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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle


Auschwitz, Birkenau, Buna/Monowitz

Zeittafel

1940
 
April 1940
Befehl von Reichsführer SS Heinrich Himmler zur Errichtung des Konzentrationslagers
Auschwitz.

SS-Gruppenführer Richard Glücks, Inspekteur der Konzentrationslager, ernennt

SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß zum Kommandanten des KZ Auschwitz.

Mai 1940
Beginn der Vorbereitungen für die Errichtung des Lagers.

300 jüdische Bürger des Ortes Oświęcim werden gezwungen, Aufräumungsarbeiten auf dem Gelände des geplanten Lagers zu verrichten.

Aus dem KZ Sachsenhausen treffen SS-Scharführer Gerhard Palitzsch und 30 »reichsdeutsche« kriminelle Häftlinge in Auschwitz ein; sie erhalten die Häftlingsnummern
1–30 und werden zu Funktionshäftlingen ernannt.

Juni 1940
Aus dem Gefängnis in Tarnów trifft der erste Transport mit 728 polnischen Häftlingen in
Auschwitz ein.

Nr. 1282 (letzte vergebene Häftlings-Nummer in dem betreffenden Monat).

Juli 1940
Nr. 1420
August 1940
Die Lagerführung richtet eine Strafkompanie ein.

Nr. 3730

September 1940
Inbetriebnahme des Krematoriums mit einem Einäscherungsofen (2 Brennkammern);

das Krematorium (Krematorium I) ist bis Juli 1943 in Betrieb.

Nr. 5578

Oktober 1940
Nr. 6052
November 1940
Hinrichtung von 40 Polen auf Befehl Himmlers.

Nr. 6689

Dezember 1940
Nr. 7879

Die Lagerstärke beträgt vermutlich ca. 6000 Häftlinge. Von den 7879 in Auschwitz
registrierten Häftlingen sind folglich in sieben Monaten etwa 1800 ums Leben
gekommen.

1941
 
Januar 1941
Otto Ambros, Mitglied des Vorstands der I.G. Farbenindustrie AG, bereist Oberschlesien auf der Suche nach einem Standort für das geplante vierte Buna-Werk der I.G. Farben.

Nr. 9570

Februar 1941
Reichsmarschall Hermann Göring in seiner Funktion als Beauftragter für den Vierjahresplan weist Himmler an, für den Bau des Buna-Werks der I.G. Farben Häftlinge des KZ Auschwitz bereitzustellen.

Fertigstellung eines zweiten Einäscherungsofens (2 Brennkammern) (Krematorium I).

Nr. 10.900

März 1941
Besuch Himmlers in Auschwitz (1. März 1941).

Himmler erteilt nach Angaben von Höß u.a. folgende Befehle: Ausbau des Lagers,
Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers für 100.000 Insassen, Abstellung von 10.000 Häftlingen für den Bau der I.G. Farben-Werke, Aussiedlung der jüdischen Einwohner der Stadt Auschwitz.

Erschießung von 72 polnischen Häftlingen in der Kiesgrube.

Besprechung von Vertretern der I.G. Farben und der SS in Berlin (20. März 1941) über die Kooperation der KZ-Leitung mit der Bauleitung der I.G. Farben.

Besprechung von Lagerleitung und Bauleitung der I.G. Farben in Auschwitz (27. März 1941). Folgende Vereinbarungen werden getroffen: das KZ stellt 1000 Häftlinge für die I.G. Farben ab; pro Hilfsarbeiter und Tag zahlt die I.G. Farben 3 RM an die SS, pro

Facharbeiter und Tag 4 RM; die Arbeitszeit beträgt im Sommer 10–11 Stunden, im

Winter mindestens 9 Stunden.

Nr. 11.121

April 1941

 

Das »Kommando Buna« beginnt mit der Arbeit auf der Baustelle der I.G. Farben;

das Kommando marschiert vom Lager Auschwitz zur 6 km entfernten Baustelle.

Nr. 15.181

Mai 1941
Nr. 16.973
Juni 1941
Nr. 17.705
Juli 1941
Sowjetische Kriegsgefangene werden ins Lager verbracht und in der Kiesgrube ermordet.

