho komanda, rozoberali rozbité lietadlá a na tom pracoval. Z toho komanda Mikl Engel ušiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Nikolaus Engel arbeitete auf einem Kommando, wo zerstörte Flugzeuge auseinandergenommen wurden. Von diesem Kommando ist er geflüchtet.

 

Zeuge Alexander Princz:

A doniesli ho späť do lágra a v lágri bol za niekoľko dní odsúdený na smrť.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie brachten ihn ins Lager zurück und verurteilten ihn dort nach einigen Tagen zum Tode.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol odsúdený na smrť.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie gehört, oder haben Sie das selbst gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

To jste slyšel nebo viděl, nebo jste byl přítomen?

 

Zeuge Alexander Princz:

To som sám videl, ako ho priviedli a videl som to, aj ako ho obesili.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, wie man ihn brachte, und ich habe gesehen, wie man ihn hängte.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie ging es nun bei diesem Aufhängen vor sich?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak ho oběsili?

 

Zeuge Alexander Princz:

Celý láger nastúpil, presný dátum už si nepamätám, bolo to tak medzi štvrtou a piatou hodinou. Nakoľko toho času už boli úteky niekoľkých väzňov prevedené a niekoľkí väzni neboli ani chytení, bol na výstrahu vydaný príkaz, že každý jeden, ktorý ušiel a bol chytený, aby ho obesili. To sa stalo aj s Mikulášom Englom.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ganze Lager mußte antreten. Den genauen Tag weiß ich nicht mehr, es war so etwa vier bis fünf Uhr nachmittags. Zu dieser Zeit waren wiederholt Fluchtversuche unternommen worden, einige davon waren auch geglückt. Und es soll der Befehl dagewesen sein, zur Abschreckung des ganzen Lagers aufgegriffene Flüchtlinge aufzuhängen. Das geschah auch mit Nikolaus Engel.

 

Vorsitzender Richter:

Und was spielte sich bei dieser Szene ab?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se o dehrávalo při této exekuci?

 

Zeuge Alexander Princz:

My sme sa do lágru vracali len neskoro večer, ale na to obesenie sme aj my, [kočiši], museli prácu skôr prerušiť.

 

Dolmetscher Benesch:

Normalerweise kamen wir Kutscher erst spätabends ins Lager zurück. Wegen dieser Exekution mußten wir bereits früher in das Lager zurückkehren.

 

Zeuge Alexander Princz:

A keď sme prišli do lágru, bolo hovorím tak pred piatou hodinou, postavili nás na tom námestí, pri našej lágrovej kuchyni a my sme presne došli na ten roh, odkiaľ som presne videl na tú šibenicu, ako tam Miki Engel bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir gegen fünf Uhr ankamen, mußten wir uns vor der Küche aufstellen, wie wir hereinkamen auf diesen freien Platz. Ich stand an der Ecke und blickte hinüber zum Galgen, wo Nikolaus Engel war.

 

Vorsitzender Richter:

Wie? Moment, das habe ich nicht ganz mitbekommen. Als wir uns aufstellten?

 

Dolmetscher Benesch:

Gegen fünf Uhr kamen wir in das Lager zurück und mußten uns auf dem Platz vor der Küche aufstellen. Ich stand an der einen Ecke und blickte genau auf den Galgen, wo Nikolaus Engel war.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ešte nebol obesený, keď som prišiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war noch nicht aufgehängt, als ich kam.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ešte tam stál a prečítali rozsudok, že v mene neviem čoho bol pre útek na smrť odsúdený a tak začala poprava.

 

Dolmetscher Benesch:

Er stand dort, und es wurde ihm irgend etwas vorgelesen. Wahrscheinlich das Urteil, daß er zum Tode verurteilt wurde. Aber das habe ich nicht gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Wie ging es dann weiter?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to pokračovalo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Stál tam Miki Engel, stála tam celá suita SS-Mannov, medzi inými príma hral tam náš známy Kaduk a ten kat, ktorý prevádzal to obesenie, volal sa Jakub.

 

Dolmetscher Benesch:

Es stand dort eine ganze Gruppe von SS-Leuten, unter ihnen auch Kaduk. Der Henker, der die Exekution durchführte, hieß Jakob.

 

Zeuge Alexander Princz:

A dali mu povraz na krk.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie banden den Strick um den Hals.

 

Zeuge Alexander Princz:

Podhodili tam niektorý mu stoličku.

 

Dolmetscher Benesch:

Er stand auf einem Hocker, und den warfen sie dann um.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mikuláš Engel padol z tej stoličky, a ako stál tam hore, utrhol sa v tom momente povraz.

 

Dolmetscher Benesch:

Er fiel herunter, und in dem Augenblick riß der Strick.

 

Zeuge Alexander Princz:

Na to sme všetci mysleli, že v medzinárodných pravidlách bolo, že keď s a pod odsúdeným utrhne povraz, že Miki Engel ten boj vyhral. A nebola to pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir meinten, es seien internationale Regeln, wenn einem zum Tode Verurteilten bei der Hinrichtung der Strick reißt, daß Nikolaus Engel diesen Kampf gewonnen hat. Aber es war nicht so.

 

Zeuge Alexander Princz:

V tom momente ho chytil Kaduk, začal ho biť a už ho spod šibenice tlačil dolu z pódia.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesem Augenblick packte ihn Kaduk, begann ihn zu schlagen und drückte ihn vom Galgen, von dem Podium herunter.

 

Zeuge Alexander Princz:

A od toho pódia ho bil až k 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und von diesem Podium prügelte er ihn bis zum Block 11.

 

Zeuge Alexander Princz:

Išli medzi kuchyňou, tam na tej prvej ceste, lebo 11. blok bol vzadu, tam bol záhyb a v tom záhybe už som viac nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Er führte ihn diesen Weg, der 11. Block war hinten, sie mußten links einbiegen. Und von diesem Einbiegen [+ an] habe ich Nikolaus Engel nicht mehr gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, was dann mit ihm passiert ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, co se s ním stalo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Na druhý deň ráno som išiel na Kiesgrube, nakoľko ja som týždenne sem-tam vozil do bloku 11 aj piesok, ktorý bol potrebný pre posýpanie krvi pri stene, keď spodok betónu bol osypaný, aby sa to začistilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Am zweiten Tag fuhr ich morgens in die Kiesgrube, um Sand für den Block 11 zu holen. Damit wurde der Boden und der Beton, der mit Blut befleckt war, bestreut.

 

Zeuge Alexander Princz:

Prídem tam, otváral mi bránu jeden esesák.

 

Dolmetscher Benesch:

Mir öffnete das Tor ein SS-Mann.

 

Zeuge Alexander Princz:

A prišiel von ten kapo Jakob a hovorí mi v žargóne že sa mu nepodarilo Mikuláša zachrániť. Kaduk ho dobil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Kapo Jakob kam und sagte, es sei ihm nicht gelungen, Nikolaus zu retten. Kaduk habe ihn totgeschlagen.

 

Vorsitzender Richter:

Totgeschlagen oder getötet?

 

Dolmetscher Benesch:

Dobil?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak, dobil.

 

Dolmetscher Benesch:

Dobil. — Ja, »biť« heißt »schlagen«, und »dobil« heißt also »erschlagen«.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie nicht erzählt bekommen, er sei erschossen worden von Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávěl někdo, že ho Kaduk zastřelil?

 

Zeuge Alexander Princz:

To neviem, to mi nepovedal, že ako to previedol. Mne to veľmi nahlas ten kapo Jakub nemohol povedať, to len tak pustil polohlasne. V žargóne: »Nemohol som Mikuláša zachrániť, Kaduk ho dobil«. A s tým už išiel preč.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kapo Jakob konnte mir keine Einzelheiten erzählen. In dem üblichen Jargon sagte er: »Ich konnte Nikolaus Engel nicht retten. Kaduk hat ihn erledigt, erschlagen.«

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Weil Sie bei Ihrer richterlichen Vernehmung in Prešov angeblich gesagt haben sollen: Wie Ihnen der Kapo von Block 11 namens Jakob mitteilte, soll Kaduk den angeführten Häftling erschossen haben.2

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl v Prešově, že Vám Jakob řekl, že Kaduk toho vězně zastřelil.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak on mi to povedal nasledovne: — »Kaduk hat ihn totgemacht.«

 

Vorsitzender Richter:

Hat ihn totgemacht.

 

Zeuge Alexander Princz:

Totgemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ist sonst noch eine Frage an den Zeugen zu stellen? Von seiten des Gerichts? Bitte schön.

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Môžem ja doplniť ešte Kadukovu jednu vec?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, aus welchem slowakischen Ghetto kamen Sie nach Auschwitz?

 

Dolmetscher Benesch:

Z jakého ghetta na Slovensku jste šel do Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som bol chytený v Budapešti. Ušiel som do Budapešti, z Budapešti som sa dostal potom do Žiliny a zo Žiliny 17. Júna do Auschwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich ging erst nach Budapest fort, von dort nach Sillein und von Sillein am 17. Juni

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Von Sillein in der Slowakei kamen Sie nach Auschwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ze Žiliny na Slovensku jste šel do Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Cez Žilinu som išiel do Osvienčima.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wie groß war der Transport?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak velký byl transport ze Žiliny?

 

Zeuge Alexander Princz:

Cez 1.000 ľudí nás tam bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 1.000 Leute waren wir.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wie viele Frauen ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik žen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak v tom vagóne, kde ja som bol, tak tam bolo asi nás 90 a z toho bolo asi 20 žien a nejakých desať detí.

 

Dolmetscher Benesch:

In dem Waggon, in dem ich mich befand, waren wir etwa mit 90 Personen, davon ungefähr 20 Frauen und 10 Kinder.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und als Sie in Auschwitz ankamen, fand da eine Selektion statt?

 

Dolmetscher Benesch:

A když jste přišel do Osvětimi, byla tam selekce?

 

Zeuge Alexander Princz:

My sme prišli nad ránom do Auschwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

V kolik hodin?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo tak päť, šesť hodín ráno.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen morgens gegen fünf oder sechs Uhr in Auschwitz an.

 

Zeuge Alexander Princz:

Vyhnali nás z vagónov von.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie jagten uns aus den Waggons heraus.

 

Zeuge Alexander Princz:

A teraz, my sme ešte tú celú vec nevedeli, hrozným revom s palicami »Raus, raus!« na nás tam revali.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit einem schrecklichen Geschrei und Knüppeln jagten sie uns heraus.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tam nás vyselektovali. My sme nevedeli, čo znamená to slovo »selekcia«, až neskôr sme vedeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort stellten wir uns auf. Wir wußten nicht, was Selektion bedeutet. Dieses Wort habe ich erst später gehört.

 

Zeuge Alexander Princz:

Asi 3 50 mužov, lebo ženy išli potom zvlášť, sa dostalo z toho transportu do lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Und etwa 300 bis 350 Männer aus diesem Transport kamen in das Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Noch eine Frage?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Noch eine Frage dazu. Haben Sie später im Lager irgend jemand von den SS-Leuten namentlich kennengelernt, den Sie bei der Ankunft beim Einteilen des Transports gesehen hatten?

 

Dolmetscher Benesch:

Poznal jste později podle jména někoho z příslušníků SS, který Vás třídil na rampě?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, toho času som to ešte nechápal. Toho času ani neskoršie som ich vôbec nepoznal. Bolo šero, [+ išlo to] tak rýchlo, že sme si to ani neuvedomili.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ging so schnell, daß ich mir diese Leute nicht angesehen habe, und ich habe auch später nicht erfahren, wer dabeigewesen ist.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Wiese:

Herr Princz, können Sie sich erinnern, ob Kaduk die Frauen in der Kiesgrube mit einer Pistole oder mit einem Karabiner erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak zastřelil Kaduk ženy v Kiesgrube?

 

Zeuge Alexander Princz:

So svojou malou pištoľou.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit seiner kleinen Pistole.

 

Staatsanwalt Wiese:

Bei dem Vorfall des Häftlings Engel, wer hat denn da den Hocker unter Engel weggestoßen? Sie sagten vorhin: »Man hat den Schemel weggestoßen.«

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo podrazil stoličku, když byl Engel oběšen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk.

 

Staatsanwalt Wiese:

Kaduk. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Raabe?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, wissen Sie, welche Angeklagten hier sitzen? Kennen Sie die Angeklagten?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jací obžalovaní zde sedí? Znáte je?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som si ich ešte neprezrel, tak.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe sie noch nicht angesehen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Kennen Sie weitere Namen? Sie haben bisher nur von dem Angeklagten Kaduk berichtet.

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte [+ další] jména mimo Kaduka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mimo Kaduka tu poznám Bogera.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger kenne ich.

 

Zeuge Alexander Princz:

Poznám tu Broada.

 

Dolmetscher Benesch:

Broad.

 

Zeuge Alexander Princz:

To by som ich tu musel vidieť, lebo ja som ich mnohých poznal a tie mená neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte viele SS-Leute in dem Lager, weil ich ja viel herumgefahren bin, von denen ich nicht die Namen weiß.

 

Zeuge Alexander Princz:

V mojom komande bol jeden šéf, Graf sa volal.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf meinem Kommando war ein Chef, der hieß Graf.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

[Pause] Können Sie noch Funktionen von SS-Männern sagen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete něco vyprávět o funkcích příslušníků SS, na které si ještě dobře pamatujete?

 

Zeuge Alexander Princz:

No tak ten, o ktorom sme teraz hovorili, ten tam robil Rapportführera.

 

Dolmetscher Benesch:

Který? Kaduk?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk machte Rapportführer.

 

Zeuge Alexander Princz:

Broad, to bol druhý pobočník toho našeho šéfa, politische Abteilung.

 

Dolmetscher Benesch:

Broad war zweiter Adjutant in der Politische Abteilung. Pobočník, also Beigeordneter wäre die wörtliche Übersetzung. [...]

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was können Sie über Broad berichten?

 

Dolmetscher Benesch:

Co nám můžete vyprávět o Broadovi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak Broada som ja niekoľkokrát videl, keď doprevádzal mužov z 11. bloku na Politische Abteilung a naspäť.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah Broad wiederholt Männer von dem 11. Block zur Politischen Abteilung führen und auch zurück.

 

Zeuge Alexander Princz:

A videl som ho [+ ako] komando žien, ktoré na Politische Abteilung pracovalo, odvádzal do roboty a z roboty.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich sah ihn das Kommando der Frauen, die auf der Politischen Abteilung arbeiteten, zur Arbeit und von der Arbeit führen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

[Pause] Was wissen Sie über den Angeklagten Boger?

 

Dolmetscher Benesch:

Co víte o Bogerovi?

 

Zeuge Alexander Princz:

No Boger robil šéfa politického oddelenia. Tak to bol jeden človek, ktorý bol všade, kde sme ho nechceli vidieť. Jazdil na kole a my sme ho tam volali »čierny tieň«. Totižto on sa vždy objavil tak ticho, že človek vlastne nevedel, že čo s nimi [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Boger war Chef der Politischen Abteilung. Er fuhr mit dem Fahrrad herum. Wir nannten ihn dort den »Schwarzen Schatten«, weil er überall auftauchte.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Können Sie ganz konkrete Einzeltaten von Boger berichten?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete vyprávět něco konkrétního, co Boger udělal?

 

Zeuge Alexander Princz:

V roku 1944, bolo to v mesiaci júni, prišiel jeden maďarský transport.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Monat Juni 1944 etwa kam ein ungarischer Transport.

 

Zeuge Alexander Princz:

V tých mesiacoch dochádzalo veľmi mnoho transportov.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesen Monaten kamen sehr viele Transporte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Vozil som nejaké štrky k cigánskemu lágru, ku Blockführerstube. Tam som zhadzoval piesok.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich fuhr mit dem Pferdewagen Kies zum Zigeunerlager vor die Blockführerstube.

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo tak circa poobede, tak asi o jednej hodine.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war nach dem Mittagessen, etwa gegen ein Uhr.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

[Pause] A co dělal Boger?

 

Zeuge Alexander Princz:

Dal príkaz Postovi, ktorý so mnou bol, aby ten štrk bol ihneď zhodený a ja som [+ išiel] o dtiaľ do Auschwitz do Theatergebäude. To boli sklady.

 

Dolmetscher Benesch:

Er gab dem Posten, der mich begleitete, den Befehl, sofort den Kies abladen zu lassen, und ich fuhr in das Theatergebäude nach Auschwitz. Das war ein Magazin, ein Lager. [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

To bola divadelná sála alebo divadelný dom, nedokončený.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein Theaterhaus oder Theatersaal.

 

Zeuge Alexander Princz:

To bol celý dom.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein ganzes Haus.

 

Zeuge Alexander Princz:

My sme mali zakázané tak s koňmi jazdiť trapom. Prišli sme tam na zadnú rampu, [+ Boger] nás tam za celý čas doprevádzal.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war uns verboten, mit den Pferden im Trab zu fahren. Boger begleitete uns den ganzen Weg, und wir fuhren an die hintere Rampe.

 

Zeuge Alexander Princz:

A on mne prikázal, aby som šiel cvalom, ako najrýchlejšie môžem.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er gab mir den Befehl, so schnell wie ich kann, also mindestens im Trab, zu fahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Prišiel som ku Theatergebäude, obrátil, ja som držal kone, otvorili sa tam dvere a mne tam naložili plynové krabice po 20 kusov v jednej.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich drehte am Theatergebäude um, an der hinteren Rampe, hielt die Pferde, die Tore wurden geöffnet, und aufgeladen wurden Schachteln in der Größe, wie sie eben hier bezeichnet wurde. Es waren 20 Stück Gasbehälter in einer solchen Schachtel.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mne tam naložili 10 alebo 15 takých balíkov

 

Dolmetscher Benesch:

Solche zehn oder 15 Pakete wurden auf meinen Wagen geladen.

 

Zeuge Alexander Princz:

A dostal som príkaz, aby som hneď obrátil a odišiel späť do krematória.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich bekam den Befehl, sofort in das Krematorium zu fahren.

 

Vorsitzender Richter:

In welches?

 

Zeuge Alexander Princz:

Krematórium IV.

 

Dolmetscher Benesch:

In das Krematorium IV.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja to počítam z druhej strany, od Kiesgrube.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich zähle es von der Kiesgrube her.

 

Vorsitzender Richter:

War das in Birkenau?

 

Zeuge Alexander Princz:

Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Können Sie uns das mal an der Karte zeigen?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám to ukázat na plánu?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, môžem to ukázať. [Pause]

 

Zeuge Alexander Princz:

[unverständlich] Na tomto mieste.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Kiesgrube war etwa an dieser Stelle.

 

Zeuge Alexander Princz:

[unverständlich] Stadiaľ tu bol cigánsky láger

 

Dolmetscher Benesch:

Hier etwa war das Zigeunerlager.

 

Zeuge Alexander Princz:

A tu sme prišli do tohto krematória [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir gingen in dieses Krematorium.

 

Zeuge Alexander Princz:

Po tejto ceste.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Weg.

 

Zeuge Alexander Princz:

Do tohoto krematória som to doviezol.

 

Dolmetscher Benesch:

In dieses Krematorium brachte ich die Dinge.

 

Vorsitzender Richter:

War Boger da noch dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl Boger při tom?

 

Zeuge Alexander Princz:

Doprevádzal ma až do vnútra.

 

Dolmetscher Benesch:

Er begleitete mich bis dorthin.

 

Zeuge Alexander Princz:

Posten musel ostať vonku.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Posten mußte außerhalb stehen bleiben.

 

Vorsitzender Richter:

Nehmen Sie bitte wieder Platz. Und was geschah dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo potom?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som chodil ku krematóriu blízko, a tam hovorí, aby som zostal stáť. Prišli tam bližšie, zavolal SS-Männer a hovorí: »Dajte mi plynovú masku«.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich mußte nahe beim Krematorium stehen bleiben, Boger rief einen SS-Mann herbei und sagte: »Geben Sie mir eine Gasmaske.«

 

Zeuge Alexander Princz:

Potom začali dávať dolu tie bedny a on hneď otváral a hádzal tie plynové konzervy, vlastne tie plynové plechy, ako konzervy to vyzeralo.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Kartons oder Schachteln wurden abgeladen. Boger nahm die einzelnen Blech-Gasbehälter, die sahen aus wie Konserven.

 

Zeuge Alexander Princz:

Potom si žiadal aj jeden mlatok, mal aj otvarák. Otváral, dával to a tí SS-Männer, ktorí tam boli, dookola išli a vsýpali ten plyn do otvorených okien. Ešte som tam stál, keď som to zložil.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger öffnete diese Dosen. Mit einer Art Stößel stieß er ein Loch oben hinein, reichte diese Dosen weiter, und andere SS-Leute schütteten das in die offenen Fenster. Das geschah in meiner Gegenwart.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was heißt »offene Fenster«, würden Sie das bitte genauer erklären?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl »do otevřených oken«. Můžete to přesně vysvětlit?

