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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

131. Verhandlungstag, 28.1.1965

 

Vernehmung des Zeugen Karel Klein

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie einverstanden], daß ich Ihre Aussage auf ein Tonband nehme zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Dolmetscher Benesch:

Souhlasíte [ s tím, že bude Vaše výpověď nahrána pro oporu paměti soudu? ]

 

Zeuge Karel Klein:

Klidně.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Einverstanden. Herr Klein, Sie sind ebenfalls in dem Lager Auschwitz gewesen.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste v táboře v Osvětimi?

 

Zeuge Karel Klein:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie uns bitte sagen, wann Sie hingekommen sind und woher Sie kamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Řekněte nám prosím, kdy jste tam přijel, a odkud jste přijel.

 

Zeuge Karel Klein:

Přijel jsem z Bystrice pod Hostýnem transportem do Terezína, a z Terezína transportem do Osvětimi. Právě včera tomu bylo 22 le t.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam aus Bistritz mit dem Transport nach Theresienstadt und von dort weiter nach Auschwitz. Gestern waren es 22 Jahre.

 

Vorsitzender Richter:

Warum sind Sie seinerzeit verhaftet worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Proč jste byl tenkrát zatčen?

 

Zeuge Karel Klein:

Z rasových důvodů. S celou rodinou.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus rassischen Gründen mit meiner ganzen Familie.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie groß war ungefähr der Transport, mit dem Sie gekommen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak velký byl transport, se kterým jste přijel?

 

Zeuge Karel Klein:

Asi 2000 lidí.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 2000 Leute.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie mit einem Eisenbahntransport gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jeli jste vlakem?

 

Zeuge Karel Klein:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann ungefähr war das?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to bylo?

 

Vorsitzender Richter:

Ach, Sie sagten es eben gerade, vor 20 Jahren

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

22 Jahren.

 

Vorsitzender Richter:

22 Jahren.

 

Dolmetscher Benesch:

43.

 

Vorsitzender Richter:

43 im Januar, am 27. Januar. Und wie lang blieben Sie dort?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak dlouho jste zůstal v Osvětimi?

 

Zeuge Karel Klein:

No, do evakuace v lednu 45.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Evakuierung des Lagers war im Januar 45. Solange blieb ich dort.

 

Vorsitzender Richter:

Als Sie nach Auschwitz kamen, war da bereits die sogenannte Rampe in Birkenau fertiggestellt, oder wo wurden Sie ausgeladen?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste přijel do Osvětimi, byla hotová rampa v Birkenau, v Březince, nebo kde jste byl vyložen z vlaku?

 

Zeuge Karel Klein:

Do Birkenau jsme přijeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen nach Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Ist Ihr Zug damals bereits durch das Lagertor durchgefahren und mitten in dem Lager Birkenau ausgeladen worden?

 

Dolmetscher Benesch:

V jel váš vlak vraty do tábora v Březince a byl potom v táboře vyložen?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, v táboře jsme nebyli. Přijeli jsme na takové prostranství, a tam jsme byli prostě vyhozeni z vlaku.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, es war nicht im Lager drin. Wir kamen an einen Platz, an eine Rampe, die außerhalb war. Dort wurden wir ausgeladen.

 

Vorsitzender Richter:

Wie Sie ausgeladen wurden, sind da alle Menschen, die mit Ihnen ankamen, ins Lager gekommen, oder sind welche nicht ins Lager gekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

Když jste přijeli, přišli všichni lidé, kteří byli s Vámi v transportu, do tábora nebo někteří také ne?

 

Zeuge Karel Klein:

No, podle toho, co jsem tam viděl, jsme byli rozděleni na muže, kteří byli podle vzezření mladší, ženy, matky s dětmi, a potom starší lidi, kterým bylo řečeno, že budou odvezeni.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir wurden dort auf der Rampe eingeteilt in jüngere Männer, in Frauen oder Mütter mit Kindern und auch in ältere Leute, denen gesagt wurde, sie werden hier weggebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Mütter mit Kindern und schwache und ältere Leute, sagten Sie. Was ist mit denen geschehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo s těmi matkami s dětmi a se staršími lidmi?

 

Zeuge Karel Klein:

No, mezi nimi byla i moje maminka a dvě sestry. A pak jsem se dozvěděl, že byly tentýž den, po příjezdu zplynovány.

 

Dolmetscher Benesch:

Unter diesen Menschen befanden sich auch meine Mutter und zwei Schwestern von mir. Später habe ich erfahren, daß sie am selben Tag noch vergast wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wer damals die Einteilung vorgenommen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdo to řídil na té rampě, kde se vybíralo?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich erinnern, ob es sich dabei um Ärzte gehandelt hat oder überhaupt um Führer oder um Unterführer oder sonstige SS-Leute?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete si [vzpomenout,] jestli to byli lékaři, důstojníci, poddůstojníci nebo jiní příslušníci SS?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, to nemohu říct, protože jsem žádného esesmana v životě neviděl, až tam, a při tom bylo takové řvaní a ohánění s klacky, že člověk vlastně vůbec nevěděl, kde je, co je, a jak dál.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann das nicht genau sagen, da ich ja bis dahin praktisch kaum einen SS-Mann gesehen hatte, also die Unterschiede nicht kannte. Und dabei waren dort so ein Geschrei und eine Prügelei, daß ich mich darum auch nicht gekümmert habe.

 

Vorsitzender Richter:

Wo sind Sie dann von dieser Rampe aus hingekommen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kampak jste přišel z té rampy?

 

Zeuge Karel Klein:

My, kteří jsme byli vybráni, mezi nimi i můj bratr, jsme byli dáni do Birkenau, no a tam jsme byli ubytováni v jednom dřevěném bloku. Byli jsme tam asi dva nebo tři dny.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Ausgesuchten, unter ihnen auch mein Bruder und ich, kamen nach Birkenau, wurden dort in einer Baracke untergebracht, in so einem Block, und blieben etwa drei Tage dort, zwei bis drei Tage.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se stalo potom?