Auf Befehl Himmlers wählt eine Sonderkommission 573 Häftlinge aus, die in die

Euthanasieanstalt Sonnenstein bei Pirna transportiert und dort ermordet werden.

Das »Kommando Buna« wird mit der Bahn zur Baustelle gebracht.

Himmler bestellt Höß (so Höß in seinen Aufzeichnungen) nach Berlin und erteilt ihm den Befehl, in Auschwitz Vernichtungsanlagen zu bauen.

Nr. 19.856

August 1941
Beginn der Tötung von kranken Häftlingen durch Phenolinjektionen im Häftlings-krankenbau (Block 20).

Nr. 20.329

September 1941
In Befolgung von Himmlers Befehl (so Höß in seinen Aufzeichnungen), in Auschwitz Vernichtungsanlagen zur Durchführung der »Endlösung der Judenfrage« zu errichten, erprobt die Lagerleitung Zyklon B als mögliches Tötungsmittel im Kellergeschoss des Blockes 11.

600 sowjetische Kriegsgefangene und 250 kranke Häftlinge aus dem Häftlingskrankenbau werden mit Zyklon B ermordet; die Leichen der Ermordeten werden im Krematorium verbrannt.

In der sog. Leichenhalle des Krematoriums werden 900 sowjetische Kriegsgefangene mit Zyklon B ermordet.

Nach diesen »Probevergasungen« entscheidet sich die Lagerleitung für die Verwendung des Gases Zyklon B als Tötungsmittel.

Das »Kommando Buna« hat eine durchschnittliche Stärke von 1300 Häftlingen.

Nr. 21.152

Oktober 1941
Transporte mit sowjetischen Kriegsgefangenen; im Oktober werden insgesamt 10.000 sowjetische Kriegsgefangene nach Auschwitz verbracht; in den Blöcken 1–3, 12–14,

22–24 wird das »Russen-Kriegsgefangenen-Arbeitslager« eingerichtet.

Baubeginn des »Kriegsgefangenenlagers« Birkenau; insbesondere sowjetische

Kriegsgefangene werden beim Bau von Birkenau eingesetzt.

1255 sowjetische Kriegsgefangene kommen um.

Nr. 22.397

November 1941
Erste Hinrichtungen durch Genickschuss an der Schwarzen Wand.

Die Firma J.A. Topf u. Söhne baut einen dritten Einäscherungsofen im Krematorium I.

In Birkenau werden Massengräber angelegt.

3726 sowjetische Kriegsgefangene sind ums Leben gekommen.

Nr. 23.631

Dezember 1941
Nr. 25.149

Im Jahr 1941 sind 17.270 Häftlinge und 9997 sowjetische Kriegsgefangene

nach Auschwitz verbracht worden.

Schätzungen zufolge sind im Jahr 1941 etwa 20.000 Häftlinge und Kriegsgefangene

umgekommen.

1942
 
Januar 1942
Die Lagerstärke beträgt ca. 12.000 Häftlinge und 1500 Kriegsgefangene.

In Birkenau wird ein Bauernhaus in eine Vernichtungsstätte umgewandelt, Bunker Nr. 1, »Rotes Haus«, mit zwei Gaskammern.

Nr. 26.288

Belegstärke des Lagers: 11.449 Häftlinge.

Februar 1942
Transporte mit Juden aus Oberschlesien treffen in Auschwitz ein; die Deportierten

werden in der Leichenhalle des Krematoriums mit Zyklon B ermordet.

Nr. 25.904

Belegstärke des Lagers: 11.132 Häftlinge.

März 1942
Das »Russen-Kriegsgefangenen-Arbeitslager« wird aufgelöst; die noch lebenden 945 Kriegsgefangenen, von über 10.000 nach Auschwitz verbrachten, werden zusammen mit anderen Häftlingen ins neu errichtete Lager Birkenau (BIb) verlegt.

Die Vernichtungsanlage Bunker Nr. 1, »Rotes Haus«, wird »in Betrieb« genommen;

die Leichen werden in Massengräbern in Birkenau verscharrt.