 

Zeuge Alexander Princz:

V krematóriu IV mali plynovú komoru postavenú na vrchu, nie na spodu.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Gaskammer im Krematorium IV war oben, nicht unten.

 

Zeuge Alexander Princz:

A okná na vhadzovanie plynu boli tak v tej výške, aby človek to mohol dosiahnuť.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Fensterchen zum Hineinführen des Gases waren in einer Höhe, daß sie ein Mensch erreichen konnte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď otvorili tie okná, bolo [+ vo vnútri] jedno hrozné, neopísateľné dunenie. Tak ako tisíce ľudí pod zemou sú. Keď to niečo také hrozné opisy, ktoré tam boli.

 

Dolmetscher Benesch:

Als die Fenster geöffnet wurden, hörte man ein dumpfes Dröhnen aus dem Inneren der Gaskammer, wie wenn sehr viele Leute unter der Erde wären.

 

Vorsitzender Richter:

Und nachdem nun das Gas da hineingeschüttet worden ist, was hörten Sie dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo potom?

 

Zeuge Alexander Princz:

Medzi časom už zavreli okná, tie krabice zhodili dolu, mne kázali hneď, aby som vyšiel z lágru von. Ja som odišiel preč a Posten ma nasledoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese SS-Männer schlossen die Fensterchen. In der Zwischenzeit waren ja die Schachteln abgeladen. Ich bekam den Befehl, sofort wieder herauszufahren, und fuhr weg.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, hatten Sie den Mann, den Sie mit Boger eben bezeichnet hatten, vorher schon kennengelernt im Lager?

 

Dolmetscher Benesch:

Seznámil jste se s tím člověkem, o kterém jste řekl, že je Boger, už dříve v lágru, před tím případem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, poznal som ho veľmi dobre.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich habe ihn sehr gut kennengelernt.

 

Zeuge Alexander Princz:

Takmer denne som sa s ním tak stretával na rôznych miestach v lágri.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah ihn auf verschiedenen Plätzen, nahezu täglich.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aber ein direktes persönliches Erlebnis, daß Sie etwa mal von ihm vernommen worden sind, das hatten Sie nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Ale osobní zážitek, že Vás vyslýchal, jste neměl?

 

Zeuge Alexander Princz:

Raz ma na ceste vyzliekol úplne do naha, hľadal u mňa dopisy.

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal ließ er mich auf dem Wege ganz nackt ausziehen und suchte Briefe bei mir.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Unterwegs?

 

Dolmetscher Benesch:

Na cestě?

 

Zeuge Alexander Princz:

Na ceste, keď som s koňmi chodil tam po obvode lágra.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Lagerbereich. Ich war mit meinen Pferden unterwegs.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und hat er Briefe bei Ihnen gefunden?

 

Dolmetscher Benesch:

A našel u Vás dopisy?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nenašiel u mňa žiadne dopisy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, er hat keine bei mir gefunden.

 

Zeuge Alexander Princz:

My sme totiž rôzne prenášali dopisy, kde boli rodiny. Ako som rozprával, chodil som z jedného lágru do druhého. Keď bola možnosť, ženy posielali dopisy mužom, pokiaľ mali, matka dcére [+ a tak ďalej].

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen Lagern Briefe hin und her zu befördern, vor allem zwischen Familien, die in verschiedene Lager eingeliefert wurden. Die Mutter an die Tochter, die Frau an den Mann und so weiter.

 

Vorsitzender Richter:

Noch eine Frage, Herr Rechtsanwalt?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, haben Sie einen Adjutanten von Höß kennengelernt oder im Lager gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste Hößova pobočníka? Viděl jste ho v táboře?

 

Zeuge Alexander Princz:

My sme mali aj kone na jazdu pre vysokých dôstojníkov SS. A títo dochádzali k nám na jazdu tiež.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten im Pferdestall auch Pferde, die höheren SS-Offizieren gehörten. Und diese kamen auch zu uns in den Pferdestall.

 

Zeuge Alexander Princz:

A mali tam prideleného SS-Manna, ktorý dával čisto pozor len na očistenie, to boli také Reitpferde.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren Reitpferde, und da war auch ein SS- Mann, der nur darauf achtete, daß diese Reitpferde saubergehalten wurden.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, chodili k nám.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diese hohen Offiziere kamen dann zu uns.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Haben Sie einmal den Namen Mulka gehört im Lager?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste v táboře jméno Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Meno Mulka som v lágri počul, ale ja viem jednu vec, čo sa tam v roku 1942 stalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, musím to přeložit. — Ich möchte erst den Satz übersetzen. Den Namen Mulka habe ich schon gehört, und ich möchte eine Sache erzählen, die 1942 passiert ist.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Bitte. Aber fragen Sie den Zeugen nochmals, ob er ihn im Lager gehört hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste jméno Mulka už v táboře v Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

V lágri som počul to meno Mulka v Osvienčime. Keby ja som to potom to povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Namen habe ich gehört, ich möchte deswegen die Geschichte erzählen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich habe dazu vorher noch eine Frage: Haben Sie den Mann mit dem Namen Mulka damals auch gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také tenkrát toho člověka, který se jmenuje Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, bitte, dann erzählen Sie.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, vyprávějte.

 

Zeuge Alexander Princz:

No, 1942, v mesiaci október alebo november prišiel k nám jedného dňa hore na aute Höß a vyviedli mu vysedlaného koňa.

 

Dolmetscher Benesch:

1942, etwa im Monat Oktober oder November, kam Höß mit dem Auto zu uns, und man führte ihm ein gesatteltes Pferd vor.

 

Zeuge Alexander Princz:

Na to si on sadol a ako nasadal hore, nejako ten kôň skočil, on zostal v sedle a v tom si Höß zlomil nohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Er saß auf, und im Augenblick des Aufsitzens sprang das Pferd irgendwie. Er saß noch nicht fest und hat sich bei der Gelegenheit den Fuß gebrochen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Za tento čas ho zastupoval jeden vysoký dôstojník. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Während dieser Zeit, nach dem Beinbruch von Höß, vertrat ihn ein hochgewachsener Offizier.

 

Vorsitzender Richter:

Was verstehen Sie unter »vertrat«?

 

Dolmetscher Benesch:

Co [+ tím] myslíte, když říkáte »zastupoval«?

 

Zeuge Alexander Princz:

No zastúpenie Hößa, veliteľa v tábore.

 

Dolmetscher Benesch:

Co myslíte zastoupením?

 

Zeuge Alexander Princz:

No, ktorý riadil to celé.

 

Dolmetscher Benesch:

Der das Ganze geleitet hat.

 

Vorsitzender Richter:

Der was geleitet hat?

 

Zeuge Alexander Princz:

No celý chod lágra, ktorý bol najväčší šéf.

 

Dolmetscher Benesch:

Den ganzen Gang des Lagers, der Chef des Lagers in der Zeit war.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie das?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to víte?

 

Zeuge Alexander Princz:

No tak každý hovoril, keď tam k nám prišli, že prichádza najväčší šéf lágra. To sa tam vedelo.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeder sagte: »Jetzt kommt der Chef des Lagers.« Das hörte man.

 

Vorsitzender Richter:

Jeder sagte: »Jetzt kommt der Chef des Lagers«?

 

Zeuge Alexander Princz:

Každý ukazoval na neho. Toho sme poznali dobre.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeder zeigte auf ihn, wir kannten ihn ja alle.

 

Vorsitzender Richter:

Wen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Hößa.

 

Vorsitzender Richter:

Den Höß kannten Sie?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

A jeho zástupce?

 

Zeuge Alexander Princz:

A jeho zástupcu som tam tiež niekoľkokrá t videl. Ten tam potom zaviedol jeden tvrdší režim ako Höß.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser Vertreter hat, während er Höß vertrat, ein härteres Regime eingeführt als Höß.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, Sie sprechen hier von einem hochgewachsenen Mann, der dann der Vertreter von Höß war. Jetzt schildern Sie doch erst mal, wann und wo haben Sie diesen Mann kennengelernt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde a kdy jste se seznámil s tímto vysokým velitelem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ako som už hovoril, ja som jazdil s mojimi koňmi v rôznych oblastiach lágra. Keď som išiel ku krematóriu, keď som skladal rôzne veci, pri krematóriu som ho videl, keď som nakladal z rámp rôzne veci, ktoré som vozil na spále nisko, tam som toho chlapa videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe diesen Mann gesehen. Beim Krematorium, auch auf der Rampe und bei verschiedenen anderen Gelegenheiten. Ich habe bereits erklärt, daß ich im ganzen Lager unterwegs gewesen bin als Kutscher.

 

Zeuge Alexander Princz:

A na ceste, na aute.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch unterwegs habe ich ihn gesehen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wer hat Ihnen den Namen dieses Mannes gesagt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo Vám řekl jméno toho člověka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak tí naši esesáci, ktorí tam boli u nás ako naši komandanti, títo nám tie mená hovorili.

 

Dolmetscher Benesch:

Unsere SS-Kommandanten nannten diesen Namen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie meinen Ihre SS-Führer, mit denen Sie zu tun hatten?

 

Dolmetscher Benesch:

Die SS-Männer, die uns kommandierten.

 

Zeuge Alexander Princz:

Na Tierpflegerkommando.

 

Dolmetscher Benesch:

Tierpflegerkommando bei uns.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und die haben Ihnen also welchen Namen genannt?

 

Dolmetscher Benesch:

A jaké jméno Vám řekli?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak chodil k nám Aumeier, chodil k nám sem- tam Mulka, on sa rád pozeral na kone. A oni tam k tým koňom chodili a jazdili na tých koňoch.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kamen dorthin Aumeier und Mulka.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie sprechen doch eben von einem Mann, der kann doch nur einen Namen gehabt haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy mluvíte o jedné osobě, o zástupci Höße. Kto to byl?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Tak.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se jmenoval?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mulka.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie haben eben den Namen Aumeier erwähnt. Was wollten Sie damit sagen? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som tým chcel povedať, že k nám dochádzali na to jazdenie tí vysokí dôstojní ci, medzi nimi aj tento.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wollte damit sagen, daß fast alle SS-Offiziere zu uns kamen, um zu reiten, unter ihnen eben auch dieser Aumeier.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie sprachen jetzt von diesem hochgewachsenen Offizier, und Sie sagten, man habe Ihnen damals erzählt, der habe den Namen Mulka gehabt.

 

Dolmetscher Benesch:

Mluvíte o vysokém důstojníkovi.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo Vám tenkrát řečeno, že se jmenuje Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mulka. No tí esesáci s nami moc o tej veci nehovorili.

 

Dolmetscher Benesch:

Die SS-Leute sprachen nicht allzu viel mit uns über diese Sache.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aber woher wissen Sie denn nun, wie Sie sagen, daß dieser Mulka den Höß zu der Zeit, als sich Höß das Bein gebrochen hatte, vertreten hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud [+ tedy] víte, že Mulka v té době zastupoval Höße?

 

Zeuge Alexander Princz:

Lebo asi niekoľko dní potom prišiel na aute hore a [+ oni] hovorili: »Bol tu nový komandant«.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Zeit später kam er mit dem Wagen herauf, und die sagten dann: »Das hier war der neue Kommandant.«

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wie wirkte sich das aus auf das Lager? Sie sagten eben, das Leben im Lager sei dadurch plötzlich strenger oder schlechter geworden? Wie hat sich das praktisch ausgewirkt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se to projevilo prakticky v lágru?

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď on prišiel, zaviedol sa ešte tvrdší režim.

 

Dolmetscher Benesch:

Als der kam, wurde ein noch härteres Regime im Lager eingeführt.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wie lange dauerte denn das?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho to trvalo?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bol október, november, január, február, asi marec, apríl 43 končil.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ging etwa bis März/April 43.

 

Zeuge Alexander Princz:

V letě už som ho nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Sommer habe ich ihn nicht mehr gesehen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was, so lange soll der Höß krank gewesen sein?

 

Dolmetscher Benesch:

Tak dlouho byl Höß nemocen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Asi áno, niekoľko mesiacov bol chorý.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich nehme es an, daß er einige Monate krank war.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mám ešte jednu vec. On zaviedol aj to, že keď išli komandá domov, tak musel dávať kápo pozor, či nejde komandant, a komando sa muselo stiahnuť úplne na kraj cesty.

 

Dolmetscher Benesch:

Er führte zum Beispiel auch ein, wenn Kommandos nach Hause zurückkehrten, daß der Kapo besonders darauf achten mußte, ob der Kommandant sich näherte, und dann das ganze Kommando bis an den Wegrand zurückzutreten hatte.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Hat dieser Mulka sich auch Pferde bei Ihnen geholt?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel k Vám také Mulka pro koně?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bylo tak: Oni sa prichádzali k nám na koňe pozerať a SS-Männer im koňe dovážali, kde si to oni priali. Tam Häftling nedošiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie kamen zu uns sich Pferde ansehen, aber die Pferde wurden gesattelt und vorgeführt von SS- Männern. Das machten nicht Häftlinge.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aha. Sie haben diese SS-Leute nicht kennengelernt?

 

Zeuge Alexander Princz:

Chodili tam k nám a tam si prezreli kone.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie kamen zu uns und suchten sich die Pferde aus.

 

Zeuge Alexander Princz:

Vybral si, tak teraz budem jazdiť na čiernom, alebo budem jazdiť na tom hnedom.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich will wissen, ob der Mulka kam?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel tam také Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Prišiel tam aj Mulka.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, auch Mulka kam dorthin.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Dann eine weitere Frage: Kannten Sie einen Adjutanten von dem Kommandanten Baer?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste poboční ka velitele Baera?

 

Zeuge Alexander Princz:

Baer, Baer, meno mi je známe. Bol taký veľmi čierny, zdá sa mi. On bol potom šéfom lágra.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen kenne ich. Der Name ist mir bekannt.

 

Zeuge Alexander Princz:

Baer.

 

Dolmetscher Benesch:

Ale znáte [+ jeho] pobočníka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Baer.

 

Dolmetscher Benesch:

Kennen Sie einen Adjutanten?

 

Zeuge Alexander Princz:

Baer.

 

Dolmetscher Benesch:

Baer měl pobočníka. Znáte pobočníka toho Baera?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak meno som počul a chodili tam hore tí ľudia k nám.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Namen habe ich schon gehört. Darf ich die Frage wiederholen? [...]

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Vielleicht teilen wir sie auf. Den letzten Kommandanten von Auschwitz mit dem Namen Baer.

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte posledního velitele Osvětimi jménem Baer?

 

Zeuge Alexander Princz:

Musím to doplniť. Ja sa vrátim k tomu prípadu, aby som to vysvetlil.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, znáte jméno Baer, poslední velitel v Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Meno Baer poznám, ale ja už by som sa naňho nepamätal.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen Baer kenne ich, aber an ihn selbst kann ich mich nicht erinnern.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Kannten Sie einen Offizier mit dem Namen Höcker?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte nějakého důstojníka, který se jmenoval Höcker?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Dann ein letzter Fragenkomplex: Waren Sie öfters in Birkenau auf der sogenannten Neuen Rampe?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste častěji v Březince na [+ takzvané] nové rampě?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som tam veľmi často dochádzal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war sehr oft dort.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Haben Sie dort SS-Männer gesehen? Sie haben also bisher einige Namen von SS-Männern genannt. Waren diese SS-Männer, die Sie nannten, auch dort auf der Rampe im Birkenau?

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste na té nové rampě ty příslušníky SS, které jste jmenoval?

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli [+ tam].

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wer?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol tam Boger

 

Dolmetscher Benesch:

Boger.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol tam niekedy aj Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal auch Kaduk.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol tam Broad.

 

Dolmetscher Benesch:

Broad.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som na tej rampe videl v januári, februári a v marci aj toho Mulku.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch im Januar, Februar und März habe ich auf der Rampe Mulka gesehen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Welches Jahr?

 

Dolmetscher Benesch:

V kterém roce?

 

Zeuge Alexander Princz:

1943.

 

Dolmetscher Benesch:

43. [...]

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, ich fragte eben ausdrücklich nach der sogenannten Neuen Rampe. Können Sie uns sagen, wann diese Neue Rampe fertig wurde?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdy byla postavena nová rampa? Pan advokát se ptal na novou rampu.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nová rampa bola myslím úplne uk ončená až koncom mája. To neviem, toto bolo na starej rampe.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, ich habe die Frage falsch verstanden. Es war die Alte Rampe, die ich meinte. Die Neue Rampe ist erst im Mai 1944 endgültig fertiggestellt worden. [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Koncom 43 to bolo, lebo dochádzali maďarské transporty.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war noch während der ungarischen Transporte, also Ende 43 bis zum Mai 44, bis sie endgültig fertig war.

 

Zeuge Alexander Princz:

Vo februári 44 už bola hotová.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Den Mann, den Sie mit dem Namen Mulka kannten, den haben Sie auf der Alten Rampe gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Myslíte, že jste viděl na staré rampě toho člověka, kterého znáte pod jménem Mulka? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

[+ Na] starej rampe.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, auf der Alten Rampe.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mám ešte jednu vec na toho veliteľa.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte noch etwas über diesen Kommandanten erzählen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Augenblick. Jetzt muß ich erst mal fragen.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano, moment.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was hatten Sie denn auf der Rampe zu tun? Wie sind Sie dorthin gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak jste dělal Vy na rampě? Proč jste tam jel?

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď prišli transporty, nechali tam rôzne veci, ktoré sa už nedali použiť, vytriediť, ktoré už boli úplne zlomené, to sa naložilo na voz a odviezlo na spálenie.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn die Transporte kamen, blieben immer eine ganze Reihe von Gegenständen, die unbrauchbar waren, zum Beispiel völlig zerbrochene Körbe und so weiter, liegen, die wurden auf den Wagen aufgeladen und zum Verbrennen weggefahren.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und jetzt schildern Sie, was hat dieser Mann mit dem Namen Mulka auf der Rampe getan.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, vyličte nám, co dělal na té rampě muž, o kterém říkáte, že se jmenuje Mulka.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak on tam niekoľkokrát prešiel, čo som ja videl, dohovoril sa s esesákmi, bol tam pri tých výberoch, pri tom triedení, nasadol do auta a odišiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Er kam an, ging die Rampe entlang, sprach mit einzelnen SS-Leuten, war bei den Selektionen dabei, bei dieser Aussortierung.

 

Zeuge Alexander Princz:

On sa tak ďaleko držal.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann setzte er sich in seinen Wagen und fuhr wieder fort.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was meinen Sie mit »dabei«? Hat er selbst das Zeichen gegeben, rechts und links, oder stand er nur daneben?

 

Dolmetscher Benesch:

Co myslíte, stál jenom vedle, nebo sám rozhodoval: vpravo nebo vlevo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, to som nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nicht gesehen, daß er selbst entschieden hätte.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Dann nannten Sie also die Namen Kaduk, Boger und Broad. Und die wollten Sie auch auf der Rampe gesehen haben. War das nun Alte Rampe oder Neue Rampe?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli Kaduk, Boger a Broad na staré rampě?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tí boli na starej rampe a tých som videl potom aj na novej rampe.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren auf der Alten Rampe, und die habe ich später auch auf der Neuen Rampe gesehen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Schildern Sie bitte, was der Angeklagte Kaduk auf der Rampe gemacht hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosí m, vyličte nám, co dělal obžalovaný Kaduk na rampě.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak Kaduk robil to isté, poriadky. Rozháňal ľudí , naháňal ich napravo, naľavo, lebo keď tí ľudia tam prišli, bol to obrovský chaos. Pokiaľ sa to trochu ukľudnilo,stál som bokom. Oni kričali, kopali, rozbíjali a triedili tých ľudí, aby to bolo pre nich trošku usporiadanejšie.

 

Dolmetscher Benesch:

Er machte das, was nahezu alle SS-Männer machten. Wenn die Transporte kamen, war ein großes Durcheinander, ein Chaos, und die SS-Männer schrieen, schlugen und sortierten nach rechts und nach links.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie sagten ja, daß Sie öfters auf der Rampe waren. Haben Sie dort einen sogenannten Leiter dieser Selektion gesehen, der also wirklich die letzte Entscheidung getroffen hat, indem er die Zeichen gab rechts und links?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste tam někoho, kdo řídil tyto selekce, kdo nakonec definitivně rozhodl: nalevo nebo napravo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, to presne som ja nikdy nevidel, lebo my sme doc hádzali trošku neskoršie. My sme už mali len vyberať špiny a tí ostatní ľudia [+ boli] preč.

