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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

66. Verhandlungstag, 16.7.1964

 

Vernehmung des Zeugen Paul Morgenstern

 

Vorsitzender Richter:

sind Sie in welches Lager gekommen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Wir sind gleich nach Birkenau in Abschnitt e gekommen, Zigeunerlager.

 

Vorsitzender Richter:

Ins Zigeunerlager.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

War Birkenau damals schon aufgebaut oder

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Nein, da in Birkenau standen nur noch diese von der Wehrmacht zurückgebliebenen Pferdeställe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Und kein Zaun war drum, kein Stacheldraht war drum. Das wurde erst mal später alles gelegt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und das Zigeunerlager war im Abschnitt?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Abschnitt e.

 

Vorsitzender Richter:

Das war etwa mit wie vielen Zigeunern belegt?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Die Hauptstärke war circa 24.000.

 

Vorsitzender Richter:

Aber nicht nur im Zigeunerlager?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Im Zigeunerlager. Im ganzen. Also in der Zeit war es. Ich war Blockschreiber von 5 und habe dann in der Schreibstube öfter die Sollstärke des Lagers kontrolliert.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und war das auch im Jahr 1942 so?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein, die Hauptstärke

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wie viele waren denn da da?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Das kann ich Ihnen nicht genau sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben mal gemeint, es wären etwa 2.000 gewesen.1

 

Zeuge Paul Morgenstern:

So ungefähr, ja.

 

Vorsitzender Richter:

So, das stimmt für 42. Später waren es dann mehr.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und Sie waren Blockschreiber, ja?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ich war nachher Blockschreiber, ja, ab 43.

 

Vorsitzender Richter:

Ab 43. Und mußten Sie da auch die Stärke melden [unverständlich]

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Ja, vom Block mußte ich die Stärke da zur Schreibstube melden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und welche Blocks hatten Sie denn?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Zuerst hatte ich Block 6, und nachher hatte ich Block 5.

 

Vorsitzender Richter:

Block 5. Sind bei Ihnen Aussortierungen für die Gaskammern vorgenommen worden?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Können Sie sich erinnern, daß einmal zwei Blocks mit tschechischen Zigeunern vergast worden sind?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war denn das ungefähr?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Das war im Sommer 43.

 

Vorsitzender Richter:

Im Sommer 43. Waren Sie dabei, oder mußten Sie da verschwinden als Häftling?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Es wurde Blocksperre angesetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Und dann hat sich noch ein tschechischer Zigeuner bei uns im Block 6 eingeschlichen. Und da sollte unser Block auch mit vergast werden. Aber wir konnten ihn noch rausbekommen. Des Nachts, es war finster, und da konnten wir ihn noch rausbekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Sonst wäre der ganze Block auch mitgegangen.

 

Vorsitzender Richter:

Was heißt, wir konnten ihn noch

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Wir konnten ihn durch die Türe noch durchschieben. Wir haben ihn gefunden. Er hat sich unter den Schlafstellen versteckt gehabt, und wir konnten ihn noch rauskriegen.

 

Vorsitzender Richter:

Und da ist er auch vergast worden?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Der wurde erschossen, wie er rauskam.

 

Vorsitzender Richter:

Erschossen, wie er rauskam. Man hat Ihnen angedroht, daß Ihr ganzer Block mit vergast würde, wenn der nicht herauskommt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, sagen Sie, haben Sie in dieser Zeit auch den Obersturmbannführer Hofmann gekannt?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, der war Arbeitseinsatzführer die erste Zeit in Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Erst war er Arbeitseinsatzführer.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was war er später?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, nachher ist er verschwunden. Ich weiß nicht, wo er nachher hingekommen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wissen Sie, ob der einmal mit einem Block »Sport« gemacht hat?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Doch.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war denn das?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Wann war das? Das kann ich nicht mehr genau sagen. Aber das war auch im Hochsommer.

 

Vorsitzender Richter:

Im Hochsommer?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

In welchem Jahr?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

43.

 

Vorsitzender Richter:

Ja?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

43.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben mal gemeint, es wäre Ende 42 oder Anfang 43 gewesen.2

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ungefähr. Ich kann mich nicht genau mehr erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das ist aber dann meistens kein Hochsommer, sondern Winter um die Jahreszeit.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Na, das war ziemlich warm. Ich habe den »Sport« mitgemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Es war ziemlich warm.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja. Ich habe den »Sport«

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Also kann es nicht um die Jahreswende gewesen sein?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Na, es kann auch im Frühjahr gewesen sein, Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer mußte denn an dem »Sport« teilnehmen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Sämtliche Stubendienste und Blockschreibervertreter.

 

Vorsitzender Richter:

Sämtliche Stubendienste und Blockschreibervertreter. Und warum nicht die Blockschreiber selbst?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, die Blockschreiber mit.

 

Vorsitzender Richter:

Mit, auch?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum geschah das?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, warum geschah das? Das kann ich auch nicht mehr sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie an diesem »Sport« teilgenommen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Da habe ich teilgenommen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe gedacht, Sie hätten sich drücken können

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Nein, beim ersten »Sport« konnte ich mich nicht drücken. Aber beim zweiten »Sport« konnte ich mich drücken.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie haben bei Ihrer Vernehmung gesagt: »Ich selbst sollte an diesem ›Sport‹ teilnehmen.«3

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das war der zweite, da konnte ich mich drücken. Aber am ersten »Sport«, da konnte ich mich nicht drücken, und da wurde der »Sport« noch mal verlängert, weil wir das Lied gesungen haben: »Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern«.