Ende März trifft ein Transport mit 999 weiblichen Häftlingen aus dem KZ Ravensbrück in Auschwitz ein, am selben Tag kommt ein Transport mit 1000 slowakischen Jüdinnen an; der Transport ist auf Befehl des SS-Reichssicherheits-Hauptamtes (RSHA) nach Auschwitz gekommen.

In den Blöcken 1–10 des Stammlagers (Auschwitz I) wird das »Frauenkonzentrations-lager« eingerichtet, das bis Mitte 1942 dem KZ Ravensbrück unterstellt ist.

RSHA-Transport aus Frankreich (Lager Compiègne) mit 1112 Juden; alle Deportierten werden ins Lager eingewiesen.

Nr. 28.645 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 10.629 Häftlinge.

Nr. 2796 (Frauen)

Im März sind 4 RSHA-Transporte mit 3000 Juden angekommen.

April 1942
Weitere RSHA-Transporte mit slowakischen Jüdinnen treffen ein.

Nr. 34.601 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 14.624 Häftlinge.

Nr. 7407 (Frauen)

Im April sind 8 RSHA-Transporte mit 8000 Juden angekommen.

Mai 1942
Erste Selektion in der sog. Isolierstation im neuerbauten Lager BIb in Birkenau.

Die Selektierten werden in Bunker Nr. 1 vergast.

Transporte mit Juden aus oberschlesischen Ghettos treffen ein; die Deportierten werden allesamt ermordet.

Baubeginn von Krematorium II in Birkenau.

Nr. 37.236 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 14.188 Häftlinge.

Nr. 7585 (Frauen)

Im Mai sind 2 RSHA-Transporte mit ca. 7000 Juden angekommen.

Juni 1942
Umbau eines weiteren Bauernhauses in eine Vernichtungsanlage, Bunker Nr. 2,

»Weißes Haus«, mit vier Gaskammern.

Nr. 44.232 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 15.925 Häftlinge.

Nr. 8110 (Frauen)

Im Juni sind 8 RSHA-Transporte mit ca. 9000 Juden angekommen.

Juli 1942
Zum ersten Mal werden die Deportierten eines RSHA-Transports nach der Ankunft

selektiert; die vergasten Opfer werden in Massengräbern verscharrt.

Das Frauenkonzentrationslager wird dem KZ Auschwitz unterstellt.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Golleschau (Zementwerke).

SS-Obersturmführer Vinzenz Schöttl übernimmt die Leitung des »Kommandos Buna«;

Schöttl wird im Oktober 1942 Lagerführer des neu errichteten Lagers Buna.

Himmler besucht an zwei Tagen (17./18. Juli 1942) Auschwitz, u.a. lässt er sich von

I.G.-Oberingenieur Max Faust die Baumaßnahmen auf dem I.G.-Baugelände zeigen.

Nr. 54.422 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 21.421 Häftlinge.

Nr. 13.244 (Frauen)

Im Juli sind 18 RSHA-Transporte mit ca. 18.000 Juden angekommen.

August 1942
Das Frauenkonzentrationslager (Blöcke 1–10 des Stammlagers) wird aufgelöst;

die Häftlingsfrauen werden nach Birkenau (BIa) überstellt.

Ausbruch einer Flecktyphusepidemie.

Selektion (28.8.1942) im HKB, 746 Häftlinge werden nach Birkenau gebracht und

vergast.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Jawischowitz (Kohlebergwerk).

Das »Komando Buna« stellt wegen der Epidemie seine Arbeit ein.

Nr. 62.251 (Männer)

Nr. 18.819 (Frauen)

Im August sind 39 RSHA-Transporte mit ca. 40.000 Juden angekommen.

September 1942
Leichen werden nicht mehr in Massengräbern verscharrt sondern unter freiem Himmel verbrannt.

Die seit Beginn des Jahres 1942 angelegten Massengräber werden geöffnet und die

Leichen verbrannt.

Baubeginn von Krematorium III in Birkenau.