 

Dolmetscher Benesch:

Einen Leiter habe ich da nicht gesehen. Wir kamen auch wiederholt später hin, als wir die Reste der Ankunft zu beseitigen hatten.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und nun die Angeklagten Boger und Broad. Haben Sie über die etwas Spezielles auf der Rampe zu berichten, oder haben die sich ähnlich verhalten wie der Angeklagte Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám tady vyprávět něco zvláštního o Bogerovi a o Broadovi, nebo dělali to samé co Kaduk?

 

Zeuge Alexander Princz:

No o Bogerovi mám ešte jednu vec.

 

Dolmetscher Benesch:

Vom Boger habe ich noch eine Sache

 

Zeuge Alexander Princz:

Z roku 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus dem Jahre 44.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bolo to tiež v júni, v júli.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Juni oder Juli.

 

Zeuge Alexander Princz:

Viezol som také samé to raždie, tie rozbité koše, hore na spálenisko, ku krematóriu, na tú otvorenú jamu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich brachte diese Reste von der Rampe, diese zerbrochenen Gegenstände, zum Krematorium V in diese offene Grube zum Verbrennen.

 

Zeuge Alexander Princz:

A bol tam vtedy šéf toho krematória, Moll.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war dort der Chef dieses Krematoriums, Moll.

 

Zeuge Alexander Princz:

A ten na mňa zakýval, aby som ihneď s tým vozom odišiel z cesty a zašiel ku krematóriu, to je teraz tá päťka vpravo, a tam bola tá voľná diera za päťkou.

 

Dolmetscher Benesch:

Der winkte mir, daß ich von dem Weg herunterfahren sollte und gleich zu dieser offenen Grube hinter dem Krematorium V fahren sollte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď som tam prišiel, Häftlinge, ktorí tam pracovali, to raždie zhodili dole.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam dorthin, die dort arbeitenden Häftlinge luden den Wagen ab.

 

Zeuge Alexander Princz:

Horeli tam v tejto jame mŕtvoly. Boli tam ešte aj nejaké mŕtvoly, ktoré neboli naložené na spálenie.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren in dieser Grube Leichen, die verbrannt wurden. Es lagen auch noch Leichen dort, die noch nicht zum Verbrennen in die Grube gelegt wurden.

 

Zeuge Alexander Princz:

A stálo tam asi desať až dvanásť detí, presne už neviem, od dvoch do štyroch rokov.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es standen da zehn bis zwölf Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

A na to chytil Moll jedno [+ dieťa], tak za prsia, si ho podhodil, hodil ho tak rovno nad ten oheň a Boger do neho strelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Moll nahm eins dieser Kinder hoch und warf es in dieses Feuer hinein, und Boger schoß auf das Kind.

 

Zeuge Alexander Princz:

A obrátil sa ku mne a hovorí po nemecky: — »Gefällt es Dir? So haben wir die Juden in Warschau fertiggemacht.«

 

Dolmetscher Benesch:

Er drehte sich zu mir herum und sagte auf deutsch:

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wer?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to řekl?

 

Zeuge Alexander Princz:

Boger.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger sagte zu mir auf deutsch: »Gefällt es Dir? So haben wir die Juden in Warschau fertiggemacht.«

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Was geschah dann mit den übrigen Kindern?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo s ostatními dětmi?

 

Zeuge Alexander Princz:

To boli úplne duševne zničené tváre, vysušené deti, zničili ich tam. Ja som to jedno [+ dieťa] videl, to už bolo tam pripravené, vyzlečené, keď ja som odišiel, určite ich zničili.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich ging weg, aber sie sind sicher dort auch vernichtet worden.

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo také gesto.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Zeuge, eine letzte Frage: Waren Sie einer der Häftlinge, die am leichtesten zwischen den Lagern umherkamen und die am meisten Überblick hatten?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste jedním z vězňů, kteří lehko přecházeli z jednoho tábora do druhého a měli velký přehled?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Danke schön, ich habe keine weitere Fragen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mám ešte jednu vec.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe noch eine Sache, die ich erzählen möchte. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ešte mám jednu vec na bývalého Rapportführer, toho prvého, o ktorom som hovoril, Kaduka.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano. Prosím mluvte.

 

Zeuge Alexander Princz:

V 43. roku, bolo to v máji, júni [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Um Kaduk handelt es sich. Der Vorfall passierte im Mai oder Juni 43.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bolo u nás komando Holzhof

 

Dolmetscher Benesch:

Es war bei uns das Holzhofkommando.

 

Zeuge Alexander Princz:

Do ktorého išli vždy Häftlinge, ktorí boli vyziabnutí, slabí. Ukrývali sa tam mladí ľudia, na ktorých sme čakali, aby prišli k sebe.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses Kommando bestand hauptsächlich aus entkräfteten und schwachen Häftlingen. Dort wurden oft junge Leute hingeschickt, die sich dort erholen sollten.

 

Zeuge Alexander Princz:

Jedného pekného dňa tam prišiel Kaduk s autami, ja som práve nakladal drevo, a nechal všetkých tých chorých väzňov, ktorí tam pracovali, nastúpiť. Boli tam s ním ešte niekoľkí SS-Männer, ale on tam bol vedúci toho času. Bolo toho asi na dve autá. Naložili ich a odviezli preč do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Eines Tages kam Kaduk mit zwei Autos.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy sa do lágra nevrátili.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich lud gerade Holz auf. Er ließ diese Kranken dort antreten. Mit ihm waren noch andere SS-Männer, aber Kaduk führte zweifellos die Gruppe. Er las dort Leute aus, die wurden auf die zwei Autos aufgeladen und ins Gas gefahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mám ešte daľšie veci.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe noch eine weitere Sache.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď už hovoríme o tom komandantu, ktorý zastupoval Hößa.

 

Dolmetscher Benesch:

Von dem Kommandanten, der Höß vertreten hat.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som išiel z Birkenau, to bolo v januári alebo vo februári.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam aus Birkenau heraus, es war Januar oder Februar

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo tak po obede, me dzi druhou a treťou hodinou určite, lebo komandá už išli domov.

 

Dolmetscher Benesch:

Nachmittags gegen drei Uhr, die Kommandos gingen bereits nach Hause.

 

Zeuge Alexander Princz:

Idem domov a z Birkenau, keď sa prechádzalo do Osvienčima, tak tam bol jeden taký drevený most cez železnicu, aby sa mohlo s väzňami prechádzať.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwischen Birkenau und Auschwitz war eine Holzbrücke

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol to most z dreva, aby sa nemuselo prechádzať cez koľajnice, ale po vrchu.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß man nicht über Eisenbahnschienen gehen mußte, sondern Eisenbahnschienen anders überqueren konnte.

 

Zeuge Alexander Princz:

A my sme boli traja kočiši.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren drei Kutscher.

 

Zeuge Alexander Princz:

A jeden esesák nás doprevádzal už z roboty domov.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ein SS-Mann begleitete uns von der Arbeit nach Hause.

 

Zeuge Alexander Princz:

A takých 300, 400 metrov pred tým mostom nás predbehlo komandantove auto a v tom sedel ten náš Mulka.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 300 bis 400 Meter vor dieser Brücke überholte uns der Wagen dieses Kommandanten und da saß unser Mulka.

 

Zeuge Alexander Princz:

A videli sme od nás tak asi 100 metrov, že tam stoja nejakí dvaja esesáci a dva Häftlinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah, daß er etwa 100 Meter von uns entfernt stehen blieb, dort waren zwei SS-Männer und zwei Häftlinge.

 

Zeuge Alexander Princz:

Zbadali sme, že komandantov voz zostal stáť.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sahen, daß der Wagen des Kommandanten stehen blieb.

 

Zeuge Alexander Princz:

A nato sme videli, ako on vystupuje. My sme samozrejme tak trochu pridali, aby sme videli, čo sa tam deje.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sahen, daß er ausstieg. Wir gingen etwas schneller, um zu sehen, was dort geschieht.

 

Zeuge Alexander Princz:

A videli sme, že tí SS-Männer filcujú, neviem, ako sa to povie, že tam prehľadávajú, kontrolujú.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir sahen, daß die SS-Leute eine Leibesvisitation dort durchführten.

 

Zeuge Alexander Princz:

A dávali im do čapic, bili tých väzňov.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie schlugen dabei diese Häftlinge

 

Zeuge Alexander Princz:

A oni vyberali niečo z vreciek a hádzali to dolu do čapíc.

 

Dolmetscher Benesch:

Und nahmen Ihnen etwas aus den Taschen und warfen es nach unten.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol som tak asi 20, 25 metrov od toho, keď on tam stál a pýtal sa tam toho, že čo to je, — »Was ist das?«

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war 20 bis 25 Meter davon entfernt, als dieser Mann da stand und fragte: »Was ist das?«

 

Zeuge Alexander Princz:

A oni hovorili, že [+ niečo] organizovali, a ukazovali na niečo.

 

Dolmetscher Benesch:

»Das ist organisiert«, erwiderten sie und zeigten auf irgend etwas.

 

Zeuge Alexander Princz:

A on sa na to pozrel, tí boli už skrvavení, a hovorí: — »Schießt nieder die Hunde!«

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlinge waren bereits mit Blut bedeckt, und er rief: »Schießt nieder die Hunde!«

 

Zeuge Alexander Princz:

A na to jeden strelil. Jeden Häftling, ktorý bol špatnejšie trafený, sa tam zdvihol hore, a na to on vytiahol sám malý revolver a na toho chlapa ešte raz strelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Einer dieser Häftlinge erhob sich noch einmal, er schien schlecht getroffen zu sein. Dann zog dieser Mann selbst eine kleine Pistole und gab dem Häftling einen weiteren Schuß.

 

Zeuge Alexander Princz:

On si nasadol do auta, odišiel, a my sme sa museli vrátiť. Tých Häftlinge, tie mŕtvoly sme naložili na voz, vrátili sme sa naspäť do Birkenau a tam sme to v Birkenau odovzdali do lágr a.

 

Dolmetscher Benesch:

Er setzte sich in den Wagen und fuhr weg. Wir mußten umdrehen, die Leichen der Häftlinge aufladen und sie nach Birkenau zurückbringen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli obidvaja úplne mŕtvi.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren beide tot.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ešte si pamätám toho SS-Manna, ktorý to tam vtedy urobil. Stiwitz sa volal.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch an Stiwitz erinnere ich mich noch.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Stiwitz steht hier nicht zur Anklage. Infolgedessen ist das für das Gericht nicht so wichtig. Ich bitte doch die Angeklagten mal, alle aufzustehen, mal vorzugehen.

 

Dolmetscher Benesch:

Zůstaňte prosím sedět, až tady budou stát.

 

Vorsitzender Richter:

Ein bißchen weiter zurück, wenn ich bitten darf.

 

Zeuge Alexander Princz:

Môžem ísť?

 

Vorsitzender Richter:

Und bitte den Herrn Zeugen mal zu sehen, ob er den Mann erkennt, den er als den stellvertretenden Kommandanten...

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ukažte nám toho člověka, jestli ho poznáte, který byl zá stupcem velitele.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Moment, was sagt er? Broad?

 

Dolmetscher Benesch:

Broad?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kapo Bednarek.

 

Dolmetscher Benesch:

Kapo Bednarek.

 

Vorsitzender Richter:

Wie bitte, was sagt er?

 

Zeuge Alexander Princz:

[unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist der Herr, [Pause] von dem ich gesprochen habe.

 

Zeuge Alexander Princz:

Boger.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger.

 

Zeuge Alexander Princz:

Toto je Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Kaduk.

 

Zeuge Alexander Princz:

[Pause] Tu je.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist er.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Welcher ist das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to je?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mal krásnu modrú uniformu.

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to je? — Er trug eine bläuliche Uniform, eine schöne Uniform und einen Ledermantel.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mulka.

 

Dolmetscher Benesch:

Mulka ist das.

 

Zeuge Alexander Princz:

[Pause] Neviem meno.

 

Dolmetscher Benesch:

Den kenne ich auch.

 

Vorsitzender Richter:

Welchen, bitte schön?

 

Dolmetscher Benesch:

Koho, prosím, znáte?

 

Zeuge Alexander Princz:

V tých modrých šatách.

 

Dolmetscher Benesch:

In dem blauen Anzug.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ale jeho meno neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber den Namen weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Dann nehmen Sie bitte wieder Platz.[Pause] Hatte der Angeklagte Mulka, den Sie eben erkannt haben, damals schon eine Brille auf?

 

Dolmetscher Benesch:

Už měl tenkrát obžalovaný Mulka, kterého jste poznal, brýle?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, nemal okuliare.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Brille.

 

Zeuge Alexander Princz:

Bol fešák, mladý, vysoký pán.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war ein jüngerer, gutaussehender, hochgewachsener Herr.

 

Zeuge Alexander Princz:

A nikdy nezniesol väzňov, ktorí stáli. On bol hroznejší ako Höß.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er war schlimmer als Höß.

 

Zeuge Alexander Princz:

To som videl, keď som prechádzal komandami s vozom. Zostal stáť, a keď videl niekde, že niekto stojí, ako bolo zvykom v robote si odpoč inout, to on nikdy nezniesol.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er hat nie ertragen, wenn ein Häftling sich während der Arbeit ausruhte oder stand.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie ihn denn öfter gesehen, während die Häftlinge arbeiteten?

 

Zeuge Alexander Princz:

To ja som presne poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ho častěji?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som jazdil ako kučer, ja som bol denne x-krát na rôznych miestach. Jazdil som na Harmense, do »Gärtnerei Rajska«, 30 kilometrov. Chodil som s mojimi koňmi na rôzne miesta a my sme sa stretávali. Ja som pred ním musel dať dole čapicu, a tak on prešiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war Kutscher und war x-mal an verschiedenen Stellen im Lager anwesend, in der Gärtnerei, in Harmense, im Umkreis von 30 Kilometer um das Lager. Ich habe ihn oft getroffen. Ich mußte ja jedesmal die Mütze abnehmen, wenn er vorbeifuhr.

 

Zeuge Alexander Princz:

A za to, že žijem, povedzte, že môžem ďakovať len tomu, že som bol pri koňoch.

 

Dolmetscher Benesch:

Und daß ich heute noch lebe, verdanke ich nur den Pferden.

 

Vorsitzender Richter:

Wem verdankt er das?

 

Dolmetscher Benesch:

Den Pferden. Ich war nicht wichtig, die Pferde waren ja wichtig.

 

Zeuge Alexander Princz:

A tých som musel ošetrovať, tých nebolo možné nechať.

 

Dolmetscher Benesch:

Und die konnten ja nicht sich selbst überlassen bleiben.

 

Vorsitzender Richter:

Sind noch Fragen von seiten des Gerichts? Nein. Herr Rechtsanwalt?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Der letzte Vorfall scheint mir noch nicht ganz klar zu sein. Ich möchte dazu noch einige Fragen stellen. Und zwar: Herr Zeuge, Sie schilderten, daß da also zwei SS-Männer zwei Häftlinge filzten, um den Ausdruck mal zu gebrauchen. Ja?

 

Vorsitzender Richter:

Das kennt doch der Mann nicht, den Ausdruck.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Also, untersuchten, ob die etwas bei sich hätten.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste líčil, že dva příslušníci SS prohledávali dva vězně, co mají u sebe. [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Čiapky boli dole a vyhadzovali zo seba dolu.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Mützen der Häftlinge lagen auf dem Boden, und die SS-Männer nahmen etwas aus den Taschen und warfen es in die Mützen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Oni sami si to vyhadzovali.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlinge mußten selbst die Dinge in die Mützen werfen. Aus den Taschen die Dinge in die Mützen werfen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wurden diese Häftlinge schon bei dieser Leibesvisitation geschlagen von diesen beiden SS-Männern? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli už zbití, facky dostali, mali nosy skrvavené.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurden geschlagen und hatten blutige Nase. Schon während der Visitation.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

In welchem Stadium dieses Vorfalls kam nun der Angeklagte Mulka vorbei?

 

Dolmetscher Benesch:

V jakém stadiu tohoto případu přijel obžalovaný Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ešte vyberali tí väzňi z vreciek veci von.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlinge warfen noch aus ihren Taschen die Dinge heraus.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und dann spornte er diese SS-Männer an, sie sollten die beiden niederschießen?

 

Vorsitzender Richter:

Das hat der Zeuge doch schon gesagt.

 

Zeuge Alexander Princz:

[unverständlich]Presne tak povedal: — »Schießt nieder diese Hunde!«

 

Vorsitzender Richter:

Hat er doch [unverständlich]

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Oder Schweine, — už sa nepamätám.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und wer hat dann den ersten erschossen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo zastřelil prvního?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ten SS-Mann, ktorý tam bol, strelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Der SS-Mann, der da stand.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Welcher SS-Mann?

 

Dolmetscher Benesch:

Který?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ten, ktorý tých väzňov vyšetroval.

 

Dolmetscher Benesch:

Der, der diese Leibesvisitation durchführte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ten strelil prvý.

 

Dolmetscher Benesch:

Der schoß zuerst.

 

Zeuge Alexander Princz:

Na toho jedného on strelil, potom na toho, ktorý sa zdvihol. On ho zastrelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er selbst schoß auf den Häftling, der sich noch einmal zu erheben versuchte.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Das heißt also, dieser eine SS-Mann hat dann auch auf den zweiten Mann geschossen, der war dann aber nicht gleich tot.

 

Dolmetscher Benesch:

A jak to bylo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ten jeden strelil na prvého a viete, ako to je, padli obidvaja. Jedna strela padla od toho esesáka a toho druhého, ako sa pohol, zastrelil komandant.

 

Dolmetscher Benesch:

Zur selben Zeit fielen diese Schüsse, beide Häftlinge stürzten zu Boden, und der eine erhob sich noch halb, und in dem Augenblick schoß dieser Kommandant.

 

Zeuge Alexander Princz:

A v tom momente odišiel, ani sa neobzrel.

 

Dolmetscher Benesch:

Er wartete nicht, sondern schoß dann sofort.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Danke.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich möchte im Anschluß daran noch etwas wissen. Sie haben dann gesagt, Sie haben die beiden Leichen der beiden Ermordeten wegbringen müssen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste odvážel mrtvoly obou zavražděných?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Wohin haben Sie sie gebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

Kam?

 

Zeuge Alexander Princz:

Do mužského lágra.

 

Dolmetscher Benesch:

In das Männerlager.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

In einen bestimmten Block?

 

Dolmetscher Benesch:

Do určitého bloku?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, tam do Leichenhalle sme to dali.

 

Dolmetscher Benesch:

In die Leichenhalle.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Haben Sie dabei

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Ja som to zložil tam dolu, už nie my sme skladali, ale už skladali Häftlinge z Leichenhalle.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir haben noch nicht einmal die Leichen abgeladen , sondern die Häftlinge dieses Lagers haben abgeladen.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

So können Sie uns nicht sagen, welche Häftlingsnummer die eintätowiert hatten?

 

Dolmetscher Benesch:

Nevíte, jaké číslo měli?

 

Zeuge Alexander Princz:

Povedzte, že na to my sme nemali vôbec čas pozerať. My sme boli radi, že sme vyviezli so zdravou kožou.

 

Dolmetscher Benesch:

Dazu hatten wir gar keine Zeit, da nachzusehen. Wir waren froh, daß wir mit heiler Haut herausgekommen waren.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Können Sie uns ungefähr schildern, waren das alte Häftlinge, junge?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli to staří nebo mladí vězn i?

 

Zeuge Alexander Princz:

No, podľa oblečenia, čo mali, to boli už starší Häftlinge. Tak myslím, starší v lágri.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach der Kleidung waren sie schon länger im Lager gewesen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Mohli tak byť 30, 35 roční chlapi.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie konnten etwa 30, 35 Jahre alt sein.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Haben Sie später erfahren, wie es zu dieser Leibesvisitation gekommen ist, woher die Häftlinge kamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Dozvěděl jste se [+ později], odkud tito vězni přišli, a proč byli prohledáni?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy, nie. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Habe ich nie erfahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Totiž u nás boli denne prípady,že na komandách, alebo pri filcungu boli zastrelení rôzni ľudia. To bolo tak bežné u nich.

 

Dolmetscher Benesch:

Das passierte laufend, daß bei uns Leute auf den Kommandos oder bei einer Filzung erschossen wurden. Das war nichts besonderes.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Aber daß der Adjutant des Kommandanten erschossen hatte, war das auch nichts besonderes?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo len raz.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nur einmal gesehen.

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo len raz.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, bitte. [unverständlich] noch eine Frage, ja?