 

Zeuge Karel Klein:

No, potom jsme my, kteří tam ještě zůstali, byli vybráni na transport, a hnali nás do Osvětimi I.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Tage blieben wir dort. Dann wurden einige von uns ausgesucht, und wir wurden gejagt in das Lager Auschwitz I.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo wurden Sie im Lager Auschwitz I untergebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde jste byl ubytován v Osvětimi jedna?

 

Zeuge Karel Klein:

4a blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Block 4a.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch, wer damals Ihr Blockführer war?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte ještě, kdo byl Váš Blockführer, vedoucí bloku?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wie der Blockälteste hieß?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak se jmenoval vězeň, který byl starší bloku?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Mit welchen Arbeiten wurden Sie dann beschäftigt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jaké práce jste vykonával?

 

Zeuge Karel Klein:

No, bylo nám řečeno, že jsme na tom bloku na karanténě, jestli se u nás neobjeví nějaká nemoc nebo něc o. A pak byl vybrán transport, mezi nimi [+ byl i] můj bratr, do Golešova. A já jsem tehdy poprvé poznal, co vlastně SS je. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser Block 4a war ein Quarantäneblock, weil sie feststellen wollten, ob wir irgendwelche Krankheiten mitbrachten.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lange blieben Sie in diesem Quarantäneblock?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho jste zůstal na tom karanténním bloku?

 

Zeuge Karel Klein:

Pět dnů.

 

Dolmetscher Benesch:

Fünf Tage.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah dann?

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich die Aussage des Zeugen erst übersetzen, die er vorher gemacht hat?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Es wurde ein Transport zusammengestellt, unter ihnen auch mein Bruder. Die kamen nach Golleschau.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah nach den fünf Tagen im Quarantäneblock?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak se s Vámi stalo po těch pěti dnech na karanténním bloku?

 

Zeuge Karel Klein:

Se mnou?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Karel Klein:

No, pak jsme byl zařazen do pracovního komanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde in ein Arbeitskommando eingereiht.

 

Vorsitzender Richter:

Und in welchen Block kamen Sie dann?

 

Dolmetscher Benesch:

Do jakého bloku jste potom přišel?

 

Zeuge Karel Klein:

No, to jsme byli ještě krátkou dobu tam, [+ na bloku 4].

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren noch kurze Zeit auf dem Block 4 dann.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lang ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak dlouho asi ještě?

 

Zeuge Karel Klein:

Já si to přesně nepamatuji, několik dnů.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Tage nur.

 

Zeuge Karel Klein:

Musela to být maličkost, já si to nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich so genau nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Und in welchen Block kamen Sie dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A do jakého bloku jste přišel potom?

 

Zeuge Karel Klein:

Pak jsem přišel na blok 7.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf Block 7.

 

Vorsitzender Richter:

Auf Block 7. Und von dort... Oder wie lang blieben Sie auf Block 7?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak dlouho jste byl asi na bloku 7?

 

Zeuge Karel Klein:

Dva nebo tři měsíce.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei oder drei Monate.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo kamen Sie dann hin?

 

Dolmetscher Benesch:

A kam jste přišel z toho bloku 7 potom?

 

Zeuge Karel Klein:

No to jsem byl už zař azený v práci na Bauhofkommando. — Kommando Bauhof — bylo [+ různě umístěno], každý podle pracovního zařazení. Býval jsem na různých blocích.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann war ich in dem Bauhofkommando. Und das Bauhofkommando war ja auf verschiedenen Blocks untergebracht, und es wurde öfter gewechselt.

 

Vorsitzender Richter:

Und welche Blocks sind Ihnen in Erinnerung, in denen Sie sonst noch gewesen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Na jaké bloky, ve kterých jste byl, si pamatujete?

 

Zeuge Karel Klein:

Pamatuji si na blok 16a, potom na blok 28, to byl revír, Krankenhaus, no a na Bekleidungskammer, nevím, který [+ blok] to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich erinnere mich an den Block 16a, in dem ich gewesen bin, dann an den Block 28, den Krankenbau, und dann auf die Bekleidungskammer, die Nummer des Blocks weiß ich nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wann waren Sie denn im Krankenbau?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste byl na bloku 28?

 

Zeuge Karel Klein:

Když jsem onemocněl.

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich krank wurde. Kdy asi?

 

Vorsitzender Richter:

Wann ungefähr kann das gewesen sein?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to asi bylo?

 

Zeuge Karel Klein:

To je těžko říct. To bylo asi tak v červnu, v červenci třiačtyřicátého roku. Nevím přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Sommer, Juni/Juli 43.

 

Vorsitzender Richter:

Und woran sind Sie erkrankt gewesen damals?

 

Dolmetscher Benesch:

A jakou nemoc jste měl?

 

Zeuge Karel Klein:

Měl jsem horečky. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte starkes Fieber.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie damals Fleckfieber oder Typhus?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl jste skvrnitou horečku nebo tyfus?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, neměl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Und wie lang waren Sie in diesem Block 28?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak dlouho jste zůstal na bloku 28, v té nemocnici?

 

Zeuge Karel Klein:

Asi čtyři dny, nebo tak nějak.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa vier Tage, so ungefähr.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie in dieser Zeit, wo Sie in Auschwitz waren, auch den Angeklagten Kaduk kennengelernt?

 

Dolmetscher Benesch:

Poznal js te v té době, kdy jste byl v Osvětimi, obžalovaného Kaduka?

 

Zeuge Karel Klein:

Nepoznal. Až jsem na něj byl upozorněn.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde auf ihn aufmerksam gemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Dann erzählen Sie bitte mal, wieso Sie auf ihn aufmerksam gemacht worden sind und wieso Sie gehört haben, daß es sich um Kaduk handelt.

 

Dolmetscher Benesch:

Vyprávějte, proč jste byl upozorněn na Kaduka, a proč jste se dozvěděl, že se jedná o Kaduka?