 

Vorsitzender Richter:

War das gleich anschließend?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Das war gleich anschließend, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war denn dieser anschließende »Sport«?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Gleich hinterher, gleich anschließend, gleich weiter.

 

Vorsitzender Richter:

Um wieviel Uhr war denn das ungefähr?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Na, das kann ich auch nicht mehr sagen. Aber jedenfalls hat der »Sport« etliche Stunden gedauert.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was war denn die Folge von diesem »Sport«?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Tja, das weiß ich auch nicht mehr. Etliche blieben liegen, ja, aber wer, das weiß ich nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Sie blieben liegen. Wie viele waren denn das ungefähr, diese etlichen? Waren das fünf oder sechs, oder waren es mehr?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das kann ich nicht mehr genau sagen, Herr Vorsitzender. Nur beim zweiten »Sport«, da weiß ich, sieben oder acht Stück sind dabei totgegangen, beim zweiten »Sport«.

 

Vorsitzender Richter:

Die sind totgegangen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja. Der »Sport« wurde im sogenannten Kindergarten dort ausgeführt, und von da konnte ich mich drücken. Und da sind, glaube ich, sieben oder acht Stück...

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wissen sie das, daß die dabei gestorben sind, wenn Sie selbst bei dem »Sport« gar nicht zugegen

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Es waren ja auch welche aus unserem Block.

 

Vorsitzender Richter:

Es waren welche aus Ihrem Block.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Die kamen dann nicht wieder?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Doch, die kamen schon wieder, aber es sind welche doch auch dabei gestorben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Einen Augenblick, also diese Leute kamen nach dem »Sport« zurück auf den Block.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Wenn sie nicht zurückkehrten, dann wurden sie zurückgeschleppt.

 

Vorsitzender Richter:

Wurden zurückgeschleppt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie kamen also alle zurück von dem »Sport«?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wissen Sie, daß die dann gestorben sind?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Na, das spricht sich doch so im allgemeinen rum.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, haben Sie das auf Ihrem Block gesehen nachher? Es ist ja sehr gut möglich, wenn Ihnen ein solches Wrack angeschleppt wird, daß Sie dann sehen oder dabeistehen, wie der Mann stirbt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Die, die in unseren Block angeschleppt wurden, die haben wir wieder hochgekriegt.

 

Vorsitzender Richter:

Die haben Sie wieder hochgekriegt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, die haben wir wieder hochgekriegt, weil wir da mit allen dafür eingesprungen sind, und haben sie vor der Arbeit versteckt. Wir haben ihnen mehr Essen gegeben, und dann haben wir sie wieder hochgekriegt.

 

Vorsitzender Richter:

Wieder hochgekriegt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und welche sind denn gestorben?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Tja, das entzieht sich jetzt meiner Kenntnis. Das weiß ich nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wieso wissen Sie denn, daß die gestorben sind?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das hat sich dann nachher rumgesprochen, daß soundso viele bei dem letzten »Sport« kaputtgegangen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben davon gehört, von einem Gerücht gehört, daß bei diesem »Sport«, bei dem Sie nicht teilgenommen haben

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Ja, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und bei dem die Leute von Ihrem Block auch nicht gestorben sind

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Daß da welche gestorben seien. Wissen Sie noch, von wem Sie das gehört haben?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, allgemein im Lager wurde doch darüber gesprochen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie denn, daß der Hofmann diesen »Sport« selbst geleitet hat?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ich glaube, ja. Genau kann ich es nicht sagen, Herr Vorsitzender, aber ich glaube, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Also bei dem ersten »Sport« waren Sie ja selbst dabei, wie Sie sagen, nicht?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, ja, da waren Plagge und Palitzsch dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Da war nicht Hofmann dabei?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso meinen Sie, daß Hofmann dann bei dem zweiten »Sport« dabeigewesen sein soll?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Weil gesagt worden ist, daß Hauptsturmführer Hofmann dabeigewesen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso gelang es Ihnen denn damals, sich vor dem zweiten »Sport« zu drücken?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Es war schon gegen Abend, Herr Vorsitzender. Und die Aufstellung, die wurde zwischen Block 5 und 6 aufgenommen, und ich konnte dann...

 

Vorsitzender Richter:

Verschwinden.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ich konnte verschwinden. Mußte mich aber die Nacht über verstecken.

 

Vorsitzender Richter:

So daß Sie also mit eigenen Augen den Hofmann überhaupt nicht gesehen haben?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie haben mit eigenen Augen niemanden gesehen, der bei diesem »Sporttreiben« zu Tode gehetzt worden ist?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ich konnte das nicht sagen, weil ich nicht dabei war.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Alles nur aufgrund von Lagergerede. Ich habe keine Frage mehr. Herr Staatsanwalt?

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke, keine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Raabe.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Morgenstern.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, bitte.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wissen Sie, wer hier angeklagt ist? Kennen Sie die Namen aller Angeklagten?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Vorsitzender, könnten Sie bitte mal – oder soll ich das machen – dem Zeugen die Namen der Angeklagten vorhalten?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön. [Pause] Also es dreht sich um die Angeklagten Mulka, Höcker, Boger, Stark, Dylewski, Broad, Schoberth, Schlage, Hofmann, Kaduk, Baretzki, Breitwieser, Lucas, Frank, Schatz, Capesius, Klehr, Scherpe, Hantl, Neubert und Bednarek.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Haben Sie einen dieser eben genannten Angeklagten kennengelernt?

