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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

110. Verhandlungstag, 12.11.1964

 

Vernehmung des Zeugen Ladislav Poledník

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie] damit einverstanden, daß ich Ihre Aussage auf ein Tonband nehme zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Dolmetscher Benesch:

Souhlasíte, aby byla Vaše výpověď nahrána na magnetofon [ pro oporu paměti soudu ?]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Prosím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es richtig, daß Sie am 26.7.42 von der Gestapo in Mährisch-Ostrau verhaftet worden sind und nach Olmütz gebracht worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste zatčen Gestapem 26. července 42 v Moravské Ostravě?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es richtig, daß Sie dann von Olmütz nach Brünn und von Brünn dann nach Auschwitz transportiert wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Přijel jste z Olomouce do Brna a potom do Osvět imi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, v Ostravě jsem byl delší dobu a potom jsem šel do Olomouce a z Olomouce do Brna.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war längere Zeit in Mährisch-Ostrau, dann in Olmütz, dann in Brünn.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wann ungefähr sind Sie nach Auschwitz gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste přišel do Osvětimi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Asi tak začátkem listopadu 42.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa Anfang November 42. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Sie hatten bei Ihrer Vernehmung beim Kreisgericht in Troppau am 25. Januar diesen Jahres gesagt, daß Sie im August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz angekommen seien.1

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl u Okresního soudu v Opavě, 25. ledna tohoto roku, že jste přišel do Osvětimi už v srpnu 42. [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, to musí být nějaký omyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das muß ein Irrtum sein.

 

Vorsitzender Richter:

Das muß ein Irrtum sein. Sie sagen also heute, Sie sind hingekommen im?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy jste tedy přišel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Do Osvětimi?

 

Dolmetscher Benesch:

Do Osvětimi.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, to bylo nějak začátkem listopadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Es muß Anfang November gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

November 1942.

 

Dolmetscher Benesch:

42.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und welche Häftlingsnummer bekamen Sie?

 

Dolmetscher Benesch:

Jaké číslo jste měl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

77.081. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. In welchen Block kamen Sie denn dort?

 

Dolmetscher Benesch:

Do jakého bloku jste přišel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

8. Block.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer war dort Blockältester.

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl Blockältester?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Bednarek. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Bednarek. Der Block 8 war in welchem Lager, im Stammlager oder in Birkenau?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl blok 8 v hlavním lágru?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

V hlavním lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Stammlager.

 

Vorsitzender Richter:

Im Stammlager. In Block 8 war Bednarek Blockältester.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek byl Blockältester v bloku 8?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. A ještě tam byl takový vysoký Schreiber, toho neznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Da war noch so ein großer Schreiber, aber den kenne ich nicht.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Der Bednarek war solch ein Kleinerer und Dickerer.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek war klein und dick.

 

Vorsitzender Richter:

Gedrungen, ja. Und sagen Sie bitte, wie lange sind Sie in dem Block 8 geblieben?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste zůstal na bloku 8?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam jsem byl asi 14 dní nebo tři týdny.

 

Dolmetscher Benesch:

14 Tage oder drei Wochen etwa.

 

Vorsitzender Richter:

14 Tage oder drei Wochen. Und wo kamen Sie dann hin?

 

Dolmetscher Benesch:

A kam jste potom přišel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Potom jsem přišel na blok 21.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam ich auf Block 21.

 

Vorsitzender Richter:

Auf Block 21. Und wie lange blieben Sie im Block 21?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste zůstal na bloku 21?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam jsem byl asi tak — drei Wochen. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Drei Wochen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem byl na SS, potom jsem byl přeložen na SS-zubní. Z osmého bloku potom vybírali nějaké zubaře, tak mě tam vybrali.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie suchten in Block 8 Dentisten aus. Und mich holten sie dann dort heraus und brachten mich auf Block 21.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lange blieben Sie in Block 21?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste zůstal na bloku 21?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam jsem byl asi tři týdny, a potom jsem šel na blo k 24.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war ich etwa drei Wochen, dann kam ich auf Block 24.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A tam jsem byl delší dobu.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war ich längere Zeit.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A potom jsem šel ze 24. bloku zase zpátky na 8. blok. To už byl ale rok 43,

 

Dolmetscher Benesch:

Und vom Block 24 ging ich wieder zurück nach Block 8. Das war aber schon im Jahre 43.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jak jsem dělal na zubním oddělení, protože ten 24. blok zrušili

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich an der Zahnabteilung [+ war]. Denn der 24. Block wurde aufgelöst.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A byl tam udělaný takový bordel.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort wurde ein Bordell eingerichtet.

 

Vorsitzender Richter:

Und als Sie wiederum nach Block 8 kamen, war da Bednarek auch noch Blockältester? [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ten už tam nebyl, toho už jsem tam neviděl. Jestli byl někde jinde, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich dort nicht mehr gesehen. Ich weiß nicht, wo er geblieben ist.

 

Vorsitzender Richter:

Dort nicht mehr gesehen. Herr Zeuge, wie war es zunächst auf Block 8 in der Zeit, als Bednarek Blockältester war? Haben Sie dort erlebt, daß er zu den Häftlingen gut oder weniger gut gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to bylo na bloku 8, byl Bednarek dobrý k vězňům nebo ne?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Velmi špatný.

 

Dolmetscher Benesch:

Sehr schlecht.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Hrubě s nimi zacházel.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ging sehr grob mit ihnen um.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Kde mohl, tam je mlátil, to bylo na denním pořádku.

 

Dolmetscher Benesch:

Wo er konnte, hat er sie geschlagen. Das war an der Tagesordnung.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A nejvíce při raportu, večer.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens war es beim abendlichen Rapport.

 

Vorsitzender Richter:

Und sagen Sie, hat er Sie

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

Já sám jsem byl od něho také bitý.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin selbst von ihm geschlagen worden.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er mit der Hand geschlagen? Hat er ein Werkzeug gehabt, einen Stock, eine Peitsche?

 

Dolmetscher Benesch:

Bil rukou?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Rukou a nohama kopal. [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat mit der Hand geschlagen und hat mit dem Fuß getreten.

 

Vorsitzender Richter:

Mit dem Fuß getreten. Haben Sie auch einmal gesehen, daß er mit anderen Werkzeugen geschlagen hat, zum Beispiel mit einem Stock oder mit einer Peitsche?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také, že měl hůl nebo něco takového?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, to nemohu říct, ale je to také možné.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nicht gesehen. Es ist möglich.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ale jednou jsem viděl, že dva vězně v umývárně úplně dobil, že zůstali ležet.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe aber einmal gesehen, daß er zwei Häftlinge im Waschraum so zusammengeschlagen hat, daß sie liegenblieben.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byli to starší pánové, velmi vysílení a slabí, takže ti moc nepotřebovali. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren ältere Herren und sehr entkräftet und schwach, die brauchten nicht viel dazu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo ráno, při mytí. Zdálo se [+ mu], že se pomaleji umývali nebo co, tak potom lítal, protože už chtěl vyjít, aby byl apel brzy hotový.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war beim morgendlichen Waschen. Wahrscheinlich haben Sie sich zu langsam gewaschen, und er wollte, daß der Appell bald abgeschlossen sei.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A pak už jsem je tam neviděl. Oni byli z mé světnice.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann habe ich die zwei dort nicht mehr gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, die blieben liegen im Waschraum. Und nachher folgte der Appell, wie Sie sagten.

 

Dolmetscher Benesch:

Zůstali ležet v umývárně a potom byl apel?

 

Vorsitzender Richter:

Waren die Männer

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

Byl, ale já už jsem je potom neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber ich habe sie nicht mehr gesehen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Waren sie nicht beim Appell?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebyli přítomni při apelu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem je tam neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe sie dort nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie auch nicht zu dem Appellplatz getragen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebyli vyneseni na místo apelu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, ono tam bylo už víc vynesených, kteří tam třeba umřeli; někdy pět, někdy šest, tak já nevím, jestli tam oni byli mezi nimi, to nemohu přesně říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort wurden viele herausgetragen, auch Sterbende, die dann draußen auf dem Appellplatz gestorben sind. Es waren mehrere, manchmal fünf, manchmal sechs, manchmal mehr. Ich weiß nicht, ob die beiden dabei waren.

 

Vorsitzender Richter:

War das morgens oder abends?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to ráno nebo večer?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, tohle se stalo ráno.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses war morgens.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A večer se stalo také při nástupu, že je tam bil a mlátil, až zůstali ležet.

 

Dolmetscher Benesch:

Und beim abendlichen Antreten passierte es auch, daß er sie trat und schlug und daß welche liegenblieben.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ještě než přišel ten německý SS, tak tam leželi u zdi na zemi.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Toten lagen dann auf der Erde bei der Wand.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie damit sagen, daß Sie selbst gesehen haben, wie Bednarek Gefangene totgeschlagen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste sám na vlastní oči, že Bednarek zabil vězně?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem neviděl, ale viděl j sem, že byli mrtví, takže k tomu muselo dojít. Jinak by tam nemohli být.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nicht gesehen. Ich habe gesehen, daß sie tot waren. Anders hätten sie ja nicht dort liegen können. Und irgendwie mußte es zum Tode gekommen sein.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jen jsem právě viděl ty dva, že tam zůstali ležet, a byli už bez života. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagten, Sie haben gesehen, daß sie tot waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že byli mrtví?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie gesehen?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie haben gesehen, daß vorher der Bednarek sie geschlagen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

A viděl jste, že tyto mrtvé předtím bil Bednarek?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. To byli ti vězni, které jsem viděl, ale jestli tenkrát byli vyneseni ven, jestli to byli oni, [+ to] nemohu říct, protože jich bylo víc, víte?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, opakujte. — Bitte wiederholen Sie.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, někdy bylo těch mrtvých víc. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren [unverständlich] mehr Tote.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Přesně [+ nemohu říct], jestli to byli ti dva, co byli ubiti v té koupelně.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber ich kann nicht genau sagen, daß es die zwei waren, die in dem Waschraum zusammengeschlagen worden sind.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen nun mal von diesen beiden Leuten absehen. Sie haben uns doch eben gesagt, Sie haben gesehen, daß Bednarek wiederholt Leute geschlagen hat, daß sie zu Boden gegangen sind. »Dann wurden sie an die Wand gelegt, und ich habe gesehen, daß sie tot waren.« Stimmt das?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste viděl, že Bednarek bil lidi, kteří spadli na zem, a potom byli odloženi ke zdi, mrtví. To jste viděl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. — To jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie gesehen. Das heißt also: Sie haben die Leute lebend gesehen, Sie haben die Leute tot gesehen, und Sie haben gesehen, daß zwischen diesen beiden Zuständen Bednarek sie so geschlagen hat, daß sie zu Boden gegangen sind.

 

Dolmetscher Benesch:

To znamená: Tyto lidi jste viděl živé, potom jste je viděl mrtvé a mezi těmito dvěma stavy jste viděl, že je Bednarek tak bil, že padli na zem?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

So war es. Und in wie vielen Fällen ungefähr haben

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Kolik asi případů si pamatujete?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No to bylo na denním pořádku, člověk si to nemůže pamatovat.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war an der Tagesordnung. Das kann man sich nicht alles merken.

 

Vorsitzender Richter:

War es mehr als ein Fall?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to víc než jeden případ?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie selbst hat er auch geschlagen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vás také bil?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. — Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Warum?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo hned při nástupu, bylo to tak zvykem, víte? My jsme tam nastoupili jako noví Häftlinge. A když jsme nevěděli, jak se v tom lágru máme chovat, tak on hon em hurá — ins Zimmer — a už létaly facky, kopání. To byla u něho běžná věc.

 

Dolmetscher Benesch:

»Antreten!« Es war ein übliches Verhalten bei ihm. Wir traten als neue Häftlinge an und wußten nicht genau, wie wir uns zu verhalten haben. So kam er heraus und schrie und trat und schlug. Das war so üblich bei ihm.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A já jsem spal hned naproti jeho světnice.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe genau gegenüber von seiner Stube geschlafen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch einmal erlebt, daß in seiner Stube selbst jemand totgeschlagen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také, že někoho zabil ve své světnici?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie noch an Weihnachten 1942 in diesem Block?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste v tom bloku také ještě o vánocích 42?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, to už jsem byl na 21. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Da war ich nicht mehr dort, da war ich auf Block 21.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Už jsem dělal na SS-Zahnstation.

 

Dolmetscher Benesch:

Habe ich auf der SS-Zahnstation gearbeitet.

 

Vorsitzender Richter:

Bei Ihrer Vernehmung in Troppau haben Sie gesagt: »Bis November 1942 arbeitete ich im Arbeitskommando bei verschiedenen Arbeiten.« 2 Nun sagten Sie uns heute, Sie seien doch erst im November 1942 dorthin gekommen.

 

Dolmetscher Benesch:

U Okresního soudu j ste řekl, že jste až do listopadu 42 pracoval v různých komandech při různých pracích. A dnes jste nám řekl, že jste přišel do Osvětimi teprve v listopadu 42.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, já jsem tam pracoval asi tři týdny na osmém bloku, jak jsem řekl, a pak jsem tři týdny pracoval na různých komandech. — Holzhof, Kartoffel und so weiter.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam auf Block 8 und war etwa drei Wochen auf Block 8, wie ich ja hier ausgesagt habe. Während der Zeit habe ich auf dem Holzhof, bei den Kartoffeln und so weiter gearbeitet.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A pak jsem přišel na 21. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann kam ich auf Block 21.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. [Pause] — Ta data jsou tam hodně pozměněna, podle toho to tak [nesouhlasí.]