 

Zeuge Karel Klein:

No, jak jsem se dostal na pracovní komando. Čeští vězni se scházívali, a když přišel nějaký nový transport, hledali, jestli mezi nimi není nějaký Čech, český Žid a nebo árijec, to bylo jedno. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Jedesmal, wenn ein neuer Transport kam, kamen die im Lager befindlichen tschechischen Häftlinge, um festzustellen, ob sich Landsleute unter den Neuen befänden – ob Juden oder Arier, das war zunächst einmal gleichgültig. Und auch später auf dem Arbeitskommando nahmen sie Kontakt mit uns auf.

 

Zeuge Karel Klein:

No a právě, když mně vysvětlovali, kde jsem, a prostě co a jak, tak mně bylo řečeno: »My už jsme tady delší dobu, a nejhorší esesman, kterého jsme poznali, a na kterého si dávej pozor, je Kaduk. Jak bude příležitost, my Ti ho ukážeme.«

 

Dolmetscher Benesch:

Und bei der Einführung, die sie uns in die Lagerverhältnisse gaben, da sie schon längere Zeit im Lager waren, wurde immer gesagt: »Der schlimmste SS-Mann, den es im Lager gibt, das ist Kaduk. Gib besonders auf den acht.«

 

Vorsitzender Richter:

Wurde Ihnen der Kaduk auch bezeichnet, wie er aussieht, damit Sie ihn erkennen konnten?

 

Dolmetscher Benesch:

Řekli Vám také, jak vypadá, abyste ho mohl poznat? Nebo Vám byl ukázán?

 

Zeuge Karel Klein:

Byl mi ukázán.

 

Dolmetscher Benesch:

Er wurde mir gezeigt von weitem.

 

Vorsitzender Richter:

Und was hatte er denn da für eine Stellung inne?

 

Dolmetscher Benesch:

Co měl za funkci v táboře?

 

Zeuge Karel Klein:

No tak, tehdy jsem nevěděl, co to vlastně je, ale bylo mi řečeno, že byl Rapportführer.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wußte damals ja nicht, was er war. Es wurde mir später gesagt, er sei Rapportführer.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was haben Sie nun erlebt mit Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak jste zažil s Kadukem?

 

Zeuge Karel Klein:

No, já sám osobně, zaplať pánbůh, nic, protože jsem se od něho radši vždycky vzdaloval, když jsem se tohle dozvěděl.

 

Dolmetscher Benesch:

A jinak?

 

Zeuge Karel Klein:

No jinak, že byl nejhorší, bil vězně a tak dále. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich persönlich habe, Gott sei Dank, mit Kaduk nichts zu tun gehabt, sonst wäre ich ja jetzt nicht hier.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie gesehen, daß er mit anderen Leuten zu tun gehabt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, že měl něco s jinými lidmi?

 

Zeuge Karel Klein:

No, viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was haben Sie gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak jste viděl?

 

Zeuge Karel Klein:

No, viděl jsem, řekněme když šel nějaký »muselman« nebo někdo po lágru, jak bil a napadal vězně. Ovšem díval jsem se z patřičné vdálenosti, když už jsem ho poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe öfter gesehen, wie er Häftlinge geschlagen hat im Lager, auch wie er mit sogenannten »Muselmännern« umging, alles natürlich aus einer gewissen Entfernung, weil ich ihm gern aus dem Wege ging.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie auch gesehen, daß er einen totgeschlagen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také, že někoho zabil?

 

Zeuge Karel Klein:

No, byl jsem jednou svědkem toho, jak bil jednoho vězně, a bil ho tak, že prostě nevstal. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, wie er einen Häftling dermaßen geschlagen hat, daß der Häftling nachher nicht mehr aufgestanden ist.

 

Zeuge Karel Klein:

No a volal na něho: »Vstávej, ty smradlavý Žide!« [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, já jsem nerozuměl. [...]

 

Zeuge Karel Klein:

»Vstávej, ty smradlavý žide!«

 

Dolmetscher Benesch:

Und er schrie ihn noch an: »Steh auf, du stinkender Jude!«

 

Zeuge Karel Klein:

No a zpovzdálí jsem viděl, že nevstal, tak mám zato, že byl mrtev. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich sah, daß dieser trotz allem – es war ein »Muselmann«– nicht aufstand. Und deswegen nehme ich an, daß er tot war.

 

Vorsitzender Richter:

Wie kam es zu diesen Schlägen, und was ist dem vorausgegangen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak [došlo] k té bitce, a copak se stalo předtím?

 

Zeuge Karel Klein:

Bohužel, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich leider nicht.

 

Vorsitzender Richter:

In welcher Entfernung ungefähr standen Sie, wie Sie das gesehen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

V jaké vzdálenosti jste byl, když jste to viděl?

 

Zeuge Karel Klein:

No, v patřičné vzdálenosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Asi?

 

Zeuge Karel Klein:

50 metrů, nebo nějak [+ tak].

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa 50 Meter, in einer ziemlichen Entfernung.

 

Vorsitzender Richter:

War das anläßlich eines Appells, oder bei welcher Gelegenheit ereignete sich das?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to při apelu, nebo při jaké příležitosti?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, při apelu t o nebylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, es war nicht beim Appell.

 

Vorsitzender Richter:

Und bei welcher Gelegenheit ereignete sich das?

 

Dolmetscher Benesch:

A při jaké příležitosti to bylo, že jste to viděl?

 

Zeuge Karel Klein:

No, když jsem pracoval uvnitř tábora.

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich im Inneren des Lagers arbeitete.

 

Vorsitzender Richter:

Und was tat der Mann, der von ihm so geschlagen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

A copak dělal ten vězeň, kterého Kaduk tolik bil? [...]

 

Zeuge Karel Klein:

Co dělal? Jo, to já nevím, já jsem radši zdrhnul pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht, was der getan hatte.

 

Zeuge Karel Klein:

Radši jsem utekl, jak se říká, aby si mne nezavolal, nebo něco takového.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich lief auch dann schnell weg, damit Kaduk nicht auf die Idee käme, mich noch herbeizurufen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch einmal gesehen, daß er einen Menschen totgetreten hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste také, že někoho skopal k smrti?