Nr. 66.829 (Männer)

Nr. 21.305 (Frauen)

Im September sind 29 RSHA-Transporte mit ca. 28.000 Juden angekommen.

Oktober 1942
Überstellung von jüdischen Häftlingen aus den KZs im »Reichsgebiet« nach Auschwitz.

Belegung des »Arbeitslagers Buna«: etwa 800 Häftlinge werden vom Stammlager in das von der I.G. Farbenindustrie AG »Lager IV« genannte »Arbeitslager Buna« verlegt.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Chelmek (Schuhfabrik).

Nr. 72.160 (Männer)

Nr. 23.376 (Frauen)

Im Oktober sind 15 RSHA-Transporte mit ca. 18.000 Juden angekommen.

November 1942
Im Frauenlager (BIa in Birkenau) richtet der SS-Arzt Horst Schumann eine Versuchs-station ein.

Die Öffnung der Massengräber und die Verbrennung der Leichen sind Ende November abgeschlossen.

Baubeginn von Krematorium IV und V in Birkenau.

Nr. 78.978 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 22.391 Häftlinge.

Nr. 26.272 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 8232 Häftlinge.

Im November sind 26 RSHA-Transporte mit ca. 30.000 Juden angekommen.

Dezember 1942
SS-Arzt Carl Clauberg beginnt im Häftlingskrankenbau des Frauenlagers Birkenau (BIa) mit Sterilisationsexperimenten.

Nr. 85.264 (Männer)

Nr. 27.905 (Frauen)

Im Dezember sind 16 RSHA-Transporte mit ca. 20.000 Juden angekommen.

1943
 
Januar 1943
Nr. 99.112 (Männer)

Nr. 33.537 (Frauen)

Im Januar sind 32 RSHA-Transporte mit ca. 55.000 Juden angekommen.

Februar 1943
Der Chef des Amtes D II im Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamt (WVHA),

SS-Obersturmführer Gerhard Maurer, besucht Auschwitz und hat u.a. eine Besprechung mit der Werksleitung der I.G. Farbenindustrie AG.

Sinti und Roma werden nach Auschwitz deportiert.

Das sog. Zigeunerlager (BIIe) wird errichtet.

»Fabrik-Aktion« in Berlin, Verhaftung jüdischer Rüstungsarbeiter und ihrer Familien und Deportation nach Auschwitz.

Nr. 104.529 (Männer)

Nr. 36.514 (Frauen)

Im Februar sind 18 RSHA-Transporte mit ca. 21.000 Juden angekommen.

März 1943
Inbetriebnahme der Krematorien II und IV in Birkenau.

Etwa 12.000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert.

Nr. 112.107 (Männer)

Nr. 39.836 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 15.200 Häftlinge.

Im März sind 18 RSHA-Transporte mit ca. 30.000 Juden angekommen.

April 1943
Inbetriebnahme des Krematoriums V in Birkenau.

In Block 10 des Stammlagers führt SS-Arzt Carl Clauberg pseudomedizinische Versuche an weiblichen Häftlingen durch.

Etwa 3000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert.

Nr. 119.653 (Männer)

Nr. 43.661 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 18.659 Häftlinge.

Im April sind 13 RSHA-Transporte mit ca. 26.000 Juden angekommen.

Mai 1943
Etwa 2000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert.

Nr. 123.234 (Männer)

Nr. 45.698 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 20.542 Häftlinge.

Im Mai sind 8 RSHA-Transporte mit ca. 15.000 Juden angekommen.

Juni 1943
Inbetriebnahme von Krematorium III in Birkenau.

Friedrich Krupp AG beginnt mit der Montage von Maschinen.

Nr. 127.156 (Männer)

Nr. 47.631 (Frauen)

Im Juni sind 9 RSHA-Transporte mit ca. 8000 Juden angekommen.

Juli 1943
Das Männerlager BIId wird mit Häftlingen belegt; das bisherige Männerlager BIb

wird aufgelöst und mit weiblichen Häftlingen belegt (Frauenlager: BIa und BIb).

