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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

121. Verhandlungstag, 11.12.1964

 

Vernehmung des Zeugen Hans Hoffmann

 

Vorsitzender Richter:

Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Hoffmann, Sie sind ebenfalls in Auschwitz gewesen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar haben Sie nach Ihrer Schulentlassung zunächst als Schlosser gearbeitet

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wurden dann eingezogen zu der jugoslawischen Armee.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben dort gedient. Und wann sind Sie dort entlassen worden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

1941, wo der Krieg zu Ende war, also in Jugoslawien

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Der Kapitulation, ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie waren dann in deutscher Kriegsgefangenschaft.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl, etwa drei Wochen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie wurden aber dann als Volksdeutscher zur SS gemustert.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Im August oder September 1942.

 

Vorsitzender Richter:

42, ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar wurden Sie wohin eingezogen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, also ursprünglich hieß es, zur Prinz-Eugen[+ -Division].

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Aber nach 14tägiger Irrfahrt landeten wir dann plötzlich in Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie mußten sich also zunächst melden in Indjija.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und sind dann zu welcher Einheit eingezogen worden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Es hieß also, wo man uns abgeholt hat, wir kämen zur Prinz-Eugen-Division. Und [+ wir] sind dann 14 Tage umeinandergefahren und kamen nach Pančevo. Und von Pančevo dann sind wir wieder weggefahren, also der Transport ging wieder weiter, und waren dann eines Tages in Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wo kamen Sie denn in Auschwitz hin? Zur Wachkompanie?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Als erstes in die 6. Kompanie.

 

Vorsitzender Richter:

In die 6. Kompanie.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie hieß Ihre Einheit zur Gänze?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

SSD Sturmbann KL-AU.

 

Vorsitzender Richter:

KL-AU.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Sturmbann KL-AU. Und wie lang blieben Sie in Auschwitz?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Bis 1945.

 

Vorsitzender Richter:

Bis

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Januar.

 

Vorsitzender Richter:

Januar 45.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo kamen Sie dann hin?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Dann kam ich nach Berlin. Und von Berlin aus wurden wir nach Stettin beordert, angeblich an die Front. Dazu ist es aber nicht gekommen. Wieder zurück nach Berlin, ich kam dann nach Celle. Und in Celle erkrankte ich und kam nach Bergen ins Reservelazarett.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie hatten damals Fleckfieber.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und nach Ihrer Entlassung aus dem Lazarett?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, da kam ich in englische Gefangenschaft.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und von dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In eine Vielzahl von Lagern. Und genau am 13. Dezember 1946 wurde ich nach Polen ausgeliefert.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah in Polen mit Ihnen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In Polen wurde ich, der Prozeß dauerte vier Wochen lang, am 22. Dezember 1947 zu 15 Jahren verurteilt.1

 

Vorsitzender Richter:

Und warum?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, also nachdem der Urteilsspruch ausgesprochen wurde, hieß es da: fünf Jahre SS-Zugehörigkeit, fünf Jahre Auschwitz und fünf Jahre wegen »besonderem Vertrauen«.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann sind Sie entlassen worden dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich bin entlassen worden... Ende Juli war ich in Friedland, 1956.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. 56?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Sie sind nach Auschwitz gekommen, wie Sie uns sagten, zunächst zur Wachkompanie.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lang blieben Sie bei der Wachkompanie?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

März, glaube ich, März 1944.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und dann?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Eines Tages wurde mir aufgetragen, ich soll mich bei der Politischen Abteilung melden. Da ging ich hin, und dann hieß es: »Schreiben Sie einen Lebenslauf.« Und ich habe meinen Lebenslauf geschrieben. Und dann hat es geheißen: »Setzen Sie sich dort an diesen Platz. Die Arbeit wird Ihnen angewiesen.«

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wer war damals Ihr Chef?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Chef war der Untersturmführer – wie hieß er – Schurz von der Geheimen Staatspolizei. Sein Stellvertreter war der Oberscharführer Kirschner. Kirchner oder Kirschner, jetzt weiß ich nicht genau. Kirschner, glaube ich.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Herr Vorsitzender, darf ich anregen, den Zeugen zu belehren?

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Herr Zeuge, Sie haben das Recht, Ihre Aussage zu verweigern, wenn Sie sich durch Ihre Aussage selbst einer strafgerichtlichen Verfolgung aussetzen müßten. Haben Sie das verstanden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl. Ich glaube, das ist nicht der Fall.

 

Vorsitzender Richter:

Sie glauben, [+ es ist] nicht der Fall. Herr Zeuge, was mußten Sie denn machen bei der Politischen Abteilung?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Anfangs hatte ich da also den Posteingang zu sortieren und Postausgang sowie Adressen zu schreiben und die Post wegzubringen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was war das für eine Post? Wo ging die hin?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

An alle möglichen Dienststellen der Kriminalpolizei und Geheimen Staatspolizei, was es eben für Dienststellen gab, überallhin.

 

Vorsitzender Richter:

Also es war hauptsächlich Post an Dienststellen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, das mußten Sie zunächst tun. Und was haben Sie dann später zu tun gehabt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Etwa im Sommer 1944 sagte mir der Oberscharführer Kirschner eines Tages, ich möchte in die Außenstelle nach Birkenau gehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nach Birkenau.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer war da Ihr Chef?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, der Chef blieb immer derselbe, bloß ich war in der Außendienststelle.

 

Vorsitzender Richter:

Das war im Sommer 1944?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie uns heute noch nähere Zeitangaben machen, wann das näher gewesen ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Auf den Tag genau kann ich es leider nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ich meine, war es im Frühsommer, im Spätsommer, war es vor dem Juli oder nach dem Juli?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß nicht mehr genau, aber im Sommer war es.