 

Zeuge Karel Klein:

No, jestli byl mrtev, nevím, ale že ho skopal, to ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob der Betreffende tot war. Aber daß er ihn sehr getreten hat, das habe ich gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

War das derselbe, von dem Sie uns eben erzählt haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to ten samý [+ vězeň], o kterém jste zrovna vyprávěl?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, es war ein anderer Fall.

 

Vorsitzender Richter:

Es war ein anderer. Und wie hat sich das denn abgespielt?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak se to odehrálo s tím skopáním?

 

Zeuge Karel Klein:

No, já jsem byl na tom lágru a zahlédl jsem, jak jeden vězeň ležel na zemi a Kaduk do něho kopal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war im Lager, und ich sah, wie ein Häftling auf dem Boden lag und Kaduk in ihn hineingetreten hat.

 

Zeuge Karel Klein:

Ale proč nebo zač, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Wieso und wie es zu dieser Mißhandlung kam, weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

War das ein Vormittag, ein Nachmittag, oder?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to dopoledne nebo odpoledne toho dne?

 

Zeuge Karel Klein:

Ježíšmarjá, to já sám už nevím, kdy to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich selber nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

War denn die Sicht so, daß es noch nicht dunkel war, daß Sie sehen konnten?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo světlo nebo [byla tma?]

 

Zeuge Karel Klein:

No světlo bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war hell.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie damals noch gearbeitet?

 

Dolmetscher Benesch:

Pracoval jste tenkrát ještě?

 

Zeuge Karel Klein:

No pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und in welcher Gegend war das denn, des Lagers, wo es passiert ist?

 

Dolmetscher Benesch:

A v jakém koutu tábora to bylo?

 

Zeuge Karel Klein:

Prosím?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde to bylo v tom táboře?

 

Zeuge Karel Klein:

No, bylo to přibližně tam, jak byla koupelna.

 

Dolmetscher Benesch:

Etwa dort, wo das Bad war.

 

Vorsitzender Richter:

Wo das Bad war. Wollen Sie bitte mal an die Karte dahinten gehen und uns zeigen, wo das gewesen ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Půjdeme prosím k plánu a ukažte nám, kde to asi bylo.

 

Vorsitzender Richter:

Links unten sehen Sie einen schwarzen Pfeil. Das ist der Eingang des Tores.

 

Dolmetscher Benesch:

Vlevo dole vidíte [černou šipku, ] a to je vchod vraty.

 

Vorsitzender Richter:

Über dem stand »Arbeit macht frei«.

 

Dolmetscher Benesch:

Tam stálo — »Arbeit macht frei«.

 

Zeuge Karel Klein:

Tady, vpravo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano, aby se mohl orientovat.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn Sie durch dieses Tor durchgehen, sehen Sie rechts das große Gebäude, das ist das Küchengebäude.

 

Dolmetscher Benesch:

Když projdete těmi vraty, tak vidíte vpravo velkou budovu, to je kuchyň.

 

Zeuge Karel Klein:

Tady toto je kuchyň?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Karel Klein:

To je kuchyň.

 

Vorsitzender Richter:

Und rechts hinten ist der Block 11 und die sogenannte Schwarze Wand.

 

Dolmetscher Benesch:

A vpravo vzadu je blok 11, [+ takzvaná] Černá zeď. Úplně nahoře.

 

Zeuge Karel Klein:

Ano. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Noch weiter oben.

 

Zeuge Karel Klein:

To je desítka, tam byly ženy.

 

Dolmetscher Benesch:

Und im Block 10 waren Frauen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und können Sie jetzt sagen, wo sich das abgespielt hat, daß Kaduk einen Menschen, der am Boden lag, so lang getreten hat, bis er nicht mehr aufstehen konnte?

 

Zeuge Karel Klein:

Hier, an diesem Ort, da. — Tady byla pravděpodobně ta koupelna.

 

Dolmetscher Benesch:

Hier, meine ich, war das Bad gewesen.

 

Zeuge Karel Klein:

A to bylo asi tady někde. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Und das muß etwa an diesem Ort gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo war der andere Fall, wie er diesen Menschen zusammengeschlagen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde [se stal] ten jiný případ, jak toho [+ vězně] tak bil, že nevstal?

 

Zeuge Karel Klein:

Prosím?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde byl ten jiný případ, který jste zrovna líčil? Že Kaduk někoho bil, až nevstal.

 

Zeuge Karel Klein:

No, to mohlo být tady. Mezi čtvrtým a pátým blokem.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf dem Platz zwischen dem Block 4 und 5.

 

Vorsitzender Richter:

Und war das auch am Tag?

 

Dolmetscher Benesch:

Bylo to také ve dne?

 

Zeuge Karel Klein:

Ano, to bylo ve dne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Karel Klein:

Protože jinak bych to neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Anders hätte ich es ja nicht sehen können.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, dann bitte nehmen Sie wieder Platz. [Pause] Haben Sie auch erlebt, daß in dem Lager Selektionen stattfanden, das heißt Auswahl von Menschen, die umgebracht werden sollten, getötet werden sollten?

 

Dolmetscher Benesch:

Zažil jste také v táboře selekce, totiž, že byli vybíráni lidé na smrt?

 

Zeuge Karel Klein:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dann erzählen Sie bitte mal, wie das gewesen ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, vyprávějte nám, jak se to odehrávalo?

 

Zeuge Karel Klein:

Ty selekce?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Karel Klein:

Ty selekce se odehrávaly následovně: Při odchodu do práce a při příchodu z práce hrávala vždycky hudba pochody, a my jsme podle toho, jak se říká, mašírovali. No a kolikrát se nám stalo, a sám jsem to z ažil, mluvím moc rychle?

 

Dolmetscher Benesch:

Ne, mluvte dál.