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Daten sind offensichtlich verwechselt worden.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie erlebt, daß Leute, die von Bednarek so zusammengeschlagen waren, auch nachher in die Gaskammern gefahren wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také, že lidé, kteří byli Bednarkem tak biti, byli odvezeni do plynu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, to nemohu říct, protože my jsme potom nastoupili do práce a ti tam zůstali. Co s nimi bylo, to nevím. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht sagen, denn wir traten zur Arbeit an, und die blieben ja liegen. Wohin sie weggebracht wurden, das kann ich nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben bei Ihrer richterlichen Vernehmung in Troppau gesagt: »Häufig war dies abends beim Rapport, und die so erschlagenen Leute blieben am Boden liegen. Und solche Fälle wurden laufend in die Gaskammern gefahren.« 3

 

Dolmetscher Benesch:

V Opavě jste řekl, že ti, kteří byli tak biti, zůstali ležet na zemi a byli občas vezeni do plynu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No to je samozřejmé, potom je všechny vozili do plynu. To tam byla běžná věc.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war auch eine Selbstverständlichkeit, daß diese Leute in die Gaskammer gefahren wurden.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ti tam přece neměli žádný hřbitov.

 

Dolmetscher Benesch:

Die hatten doch keinen Friedhof dort.

 

Vorsitzender Richter:

Meinen Sie dann damit die Krematorien?

 

Dolmetscher Benesch:

Myslíte tím krematoria?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen jetzt die Vernehmung des Zeugen

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Heute vormittag berichtet von der Zeit, in der Sie in dem Block 8 waren, zusammen mit dem Blockältesten Bednarek. Nun kamen Sie, wie Sie uns gesagt haben, etwa nach zwei Wochen auf Block 21. Wollen Sie das vielleicht erst dem Zeugen sagen.

 

Dolmetscher Benesch:

Dnes dopoledne, pane svědku, jste nám vyprávěl o času, [+ kdy jste byl] na bloku osm, společně se starším bloku Bednarkem. A potom, po dvou týdnech jste přešel na blok 21.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nein, — na 21. blok jsem přišel, když jsem byl vybrán na zubní SS-Zahnstation.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam auf Block 21, als ich auf die SS-Zahnstation ausgesucht worden war.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Vybral mě — der Hauptsturmführer Täuber.

 

Dolmetscher Benesch:

Mich hat Hauptsturmführer Täuber ausgesucht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und zwar mit wem arbeiteten Sie dort zusammen?

 

Dolmetscher Benesch:

S kým jste tam pracoval?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byli tam SS-pánové: doktor Frank, Schatz, Zeiner, Mang — auch, — ty další si už nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Von der SS waren es Doktor Frank, Schatz, Zeiner, auch Mang. Bei den anderen erinnere ich mich nicht mehr an die Namen.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es richtig, daß Sie nach sechs Wochen an Flecktyphus erkrankten und dann in das Krankenhaus in Block 20 kamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to správně, že jste za šest neděl onemocněl na skvrnitý tyfus a přešel do bloku 20?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lange waren Sie im Krankenhaus?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste byl v nemocnici?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Asi tři týdny.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa drei Wochen.

 

Vorsitzender Richter:

Etwa drei Wochen. Und kamen Sie dann wieder zum Zahnambulatorium der SS zurück?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel jste potom zpět na zubní stanici SS?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wo war dieses Ambulatorium?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde byla ta zubní stanice?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ta byla za lágrem. Hned po pravé straně, jak se šlo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war hinter dem Lager, gleich auf der rechten Seite.

 

Vorsitzender Richter:

Hinter dem Lager auf der rechten Seite. Was war gegenüber diesem zahnärztlichen Behandlungsraum?

 

Dolmetscher Benesch:

Co bylo naproti této místnosti? [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, tam bylo krematorium.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war das Krematorium.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A Gestapo.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A výš nahoře, tam byl barák Gestapa.

 

Dolmetscher Benesch:

Weiter hinauf oben war das Haus der Gestapo.

 

Vorsitzender Richter:

War das ein Haus, oder war das eine Baracke?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to dřevěný dům?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem byl v dřevěném baráku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war in einer hölzernen Baracke.

 

Vorsitzender Richter:

Wer? [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

V dřevěném baráku. To byla taková podlouhlá, dřevěná [+ stavba].

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine lange hölzerne Baracke.

 

Vorsitzender Richter:

Sagte der Zeuge eben nicht: »Ich war in einer hölzernen Baracke«?

 

Dolmetscher Benesch:

So sagte er.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das muß ein Irrtum sein.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich die Frage wiederholen?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Herr Vorsitzende hat gefragt, wie das Haus der Gestapo beschaffen war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan předseda se ptal, jaký byl dům Gestapa. Byl ze dřeva?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Abteilung Gestapa, kam jsem byl předvolaný, bylo ze dřeva.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort, wo ich zur Gestapo gerufen wurde, das war eine hölzerne Baracke.

 

Vorsitzender Richter:

Ah, Sie waren selbst

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Vorgeladen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bei der Gestapo und wurden dort vernommen. Ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Potom jsem byl převezen na 11. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann wurde ich zum Block 11 gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to asi bylo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo asi 14 dní nebo tři týdny potom, co jsem zase pracoval na zubním oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war etwa zwei bis drei Wochen danach, seit ich

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

Ne, předtím jsem onemocněl, to už jsem byl nemocný. Pracoval jsem na SS-Station asi takových čtyři nebo pět týdnů, a pak jsem onemocněl na Flecktyphus a šel jsem na blok 20.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, pardon. Ich habe etwa einige Zeit auf Block 21 in der Zahnstation gearbeitet. Dann erkrankte ich an Flecktyphus und ging auf Block 20.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A jak jsem se uzdravil, šel jsem zase zpátky na SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als ich da gesund wurde, kam ich wieder zurück zu dem SS-Zahnambulatorium.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann kamen Sie in die Baracke der Politischen Abteilung zur Vernehmung?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste přišel k výslechu do baráku Politického oddělení?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, to mohlo být tak v bř eznu nebo v dubnu.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann etwa im März oder April gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

1943?

 

Dolmetscher Benesch:

43?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Was wurde Ihnen vorgeworfen? Wie hat man Sie vernommen? Wer hat die Untersuchung geführt? Und was geschah dann mit Ihnen?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak Vám bylo předhozeno, kdo Vás tam vyslýchal, kdo vedl ten výslech a copak se s Vámi stalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Předvolali mě na Gestapo a přišel pro mě SS. Byl to takový mladý, štíhlý blonďák, zdálo se mi, [+ že] mluví také polsky, protože [+ když] tam přišla polská řeč, tak on také mluvil. Jak se jmenoval, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein junger SS-Mann holte mich ab. Er sprach auch polnisch. Ich weiß es, denn wenn dort polnisch gesprochen wurde, beteiligte er sich. Wie er hieß, weiß ich nicht. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat Sie vernommen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo Vás vyslýchal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No ten samý.

 

Dolmetscher Benesch:

Derselbe.

 

Vorsitzender Richter:

Derselbe. Und warum sind Sie dort abgeholt worden?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč pro Vás přišel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No protože bylo podezření, že jsem spojen s nějakou ženou, která tam byla od nás, z Československa, poslána jako špión nebo cosi takového podobného. Chtěli ode mne něco vědět, ale já jsem s ní vůbec nemluvil.

 

Dolmetscher Benesch:

Es bestand der Verdacht, ich hätte Kontakt mit einer Frau, die aus der Tschechoslowakei wegen Spionage in dieses Lager eingewiesen wurde. Aber ich hatte mit dieser Frau nicht gesprochen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem dělal na komandu venku, na — Hauskommando, nicht Baukommando. — A tam prý ji někde chytili.

 

Dolmetscher Benesch:

Das bezieht sich auf die Zeit, in der ich auf dem Baukommando war. Und dort draußen hatten sie diese Frau gefangen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch, wie die Frau hieß?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak se ta žena jmenovala?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, nevím, protože jsem s ní nemluvil, a nevím, [o co šlo.]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wie sie hieß, denn ich habe mit ihr nicht gesprochen. Und ich weiß von der Sache nichts.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A to bylo mo je štěstí.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war mein Glück.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie nach der Vernehmung in den Block 11 gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel jste po výslechu na blok 11?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Zpátky? Ne. Jak potom?

 

Dolmetscher Benesch:

Po tom výslechu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Po tom Gestapu? To už jsme byli na osmém bloku. Ne, na 24.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich diese Frage wiederholen? — Po výslechu, který jste líčil, jste přišel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Přišel jsem z 11. bloku, vlastně z toho bloku Krankenbau. Potom jsem šel na 24. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam ich vom Krankenbau, dem Block 20, auf den 24. Block.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, Sie haben mich offensichtlich nicht verstanden. Sie haben uns gesagt, nach Ihrem Flecktyphus kamen Sie wieder zurück zur Zahnstation.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. Da war ich auf Block 24.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann kamen Sie auf den Block 24?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Aber es wurde Ihnen doch vorgeworfen, Sie hätten mit einer Frau aus der Tschechoslowakei irgend etwas abgesprochen. Deshalb wurden Sie von der Politischen Abteilung vernommen. Ich will nun wissen: Nach dieser Vernehmung, konnten Sie da wieder ohne weiteres Ihre Tätigkeit fortsetzen, oder wurden Sie zunächst in den Arrest gesteckt?

 

Dolmetscher Benesch:

Pan předseda chce vědět, zda-li jste po výslechu, jestli jste měl něco společného s tou ženou z Československa, mohl zase volně odejít.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, byl jsem zavřen na 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde auf Block 11 arrestiert.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to asi bylo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To mohl být březe n, duben.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann März, April gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

März, April 1943?

 

Dolmetscher Benesch:

43?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

43.

 

Dolmetscher Benesch:

43. [...]

 

Vorsitzender Richter:

43. Und wie lange blieben Sie dort etwa?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak dlouho jste [+ tam] zůstal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

14 dní. V tom 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

14 Tage in Block 11.

 

Vorsitzender Richter:

Und wurden Sie in dieser Zeit auch noch vernommen von der Politischen Abteilung?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste toho času, kdy jste byl na bloku 11, ještě vyslýchán Politickým oddělením?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Už ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Freigelassen.

 

Vorsitzender Richter:

Und Ihre Entlassung, wurde die irgendwie begründet? Oder wer hat Sie entlassen?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo odůvodněné Vaše propuštění, nebo kdo Vás propustil?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, vůbec. Jednoduše mě pustili; nějaký SS-Mann, který, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Irgendein SS-Mann, den Namen weiß ich nicht, entließ mich. Es wurde nicht weiter begründet.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie uns sagen, wie der Mann aussah, der Sie damals vernommen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám vylíčit, jak vypadal ten příslušník SS, který Vás vyslýchal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To byl takový menší, štíhlý a blonďák se mi zdá, že to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein kleinerer, schlanker Mann. Ich glaube, er war blond.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ten šel se mnou na ten blok 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Der ging auch mit mir zum Block 11.

 

Vorsitzender Richter:

In Block 11, wo waren Sie da untergebracht? Wo haben Sie da gelegen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde jste ležel na bloku 11?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ve sklepě, tam dole.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Keller.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ještě dva kápové tam byli se mnou.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie da allein?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste tam sám?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, ještě dva kápové tam byli.

 

Dolmetscher Benesch:

Noch zwei Kapos waren mit mir.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byli to Kapos z jiných lágrů.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren Kapos aus anderen Lagern, die dorthin gebracht wurden.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byli to dva Němci.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren zwei Deutsche.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie in dieser Zeit, wo Sie auf Block 11 waren, irgendwelche Erschießungen mit angesehen oder gehört?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste nebo slyšel jste střílení, když jste byl na bloku 11?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Když jsme šli na blok 11, jak se mnou šel ten SS-Mann, byly dveře zamčeny. Tak jsme šli vnitřkem, těmi vraty, byla přivřená.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir zum Block 11 kamen, war die Tür verschlossen. Der SS-Mann ging mit mir durch das Tor hinein.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja. — A když jsem tam potom vlezl, vrata se otevřela, tak jsem tam viděl dva mrtvé, byli v takové velké truhle.

 

Dolmetscher Benesch:

Als mich der SS-Mann zum Tor hineinführte, sah ich einen großen Kasten. In dem Kasten lagen zwei Tote.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo. A ještě potom tam vedle stáli někteří vězni a ti asi také přišli od nás.

 

Dolmetscher Benesch:

Und daneben standen noch einige Häftlinge.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No a mně se zdá, že tam byl Palička, nebo jak se jmenuje, Palitzsch nebo Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, es waren dieser Palitzsch und Stiwitz dort.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A ještě tam byla ta stěna

 

Dolmetscher Benesch:

Dort war diese Wand.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A po levé straně byla šibenice.

 

Dolmetscher Benesch:

Und auf der linken Seite war ein Galgen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie erlebt, daß auch Erschießungen vorgenommen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Zažil jste, že bylo stříleno?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem slyšel, neboť jsem seděl ve sklepě.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich im Keller gehört.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byly to takové tlumené rány.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren gedämpfte Schläge.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. A to se tam dělalo pomalu denně.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist nahezu täglich dort vor sich gegangen.

 

Vorsitzender Richter:

Aber wer sich daran beteiligt hat, wissen Sie das auch?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo byl zúčastněn, to nevíte?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem byl celý vystrašený, jak se říká, když byl člověk zavřený, tak jsem nevnímal, kdo tam při tom všechno byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wer dort gewesen ist. Ich habe mich auch nicht bemüht, es zu erfahren. Ich war ja eingesperrt und hatte sehr viel Angst.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie einmal erlebt, daß sogenannte Bunkerentleerungen stattfanden?