 

Vorsitzender Richter:

Im Sommer war es. Und wer war denn dort an der Außenstelle in Birkenau außer Ihnen noch von der Politischen Abteilung?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Eine Zeitlang war da Broad, und der kam weg. Dann kam ganz kurze Zeit Lachmann, der ja lange Zeit über, also vorher, solange ich dort war, nicht in der Politischen Abteilung war – ich weiß nicht, wo er vorher war. Da kam Lachmann. Und anschließend kam wieder Broad.

 

Vorsitzender Richter:

Und blieb dann Broad bis zum Schluß bei Ihnen? Blieben Sie bis zur Auflösung des Lagers dort in Birkenau?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ich ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sie ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und Broad?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Er ist weggekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Wann?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das kann ich nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Weiß ich nicht, nein.

 

Vorsitzender Richter:

Und was hat denn Broad dort für Vorgänge bearbeiten müssen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Vernehmungen verschiedener Art, soweit ich mich entsinne.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und Sie haben doch mit ihm zusammen wohl gesessen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Oder wie groß war denn diese Außenstelle der Politischen Abteilung dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Da waren drei Räume.

 

Vorsitzender Richter:

Drei Räume.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wer war denn da außer Broad noch da?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ein Zimmer war überhaupt nicht besetzt. Also er und ich.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und in dem dritten Zimmer, da waren diese drei Frauen und der ältere Herr.

 

Vorsitzender Richter:

Also das Schreibpersonal?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, und wenn er nun Vernehmungen durchzuführen hatte, waren Sie da dabei?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Verschiedentlich ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wie wickelten sich denn diese Vernehmungen ab?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In dieser Zeit also normal.

 

Vorsitzender Richter:

In dieser Zeit waren sie normal.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Also so wie Ihre Vernehmung heute hier?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wurde da nicht mit Worten oder mit Taten ein bißchen nachgeholfen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, zu der Zeit nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also nicht, wo ich dabei war.

 

Vorsitzender Richter:

Nun würde es mich interessieren doch für die Zeit, um uns ein bißchen näher festzulegen... Sie haben gesagt, erst war Broad da, dann kam Lachmann, und dann kam wieder Broad.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wann Broad wiedergekommen ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Es war keine lange Zeitspanne. Das waren bloß vielleicht vier, fünf Wochen, dann kam Lachmann wieder von uns weg.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Vier, fünf Wochen, meinten Sie.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie selbst sagten, Sie seien im März 44 hingekommen, nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

So etwa, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Im März 44. Nein, denn im März 44 kamen Sie nach Auschwitz I in die Politische Abteilung zu Schurz und Kirschner.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ach so. Ja, ja, so, ja.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und im Sommer 44 kamen Sie dorthin.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nach Birkenau. Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nach Birkenau. Und da war Broad da, wie Sie hinkamen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lang blieb er denn da, bis Lachmann kam?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das kann ich leider nicht genau sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie nicht genau sagen. Und wie lang war er ungefähr fort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Eben die Zeit, wo Lachmann anwesend war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und wie lang war das ungefähr?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich sage doch, etwa vier oder fünf Wochen. Ich weiß nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Etwa vier oder fünf Wochen. [Pause] Und war diese Politische Abteilung im Zigeunerlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, davor.

 

Vorsitzender Richter:

Davor, vor dem Zigeunerlager. [Pause] Wissen Sie auch noch, wie das Zigeunerlager liquidiert worden ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ein Teil wurde liquidiert, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wissen Sie, wann das war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Kann ich leider nicht sagen, es war auch 1944 eben. In dieser Zeit war es, wo ich dort war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wer war da mit Ihnen zusammen? Broad? Oder Lachmann?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Zu der Zeit war Broad, glaube ich, dort.

 

Vorsitzender Richter:

War Broad dort.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, haben Sie auch bei Vernehmungen beigewohnt, bei denen Boger die Vernehmungen gemacht hat?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Nur bei Vernehmungen von Broad?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Nun sagten Sie: »Zu der damaligen Zeit waren die Vernehmungen normal.« Waren sie denn zu einer früheren Zeit nicht normal?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Vom Hörensagen, wie ich es weiß, nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Was Sie vom Hörensagen wissen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo haben Sie diese Kenntnis her, von wem?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Von den Frauen, die bei uns gearbeitet haben, und von dem alten Herrn.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war denn der alte Herr?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß nur, den Herrn Bernhard nannten wir ihn. Ich weiß den andern Namen nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und die Frauen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Die eine war die Frau Eva Pommeranz, die zweite war die Frau Maryla Obstfeld, die ja lange Zeit bei Boger Sekretärin war. Und dann war die dritte, das war die Frau Regina, aber ich weiß den Nachnamen nicht mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Steinberg. Ja. Nun, Herr Zeuge

 

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

Bernhard war Berliner Rechtsanwalt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie noch, was dieser alte Herr für einen Beruf gehabt hat, für einen Zivilberuf?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Er war bei Gericht in Berlin, glaube ich. Gerichtsassessor oder so was.

 

Vorsitzender Richter:

Rechtsanwalt war er dort wohl.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Oder so, ja. Bei Gericht war er auf alle Fälle, das weiß ich noch.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war denn damals Lagerleiter von dem Zigeunerlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das weiß ich leider nicht mehr, wie der geheißen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie nicht mehr. [Pause] Und was ist Ihnen denn bekanntgeworden von diesen Vernichtungsaktionen dort, also zum Beispiel von den Vergasungen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das war allgemein bekannt. Mußte jeder wissen. Konnte gar nicht umhin, anders.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wissen Sie noch, wie das gehandhabt worden ist, welche Leute dort in diese Gaskammern geschickt wurden und welche nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, angeblich haben immer Aussortierungen stattgefunden.