 

Zeuge Karel Klein:

že jsme se při příchodu z práce museli zastavit, vysvléct do půl těla, no a za bránou, tam, jak bylo napsáno: »Arbeit macht frei«, stáli esesmani a na každé straně [+ řada] Blockälteste.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Selektionen spielten sich folgendermaßen ab. Morgens beim Ausmarsch zur Arbeit und abends beim Einzug wieder ins Lager, der immer unter Marschmusik vor sich ging, vor allem also abends beim Einmarsch von der Arbeit, wurde »Halt!« kommandiert ab und zu. Wir mußten den Oberkörper freimachen. Hinter dem Tor »Arbeit macht frei« standen Angehörige der SS und auf jeder Seite eine Reihe Blockältester. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Pokračujte.

 

Zeuge Karel Klein:

Př i tom, jak jsme procházeli, musel [+ každý, pokud to měl], dát košili, čepici a kabát na pravou stranu a jít mezi těmi esesmany. No, a když si nenapsali jeho číslo, tak šel pořád dál, a tím byl zachráněn. Ti, kterých číslo si zapsali, ti bohuž el už šli

 

Dolmetscher Benesch:

Soweit wir ein Hemd hatten oder die sonstige Oberbekleidung und die Mütze, mußten wir sie unter dem rechten Arm halten. Dann gingen wir zwischen den SS-Männern durch. Wenn sie nicht die Häftlingsnummer notiert hatten, dann konnte man ins Lager weitergehen. Jede Nummer, die notiert wurde, bedeutete das Todesurteil.

 

Vorsitzender Richter:

Wer hat diese Selektionen durchgeführt?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo dělal ty selekce?

 

Zeuge Karel Klein:

No esesman.

 

Dolmetscher Benesch:

SS-Leute.

 

Vorsitzender Richter:

War dabei auch Kaduk?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl při tom také Kaduk?

 

Zeuge Karel Klein:

Viděl jsem ho.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn dort gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er auch bestimmt, wer weitergehen durfte und wer aufgeschrieben wurde?

 

Dolmetscher Benesch:

Také říkal sám, kdo může jít dál, a kdo bude zapisován?

 

Zeuge Karel Klein:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann ist denn das ungefähr gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to asi bylo?

 

Zeuge Karel Klein:

Na to je těžká odpověď. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Jen tak přibližně. — Nur annähernd. [Pause]

 

Zeuge Karel Klein:

No, přesně nevím, první, kterou jsem zažil, byla asi tak v březnu. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Die erste, die ich erlebte, ich weiß nicht genau, war im März.

 

Vorsitzender Richter:

Neunzehnhundert?

 

Dolmetscher Benesch:

Devatenáctset?

 

Zeuge Karel Klein:

43.

 

Dolmetscher Benesch:

43.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. War da Kaduk auch dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl také přítomen Kaduk při této první [+ selekci]?

 

Zeuge Karel Klein:

No, zahlédl jsem ho tam, to už jsem ho totiž znal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, dort habe ich ihn gesehen, denn ich kannte ihn ja da schon.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele von diesen Selektionen haben Sie erlebt, an denen Kaduk teilgenommen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

A kolik selekcí asi jste zažil, kde byl Kaduk přítomen?

 

Zeuge Karel Klein:

Ještě jednu.

 

Dolmetscher Benesch:

Noch ein anderes Mal war er anwesend.

 

Vorsitzender Richter:

Die Männer, die ausgesucht waren, was mußten die machen?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak museli dělat ti lidé, kteří byli zapisováni podle čísla, nebo kteří byli vybráni?

 

Zeuge Karel Klein:

To Vám nepovím, protože byl hned potom apel, a šli jsme na bloky, takže já nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Was mit denen im einzelnen geschah, das weiß ich nicht. Denn es war sofort hinterher Appell, und wir mußten sofort auf unseren Block gehen.

 

Vorsitzender Richter:

Mußten diese Männer zurückbleiben?

 

Dolmetscher Benesch:

Museli tito muži zůstat u vrat, nebo šli také na blok?

 

Zeuge Karel Klein:

Nemohu Vám [+ říct], věřte mi, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wo sie geblieben sind.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie nicht mit zum Appell gegangen?

 

Dolmetscher Benesch:

Nešli k apelu?

 

Zeuge Karel Klein:

Věřte mi, že nevím. Člověk byl tak rozrušený. Jestli šli potom ještě na blok, anebo tam zůstali stát, to nevím. Jenom vím, že byla zapsána jejich čísla.

 

Dolmetscher Benesch:

Glauben Sie mir, ich kann mich nicht erinnern, was mit ihnen geschah. Wir waren ja jedesmal so aufgeregt. Ich weiß es wirklich nicht, ob sie noch einmal zum Block gingen, ob sie dortbleiben mußten. Ich weiß nur, daß alle Nummern dieser Leute notiert wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Und ob sie dann umgebracht wurden, wissen Sie das auch?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli byli potom zavražděni?

 

Zeuge Karel Klein:

No, určitě, protože už jsem je nikdy potom neviděl. Byli tam i někteří čeští Židé, které jsem už potom na tom lágru neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das glaube ich sicher. Denn es waren ja auch tschechische Juden darunter, die ausgesucht wurden, die ich gut kannte und die ich nie hinterher gesehen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Sind noch Fragen von seiten des Gerichts? Von seiten der Staatsanwaltschaft?

 

Staatsanwalt Wiese:

Herr Zeuge, können Sie sich erinnern, wie die körperliche Beschaffenheit der ausgesuchten Häftlinge war? Waren es Kranke, Schwache?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete [si vzpomenout,] jak vypadali ti vybraní tělesně? Byli to slabí, starší, nebo mladší a silnější lidé?

 

Zeuge Karel Klein:

No, mám dojem, že když ještě pracovali a šli z práce, tak byli ještě dost při silách.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren nicht Kranke und Schwache, denn sie wären ja dann nicht zur Arbeit gegangen.

 

Staatsanwalt Wiese:

Können Sie ungefähr eine Zahl [+ derjenigen] nennen, die bei den beiden Selektionen, wo Kaduk dabei war, aufgeschrieben wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám říci číslo, kolik [+ vězňů] asi bylo vybráno při těch selekcích, kde byl Kaduk přítomen?