 

Verteidiger Eggert:

Ich widerspreche der Befragung in dieser Form.

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Ja, das war

 

Verteidiger Eggert [unterbricht]:

Entschuldigung, ich widerspreche der Befragung in dieser Form unter Hinweis auf die Ausführungen, die vorhin zur Frage der überraschenden Beibringung eines neuen Beweismittels gemacht worden sind.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Sie wissen ja vorläufig noch gar nicht, ob der Herr Rechtsanwalt Raabe neue Beweistatsachen hier ermitteln will. Ich weiß ja vorläufig gar nicht, was er will. Er will nur lediglich mal festgestellt wissen, wer die Angeklagten hier sind. Darauf hat der Zeuge ein Anrecht, denn er muß ja nachher beschwören, daß er gesagt hat, er sei mit niemand verwandt und verschwägert. Und wenn er nicht weiß, wer die Angeklagten sind, muß ihm das auch gesagt werden.

 

Verteidiger Eggert:

Das weiß er ja jetzt

 

Vorsitzender Richter:

Jetzt weiß er es. Ja, deshalb habe ich es ihm auch vorgelesen. Und was ist nun hier die

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Die nächste Frage war, ob er außer dem bisher von ihm genannten Angeklagten einen dieser Angeklagten kennt.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, davon kenne ich nur zwei. Das waren Hauptsturmführer Hofmann und Hauptsturmführer Doktor Lucas.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und was wissen Sie von dem Hauptsturmführer Doktor Lucas? [...]

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Der Hauptsturmführer Doktor Lucas war Lagerarzt in Ravensbrück und hat die Sterilisierungen an Männern und Kindern vorgenommen.

 

Vorsitzender Richter:

Was war das, der hat Sterilisierungen vorgenommen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja. Ich bin selbst darunter gefallen. Ich bin ja selbst ein Opfer davon.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sie sind von Doktor Lucas

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Moment, das wollen wir doch mal ins Protokoll nehmen. [...]

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, in Ravensbrück.

 

Vorsitzender Richter:

In Ravensbrück?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja. Wir sind im August von Auschwitz nach Ravensbrück gekommen, und im Januar 45 [hat der] Doktor Lucas im Männerlager die Männer und Kinder sterilisiert, und im Frauenlager war Doktor Clauberg. Der hat die Frauen und Kinder sterilisiert.

 

Vorsitzender Richter:

Also in Ravensbrück soll das gewesen sein?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das war in Ravensbrück.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Eggert, was wollten Sie?

 

Verteidiger Eggert:

Ich widerspreche der weiteren Vernehmung dieses Zeugen. Wir haben die Akten dieses Zeugen nicht da, sowohl der Herr Vertreter der Nebenklage als auch ich. Es ist kein Beweisthema genannt. Es handelt sich um eine reine Beweisermittlungsfrage, und was dabei herauskommt, unabhängig von dem, was der Zeuge jetzt noch weiter bekunden wird, kann ich im Augenblick auf seinen Wahrheitsgehalt schon deshalb nicht überprüfen, weil ich von diesem Beweismittel überrascht bin und noch nicht mal weiß, auf was der Herr Vertreter der Nebenklage mit seinen Fragen abzielt.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Doktor Eggert, ich war, wie Sie wissen, heute morgen der gleichen Ansicht, daß man nicht diesen Zeugen hier sofort vernehmen könne, da wir nicht darauf vorbereitet waren. Nun hat uns aber der Herr Vorsitzende Gelegenheit gegeben, uns in der Mittagspause vorzubereiten. Ich habe mir also das Protokoll besorgt. Ich bin extra in mein Büro gefahren, und ich nehme an, daß also jetzt der weiteren Befragung dieses Zeugen nichts im Wege steht. Und es wurde bisher immer so gehandhabt, daß [wir einen] Zeugen, der hier in der Hauptverhandlung anwesend war, umfassend über sein Wissen in Auschwitz befragt haben. Ich sehe also nicht ein, warum das heute nun anders gehandhabt werden sollte.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich schließe mich diesen Ausführungen an, Herr Direktor. Der Zeuge Morgenstern stand auf der Zeugenliste. Er stand zwar nicht heute auf der Zeugenliste; der Kollege Raabe und ich haben darauf hingewiesen. Sie haben uns die Gelegenheit gegeben, es war freilich nicht ganz einfach, insbesondere für mich als Ortsfremdem. Trotzdem bin ich dieser Verpflichtung im Rahmen Ihres Hinweises nachgekommen. Der Zeuge Morgenstern ist nun da, ich bin also über seine Person unterrichtet.