 

Dolmetscher Benesch:

Zažil jste také, že ten sklep byl, terminus je tady »Entleerungen«, tedy vybrán, že všichni, kteří leželi ve sklepě, byli vybráni na zastřelení?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No to bylo všechno pomalu. To jak už tam člověk přišel, na 11. blok, tak už bylo samozřejmé, že je hotový.

 

Dolmetscher Benesch:

Sowie ein Mensch auf Block 11 kam, war es nahezu selbstverständlich, daß es damit vorbei ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich will nur wissen, ob [...] Sie selbst einmal erlebt haben, daß Leute ausgewählt worden sind zum Erschießen?

 

Dolmetscher Benesch:

Zažil jste sám, že někdo přišel do sklepa a vybral lidi, kteří [+ pak] byli zastřeleni?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, to jsem slyšel, jak otvíral a vyvolal jména.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gehört, wie er aufschloß und Namen aufrief.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A byl s ním SS-Mann a ten Jakob.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein SS-Mann und Jakob, Bunkerkapo Jakob.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Kapo, ganz starke — silný chlap to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein starker Mann.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wie der SS-Mann hieß, der da aufgeschlossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak se jmenoval ten příslušník SS, který otvíral?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht. Haben Sie ihn einmal gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ho jednou?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, on tam byl, po lágru chodil, a tak jsem ho viděl víckrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ging ja im Lager herum. Dort habe ich ihn auch öfter gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Der Blockführer von Block 11?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to vedoucí bloku 11?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To nemohu říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das wissen Sie nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Ob er das war.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben bei Ihrer Vernehmung in Troppau ausgesagt, Sie seien Zeuge der Ermordung von Häftlingen durch Genickschuß gewesen.4 Heute sagen Sie, Sie haben nur die Schüsse gehört, gesehen haben Sie nichts. Stimmt das?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Opavě řekl, že jste byl svědkem zavraždění vězňů střílením. A dnes říkáte, že jste to neviděl.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No protože jsem je některé viděl už v rakvi, a někteří ještě stáli, tak to bylo samozřejmé, že stříleli, a potom, když jsem přišel do bunkru, tak jsem slyšel střílet .

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, wie die Toten in der Kiste lagen. Ich habe andere dort gesehen, die offensichtlich zur Erschießung dastanden. Ich habe, während ich im Bunker war, auch diese Schüsse gehört.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A ještě, byla to taková velká truhla, že [+ se jich] tam vešlo víc.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine große Kiste.

 

Vorsitzender Richter:

Wann sind Sie wieder von Auschwitz weggekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste se vrátil z Osvětimi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Vrátil z Osvětimi?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste šel z Osvětimi pryč?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo někdy v srpnu 43 nebo kdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es muß im August 43 gewesen sein.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Přímo [+ do] Buchenwaldu.

 

Vorsitzender Richter:

Im August 1943.

 

Dolmetscher Benesch:

Ging ich nach Buchenwald.

 

Vorsitzender Richter:

Da gingen Sie nach Buchenwald. Und in der Zwischenzeit – mit der Unterbrechung Ihrer Verhaftung und Ihrer Krankheit war das etwa von Dezember bis zu dem August 43 – waren Sie auf der Zahnstation tätig?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste na zubním ambulatoriu S S mimo Vaší nemoci a Vašeho zatknutí Politickým oddělením od prosince 42 až do srpna 43?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, já jsem byl na SS, jak jsem tam byl přidělen, že ano, pak jsem byl nemocný, pak jsem šel na ten blok dvacátý, a pak jsem se zase vrátil na SS, zase jsem normálně pracoval a šel jsem na osmý blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war auf der Zahnstation, wurde dann krank. Dann wurde ich verhört von der Politischen Abteilung, arbeitete weiter im Ambulatorium und ging dann auf den Block 8.

 

Vorsitzender Richter:

Während Ihrer Zeit in dem SS-Zahnrevier haben Sie, wie Sie bereits vorhin sagten, gearbeitet mit Doktor Frank, mit Doktor Schatz und mit einem

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

Zeiner. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Zeiner, ja. Haben Sie in dieser Zeit auch Wahrnehmungen gemacht darüber, daß goldene Zähne, Kronen und ähnliche Dinge, die den verstorbenen Häftlingen ausgebrochen wurden, da gesammelt worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste pracoval na té zubní stanici SS, viděl jste, že tam byly zlaté zuby, které byly vylámány vězňům?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo. To byla taková bedna.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine Kiste.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A byl tam takový kulatý a podlouhlý otvor.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dort war eine runde und eine längliche Öffnung.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A u toho dole zámek.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ein Schloß daran.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Takový visací zámek.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein Hängeschloß.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie einmal dabei beteiligt?

 

Dolmetscher Benesch:

Účastnil jste se toho?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, já jsem to jen viděl,

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nur gesehen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože ta laboratoř byla hned vedle ordinace.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses Laboratorium war gleich neben der Ordination.

 

Vorsitzender Richter:

Wie? Das habe ich eben nicht verstanden. Dieses Laboratorium?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Laboratoř byla hned vedle ordinace. Měl jsem možnost tam mít přístup.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Laboratorium war gleich neben dem Ordinationszimmer. Ich hatte Zugang in dieses Laboratorium.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože nás bylo 13 Häftlinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren 13 Häftlinge.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A z toho byli čtyři židé.

 

Dolmetscher Benesch:

Davon waren vier Juden

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Vier Juden, — kteří to zpracovávali. Ty korunky vyklepávali a [tavili je].

 

Dolmetscher Benesch:

Die die Aufgabe hatten, diese Goldkronen loszubrechen und einzuschmelzen.

 

Vorsitzender Richter:

Und einzuschmelzen. Und das geschah in dem Laboratorium neben Ihrem Ambulanzraum?

 

Dolmetscher Benesch:

A to se dělo v laboratoři vedle vaší ordinace?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Erinnern Sie sich bitte einmal an die Zeit, wo Sie in dem Krankenrevier lagen, mit Flecktyphus nämlich, in Block 20. Kam es da vor, daß Selektionen stattfanden, wobei Häftlinge ausgesucht wurden zur Tötung?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosíme, vzpomeňte si na ten čas, jak jste ležel nemocen na bloku 20 se skvrnitým tyfem. Byly tenkrát selekce, kde byli vězni vybráni na smrt?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie in dieser Zeit nicht hohes Fieber, als Sie dort lagen?

 

Dolmetscher Benesch:

Neměl jste vysokou horečku?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No měl. Když jsem onemocněl, byl jsem na SS. A když jsem měl ty velké horečky, tak mě zavezl Unterscharführer Zein er do lágru, protože sám jsem tam nemohl jít.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe dieses hohe Fieber ja noch auf der SS-Station bekommen, und ich konnte dann kaum gehen. Dann brachte mich Unterscharführer Zeiner dorthin.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, ten mě odvezl na blok, do nemocnice, a tam jsem potom ležel. Říkal ještě: — »Geben Sie Obacht, der muß leben.« So hat er gesagt, der Zeiner.

 

Dolmetscher Benesch:

Zeiner brachte mich auf Block 20 und sagte dort: »Geben Sie Obacht, der muß leben.«

 

Vorsitzender Richter:

Hat der Zeiner gesagt.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Der Zeiner, ja. Daran kann ich mich noch erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Wie gingen denn solche Selektionen vor sich? Können Sie uns das einmal schildern?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak byly [+ prováděny] tyto selekce?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, já jsem tam asi tak týden nebo šest dní měl horečky, to jsem nic nevnímal, to jsem ležel nemocný jak lazar. A pak, když jsem se z toho probral, tak jsem viděl, jak Klehr, Oberscharführer, a doktor [Pause] sakra, jak on se jmenoval?

 

Vorsitzender Richter:

Entress.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Entress, ja, gut, danke, — jak přišli. Já jsem ležel nahoře, ve třetím poschodí, hned u dveří, takže jsem svrchu krásně viděl, co všechno dělali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich lag etwa eine Woche mit hohem Fieber. Während der Zeit kann ich mich an nichts erinnern. Ich war wie Lazarus. Dann aber erinnere ich mich später, daß Oberscharführer Klehr mit Doktor Entress hereinkam. Ich lag gleich bei der Tür oben im dritten Stock. Und so konnte ich von oben gut sehen, was geschah. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Sie meinen, auf der dritten Etage dieser Liegestätten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja, dieser Etagenbetten, oben. — To jsme leželi tři na jedné pos teli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das waren also Drei-Etagen-Betten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und wie ging das? Es kam herein der Doktor Entress mit Klehr, sagten Sie eben. Und was geschah dann?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišel dovnitř doktor Entress a Klehr.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

A co se potom stalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, měli v ruce takovou kartotéku, držel ji Klehr. Vidím to ještě jako dneska.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr hielt Karteikarten in der Hand.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich wie heute. Ich sehe es heute noch.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No a potom jsem viděl, že jim píchal nějakou injekci. Klehr píchnul, i ten Entress, ten píchal těm nemocným.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Těm těžce nemocným píchal nějakou injekci přímo do srdce nebo někam.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe gesehen, daß Klehr selbst dort gespritzt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wo war denn das, daß der Klehr da selbst gespritzt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde to bylo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Na 20. bloku nahoře. Po levé straně, jak se šlo.

 

Dolmetscher Benesch:

Im 20. Block oben links.

 

Vorsitzender Richter:

Im Block oben links, im Block 20 nämlich.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Also nicht etwa in dem Krankensaal, wo Sie lagen?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nein, dort nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Dort nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

V té nemocnici, kde jste ležel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam, kde jsem ležel.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort, wo ich gelegen habe.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem viděl svrchu, z postele.

 

Dolmetscher Benesch:

Das sah ich von oben vom Bett aus.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, damit wir da keinem Irrtum unterliegen, wollen wir das noch mal ganz genau feststellen.

 

Dolmetscher Benesch:

Abychom se nemýlili, ještě jednou.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Sie waren in Block 20, im ersten Stock vermutlich. Oder im Parterre?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste byl v prvním poschodí bloku 20?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

V prvním poschodí [+ bloku] 20, nahoře.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Also oben?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Oben.

 

Vorsitzender Richter:

Und lagen dort in einem Krankensaal. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wie viele Leute

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

To byl velký sál, bylo tam možná takových 300 vězňů.

 

Dolmetscher Benesch:

V nemocničním sále. — Es war ein großer Saal. Dort waren vielleicht etwa 300 Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Waren etwa 300 Häftlinge in diesem Saal. Und Sie lagen in Bettstellen, die drei Stockwerke übereinander waren?

 

Dolmetscher Benesch:

To byly postele, které byly ve třech patrech nad sebou?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ve třech patrech jsme leželi, po třech. I čtyři, podle toho, jak to bylo, ale většinou po třech.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren drei Etagen diese Betten übereinander. Wir lagen oft zu dritt noch drin.

 

Vorsitzender Richter:

Nun kam Doktor Entress mit Klehr herein, und Klehr hatte Karteikarten in der Hand.

 

Dolmetscher Benesch:

A do té místnosti přišel doktor Entress s Klehrem a Klehr držel v ruce kartotéku?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah nun weiter mit den Karteikarten, und was machte Doktor Entress, was machte Klehr?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo s kartotékou? Copak dělal doktor Entress a copak dělal Klehr?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jednoduše. Klehr vytahoval karty nemocných, kteří přijdou do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr zog Karten heraus, ich nahm an, es sind die Kranken, die für die Gaskammer bestimmt sind. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Co dělal doktor Entress?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Doktor Entress, já jsem ho viděl asi dvakrát nebo třikrát, píchal nějakou injekci, nevím, jaká to byla, a Klehr to potom dělal také.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Doktor Entress zwei- oder dreimal gesehen, daß er Spritzen gab, und Klehr

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Moment, hier nicht so schnell, nicht so schnell. Wir sind noch gar nicht am Spritzen. Wir sind jetzt zunächst an den Karteikarten. Klehr zog die Karten heraus. Was geschah nun?

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr vytahoval ty karty. A copak se potom stalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No a pak šli k těm nemocným.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann gingen Sie zu den Kranken.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se potom stalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Oni celý ten sál nejprve prohlédli, a pak šli a píchali některým lidem tu injekci.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie besichtigten erst die Kranken im Saal, und dann gingen Sie hin und haben bestimmte Leute gespritzt.

 

Vorsitzender Richter:

Sie besichtigten die Kranken im Saal.

 

Dolmetscher Benesch:

Dívali se na nemocné v celém sále?

 

Vorsitzender Richter:

Gingen sie dann heraus aus dem Saal, oder blieben sie drin?

 

Dolmetscher Benesch:

Po prohlídce nemocných šli ze sálu ven nebo zůstali v sále?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Kteří?

 

Dolmetscher Benesch:

Der Doktor Entress a Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Entress und Klehr.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, ti tam zůstali jen chvíli. Když ty injekce odbyli, šli pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie blieben dort, spritzten, und dann erst gingen sie weg.

 

Vorsitzender Richter:

In dem Krankensaal?

 

Dolmetscher Benesch:

V sále, kde leželi nemocní?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesem Saal.

 

Vorsitzender Richter:

Wo die 300 Häftlinge drin waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde leželo 300 vězňů?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten sie denn Spritzen und Flüssigkeit mitgebracht? Und wer zog denn die Spritzen nun auf?

 

Dolmetscher Benesch:

Měli s sebou injekce a sérum? A kdo to plnil?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Měli. To vytahoval Klehr. To dělal většinou on.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr machte es meistens. Sie hatten Spritzen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

War das in dem Saal, oder war da ein abgeteilter Raum, oder war das ein Nebenraum?

 

Dolmetscher Benesch:

Byla [+ ta] místnost, kde to dělali, ještě nějak oddělená, nebo to dělali v tom sále?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, přímo na posteli to píchali.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie haben es an den Betten gemacht.