 

Zeuge Karel Klein:

Bohužel, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich leider nicht.

 

Staatsanwalt Wiese:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Raabe, Doktor Kaul? Von seiten der Verteidigung? Herr Rechtsanwalt Jugl.

 

Verteidiger Jugl:

Herr Präsident, würden Sie zunächst den Zeugen bitten, ob er Kaduk erkennt?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wenn Sie das wünschen.

 

Verteidiger Jugl:

Ich habe dann noch Fragen hinterher.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, schön. Ich bitte die Angeklagten, mal alle aufzustehen. Der Zeuge möchte einmal sehen, ob er den Kaduk aus diesen Angeklagten wieder herausfinden kann.

 

Dolmetscher Benesch:

Máte vybrat Kaduka, tady z obžalovaných.

 

Zeuge Karel Klein:

Dobře.

 

Dolmetscher Benesch:

Jestli ho poznáte.

 

Vorsitzender Richter:

Ich bitte den Zeugen, mal aufzustehen und mal zu sehen, wen er da noch erkennt.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, obraťte se a podívejte se, koho tady ještě znáte.

 

Zeuge Karel Klein:

Toho.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist er.

 

Vorsitzender Richter:

Erkennen Sie sonst noch jemanden?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte ještě někoho jiného z obž alovaných?

 

Zeuge Karel Klein:

[Pause] Toho v těch brýlích, to je pan Mulka, není?

 

Dolmetscher Benesch:

Der mit der Brille ist Herr Mulka, nicht wahr?

 

Vorsitzender Richter:

Würden Sie mal auf ihn deuten.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ukažte na něj rukou.

 

Vorsitzender Richter:

Diesen da. Ja, das ist der Mulka.

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Sonst kann ich mich an niemanden erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dann bitte ich wieder alle, Platz zu nehmen.

 

Zeuge Karel Klein:

Byl to Kaduk. Te hdy tedy vypadal úplně jinak... dvaadvacet roků... v uniformě vypadá člověk jinak, a v čepici. Bez čepice jsem ho v životě neviděl.

To je asi tak všechno. Já bych ho zarazil, víte, dneska už se ho nebojím, ale tenkrát [Pause] [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Jugl.

 

Verteidiger Jugl:

Herr Präsident, es ist möglich, daß ich das überhört habe, die ersten beiden Vorfälle, wo Kaduk Häftlinge getreten haben soll, wann das war.

 

Vorsitzender Richter:

Das hat er noch nicht gesagt. Er sagt, das wäre am Tag gewesen.

 

Verteidiger Jugl [unterbricht]:

Dann möchte ich das fragen.

Richter Perseke:

Im Sommer.

 

Verteidiger Steinacker:

Im März.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, im März 43, das war die Selektion, Herr Rechtsanwalt Steinacker.

Können Sie sich noch erinnern, wann diese beiden Vorfälle mit Kaduk waren, bei denen er einen Menschen, sei es mit Schlägen, sei es durch Tritte zu Boden gebracht und dort nach Ihrer Meinung getötet hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, můžete si vzpomenout, kdy asi, v jakém měsíci nebo roce, se staly ty dva případy, že Kaduk člověka tak zmlátil nebo skopal, že byl podle Vašeho mínění mrtev?

 

Zeuge Karel Klein:

No to bylo v roce 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war 1943.

 

Zeuge Karel Klein:

A bylo to tak na jaře, mám dojem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meine, im Frühjahr 43.

 

Vorsitzender Richter:

In beiden Fällen?

 

Dolmetscher Benesch:

Oba případy?

 

Zeuge Karel Klein:

V obou případech.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, beide Vorfälle.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Verteidiger Jugl:

Herr Präsident, ich glaube, das richtigstellen zu müssen. Sie sagen bei der Frage: »nach Ihrer Meinung getötet hat«. Der Zeuge hat in beiden Fällen gesagt, daß diese Leute wahrscheinlich tot waren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, deshalb sage ich: nach seiner Meinung.

 

Verteidiger Jugl:

Ich wollte es nur klarstellen. Ich habe eine weitere Frage dann noch.

Herr Zeuge, diese Selektionen, diese beiden, bei denen Kaduk dabei war, hatten Sie feststellen können, ob Kaduk in eigener Machtvollkommenheit, also selbst entschieden hat, wer aufgeschrieben wird und wer nicht? Oder hat er da Anweisungen bekommen von einem anderen SS-Mann, möglicherweise einem Offizier?

 

Dolmetscher Benesch:

Mohl jste zjistit, zda Kaduk při těch selekcích sám vybíral, nebo jestli tam byl důstojník, který mu dával rozkazy?

 

Zeuge Karel Klein:

Při té první selekci jich tam bylo víc. Ale při té druhé selekci, kterou jsem zažil, byl Kaduk sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei der ersten Selektion im März waren mehrere SS-Leute dort, es wäre also möglich. Bei der zweiten Selektion, die ich erlebt habe, war es Kaduk allein, der aussuchte.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns eben gesagt, daß Sie den Angeklagten Mulka wiedererkennen könnten. Wollen Sie uns bitte einmal sagen, wieso Sie diesen Angeklagten im Gedächtnis haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl, že jste poznal obžalovaného Mulku. Můžete nám říci, proč si pamatujete na Mulku?

 

Zeuge Karel Klein:

No, při příchodu, vždycky, když jsme přišli z práce, tak stáli všichni esesmani u brány. A mezi nimi byl i tady obžalovaný Mulka. Dělal na mě vždycky jaksi lepší dojem. Prostě byl to můj názor.

 

Dolmetscher Benesch:

Beim Einmarsch von der Arbeit standen meistens die SS-Leute beim Tor. Unter ihnen war sehr häufig Mulka. Ich habe ihn deswegen in Erinnerung behalten, weil er einen besseren Eindruck machte als die anderen SS-Männer.