Das Beweisthema als solches liegt ja für jeden Häftling, der hier vernommen wird, fest, das heißt die gesamten Vorgänge in Auschwitz. Und hier zeigt sich wieder etwas – ich bitte, dem Hohen Gericht das als Begründung für die Zustimmung zu den Darlegungen des Kollegen Raabe vortragen zu dürfen. Hier zeigt sich das, worauf ich immer wieder hinweise, welch eine Einheit im bewußt und gewollten Zusammenarbeiten, um nunmehr das in der deutschen Sprache auch sehr übliche Wort Kumpanei nicht zu gebrauchen, hier vorhanden ist. Mit einer ganz absoluten Arbeitsteilung, mit verschiedenen – das gebe ich ohne weiteres zu – Teilnahmen an diesem bewußten und gewollten Zusammenarbeiten. Daß wir jeden einzelnen dieser Zeugen dazu hören müssen und daß es eine für mich unerträgliche Beschränkung ist, mich gerade immer nur auf die Tatumstände der Angeklagten Mulka, Höcker, Klehr und des vierten, auf den sich meine Nebenklage erstreckt, beschränken zu müssen, dazu werde ich Gelegenheit nehmen, dem Schwurgericht noch sehr eingehend meine Darstellung zu machen. Aber hier ist es doch einwandfrei klar. Der Zeuge Morgenstern wird vernommen zu seinen Erlebnissen als Schutzhaftgefangener, also in Auschwitz. Sicherlich trifft in diesem Zusammenhang seine Darlegung, sein Hinweis auf Ravensbrück nicht zu. Da es sich hier aber um eine Bekundung eines strafbaren Vorgangs handelt, bitte ich, diese Erklärung zu Protokoll nehmen zu wollen, damit die Grundlage gegeben ist für alle Weiterungen, die die Staatsanwaltschaft wahrscheinlich daraus zieht.

 

Vorsitzender Richter:

Also, Herr Rechtsanwalt Raabe, welche Frage wollen Sie stellen, die hier nicht zugelassen werden soll?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich habe die Frage gestellt, welche Angeklagten er noch kennt. Er antwortete

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das ist ja beantwortet. Er hat gesagt: »Ich kenne noch zwei Angeklagte, nämlich den Hofmann und den Doktor Lucas.« Das war die Antwort. Was wollen Sie jetzt weiter fragen?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja. Dann hat er weiter dargelegt, woher er den Doktor Lucas

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich will wissen, was Sie noch fragen wollen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, ich muß Ihnen ehrlich sagen, ich habe das eben wiederholt, weil mir nicht ganz klar war, an welchem Punkt der Kollege Doktor Eggert den Widerspruch eingebracht hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, um das festzustellen

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Haben Sie das schon protokolliert? Sie sagten eben, Sie wollten das protokollieren.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, also das muß ich mir noch mal überlegen, weil es sich hier nicht um eine strafbare Handlung handelt, die hier in der Sitzung passiert ist. Aber

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Aber dem Gericht zur Kenntnis gekommen.

 

Verteidiger Steinacker:

Aber nicht [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Natürlich, und es kommt noch viel mehr zur Kenntnis, Herr Rechtsanwalt. Wir sind aber keine Strafverfolgungsbehörde. Sondern dafür sitzt die Staatsanwaltschaft hier im Raum. Nun, Herr Rechtsanwalt Raabe, welche Frage haben Sie noch zu stellen?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, also ich möchte wissen, genau wann waren Sie in Ravensbrück, Herr Zeuge?

 

Vorsitzender Richter:

Moment, also wann war der Zeuge

 

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Ich widerspreche dieser Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war der Zeuge in Ravensbrück?

 

Verteidiger Eggert:

Diese Frage

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Anfang August.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Moment, sind Sie mal vorsichtig. Der Frage ist widersprochen worden.

 

Verteidiger Eggert:

So ist es.

 

Vorsitzender Richter:

Warum, Herr Rechtsanwalt Steinacker, widersprechen Sie?

 

Verteidiger Steinacker:

Das hat doch mit diesem Verfahren nichts zu tun. Ich vertrete zwar nicht den Angeklagten Lucas, aber die Vorgänge, die in Ravensbrück geschehen sind, die sind ja hier nicht abzuhandeln. Darauf kommt es ja gar nicht an.

 

Vorsitzender Richter:

Also widersprochen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich möchte nur begründen, warum ich diese Frage aufrechterhalte. Sollte sich das bestätigen, was der Zeuge hier angedeutet hat, daß er von Herrn Doktor Lucas in Ravensbrück sterilisiert worden ist, würde sich natürlich das gesamte Persönlichkeitsbild, was wir bisher von Herrn Doktor Lucas erhalten haben, insbesondere seine Einlassung zu seiner Haltung gegenüber den Gefangenen in Auschwitz und auch in den späteren Lagern, insbesondere in Ravensbrück, verändern, und die Glaubwürdigkeit seiner Einlassung hier würde natürlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Infolgedessen erscheint es mir wichtig, daß wir hier zunächst mal ganz genau abgrenzen die zeitlichen Zusammenhänge, ob das überhaupt möglich ist. Es kann sich durchaus herausstellen, daß der Zeuge zu einer ganz anderen Zeit als Herr Doktor Lucas in Ravensbrück war, und dann ist auch im Sinne von Herrn Doktor Lucas [diese Frage] sehr schnell geklärt. Deshalb möchte ich die Frage aufrechterhalten.

 

Vorsitzender Richter:

Wird von seiten des Herrn Doktor Eggert

 

Verteidiger Aschenauer [unterbricht]:

Ich widerspreche der Frage nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Sie widersprechen der Frage nicht.

 

Verteidiger Aschenauer:

Ich halte eine Klärung für absolut notwendig.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich] schon prozessual erforderlich.

 

Verteidiger Aschenauer:

Aus diesem Grunde bitte ich, ruhig den Herrn Kollegen Raabe fragen zu lassen.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sind Verteidiger von dem Doktor Lucas.

 

Verteidiger Eggert:

Ach, ich auch, Herr Vorsitzender. Dann muß ich um eine kurze Pause bitten, damit die Verteidigung insoweit sich abstimmen kann. Denn ich bedaure – daß das bei dieser Entfernung so nicht möglich ist, gehört zu den Besonderheiten dieses Prozesses.