 

Vorsitzender Richter:

Wo?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Auf der Rampe oder im Krankenlager.

 

Vorsitzender Richter:

Auf der Rampe oder im Krankenlager.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie dort in Ihrer Zeit auch den Doktor Lucas kennengelernt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich kenne den Doktor Lucas nicht persönlich.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht persönlich.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie etwas von ihm gehört?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Nun, wie Sie noch bei der Wachkompanie waren, da haben Sie die Wachtürme besetzt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch Postenketten stellen müssen für die Rampe?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Unsere Kompanie war einmal, das heißt, ich weiß nicht, einmal, vielleicht auch mehrere Male, aber nur zu einem Teil dabei anwesend, weil

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und Sie nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, ich persönlich nicht. Wir hatten hauptsächlich die Hauptwache, die sich dann

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Die Hauptwache.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In dieser Zeit, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wo war die Hauptwache?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Vorne im Hauptlager.

 

Vorsitzender Richter:

Vor dem Tor, wo stand »Arbeit macht frei«?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also ringsum, das war das Hauptlager, das Männerlager. In Auschwitz direkt.

 

Vorsitzender Richter:

Ach so. Unter Hauptwache verstehen Sie

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht etwa die Wachstube, sondern Sie verstehen [+ darunter] die Bewachung des Hauptlagers.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, die gehört ja mit dazu zur sogenannten Hauptwache, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also auch die Türme, die dort aufgestellt waren?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nachts, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wie war es denn mit den Leitungen, mit diesen Drähten, waren die Tag und Nacht geladen mit elektrischem Strom?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Soviel ich weiß, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Soviel Sie wissen, ja. Und wie war das in Birkenau?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Bitte?

 

Vorsitzender Richter:

In Birkenau nachher?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, die waren auch geladen.

 

Vorsitzender Richter:

Die waren auch geladen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Tags und nachts?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ob zu jeder Zeit, das weiß ich nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht genau.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also im Hauptlager konnte man es immer sehen, wenn man vorbeigekommen ist, wenn die Lampen gebrannt haben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun kam es sehr häufig vor, daß Häftlinge fliehen wollten?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Es kam vor, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was geschah da? Was hatten Sie für Anweisungen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Zu schießen.

 

Vorsitzender Richter:

Zu schießen. Anruf vorher oder ohne Anruf?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Anruf.

 

Vorsitzender Richter:

Nach Anruf zu schießen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und sind dabei auch Häftlinge erschossen worden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Soweit mir bekannt, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit den Schützen, die die Häftlinge erschossen haben? Mußten die gemeldet werden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, die sind wohl gemeldet worden. Aber in unserer Kompanie hatten wir nicht den Fall. Also ich weiß nicht, ob es da irgendwie eine Belohnung gab oder so etwas Ähnliches.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sind diese Schützen auch einmal bestraft worden, weil sie geschossen haben?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Diesbezüglich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht. Und wurden sie belohnt mit Urlaub oder so was?

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Wie ich gehört

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Haben Sie gehört.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wie ich gehört habe, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie auch mal etwas von dem sogenannten »Mützewerfen« gehört?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Auch, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Was war denn das?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Da kommt es drauf an, wer es gemacht hat. Also ich weiß es vom Hörensagen. Und außerdem, ich persönlich war Angeklagter, und da habe ich so manches gehört, was ich vorher nicht gewußt habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und zwar hat man folgendermaßen angeblich die Mützen geworfen. Und der entsprechende Posten, der der nächste war, schoß dann, weil der betreffende Häftling ja nach seiner Mütze gelaufen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Aber einen Einzelfall haben Sie nicht erlebt dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben das nur nachher erst, später bei Ihrer Verhandlung gehört.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie selbst waren auch auf der Rampe nie dabei, wenn ein Transport ankam?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Und wissen deshalb auch von dieser Art des Selektierens nichts?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wie es direkt vorgegangen ist?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also gesehen habe ich es nicht, aber so, wie darüber gesprochen wurde. Daß links und rechts aussortiert wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß nur vom Krankenlager, weil der Herr Bernhard hat mich einige Male gebeten, ich solle ihm die Erlaubnis geben, rüberzugehen in das Krankenlager. Er hätte einen Freund dort, und es wäre Selektion. Er möchte seinen Freund Doktor Zenkteller, es war auch ein Gefangener, bitten, er möge ihm helfen dabei, daß er nicht dazukäme.

 

Vorsitzender Richter:

War denn der Bernhard im Krankenlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein. Ich meine, dieser Herr Bernhard arbeitete ja bei uns.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und er bat mich einige Male, rüberzugehen. Da sagte er mir, er hätte einen Freund drüben, ich soll ihm die Erlaubnis geben, das heißt, ich soll ihn stützen, damit er rein kann überhaupt. Er hätte einen Freund, und heute wäre Selektion. Vielleicht könne er bei Doktor Zenkteller was erreichen, daß er nicht dazukommt.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ach so, er wollte für diesen Freund bei diesem Doktor Zenkteller sprechen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe keine Fragen mehr an den Zeugen. Ja, bitte schön.

 

Richter Perseke:

Herr Hoffmann, wissen Sie, wohin Broad damals im Sommer 44 gekommen ist, als er vier bis fünf Wochen abwesend war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In der Dienststelle drin war er, in Auschwitz wieder.