 

Vorsitzender Richter:

Und, sagen Sie, haben Sie diesen Mulka auch einmal im Lager selbst, also innerhalb des Zaunes im Schutzhaftlager gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste Mulku také uvnitř v táboře, tedy nejen u vrat? [...]

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, habe ich ihn nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht gesehen. Nur am Tor stehend?

 

Dolmetscher Benesch:

Jenom, že stál u vrat.

 

Zeuge Karel Klein:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie in Erinnerung, ob er da auch irgend etwas getan hat, ob er Befehle gegeben hat oder sonst sich irgendwie betätigt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Vzpomínáte si, zda tam také dával rozkazy, něco tam dělal, nebo jenom stál?

 

Zeuge Karel Klein:

No, jak jsme procházeli tou branou, tak jestli dával rozkazy nebo něco, to já nevím. Byl to moment, než jsme př ešli.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ja nur immer ein kurzer Moment, während wir durch das Tor marschierten. Ich kann nicht sagen, ob er dort Befehle gab oder was er dort im einzelnen tat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sind sonst noch Fragen zu stellen? Von seiten des Verteidigers Doktor Eggert?

 

Verteidiger Eggert:

Keine Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Mulka selbst, wollen Sie noch etwas dazu sagen? Stimmt denn das, was der Zeuge eben gesagt hat, daß Sie an dem Tor gestanden haben?

 

Angeklagter Mulka:

Nein. Niemals habe ich am Tor gestanden.

 

Zeuge Karel Klein:

To není pravda.

 

Vorsitzender Richter:

Sehen Sie mal, Mulka. Also dieser Zeuge ist so vorsichtig in seiner Aussage. Er sagt: »Ich bin nur einen Moment vorbeigegangen. Ich konnte infolgedessen gar nicht beobachten, ob und was er getan hat dort.« Andererseits sagt er: »Er ist mir aufgefallen, weil er in seiner ganzen Haltung und so weiter sich etwas unterschieden hat von den anderen Leuten.« Der Zeuge ist wirklich vorsichtig. Glauben Sie wirklich, daß er lügt?

 

Angeklagter Mulka:

[Pause] Mir fiel erneut auf, daß dieser Zeuge sagte: »Der mit der Brille ist Mulka.« Diese Version ist schon mehrfach aufgetaucht bei tschechischen Zeugen.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie wollen sagen, Sie hätten damals noch keine Brille getragen.

 

Angeklagter Mulka:

Niemals hätte er mich kennen können, denn ich habe nie am Tor gestanden.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, ich meine, Sie wollen sagen, Sie haben keine Brille getragen.

 

Angeklagter Mulka:

Das außerdem.

 

Vorsitzender Richter:

Also sagen Sie bitte dem Zeugen: Der Angeklagte Mulka läßt sich dahin ein, daß er damals noch keine Brille getragen habe und daß er ihn deshalb auch an der Brille nicht hätte erkennen können.

 

Dolmetscher Benesch:

Mulka Vám říká, že tenkrát vůbec brýle nenosil, a že jste ho tedy podle brýlí nemohl poznat.

 

Zeuge Karel Klein:

Byl to Mulka. Poznávám ho.

 

Dolmetscher Benesch:

Podle brýlí?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, i postavou.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Mulka ja an seiner Haltung und an seiner Figur wiedererkannt.

 

Vorsitzender Richter:

Hat er damals schon eine Brille getragen?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl tenkrát brýle?

 

Zeuge Karel Klein:

To já nevím, jestli měl nebo neměl, ale už i vězni říkali: »Tam stojí Mulka.«

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob er eine Brille hatte oder nicht. Aber es war Mulka, der dort stand.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie wollen also das Wort »der mit der Brille« nur bezogen haben heute auf das Wiedererkennen, bei dem Sie gesagt haben, »der mit der Brille«, um ihn zu bezeichnen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak jste ho poznal, řekl jste: »Ten s brýlemi je Mulka.« To se vztahuje jenom na to, že má dnes brýle? Že jste ho chtěl dnes označit?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne, já Vám nerozumím. Jak?

 

Dolmetscher Benesch:

Chtěl jste dnes označit obžalovaného Mulku podle brýlí, nebo jste myslel, že jste ho poznal, [+ protože] má brýle?

 

Zeuge Karel Klein:

Nevím, nepoznal jsem ho, že má brýle, ale podle postavy a podle vzezření.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn an seiner Haltung und an seiner Figur wiedererkannt und habe ihn damit nur näher bezeichnet.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie irren sich also nicht in seiner Person?

 

Dolmetscher Benesch:

Nemýlíte se v jeho osobě?

 

Zeuge Karel Klein:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Kaduk, haben Sie noch etwas zu sagen? Gehen Sie bitte ans Mikrofon.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Präsident, im Jahre 1943 war kein Zugangsblock 4a. Das nehme ich niemandem ab. Im Jahre 1943 waren Zugangsblöcke gewesen, und zwar Block 1 und Block 8. Die Häftlinge mußten vier bis sechs Wochen auf der Quarantäne bleiben. Wenn der Arzt es genehmigt hat, wurden sie zur Arbeit eingesetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wollen sagen, wenn der Zeuge sagt, er ist auf Block 4a untergebracht gewesen, dann kann das nicht stimmen?

 

Angeklagter Kaduk:

Das stimmt nicht, das nehme ich niemandem ab. In Block 4a lag dort die Fleischerei. Fleischerei, SS-Kantine. Ich weiß es ganz genau.

 

Vorsitzender Richter:

Nun kann es vielleicht sein, daß der Zeuge die Blockzahl heute nicht mehr weiß.

 

Angeklagter Kaduk:

Kann möglich sein.

 

Vorsitzender Richter:

Aber daß er in Auschwitz war, das werden Sie doch wohl nicht bestreiten?

 

Angeklagter Kaduk:

Das streite ich ja gar nicht ab.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wenn er aber in Auschwitz war, ist es ja vielleicht nicht so wichtig, ob er nun in Block 4 oder 1 oder 8 untergebracht war.