 

Vorsitzender Richter:

Gut. Welche Fragen haben Sie sonst noch, Herr Rechtsanwalt Raabe?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Das kann ich erst sagen, nachdem der Zeuge mir das beantwortet hat. Diese Frage [unverständlich] jetzt zu entscheiden.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich bin allerdings der Ansicht, daß der Herr Kollege Steinacker gar kein Recht hat, hier zu widersprechen, da er nicht den Angeklagten Doktor Lucas vertritt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

[unverständlich] dieselbe Frage [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Weiter. Sind von seiten der Verteidigung an diesen Zeugen noch Fragen zu stellen?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Keine Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Fragen mehr. Dann werden wir also über diese Frage entscheiden müssen.

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

der Strafprozeßordnung unbeeidigt, da er der Beteiligung an den Taten, die den Gegenstand dieses Verfahrens bilden, verdächtig ist.4 Wie ist es mit Herrn Rechtsanwalt Doktor Aschenauer und Herrn Doktor Eggert?

 

Verteidiger Aschenauer:

Ich darf, auch im Namen meines Mandanten Doktor Lucas, folgende Erklärung abgeben: Daß ich bitte, daß der Zeuge zu diesem Gegenstand gehört wird. Dabei darf ich darauf hinweisen, daß Doktor Lucas bei seiner Einlassung zur Sache, genauso wie er erklärte, daß er infolge Befehlsverweigerung nach Ravensbrück gekommen ist, auch sagte, daß er zwei bis drei Sterilisierungen aufgrund ordentlicher Urteile des Erbgesundheitsgerichtshofes durchgeführt hat. Dieser ganze Komplex wurde von der Staatsanwaltschaft in Itzehoe untersucht, und hier ist das Verfahren eingestellt worden. Ob der Zeuge Erinnerungsmischungen mit einer anderen Sterilisierung anheimfällt, das wird die Vernehmung dieses Zeugen zeigen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Eggert.

 

Verteidiger Eggert:

Ich bedaure, es mit meiner Verantwortung als Verteidiger nicht vereinbaren zu können, daß ich meinen Widerspruch zurücknehme. Ich bleibe bei dem Widerspruch, insbesondere angesichts der dringenden Gefahr, daß dieser Zeuge sich in weitere Erinnerungslücken verwickelt, was bei seiner überraschenden Vernehmung durchaus zum Nachteil meines Mandanten ausschlagen könnte. Auch wenn der Mandant selbst da anderer Ansicht ist. Wir haben im übrigen über diese Sache gesprochen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also es wird dann weiterhin folgender Beschluß verkündet: Die Frage des Rechtsanwalts Raabe an den Zeugen Morgenstern, wann er nach dem KZ Ravensbrück gekommen sei, wird zugelassen. So. Wo ist der Zeuge Morgenstern?

 

Staatsanwalt Vogel:

Wird der Zeuge Engelschall entlassen, kann er...

 

Vorsitzender Richter:

Der Zeuge Engelschall kann entlassen werden. Im allseitigen Einverständnis sämtlicher Prozeßbeteiligten wird der Zeuge Engelschall entlassen.5 [Pause] Also Herr Morgenstern, wollen Sie bitte noch mal hierherkommen. Der Herr Rechtsanwalt Raabe hat Sie gefragt, wann Sie nach Ravensbrück gekommen seien.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Anfang August 44.

 

Vorsitzender Richter:

Anfang August 44. Weiter, bitte schön.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wann wurden Sie von Herrn Doktor Lucas sterilisiert?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Das kann ich Ihnen genau sagen, am 4. Januar 1945.

 

Vorsitzender Richter:

Am 4. Januar 1945.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, darf ich jetzt die Angaben, die Sie machen, auf ein Tonband aufnehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, jawohl, Herr Vorsitzender, das können Sie.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also am 4. Januar 1945 sind Sie sterilisiert worden. Weitere Fragen?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Jawohl.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wurden mit Ihnen noch weitere Häftlinge sterilisiert, am gleichen Tag, ebenfalls von Herrn Doktor Lucas?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, jeden Tag wurden sechs Häftlinge sterilisiert.

 

Vorsitzender Richter:

Von wem?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Und Kinder.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wissen Sie, ob auch diese anderen Sterilisierungen von Herrn Doktor Lucas durchgeführt

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Alle, die im Männerlager sterilisiert wurden, die wurden nur von Doktor Lucas ausgeführt.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Welche Anhaltspunkte hatten Sie dafür? Von welchem Zeitpunkt bis zu welchem Zeitpunkt berichten Sie jetzt?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Von 45 im Januar.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Im Januar.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aha. Und da haben Ihnen dann andere Häftlinge gesagt: »Das war auch der Doktor Lucas.« Oder wie haben Sie es erfahren?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Es gab ja nur einen im Männerlager Ravensbrück. Das war doch nur Doktor Lucas. Wir haben ja noch im Krankenbau gelegen, eine Woche.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, und?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Und jeden Tag kamen sechs Stück nun dazu.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aha. Und bei Ihrer eigenen Sterilisierung, sind da besondere Ereignisse noch vorgekommen? Hat sich Herr Doktor Lucas Ihnen gegenüber sonst korrekt verhalten? Oder war er

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Das kann ich nicht sagen. Er hat sich so als Arzt korrekt betragen, das stimmt schon. Bei der vollen Operation hat er sich mit den Patienten unterhalten, mit den Häftlingen vielmehr.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Vorsitzender, mit Ihrer Erlaubnis möchte ich noch eine Frage an Herrn Doktor Lucas stellen.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Doktor Lucas, Ihr Verteidiger, Herr Doktor Aschenauer, hat eben für Sie die Erklärung abgegeben unter Wiederholung dessen, was Sie hier schon früher gesagt haben, daß Sie an ein oder zwei Sterilisierungen beteiligt waren. Nun möchte ich

 

Verteidiger Aschenauer [unterbricht]:

Einen Moment bitte, Herr Doktor Raabe, ich habe nichts dagegen, daß Sie fragen. Aber ich hätte, bevor Sie fragen, noch zwei Fragen an den Zeugen. Und dann wäre ich dankbar, wenn Sie dann fortsetzen würden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Aschenauer:

Sind Sie einverstanden?