 

Richter Perseke:

Nein, als er von Auschwitz wegkam. Sie sagten doch vorhin, er ist vier bis fünf Wochen

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Nein, von Birkenau nach Auschwitz zurück. Also in die Dienststelle zurück.

 

Vorsitzender Richter:

Ins Hauptlager.

 

Richter Perseke:

Ins Hauptlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In die Dienststelle zurück, ja.

 

Richter Perseke:

Er behauptet nämlich, er sei zu einem Lehrgang abkommandiert worden.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das weiß ich nicht genau, also ich meine

 

Richter Perseke [unterbricht]:

Da wissen Sie nichts.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich war ja privat nicht mit ihm irgendwie nach dem Dienst und so weiter zusammen. Wir waren nur im Dienst zusammen.

 

Richter Perseke:

Und bei der Liquidierung des Zigeunerlagers, waren Sie da auch beteiligt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Perseke:

Sie können eventuell die Aussage verweigern.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Perseke:

Sie selbst waren nicht beteiligt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, wie der Broad auch nicht.

 

Richter Perseke:

Broad auch nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Perseke:

Wo

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Weil wir damit nichts zu tun hatten.

 

Richter Perseke:

Wo waren Sie denn, als das Zigeunerlager liquidiert worden ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In der Dienststelle.

 

Richter Perseke:

In der Blockführerstube vor dem Lager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Da, ja.

 

Richter Perseke:

Was haben Sie denn da erlebt? Haben Sie irgendwas gesehen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Na, daß man mit Gewalt – ich weiß nicht, wie viele Lastwagen es waren – die Leute draufgepackt und weggefahren hat.

 

Richter Perseke:

War das am Tage oder abends?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Soweit ich mich entsinnen kann, war es am Tag.

 

Richter Perseke:

Am Tage kamen also Lkws in das Lager hineingefahren.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Richter Perseke:

Und die Leute, die Zigeuner wurden auf diese Lkws verladen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Richter Perseke:

Und wer von der SS war daran beteiligt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Was heißt, wer war beteiligt, es war

 

Richter Perseke [unterbricht]:

Ja, die sind ja nicht von alleine auf die Lkws gestiegen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, es war Blocksperre, und man hat ja da nur – ich weiß nicht, welche Blöcke das waren – bestimmte Blöcke ausgesucht.

 

Richter Perseke:

Ja, und wer war da beteiligt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Na, die Blockführer.

 

Richter Perseke:

Die Blockführer.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Richter Perseke:

War auch der Lagerführer dabei?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ganz bestimmt war der auch dabei.

 

Richter Perseke:

Und von der Politischen Abteilung, war da niemand dabei?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Glaube ich nicht.

 

Richter Perseke:

Sie glauben nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Perseke:

Sie müssen das doch gesehen haben, wenn Sie vor dem Lager in Ihrer Dienststelle gewesen sind.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Man kann nicht direkt in die Straße sehen, wo sich das abgespielt hat. Denn wir waren ja seitwärts, wie die Baracken laufen von der einen Seite.

 

Richter Perseke:

Und der Angeklagte Broad befand sich auch bei Ihnen im Zimmer in der Dienststelle?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja. [Pause] Wir waren selber bestürzt darüber, wenn ich das sagen darf, wir hatten fast täglich Kinder bei uns und sonstige Leute von da, die praktisch jeden Tag zu uns gekommen sind und mit denen wir uns unterhalten haben.

 

Richter Perseke:

Haben Sie den Angeklagten Boger dabei gesehen bei dieser Aktion?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Perseke:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Hoffmann

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Bitte.

 

Staatsanwalt Vogel:

Können Sie sich noch an die Stelle erinnern, an der die Häftlingstransporte, die nach Auschwitz deportiert worden waren, ausgeladen worden sind? Wo befand sich diese Rampe?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Es gab zwei.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Die ursprüngliche war oben, wo die... Ich weiß nicht, wie soll ich das sagen?

 

Staatsanwalt Vogel:

Näher nach Auschwitz?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wo man den Bahnsteig rüberkam, also über die Bahngleise, da war das erste, und nachher war die Rampe zwischen den beiden Lagern, zum Schluß.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Also zwischen dem Lager Auschwitz, also dem Stammlager, und dem Lager Birkenau.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, nicht so meine ich.

 

Staatsanwalt Vogel:

Sondern?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ach so, das erste, ja.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja. Ursprünglich. Und nachher in Birkenau zwischen den beiden Lagern, da war

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Also innerhalb des Lagers Birkenau selbst.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Praktisch, ja.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Diese erste Rampe, von der Sie zunächst gesprochen haben, ist es richtig, daß man an der vorbeigekommen ist, wenn man von der Truppenunterkunft in Birkenau zur Stadt Auschwitz gegangen ist beziehungsweise umgekehrt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Sie sagten, Sie hatten niemals an der Rampe Dienst gehabt

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Ja

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Als Posten zum Absperrdienst oder in einer anderen Funktion. Haben Sie aber im Vorbeigehen, wenn Sie von der Truppenunterkunft nach Auschwitz gegangen sind oder zurück, einmal gesehen, wie solche Transporte dort abgefertigt worden sind?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Oben nicht, aber unten.

 

Staatsanwalt Vogel:

Unten.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also da bin ich vorbeigekommen mal.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Und haben Sie aus dieser Anschauung noch eine Erinnerung daran, wer im einzelnen sich an diesen Selektionen beteiligt hat?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, von Berlin war immer jemand da, irgendein Offizier. Und dann war der dazu irgendwie Bestimmte – ich weiß nicht, auf welche Weise das gegangen ist –, also ein Offizier von Auschwitz direkt, der immer dabeisein mußte.