 

Vorsitzender Richter:

An den Betten?

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer hat denn nun die Spritze den Leuten eingeführt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo dával injekce?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, první dával doktor Entress a potom Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Male Doktor Entress und dann Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Nun lagen aber doch in diesen Bettgestellen meistens nicht die Menschen allein, sondern es lagen doch zwei oder drei zusammen auf so einer Etage.

 

Dolmetscher Benesch:

V jedné posteli leželo ještě víc než jeden?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Tři jsm e leželi.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal drei.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und dann hat man einen von diesen dreien totgespritzt da?

 

Dolmetscher Benesch:

A jeden z těch třech dostal injekci?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Někdy dostali dva vedle sebe, to byli těžce nemocní, kteří už nemohli chodit, tak ty tam oddělali oni.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal waren es ja die Schwerkranken, die nicht mehr gehen konnten, die unten lagen. Und dann haben auch mehrere, die in einem Bett lagen, diese Injektion bekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah nun mit den Leuten, die oben in der dritten Etage lagen?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo s lidmi, kteří leželi ve třetím patře?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To dělali v prvním, většinou vprostředku.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens lagen diese Kranken in dem mittleren Bettenstockwerk.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Oni nechodili nahoru.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie gingen nicht nach oben hinauf.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To by po tom museli lézt.

 

Vorsitzender Richter:

Und wenn einer oben lag?

 

Dolmetscher Benesch:

A když někdo ležel nahoře?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ta m nic. Buď tam byli lepší vězni; já nevím, jak to bylo rozdělené, víte?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wie es eingeteilt war. Vielleicht lagen dort die weniger schwer Kranken oder die besseren Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo wurden denn die Spritzen eingeführt bei dem Häftling? In die Brust oder in den Arm oder ins Bein oder wohin?

 

Dolmetscher Benesch:

A kampak se dávaly ty in jekce vězňům?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, tu, do srdce.

 

Dolmetscher Benesch:

In die Brustseite, also in die Herzseite.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ještě si musel dát ruku takhle na zeď, ještě jsem viděl, jak mu tu ruku tam dali nahoru.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie gaben auch die Hand herauf. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herauf. Vors Gesicht. Und das geschah alles in den Liegestätten da?

 

Dolmetscher Benesch:

A to všechno se stalo v té nemocniční místnosti?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah daraufhin, wenn ein Mensch eine solche Spritze bekommen hatte?

 

Dolmetscher Benesch:

A co se stalo, když člověk dostal takovou injekci?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, to za chvíli umřel.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einer Weile starb er.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A potom?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No pak ho buďto v dekách vynesli, ale já jsem jednou viděl, jak [+ mrtvého] skutečně vyhazovali oknem. Ale to dělali většinou ti ošetřovatelé, co byli támhle, víte?

 

Dolmetscher Benesch:

Sie trugen ihn dann entweder in einer Decke fort, die Pfleger, die dort waren. Ich habe auch gesehen, daß sie die Leiche zum Fenster hinausgeworfen haben.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja, also diese Darstellung haben wir bisher noch von keinem Zeugen gehört.

 

Dolmetscher Benesch:

Toto líčení jsme ještě od žádného svědka neslyšeli.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, jsou tady svědci, kteří to také viděli.

 

Dolmetscher Benesch:

Es sind auch Zeugen hier, die das gesehen haben.

 

Vorsitzender Richter:

Wurden auch Leute ausgesucht für die Gaskammern?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli také selektováni lidé do plynu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, to vybírali denně. Dvakrát, třikrát týdně to bylo jistě, protože si na to pamatuji. Už jsem byl zdráv, že jsem to mohl úplně vnímat, a tak jsem viděl, že to byl zase Klehr, který vybíral. Oni šli dolů, do sklepa, a co se s nimi potom dělo, to už nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Es wurde täglich manchmal zwei- bis dreimal selektiert. Es war Klehr, der diese ausgesucht hat. Die Ausgesuchten gingen in den Keller. Was mit ihnen geschah, weiß ich nicht. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Es geschah, sagten Sie, daß Klehr diese Opfer aussuchte, und die gingen dann in den Keller. Was weiter mit ihnen geschah, weiß der Zeuge nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že Klehr vybíral nemocné

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

A potom je odvedl do sklepa, a co se s nimi potom stalo, nevíte.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To už nevím. Ale podle doslechu, jak mi to říkali ti ošetřovatelé, šli potom na auto a do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht. Aber vom Hörensagen weiß ich, daß die Pfleger erzählten, die wurden auf ein Auto gejagt und in die Gaskammer gefahren.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To se tam dělalo pomalu každý druhý den, denně.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist sehr häufig dort, nahezu jeden zweiten Tag, geschehen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele Menschen wurden denn bei einer solchen Auswahl nach Ihrer Meinung für die Gaskammer bestimmt?

 

Dolmetscher Benesch:

A kolik lidí bylo vybráno při takové selekci?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, z mého sálu, co jsem viděl, tak jich byl takový průměr, asi 50 jich vybrali.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Durchschnitt war etwa bei 50. Von dem, was ich gesehen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele Menschen wurden jeweils getötet durch diese Injektionen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kolik jich bylo průměrně usmrceno [+ injekcemi]?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jich mohlo být osm, deset.

 

Dolmetscher Benesch:

Acht bis zehn konnten es gewesen sein.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Co to bylo za Häftlinge, to nevím, protože se to sbíralo ze všech lágrů.

 

Dolmetscher Benesch:

Was das für Häftlinge waren, weiß ich nicht. Sie wurden ja aus allen Lagern dorthin gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Wie oft geschahen denn derartige Selektionen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolikrát se děly takové selekce?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem to viděl dvakrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es zweimal gesehen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Dvakrát nebo třikrát jsem to viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei- oder dreimal habe ich das gesehen

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Za m ojí přítomnosti, když jsem byl v nemocnici.

 

Dolmetscher Benesch:

Während meiner Anwesenheit in dieser Krankenstation.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wie hieß denn damals der Häftlingsarzt, der Sie behandelt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se jmenoval lékař-vězeň, který Vás ošetřoval?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To nevím, já už [+ si] je nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht. Daran erinnere ich mich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie auch einen Pfleger dort?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl jste tam také ošetřovatele?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, co nám měřil horečku a dával nám pilulky.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, es war einer, der uns Temperatur gemessen hat und die Pillen reichte.

 

Vorsitzender Richter:

Wie hieß denn der?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se jmenoval?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To já nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie nicht. Nun, der Oberscharführer Klehr, war denn der Blockführer in diesem Hause?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl Klehr Blockführer v tom bloku?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, on měl pod sebou celý Krankenbau.

 

Dolmetscher Benesch:

Ihm unterstand der ganze Krankenbau.

 

Vorsitzender Richter:

Mußten Sie dort auch Appelle abhalten oder

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Dě lali jste tam také apely?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Ähnliche Zählungen? Ja?

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie geschah denn das? Mußten Sie da antreten?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak se to odehrávalo, museli jste nastoupit?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Každý musel nastoupit do řady.

 

Dolmetscher Benesch:

Jeder mußte in einer Reihe antreten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

V chodbě to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Flur.

 

Vorsitzender Richter:

Im Flur antreten. Wer hat denn den Appell dann abgenommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo tam byl u toho apelu, kdo to vedl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, byl tam u toho Klehr a byl tam také kápo té nemocnice. Jakýsi vedoucí, já nevím, jestli to byl kápo, protože já jsem tam byl krátkou dobu a hned jsem šel zase pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war Klehr, der den Appell abnahm. Und dann war dort der Kapo des Krankenbaus. Wer das war, das weiß ich nicht. Ich war ja nicht lange dort.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie bei dieser Gelegenheit auch mal eine persönliche Bekanntschaft mit dem Klehr gemacht?

 

Dolmetscher Benesch:

[ Seznámil jste se také osobně ] s Klehrem v této době?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, to chci právě říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Das möchte ich gerade sagen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To byla smutná věc, že jsem právě tam první den nastoupil. Bylo to ráno. Z osmého bloku jsem přišel na 11. blok, vlastně na jednadvacátý. Stáli jsme tam, dva nováčci, co tam přišli, a nerozuměli jsme, když ten kápo říkal: »Kehrt euch!« Zůstali jsme stát, já a ten druhý, ten holandský žid.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam mit einem anderen Häftling am ersten Tag dort morgens zum Appell. Es wurde kommandiert: »Kehrt euch!« Wir verstanden es nicht und blieben miteinander stehen, ich und dieser andere Häftling, ein holländischer Jude.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Oni se obraceli doprava a my stáli. Ti ostatní, ti tomu povelu už rozuměli, tak se obrátili.

 

Dolmetscher Benesch:

Die anderen, die diesen Befehl verstanden hatten, drehten sich um, und wir blieben stehen.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah daraufhin?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo potom?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No tak on nás tam zahlédl. Samozřejmě první jsem byl na řadě já, tak mě zmlátil, zkopal a dva zuby mi vymlátil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich stand am nächsten zu ihm. Er sah, daß wir diesem Befehl nicht nachgekommen waren. Er schlug mich und trat mich. Ich habe zwei Zähne dabei verloren.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A toho druhého vězně, toho úplně ubil, toho jsem potom neviděl. Skákal po něm těma vysokýma botama.

 

Dolmetscher Benesch:

Den anderen Häftling hat er so zusammengeschlagen, ich habe den Häftling später nicht mehr gesehen. Er sprang auf ihm mit seinen hohen Stiefeln herum.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit diesem Häftling dann später?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo s tím vězněm?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Toho už jsem neviděl, to nevím, kde je.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich nachher nicht mehr gesehen. Das weiß ich nicht.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já myslím, že byl také odvezen do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, er wurde ebenfalls in die Gaskammer gefahren.

 

Vorsitzender Richter:

In die Gaskammer?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože on byl také přidělený na to komando.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war dem Kommando zugeteilt.

 

Vorsitzender Richter:

Welchem Kommando?

 

Dolmetscher Benesch:

K jakému komandu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Na zubní.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zahnstation.

 

Vorsitzender Richter:

Er war dieser Zahnstation zugeteilt. Er blieb liegen. Sie haben ihn nicht mehr gesehen. Sie haben aber ausgesagt bei Ihrer Vernehmung in Troppau: »Der Häftling blieb liegen und wurde später in die Gaskammer zum Zwecke der Verbrennung gebracht.« 5

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v Opavě řekl, že ten vězeň zůstal ležet a později byl odvezen do plynu, aby byl spá len.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No ano, to se tam tak dělalo. To byla běžná věc.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein normales Verfahren dort. So geschah das ja immer.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das wissen wir auch. Aber uns interessiert, zu hören, ob Sie das selbst beobachtet haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Soud zajímá, jestli jste to sám pozoroval?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, já jsem pozoroval, jak ho bili. Protože jsem se z toho trochu vzpamatoval, vstal jsem a utekl ven. No a ten vězeň tam zů stal ležet. A pak ho vynesli ven, a co se s ním stalo, to nevím, ale zaručeně byl odvezen pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß er so geschlagen wurde, bis er liegenblieb. Und später wurde er herausgetragen. Und ich habe ihn, obwohl er meinem Kommando zugeteilt war, nicht mehr gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

War das ein holländischer Jude?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to holandský žid?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Holandský žid.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ten měl být také přidělen na to zubní komando.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war zugeteilt der Zahnstation, diesem Kommando.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tenkrát jich vybral Hauptsturmführer Teuber osm.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Hauptsturmführer Teuber hat damals acht Leute dafür ausgesucht.

 

Vorsitzender Richter:

Als Sie in dem Zahnrevier waren, lag doch gegenüber das Krematorium, wie Sie uns berichtet haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Naproti zubní stanici stálo krematorium, jak jste řekl.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie gesehen, daß in diesem Krematorium Vergasungen oder sonstige Tötungen von Menschen vorgekommen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že v tomto krematoriu byl někdo zaplynován nebo nějak jinak usmrcen?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, to jsem viděl, neboť jsem kolem toho chodil. Často jsem byl Zeinerem poslán do řeznictví, a tak jsem několikrát viděl, že tam přijelo auto nebo takový dřevěný vůz, a lidi házeli přímo do plynu. A viděl jsem dokonce, že sebou ještě hýbali, a to by stačilo, ne?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin öfters dort vorbeigegangen, da ich von Zeiner öfters zur Fleischerei geschickt wurde. Und da sah ich wiederholt, daß ein Auto oder ein Holzwagen vorbeifuhr und die Leute [vergast] wurden. Dabei haben sich aber einige bewegt.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, a tak jsem to viděl na vlastní oči. Dokonce jsem viděl, když se zdráhali, že jednoho odstřelil. Ale to nebylo v ten den, to bylo zase později.

 

Dolmetscher Benesch:

Später habe ich dann gesehen, wie einer sich weigerte, in das Gas zu gehen, und dort erschossen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Moment. Also nun möchte ich das mal ganz genau wissen von Ihnen. Zunächst einmal: Dieses Krematorium, hatte das keine Mauer oder eine Holzwand oder irgend etwas um sich herum?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to krematorium ohrazené nějakou [+ hradbou] ze dřeva nebo z kamene?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, byla to zděná budova.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war nur die steinerne Mauer des Krematoriums da.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und war auch ein Tor da?

 

Dolmetscher Benesch:

Byla tam také vrata?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Wie sind denn dann die Leute durch die Mauer gekommen?

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

My jsme byli hned u cesty.

 

Dolmetscher Benesch:

Ne. — Wir waren gleich am Weg.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam vedla cesta kolem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ging ein Weg direkt am Krematorium vorbei.

 

Vorsitzender Richter:

Aber Sie sagten doch eben, um das Krematorium war eine Mauer gebaut.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, ich habe gesagt, das Krematorium hatte nur diese steinerne Mauer des Hauses selbst.