 

Vorsitzender Richter:

Gut, also

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Ja, bitte schön.

 

Vorsitzender Richter:

Vernehmen wir den Zeugen erst zum Schluß.

 

Verteidiger Aschenauer:

Herr Zeuge, wann war die letzte Sterilisierung im Jahre 1945?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Auch im Januar.

 

Verteidiger Aschenauer:

Auch im Januar.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Verteidiger Aschenauer:

Ende Januar?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, das kann ich nun nicht genau sagen. Aber die Sterilisierungen, die gingen rauf, bis circa über 40 Personen sterilisiert wurden.

 

Verteidiger Aschenauer:

Also sagen wir mal vom 4. Januar am Tag sechs, und davon ungefähr 40 Personen.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Verteidiger Aschenauer:

Schön. Dann habe ich noch eine weitere Frage: Sie haben gesagt vorhin, daß Doktor Lucas der einzige Arzt war

 

Zeuge Paul Morgenstern [unterbricht]:

Im Männerlager Ravensbrück.

 

Verteidiger Aschenauer:

Im Männerlager. Wie kommen Sie jetzt auf Clauberg?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Clauberg, der war im Frauenlager. Da war nämlich meine Frau da. Meine jetzige geschiedene Frau, die war im Frauenlager, und die wurde da im Frauenlager von Doktor Clauberg sterilisiert.

 

Verteidiger Aschenauer:

Von Doktor Clauberg?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja, ganz richtig.

 

Verteidiger Aschenauer:

Dann habe ich noch eine weitere Frage: Kennen Sie einen Arzt Doktor Treite?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Verteidiger Aschenauer:

Danke.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich habe noch eine Frage, auch an den Zeugen: Herr Zeuge, lag bei Ihnen ein Urteil des Erbgesundheitsamts vor?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Nicht. Dann darf ich jetzt bitte den Vorhalt an Herrn Doktor Lucas machen. Herr Doktor Lucas, ich möchte Ihnen vorhalten eine Aussage, die der Zeuge Heinrich Schenk am 18. August 1960 vor dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Sonderkommission Zentralstelle, gemacht hat. Und zwar ist das Blatt 6.423 der Akten, Herr Vorsitzender. Da hat dieser Zeuge gesagt: »Im Lager«, und er meint da Ravensbrück, »befand sich eine Politische Abteilung. Eines Tages wurde ich mit anderen Häftlingen zur Politischen Abteilung vorgeladen, und dort wurde mir ein Formular vorgelegt, das ich unterschreiben mußte. Was ich aber unterschrieb, wußte ich damals nicht. Nach wenigen Tagen mußte der eine und andere von uns nicht zur Arbeit einrücken. Die Männer wurden in den Krankenbau eingeliefert und der Reihe nach sterilisiert. Ich selbst kam am 10. Januar 1945 dran. Der Eingriff wurde von dem SS-Arzt Doktor Lucas, Obersturmführer, vorgenommen, und zwar wurden mir von außen die Samenleiter durchschnitten. Diese Operation diente dem Doktor Lucas offensichtlich als Experiment, denn betäubt wurde man gar nicht. Als die Wunden wieder zugeheilt waren, kam Doktor Lucas und riß sie wieder auseinander, um nachzuschauen, wie es jetzt innen aussieht. Als ich dagegen protestierte und ihm sagte, daß ich Schmerzen habe, gab er mir zur Antwort: ›Sind Sie ruhig, Sie Schwein.‹ Während der Durchschnitt der Operierten nach wenigen Tagen schon wieder entlassen wurde, verblieb ich circa sechs Wochen im Revier.«6

 

Angeklagter Lucas:

[Pause] Um vielleicht bei dem letzten anzufangen, ich weiß überhaupt gar nicht, was bei einer Sterilisierung für ein Experiment sein soll. Ich bleibe bei meiner Darstellung, die ich zur Person oder zur Sache gegeben habe, daß [ich] nur am Anfang, wie ich nach Ravensbrück kam, zwei bis drei sterilisiert habe. Und da lagen ganz eindeutig Urteile von Erbgesundheitsgerichten vor. Nach Ravensbrück kam ich, weil ich in, das war wohl Stutthof, mich geweigert hatte, da Selektionen durchzuführen. Und [bei diesen] zwei bis drei, wo dazu noch die Urteile von Erbgesundheitsgerichten vorlagen, [sah ich einfach] keine Möglichkeit, mich da nun vor zu drücken. Im übrigen waren in Ravensbrück noch eine Reihe Ärzte, mehr ist nicht richtig. Es gab noch einen Doktor Treite, einen Doktor Trommer – Treite, der, na ist egal – und einen Doktor Šíl. Wer das ist, weiß ich nicht.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, wie stellen Sie sich nun zu der Aussage dieses Zeugen, daß Sie erstens ihn sterilisiert haben und damals ihm zumindest nichts bekannt war von einem Urteil des Erbgesundheitsamtes, und ferner, daß Sie den ganzen Januar hindurch täglich ungefähr sechs sterilisiert haben sollen.