 

Staatsanwalt Vogel:

Weiter.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und die Blockführer.

 

Staatsanwalt Vogel:

Die Blockführer?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Mit dem Lagerführer und so weiter.

 

Staatsanwalt Vogel:

Also dessen sind Sie sicher, daß die Blockführer mit dem Lagerführer auch an den Selektionen sich aktiv beteiligt haben?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. [Pause] Sie sind eben schon einmal nach Boger gefragt worden. Können Sie irgendwelche Angaben über dessen Tätigkeit ganz allgemein in Auschwitz machen? War er Ihnen bekannt als Angehöriger der Politischen Abteilung?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl, der war mir bekannt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ist Ihnen auch bekannt – Sie sind ja in Polen abgeurteilt worden –, daß Boger auch ausgeliefert werden sollte und unterwegs geflohen ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ist mir bekannt, wurde gesagt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Und ist bei den Verhandlungen in Krakau auch der Name Boger aufgetaucht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Sehr häufig.

 

Staatsanwalt Vogel:

Sehr häufig. Und waren das schwerwiegende Vorwürfe, die gegen ihn erhoben worden sind?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Sehr schwerwiegende.

 

Staatsanwalt Vogel:

Können Sie sich noch an irgendwelche Einzelheiten erinnern? Das heißt, waren es Mißhandlungen bei Vernehmungen oder Tötungsaktionen oder in welcher Form?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Man sprach häufig von der sogenannten »Boger- Schaukel«. Ich habe sie nie gesehen in der Politischen Abteilung, und mir hat sie niemand gezeigt. Ich weiß heute noch nicht... Ich weiß nur, wie sie dargestellt wurde beim Gericht.

 

Staatsanwalt Vogel:

Aber sonstige nähere Einzelheiten wissen Sie nicht mehr.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, ich war nicht anwesend, wenn er seine Vernehmungen durchgeführt hat.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Hatten Sie während Ihrer Zugehörigkeit zur Politischen Abteilung auch den Angeklagten Dylewski kennengelernt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

War der noch in Auschwitz bei der Politischen Abteilung, als Sie im März 1944 dort hingekommen sind?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

Können Sie sich noch erinnern, wie lange er in der Folgezeit noch dort war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß nicht genau. Ich weiß nicht mal mehr, was für ein Sachgebiet er bearbeitet hat. Aber er war dort, jawohl, das stimmt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Er war noch dort und blieb auch noch einige Zeit dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Aber eine nähere Zeitangabe in diesem Zusammenhang können Sie nicht mehr machen heute?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Leider nicht.

 

Staatsanwalt Vogel:

Nein. Können Sie sich noch daran erinnern, ob Ihnen Lachmann, als er sich bei Ihnen verabschiedet hatte und von Birkenau wieder weggegangen ist von dieser Außenstelle, etwas darüber erzählt hat, daß sein Name und auch der Name anderer SS-Angehöriger von Auschwitz im britischen Rundfunk2 genannt worden ist?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl, ich weiß nicht, zehn oder elf Namen nannte er mir. Aber ich weiß nicht mehr, wen er da [+ genannt hat]. Ich habe sie ja nicht alle gekannt, die er genannt hatte.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Ist Ihnen noch außer Lachmann ein anderer Name in Erinnerung in diesem Zusammenhang?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Leider, ich weiß nicht mehr

 

Staatsanwalt Vogel [unterbricht]:

Ist auch der

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Weil die Personen als solche mir von vornherein schon unbekannt waren damals, wo er sie mir nannte.

 

Staatsanwalt Vogel:

Hat er auch den Namen Boger genannt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das kann sein, Ich weiß es nicht.

 

Staatsanwalt Vogel:

Sie hatten bei Ihrer früheren Vernehmung einmal gesagt: »Er zählte mir auch die anderen Namen auf. Mir ist jedoch nur noch Boger in Erinnerung.«3

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wenn ich das angegeben habe in meiner Vernehmung, dann stimmt das. Ich meine, ich hatte damals Zeit mit dem Herrn Staatsanwalt, wir hatten den ganzen Tag uns unterhalten.4

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. [Pause] Sie sagten dann noch: »Gleichzeitig erwähnte er, daß er aus diesem Grunde«, weil nämlich sein Name im Rundfunk genannt worden sei, »von Auschwitz fortkäme und ein neues Soldbuch mit anderem Namen erhalten habe.«5

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Staatsanwalt Vogel:

Aber ob diese Maßregel auch für andere SS-Angehörige getroffen worden ist, das wissen Sie nicht mehr?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ich weiß es nicht, also ich meine in diesem Zusammenhang. Grabner war weg.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Lachmann war weg. Grabner ist überhaupt nicht mehr erschienen, und Lachmann ist wiedergekommen. Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang sie damals weggekommen sind.

 

Staatsanwalt Vogel:

Und eine letzte Frage noch: Haben Sie während Ihrer Zugehörigkeit zur Politischen Abteilung auch den Unterscharführer Schoberth kennengelernt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, jetzt weiß ich nicht mehr, war er Standesamt oder... Ich weiß nicht genau. Also auf alle Fälle ja.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Aber Sie wissen nicht, welche Tätigkeit er dort ausgeübt hat im einzelnen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich bin momentan der Ansicht, daß er beim Standesamt war.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß es nicht.