 

Vorsitzender Richter:

Also die Hauswand?

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und keine Mauer drum herum, kein Zaun drum herum, gar keine Absperrung?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebyla tam nějaká dřevěná nebo kamenná ohrada?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Za mé přítomnosti ne, to si nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Während meiner Anwesenheit dort nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht. Waren Sie einmal in dem Krematorium?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste uvnitř v krematoriu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, tam se nikdo nedostal.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, dort kam keiner herein.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, was da eigentlich innen für Einrichtungen waren und was da für Räume waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jaké místnosti a zařízení byly uvnitř?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, vím jenom, že to bylo krematorium, a že tam dávali lidi, to jsem viděl. A potom vím, že se z toho komína denně, i v noci kouřilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß dort Leichen verbrannt wurden und der Schornstein Tag und Nacht rauchte.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Když jsme přišli ráno na komando, tak se z toho kouřilo zas, pořád.

 

Dolmetscher Benesch:

Und auch in der Früh, wenn wir zur Arbeit, zum Kommando kamen, rauchte der Schornstein noch immer.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch einmal hineingesehen in dieses Krematorium?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste jednou dovnitř toho krematoria?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, tam jsem nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wissen also gar nicht, wie das innen aussah?

 

Dolmetscher Benesch:

Nevíte, jak to uvnitř vypadalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, tam jsem se nedostal. Tam mohli přijít ti, kteří tam ty mrtvé házeli, takové komando. Nevím, kdo to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort konnten nur Angehörige eines Kommandos hinkommen, die die Toten in das Krematorium brachten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To esesáci nebyli, to dělali zase Häflinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Das machten Häftlinge, nicht SS-Männer.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ti tam jenom poroučeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Die kommandierten dort nur.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und haben Sie mal die Öfen gesehen, wo die Verbrennungen vorgenommen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ty pece, kde bylo páleno?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben aber doch bei Ihrer richterlichen Vernehmung gesagt, es wurden nicht nur tote, sondern auch lebendige Menschen direkt in den Ofen geworfen.6

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl u soudu v Ostravě, že nejen mrtví, [+ ale] i živí byli házeni do pece.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No to je samozřejmé, že do pece ne, ale byli házeni do těch dveří krematoria.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurden durch die Türe hineingeworfen in das Haus, in das Krematorium.

 

Vorsitzender Richter:

In das Haus. Ja, aber Sie haben doch hier gesagt: »in den Ofen«.

 

Dolmetscher Benesch:

V Ostravě nebo v Opavě jste řekl, do pece.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

U nás se to tak říká. Když do kremace, tak do ohně.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei uns wird gesagt: ins Krematorium. Das heißt: in den Ofen. [Pause]

 

Vorsitzender Richter:

Na. Sie haben weiterhin gesagt: [Pause] »Wir waren im ersten Stock, wohin wir vom Erdgeschoß übersiedelten, und konnten beobachten, was um den Krematoriumsofen herum geschah.« 7 Was soll denn das heißen?

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste, že jste byl na zubní stanici v prvním patře, kam jste přesídlili zdola.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, my jsme přesídlili zdola nahoru.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano, to jste řekl, a že jste mohl nahoře pozorovat.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne nahoře, dole jsem mohl pozorovat, protože ta okna byla u krematoria.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe von unten her die Sache beobachten können, weil von unten her die Fenster zum Krematorium hinführten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, nun steht aber hier geschrieben, Sie konnten beobachten, was um den Krematoriumsofen herum geschah.

 

Dolmetscher Benesch:

Je tam zapsáno, že jste mohl pozorovat, co se dělo okolo pece v krematoriu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, okolo kremace.

 

Dolmetscher Benesch:

Um das Krematorium herum.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tam u té kremace jsem nebyl, tam jsem se nedostal.

 

Dolmetscher Benesch:

Innen war ich nicht, da bin ich nicht hineingekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Das sind Vorhalte aus dem Anlageband zum Beweisantrag der Staatsanwaltschaft vom 22.9.19648 aus der Vernehmung des Zeugen vom 25. Januar 1964, Blatt 117 dieser Beiakten. Sie sagen also, »Krematoriumsofen« soll heißen: das Krematorium.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy myslíte tedy pec.

 

Vorsitzender Richter:

Das Gebäude.

 

Dolmetscher Benesch:

Tím myslíte celé krematorium, celou budovu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, celou budovu.

 

Dolmetscher Benesch:

Damit meine ich das ganze Gebäude.

 

Vorsitzender Richter:

Das ganze Gebäude. Und wieso wissen Sie, daß Menschen lebend in die Öfen geworfen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak víte, že lidé byli házeni do pece ještě zaživa?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože jsem vždycky chodil tomu Zeinerovi do řeznictví pro vuřt, a to jsem šel kolem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich ging öfter für Zeiner in die Fleischerei und ging an diesem Krematoriumsgebäude vorbei.

 

Vorsitzender Richter:

Und? Was haben Sie da gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

A co jste viděl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No viděl jsem, že lidé sebou na tom voze ještě hýbali, že tam byli mezi nimi ještě živí.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sah, daß auf diesem Wagen, auf den Menschen aufgeladen waren, auch noch lebende Menschen waren. Denn sie bewegten sich noch.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A dokonce jsem viděl, jak se tam jeden zdráhal, takže byl potom zastřelen.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich habe auch gesehen, wie einer sich weigerte und dort erschossen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Und diejenigen, die sich nicht weigerten, von denen haben Sie gesehen, daß sie in dieses Gebäude hineingetrieben wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

A vy jste vi děl, že ty, kteří se nezdráhali, hnali do krematoria?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, to je hnali přímo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Aber ob sie lebend verbrannt wurden, das haben Sie nicht gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

[+ Ale] jestli byli zaživa spáleni, jste neviděl.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, jednou. Jak byli u krematoria, tak už víte zaručeně, že je spálili, že je tam tak nenechali.

 

Dolmetscher Benesch:

Sowie sie einmal in dem Gebäude waren, sind sie ja wohl verbrannt worden.

 

Vorsitzender Richter:

Ich will nicht wissen, was wohl geschehen ist, sondern was der Zeuge gesehen hat. Haben Sie gesehen, daß Menschen lebendig verbrannt wurden, oder haben Sie es nicht gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste na vlastní oči, že lidé byli zaživa páleni?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem neviděl, protože tam jsem se nedostal.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nicht gesehen, weil ich in dieses Gebäude nicht hineingekommen bin.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das glaube ich nämlich auch.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To už bych tu dneska nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn ich in das Gebäude hereingekommen wäre, wäre ich heute nicht hier.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber deshalb soll man auch nicht sagen, daß die Menschen direkt in den Ofen geworfen worden sind. Vielleicht sind sie tatsächlich vorher erst noch getötet worden. Sie wissen es jedenfalls nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Nemůžete proto říkat, že lidé byli přímo zaživa házeni do pece. Snad byli ještě předtím usmrceni.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To nevím, ale věřím, že tak to bylo. Protože tam se dělalo ledacos. V Osvětimi se dělaly hrůzné věci.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht, wie es gewesen ist. Aber es geschahen ja furchtbare Dinge dort.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun weiterhin: Können Sie sich entsinnen, daß 1943 elf polnische [Staatsangehörige] aufgehängt worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Pamatujete se, jak bylo v roce 43 pověšeno [+ jedenáct] Poláků?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Bylo jich 11 nebo 12. Já nevím, to si teď přesně nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren elf oder zwölf. Ich weiß es nicht mehr genau.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo geschah das?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde se to stalo?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Před kuchyní.

 

Dolmetscher Benesch:

Vor der Küche.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Stáli jsme všichni v takovém čtverci. Já jsem byl vzadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir standen im Karree.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer machte das?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo je věšel?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To jsem neviděl, protože jsem byl hodně vzadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es nicht gesehen, ich war ganz weit hinten gestanden.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ale museli jsme všichni nastoupit.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber wir mußten alle antreten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To byla taková výstraha pro ostatní vězně.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war eine Warnung für die anderen Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, haben Sie von den SS-Leuten, die dort waren in Auschwitz, noch andere gekannt außer Klehr, Schatz, Frank und denen, die Sie uns bisher genannt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste ještě jiné příslušníky SS, kteří byli v Osvětimi, mimo Klehra, Franka a ty, které jste jmenoval?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar wen?

 

Dolmetscher Benesch:

A koho?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Hauptsturmführer Aumeier.

 

Dolmetscher Benesch:

Aumeier.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Potom tam byl Höß, to byl velitel v lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Höß, der Kommandant des Lagers.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wieso haben Sie den gekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč jste ho znal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

On vždycky všude chodil. I u nás v zubárně byl několikrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ging ja öfters herum. Auch bei uns in der Zahnstation war er wiederholt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Weiter.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No a pak z Politického pododdělení, tam byl ten Palitzsch, Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Von der Politischen Abteilung waren dort Palitzsch, Stiwitz.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Grabner nebo — wie heißt er noch?

 

Dolmetscher Benesch:

Grabner.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Obersturmführer war er damals.

 

Dolmetscher Benesch:

Obersturmführer.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To si pamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

An die erinnere ich mich.

 

Vorsitzender Richter:

Grabner. Sonst noch an jemanden?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem se o ně vůbec nestaral, znal jsem je jenom, jak k nám chodili se zubama.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kamen ja viele zu uns wegen einer Zahnbehandlung. Aber um die habe ich mich ja weiter nicht gekümmert.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Bylo lepší, když se o ně člověk nestaral.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war immer besser, wenn sich ein Mensch um diese nicht kümmerte.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Boger?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste Bogera?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Broad?

 

Dolmetscher Benesch:

Broad?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. Slyšel jsem o nich, ale neznám je.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe von ihnen gehört, aber ich kenne sie nicht.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A nepřišel jsem s nimi do styku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam mit ihnen nicht in Berührung.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Franz Hofmann?

 

Dolmetscher Benesch:

Hofmanna?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To je těžko říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist jetzt schwer zu sagen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ta jména mi už vypadla; už je to 22 roků.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Namen sind mir entfallen, es ist jetzt 22 Jahre her.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Oswald Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte Kaduka?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Také ne.

 

Vorsitzender Richter:

Ja?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Kannten Sie Herbert Scherpe? [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Scherpe?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. Mně ta jména všechna vypadla.

 

Dolmetscher Benesch:

Mir sind die Namen entfallen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wer hat Ihnen denn diese Namen im Januar dieses Jahres gesagt, als Sie in Troppau vernommen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo Vám řekl tato jména, když jste byl v lednu tohoto roku vyslýchán v Opavě?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, říkal jsem tam u toho soudu, že jsem je viděl, jak chodili k nám na ošetřovnu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe damals, bei diesem Gericht, gesagt, daß ich viele SS-Leute gesehen habe, die zu uns zur Zahnbehandlung kamen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A jinak jsem s nimi nebyl ve styku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und im übrigen hatte ich mit denen ja nichts zu tun.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben damals gesagt: »Als Patienten in der SS-Abteilung in Auschwitz erinnere ich mich an Wilhelm Boger, Pery Broad, Franz Hofmann, Oswald Kaduk und Herbert Scherpe.« 9

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste tenkrát řekl, že se pamatujete ještě na tyto pacienty. [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, oni k nám chodili se zuby. Ale já jsem s nimi vůbec nebyl ve styku, takže si pamatuji jen ta jména.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja. Die Namen kenne ich noch, sie kamen ja auch zu uns zur Behandlung. Aber ich hatte keinen persönlichen Kontakt mit ihnen.

 

Vorsitzender Richter:

Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß die Männer, wenn sie gekommen sind, sich Ihnen vorgestellt oder gar noch ihre Vornamen genannt haben.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, darf ich bitte fragen: Blatt wieviel der Vernehmung?

 

Vorsitzender Richter:

120. [...] Auf Blatt 9 dieser Einzelvernehmung. [...] Nebenklagevertreter Raabe:

Gibt es da zwei Protokolle von diesem Zeugen? Ich habe nämlich auch hier ein Protokoll, auch vom 25. Januar. Aber darin findet sich kein Satz darüber.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

[unverständlich] zwei.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Es gibt zwei, so. Entschuldigung.

 

Vorsitzender Richter:

Tja, also ich habe nur eins. [Pause] Ich habe keine Fragen mehr an den Zeugen. Sind sonst noch Fragen zu stellen? Von seiten des Gerichts? Nein. Von seiten der Staatsanwaltschaft? Keine Fragen mehr?

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Vorsitzender, ich wollte nur darauf hinweisen, diese Namen mit Vornamen, die sind wahrscheinlich in dem Vernehmungsersuchen des Untersuchungsrichters enthalten. Aufgrund dieses Ersuchens war ja die Vernehmung des Zeugen Polednik durchgeführt worden. Und von dieser Vernehmung ist hier eine Durchschrift überreicht worden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Scherpe steht [unverständlich] und so weiter. Pery Broad und Wilhelm Boger, Franz Hofmann und so weiter. Nun, also dem Zeugen sind die Männer nicht näher bekannt, da brauchen wir ihn auch nicht weiter zu fragen. Wenn keine Fragen mehr bei der Staatsanwaltschaft sind: Herr Rechtsanwalt Raabe, Doktor Kaul?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Keine.

 

Vorsitzender Richter:

Von seiten der Verteidigung? Herr Doktor Stolting II?

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, kennen Sie einen Mitgefangenen Czoprik? C-Z-O-P-R-I-K?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte spoluvězně Czoprika? [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Neznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, ich kenne ihn nicht.

 

Verteidiger Stolting II:

Kennen Sie einen Mitgefangenen Kazubek? [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte spoluvězně Kozubka?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, v mém komandě nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

In meinem Kommando war er nicht.