 

Richter Hotz:

Sie sagten, Herr Princz, das sei im Januar, Februar gewesen. Sie haben das Jahr da nicht dazu gesagt. Welches Jahr war es? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

1943.

 

Dolmetscher Benesch:

43.

 

Richter Hotz:

43, Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Reiners?

 

Zeuge Alexander Princz:

Musím niečo doplniť.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich muß das vervollständigen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Aby ste vedeli, do novemb ra, pokiaľ si Höß zlomil nohu, sme boli Tierpfleger, nechodili sme von. Až po zlomení Hößovej nohy sme začali chodiť. Vymenili tých chlapov v stajni, a tak sme sa my dostali za kočišov.

 

Dolmetscher Benesch:

Nerozuměl jsem. — Ich habe die Aussage eben nicht verstanden. — Prosím, opakujte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Že keď si Höß zlomil nohu, tak vymenili ten personál, ktorý tam bol v tej stajni, a my sme sa dostali ku koňom.

 

Dolmetscher Benesch:

Als Höß sich den Fuß gebrochen hatte, wurde das Personal, das bei den Tierpflegern war, ausgewechselt.

 

Zeuge Alexander Princz:

Október, november, tak to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Oktober, November. Und dann kamen wir ja erst zu den Pferden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, haben Sie das gar nicht erlebt, daß Höß sich seinen Fuß gebrochen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste sám nezažil, jak si Höß zlomil nohu?

 

Zeuge Alexander Princz:

Höß si zlomil nohu neďaleko od našej stajni, 150 metrov od nás.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 150 Meter von uns entfernt, vis-à-vis von unserem Stall, hat sich Höß das Bein gebrochen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagten doch, Sie seien erst hingekommen nach diesem Unfall von Höß, und dann sei das Personal ausgewechselt worden. Oder habe ich Sie da falsch verstanden? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

To prepáčte, ja som tam bol od 42. 17. som došiel, 24. už som bol v tom komande. Ja som robil len čističa a krmiča koní, bol som tam už veľa mesiacov.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war nur von Anfang an zur Pflege und zum Füttern der Pferde dagewesen. Von Anfang an im Jahr 42.

 

Zeuge Alexander Princz:

Päť dní som bol v Birkenau, to znamená 17 a päť, 22. alebo 23. som ja prišiel do Tierpflegerkommando Auschwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war erst fünf Tage in Birkenau und kam dann fünf Tage später, also etwa am 22. oder 23., zum Tierpflegerkommando nach Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Reiners?

 

Verteidiger Reiners:

Herr Princz, Sie hatten vorhin von Ihren Fahrten zu der Kiesgrube gesprochen. Habe ich Sie richtig verstanden, als Sie an die Karte getreten sind, daß Sie dann gesagt hätten, es wären drei Kiesgruben dagewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Povídal jste něco o tře ch [+ pískovnách]?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, o dvoch. Jedna bola v Auschwitz, tá sa potom zakopala, a druhá Kiesgrube bola v Birkenau, na druhej strane.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sprach von zwei Kiesgruben. Eine war in Auschwitz, die wurde später geschlossen, und die andere war in Birkenau.

 

Verteidiger Reiners:

Die Fahrten, von denen Sie sprachen, die Sie also in den März und April 43 verlegten, waren die nach beiden Kiesgruben? Also der in Auschwitz und der in Birkenau?

 

Zeuge Alexander Princz:

To byla auschwitzká.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war nur die Auschwitzer Kiesgrube.

 

Verteidiger Reiners:

Nur in Auschwitz. Die Frauen, die da von Kaduk erschossen wurden, wie Sie sagten, kannten Sie die?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste ženy, které byly zastřeleny Kadukem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Menovite som tie ženy nepoznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Namentlich kannte ich sie nicht.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ale ony ma veľmi dobre poznali. Občas sme im sem tam dávali aj nejaký ten kúsok chleba, čo sm e mali, aby sme ich udržali pri živote.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen ja öfter dorthin und gaben ihnen auch öfter ein Stückchen Brot, um sie am Leben zu halten.

 

Zeuge Alexander Princz:

Toho času tam boli hlavne Francúzsky, boli tam nejaké Polky a slovenské židovky.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren in der Hauptsache dort französische, polnische und slowakische Jüdinnen.

 

Verteidiger Reiners:

Sie kannten sie also von Ansehen, wenn ich Sie richtig verstanden habe.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste je znal podle obličeje.

 

Zeuge Alexander Princz:

Podľa obličaje.

 

Verteidiger Reiners:

Herr Princz, wurden diese acht Frauen von Kaduk auf einmal, also bei einer Gelegenheit oder an einem Tage oder an mehreren auseinanderliegenden Tagen erschossen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly zastřeleny najednou?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, jeho taká denná porcia v Kiesgrube boli tak dve ženy, on ich tam viac nezastrelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Seine tägliche Leistung waren etwa zwei Frauen. Es waren mehrere Tage, an denen er geschossen hat.

 

Verteidiger Reiners:

Also war es an mehreren Tagen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. To bolo tak za štyri dni.

 

Verteidiger Reiners:

Wie weit war der Kaduk entfernt, im Durchschnitt gesehen – denn es waren dann mehrere Male, es müssen ja vier Tage gewesen sein, an denen er geschossen hat –, als er auf diese Frauen schoß? Wie weit war er von denen entfernt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak daleko byl vzdálen od těch žen, když na [+ ně] střílel?

 

Zeuge Alexander Princz:

Šesť, osem, desať, dvanásť metrov, ako je šikmo tá plocha Kiesgrube, tak to neviem presne. On strieľal zvrchu, z pažiti, zo zeme, nie zdola.

 

Dolmetscher Benesch:

Er stand nicht unten in der Kiesgrube, er stand oben. Das können also zehn bis zwölf Meter gewesen sein.

 

Zeuge Alexander Princz:

Od šiestich do dvanástich metrov.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Wand war sechs bis acht Meter hoch. Dann war also die schräge Entfernung unten in die Kiesgrube zehn bis zwölf Meter.

 

Verteidiger Reiners:

Meint er also: zehn bis zwölf Meter von den Frauen, die er erschoß? Das war meine Frage.

 

Dolmetscher Benesch:

Myslíte, že to bylo deset až dvanáct metrů od těch žen, které zastřelil?

 

Zeuge Alexander Princz:

15 metrov to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Vielleicht sogar 15 Meter.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, keď to zoberieme šikmo.

 

Dolmetscher Benesch:

Tedy vzdálenost mezi Kadukem a ženou, kterou zastřelil, byla 15 metrů.

 

Zeuge Alexander Princz:

15 metrů.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 15 Meter.

 

Verteidiger Reiners:

15 Meter. Und er schoß mit einer Kurzfeuerwaffe?

 

Zeuge Alexander Princz:

Kurzfeuerwaffe. — Tú on nosil vždy pri sebe.

 

Dolmetscher Benesch:

Er trug eine Pistole bei sich, stets.

 

Verteidiger Reiners:

Waren in jedem Falle die von ihm angezielten Opfer sofort tot?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly tyto ženy v každém případě hned mrtvé?

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli, veď keď na ne strelil, on tak presne vedel streliť, že tá žena len veľmi krátku chvíľu bola ešte na žive.

 

Dolmetscher Benesch:

Er konnte so gut schießen, daß diese Frau in der Regel sofort tot war oder nur noch ganz kurz am Leben war.

 

Verteidiger Reiners:

»In der Regel«, das heißt also, wenn ich ihn richtig verstehe, sie waren eigentlich in allen Fällen sogleich oder nach ganz kurzer Zeit...

 

Dolmetscher Benesch:

Ve všech případech tedy byly ihned nebo za chvilku mrtvé.

 

Zeuge Alexander Princz:

Niekoľko, za nejakú veľmi krátku chvíľu, mne sa to tak zdalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einer sehr kurzen Weile waren sie alle sofort tot.

 

Verteidiger Reiners:

Es gab also in keinem Falle eine Verwundete, die also

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Nikdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nebyly raněné?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy, to som nevidel.

 

Verteidiger Reiners:

[Pause] Die Angelegenheit mit dem Häftling Engel, Herr Princz, wann war die? Da haben Sie – wenigstens habe ich nichts in Erinnerung – keinen Zeitpunkt angegeben. [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

44, to bol jún alebo júl, také niečo. V letných mesiacoch.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war in den Sommermonaten Juni oder Juli 44. [...]

 

Verteidiger Reiners:

Sie sagten, kurz vor der Exekution sei dem Engel das Todesurteil noch einmal vorgelesen worden.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že před exekucí byl předčítán rozsudek smrti.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Verteidiger Reiners:

Sie hätten es aber nicht gehört.

 

Zeuge Alexander Princz:

Z diaľky. Ešte viem, kto to robil. Hössler to čítal.

 

Dolmetscher Benesch:

Hössler hat vorgelesen, ich war sehr...

 

Vorsitzender Richter:

Der Zeuge hat wörtlich gesagt: »Es ist ihm etwas vorgelesen worden.«

 

Verteidiger Reiners:

Ich habe es nicht [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich habe es nicht verstanden.

 

Verteidiger Reiners:

Er sprach von einem Todesurteil.

 

Vorsitzender Richter:

Er fiel ein: »Ich nehme an, ein Urteil oder so etwas ähnliches.«

 

Verteidiger Reiners:

Sie haben es nicht gehört, was da vorgelesen wurde?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste neslyšel doslova, co bylo předčítáno?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak nejaké nemecké slová, však to bola vzdialenosť. Ja som stál takých 40 metrov a bol tam nejaký ten malý hluk.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war etwa eine Entfernung von 40 Metern. Ich verstand vielleicht hier und da ein Wort, aber nicht mehr.

 

Verteidiger Reiners:

Also Sie standen ziemlich weit entfernt?

 

Zeuge Alexander Princz:

40, 50 metrov.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 40 bis 50 Meter.

 

Verteidiger Reiners:

Herr Zeuge, Sie sagten dann weiter, Sie wären des öfteren an der Rampe gewesen, und zwar an beiden Rampen, an der Alten und an der Neuen Rampe, und hätten da des öfteren auch den Kaduk gesehen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste byl víckrát na staré i na nové rampě. Viděl jste [+ tam] Kaduka častěji?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Verteidiger Reiners:

Was hatten Sie an den Rampen zu tun? Hielten Sie sich da zufällig auf oder hatten Sie einen Auftrag?

 

Zeuge Alexander Princz:

Však ja som to povedal.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Verteidiger, es tut mir leid, aber ich widerspreche

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Ja mu to poviem.

 

Staatsanwalt Vogel:

Dieser Frage, die ist bereits beantwortet.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mu to poviem.

 

Verteidiger Reiners:

Ich habe nichts gehört.

 

Staatsanwalt Vogel:

Der Zeuge hat aber ziemlich detailliert geschildert, was er dort zu tun hatte.

 

Verteidiger Reiners:

Habe ich nicht gehört.

 

Staatsanwalt Vogel:

Zerbrochene Körbe und so weiter abtransportieren. [...]

 

Verteidiger Reiners:

Vielleicht kann er das noch mal kurz sagen [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Er hat gesagt, er wäre dort hingefahren, um Material, was unbrauchbar geworden sei, zum Beispiel alte Körbe und dergleichen Dinge

 

Verteidiger Reiners [unterbricht]:

Ach, das bezog sich auf diese Rampe. So, das war hier nicht verständlich. Dann diese Sache mit dem Holzhofkommando vom Juni 43, da sagten Sie, der Kaduk wäre mit zwei Autos gekommen, hätte Leute »aufgelesen«, wie Sie sich wörtlich ausdrückten, und sie ins Gas gefahren. Haben Sie denn gesehen, daß die ins Gas, also in eines der Krematorien, hineingefahren wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se stal ten případ, že Kaduk byl u vězňů, kteří pracovali v Holzhof-Kommando, a vybral je tam. Viděl jste sám, že jeli do plynové komory?

 

Zeuge Alexander Princz:

Išli. Videl som presne, ako autá išli do Auschwitz. Ja som išiel s vozmi s drevom asi pol hodiny neskôr a tie autá bolo vidieť. Keď ste vyšli na auschwitzký most, tak ste videli tú cestu až hore ku krematóriu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah, daß die Wagen in Richtung Auschwitz wegfuhren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Asi dva kilometre.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte Holz ja aufgeladen auf meinen Wagen, fuhr mit den Pferden langsam hinterher. Wenn man auf die Auschwitzer Brücke hinaufging, konnte man sehr weit sehen, und ich sah, daß die Wagen direkt zum Krematorium fuhren.

 

Verteidiger Reiners:

Hat er gesehen, daß die hineinfuhren, wenn das überhaupt möglich war?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že zastavili, a že byli vedeni dovnitř?

 

Zeuge Alexander Princz:

Do vnútra, áno. To bolo na tej ceste. Oni išli do krematória, do dvojky, a nikdy sa nevrátili.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie gingen ins Krematorium II. Ich sah, daß die Wagen anhielten, und diese Leute kamen nie wieder zurück.

 

Verteidiger Reiners:

Danke schön. Sie haben es also nicht gesehen, daß sie direkt

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Viděl jste sám, že šli dovnitř do krematoria?

 

Zeuge Alexander Princz:

Viac som nevidel.

 

Verteidiger Reiners:

Ich habe keine Frage mehr, Herr Direktor.

 

Dolmetscher Benesch:

Mehr habe ich nicht gesehen.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, sind Sie wegen ihrer Erlebnisse in Auschwitz schon einmal als Zeuge vernommen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Už jste byl kvůli Vašim zážitkům z Osvětimi [+ někdy vyslýchán]?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Reiners:

Ich meine nicht von einem deutschen Gericht, sondern vielleicht von einem ausländischen Gericht?

 

Dolmetscher Benesch:

[unverständlich] U cizího soudu?

 

Zeuge Alexander Princz:

U nás sa žiadne súdy nerobili.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei uns war kein Gericht.

 

Verteidiger Stolting II:

Sind Sie auch nicht von der Polizei irgendwann einmal gehört worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste někdy vyslýchán policií ?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, nie.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Herr Rechtsanwalt Doktor Stolting, da muß ich doch etwas

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Der Zeuge hat die Frage mißverstanden und glaubte, in einer Hauptverhandlung vielleicht, ich weiß es nicht

 

Verteidiger Stolting II:

Er glaubte. Ich wundere mich, daß der Herr Staatsanwalt gleich weiß, was der Zeuge glaubte.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also damit der Zeuge hier

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Ich versuche, mich in ihn hineinzuversetzen.

 

Vorsitzender Richter:

Sich nicht irrt: Der Herr Rechtsanwalt Stolting hat gefragt, ob Sie überhaupt schon einmal von einem Richter wegen dieser Sache vernommen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Už jste u nějakého soudce o těchto věcech vyprávěl ?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste nějak vyslýchán?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nikdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja na tie veci chcem zabudnúť.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja chcem na tie veci zabudnúť. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte diese Sachen überhaupt vergessen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das verstehen wir vollkommen. Aber jetzt werden Sie gefragt, ob Sie nicht schon einmal ein Richter vielleicht in der Tschechoslowakei, in Prešov, schon einmal vernommen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Nevyprávěl jste už jednou o těchto věcech soudci v Prešově?

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď som dával výpoveď, tak som to bolo na súde.

 

Dolmetscher Benesch:

Jetzt in diesem Verfahren, als ich die Aussagen auf dem Gericht machte.3

 

Verteidiger Stolting II:

Also ist er doch vernommen worden. Ist das die einzige Vernehmung, die Sie seit 1945, seit Ihrer Befreiung, mitgemacht haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to jediný výslech, který jste prodělal od roku 45?

 

Zeuge Alexander Princz:

Prvýkrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist zum ersten Mal gewesen.

 

Verteidiger Stolting II:

Haben Sie bei dem Richter in Prešov alles erzählt, was Sie über Ihre Erlebnisse in Auschwitz zu erzählen hatten, was Sie noch gewußt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávěl jste soudci v Prešově všechno, co můžete vyprávět o Osvětimi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Stolting II:

Weshalb nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč ne?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som v našich novinách bral tie správy len tak letmo, ja som od Prahy 800 kilometrov. Tie správy sa k nás dostávali veľmi kusé. Jedenkrát som v novinách čítal, že je súd s Bogerom a s Kadukom, tak som sa na to prihlásil. Nikdy viacej som na súde nebol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich arbeite 800 Kilometer von Prag entfernt, und die Zeitungen bei uns berichten sehr wenig von diesem Prozeß. Als ich aber in den Zeitungen las, daß ein Prozeß gegen Kaduk und Boger läuft, habe ich mich selbst gemeldet, um Aussagen zu machen.

 

Verteidiger Stolting II:

Haben Sie bei Ihrer Vernehmung, die ich nicht kenne, nur über Kaduk und Boger ausgesagt?

 

Dolmetscher Benesch:

Mluvil jste u toho soudce v Prešově jenom o Kadukovi a o Bogerovi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Len o Bogerovi a o Kadukovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sprach nur von diesen beiden.

 

Verteidiger Stolting II:

Haben Sie damals den Namen Mulka nicht gekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jméno Mulka jste tenkrát neznal?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ani v novinách to nebolo. Vôbec som tam o tom nehovoril.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe überhaupt nicht über Mulka gesprochen.

 

Verteidiger Stolting II:

Weshalb nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč jste nemluvil o Mulkovi?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som čítal tie dva články a išiel som týchto dvoch udať.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe in der Zeitung nur gelesen, daß Kaduk und Boger angeklagt sind, und nur deswegen habe ich mich gemeldet und ausgesagt, was ich über diese beiden auszusagen weiß.

 

Vorsitzender Richter:

Darf ich dazwischen mal eine Frage stellen?

 

Verteidiger Stolting II:

Bitte sehr.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum haben Sie dann nichts über Boger ausgesagt?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč jste neříkal nic o Bogerovi?

 

Zeuge Alexander Princz:

O Bogerovi som vypovedal.

 

Vorsitzender Richter:

Kein Wort. Nur von Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Jenom o Kadukovi jste vypověděl.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mám kópiu od súdu, že som o Kadukovi a o Bogerovi vyprával.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe eine Kopie von dem Gericht, daß ich über Kaduk und Boger ausgesagt habe.

 

Zeuge Alexander Princz:

Potvrdenú.

 

Dolmetscher Benesch:

Beglaubigt.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe hier ein übersetztes Protokoll, aufgenommen beim Bezirksgericht in Prešov am 18. März 1964. »Anwesend sind der Vorsitzende des Bezirksgerichts«, folgt der Name, »die Schriftführerin«, folgt der Name. Dann ist eine dreiseitige Vernehmung, dann steht drunter: »Das Protokoll wurde laut diktiert, dem Zeugen vorgelesen und von diesem eigenhändig unterschrieben.« Die Schriftführerin, der Vorsitzende, der Zeuge und Siegel mit Staatsemblem Bezirkgericht zu Prešov. Das habe ich in Übersetzung vorlegen.

 

Dolmetscher Benesch:

Ihr Protokoll, — tedy překlad toho protokolu, [+ podepsaný] předsedou Okresního soudu v Prešově, potom dámou, která vedla protokol, a Vámi, [+ který] jste ten protokol diktoval.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja mám tú kópiu potvrdenú súdom.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe diese Kopie, vom Gericht beglaubigt, wo ich über Kaduk und über Boger ausgesagt habe.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie das hier?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mám tu to so sebou.

 

Dolmetscher Benesch:

Máte to tu s sebou?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es hier.

 

Staatsanwalt Wiese:

Herr Vorsitzender, wir haben mit unserem Beweisantrag die Vernehmungen eingereicht, die uns beweiserheblich schienen zu unserem Beweisantrag.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Staatsanwalt, ich verstehe das schon. Nur eins verstehe ich nicht: Wenn dieser Zeuge in Prešov vom Gericht vernommen worden ist, und es wird mir hier eine beglaubigte Protokollabschrift vorgelegt und zwar von Anfang bis zum Ende, dann muß doch dieses Protokoll alles enthalten, was damals gesagt worden ist. Oder es müßte draufstehen, Auszug oder so etwas.

 

Staatsanwalt Wiese:

Enthält es auch, soweit es den Angeklagten Kaduk betrifft. Und wir haben in dem Beweisantrag den Zeugen nur für den Angeklagten Kaduk benannt. Kollege Vogel hat vorhin schon darauf hingewiesen

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

Ja to tu mám.

 

Staatsanwalt Wiese:

Daß es in der ČSSR üblich ist, zu jedem Angeklagten oder zu Gruppen zu vernehmen. Und das sind zwei getrennte Protokolle.4

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie eine Fotokopie Ihres damaligen Protokolls da, hier in Frankfurt?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mám kópiu, obidve kópie mám so sebou.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe die Kopien hier.