Im Lagerabschnitt BIIf wird das Häftlingskrankenbaulager eingerichtet.

Kommandant Höß und I.G.-Betriebsleiter Walther Dürrfeld besichtigen die beiden Kohlenbergwerke Fürstengrube und Janinagrube und beschließen, Häftlinge aus Auschwitz in den Kohlengruben einzusetzen.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Eintrachthütte (Rüstungsindustrie).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Neu-Dachs (Kohlebergwerk).

Nr. 132.252 (Männer)

Nr. 50.836 (Frauen)

Im Juli sind 2 RSHA-Transporte mit ca. 1000 Juden angekommen.

August 1943
Belegung des Quarantänelagers BIIa.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Sosnowitz I.

Nr. 144.489 (Männer)

Nr. 57.844 (Frauen)

Im August sind 33 RSHA-Transporte mit ca. 30.000 Juden angekommen.

September 1943
Transport mit 5000 Juden aus dem Lager Theresienstadt; das sog. Theresienstädter

Familienlager BIIb wird eingerichtet.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Janinagrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Fürstengrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Lagischa (Elektrizitätswerk).

Weichsel-Union-Metallwerke verlagern ein Werk nach Auschwitz.

Friedrich Krupp AG demontiert das Zünderwerk; Weichsel-Union-Metallwerke

übernehmen die Fabrikhalle von der Krupp AG.

Nr. 152.666 (Männer)

Nr. 63.531 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 32.066 Häftlinge.

Im September sind 12 RSHA-Transporte mit ca. 15.000 Juden angekommen.

Oktober 1943
Nr. 159.817 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 54.630 Häftlinge.

Nr. 66.554 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 32.943 Häftlinge.

Im Oktober sind 10 RSHA-Transporte mit ca. 9000 Juden angekommen.

November 1943
SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel wird SS-Standortältester und Kommandant von Auschwitz I; der bisherige Kommandant, Rudolf Höß, wird Chef der Abteilung D im WVHA.

Liebehenschel führt eine Verwaltungsneustrukturierung des Lagers Auschwitz durch: Auschwitz I (Stammlager); Auschwitz II (Birkenau); Auschwitz III (Buna/Monowitz und Nebenlager); Kommandant von Auschwitz II (Birkenau) wird SS-Sturmbannführer

Friedrich Hartjenstein, Kommandant von Auschwitz III SS-Hauptsturmführer

Heinrich Schwarz.

Nr. 165.244 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 54.446 Häftlinge.

Nr. 69.445 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 33.846 Häftlinge.

Im November sind 11 RSHA-Transporte mit ca. 12.000 Juden angekommen.

Dezember 1943
Umbenennung von »Arbeitslager Buna« in »Arbeitslager Monowitz«.

Fertigstellung des Effektenlagers »Kanada« (30 Baracken); das bisherige Effektenlager (BIIc) wird aufgelöst.

Fertigstellung der »Sauna«.

Nr. 171.352 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 55.785 Häftlinge.

Nr. 73.982 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 29.513 Häftlinge.

Im Dezember sind 8 RSHA-Transporte mit ca. 9000 Juden angekommen.

1944
 
Januar 1944
Nr. 173.151 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 53.786 Häftlinge.

Nr. 75.031 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 27.053 Häftlinge.

Im Januar sind 8 RSHA-Transporte mit ca. 5000 Juden angekommen.

Februar 1944
Inbetriebnahme des Nebenlagers Günthersgrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben).

SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, Leiter des Referats IV B 4 im RSHA, besucht
Auschwitz.

Nr. 174.595 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 49.032 Häftlinge.

Nr. 75.715 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 24.637 Häftlinge.

Im Februar sind 14 RSHA-Transporte mit ca. 5000 Juden angekommen.

März 1944
1. Liquidation des Theresienstädter Familienlagers (BIIb).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz I (Deutsche Reichsbahn).

Nr. 176.498 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 53.786 Häftlinge.

Nr. 76.331 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 27.053 Häftlinge.

Im März sind 11 RSHA-Transporte mit ca. 4000 Juden angekommen.