 

Staatsanwalt Vogel:

Gut, danke. Ich habe sonst keine Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, Sie sagten uns, daß Sie bei der Politischen Abteilung die Post abfertigten. Was machten Sie denn, als Sie nach Birkenau rüberkamen? Was war da Ihre Tätigkeit? Da war ja keine Post abzufertigen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Zustellungen und Befragungen in verschiedenen Angelegenheiten.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Dann haben Sie also selbst befragt.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Haben Sie Leute sich vorführen lassen, oder sind Sie in die Lager rein?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Die sind vorgeführt worden.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

In die Lager selbst sind Sie nicht reingegangen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das heißt, ich war nur im Stammlager

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Also im Lager d?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Im Stammlager und

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

In Birkenau?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Also im Stammlager.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wo ich drinnen war?

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Im Stammlager, und zwar im Erkennungsdienst. Der gehört ja zur Politischen Abteilung.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und ich war im Zigeunerlager häufig.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und im Lager d in Birkenau waren Sie nie?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, ich bin da nicht rein.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wenn da etwas zuzustellen war, die Leute ließen sich vorführen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, sind alle vorgeführt worden.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und haben Sie auch größere Vernehmungen gemacht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, insofern welche waren, hat dieser Herr Bernhard das dann für mich getan.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wenn Fragen waren, Anfragen von Behörden, haben Sie das selbständig erledigt, oder haben Sie es Herrn Bernhard machen lassen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Der Herr Bernhard hat das immer erledigt.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Das haben Sie selbst nicht gemacht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das heißt, ich war da, selbstverständlich war ich da.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Ist der Herr Bernhard dann auch einmal ins Zigeunerlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Er hatte das alles im kleinen Finger gehabt.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Und kannten Sie den Doktor Mengele aus dem Zigeunerlager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kam der allein, oder hat er noch einen andern Arzt dabeigehabt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ich weiß nicht, ob ein zweiter Arzt noch [+ dabei war]. Also er war ja nebenan im Krankenlager, im sogenannten Krankenbau.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Ja eben, deswegen frage ich, nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und sonst

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Also der war jeden Tag da.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

Den kannten Sie?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

So vom Sehen schon, ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja, und andere Ärzte kannten Sie nicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Direkt nicht.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Dann sagten Sie uns vorhin, Ihr Chef sei der Untersturmführer Schurz gewesen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Auf die Fragen des Herrn Staatsanwalts sprachen Sie auch von Grabner.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wo kannten Sie Grabner denn her?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich habe Grabner zweimal nachher gesehen, wo er wiederkam, in der Politischen Abteilung. Da wurde mir gesagt, das ist Grabner, der ehemalige Chef.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Der war also nach März 44 noch zweimal da.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Er ist erschienen ganz kurz. Was er also dort machte, das weiß ich nicht.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

In Uniform als

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

In Uniform, jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

In Uniform als Untersturmführer ist er erschienen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und ist wieder weg?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und war wieder weg nachher.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Er war auch tätig in der Politischen Abteilung?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Er war nur immer ganz kurz da. Ich weiß nicht, um was es sich handelte.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und dann ist er wieder weg.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Ormond?

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Keine Frage, Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Frage, Herr Rechtsanwalt Strodt. Herr Rechtsanwalt Steinacker. Herr Rechtsanwalt Gerhardt.

 

Verteidiger Gerhardt:

Herr Zeuge, kannten Sie die einzelnen SS-Leute in den Lagerabschnitten a, b, c, d?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Bitte noch mal.

 

Verteidiger Gerhardt:

Kannten Sie die einzelnen SS-Leute, die in den Lagerabschnitten a, b, c und d Dienst verrichteten?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Sie meinen die Blockführer?

 

Verteidiger Gerhardt:

Allgemein, es waren ja nicht nur Blockführer dort. Es waren ja auch noch Arbeitsdienstführer und

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Ja, so vom Sehen schon.

 

Verteidiger Gerhardt:

Vom Sehen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Verteidiger Gerhardt:

In welcher Entfernung haben Sie denn den Vorgang auf der Rampe beobachtet?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich bin direkt durchgelaufen, und zwar wurde jemand geholt aus dem Frauenlager. Und da bin ich direkt, also wollen wir mal so sagen, mittendurch gelaufen.

 

Verteidiger Gerhardt:

Öfters?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, das war einmal.

 

Verteidiger Gerhardt:

Einmal?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Sie haben die Frage des Herrn Staatsanwaltes, ob denn auch Blockführer sich da auf der Rampe betätigt hätten, global beantwortet, beziehungsweise die Frage des Herrn Staatsanwalts ging daraufhin, ob die Blockführer aktiv sich beteiligt hätten. Da haben Sie ja gesagt.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Können Sie mal dem hohen Gericht erklären, worin Sie diese Aktivität gesehen haben? Wie die aussah?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Im allgemeinen waren immer die Blockführer dabei, also auf den Rampen.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ja, ich möchte wissen, was sie getan haben, ganz konkret. Haben sie zum Beispiel selektiert?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, was heißt sie? Ich war immer der Ansicht, daß die Offiziere selektiert haben. Ich weiß nicht, ob der eine oder der andere mal gesagt hat: »Du, komm auch raus!« Das weiß ich natürlich nicht.

 

Verteidiger Gerhardt:

Kann ich annehmen, daß Sie sagen, Sie wissen nicht, was die Blockführer getan haben konkret?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Sie waren da, auf alle Fälle.

 

Verteidiger Gerhardt:

Sie waren da.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Verteidiger Gerhardt:

Mehr wissen Sie nicht. Gut. Wußten Sie denn, daß es für die Tätigkeit auf der Rampe, für das Herausholen der Häftlinge aus den Waggons, für das Aufstellen und so weiter ein besonderes Räumungskommando gab?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ein was?