 

Vorsitzender Richter:

Hier bei sich?

 

Dolmetscher Benesch:

Zde u sebe?

 

Zeuge Alexander Princz:

Alebo na byte.

 

Dolmetscher Benesch:

Hier oder in meiner Wohnung, das weiß ich nicht.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, hier.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Direktor, aber offenbar besitzt doch die Staatsanwaltschaft das zweite Protokoll. Dann möge doch die Staatsanwaltschaft endlich mal diese Dinge vorlegen. Es ist doch ein unmöglicher Zustand, daß nur eine Auswahl von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wird. Ich darf doch einmal darauf hinweisen, daß die Staatsanwaltschaft nicht nur berechtigt ist, Dinge vorzulegen, die zum Nachteil irgendeines Angeklagten sein könnten, sondern daß sie verpflichtet ist, als sogenannte objektive Behörde, alles vorzulegen, was irgendwie für die Beurteilung des Angeklagten von Interesse ist oder sein könnte.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Da stimme ich vollinhaltlich zu. [...]

 

Verteidiger Stolting II:

Ich lege darauf keinen Wert, daß der Herr Kaul mir zustimmt.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Das interessiert mich ja gar nicht.

 

Verteidiger Stolting II:

Aber mich interessiert das.

 

Vorsitzender Richter:

Also, meine Herrn, einer nach dem anderen. Eben ist der Doktor Stolting dran. Was haben Sie sonst noch zu sagen?

 

Verteidiger Stolting II:

Ich hatte meine Erklärung abgegeben, aber ich habe noch eine Reihe von Fragen an den Zeugen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das sowieso. Was wollten Sie dazu

 

Verteidiger Aschenauer [unterbricht]:

Ich beantrage, daß die Staatsanwaltschaft die sämtlichen Aussagen des Zeugen vorlegt. Sie spielen für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Zeugen eine Rolle. Eine Aussage eines Zeugen kann nur insgesamt, im Gesamten gesehen und beurteilt werden. Und ehe sämtliche Aussagen nicht vorliegen und aus diesen Aussagen der Zeuge gefragt wird, kann der Zeuge leider nicht entlassen werden.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich bitte

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Eins nach dem anderem. Sie sind zu Ende?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich bitte...

 

Vorsitzender Richter:

Was wollten Sie?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Folgendes: Ich stelle den Antrag, dem Zeugen aufzugeben, die Kopie, von der er hier gesprochen hat, die Kopie des Protokolls seiner Aussage, hier vorzulegen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das wird sowieso geschehen.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Das ist [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Zu diesem Zwecke bitte ich, zunächst die Vernehmung unterbrechen zu wollen, damit wir morgen die Möglichkeit haben, in Ruhe diese Dinge zu prüfen. Ob Herr Rechtsanwalt Stolting dem zustimmt oder nicht, es ist selbstverständlich notwendig und erforderlich, daß wir die gesamten Aussagen eines Zeugen vorliegen haben. Und deswegen halte ich es für erforderlich, gerade um den Zeugen vor Mißdeutungen zu schützen, daß er in die Lage kommt, das, was er hier gesagt hat, nachzuweisen, nämlich die Kopie seiner Aussage, die er bei sich hat oder in seinem Hotel hat, jedenfalls hier in Frankfurt am Main, vorlegen zu können. Diese Gelegenheit bitte ich ihm zu geben.

 

Vorsitzender Richter:

Ich glaube nicht, daß der Rechtsanwalt Stolting anderer Auffassung ist, denn im Gegenteil, er hat ja gerade eben beanstandet

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Sehr richtig, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Daß nicht die ganzen Protokolle vorliegen.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Kaul kam diesmal zu spät.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Moment, meine Herren, keine persönlichen Spitzen.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich] Ich habe nur gesagt, ob Herr Stolting dem zustimmt oder nicht, was ich sage, ist mir gleichgültig. Ich wiederhole das. Es erübrigt sich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Warum, das war doch gar nicht nötig, Herr Rechtsanwalt. Es gibt ja noch verschiedene andere Verteidiger hier, die vielleicht auch nicht zustimmen oder doch zustimmen. Es hat keinen Zweck, sich hier gegenseitig Vorwürfe zu machen. Aber Herr Staatsanwalt, können Sie uns denn nicht diese Affäre aufklären?

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Vorsitzender, ich möchte dazu folgendes erklären. Die Vernehmung des Zeugen Princz ist beantragt worden durch einen Beweisantrag der Staatsanwaltschaft von 22. September dieses Jahres. Ich war zu dieser Zeit krank. Ich sage das nicht, um mich hier mit meiner Krankheit zu entschuldigen. Aber ich muß das erwähnen. Ich wußte auch nichts Näheres davon. Aber ich werde mich noch heute abend darum bemühen, die Originalvernehmungen in tschechischer Sprache, die sich ja in anderen Akten befinden – denn die Vernehmungen waren ja in einer anderen Sache durch den Untersuchungsrichter beantragt und daraufhin durchgeführt worden –, beizuziehen und die morgen dem Gericht hier vorzulegen. Und zwar sämtliche Vernehmungen.

 

Vorsitzender Richter:

Zweitens brauchen wir natürlich auch die Fotokopie, die der Zeuge bei sich hat. Ist die auch in tschechischer Sprache gehalten?

 

Dolmetscher Benesch:

Je Vaše kopie v české řeči?

 

Zeuge Alexander Princz:

V slovenskej reči.

 

Dolmetscher Benesch:

In slowakischer Sprache.

 

Vorsitzender Richter:

In slowakischer Sprache gehalten. Gut. Da sie nun in slowakischer Sprache gehalten ist, werden Sie, Herr Dolmetscher, morgen vielleicht die Freundlichkeit haben, sie uns zu übersetzen.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn ich in der Lage bin, gerne.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Vorsitzender, ich möchte nur zur Untermauerung dessen, was Herr Staatsanwalt Wiese eben gesagt hat über die Methode der Vernehmung der Untersuchungsbehörden in der Tschechoslowakei, Ihnen zum Beispiel das in meiner Hand befindliche Protokoll über die Vernehmung des Zeugen Poledník überreichen, in dem effektiv fast nichts drin ist von dem, was Sie vorhin dem Zeugen Poledník

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Darf ich mich mal erkundigen, wie Sie in den Besitz dieser Vernehmungsurkunde gekommen

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Sie erinnern sich, Herr Vorsitzender, daß es etwas schwierig war mit den Anlagen zu diesem Beweisantrag vom 22.9., die ich nie bekommen habe. Und Sie erinnern sich, in Ihrer Gegenwart hat Herr Staatsanwalt Vogel sich am letzten Freitag erbötig gemacht, mir die Protokolle zur Verfügung zu stellen. Das hat dann wiederum nicht ganz geklappt. Und deswegen hat er mir heute das, was er in der Hand hatte, noch mal gegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe leider ganz andere Unterlagen bekommen, die aber beglaubigt sind, beziehungsweise die Übersetzung ist beglaubigt. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß da zwei Ausfertigungen vorliegen. Augenblick. Aber ich werde das nachher prüfen. Vielleicht wird der Herr Rechtsanwalt Doktor Stolting

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Herr Direktor, ich würde Wert darauf legen, daß ich zunächst einmal, bevor ich mit meinen Fragen fortfahren kann, beglaubigte Übersetzungen der in den Händen der Staatsanwaltschaft befindlichen Vernehmungen in die Hand bekomme, damit ich dann meine weiteren Fragen an diesen Zeugen stellen kann. Da möchte ich förmlich darum bitten, daß das der Staatsanwaltschaft aufgegeben wird, mir beglaubigte Übersetzungen zur Verfügung zu stellen, bevor ich an diesen Zeugen weitere Fragen zu stellen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie dazu in der Lage?

 

Staatsanwalt Wiese:

Das Protokoll, soweit es den Angeklagten Kaduk betrifft, befindet sich seit dem 22. September als Anlageband bei den Gerichtsakten.

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Das interessiert uns nicht.

 

Staatsanwalt Wiese:

Das andere Protokoll von Boger wird morgen vorgelegt.

 

Verteidiger Stolting II:

In beglaubigter Übersetzung? [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das kann bis morgen nicht in beglaubigter Übersetzung vorliegen, denn

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Herr Vorsitzender, wenn es richtig ist, daß der Zeuge nicht nur über Kaduk und Boger Aussagen gemacht hat, dann möchte ich mit Sicherheit davon ausgehen, daß diese Vernehmungsniederschriften, auch wenn sie in zwei getrennten Protokollen festgehalten worden sind, beide hier nach Frankfurt geschickt worden sind und daß auch beide Protokolle übersetzt worden sind. Ich sagte vorhin schon, ich will mich heute abend noch darum bemühen, die in den anderen Akten herauszufinden und morgen dem Gericht vorzulegen. Ich kann heute nicht mehr sagen. Aber ich nehme an, daß dann nicht nur die original tschechischen oder slowakischen Protokolle vorgelegt werden können, sondern auch die dazugehörigen beglaubigten Übersetzungen, denen nur teilweise beglaubigte Durchschriften der Übersetzungen hier dem Beweisantrag, an dem ich nicht beteiligt war, beigeheftet worden waren.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Herr Direktor, wenn morgen der Herr Dolmetscher die beglaubigte Kopie uns hier im Saal übersetzt, ist doch allen Formbedürfnissen Genüge getan.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte erklären, daß ich nicht perfekt slowakisch spreche und daß ich nicht in der Lage bin, Ihnen eine beglaubigte Übersetzung einer Urkunde aus dem Slowakischen zu liefern.

 

Vorsitzender Richter:

Nun ja, also es wird uns genügen, wenn Sie so übersetzen, wie Sie das bisher auch getan haben.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Direktor

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich bedaure das außerordentlich, denn schließlich muß sich ja das Gericht auch auf diese Dinge einstellen und muß vor allen Dingen wissen, was ihm vorgelegt wird. Und wenn ich jetzt hier plötzlich mit Dingen überrascht werde, die mir vollkommen neu und fremd sind, dann ist das für den Vorsitzenden auch gerade keine angenehme Situation.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Direktor...

 

Vorsitzender Richter:

Und vor allen Dingen kommt unserer Zeitplan vollkommen in Unordnung. Wir haben draußen den Professor Hanák noch stehen. Diese Aussage des Zeugen, die sollte hier in kurzer Zeit erledigt sein. Seine ganze Aussage ist hier in den Akten auf drei Seiten zusammengedrängt. Und ich hätte sehr gut heute mittag noch mit dem Professor Hanák anfangen können. Jetzt geht es nicht mehr. Herr Doktor Stolting.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Direktor, der Zeuge hat, das bitte ich Sie doch festzuhalten, hier bekundet, daß er bei seiner Vernehmung oder bei seinen Vernehmungen in Prešov nur über Boger und Kaduk etwas ausgesagt habe, und hat ausdrücklich auf meine Frage gesagt, über den Angeklagten Mulka hat er dort nichts gesagt. Der Herr Nebenkläger, der Kollege Raabe, hat bei seinen Fragen an den Zeugen ganz genau gezielte Fragen gestellt, deren Grundlage irgendwoher kommen muß. Ich möchte doch anregen , daß das Gericht vielleicht durch Befragung der Staatsanwaltschaft feststellt, ob vielleicht da Unterlagen an den Nebenkläger gegeben worden sind, die dem Gericht und der Verteidigung bislang ebenfalls nicht zugänglich gemacht worden sind, oder ob hier der Zeuge bereits mit dem Nebenklägervertreter Raabe oder einem der anderen Herren der Nebenklage irgendeine Verbindung vorher hatte. Sonst wäre es nämlich völlig unmöglich

 

– Schnitt –

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Alles übrige weise ich mit Entschiedenheit zurück. Da Herr Doktor Stolting so freundlich lächelt, könnte ich mir vorstellen, daß er das doch nicht ganz ernst gemeint hat hier, und deshalb möchte ich davon absehen, hier einen Protokollierungsantrag

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Sie habe ich nicht ernst genommen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wie bitte?

 

Verteidiger Stolting II:

Sie habe ich nicht ernst genommen, ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Pfui Deiwel. Pfui Deiwel.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Vorsitzender

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich bitte hier um Ruhe, erstens. Zweitens, Herr Doktor Stolting, dieser Zuruf war hier nicht zulässig, nicht. Drittens

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Herr Direktor, ich bin eben zuerst angegriffen worden.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, Sie sind nicht angegriffen worden

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Doch, Herr Raabe hat gesagt, ich hätte gelacht, und er müßte daraus entnehmen, daß ich meinen eigenen Vortrag nicht ernst nehme. Das ist schon eine ungehörige Bemerkung.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist auch ungehörig gewesen.

 

Verteidiger Stolting II:

Jawohl, das ist richtig. Wenn Sie ihn auch rügen, nehme ich es an.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist auch ungehörig, aber das berechtigt Sie noch nicht, derartige Äußerungen gegenüber dem Rechtsanwalt Raabe auszusprechen. So, und nun, meine Herren, kommen wir allerdings zum Schluß.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Darf ich nur ergänzend erklären: Ich habe überhaupt nicht die geringste Ahnung von den Angaben und Aussagen des Zeugen gehabt. Ich habe Herrn Kollegen Raabe, weil er früher zum Fragen dran war, noch gebeten, auf alle Fälle – ich wußte nicht, was seine Intention war – mit Rücksicht auf den langen Aufenthalt des Zeugen in Auschwitz auch über die Adjutanten zu fragen. Nichts weiter war bekannt. Und ich muß ganz offen erklären, daß ich diese Auseinandersetzung, und in dieser hochgespielten Form, angesichts der Tatsache, daß es hier um die Aufklärung eines Mordes und von Morden geht, nicht verstehe.

 

– Schnitt –

 

111. Verhandlungstag, 13.11.1964

 

Fortsetzung der Vernehmung des Zeugen Alexander Princz

 

 

Vorsitzender Richter:

Ein weiteres Protokoll über die Vernehmung des Zeugen vor dem Bezirksgericht in Prešov vorgelegt hat, stelle ich fest, daß der Zeuge auch seinerzeit über die Person des Angeklagten Boger ausgesagt hat.5

 

Dolmetscher Benesch:

Státní návládní předložil panu předsedovi další protokol Vašeho výslechu před Okresním soudem v Prešově a konstatuje, že jste tenkrát již mluvil o obž alovaném Bogerovi.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Túto výpoveď som ja aj včera tu potvrdil.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Aussage meinte ich gestern und habe sie gestern bestätigt.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, haben Sie uns gesagt, daß im Oktober oder November 1942 Höß beim Besteigen eines Pferdes sich den Fuß gebrochen habe, infolgedessen bis März, April 1943 nicht die Geschäfte des Lagerkommandanten führen konnte, daß infolgedessen der Angeklagte Mulka als sein Vertreter praktisch der Lagerkommandant gewesen sei und daß in dieser Zeit auch die Verhältnisse im Lager noch härter geworden seien, als sie bereits vorher bei Höß gewesen wären.

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste nám včera, že v říjnu, listopadu 42 spadl Höß s koně a zlomil si nohu. A že ležel až do března, dubna 43, že nemohl vykonávat povinnosti velitele tábora. Potom jste nám řekl, že jeho zástupce byl Mulka, a že v tu dobu byl život v táboře tvrdší.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, to som včera povedal, a tá moja včerajšia výpoveď je aj pravdivá.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das habe ich gestern ausgesagt. Und meine gestrige Aussage ist wahr.

 

Vorsitzender Richter:

Ist wahr. Nun muß ich Ihnen den Vorhalt machen, daß nach den Kommandanturbefehlen, die wir hier in beglaubigter Fotokopie vorliegen haben, Höß in der ganzen Zeit als Lagerkommandant tätig gewesen ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan předseda Vám musí říci, že podle rozkazů velitelství, které zde leží ve fotokopiích, byl Höß tuto celou dobu velitele m tábora.

 

Vorsitzender Richter:

Und daß, wenn er vertreten wurde, er nicht vertreten war von Mulka, sondern von Aumeier.

 

Dolmetscher Benesch:

A když byl zastupován, tak Aumeierem a ne Mulkou. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und daß Mulka im Oktober, November 42 seinerzeit wegen Krankheit beurlaubt und von einem anderen SS-Führer vertreten worden ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Mulka byl v říjnu, listopadu 42 kvůli nemoci osvobozen od služby a byl zastoupen jiným SS-vedoucím.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak začneme najprv prvou vetou. Ja to hneď odpoviem. Ako znela tá prvá veta?

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge bittet darum, daß ich ihm die einzelnen Vorhalte noch einmal wiederhole.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehr.

 

Dolmetscher Benesch:

[Pause] Všechny rozkazy velitelství z této doby, tedy od října, listopadu 42 až do března, dubna 43 jsou podepsány Hößem, který byl tedy v této době velitelem lágru.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja už som včera povedal, že keď Höß si zlomil nohu a niekoľko dní neskôr, keď prišiel nový komandant hore, povedal náš Kommandoführer, u nás na stajni, Graf: — »Das ist der neue Kommandant.«— Ja som podpisy a iné veci nevidel, že on podpisoval alebo niečo. Ja som žiadne podpisy nikdy nevidel. Ja som tam tak vpl yvný človek nebol. Ja som vykonával len tie krátke veci, ktoré tam boli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern ausgesagt, daß Höß sich beim Besteigen des Pferdes das Bein gebrochen hat und daß ein neuer Kommandant einmal bei uns war und mein Kommandoführer Graf mir sagte: »Das ist der neue Kommandant.« Befehle oder Unterschriften habe ich niemals gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wußten Sie, daß in der Zeit von OktoberNovember 42 bis zum März/April 43 Mulka dieser Kommandant gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

A jakto, že víte, že v té době od října, listopadu 42 do března, dubna 43 byl Mulka velitelem?

 

 

Zeuge Alexander Princz:

To som včera povedal. Niekoľko dní po tom zlomení nohy Hößa prišiel Graf a hovorí: »Máme nového komandanta, volá sa Mulka a dajte pozor, to je jeden veľmi prísny človek.«

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern schon gesagt, daß nach dem Beinbruch des Höß der Kommandoführer Graf kam, er zu mir sagte: »Wir haben einen neuen Kommandanten. Der heißt Mulka, und gebt acht, das ist ein sehr strenger Mensch.«

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Bitte? Was denn noch?

 

Richter Hotz:

[unverständlich] wurde stückweise übersetzt [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Außerdem hatten wir doch festgestellt, daß Mulka in der Zeit, wo dieser Beinbruch sich abgespielt haben soll, vertreten wurde von einem anderen, weil er krankheitshalber beurlaubt war.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan předseda zjistil, že Mulka byl v říjnu, listopadu 42 nemocen, nebyl v lágru a byl zastupován jiným SS-vedoucím.

 

Zeuge Alexander Princz:

To ja neviem, ako to v lágri behalo. Ja som ho vtedy tam videl, a že neskôr mohol byť chorý, to je možné, však každý deň som styk s tými dôstojníkmi nemal. Ja som to ani netvrdil, že som ho každý deň videl. Však ja som chodil po teritóriu lágra a nebolo to tak veľmi príjemné s tými vysokými šaržami. Kde sme mohli, tam sme sa skryli. Ja som robil každý deň na inom komande lágra, každý deň som ho nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe diese höheren Offiziere nicht jeden Tag gesehen. Es war auch nicht sehr angenehm, diesen höheren Offizieren täglich zu begegnen. Es kann sein, daß er nach dieser Zeit noch krank war, aber ich habe ihn im Lager jedenfalls gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Im Januar, Februar 43 war dieser Vorfall an der Holzbrücke?

 

Dolmetscher Benesch:

Ten případ u dřevěného mostu se stal začátkem roku 43, v lednu, únoru?

 

Zeuge Alexander Princz:

Vo Februári, áno. Môžem ešte doplniť k tomu januáru, februáru?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich könnte noch etwas zum Januar, Februar hinzusetzen.

 

 

Zeuge Alexander Princz:

A síce: 1943 hneď v januári, februári sa tam začali robiť veľké, Kläranlagen sa to volalo a k týmto Kläranlagen tam ten komandant jazdil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es vervollständigen. Am Anfang des Jahres 43, im Januar, Februar, wurde mit dem Bau großer Kläranlagen dort begonnen. Und dorthin ist der Kommandant gefahren.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie sagen, der Kommandant. Sagen Sie das mit Absicht? Oder wollen Sie sagen, der Angeklagte Mulka?

 

Dolmetscher Benesch:

Chcet e říci komandant nebo obžalovaný Mulka?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja to hovorím tak, lebo to je u nás vžité. Ako u nás tí esesáci vždy hovorili, ten žargon sme tam používali, lebo u nás to bol komandant.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sage es in dem Jargon, in dem die SS-Leute mit uns gesprochen haben, und dieselben Wörter benutze ich auch hier. Für uns war es der Kommandant.