 

Verteidiger Stolting II:

War er nicht. Wissen Sie, wer zu Ihrer Zeit der Blockälteste des Blocks 8a gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdo byl starším na bloku 8a?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To byl nějaký SS-Mann.

 

Dolmetscher Benesch:

Blockältester je tady řečeno.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Blockältester byl blokový lágru, ne?

 

Dolmetscher Benesch:

Sie fragen nach dem Blockältesten?

 

Verteidiger Stolting II:

Nach dem Blockältesten des Blockes 8a.

 

Dolmetscher Benesch:

Blockältester na bloku 8a. Víte, kdo to byl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Na osmičce byl blokový Bednarek.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf 8 war Bednarek.

 

Verteidiger Stolting II:

Und 8a?

 

Dolmetscher Benesch:

A 8a?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Verteidiger Stolting II:

Wissen Sie nicht. Wie viele Häftlinge sind zur Zeit, als Sie in dem Block 8 gewesen sind, mit Ihnen da zusammengewesen? Etwa.

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik vězňů bylo s Vámi dohromady na bloku osm?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byli jsme v jedné Stube. Jak jsem tak počítal ty postele, mohlo nás být v takové světnici asi tak 70, 80.

 

Dolmetscher Benesch:

In einer Stube waren etwa 70 bis 80 Häftlinge.

 

Verteidiger Stolting II:

Das bildete den Block?

 

Dolmetscher Benesch:

A v bloku?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

V celém bloku? To nevím. Mohlo tam být řekněme takových 500, 600 lidí.

 

Dolmetscher Benesch:

Im ganzen Block? Das weiß ich nicht. Das konnten 500 bis 600 etwa sein.

 

Verteidiger Stolting II:

Trat dieser Block, zum Beispiel der Block 8, zu Ihrer Zeit, als Sie dort in Block 8 waren, geschlossen abends zum Abendappell an?

 

Dolmetscher Benesch:

Musel k večernímu apelu nastoupit celý blok, když jste tam byl?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo, musel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, wir traten an.

 

Verteidiger Stolting II:

In wie vielen Reihen standen Sie da hintereinander?

 

Dolmetscher Benesch:

V kolika řadách jste stáli za sebou?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Bylo nás řekněme tak asi deset. Po deseti.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa zehn hintereinander.

 

Verteidiger Stolting II:

Zehn hintereinander, so daß also etwa 50 bis 60 nebeneinander standen?

 

Dolmetscher Benesch:

Asi 50 nebo 60 vedle sebe?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, na stoupil celý blok. Nemůžu říct, kolik nás tam bylo celkem, ale vím, že jsme byli po deseti, protože vždycky chodil a počítal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wie viele insgesamt da waren. Ich weiß nur, daß wir zu zehnt standen, weil wir so abgezählt wurden.

 

Verteidiger Stolting II:

Sie haben vorhin bei Ihrer Befragung durch den Herrn Vorsitzenden gesagt, daß abends, bei dem Abendappell – wie Sie sagten, sogar fast jeden Abend –, Sie Häftlinge gesehen haben, die dann von dem Angeklagten Bednarek geschlagen und getreten worden seien und die Sie dann später tot gesehen hätten.

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste, že jste skoro po každém večerním apelu viděl vězně, kteří byli bití a kopaní obžalovaným Bednarkem, a potom tam leželi a byli mrtví.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, leželi před blokem.

 

Dolmetscher Benesch:

Die lagen vor dem Block, ja.

 

Verteidiger Stolting II:

Als der Angeklagte Bednarek nach Ihren Beobachtungen diese Häftlinge schlug und trat, waren Sie, Herr Zeuge, da schon angetreten?

 

Dolmetscher Benesch:

Když [+ je] obžalovaný Bednarek kopal a bil, stál jste už v řadě?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, ještě ani ne. Někteří ještě vycházeli z bloku ven. Ale když jsme byli potom všichni venku, tak to tam dělal. Někteří byli tak zeslabení z práce, že nemohli stát, no tak on je potom dodělal. Bil je a kopal do nich.

 

Dolmetscher Benesch:

Es geschah in der Regel, während der Block antrat. Also einige standen schon da, einige kamen aus dem Block heraus.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A většinou se šlo přímo z práce.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der größte Teil kam gerade von der Arbeit zum Appell.

 

Verteidiger Stolting II:

Kann sich der Zeuge an einen einzigen Fall erinnern, von dem er noch weiß, wo er gewesen ist, als der Angeklagte Bednarek einen Häftling geschlagen und getreten hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Vzpomínáte si alespoň na jeden případ, kde jste byl Vy v tom okamžiku, kdy obžalovaný Bednarek někoho bil a kopal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No to tam u něho bylo běžně.

 

Dolmetscher Benesch:

Ne, jeden případ, kde Vy jste byl. — Ein Vorfall, wo Sie dabeigewesen sind.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, jednou jsem to viděl přímo v koupelně a podruhé venku. Bylo to většinou při apelu. Někdy jsme stáli na apelu dvě hodiny a ti chlapi už byli tak zeslabení, že už nemohli stát, protože jídla bylo málo. Byli slabí, tak už klečeli, seděli, a Bednarek jak to viděl, tak je ještě víc kopal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es einmal in einem Waschraum gesehen

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Von dem Waschraum spreche ich nicht, sondern von dem Abendappell.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch öfter draußen. Es war so, daß der Abendappell

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Beim Abendappell, Herr Dolmetscher.

 

Dolmetscher Benesch:

Herr Rechtsanwalt, ich übersetze die volle Antwort, ich nehme an, es ist in Ihrem Sinne.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, ja, ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Danke schön. [...] Smím překládat?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Prosím.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich erst übersetzen?

Der Abendappell dauerte bis zu zwei Stunden. Die Häftlinge knieten oder lagen, weil sie schon sehr schwach waren. Und wenn das Bednarek sah, ging es los.

 

Verteidiger Stolting II:

Also waren die Häftlinge schon angetreten, als es losging, das heißt also, als der Angeklagte Bednarek die Betreffenden geschlagen und getreten hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Tedy vězni už byli nastoupeni, když obžalovaný Bednarek začal kopat a bít?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, někteří už byli v řadě. Byla jich spousta v řadách, které tam přímo bil.

 

Dolmetscher Benesch:

Alle, die direkt von der Arbeit kamen, standen ja schon in der Reihe.

 

Verteidiger Stolting II:

Waren die Häftlinge, die der Angeklagte Bednarek geschlagen und getreten hat – soweit der Zeuge das gesehen hat, nach seiner Bekundung –, schon angetreten oder nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli ti vězni, které obžalovaný Bednarek bil a kopal, už nastoupení nebo ne?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Někteří už byli byli nastoupení, a někteří ještě ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige waren angetreten, einige kamen heraus aus dem Block.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A potom, když byl konec apelu, tak ti mrtví leželi u té zdi.

 

Dolmetscher Benesch:

Und gegen Ende des Appells lagen die Toten bei der Wand.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo většinou, co je tak dodělal Bednarek.

 

Dolmetscher Benesch:

Und das waren die, die Bednarek erledigt hatte.

 

Verteidiger Stolting II:

Verzeihen Sie, ich habe Ihren Satz nicht ganz zu Ende gehört. Und zu Ende des Appells?

 

Dolmetscher Benesch:

Zu Ende des Appells lagen die Toten an der Wand, und das waren die, die Bednarek erledigt hatte.

 

Verteidiger Stolting II:

Wurden diese, die der Angeklagte Bednarek geschlagen und getreten hatte und die nachher an der Wand lagen, während des Appells an die Wand getragen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli ti, které Bednarek bil a kopal, odneseni během apelu k této zdi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Při apelu tam leželi.

 

Dolmetscher Benesch:

Byli odneseni k této zdi během apelu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Vězni byli odneseni k té zdi.

 

Dolmetscher Benesch:

Häftlinge trugen sie während des Appells an die Wand.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože součet musel souhlasit.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil die Zahl ja stimmen mußte.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja. Ist der Zeuge dann selbst an die Wand gegangen und hat die Häftlinge, die der Angeklagte Bednarek vorher geschlagen und getreten hatte, noch einmal gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste sám u té zdi a podíval jste se na ty vězně, které obžalovaný Bednarek bil a kopal?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Vždyť jsme je viděli! Bylo to kousek, řekněme takových 10, 12 metrů.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren ja höchstens zehn bis zwölf Meter Abstand bis zu diesen Menschen. [...]

 

Verteidiger Stolting II:

Und da hat der Zeuge aus diesem Abstand von zehn bis zwölf Metern erkennen können, daß diese Häftlinge bereits gestorben waren?

 

Dolmetscher Benesch:

A Vy jste mohl z této vzdálenosti deseti až dvanácti metrů rozeznat, že tito vězni už byli mrtví?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože sebou nehýbali, tak museli být hotoví.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie rührten sich nicht mehr.

 

Verteidiger Stolting II:

Sie rührten sich nicht mehr. Nähere Feststellungen unmittelbar bei den Häftlingen darüber, ob sie tot waren, hat der Zeuge nicht getroffen?

 

Dolmetscher Benesch:

Bližší diagnozu jste nemohl stanovit?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. Jakou diagnozu, já nejsem žádný doktor.

 

Dolmetscher Benesch:

Ale když jste tam šel blíž?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Když byl konec apelu, šli jsme kolem nich.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir gingen zum Schluß des Appells ja an denen vorbei.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A byli tam známí, kteří se k nim hlásili, většinou židé. A ti, co je znali, se na ně šli podívat a říkali: »Už je — tot«.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es waren ja auch mehrere Bekannte, meistens Juden, dabei. Die gingen dann nachher hin zu den Toten und sagten: »Er ist schon tot.«

 

Verteidiger Stolting II:

War das nicht verboten, daß die noch hingingen an die Wand?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebylo zakázané jít k té zdi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. To bylo volné.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, es war nicht verboten.

 

Verteidiger Stolting II:

Es war nicht verboten. Nun habe ich dem Zeugen noch einen Vorhalt zu machen. Herr Zeuge, Sie haben gesagt, daß die Dinge, die Sie von dem Angeklagten Bednarek unmittelbar gesehen hätten – wie er Häftlinge geschlagen und getreten hat, die nachher tot waren –, daß sich das im November 1942 einmal im Waschraum, im übrigen fast jeden Tag beim Abendappell vor dem Block zugetragen habe. Ist das richtig?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste v listopadu 42 viděl Bednarka bít a kopat jednou v umývárně a po druhé, ale jinak, zase venku u apelu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano, byl zase apel. To bylo v umývárně, a to bylo po tom apelu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich habe ihn gesehen im Waschraum und während des Appells.

 

Verteidiger Stolting II:

Sie wissen noch genau, daß es im November 1942 gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

A víte to jistě, že to bylo v listopadu 42?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Protože jsem tam nastoupil. To bylo akorát v tu dobu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das war zu der Zeit, als ich dorthin kam und dort mit antreten mußte.

 

Verteidiger Stolting II:

Bestehen gar keine Zweifel darüber, daß es im November 1942 gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Jste [+ si] jistý, že to bylo určitě v listopadu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, listopad nebo prosinec. V prosinci jsem už byl na SS, tak to mohlo být v listopadu nebo začátkem prosince.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam im Dezember zur Zahnstation der SS, das kann also auch noch in den ersten Dezembertagen gewesen sein. [...]

 

Verteidiger Stolting II:

Dann muß ich Ihnen vorhalten, daß mehrere Zeugen, darunter die Zeugen Uchwat und Pozimski, hier auch unter Eid ausgesagt haben, daß der Angeklagte Bednarek im Herbst 1942, das heißt insbesondere schon im November 1942, bereits in Birkenau war. Bleiben Sie auch dann bei Ihrer heutigen Bekundung?

 

Dolmetscher Benesch:

Svědkové tady svědčili a přísahali, že obžalovaný Bednarek byl jistě v listopadu 42 v Březince, takže tam už nebyl. Zůstáváte u Vašeho tvrzení?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, kdepak, to tam byl. Já ho znám, takový malý, silnější.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es, daß er dort war.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A ještě měl Schreibera, takového vysokého.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er hatte einen sehr großen Schreiber gehabt.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já si ho pamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich daran erinnern.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe das letzte Wort nicht verstanden. Vor dem »erinnern«, ja?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sehe ihn vor mir, er hat auch einen großen Schreiber gehabt. Ich kann mich genau daran erinnern.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Vždyť t o bylo naproti — meiner Stube.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich lag ja in der Stube ihm gegenüber.

 

Verteidiger Stolting II:

Bleiben Sie dabei, bei dieser Aussage, auch wenn ich Ihnen vorhalte, daß der Zeuge Pozimski gesagt hat, der Angeklagte Bednarek sei nach seiner konkreten, bestimmten Erinnerung bereits im März 1942 nach Birkenau gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Zůstáváte u tohoto tvrzení, i když Vám pan advokát říká, že svědek Pozimski tady přísahal, že obžalovaný Bednarek přišel prý už v březnu 42 do Březinky?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ale kdepak, on tam byl ještě za mé přítomnosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann nicht sein, er war ja während meiner Anwesenheit noch dort.

 

Verteidiger Stolting II:

Dann müssen sich also die anderen Zeugen, die das hier in der Hauptverhandlung unter Eid bekundet haben – nämlich die Tatsache, daß der Angeklagte Bednarek im Herbst 1942 längst nicht mehr in Auschwitz, Stammlager, gewesen ist –, alle geirrt haben, Herr Zeuge, nur Sie nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Tak se mu sí jiní svědkové, kteří zde tvrdili, že už na podzim 42 Bednarek v Osvětimi nebyl, mýlit.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, já se nemýlím.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, Moment. Wenn das eine Frage sein sollte, widerspreche ich.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Darauf kann der Zeuge [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Also das ist schon mehr ein Plädoyer.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nemohu se mýlit, jelikož jsem nastoupil prvně do Osvětimi. To byl můj první blok.