 

Verteidiger Gerhardt:

Oder Rampenkommando?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ja, ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

War Ihnen bekannt.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Wissen Sie auch, wo dieses Kommando untergebracht war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

[Pause] Ja, ich weiß nicht, wenn ich mich recht entsinne, ganz hinten in Birkenau.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ist es möglich, daß es im Zigeunerlager war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Zigeunerlager war ja praktisch in der Zeit, wo ich dort war, ein Familienlager.

 

Verteidiger Gerhardt:

Also hier war ein Zeuge, der hat gesagt, daß, ich glaube, ab Mai 44 dieses Kommando sich im Zigeunerlager befand. Haben Sie da Feststellungen treffen können?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das tut mir leid, aber ich weiß nicht genau

 

Verteidiger Gerhardt [unterbricht]:

Gut, ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Also ich kenne das Zigeunerlager als Familienlager.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ja. Sie sagten dann ferner, daß im Stammlager die Umzäunung ständig unter Strom gestanden hätte. Sie hätten das auch beobachten können, vor allen Dingen wenn

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das hat der Zeuge nicht gesagt, Herr Rechtsanwalt. Der Zeuge hat gesagt: »Ich weiß, daß auch in Birkenau die Umzäunung mit elektrischem Strom geladen war. Ich weiß aber nicht, ob diese Ladung Tag und Nacht erfolgt ist.«

 

Verteidiger Gerhardt:

Ja, Herr Vorsitzender, das war eben vielleicht ein Mißverständnis. Der Zeuge sagte, im Stammlager, in Auschwitz, ständig unter Strom.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja. Jawohl.

 

Verteidiger Gerhardt:

In Auschwitz weiß er es nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

In Birkenau.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In Birkenau.

 

Verteidiger Gerhardt [unterbricht]:

In Birkenau, pardon. In Birkenau weiß er es nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Und meine Frage geht jetzt dahin: Können Sie denn Angaben machen über die Stromverhältnisse innerhalb der einzelnen Lagerabschnitte? Es gab ja

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

In Birkenau?

 

Verteidiger Gerhardt:

In Birkenau. Es gab jetzt eine äußere Umzäunung, ja, und dann gab es ja noch mal zum Beispiel zwischen dem Lager a und b, b und c, c und d, d und e, gab es ja auch noch mal einen Drahtzaun. Können Sie darüber Bekundungen machen, wie die Stromverhältnisse waren?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, genau weiß ich es nicht, wie die Verbindung war in Birkenau.

 

Verteidiger Gerhardt:

Gut. Danke, das reicht mir.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In Auschwitz war es ja eins. Und da war es ja getrennt.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Fragen mehr von seiten der Verteidigung? Die Angeklagten? Broad?

 

Angeklagter Broad:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja, dann möchte ich doch den Angeklagten Broad fragen – er hat ja diesen Zeugen benannt zum Beweis dafür, daß er damals nicht in Auschwitz war im Zeitpunkt, als das Zigeunerlager vernichtet wurde –, was er denn jetzt zu der Aussage des Zeugen sagt?

 

Angeklagter Broad:

Herr Staatsanwalt, ich kann nur wiederholen, daß ich Ende Juni oder Anfang Juli nach Arolsen gekommen bin und Anfang August zurückkam. Der Zeuge muß sich zeitlich irren. Ich war nicht da, als das Zigeunerlager liquidiert wurde.6

 

Staatsanwalt Vogel:

Also wollen wir den Ausdruck »liquidieren« vermeiden, denn der geht mir irgendwie auf die Nerven. Sagen wir, es ist vernichtet worden, das Zigeunerlager.

 

Angeklagter Broad:

Ja.

 

Staatsanwalt Vogel:

Die Zigeuner sind ermordet worden. Aber Sie haben doch grade gehört, der Zeuge sagt, er kann sich daran erinnern, daß dieses Lager vernichtet worden ist. Er hat nichts damit zu tun gehabt, er saß mit Ihnen im Zimmer, als draußen die Vernichtungsaktion abgelaufen ist.

 

Angeklagter Broad:

Ja, das hat der Zeuge gesagt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Und das kann nur ein Irrtum des Zeugen sein nach Ihrer Auffassung?

 

Angeklagter Broad:

Ja. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, war das Zigeunerlager nachher völlig geräumt, nachdem diese Selektionen, diese Abtransporte vorgenommen worden sind, oder waren da noch Teile da in dem Lager?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Soweit ich weiß, ist nur ein Teil davon damals weggefahren worden.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit dem Rest?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, die waren noch da.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah dann mit ihnen, später?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nachher weiß ich nicht, wie es am Ende war.

 

Vorsitzender Richter:

Wie es zum Ende war. Sie waren aber doch bis zum Ende dort?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Doch, aber was mit denen geschehen ist, das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sind die auch abgefahren worden? Wissen Sie nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Weiß nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Bezüglich der Beeidigung des Zeugen? Keine Anträge gestellt? Keine Anträge gestellt. Wir werden uns darüber schlüssig werden. Bitte nehmen Sie erst mal da hinten Platz, Herr Zeuge, ja.7

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Und jetzt bitte ich die Frau Pickardt noch.