 

Vorsitzender Richter:

Nun haben Sie gestern bei der Gegenüberstellung mit der Hand gezeigt auf den Angeklagten Mulka und haben gesagt: »Das ist dieser Mann, der an der Holzbrücke war.« Und nun will ich von Ihnen nicht wissen, was die SS-Leute gesprochen haben. Sondern ich will von Ihnen wissen, ob damals dieser Angeklagte Mulka an der Kläranlage gewesen ist und Ihnen dann begegnet ist in dieser Weise, die Sie uns geschildert haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Včera jste ukázal rukou na obžalovaného Mulku a řekl jste, že to byl ten muž, který byl tenkrát u toho dřevěného mostu. Pan předseda chce od Vás vědět, jestli byl Mulka tenkrát u té takzvané Kläranlage, a co se tam dělo.

 

Zeuge Alexander Princz:

To nebolo ten istý den. Ja som len doplnil, že som toho Mulku videl aj u Kläranlagen. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Der Vorfall an der hölzernen Brücke und die Fahrt zur Kläranlage fanden nicht am selben Tage statt. Ich habe das nur hinzugesetzt, daß zu der Zeit die Kläranlagen gebaut wurden, und auch dort habe ich diesen Angeklagten gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wollen sagen, Sie haben den Angeklagten Mulka, den Sie uns gestern hier gezeigt haben, gesehen, als er erstens zur Kläranlage fuhr, um sie zu besichtigen, und zweitens an der Holzbrücke dazukam, wie von zwei SS-Leuten zwei Gefangene gefilzt worden sind und bei dieser Gelegenheit erschossen worden sind.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám tedy chtěl říci, že jste viděl obžalovaného Mulku, kterého jste nám označil, za prvé, když jel na inspekci na tu novou Kläranlage, a potom za druhé, že jste ho viděl, že přijel k tomu, když dva příslušníci SS prohledávali dva vězně, kteří byli potom zastřeleni.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ich bitte dann – ich glaube die Zustimmung des Gerichts dazu zu haben –, daß wir den Zeugen zunächst mal rausgehen lassen und daß wir den Zeugen Gibian erst mal hören und uns näher schlüssig werden über den Antrag des Rechtsanwalts Doktor Stolting.6

 

– Schnitt –

 

 

Nebenklagevertreter Raabe:

In dem Beweisantrag auf Vernehmung der Witwe Höß. Das kann ruhig hier geschehen. Aber ich bin der Ansicht, daß keine Veranlassung besteht, etwa die Vernehmung dieses Zeugen hier nicht zu Ende durchzuführen. Ob der Herr Verteidiger dann der Entlassung widerspricht, das ist eine andere Frage. Aber es ist doch durchaus üblich und richtig, daß ein Zeuge im Zusammenhang zu Ende vernommen wird. Wenn dann später eine Gegenüberstellung stattfinden soll, dem trete ich gar nicht entgegen. Das kann ruhig gemacht werden. Aber ich sehe nicht ein, warum nun etwa wegen des Beweisangebots der Witwe Höß... Ich erwarte mir erstens nicht sehr viel davon, aber ob das nun so

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

[unverständlich]

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, darüber mag man sich streiten. Aber jedenfalls scheint mir das nicht ein so schwerwiegendes Beweisangebot zu sein, daß eine Veranlassung besteht, diesen Zeugen nicht zu Ende zu vernehmen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Raabe, Sie haben doch wohl Ihre Fragen an den Zeugen alle gestellt.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sicher, sicher. Ich fände es nur vernünftig. Es ist eine Anregung. Meinerseits [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ist denn sonst noch jemand, der Fragen stellen will?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Sicherlich.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Aschenauer, bitte schön, stellen Sie noch Fragen.

Verteidiger Aschenauer:

Herr Zeuge, wissen Sie, wann Boger geboren ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Pane svědku, ví te, kdy je Boger narozen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie.

Verteidiger Aschenauer:

Wieso haben Sie dann bei Ihrer Aussage in der Tschechoslowakei gewußt, daß Herr Boger am 19.12.1906 geboren ist?7

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že jste věděl při Vašem výslechu v Československu, že je Boger narozen 19. prosince 06?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som čítal naše noviny. A v tých novinách bola správa o Bogerovi a o Kadukovi. Aj u jedného aj u druhého tam bol dátum narodenia. Bral som ten dátum narodenia z novín. Ináč som ich veľmi dobre osobne poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe schon ausgesagt, daß ich in unseren Zeitungen die beiden Namen Boger und Kaduk als Angeklagte gelesen habe. In beiden Zeitungen waren die Geburtsdaten angegeben, sowohl bei Boger als auch bei Kaduk.

Verteidiger Aschenauer:

Eine weitere Frage, Herr Zeuge. Wann haben Sie Boger zum ersten Mal gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste viděl Bogera poprvé?

 

Zeuge Alexander Princz:

Bogera som ja prvý raz videl v 42. roku v septembri, októbri, keď raz prišiel hore na naše komando.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger habe ich zum ersten Mal im Jahre 42 gesehen, im September/Oktober, als ich oben zu unserem Kommando hinkam.

Verteidiger Aschenauer:

Hatten Sie da mit Herrn Boger eine Auseinandersetzung?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl jste tam s ním hádku, nebo něco se stalo, když jste viděl Bogera?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som taký veľký Häftling alebo niečo [+ také] nebol, aby sa so mnou Boger bol tam rozprával.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war kein so großer Häftling, daß Boger von mir Kenntnis genommen hätte.

Verteidiger Aschenauer:

Wieso haben Sie dann in Ihrer Aussage in der Tschechoslowakei gesagt, Sie haben Boger damals zum ersten Male kennengelernt, als er Sie musterte, das heißt, was Sie gestern sagten, Sie nackt ausziehen hat lassen?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč jste tedy při Vašem výslechu v Československu řekl, že když jste viděl Bogera poprvé, pamatujete si, že Vás kontroloval, a že jste se musel svléct do naha?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som to aj včera povedal, že Boger ma vyzliekol do naha v 44., keď už transporty často chodili. Videl som Bogera x-krát, bol už úplne známy človek. Špehoval za nami, či neprenášame dopisy a podobné veci.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern schon ausgesagt, daß es im Jahre 44 war, als Boger befahl, uns nackt auszuziehen, und feststellen wollte, ob wir Briefe oder andere Sachen bei uns trugen. Damals kannte ich ihn schon sehr gut.

Verteidiger Aschenauer:

Ja, aber ich darf noch mal meinen Vorhalt wiederholen. In der Tschechoslowakei sagten Sie aus: »Zu diesem Zeitpunkt, als ich mich nackt ausziehen mußte, da habe ich Herrn Boger kennengelernt.« Als er Sie musterte wegen den Briefen.8

 

Dolmetscher Benesch:

V Československu jste ale řekl, že jste poznal Bogera v okamžiku, kdy jste se musel svléct do naha a byl prohlížen kvůli dopisům.

 

Zeuge Alexander Princz:

To je možné, že som ja tak povedal, ale skutočnosť je tá, že som Bogera poznal od 42 a to moje vyzlečenie bolo v 44. Možno, že aj tá formulácia v tom protokole bola iná.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kann sein, daß die Formulierung in diesem Protokoll nicht richtig ist. Ich kann nur aussagen hier, daß ich Boger im Jahre 1942 kennengelernt habe. Und dieses Ausziehen fand im Jahre 44 statt.

Verteidiger Aschenauer:

Ist es richtig, Herr Zeuge, daß Herr Boger sich mit einem Fahrrad im Lager Auschwitz bewegte?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to správně, že Boger jezdil po táboře na kole?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Ja som ho takmer ani ináč na cestách nevidel, len na bicykli .

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn nur auf dem bicykl gesehen. Anders sah ich ihn nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Bicykl?

Verteidiger Aschenauer:

Auf dem Fahrrad. Fahrrad, Fahrrad, ja. Wieso haben Sie dann in der Tschechoslowakei ausgesagt, daß Herr Boger, als er Sie abholte zu diesem Transport von Zyklon B, mit dem Motorrad zu Ihnen gekommen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že jste v Československu řekl, že Boger jel na motorce, když jste jeli pro ten Zyklon B?

 

Zeuge Alexander Princz:

To je možné. Už som aj včera povedal, že možno je to tlačová chyba v tej výpovedi, ale ja som Bogera nikdy na motocykli nevidel. Keby som bol Bogera na motocykli videl, nebol by som ho poznal, pretože Boger [+ jazdil] len na bicykli alebo chodil peši.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Boger nur auf dem Fahrrad gesehen. Ich habe ihn nie auf dem Motorrad gesehen. Es kann sein, daß diese Aussage falsch formuliert ist.

Verteidiger Aschenauer:

Ja, diese Stelle mit dem Motorrad, Herr Zeuge, kommt nicht nur bei der Gelegenheit des Transportes von Zyklon B allein zum Vorschein. Sondern Sie erwähnen auch einen anderen Vorfall, wo sich der Herr Boger zu Ihnen mit dem Motorrad hinbewegte.

 

Dolmetscher Benesch:

Nejen v tom případě s Zyklonem B uvádíte, že Boger j el na motorce. Uvádíte i jiný případ, kdy se Boger přiblížil na motorce.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ako som už predtým povedal. Môže to byť len chyba. Keď to tá korešpondentka písala, miesto riadneho bicykla napísala motokolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kann ein Fehler sein, den die Protokollführerin machte: daß sie anstatt Fahrrad Motorrad geschrieben hat.

Verteidiger Aschenauer:

Ich darf nur das Gericht darauf hinweisen, daß bei Zeugen aus der Tschechoslowakei öfters das Bewegungsmittel des Herrn Boger im Lager Auschwitz das Motorrad ist.

 

Vorsitzender Richter:

Auf Blatt eins und vier.9

Verteidiger Aschenauer:

Auch bei anderen Zeugen aus der Tschechoslowakei trat das in Erscheinung. Dann eine weitere Frage, Herr Zeuge. Sie haben gestern davon gesprochen, daß, ich glaube, zehn bis 15 Schachteln mit Zyklon aus dem Theatergebäude geholt worden sind.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste včera mlu vil o tom, že z toho Theatergebäude bylo vezeno 10 až 15 krabic s tím Zyklonem B.

Verteidiger Aschenauer:

Ich frage Sie, Herr Zeuge: Wie viele Dosen waren in diesen Schachteln drinnen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik konzerv bylo v těch krabicích?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak ja som tie dosy presne nepočítal. Podľa môjho odhadu to mohlo byť 10 až 20 v jednej krabici. To nie je presné, ja som tú krabicu neotváral.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe die Dosen in den Schachteln nicht gezählt. Es konnten nach meiner Schätzung zwischen 10 und 20 sein. Ich habe diese Schachteln auch nicht geöffnet.

Verteidiger Aschenauer:

Insgesamt?

 

Dolmetscher Benesch:

In jeder Schachtel konnten 10 bis 20 sein.

Verteidiger Aschenauer:

Insgesamt welche Menge

 

 

Dolmetscher Benesch:

Dohromady tedy kolik?

Verteidiger Aschenauer:

Schätzen Sie, daß

 

Zeuge Alexander Princz [unterbricht]:

No tak, keď to bolo 15 [+ krabic], tak to mohlo byť 150 , 200 až 300 [+ konzerv]. Ja to presne neviem, ja som ich nepočítal.

 

Dolmetscher Benesch:

Je nachdem, ob es zehn oder 20 waren, können es 150, 200 oder mehr gewesen sein. Ich habe sie nicht einzeln gezählt.

Verteidiger Aschenauer:

Sie haben gestern gesagt, daß Herr Boger den Inhalt dieser Dosen in die Fenster oder in das Fenster des Krematoriums hereingeschüttet hat.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Herr Doktor Aschenauer, ich glaube, Sie befinden sich da im Irrtum. Er hat gesagt: »Boger hat die Schachteln herausgenommen. Er hat die Büchsen aufgemacht«

Verteidiger Aschenauer [unterbricht]:

»Geöffnet«.

 

Vorsitzender Richter:

»Geöffnet, hat sie einem anderen gegeben, und der hat sie eingeschüttet.«

 

Verteidiger Aschenauer:

So hat er es gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

Verteidiger Aschenauer:

Schön. [...] Ich darf dann also so fortsetzen meine Frage: Waren Boger und der SS-Mann und Sie allein vor dem Krematorium?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli jste Vy, Boger a ten SS-Mann sami před krematoriem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som už včera tu jasne povedal, že keď sme sa vrátili do krematória, Posten zostal vonku, Boger so mnou zašiel do krematória štyri a tam už boli tí SS-Männer. Tam môj Posten neprišiel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern klar ausgesagt, daß, als wir ans Krematorium kamen, mein Posten den Befehl erhielt, außerhalb zu bleiben, Boger mit mir zum Krematorium IV fuhr. Dort waren bereits SS-Leute anwesend. [...]

Verteidiger Aschenauer:

Wie lange war die Zeit, daß dieser Wagen mit Ihnen dort hielt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste se zdržel s Vaším vozem u krematoria?

 

Zeuge Alexander Princz:

S mojím vozom som sa tam zdržal maximálne päť, šesť minút. Keď sa dobre pamätám, tie krabice už sa na voze otvárali a medzi časom sa skladali z voza dolu. Za tých päť, šesť minút to bolo celé pr evedené.

 

Dolmetscher Benesch:

Maximal waren es fünf bis sechs Minuten, daß ich mich dort aufhielt. Während dieser Zeit wurden schon auf dem Wagen einige Schachteln geöffnet. Andere wurden dann geschlossen abgeladen.

Verteidiger Aschenauer:

Dann eine weitere Frage. Aus welcher Masse bestanden diese Schachteln?

 

Dolmetscher Benesch:

Z jakého materiálu byly tyto krabice?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som ich v ruke nemal, ale bol to plech.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es nicht in der Hand gehabt, aber es war Blech.

Verteidiger Aschenauer:

Damit keine Verwechslung eben entsteht, ich habe nicht die Dosen gemeint, sondern eben die Schachtel, in der die Dosen drinnen waren.

 

 

Dolmetscher Benesch:

Abychom si to nespletli. Myslíte krabice, ve kterých byly jednotlivé konzervy, nebo myslíte ty konzervy?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tie konzervy.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meinte die einzelnen Dosen.

Verteidiger Aschenauer:

Wo waren diese einzelnen Dosen drin?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak vypadaly ty velké krabice, ve kterých byly?

 

Zeuge Alexander Princz:

V drevených krabiciach to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren hölzerne Schachteln, Kisten also.

Verteidiger Aschenauer:

Hölzerne Kisten. Dann eine weitere Frage. Sie haben geschildert, daß der Herr Boger bei der Selektion anwesend war. Wann haben Sie ihn gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste také říkal, že Boger byl přítomen u selekcí. Kdy jste ho tam viděl?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som už včera povedal, že som Bogera na selekciách aj niekoľkokrát videl. Nakoľko ja som tak v týždni raz, dvakrát odvážal tie smeti preč a veľmi často som sa tam na tých cestách s Bogerom stretával. To bolo viac prípadov.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern schon ausgesagt, daß ich Boger einige Male bei Selektionen gesehen habe. Ich hatte wöchentlich etwa zweimal diese Reste von der Rampe wegzufahren und habe Boger sehr oft dort gesehen.

Verteidiger Aschenauer:

Ich weiß nicht, was Sie von der Tätigkeit bei der Selektion gesagt haben. Aus diesem Grunde bitte ich das Gericht, daß ich fragen darf: Hat Boger Kranke ausselektiert?

 

Dolmetscher Benesch:

Pan advokát chce vědět, jestli Boger selektoval nemocné.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som v nemocnici nebol, ja som včera vypovedal, že som Bogera videl na rampe. Stál som na rampe bokom, selekcie som videl len z ďaleka. Ja by som to nebol videl, ani kto to robil, prišiel som len po konci transportov.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Boger nie Kranke im Krankenbau selektieren sehen. Bei der Selektion auf der Rampe stand ich beiseite

 

Zeuge Alexander Princz:

A po odjazde transportov som ja zobral tie všetky smeti a odviezol som to.

 

Dolmetscher Benesch:

Da ich ja erst nach Abfahrt des Transportes den Abfall zusammenzuholen hatte.

 

Zeuge Alexander Princz:

To som včera povedal.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gestern schon gesagt.

Verteidiger Aschenauer:

Und da können Sie nicht sagen, was Herr Boger hier im einzelnen gemacht hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Tedy nemůžete říci, co dělal Boger na rampě v jednotlivých případech?

 

Zeuge Alexander Princz:

No, to nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Das nicht.

Verteidiger Aschenauer:

Dann darf ich Sie aufmerksam machen, daß Sie in der Tschechoslowakei ausgesagt haben, Herr Boger hätte Parteimitglieder ausselektiert.10

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Československu řekl, že Boger selektoval straníky.

 

Zeuge Alexander Princz:

To je špatná formulácia. U nás sa používa súdruh ako tu pán a to slovo je použité aj tam. Tak je to myslené.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist eine schlechte Formulierung. Wir benutzen das Wort »Genosse«, wie hier das Wort »Herr« verwendet wird. Und das ist offensichtlich falsch verstanden worden.

Verteidiger Aschenauer:

Eine weitere Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber was soll es denn dann heißen? Wer soll denn da von Boger ausgewählt worden sein?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo byl selektován Bogerem?

 

Zeuge Alexander Princz:

Normálni Häftlinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Normale Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber Sie sagten doch, daß er aus diesen normalen Gefangenen hauptsächlich Parteimitglieder ausgesucht habe.

 

Zeuge Alexander Princz:

Politických, hlavne s červenými vinklami.

 

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meine die Politischen mit roten Winkeln.

 

Zeuge Alexander Princz:

To som ja myslel.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gemeint.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Vorsitzender, wir haben hier doch die original tschechische Vernehmung jetzt da. Vielleicht kann bei diesen Formulierungen, wo es auf den genauen Wortlaut ankommt, der Herr Dolmetscher sich das noch mal ansehen, wie es eigentlich im Tschechischen heißt und wie das richtig zu übersetzen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

Verteidiger Aschenauer:

Ich bin einverstanden.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Also es dreht sich um diesen Passus hier, wie das

Verteidiger Gerhardt [unterbricht]:

Herr Vorsitzender, es handelt sich doch dabei um eine beglaubigte Übersetzung. Ich weiß gar nicht, warum wir jetzt das Original zu Hilfe nehmen sollen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Aber Herr Rechtsanwalt, Sie haben es doch selbst erlebt, gerade bei tschechischen Dolmetschern haben wir erst sechs andere ausprobiert, bevor wir hier einen Dolmetscher gefunden haben, der anstandslos übersetzt hat.

Verteidiger Gerhardt:

Herr Staatsanwalt, das ist ein Irrtum, ich habe zu dem Komplex überhaupt noch nichts gesagt.

Verteidiger Aschenauer:

Aber ich würde den Herrn Dolmetscher bitten, daß er vorsichtig ist, daß der Zeuge nicht in das Blatt Einsicht hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

»Der Genannte war politischer Leiter und selektierte meistens Parteimitglieder«

Verteidiger Aschenauer [unterbricht]:

Schluß, Schluß. Bitte nichts mehr. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

Verteidiger Aschenauer:

Genügt. Dann eine weitere Frage, Herr

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, Moment, die Frage ist immer noch nicht geklärt. Er hat das genauso übersetzt, der Herr Dolmetscher, wie das hier übersetzt worden ist, nämlich als »Parteimitglieder«.

Verteidiger Aschenauer:

Und vorher kommt »politischer Leiter«.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. »Er war politischer Leiter und suchte hauptsächlich Parteimitglieder aus.«

Verteidiger Aschenauer:

Richtig.

 

Vorsitzender Richter:

Und nun geht mir der Sinn dieser Erklärung nicht auf. Was für ein politischer Leiter soll er gewesen sein, und welche Parteimitglieder soll er ausgesucht haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Jaký politický vedoucí byl Boger a jaké členy strany selektoval?

 

Zeuge Alexander Princz:

Musím to doplniť. Boger sa u nás volal Politische Abteilung a bol u nás vedený ako vedúci politického oddelenia. To značí v lágri: SS-politické oddelenie.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger gehörte zur Politischen Abteilung und wurde von uns als der Leiter dieser Politischen Abteilung betrachtet.