 

Verteidiger Stolting II:

Das war eine Frage. Das war eine Frage, ob der Zeuge der Auffassung ist, daß sich die anderen geirrt haben und nur er nicht. Das ist eine Frage von mir.

 

Staatsanwalt Kügler:

Das sind zwei Zeugen gewesen von vielen. Ich widerspreche der Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also Herr Rechtsanwalt Stolting, es ist doch so: Sie haben dem Zeugen den Vorhalt gemacht, daß andere Zeugen ausgesagt hätten, der Bednarek sei bereits in Birkenau gewesen. [...]

 

Verteidiger Stolting II:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und da hat der Zeuge gesagt, er bleibt dabei, denn er hätte ihn ja gesehen, hätte ihn kennengelernt, und er bleibt dabei. Und nun ziehen Sie eine Schlußfolgerung, nämlich die, daß dann die anderen Zeugen sich geirrt haben müßten. Das ist ja ohne weiteres möglich, eine solche Folgerung zu ziehen, nur es ist keine Zeugenfrage.

 

Verteidiger Stolting II:

Na schön, Herr Direktor, ich lasse es fallen. Ich lasse es fallen. Herr Zeuge, dann will ich Ihnen eine andere Frage stellen: Haben Sie sich hinsichtlich Ihrer verschiedenen Vernehmungen, die Sie in diesem Verfahren schon hinter sich haben, noch nie hinsichtlich der Zeitangaben geirrt?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste už v tomto procesu několikrát vyslýchán?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ne.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ich widerspreche auch dieser Frage. Wenn schon, dann soll konkret gefragt werden: Haben Sie sich geirrt bei der Antwort?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, die Frage ist beantwortet. Haben Sie sonst noch eine Frage, Herr Rechtsanwalt?

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe sie nicht gehört, die Antwort.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Ich habe die Frage noch nicht ganz übersetzen können.

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Der Herr Staatsanwalt hat dazwischengeredet, und da habe ich es nicht mehr verstanden.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam nicht dazu, die Frage komplett zu übersetzen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kamen nicht dazu

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Ich kam gar nicht dazu. Der Herr Staatsanwalt sprach dann dazwischen.

 

Vorsitzender Richter:

So, Sie haben also die Frage nicht übersetzt. Nun also, Herr Rechtsanwalt, daß sich jemand noch nie geirrt hat, das kann er wohl nicht sagen.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe nicht gesagt »noch nie«, sondern in den verschiedenen Vernehmungen dieses Verfahrens, ob er sich da noch nicht geirrt hat hinsichtlich seiner Zeitangaben.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, also Herr

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Das ist eine ganz konkrete [+ Frage]. Diese Frage halte ich unter allen Umständen aufrecht und bitte um einen Gerichtsbeschluß.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt, wir haben es ja schon festgestellt, daß er sich geirrt hat.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, deswegen, das will ich von ihm wissen. Oder die Feststellung

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

[unverständlich]

 

Verteidiger Stolting II:

Das Gericht stellt ja wohl Feststellungen erst am Ende dieser Gesamtverhandlung, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat es selbst schon gesagt, Herr Rechtsanwalt.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe es immer noch nicht gehört von ihm.

 

Vorsitzender Richter:

Vorhin, zu Anfang der Vernehmung – es ist vielleicht Ihrer Aufmerksamkeit entgangen –, hat er zunächst einmal gesagt, er sei im November dort hingekommen und nicht, wie in seiner früheren Vernehmung steht, im August.

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Richtig, Herr Direktor, aber er hat nicht gesagt, daß er sich geirrt hat – und darauf zielt meine Frage ab –, sondern er hat lediglich gesagt

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Er müßte falsch verstanden worden sein.

 

Verteidiger Stolting II:

Das müsse ein Irrtum sein. Aber er hat nicht gesagt, daß es ein Irrtum von ihm ist. Und darauf zielt meine Frage ab. Sie wird auch gegen den Widerspruch des Herrn Kaul aufrechterhalten, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich habe überhaupt nicht widersprochen.

 

Verteidiger Stolting II:

Aber dauernd dazwischengeredet.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Also, meine Herren, bitte keine persönliche Unterhaltung. Was wollen Sie nun gefragt haben, Herr Doktor Stolting?

 

Verteidiger Stolting II:

Ich frage den Zeugen: Ist es richtig, daß Sie bei Ihren verschiedenen Vernehmungen in diesem Verfahren schon verschiedene Zeitangaben gemacht haben?

 

Staatsanwalt Vogel:

Dann widerspreche ich dieser Frage, solange der Herr Verteidiger noch nicht näher präzisieren kann – und ich glaube nicht, daß er das kann –, wann diese verschiedenen Vernehmungen durchgeführt worden sein sollen. Der Zeuge ist am 25. Januar dieses Jahres vernommen worden.

 

Verteidiger Stolting II:

Da die Staatsanwaltschaft selbst im Besitze von zwei Vernehmungen ist, Herr Direktor, während, wie ich hier zu meinem Erstaunen gehört habe, das Gericht selbst nur im Besitze einer Vernehmung ist, müssen hier also mindestens vorher zwei Vernehmungen gewesen sein und heute eine weitere.

 

Staatsanwalt Kügler:

Nein, Herr Rechtsanwalt [unverständlich]

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Ich halte meine Frage aufrecht und bitte um Entscheidung.

 

Staatsanwalt Kügler:

Die sind beide vom 25. Januar und beinhalten beide dasselbe, die eine etwas länger, die andere etwas kürzer. Ich widerspreche der Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Na ja. Also, Herr Staatsanwalt, merkwürdig ist das ja immerhin. Eine Vernehmung kann ja nur einen Wortlaut haben, und die kann nicht kürzer und kann nicht länger sein.

 

Staatsanwalt Kügler:

Nein, aber die Tschechen haben das allgemein so gemacht bei vielen Zeugen: indem sie also eine Gesamtvernehmung machen und dann hinsichtlich der einzelnen Angeklagten noch einmal einen Auszug aus dieser Vernehmung gemacht haben, um es leichter zu handhaben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also Herr Rechtsanwalt Stolting will wissen, ob es richtig sei, daß der Zeuge bei seinen verschiedenen Vernehmungen in dieser Sache verschiedene Zeitangaben gemacht habe. Wir werden nachher darüber entscheiden.

Herr Rechtsanwalt Doktor Staiger.

 

Verteidiger Staiger:

Herr Zeuge, Sie sagten, daß Sie Anfang November 42 nach Auschwitz gekommen seien.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er gesagt, der Zeuge.

 

Verteidiger Staiger:

Ja. Kann es auch sein, daß Sie am 20. November nach Auschwitz gekommen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Je také možné, že jste přišel do Osvětimi 20. listopadu?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Je to možné, já si to teď nepamatuji, protože to je těžká věc. Ale vím, že to bylo asi začátkem [+ listopadu].

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß das genaue Datum nicht, aber ich meine, es wäre Anfang November gewesen.

 

Verteidiger Staiger:

Ich möchte Ihnen einen Vorhalt machen aus den Auschwitz-Heften, Nummer 3 auf Seite 102. Da ist Ihre Häftlingsnummer angegeben mit dem Ankunftsdatum 20. November.10

 

Dolmetscher Benesch:

V listech z Osvětimi, číslo tři, je Vaše číslo zapsané, a sice, že jste přišel 20. listopadu.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To je možné. Já říkám, že to bylo v listopadu, ten měsíc to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sage nicht, das war unmöglich, daß ich am 20. kam. Sondern es war irgendwann einmal im November, ich meine aber, Anfang November.

 

Verteidiger Staiger:

Danke sehr.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nemohu to tvrdit stoprocentně, protože jsem byl dlouho zavřený v Ostravě, v Olomouci a v Brně.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es deswegen nicht so genau sagen, ich war ja lange in Mährisch-Ostrau, dann in Olmütz und dann in Brünn eingesperrt.

 

Verteidiger Staiger:

Danke sehr. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, bei Ihrer Vernehmung in Preßburg haben Sie erklärt, daß aus dem Block 20

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Meinen Sie die Vernehmung in Troppau, Herr Rechtsanwalt?

 

Verteidiger Göllner:

Verzeihung, in Troppau, Herr Direktor. Bei Ihrer Vernehmung in Troppau, Herr Zeuge, haben Sie erklärt, daß die Leichen aus dem Block 20 aus dem Fenster in die Lkws geworfen worden sind.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er heute auch gesagt.

 

Verteidiger Göllner:

Ja. Bitte zeigen Sie an der Tafel, wo das geschehen ist. Ob nach der Lagerseite oder nach der Hofseite?

 

Dolmetscher Benesch:

V Opavě jste tvrdil, a i zde, že byly mrtvoly házeny z prvního patra bloku 20 na auta.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Ty vyhazovali přímo oknem do auta.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ukažte nám, na jaké straně toho bloku se to dělo.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To se házelo zezadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, jděte tam a ukažte nám to na plánu.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Von Lkws habe ich nichts gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Herausgeworfen. Nun, er soll uns mal zeigen, wo das gewesen ist. Herausgeworfen worden ist. [Pause]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir hören nichts.

 

Verteidiger Göllner:

Also an der Lagerstraße mit anderen Worten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To bylo zezadu. Tady byl vchod a tady byl východ.

 

Dolmetscher Benesch:

Hier war der Eingang, und dort war ein Eingang.

 

Vorsitzender Richter:

Wo dort?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tady byla okna a po té straně byla také okna.

 

Dolmetscher Benesch:

Hier auf beiden Seiten waren die Fenster.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wo wurden die Leichen herausgeworfen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde byly házeny mrtvoly?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Z okna, tady, přímo naproti tohoto bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus dem Fenster, von der Schmalseite, also genau gegenüber dem anderen Block.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Já jsem to kolikrát viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe das öfter gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Also nach der Lagerstraße zu?

 

Dolmetscher Benesch:

K ulici, ano?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, tady to byla též ulice.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war die Lagerstraße.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Tady byla Lagerstraße a tady byl plot.

 

Dolmetscher Benesch:

Zur Lagerstraße hin.

 

Vorsitzender Richter:

Zur Lagerstraße hin. Ist das klar, Herr Rechtsanwalt Göllner?

 

Verteidiger Göllner:

Und wurden sie auf die Erde geworfen oder auf Lkws?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly házeny na zem nebo na auta?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Byly házené na zem nebo na co, já nevím, oknem byly vyhazovány.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurden nur zum Fenster hinausgeworfen.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ale většinou už tam stály připravené vozy.

 

Dolmetscher Benesch:

Oft standen dort vorbereitete Wagen.

 

Vorsitzender Richter:

Oft standen dort vorgefahrene Wagen, vorbereitete Wagen. Bitte schön.

 

Verteidiger Göllner:

Klehr behauptet, das sei unmöglich, weil auf der Lagerstraße eine Breite von zwei Metern gewesen sei, wo ein Lkw nicht hätte rauffahren können.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr tvrdí, že to je nemožné, protože ulice v táboře byla jenom dva metry široká, takže tam nákladní vůz nemohl projet.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jé, tam mohly jezdit tanky.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort konnten sogar Panzer fahren. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Göllner, wollen Sie damit sagen, daß die ganze Lagerstraße nur zwei Meter breit gewesen sei?

 

Verteidiger Göllner:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, aber?

 

Verteidiger Göllner:

Ich wollte nur sagen, [...] daß unmittelbar an das Gebäude kein Lkw heranfahren konnte.

 

Vorsitzender Richter:

Warum?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ein Mißverständnis. Klehr winkt ja ab hinter Ihrem Rücken.

 

Verteidiger Göllner:

Klehr wird ihn selbst noch etwas fragen, das kann er ja dann klären.

 

Vorsitzender Richter:

Warum soll da kein Wagen herangefahren sein? Das verstehe ich nicht. [...]

 

Verteidiger Göllner:

Weil die Straße nicht fest genug war für die Lkws. Das waren reine Fußgängerwege an dem Gebäude, behauptete Klehr vorhin.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Verteidiger Göllner:

Noch eine letzte Frage: Herr Zeuge, Sie haben gesagt, bei den Selektionen durch den SS-Arzt Entress und Klehr hätten sie unmittelbar an der Tür gelegen und hätten diese Vorgänge genau beobachten können. In welcher Etage des Bettes haben Sie da gelegen?

 

Vorsitzender Richter:

In der dritten.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Dritte, von oben.

 

Verteidiger Göllner:

Er hat nur gesagt, hinter der Tür, aber sonst nichts.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Oben.

 

Verteidiger Göllner:

In der dritten Etage, gut.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er gesagt. Wer von den Angeklagten – ach so, ich möchte zunächst noch mal, daß die Angeklagten mal aufstehen und vielleicht mal vorkommen. Und ich bitte den Zeugen

 

– Schnitt –

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo to mohl být, kdo Vám otevřel blok 11, a kdo je asi Bednarek?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

[Pause] [unverständlich] Frank.

 

Dolmetscher Benesch:

Frank.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

[Pause] [unverständlich] Da, da ist er.

 

Dolmetscher Benesch:

Da ist Klehr. [...]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Es ist schon [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist schon lange her.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

[Pause] To byl Schatz.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Schatz. Sind Sie Schatz?

 

Verteidiger Joschko:

[unverständlich] Ist das nicht Schatz?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Boger?

 

Vorsitzender Richter:

Wer ist das?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Boger.

 

Vorsitzender Richter:

Boger?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Boger, mir scheint [unverständlich] auch gesehen.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich dort auch gesehen, mir scheint, [+ das ist] Boger.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

[Pause] [unverständlich] Nur zwei sind da.