April 1944
Inbetriebnahme des Nebenlagers Blechhammer (Oberschlesische Hydrierwerke).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Laurahütte (Rheinmetall, Borsig).

Der Bau der Lagererweiterung (»Mexiko«) wird eingestellt.

Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes.

Nr. 186.590 (Männer)

Nr. 80.567 (Frauen)

Im April sind 14 RSHA-Transporte mit ca. 6000 Juden angekommen.

Mai 1944
Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz II (Deutsche Gasrußwerke GmbH, Degussa).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Sosnowitz (Rüstungsbetrieb, Ost-Maschinenbau GmbH).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Bobrek (Siemens-Schuckertwerke GmbH).

SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel, seit November 1943 Kommandant von Auschwitz I und Standortältester, wird Kommandant des Vernichtungslagers Majdanek (KL Lublin).

SS-Sturmbannführer Friedrich Hartjenstein, Kommandant von Auschwitz II, wird

Kommandant des KZ Natzweiler/Struthof.

SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß wird SS-Standortältester von Auschwitz; Höß hat den Auftrag, die »Ungarn-Aktion« zu leiten.

Auf Befehl von Höß werden fünf Gruben zur Leichenverbrennung ausgehoben und

stillgelegte Vernichtungsanlagen (Krematorium V und Bunker Nr. 2) betriebsbereit

gemacht.

SS-Hauptsturmführer Richard Baer wird Kommandant von Auschwitz I.

SS-Hauptsturmführer Josef Kramer wird Kommandant von Auschwitz II.

Fertigstellung der Rampe von Birkenau (zwischen den Lagerteilen BI und BII).

Einführung der Nummernserie A für Männer und für Frauen.

Nr. 188.571 (Männer)

Nr. A-11.840 (Männer)

Nr. A-7038 (Frauen)

Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Im Mai sind ca. 90 RSHA-Transporte mit ca. 250.000 Juden angekommen.

Juni 1944
Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes.

Im Lagerabschnitt BIIc, der bis Dezember 1943 als Effektenlager genutzt worden ist,

wird ein Durchgangslager, das sog. Depotlager, für Jüdinnen aus Ungarn eingerichtet.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Laurahütte (Kohlebergwerk).

Nr. 189.338 (Männer)

Nr. A-15.856 (Männer)

Nr. 82.339 (Frauen)

Nr. A-8507 (Frauen)

Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Im Juni sind 60 RSHA-Transporte mit ca. 150.000 Juden angekommen.

Juli 1944
Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz III.

2. Liquidation des Theresienstädter Familienlagers.

Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes.

Nr. 190.707 (Männer)

Nr. A-19.951 (Männer)

Belegstärke des Männerlagers: 60.802 Häftlinge.

Nr. A-16.352 (Frauen)

Belegstärke des Frauenlagers: 31.406 Häftlinge.

Einführung der Nummernserie B für Männer.

Nr. B-2773

Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Im Juli sind 32 RSHA-Transporte mit ca. 65.000 Juden angekommen.

August 1944
Liquidation des Zigeunerlagers (BIIe).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Trzebinia (Erdöl-Raffinerie).

Inbetriebnahme des Nebenlagers Hindenburg (Kohlebergwerk).

20. August – Luftangriffe der Alliierten auf Industrieanlagen.

Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes.

Warschauer Zivilisten (Warschauer Aufstand) werden nach Auschwitz verbracht.

Liquidation des Ghettos Łódź (Litzmannstadt), RSHA-Transporte aus dem Ghetto Łódź nach Auschwitz.

20. August – Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke.

Nach Angaben der Lagerwiderstandsbewegung befinden sich ca. 135.000 Häftlinge

in Auschwitz.

Nr. 193.129 (Männer)

Nr. A-20.000 (Männer)

Nr. B-8203 (Männer)

Nr. 87.116 (Frauen)

Nr. A-24.980 (Frauen)

Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Im August sind ca. 35 RSHA-Transporte mit ca. 100.000 Juden angekommen.

September 1944
Inbetriebnahme des Nebenlagers Althammer.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Bismarckhütte.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Neustadt.