 

Angeklagter Kaduk:

Richtig, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn ich ihn das frage, dann nur deshalb, um zu wissen, ob er vielleicht irgendwelche Blockführer oder Blockälteste kennt.

Aber es dreht sich ja doch hier um etwas ganz anderes. Es dreht sich darum, ob der Zeuge gesehen hat, daß Sie so unbarmherzig auf die Menschen eingeschlagen haben, daß sie zusammengefallen waren und daß Sie hinterher geschrien haben: »Steh auf, du stinkender Jude!« und der Mann war nicht in der Lage aufzustehen, weil der Zeuge meint, der Mann sei nicht mehr am Leben gewesen.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Direktor oder Herr Präsident, entschuldigen Sie. Herr Präsident, ich habe öfters jemand geschlagen. Und wenn ich jemand geschlagen habe, dann nur mit der Hand. Aber totgetreten habe ich niemanden im Stammlager, überhaupt niemanden. Das ist nicht wahr. Das nehme ich dem Zeugen nicht ab.

Zweitens: Wenn der Zeuge behauptet, daß beim Einmarsch ins Lager selektiert worden ist, das nehme ich ihm auch nicht ab. Herr Präsident, es sind ausmarschiert, und zwar früh um sechs Uhr, ungefähr zwölf- bis 13.000. Die sind zur Arbeit ausmarschiert. Am Abend das erste Kommando ist um 17.10 Uhr eingerückt. Dann kam der Befehl von dem Einsatzführer, oder war es Hauptsturmführer Schwarz oder Obersturmführer Sell, er hat gesagt: »Heute werden wir selektieren.«

Aber nicht selektieren ins Gas, sondern die wurden aussortiert, sagen wir, in die Arbeitskommandos, sagen wir, Eintrachthütte hatte gebraucht so ungefähr 40 Häftlinge, oder es waren andere Kommandos gewesen. Und die haben sie ausgesucht beim Einmarsch. Da hat dann der Schutzhaftlagerführer gesagt: »Heute wird nicht gefilzt, heute ist Arbeitseinsatz.« Und die Häftlinge wurden verlegt in die Arbeitskommandos. Die wurden listenmäßig erfaßt, die brauchten keinen Oberkörper freimachen. Die wurden so aufgeschrieben und wurden dann eine Woche oder 14 Tage in die Außenkommandos verlegt. Das waren die Selektionen.

 

Vorsitzender Richter:

Nun sagt aber doch der Zeuge erstens einmal, daß sie ihren Oberkörper entblößen mußten.

 

Angeklagter Kaduk:

Das ist nicht wahr. So was gab es bei uns nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und zweitens sagt der Zeuge, daß er diese Leute nie mehr wiedergesehen hat.

 

Angeklagter Kaduk:

Das kann möglich sein. Die wurden ja listenmäßig erfaßt, und in einer Woche oder 14 Tagen wurden die dann zu den Kommandos überführt, in die Außenlager. Ich persönlich habe nicht entschieden in Auschwitz über Leben und Tod.

 

Vorsitzender Richter:

Na ja.

 

Angeklagter Kaduk:

Das nehme ich niemandem ab. Kein Unterführer war das gewesen. Das waren andere Herren gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Welche anderen Herren waren denn das?

 

Angeklagter Kaduk:

Das waren die Lagerärzte gewesen. Die haben entschieden.

 

Vorsitzender Richter:

Die Lagerärzte

 

Angeklagter Kaduk [unterbricht]:

Aber kein Kaduk, auch kein Angeklagter Baretzki und sonst dergleichen, wie hier manchmal behauptet wird, daß wir selektiert haben. Das waren die Lagerärzte, und die haben entschieden, nicht wahr.

 

Vorsitzender Richter:

Die Lagerärzte. Na, dann nehmen Sie Platz.

Sagen Sie bitte dem Zeugen, daß der Angeklagte Kaduk bestreitet, jemals einen Menschen im Lager totgeschlagen oder totgetreten zu haben, und daß es nicht wahr sei, daß am Tor Leute selektiert worden seien, um umgebracht zu werden. Die Selektionen hätten sich nur damit befaßt, Arbeitskräfte für irgendwelche Außenkommandos zusammenzustellen.

 

Dolmetscher Benesch:

Obžalovaný Kaduk popírá, že někoho v táboře zabil, nebo že vůbec někoho kopal. [+ Vězně] bil jenom rukama. A za druhé popírá, že se někdo svlékal při příchodu do lágru, j ak jste to líčil. Není to prý pravda. Selekce tam nebyly v tom smyslu, jen se vybíralo pro jiná komanda, pro jiné pracovní tábory, které nebyly v Osvětimi.

 

Zeuge Karel Klein:

To není pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist nicht wahr.

 

Zeuge Karel Klein:

Museli jsme se svlékat.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten uns ausziehen.

 

Zeuge Karel Klein:

Museli jsme jít.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten gehen.

 

Zeuge Karel Klein:

A mužům, kterým ukázali doleva nebo doprava, zapsali čísla, a už jsem je [+ nikdy] neviděl. Není to pravda.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist nicht wahr. Denn diese Nummern wurden notiert, und ich habe keinen von diesen Leuten später jemals wiedergesehen. Und wir mußten uns unseren Oberkörper frei machen, wenn wir hereinkamen.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn sonst keine Fragen mehr sind, bitte schön.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ich möchte den Angeklagten Kaduk doch noch fragen, ob zu den Lagerärzten, die über Leben und Tod entschieden, auch der Angeklagte Doktor Lucas gehörte. [Pause] Ich meine, Sie brauchen mir keine Antwort zu geben, Herr Kaduk. Aber ich möchte Sie einfach mal fragen, wenn Sie das schon sagen wollen.

 

Angeklagter Kaduk:

Ich verweigere die Aussage.

 

Staatsanwalt Kügler:

Er war auch Lagerarzt.

 

Angeklagter Kaduk:

Ich verweigere die Aussage.

 

Staatsanwalt Kügler:

Gut.

 

– Schnitt –

 

 

 

 
 
 
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