 

Dolmetscher Benesch:

Nur zwei erkenne ich mit Bestimmtheit.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und Bednarek können Sie nicht wiedererkennen? Er ist auch dabei.

 

Dolmetscher Benesch:

A Bednarka nevidíte?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Jo počkejte, Bednarek [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Hat Bednarek damals eine Brille getragen?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl tenkrát Bednarek brýle?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nein, nein, nein. Kann nicht mehr da sein, nicht. Er war klein und stark, das weiß ich so wie jetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

[unverständlich] ganz anders, nicht. Ich auch.

 

Vorsitzender Richter:

Also das ist Bednarek? So. Dann nehmen Sie bitte wieder Platz.

Herr Zeuge, der Mann, den Sie eben mit Bednarek bezeichnet haben, ist das bestimmt der Blockälteste gewesen, von dem Sie festgestellt haben, daß er Menschen totgeschlagen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Ten člověk, o kterém jste řekl, že je Bednarek, je to určitě ten, který byl Blockältester na bloku osm a který zabíjel lidi?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [Pause] Klehr, Sie wollten noch eine Frage stellen?

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, [unverständlich] das genauer erklären, wie das ist mit dem Herauswerfen von den [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Bitte, bitte.

 

Angeklagter Klehr:

Ich bekunde, daß das nicht möglich gewesen ist. Hier ist der Block [unverständlich] 21 oder 22. Hier ist die Lagerstraße. Diese Blöcke, die standen von der Lagerstraße mindestens sechs Meter zurück. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sechs Meter zurück.

 

Angeklagter Klehr:

Ja. Und dann hier der Eingang von der Lagerstraße zu den Blöcken war nur zwei Meter breit. Da konnte kein Lkw reinfahren, sondern der Lkw mußte dann hier mindestens auf der Lagerstraße stehen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

So daß es nicht möglich war, die Leichen da [unverständlich]

 

Zeuge Ladislav Polednik:

To byla velká auta.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, war ganz unmöglich. Wie der Zeuge sagt, soll das hier hinten sein. Hinten ist ja wieder eine Lagerstraße. Hier ist eine Lagerstraße, und hier ist eine Lagerstraße. Dann müßte der Lkw hier auf der Lagerstraße gestanden haben, und die Blöcke standen von der Lagerstraße

 

Zeuge Ladislav Polednik [unterbricht]:

To nevím, já jsem se nedíval.

 

Angeklagter Klehr:

Wie ich hier so angezeichnet habe, fünf, sechs Meter zurück. Und deshalb behaupte ich, daß das nicht vorgekommen ist, daß die Verstorbenen von dem Fenster – ob das hier war oder hier war – direkt auf den Lkw geworfen worden sind.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Also ob sie nun auf die Straße oder auf den Lkw geworfen worden sind, ist ja eigentlich kein großer Unterschied, nicht?

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, wenn ich Ihnen etwas dazu sagen darf: Der Zeuge hat gesagt, die sind direkt auf den Lkw geworfen worden.

 

Vorsitzender Richter:

So hat er das nicht gesagt. Er hat gesagt, sie sind teilweise auf die Straße, teils auch auf Lkws geworfen worden.

 

Angeklagter Klehr:

[unverständlich] im Protokoll, da steht es drin: direkt auf den Lkw geworfen worden. [Pause]

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben bei Ihrer Vernehmung in Troppau gesagt: »Die aber, welche noch gehen konnten, wurden für die Gaskammer ausgesucht. Sie mußten selbst zum Lastauto gehen, das beim Krankenhaus wartete. Die unterdessen starben, wurden durch das Fenster direkt in das Auto geworfen.« 11

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl v Opavě: »Ti vězni, kteří ještě mohli jít, museli ven a byli vybráni do plynu.«

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

A ti jiní, kteří zemřeli, byli mezitím házeni přímo na auta.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ano. Ta auta byla dole. Jestli byli házeni na zem a potom je nakládali, to jsem neviděl. U toho jsem nemohl být.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Autos waren unten. Ob sie direkt auf die Autos geworfen wurden oder erst auf die Erde und von dort aufgeladen wurden, das weiß ich nicht. Denn ich war ja nicht dort dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nehmen Sie bitte noch ins Protokoll auf die Feststellung aus dem Bunkerbuch, und zwar [Pause] auf Blatt 3 des Bunkerbuchs II. Eingetragen: Häftlingsnummer 77.081, Polednik, Ladislav, geboren 14.5.1911 in Janowitz, eingeliefert am 19.4.43 von der Politischen Abteilung, entlassen am 3.5.43.

Herr Rechtsanwalt Stolting, wenn Sie auf die Entscheidung des Schwurgerichts Wert legen, werden wir dann darüber entscheiden müssen.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Direktor, ich glaube, Sie haben überhaupt noch nicht entschieden.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe die Frage nicht zugelassen.

 

Verteidiger Stolting II:

So, dann bitte ich um Entscheidung des Gerichts.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das Gericht wird entscheiden12

 

– Schnitt –

 

Zeuge Ladislav Polednik:

takže v tom je skutečný omyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist möglich, daß hier ein Irrtum vorliegt. Denn meine Vernehmung in Troppau wurde handschriftlich protokolliert und später erst übertragen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Der Herr Rechtsanwalt will nicht wissen, ob sich derjenige geirrt hat, der das Protokoll aufgenommen hat, sondern ob sich der Zeuge geirrt hat bei der Angabe seiner Zeit.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan advokát chce vědět, jestli se zmýlil ten, který psal protokol, nebo jestli se mýlíte Vy.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, možná, že jsem se v něčem zmýlil já, v něč em on. Myslím, že ta data nesouhlasí.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß jetzt, daß die Daten nicht stimmen. Es ist durchaus auch möglich, daß ich mich geirrt habe.

 

Verteidiger Stolting II:

Danke sehr. Ich habe aber noch eine andere Frage, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, ist es richtig, daß Sie vorhin den Angeklagten Doktor Schatz hier wiedererkannt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Je to správně, že jste zde poznal doktora Schatze?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No tak, mně se zdá, že to byl on.

 

Dolmetscher Benesch:

Er scheint es mir zu sein.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja. Woher kennen Sie den Angeklagten Doktor Schatz?

 

Vorsitzender Richter:

Hat er schon gesagt.

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud znáte tohoto obžalovaného?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Ist beantwortet.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er schon gesagt.

 

Verteidiger Stolting II:

Woher? Herr Direktor, dann ist es mir entgangen.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat gesagt: »In dem SS-Zahnrevier arbeiteten Doktor Frank, Doktor Schatz« und so weiter.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja. Dann muß ich Ihnen aber jetzt vorhalten, daß nach dem bisherigen Ergebnis der Beweisaufnahme der Angeklagte Doktor Schatz erst Ende Dezember 1943/Anfang Januar 1944 nach Auschwitz gekommen ist.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich widerspreche diesem Vorhalt, da der Angeklagte Doktor Schatz durch Zeichen kundgibt, daß Ihr Vorhalt nicht stimmt.

 

Verteidiger Steinacker:

Ich darf dazu etwas sagen, Herr Vorsitzender. Herr Doktor Schatz hatte die Absicht, sowieso eine Erklärung abzugeben. Vielleicht kann diese Erklärung vorgezogen werden, dann wird vielleicht die Frage von Herrn Kollegen Stolting beantwortet.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe nichts dagegen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Schatz, was wollten Sie sagen?

 

Angeklagter Schatz:

Ich möchte eine kurze Erklärung abgeben. Ich bin erst Anfang 44 nach Auschwitz gekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Der Herr Doktor Stolting hält dem Zeugen vor, daß nach der Erklärung des Doktor Schatz dieser erst Anfang 44 nach Auschwitz gekommen sei. Infolgedessen sei es unmöglich, daß der Zeuge ihn dort kennengelernt habe.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan advokát Vám říká, že obžalovaný doktor Schatz prohlásil, že přišel do Osvětimi teprve začátkem [+ roku] 44. Tedy je nemožné, že by s Vámi pracoval na zubním oddělení.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No tak to musí vědět pan doktor Frank. Ten tam byl přece také velitelem, takže on ví, kdo tam pracoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Herr Doktor Frank muß ja wissen, wer dort gearbeitet hat. Er war der Kommandant.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Herr Doktor Frank.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, Verzeihung, ich wollte noch weiterfragen.

 

Vorsitzender Richter:

Wollten Sie noch weiterfragen?

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, haben Sie Bilder von den Angeklagten gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste obrázky obžalovaných?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, vůbec, právě proto. Pracoval tam vedle Zeinera takový silnější, hodně tlustý byl tenkrát. Ta podoba vypadala, jako by to byl on. Možná, že jsem si spletl třeba jméno, ale mluvím o tom, který tam tenkrát pracoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, ich habe keine Bilder gesehen. Zu der Zeit arbeitete dort ein SS-Angehöriger, der aussah, wie Doktor Schatz etwa aussieht.

 

Verteidiger Stolting II:

Haben Sie auch von dem Angeklagten Bednarek keine Bilder gesehen bis zu Ihrer Reise hier nach Deutschland jetzt?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste obrázek obžalovaného Bednarka, než jste jel do Německa?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne, vůbec jsem žádného neviděl

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, ich habe kein Bild gesehen.

 

Verteidiger Stolting II:

Und auch seit Ihrer Reise bis zur heutigen Hauptverhandlung nicht?

 

Dolmetscher Benesch:

A tady v Německu, až do dneška, [+ také ne]?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Stolting II:

Ist Ihnen auch nicht erklärt worden, wer die einzelnen Angeklagten sind, die hier durch Nummern gekennzeichnet sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl Vám někdo, kdo jsou jednotliví obžalovaní a jaká čísla tady mají?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. Vůbec ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, niemand sagte etwas.

 

Verteidiger Stolting II:

Sie haben mit niemandem darüber gesprochen?

 

Dolmetscher Benesch:

Mluvil jste s někým o tom, jací obžalovaní to jsou a jaká čísla mají?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Ne. Vůbec ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, ich habe darüber nicht gesprochen.

 

Verteidiger Stolting II:

Danke sehr, ich habe keine Frage mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Frank, Sie wollten noch etwas sagen.

 

Angeklagter Frank:

Ich kenne den Zeugen, aber Doktor Schatz kann er nicht kennen. Doktor Schatz ist erst viel später gekommen, da war der Zeuge schon weg. Ich kann mich noch an ihn erinnern.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich übersetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Doktor Frank tvrdí, ž e Vás zná, ale že doktora Schatze nemůžete znát, protože přišel později.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

A kdo to byl ten vedle? To bych rád věděl. Kdo pracoval na té druhé židli?

 

Dolmetscher Benesch:

Wer hat am zweiten Sessel gearbeitet? Das möchte ich wissen. Ein starker Mann.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Frank?

 

Angeklagter Frank:

Vielleicht der Unrath?

 

Vorsitzender Richter:

Wie hieß der?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Nein, der Unrath war schwarz. Der war es nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wie hieß der? Wie hieß der Unterarzt?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Unrath.

 

Vorsitzender Richter:

Unrath?

 

Angeklagter Frank:

Am zweiten Stuhl haben verschiedene gearbeitet. Es ist auch möglich, daß Herr Mang dort gearbeitet hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und war da einer dieser Zahnärzte in der Statur dem Doktor Schatz ähnlich?

 

Angeklagter Frank:

Vielleicht der Herr Mang etwas.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Mang?

 

Angeklagter Frank:

Ja.

 

Zeuge Ladislav Polednik:

Er war so stark. Stärker war er, glaube ich.

 

Vorsitzender Richter:

Danke schön. [...] Herr Doktor Joschko?

 

Verteidiger Joschko:

Wieso hat der Zeuge den Angeklagten Schatz mit Namen benannt? [...]

 

Vorsitzender Richter:

Wie bitte? Noch mal, das habe ich nicht verstanden.

 

Verteidiger Joschko:

Wieso hat der Zeuge den Angeklagten Schatz mit Namen benannt, mit seinem Namen: Schatz?

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wo haben Sie den Namen Schatz gehört?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud znáte jméno Schatz a proč jste mohl říci: »To je doktor Schatz«?

 

Zeuge Ladislav Polednik:

No, o tom se běžně v lágru mluvilo. Řekl js em, že to byl asi Schatz, a když je to omyl, tak to bude ten druhý. O tom jménu se mluvilo tam, i potom u nás, v Československu.

 

Dolmetscher Benesch:

Es wurde ja wiederholt dieser Name genannt, sowohl im Lager als auch später in der Tschechoslowakei. Und daher nahm ich an, das ist Doktor Schatz.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wenn keine Fragen mehr zu stellen sind, keine Erklärungen mehr abzugeben sind von seiten der Angeklagten, ist der Zeuge zu beeidigen. Oder werden Anträge gestellt? Nein.

Herr Zeuge, können Sie das, was Sie gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete na to, co jste řekl, s dobrým svědomím přísahat?

 

– Schnitt –

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.537-18.560

2. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.540.

3. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.560.

4. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.553.

5. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.542.

6. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.553.

7. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.552.

8. Vgl. Beweisantrag der Staatsanwaltschaft vom 22.09.1964, Anlage 1 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 24.09.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 102.

9. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.555.

10. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 341. Der Zeuge Polednik hatte die Häftlingsnummer 77.081.

11. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 25.01.1964 in Opava, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 97, Bl. 18.551.

12. Das Gericht verkündete den Beschluß: »Die Frage des RA Dr. Stolting II an den Zeugen: Ist es richtig, daß Sie bei Ihren verschiedenen Vernehmungen verschiedene Zeitangaben gemacht haben? wird zugelassen.« Protokoll der Hauptverhandlung vom 12.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 899.

 

 

 
 
 
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