Inbetriebnahme des Nebenlagers Charlottengrube.

13. September – Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke.

Warschauer Zivilisten (Warschauer Aufstand) werden nach Auschwitz verbracht.

Nr. 199.531 (Männer)

Nr. B-11.017 (Männer)

Nr. 88.769 (Frauen)

Nr. A-25.378 (Frauen)

Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im »Reichsgebiet«.

Im September sind ca. 17 RSHA-Transporte mit ca. 50.000 Juden angekommen.

Oktober 1944
Errichtung eines neuen Frauenlagers (Schutzhaftlagererweiterung) nahe Stammlager.

Belegstärke des Frauenlagers in Birkenau: 26.230 Häftlinge.

Ca. 17.000 weibliche Häftlinge (»Depothäftlinge«) werden in den Bestand des Frauen-lagers in Birkenau aufgenommen.

Gesamtbelegstärke: 43.000 weibliche Häftlinge.

Belegstärke des Frauenlagers in Auschwitz: 3785 Häftlinge.

Aufstand des Sonderkommandos in Birkenau.

Lagerselektion in Buna/Monowitz. Ca. 2000 Häftlinge werden selektiert und in Birkenau vergast.

Im Oktober sind 18 RSHA-Transporte mit ca. 15.000 Juden angekommen.

November 1944
Im Lagerabschnitt BIIe, vormals Zigeunerlager, wird ein Häftlingskrankenbaulager für Frauen eingerichtet.

Das Quarantänelager BIIa und das Depotlager BIIc werden aufgelöst.

Die weiblichen Häftlinge aus dem Frauenlager BIa-b werden nach BIIb und BIIe überstellt.

Auf Befehl von SS-Gruppenführer Oswald Pohl, Chef des WVHA, wird Auschwitz I in »KL Auschwitz« und Auschwitz III in »KL Monowitz« umbenannt. Das bisherige Lager Auschwitz II (Birkenau) wird dem »KL Auschwitz« unterstellt.

Die Vergasung mit Zyklon B wird eingestellt.

Demontage der Krematorien.

Im November ist 1 RSHA-Transport mit 990 Juden angekommen.

Dezember 1944
18. Dezember – Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke.

Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen der bombardierten I.G. Farbenwerke.

26. Dezember – Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke.

Demontage der Krematorien.

Belegstärke der Frauenlager einschließlich der weiblichen Häftlinge in Nebenlagern: 20.743 Häftlinge.

1945
 
Januar 1945
Belegstärke des »KL Monowitz« einschließlich der Nebenlager: 33.307 männliche und 2044 weibliche Häftlinge.

Belegstärke des »KL Auschwitz-Birkenau«: 15.325 männliche und 16.421 weibliche Häftlinge.

Insgesamt sind etwa 65.000 Häftlinge in den Auschwitzer Lagern.

18. Januar 1945: »Evakuierung« von Auschwitz; die Häftlinge müssen in Todesmärschen Richtung Westen unter strengster SS-Begleitung gehen.

Am Abend des 18. Januar gehen die 10.000 Häftlinge des Lagers Buna/Monowitz auf den Todesmarsch; im Ort Nicolai, in einer Ziegelei, verbringen die meisten die Nacht; in Gleiwitz werden die Häftlinge in offene Waggons gepfercht und in KZs verbracht;

in Buna/Monowitz bleiben etwa 850 kranke Häftlinge zurück.

Am 27. Januar erreicht eine Aufklärungsgruppe der sowjetischen Armee das Lager. Die in Auschwitz verbliebenen etwa 7000 Häftlinge werden befreit. Die in KZs im »Deutschen Reich« verbrachten Insassen von Auschwitz erleben ihre Befreiung erst im

April/Mai 1945. Tausende Häftlinge sind während der Todesmärsche und Todestrans-porte oder in den Lagern in den letzten Monaten vor dem Ende des »Dritten Reiches« umgekommen.

 

Fritz Bauer Institut Geschichte und Wirkung des Holocaust, Frankfurt am Main
 
 
 
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Letzte Änderung: 18. Juli 2013
 
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