 

Angeklagter Lucas:

Ja, entschuldigen Sie, das habe ich sogar vergessen. Ich bin Anfang Januar, das ist ja auch aktenkundig irgendwie, schon in Sachsenhausen gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Anfang Januar schon?

 

Angeklagter Lucas:

Das meine ich. Ich weiß nur noch, daß ich – das habe ich auch damals so angegeben – am Weihnachtsfest noch in Ravensbrück war und dann gleich anschließend dort versetzt wurde. Also den genauen Zeitpunkt kann ich nicht angeben.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich daran erinnern, daß Sie diesen Zeugen sterilisiert haben?

 

Angeklagter Lucas:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Können sich nicht erinnern.

 

Angeklagter Lucas:

Ich bin um so mehr erschüttert, weil ich zwei bis drei Monate im Zigeunerlager in Birkenau war und Gott weiß was für die Zigeuner getan habe.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Doktor Lucas, in der Anklageschrift heißt es zumindest noch: »Er kam dann«, und zwar Sie, »noch vor dem Jahreswechsel 44/45 als Lagerarzt in das Konzentrationslager Ravensbrück.« Allerdings geht es dann weiter: »Anfang Januar wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.«7 Nun ist es ja durchaus möglich, daß Sie bisher uns in diesem Punkte, bezüglich des Zeitpunktes, die Unwahrheit gesagt haben. Dieser Zeuge hat nun sehr präzis ausgesagt. Herr Zeuge, erkennen Sie Herrn Doktor Lucas?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Jawohl, ich habe ihn gleich wiedererkannt, draußen noch, ja. Und das, was Herr Doktor Lucas sagt, das stimmt nicht, denn die ganzen Höllenreiner – wenn sich vielleicht Herr Doktor Lucas auf die eine Sache erinnern würde, wenn er sich ja erinnern würde an die Familie Höllenreiner von München. Da wurde der Junge von zwölf Jahren sterilisiert, und in seinen Schmerzen hat der geschrien: »Der Hitler, das Schwein, soll verrecken.« Und da hat Herr Doktor Lucas aufgehört zu operieren und hat nachher wieder später operiert, hat aber keine Meldung gemacht.

 

Angeklagter Lucas:

Ich habe nur zwei bis drei Männer sterilisiert, keine Kinder.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Stimmt nicht, auch Kinder waren dabei.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kannten Sie Herrn Doktor Lucas vom Zigeunerlager her in Birkenau?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein, ich habe Herrn Doktor Lucas in Birkenau nicht gesehen. Ich habe nur in Birkenau Doktor Mengele gesehen und den Vorgänger von Doktor Mengele, der Name ist mir entfallen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Aber Doktor Lucas nie?

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Doktor Lucas, dann habe ich noch Fragen an Sie. Herr Doktor Lucas, Sie waren in Ravensbrück auch im Frauenlager.

 

Angeklagter Lucas:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und waren da für den Block 10 verantwortlich unter anderem. Erinnern Sie sich mal.

 

Angeklagter Lucas:

Ja, wie die Bezeichnung der Blocks bei den vielen Lagern [+ war], in denen ich gewesen bin, das [unverständlich]

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Und wann waren Sie nun im Frauenlager tätig?

 

Angeklagter Lucas:

Ich war in Ravensbrück ja nur im Frauenlager tätig, bis auf diese zwei, drei Operationen, die ich dort durchgeführt habe.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Also Sie waren gar nicht als

 

Angeklagter Lucas [unterbricht]:

Wie später dann noch weiter operiert wurde im Stammlager, da ist mit meiner – na, sagen wir zumindest – Duldung der Sterilisator dort von Häftlingen kaputtgemacht worden, damit da überhaupt nicht weiter sterilisiert werden konnte. [...]

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Also an sich eingesetzt in Ravensbrück waren Sie im Frauenlager?

 

Angeklagter Lucas:

Im Frauenlager, jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und Sie waren nur in zwei Fällen, sagen Sie, im Männerlager tätig.

 

Angeklagter Lucas:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und warum hat man Sie als Frauenarzt grade rübergeholt, um die Sterilisationen bei Männern zu machen?

 

Angeklagter Lucas:

Ich sagte ja eben schon, ich bekam den Befehl, und vor allen Dingen, weil da ja auch diese Urteile von den Erbgesundheitsgerichten vorlagen, und nach Urteilen von Erbgesundheitsgerichten [wurden] ja in der damaligen Zeit auch im Privatleben doch eine ganze Reihe Sterilisationen ausgeführt.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Haben Sie das Urteil des Erbgesundheitsgerichtes gesehen?

 

Angeklagter Lucas:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Haben Sie das den Häftlingen gezeigt, oder wußten Sie gar nicht, ob die Häftlinge davon wußten?

 

Angeklagter Lucas:

Dem Doktor Šíl habe ich das gezeigt, auch.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Dem Doktor Šíl. [...] Das war also der verantwortliche Arzt im Männerlager?

 

Angeklagter Lucas:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Dem haben Sie das gezeigt.

 

Angeklagter Lucas:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Aber ob die Häftlinge das gesehen haben, wissen Sie nicht? [Pause] [...] Wann kamen Sie nach Sachsenhausen?