Verteidiger Aschenauer:

Eine weitere Frage, Herr Zeuge. Wissen Sie, wo die von Boger Ausgesuchten hingekommen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kam přišli ti od Bogera selektovaní. Co se s nimi stalo? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Myslím, že tú odpoveď by si mohol dať pán sám,on vie,že kde to bolo, kde tí ľudia išli. Môže si sám domyslieť, kde tí ľudia išli.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie können sich selbst weiter denken, wohin diese Leute gingen.

Verteidiger Aschenauer:

Ja, ich möchte es aber von Ihnen wissen, Herr Zeuge.

 

Dolmetscher Benesch:

Chtěli bychom to vědět od Vás.

 

Zeuge Alexander Princz:

Na smrť.

 

Dolmetscher Benesch:

Zum Tode.

Verteidiger Aschenauer:

In die Gaskammern?

 

Dolmetscher Benesch:

Do plynových komor?

 

Zeuge Alexander Princz:

To neboli vždycky plynové komory, to bol [+ tiež] blok 11, tam sa strieľalo.

 

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren nicht immer Gaskammern. Das war ja auch Block 11, wo erschossen wurde.

Verteidiger Aschenauer:

Danke. Dann eine weitere Frage

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, Moment. Aber Sie haben in der Tschechoslowakei gesagt, Boger habe »die Leute ausgesondert, Tausende von Menschen, die er entweder direkt in die Gaskammern oder zur Schwerarbeit schickte«.11 Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Československu řekl, že Boger selektoval tisíce lidí, které buď poslal do plynových komor nebo na těžkou práci.

 

Zeuge Alexander Princz:

To som povedal aj včera, že selektoval tých ľudí do plynu, to prevádzali ako tam na rampe, čo som práve nevidel, až na to, čo v lágri selektovali, a na ťažké roboty, to bola naša takzvaná SK, kde tí väzni pracovali v hrozne ťažkých podmienkach. Takmer každý väzeň, ktorý sa dostal do SK, musel prejsť cez Bogerovu ruku.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeder Häftling, der zum Strafkommando kam, mußte ja durch Bogers Hände.

 

Zeuge Alexander Princz:

Meistens durch Bogers Hände.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens durch Bogers Hände kommen. So ist das mit der Schwerarbeit zu verstehen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und wieso wissen Sie das eigentlich?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že to víte?

 

Zeuge Alexander Princz:

No však tam pracovalo mnoho kamarátov, ktorí prešli cez Bogera a dostali sa do SK, Strafkommando.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort arbeiteten genug Kameraden, die durch Bogers Hände gingen und in das Strafkommando kamen.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie selbst wissen aus eigener Wahrnehmung nichts?

 

Dolmetscher Benesch:

Takže sám jste to neviděl a sám jste nebyl přítomen?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nerozumiem ako to bolo myslené.

 

Dolmetscher Benesch:

Jestli Vy sám jste prošel Bogerovýma rukama?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie, to by som tu nesedel.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann wäre ich nicht hier.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben doch eben gesagt, daß genug Häftlinge dagewesen seien, die Ihnen erzählt hätten, was Boger getan habe. Nicht? [...]

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno, správne. Tí, ktorí sa dostali do SK. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Die ins SK kamen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie denn selbst erlebt, daß Boger derartige Entscheidungen und Selektierungen vornahm?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste sám, že Boger taková rozhodnutí nebo takové selekce dělal?

 

Zeuge Alexander Princz:

No, zobrali kamarátov na bunker 11, nie jeden raz, keď boli rôzne udania na nich dané, a po niekoľkých dňoch sme sa už s nimi stretli v Strafkommando.

 

Dolmetscher Benesch:

Es wurden wiederholt Kameraden geholt auf Bunker 11. Und einige Tage später sahen wir sie im Strafkommando.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wissen Sie, daß Boger das veranlaßt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak víte, že to byl Boger, který to dělal?

 

Zeuge Alexander Princz:

Mnohí mi to povedali.

 

Dolmetscher Benesch:

Sehr viele haben mir das erzählt.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, weiter.

Verteidiger Aschenauer:

Herr Zeuge, Sie haben uns gestern einen makabren Vorgang erzählt, in welchem angeblich ein Kind in die Höhe geworfen wurde, Boger schoß, und das Kind fiel in das Feuer. Können Sie uns die Stelle auf der Karte zeigen, wo sich das angeblich ereignete?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám včera vyprávěl případ, kde bylo dítě hozeno do ohně a Boger střílel.

 

Zeuge Alexander Princz:

Stalo sa to.

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám ukázat na plánu, kde se to stalo?

 

Zeuge Alexander Princz:

Môžem to ukázať na p láne.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte?

Verteidiger Aschenauer:

Ich würde darum bitten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ja, bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ukažte. [Pause]

 

Zeuge Alexander Princz:

[unverständlich] Medzi krematóriom IV a V bola malá cesta, odtiaľ sme prišli do vnútra. A tu za tým krematóriom, na tejto strane, kde sú teraz tie stromy položené, tu bola tá veľká jama, kde vlastne spaľovali mŕtvoly.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwischen den Krematorien IV und V war eine große Grube, in der Leichen verbrannt wurden. [...] Verteidiger Aschenauer:

Standen vor dieser Grube nur die von Ihnen genannten zehn bis zwölf Kinder?

 

Dolmetscher Benesch:

Stálo před tou jámou jen těch 10-12 dětí, o kterých jste [+ mluvil]?

 

Zeuge Alexander Princz:

Živé len tieto deti.

 

Dolmetscher Benesch:

Lebende, nur diese Kinder.

Verteidiger Aschenauer:

Wie kamen diese Kinder dorthin?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak tam přišly tyto děti?

Verteidiger Aschenauer:

Und nicht in die Gaskammern?

 

Dolmetscher Benesch:

A ne do plynových komor?

 

Zeuge Alexander Princz:

To neviem.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ale viem prípady, že keď prichádzalo také malé množstvo väzňov, tí sa do plynových komôr nedávali. To bolo malé množstvo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß aber auch Fälle, wenn es wenig Häftlinge waren, die herbeigeführt wurden, daß die gar nicht in die Gaskammern kamen. Das wäre zu wenig.

Verteidiger Aschenauer:

Herr Zeuge, darf ich Ihnen vorhalten, was Sie in der Tschechoslowakei ausgesagt haben? Sie haben damals ausgesagt: »Da die Krematorien nicht mehr ausreichten, wurden die Häftlinge erschossen.«12 Und in diesem Zusammenhang nannten Sie eine Fracht von Menschen, und aus dieser Fracht von Menschen wurde ein Kind erschossen. So Ihre Aussage in der Tschechoslowakei.

 

Dolmetscher Benesch:

V Československu jste řekl, že už krematoria nestačila, a proto byli vězni zastřeleni. A v celé skupině lidí bylo jedno dítě, které bylo zastřeleno.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som to včera jasne formuloval. V tom krematóriu dole, ktoré splynovalo, byl maďarský transport zdravých ľudí, ktorí prišli. Ale tých 10-12 detí, to boli úplne vychudnuté deti, ktoré tam boli dovezené z nejakého lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern klar gesagt, daß es sich bei diesen Vergasten um gesunde ungarische Juden handelte. Wohingegen diese Kinder, von denen ich sprach, sehr geschwächte und elende Kinder waren, die aus einem anderen Lager dorthin gebracht worden sind.

Verteidiger Aschenauer:

Herr Zeuge, ich wollte Ihnen nur vorhalten, was Sie ausgesagt haben. Ich habe keine weitere Frage.

 

Dolmetscher Benesch:

Chtěl Vám jenom předložit to, co jste řekl v Če skoslovensku. Jinou otázku nemá.

 

Vorsitzender Richter:

In diesem Zusammenhang erscheint es mir doch wichtig, dem Zeugen einen Vorhalt zu machen aus seiner Vernehmung in Prešov am 18. März 1964, Seite 3. Da steht geschrieben: »Ferner erinnere ich mich an das von dem Kriegsverbrecher Boger zu Beginn des Monats August 1944 verursachte schreckliche Ereignis, als ein weiterer Transport zur Rampe nach Birkenau kam, die unbrauchbaren zerbrochenen Koffer und Körbe mußte ich zur Verbrennung nach dem offenen Platz hinter dem Krematorium Nummer IV in Birkenau bringen, wo auf freiem Platz Häftlinge aus dem Grunde erschossen und verbrannt wurden, weil die Krematorien zu jener Zeit in ihrer Kapazität nicht mehr ausreichten. Nach der Ankunft an der genannten Stelle und dem Abladen der Fracht ins Feuer packte der Leiter des Krematoriums, SS-Oberscharführer Moll, ein zweijähriges Kind, warf es über das Feuer hoch, und Boger schoß mit der Pistole nach diesem Kind, das ins Feuer fiel. Er drehte sich um zu mir und sagte: ›So haben wir in Warschau alle Juden liquidiert. Gefällt dir das?‹ «13

Also der Vorhalt von dem Herrn Doktor Aschenauer ist schon insofern richtig, als hier davon gesprochen wird, daß auf dem freien Platz Häftlinge erschossen und verbrannt wurden, weil das Krematorium zu jener Zeit nicht mehr ausreichte. Anscheinend meint er die Gaskammer. Nach der Ankunft an der genannten Stelle packte der Leiter Moll ein zweijähriges Kind. Er hat also nicht etwa davon gesprochen, daß da zehn bis 15 Kinder standen, die dann nacheinander erschossen worden sind, sondern er sagte, ein Transport wurde dort erschossen, und aus diesem Transport nahm der Moll ein Kind und warf es hoch. Insofern

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Herr Direktor, darf ich dem widersprechen? Das entnehme ich selbst nicht aus Ihrer Vorlesung. Ich kenne das Protokoll überhaupt nicht, habe es auch jetzt nicht. Ich habe mich nur nach Ihrer Vorlesung gerichtet. Wenn er von Erschießungen und Verbrennungen spricht, gibt er lediglich den lokalen Ort an. Das bezieht sich aber nicht auf das Ereignis. Er sagt, ich fuhr dorthin, wo erschossen wurde, im allgemeinen, weil die Krematorien nicht ausreichten, und dort geschah das mit den Kindern.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Kaul, es ist ja sehr schön, daß Sie sich diese Gedanken machen, aber mir

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Ich sehe keinen Widerspruch

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Mir ist es wichtig, den Zeugen das sagen zu lassen. Er soll mir das doch sagen, was er gemeint hat. Es steht ja bei ihm, er hat es diktiert, er soll auch sagen, was er damit gemeint hat.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch.

 

Vorsitzender Richter:

Dann wird er mir das schon erklären. Sie brauchen ihm doch hier diese Sachen nicht zu erleichtern.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich erleichtere ihm gar nichts, zumal er mich gar nicht versteht. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Würden Sie sagen, was ich übersetzen soll, bitte?

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Es dreht sich also um diese rot angestrichene Stelle, diesen Absatz.

 

Dolmetscher Benesch:

V Prešově, při Vašem výslechu na Okresním soudu jste řekl: »Dále si pamatuji na hroznou věc, kterou udělal válečný zločinec Boger na začátku srpna 44, když přijel další transport na rampu do Birkenau. Koše a kufry, které byly rozbité, a už se nemohly užívat, jsem musel odvézt na otevřené místo za krematoriem číslo čtyři v Birkenau, kde byli na volném místě vězni zastřeleni a spáleni, protože kapacita krematoria v této době již nestačila.« Po příchodu na jmenované místo a po vyložení nákladu do ohně vzal vedoucí krematoria, SS-Oberscharführer Moll, jedno asi dvouleté dítě, vyhodil ho nad oheň, Boger po tom dítěti střelil pistolí a ono padlo do ohně. Obrátil se ke mně a řekl: »Tak jsme ve Varšavě likvidovali všechny židy, líbí se ti to?«

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som to jasne povedal. Prišiel maďarský transport.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon. Darf ich jetzt Ihre Fragen an den Zeugen stellen im Anschluß an den Vorhalt?

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Herr Direktor, ich gestehe, ich habe mir, während Sie fragten, keine Notizen gemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Also ich darf die Frage noch mal wiederholen.

 

Dolmetscher Benesch:

Bitte.

 

Vorsitzender Richter:

Dieser Passus, den Sie eben übersetzt haben, enthält nichts davon, daß an diesem Platz lediglich 15 Kinder gewesen sein sollen, die da umgebracht werden sollten. Sondern er spricht von einem Transport, der dort erschossen worden ist. Verstehen Sie den Unterschied?

 

 

Dolmetscher Benesch:

V této větě nestojí nic o 10 nebo 15 dětech, které tam prý stály na tom místě, kde bylo dítě zastř eleno a spáleno, ale mluví o celém transportu. Jak si to vykládáte?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som už včera povedal, že som tie smeti vždy bral, keď tam ľudí už takmer nebolo. To bolo ostatné vyčistenie tej rampy. To isté bolo vtedy. Naložili mi to špinavé raždie, koše a nepotrebné veci na voz a ja som išiel k otvorenej jame, na spálenisko, kde spaľovali mŕtvoly.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gestern schon ausgesagt, daß ich erst, nachdem der Transport entladen war, von der Rampe diese Abfälle aufzuladen hatte und zu diesem offenen Platz zu fahren hatte, wo Leichen ansonsten verbrannt wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie denn gesehen, daß dort Häftlinge erschossen wurden, weil die Krematorien überlastet waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste tam, že na tom místě byli zastřeleni vězni, protože krematoria již nestačila?

 

Zeuge Alexander Princz:

To ja ani v zápise nehovorím. Ja som videl jeden výstrel, a to bolo to dieťa. Keď som tam došiel, Moll ho vyhodil hore a Boger po ňom strelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich ja auch nicht nach dem Protokoll ausgesagt. Ich habe diese eine Erschießung gesehen, daß dieses Kind dort hochgeworfen wurde von Moll und Boger es erschoß.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wieso wissen Sie denn dann und können Sie denn dann sagen, daß auf diesem freien Platz Häftlinge aus dem Grunde erschossen und verbrannt wurden, weil die Krematorien zu jener Zeit in ihrer Kapazität nicht mehr ausreichten?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že můžete říci, že na tom místě byli vězni zastřeleni a spáleni, protože krematoria již nestačila?

 

Zeuge Alexander Princz:

To bolo známe. Však tam denne dochádzali tisíce a tisíce ľudí. A preto vlastne tam ten otvorený oheň aj spravili, lebo pece nestačili spáliť toľko mŕtvol.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war bekannt, daß jeden Tag Tausende und Tausende von Leuten kamen und die Öfen nicht in der Lage waren, die Leichen zu verbrennen. Deswegen ist ja diese Grube dort angelegt worden.

 

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben nicht gesehen, daß Menschen dort erschossen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Neviděl jste, že tam byli zastřeleni lidé?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nie.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Alexander Princz:

Len toho jedného chlapca.

 

Dolmetscher Benesch:

Nur diesen einen Vorfall.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, noch etwas anderes. Sie haben gestern und heute erklärt, daß Boger mit diesem Wagen, auf dem das Zyklon B geladen war, angekommen sei. Er habe die Dosen heraus- oder heruntergenommen, habe sie geöffnet und habe sie weitergegeben, damit ein anderer sie in die Gaskammern hineinschütten konnte. Stimmt das?

 

Dolmetscher Benesch:

Včera a dnes jste prohlásil, že Boger přijel s tím vozem s Zyklonem B, že sám otevřel krabice a ty jednotlivé konzervy, a dal je druhým, kteří je nasypali do okénka plynové komory.

 

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som včera presne povedal, že Boger otváral, dával a sám vysypal jednu krabicu do otvoreného okna.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich mir das wiederholen lassen?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, opakujte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Boger otváral krabice, podával ich SS-Männer, ale aj sám krabicu vysypal do toho okna.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesagt, daß Boger diese Dosen geöffnet, einem anderen SS-Mann weitergereicht hat, aber auch, daß er allein den Inhalt dieser Dosen in die Öffnung hineingeschüttet hat.

 

Zeuge Alexander Princz:

Len jednu[+ krabicu].

 

Vorsitzender Richter:

Also das ist mir

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Den Inhalt einer Dose in diese Öffnung hineingeschüttet hat.

 

Vorsitzender Richter:

Das habe ich weder gestern noch heute hier gehört.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tú poslednú[+ krabicu] on vhodil dnu.

 

Vorsitzender Richter:

Boger hat selbst die Dosen teils weitergegeben, teils selbst in die Gaskammern hineingeschüttet?

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat eben – darf ich wiederholen, was ich gerade übersetzte – gesagt, daß er eine Dose, und zwar die letzte, selbst hineingeschüttet hat.

 

Zeuge Alexander Princz:

[Pause] Tak som toto povedal. Aj v protokole som to tak udal.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat in Prešov ausgesagt: [Pause] »Nach der Ankunft in Birkenau, in Krematorium Nr. II, wurde dieses Zyklon B sogleich von SS-Männern abgeladen, und der Kriegsverbrecher Boger nahm selbst auch vom Wagen Zyklon-B-Dosen«– mehrere nämlich –, »öffnete sie«– die Dosen – »und goß sie in die Öffnung der Gaskammer.«14 So seine Aussage in Prešov.

 

Zeuge Alexander Princz:

To mohlo byť.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wollen Sie ihm das bitte sagen.

 

Dolmetscher Benesch:

V Prešově jste řekl, že když jste přišel do krematoria dvě, že SS-příslušníci vyložili krabice z vozu, Boger otvíral více konzerv, tedy více, nejenom jednu, a sám je sypal do těch okének krematoria.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som to včera presne povedal. Boger si zobral masku, otváral z jednej krabici tie plechové krabice, brali mu to preč a on sám jednu krabicu hodil do okna. Je možné, že viacej, ale to bolo už v chode. On to dával a tak to tú jednu hodil. A ja som potom už išiel von.

 

Dolmetscher Benesch:

Boger ließ sich, wie ich gestern ausgesagt habe, die Gasmaske geben. Er öffnete diese Dosen, gab sie weiter und schüttete den Inhalt der letzten in das Fensterchen des Krematoriums.

 

Vorsitzender Richter:

Der letzten.

 

Zeuge Alexander Princz:

Pokiaľ ja som videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Soweit ich gesehen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. In Prešov haben Sie etwas anderes ausgesagt, aber immerhin. Wie Sie dorthin kamen, waren da diese ungarischen Menschen schon in den Gaskammern drin, oder wurden die erst hineingeführt?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste tam přijel, byli už maďarští lidé v plyn ových komorách?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som to už včera presne povedal, že celý transport, ktorý tam došiel, bol už dole, v plynovej komore vo vnútri.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesagt, daß der ganze Transport bereits in der Gaskammer drin war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wieso wissen Sie, wie er hineingekommen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že víte, jak se tam dostal dovnitř?

 

Zeuge Alexander Princz:

No, ako sa tam dostal. To sme my, ktorí po tom lá gri chodili hore dolu, predsa presne vedeli, že kde tí ľudia idú.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir, die im ganzen Lager herumkamen, wußten ja, wo diese Leute gehen und wohin sie gehen.

 

Vorsitzender Richter:

Aber Sie haben in Prešov ausgesagt: »In diese Gaskammer waren Menschen eines ungarischen Transportes in einer Zahl von 1.000 bis 1.200 roh hineingetrieben worden.«15

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Pr ešově řekl, že do této plynové komory byli surově hnáni lidé z maďarského transportu, a sice 1000 nebo 1200 lidí.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som príchod transportu videl ráno, musím doplniť. A videl som, ako ten celý transport išiel do krematória štyri. A ako išlo niečo cez bránu do krematória štyri, to sme vedeli presne, že to ide najprv do plynovej komory. Keď som tam prišiel, ten celý transport som videl pred dvoma hodinami ísť hore. Ten už bol dole zavretý v plynovej komore.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah diese Ankunft des Transportes schon in der Frühe, und ich sah, daß sie zum Krematorium IV geführt wurden. Und wir wußten, wer zum Krematorium IV geht, geht in die Gaskammer. Und zwei Stunden später geschah ja das, dann waren sie also schon in der Gaskammer drin.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben aber ausgesagt, die Menschen seien roh hineingetrieben worden. Dann müssen Sie doch etwas gesehen haben, wenn Sie so etwas behaupten. Oder haben Sie nichts gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste ale řekl, že lidé byli surově hnáni.

 

Zeuge Alexander Princz:

To môže byť nejaký tam preklad. Možno som to povedal, ale nevidel som to. Videl som tých ľudí, potom už nevidel, len som počul hlasy, keď sa otvorili okná, ten hrozný duševný výkrik a ten výkrik, čo tam bo l.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe diesen einen Transport nicht gesehen, als er hineingetrieben wurde. Es kann sein, daß ich es in der Form gesagt habe damals. Ich habe nur ausgesagt, daß, als die Fensterchen am Krematorium geöffnet wurden, ich dieses Geräusch von unten hörte.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, wie oft haben Sie Zyklon-B- Büchsen gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolikrát jste viděl krabice s Zyklonem B?