 

Angeklagter Lucas:

Ich kann das nicht genau sagen, ich kann nur den Zeitpunkt angeben, als ich...

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kam das plötzlich, daß Sie nach Sachsenhausen kamen?

 

Angeklagter Lucas:

Ganz plötzlich, von heute auf morgen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Was war der Grund?

 

Angeklagter Lucas:

Ich kann das nicht sagen, ich kann das jetzt schwer ausführen. Als es schwere Zusammenstöße mit dem Standortarzt Doktor Trommer wegen

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Ja, sagen Sie doch ganz klar, weswegen. Sie haben das damals etwas farblos ausgedrückt bei der Vernehmung zur Sache.

 

Angeklagter Lucas:

Wegen Befehlsverweigerung.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und welchen Befehl haben Sie verweigert?

 

Angeklagter Lucas:

Ich sollte dort Menschen aussuchen, ja, also eben Selektionen. Die Selektionen habe ich verweigert.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Dasselbe wie im Lager vorher.

 

Angeklagter Lucas:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, dann nehmen Sie bitte wieder Platz, Herr Doktor Lucas. Herr Zeuge, erinnern Sie sich bitte sehr genau. Es ist also bisher, auch in der Anklageschrift, festgestellt worden, daß der Herr Doktor Lucas Anfang Januar8 bereits von Ravensbrück weggekommen ist. Überlegen Sie sich bitte sehr genau, ob das, was Sie gesagt haben, auf der Person des Doktor Lucas bleibt oder ob Sie ihn vielleicht insoweit mit einem anderen Arzt verwechseln.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Nein, das kann nicht sein. Außerdem hat Doktor Lucas

 

Staatsanwalt Kügler [unterbricht]:

Entschuldigen Sie mal, Herr...

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Šíl war genauso Häftling wie wir auch.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Und der hat ihm nur assistiert, weiter nichts. Und wenn Sie an meinen Worten zweifeln, da sind ja noch so viele, die das behaupten können und beeiden können, daß diejenigen, die ich hier auch angeben kann, nur von Doktor Lucas sterilisiert wurden. Also darunter waren auch Kinder ab zwölf Jahren.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Na ja, ich habe Ihnen den Vorhalt nur gemacht, damit Sie das prüfen, weil Sie das nachher beschwören müssen.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Kügler:

Soweit also in der Anklageschrift über den Zeitpunkt Ausführungen gemacht worden sind, beruhen diese Ausführungen auf der Einlassung von Doktor Lucas.

 

Vorsitzender Richter:

Nun ja, vielleicht kann man das ja noch nachprüfen gelegentlich.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Doktor Lucas – verzeihen Sie, Herr Vorsitzender –, noch eine Frage. Sie haben uns eben von drei Ärzten in Ravensbrück erzählt. Nun hören wir, daß der Doktor Šíl, den Sie ebenfalls nannten, ein Häftling war. Ich meine, wir mußten an sich eben annehmen, daß Sie von SS-Ärzten sprechen.

 

Angeklagter Lucas:

Nein, ich habe einmal dabei gesagt Häftlingsarzt Šíl, wenn ich mich recht entsinne.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Nein, nein, nein, also von Häftlingsarzt

 

Angeklagter Lucas [unterbricht]:

Ja, das wollte ich dann aber gesagt haben. Es war der Standortarzt dort Doktor Trommer und Doktor Treite und dann...

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Also Doktor Šíl war Häftlingsarzt, ja?

 

Angeklagter Lucas:

Das war ein Häftlingsarzt, jawohl.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Doktor Šíl war Häftling.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja, wieso haben Sie ihn dann in der Reihenfolge mit den SS-Ärzten eben genannt?

 

Angeklagter Lucas:

Das war doch mit einer ganz anderen Fragestellung: Wem das Urteil dort vorgelesen wäre, oder so ähnlich war das.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Aha.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wenn keine Frage mehr ist und keine Erklärung mehr von seiten der Angeklagten gewünscht wird, dann, Herr Zeuge, haben Sie das, was Sie gesagt haben, zu beschwören.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ich spreche Ihnen zunächst den Eid vor: Sie schwören bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben. Heben Sie bitte die rechte Hand, und sprechen Sie mir nach: Ich schwöre es.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

Ich schwöre es.

 

Vorsitzender Richter:

So wahr mir Gott helfe.

 

Zeuge Paul Morgenstern:

So wahr mir Gott helfe.

 

Vorsitzender Richter:

Danke. Gegen die Entlassung des Zeugen ist nichts einzuwenden. Der Zeuge wird entlassen. Sie können gehen. Es wird dann

 

– Schnitt –

 

 

 

 

1. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 26.01.1960 in Hannover, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 24, Bl. 4.039.

2. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 26.01.1960 in Hannover, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 24, Bl. 4.041 f.

3. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 26.01.1960 in Hannover, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 24, Bl. 4.041.

4. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 16.07.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 100, Bl. 510: Beschluß zum Zeugen Georg Engelschall, dessen Aussage nicht aufgenommen worden ist.

5. Der Zeuge Engelschall wurde nach seiner Vernehmung in Haft genommen. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 16.07.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 100, Bl. 510.

6. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 18.08.1960 in Mannheim, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 37, Bl. 6.423.

7. Vgl. Anklageschrift, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 80, Bl. 15.208 f.

8. Anklageschrift, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 80, Bl. 15.208 f.

 

 
 
 
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