 

Zeuge Alexander Princz:

V 43. roku sa u nás v lágri Zyklonom B aj odvšivovalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Jahre 43 wurden bei uns im Lager Entlausungen mit Zyklon B durchgeführt.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie bei diesen Entlausungen beteiligt?

 

 

Dolmetscher Benesch:

Zúčastnil jste se toho odvšivování?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som v ozil špinavé prádlo na odvšivavenie, a potom po odvšivavení čisté prádlo späť do Unterkunft.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich fuhr mit meinem Gefährt schmutzige Wäsche zur Entlausung und nach der Entlausung die saubere Wäsche in die Unterkunft zurück.

 

Vorsitzender Richter:

Die Wäsche wurde also entlaust. Und was hat das nun mit Zyklon B zu tun?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak to má dělat s Zyklonem B?

 

Zeuge Alexander Princz:

To celý lager bol veľmi zavšivavený a oni sa pravdepodobne pokúšali nejakým novým spôsobom, s týmto Zyklonom to odvšivaviť.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Lager war sehr verlaust. Und sie versuchten neue Wege der Entlausung und wollten es wahrscheinlich mit dem Zyklon B versuchen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie bei dieser Gelegenheit mitgeholfen, oder?

 

 

Dolmetscher Benesch:

A pracoval jste také při této příležitosti? Pomáhal jste při tom odvšivování?

 

Zeuge Alexander Princz:

No to som povedal, že som špinavé prádlo z jedného miesta vozil na to miesto, kde sa robilo Entlausung a potom po vyčistení, poobede sme vozili tie očistené veci späť. Niekedy to trvalo, celú noc to bolo vonku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es schon gesagt. Ich fuhr mit dem Wagen die verlauste, schmutzige Wäsche zur Entlausung und dann nachher die saubere Wäsche wieder zurück.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie bei dieser Gelegenheit Dosen von Zyklon B gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste při této příležitosti, při tom vyvážení prádla krabice s Zyklonem B?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. To vysýpanie robili hlavne esesáci.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das habe ich gesehen. Dieses Ausschütten des Zyklons nahmen SS-Männer vor.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo haben die denn das Zyklon hingeschüttet?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde to dělali?

 

Zeuge Alexander Princz:

To boli také guličky a tie rozsypali po tých haldách.

 

Dolmetscher Benesch:

Das schütteten sie – es waren so Kügelchen – über diese Wäscheberge, die da waren.

 

Vorsitzender Richter:

Über die Wäscheberge?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak to bolo roztiahnuté a v tomto sa zavšivavené [+ pradlo posypalo].

 

Dolmetscher Benesch:

Es war auseinandergezogen, und dann wurde diese Wäsche überschüttet damit.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie bei dieser Gelegenheit die Zyklon- Dosen einmal in der Hand gehabt?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl jste při té příležitosti tyto Zyklon-konzervy v ruce?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nemal.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Haben Sie überhaupt einmal Zyklon-Dosen in der Hand gehabt?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nemal. Musím doplniť, môžem?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich muß hinzusetzen

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď som vyšiel za komandom s vozom, ja som inú robotu už nerobil, ako koňe poháňal, držal ich na uzde a stál. Mne nakladali aj skladali Häftlinge. Ja som len kočoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Seit ich Kutscher war, habe ich nichts anderes gearbeitet, als die Pferde zu versorgen, mit ihnen zu fahren und sie beim Beladen und Entladen festzuhalten. Das Beladen und Entladen nahmen in der Regel Häftlinge vor.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, was auf diesen Dosen oder auf diesen Paketen draufstand?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, co stálo na těch krabicích?

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno. Bol to taký kríž a bolo tam napísané »Achtung Gift«. [...]

 

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren gekreuzte Knochen und die Aufschrift: »Achtung Gift«.

 

Vorsitzender Richter:

Und was stand sonst noch drauf?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak tam ještě stálo?

 

Zeuge Alexander Princz:

No tá výroba, to celé zloženie, alebo čo to bolo, ja sa už nepamä tám. Nejaky nápis tam bol.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Herstellerfirma. Es war irgendein Name drauf, aber ich erinnere mich nicht mehr, was da im einzelnen noch draufstand.

 

Zeuge Alexander Princz:

Všetko som nepoznal.

 

Vorsitzender Richter:

Die Herstellerfirma, wer war denn das?[...]

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to vyráběl?

 

Zeuge Alexander Princz:

IG Farben.

 

Vorsitzender Richter:

Stand da drauf IG Farben?

 

Dolmetscher Benesch:

Stálo na tom IG Farben?

 

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak tam bolo aj niečo podobné, nejaká podfirma tam bola. Ja sa už na to presne nepamätám.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war dort irgendeine Unterfirma noch genannt, aber ich erinnere mich nicht genau daran. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Eine Unterfirma? Stand auch drauf: »IG Farben«?

 

Dolmetscher Benesch:

Stálo na tom doslova »IG Farben«?

 

Zeuge Alexander Princz:

To povedali naši chlapci, ktorí tam robili, že to je vlastne podpodnik »IG Farben«.

 

Dolmetscher Benesch:

Unsere Jungen, die dort arbeiteten, erzählten, das sei eine Tochterfirma von IG Farben. Das weiß ich aber nicht selbst.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht selbst. Aber Sie haben immerhin ausgesagt in Prešov: »Von da mußte ich schleunigst nach Auschwitz I, nach dem Hauptmagazin des SS-Theatergebäudes fahren, wo man mir Blechdosen mit dem Gas Zyklon B, einem Erzeugnis der IG Farbenindustrie, auf den Wagen lud, die ich unter der Aufsicht von Boger selbst zurück nach Birkenau in das Krematorium II bringen mußte.«16

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Prešově řekl, že jste musel rychle zajet do Osvětimi I k hlavnímu skladu SS, kde jste musel nakládat krabice s Zyklonem B, výrobkem IG Farben. Řekl jste tedy doslovně, že je to výrobek IG Farben.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som aj včera povedal. Ja som tam pred ten sklad došiel, ale len kone držal a mne to tam nakladali väzňi, ktorí pracovali v tom sklade. Ja som od koní nikdy neodišiel. To je len možno zlá formulácia.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe nur die Pferde gehalten. Ich bin von den Pferden nicht fortgegangen, und ich habe nicht selbst aufgeladen.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie dann, daß die von der IG Farbenindustrie geliefert waren dort?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakto, že víte, že byly dodávány IG Farben?

 

Zeuge Alexander Princz:

No to sa u nás bežne hovorilo: »To je výrobok IG Farben.«

 

Dolmetscher Benesch:

Davon wurde häufiger bei uns gesprochen: »Das ist hergestellt von IG Farben.«

 

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Darf ich in diesem Zusammenhang, Herr Direktor, erwähnen, daß die Firma Tesch und Stabenow zum Konzern der IG Farben gehörte, die das Gift nach Auschwitz lieferte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja, Tesch.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Kaul, es ist sehr interessant, daß Sie das wissen. Aber ich wollte ja wissen, wieso es der Zeuge weiß. Denn mir ist das sehr merkwürdig, daß der Zeuge solche detaillierten Angaben machen kann, obwohl er gerade eben im Augenblick gesagt hat: »Ich durfte von den Pferden nicht weggehen. Ich hatte mich nur um die Pferde zu kümmern, und das Auf- und Abladen besorgten die anderen, und ich weiß überhaupt nichts. Und ich habe zwar gelesen, daß da IG Farben darauf stand«, und in Wirklichkeit stand nämlich Tesch und Stabenow drauf.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Und Sie glauben, Herr Direktor, daß das nicht ein tägliches Gesprächsthema in Auschwitz unter den Häftlingen [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Lassen wir es. Noch eine einzige Frage: Kannten Sie den Lagerführer Aumeier?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste vedoucího tábora Aumeiera?

 

Zeuge Alexander Princz:

Ja som ho niekoľkokrát videl. Bol to taký nízky chlap.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn einige Male gesehen. Es war ein kleinerer Mensch.

 

Vorsitzender Richter:

Kleinerer Mensch. Von seiten des Rechtsanwalts Steinacker, bitte schön.

Verteidiger Steinacker:

Herr Vorsitzender, nur noch ein Hinweis. Der Herr Dolmetscher hat vorhin bei der Frage mit der Selektion der Parteimitglieder etwas übersetzt mit einem roten Winkel. Dann wurde er unterbrochen, und der Satz wurde nicht zu Ende übersetzt. Vielleicht kann da noch mal nachgefragt werden, um was es sich da gehandelt hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Es tut mir leid, ich habe

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Der Zeuge selbst bestätigt durch Kopfnicken, daß er also die Frage verstanden hat.

 

Zeuge Alexander Princz:

Môžem mu povedať.

 

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich jetzt weder an die Frage im Moment erinnern, noch weiß ich, ob ich es

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Aber der Zeuge kann sich erinnern. Er hat ja meine Frage eben durch Kopfnicken verstanden.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste povídal něco o vězních s červeným trojúhelníkem.

 

Zeuge Alexander Princz:

Áno.

 

Dolmetscher Benesch:

Copak jste tím myslel?

 

Zeuge Alexander Princz:

Totiž u nás v lágri boli rôzne skupiny väznov. Boli väzni, zelené vinkle, to boli Verbrecher. Boli čierne vinkle, asociálne, boli červené vinkle, to boli všetci ľudia, ktorí boli zatvorení pre rôznu politickú činnosť, a ktorí politickú činnosť robili. A tých som ja myslel. To boli tí politickí pracovníci, ktorých si títo ľudia veľmi radi vyberali. A tých sa najviac strieľalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei uns im Lager waren verschiedene Gruppen von Häftlingen. Zum Beispiel solche mit grünen Winkeln, das waren Verbrecher, mit schwarzen Winkeln, das waren Asoziale, und mit roten Winkeln, das waren die politischen Häftlinge. Und ich meinte, daß diese politisch tätigen Häftlinge hier gerne ausgesucht wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo haben Sie das erlebt, Herr Zeuge?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde jste to zažil?

 

Vorsitzender Richter:

Auf der Rampe?

 

Dolmetscher Benesch:

Na rampě, nebo kde, že byli vybráni ti s tím červeným?

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď sa zobrali väzni, ktorí išli na vyšetrovanie na Politische Abteilung, málokedy to boli prípady, že zobrali aj od nás, zeleného vinkla, aspoň som ja to nevidel. Väčšinou sa brali vždy červené vinkle za nejakú činnosť už na slobode. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Zur Politischen Abteilung gingen fast durchweg Leute mit rotem Winkel. Ich kenne zwar auch Vorfälle, wo andere Farben dorthin gehen mußten. Aber es waren dann einzelne. Es waren solche Leute, die wegen ihrer politischen Tätigkeit besonders verhört wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie das auch gehört von anderen Häftlingen oder selbst gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste to od jiných vězňů, nebo jste to viděl sám?

 

Zeuge Alexander Princz:

To som aj sám videl, aj sa o tom verejne hovorilo. To sa vedelo: »To je červený vinkel, dnes ho zobrali na blok 11 a potom na výsluch.«

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich selbst gesehen, [außerdem] ist darüber dauernd bei uns gesprochen worden: »Ein roter Winkel kam wieder auf Block 11 und dann zum Verhör.«

 

Vorsitzender Richter:

Und das ist der Ausgangspunkt, aus dem heraus Sie nunmehr sagen, der Boger hat Tausende von Parteimitgliedern oder Leute mit rotem Winkel, wie Sie das jetzt ausdrücken wollen, in die Gaskammern gebracht oder zur Schwerarbeit?

 

Dolmetscher Benesch:

Tím tedy myslíte, že Boger nahnal tisíce lidí s červeným trojúhelníkem do plynových komor nebo na těžkou tělesnou práci?

 

Zeuge Alexander Princz:

Tak väčšinou boli tieto prípady u neho. Lebo on hlavne robil politické výsluchy. Jeho iné veci tam ja neviem, nebol so m ja pri tom. Ale len týchto ľudí si vyberal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich weiß, daß er nur diese Leute ausgesucht hat. Andere Vorfälle weiß ich nicht, habe ich nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Raabe, wollten Sie noch eine Frage stellen?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Eine Frage. Herr Zeuge, waren unter den Häftlingen mit rotem Winkel besonders viele Kommunisten?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo mezi vězni s červeným trojúhelníkem více komunistů?

 

Zeuge Alexander Princz:

Bolo tam tiež veľa komunisto v.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren viele Kommunisten dort.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Haben Sie deshalb den Ausdruck »Parteimitglieder« gebraucht?

 

Dolmetscher Benesch:

Použil jste proto výraz »členové strany«?

 

Zeuge Alexander Princz:

No ten výraz členovi a strany, to som myslel týchto [+ komunistov], áno. V zápisnici u nás sa hovorilo všeobecne, ale tu teraz [+ treba] presne definovať, aj členovia strany [+ to] boli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meinte allgemein, daß diese politischen Häftlinge dort besonders ausgesucht wurden. Die Protokollführerin schrieb dann in der Verengung der Bedeutung »Parteimitglieder«.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Frage mehr?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Von seiten der Angeklagten? Keine Fragen, keine Erklärungen. Wir werden jetzt eine Pause machen bis Viertel nach elf.

 

– Schnitt –

 

113. Verhandlungstag, 19.11.1964

 

Fortsetzung der Vernehmung des Zeugen
Alexander Princz

 

 

Dolmetscher Benesch:

die Ställe hinaus.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nakŕmili sme kone a okolo ôsmej, deviatej sme počuli jeden hrozný krik, ktorý by ani Dante nemohol opísať, ako to bolo.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir fütterten die Pferde. Zwischen acht und neun Uhr hörten wir einen schrecklichen Schrei, den noch nicht einmal Dante hätte beschreiben können.

 

Zeuge Alexander Princz:

Počuli sme to zo ženského lágru, hrozný krik medzi ženami.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hörten das Geschrei aus dem Frauenlager.

 

Zeuge Alexander Princz:

Naše stajne boli schräg vis-à-vis Frauenlagru, len cez kopec.

 

Dolmetscher Benesch:

Unsere Ställe waren schräg vis-à-vis vom Frauenlager, nur über den Berg.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ako sme nakŕmili kone a najedli sa

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir die Pferde gefüttert und selbst gefrühstückt hatten

 

Zeuge Alexander Princz:

Hovoril nám náš Kommandoführer Graf: »Bolo by potrebné tie choré kone [vyviesť], keď sa nejde von do roboty na pašu.«

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, opakujte.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď nepôjdeme na prácu von, pretože ani my, kočiši sme na práce nešli, len čisto do stajne, dať kone do poriadku.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kommandoführer befahl uns, nicht mit den Pferden zur Arbeit hinauszugehen, weil die Pferde schwach seien. Wir sollten im Stall bleiben.

 

Vorsitzender Richter:

Was war mit den Pferden?

 

Zeuge Alexander Princz:

Nicht schwach seien... — že bola Lagersperre, sme nemohli ďalej ísť.

 

Dolmetscher Benesch:

Wegen der Lagersperre durften wir die Ställe nicht verlassen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Po hodine hovorí nám náš Stallkommandant: »Trebalo by tie slabé kone, ktoré sú tu, ísť na pašu a prejsť sa s nimi.«

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einer Stunde sagte der Stallkommandant, es wäre notwendig, die Pferde, die hier sind, zur Weide zu führen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nato sme zobrali, bolo nás päť až šesť, nepamätám sa presne,

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren zu fünft oder zu sechst. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern.

 

Zeuge Alexander Princz:

Ka?dý po dva, tri kone

 

Dolmetscher Benesch:

Wir nahmen jeder zwei bis drei Pferde.

 

Zeuge Alexander Princz:

A išli sme smerom k ženskému lágru v Birkenau pod mostom na lúku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir gingen in Richtung Frauenlager Birkenau unter der Brücke hindurch auf die Wiese.

 

Zeuge Alexander Princz:

Prichádzali sme veľmi pomaly s pasúcimi sa koňmi k miestu, kde sme videli hrozný obraz.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen mit den weidenden Pferden sehr langsam gegen den Ort, das Frauenlager.

 

Zeuge Alexander Princz:

Keď sme prišli na vzdialenosť kilometra, už sme vedeli, čo sa robí.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir einen Kilometer entfernt waren, wußten wir schon, was geschieht.

 

Zeuge Alexander Princz:

Vyhnali celý ženský láger na tú lúku,

 

Dolmetscher Benesch:

Sie hatten das ganze Frauenlager auf die Wiese gejagt.

 

Zeuge Alexander Princz:

Urobili celé kompletné Postenkette s esesákmi, ktorí bo li čisto na stráži.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie bildeten eine Postenkette aus SS-Leuten, die nur zum Wachkommando gehörten.

 

Zeuge Alexander Princz:

A celá komandantúra a všetci esesáci, čo tam v lágri boli toho času na službe.

 

Dolmetscher Benesch:

Und die ganze Kommandantur und alle SS-Leute, die im Lager waren, hatten dort Dienst zu dieser Zeit.

 

Zeuge Alexander Princz:

A videl som nasledovnú vec:

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe folgende Sache gesehen:

 

Zeuge Alexander Princz:

Vyberali, sortírovali mladé dievčatá a mladé ženy

 

Dolmetscher Benesch:

Sie sortierten, sie suchten junge Frauen und Mädchen aus.

 

Zeuge Alexander Princz:

A nakladali ich rovno na autá.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diese wurden gleich auf Fahrzeuge verladen, auf Autos.

 

Zeuge Alexander Princz:

Boli tam aj prípady, že dievčatá, ktoré boli vybrané do plynu alebo na to auto, vybehli z Postenkette. Tieto tam boli aj postrieľané.

 

Dolmetscher Benesch:

Es passierte auch, daß Mädchen, die da ausgesucht wurden, durch die Postenkette durchliefen. Und die wurden dort erschossen.

 

Zeuge Alexander Princz:

Tento deň, neviem presne, zavraždili, splynovali 6.000 dievčat.

 

Dolmetscher Benesch:

An diesem Tag, ich weiß es nicht genau, wurden etwa 6.000 Mädchen und junge Frauen vergast.

 

Zeuge Alexander Princz:

Väčšinou slovenských židoviek.

 

Vorsitzender Richter:

Was wurde mit den 6.000 jungen Mädchen?

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens waren es slowakische Jüdinnen. Sie wurden vergast.

 

Zeuge Alexander Princz:

Stáli tam autá a rovno ich viezli hore do krematória.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort standen Autos, und sie wurden direkt in das obenliegende Krematorium gefahren.

 

Zeuge Alexander Princz:

Pozeral som sa na to asi 10 a? 15 minút.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah dieser Prozedur zehn bis 15 Minuten zu.

 

Zeuge Alexander Princz:

Nakoľko to zbadal esesák, nejaký Scharführer.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann sah es ein SS-Mann, irgendein Scharführer.

 

Zeuge Alexander Princz:

Prišiel k našim SS-strá?am, ktoré [+ tam] boli, a povedal: »Zoberte tých Häftlingov s koňmi a odíďte ihneď späť do stajne.«

 

Dolmetscher Benesch:

Er kam zu unserem SS-Wachmann, der bei uns war, und sagte: »Nehmen Sie diese Häftlinge mit den Pferden, und gehen Sie sofort in die Ställe zurück.«

 

Zeuge Alexander Princz:

Teraz môžem prísahať.

 

Dolmetscher Benesch:

Darauf kann ich auch noch schwören.

 

Vorsitzender Richter:

Ist dazu noch eine Frage zu stellen? Keine Frage mehr? Eine Erklärung abzugeben? Von den Angeklagten? Nein. Herr Zeuge, dann haben Sie den Eid – Schnitt –

 

 

 

 

 

1. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 822.

2. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.654.

3. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.652-18.660.

4. Vgl. die Aussagen des Zeugen Princz über den Angeklagten Boger in der kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.656-18.660.

5. 1 Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.656-18.660.

6. »RA Dr. Stolting II beantragte, die Vernehmung des Zeugen Princz abzubrechen und zurückzustellen. Er stellte weiter den Beweisantrag auf Ladung und Vernehmung der Witwe Höß zum Beweise dafür, daß der Lagerkommandant Höß niemals in Auschwitz einen Bein- oder Knöchelbruch erlitten habe.« Protokoll der Hauptverhandlung vom 13.11.1964, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 906 f.

7. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.657.

8. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.657.

9. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.658 u.18.660.

10. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.659.

11. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.659.

12. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.659.

13. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.659.

14. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.658.

15. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.658.

16. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 18.03.1964 in Prešov, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.658.

 

 
 
 
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