 

– Schnitt –

 

 

121. Verhandlungstag, 11.12.1964

 

Vernehmung des Zeugen Hans Hoffmann

 

 

Vorsitzender Richter:

Dem Büro der Politischen Abteilung in Birkenau gewesen, als die Lastwagen angekommen wären und die Zigeuner auf die Lastwagen geladen und abtransportiert worden seien. Ja?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ich hatte Sie dann weiterhin gefragt, ob Sie wissen, ob damit das Zigeunerlager vollkommen geräumt gewesen wäre. Worauf Sie geantwortet haben: »Nein, ein Teil blieb noch da.«

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe Sie dann weiter gefragt, was denn mit diesem Rest geworden sei, der nicht abtransportiert worden wäre. Worauf Sie geantwortet haben: »Das weiß ich nicht.«

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun haben wir aus der bisherigen Beweisaufnahme erfahren, daß zunächst ein Teil der Zigeuner ausgesondert worden ist, die nachher in ein anderes Lager verschickt wurden. Und wir haben grade heute vormittag einen Zeugen gehört, der uns gesagt hat: »Ich bin aussortiert worden und bin zunächst noch mit soundso vielen anderen nach Auschwitz I gekommen und von dort in ein anderes Lager transportiert worden.«

Das heißt also, der erste Abtransport dieser Zigeuner ging nicht in die Gaskammern, sondern offensichtlich zur Weiterverwendung in einem anderen Lager. Während der zweite Abtransport derjenige war, durch den das Lager restlos geräumt worden ist, wo also alles, was dann noch übriggeblieben war, vergast wurde. Ist das so gewesen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Herr Vorsitzender, bitte, jetzt möchte doch Pery Broad sagen – vielleicht kann es sein, daß ich mich in der Zeit irgendwie irre, ich weiß nicht genau. Er soll bitte sagen, welche Zeit war das, wo tagtäglich die Familie Braun mit dem kleinen Mädchen und noch ein paar Kindern jeden Tag zu uns ins Büro gekommen ist? Welche Zeit war das?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, waren da schon die Leute abtransportiert worden, wie die kamen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

In dieser Zeit sind welche weggekommen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Aber bitte, ich weiß ja, es

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Aber eines Tages war es doch so, daß das Lager restlos geräumt wurde, daß da überhaupt niemand mehr drinblieb.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Herr Vorsitzender, ich kenne das Lager als Familienlager. Diese Frauen, die bei uns waren, und der Herr Bernhard, die haben alle da drinnen gewohnt. So kenne ich das Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und dieses Lager ist doch nun eines Tages geräumt worden. Das heißt, alle Zigeuner, die noch drin waren, sind vergast worden. Stimmt das?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, das kann sein. Ich spreche aber von der Zeit – vielleicht weiß er es, welche Zeit das war, wo die Familie Braun mit dem kleinen Mädchen und noch einige Kinder tagtäglich zu uns ins Büro gekommen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie verstehen mich immer noch nicht. Jetzt lassen Sie mal die Familie Braun aus dem Spiel. Wir haben bisher bei der Beweisaufnahme gesagt bekommen, daß das Zigeunerlager, das damals noch bestand, vergast worden ist. Wissen Sie was davon?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, ich bin jetzt durcheinander. Jetzt weiß ich nicht, was Sie meinen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie etwas davon, daß die Insassen des Zigeunerlagers vergast worden sind?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich weiß, daß gewisse – ich weiß nicht, wie viele Autos das waren – Leute weggekommen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Weggekommen.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Wo die damals hingekommen sind, das kann ich nicht behaupten jetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann haben Sie auf die weitere Frage gesagt: »Es blieb aber dann ein Teil noch in dem Zigeunerlager drin.«

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, das meine ich ja. Das war meine Rede.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja. Blieben noch drin. Und die, die dann noch drinblieben, die sollen doch nachher später vergast worden sein. So ist uns das gesagt worden.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Herr Vorsitzender, bitte, ich bin mir da nicht im klaren. Denn ich weiß, daß im sogenannten Familienlager noch immer Leute drinnen waren bis zum Schluß.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber eines Tages sind doch da ganz andere Familien reingekommen. Da sind doch nachher Tschechen reingekommen und andere Menschen, die eben nicht zu der Gruppe der Zigeuner gehörten.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, die Zigeuner waren weg. Das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das stimmt.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso waren die weg? Waren die weggekommen an dem Tag, wo Sie gesehen haben, daß die Lastwagen da reinfuhren und die Leute draufgeladen wurden?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Mag sein, daß das dieser Tag war.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja, Sie waren doch in der Politischen Abteilung. Sie hatten doch dort die Stärkemeldungen und alles, was in dem Lager sich aufhielt, listenmäßig erfaßt. Wissen Sie denn nicht mehr, daß da eines Tages die Zigeuner vollkommen verschwunden waren?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Herr Vorsitzender, eine listenmäßige Erfassung über die Anzahl oder Stärke, die kenne ich nicht. Ich kenne nur eine Registratur von uns mit Tausenden von Karteikarten und eine, wie nannte sich die, Todesregistratur. Mit Tausenden von Karten.

 

Vorsitzender Richter:

Aber, Herr Zeuge, meines Erachtens müßten Sie doch wissen, daß die Zigeuner aus dem Zigeunerlager eines Tages in die Gaskammern gekommen sind.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das mag sein.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, was heißt: es mag sein. Sie können doch nicht sagen, es mag sein. Das war doch damals ein solcher Aufruhr, und das war doch damals ein solches Erlebnis, daß doch die Leute damals zu Tode erschrocken sind. Denn die Zigeuner hatte man doch, wie gesagt, in einem Familienlager untergebracht. Und man hatte gar nicht damit gerechnet, daß die Leute da umgebracht werden könnten. Das mußte Ihnen doch bekannt geworden sein, daß man trotzdem die Leute umgebracht hat.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich spreche nur von dem, was ich schon sagte. Es kamen welche weg. Wo die hingekommen sind, das erste Mal, das weiß ich natürlich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und das zweite

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Das war meine Rede. Ich nahm an, Sie sind auch vergast worden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und die andern

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Ob in Auschwitz oder woanders, das weiß ich natürlich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und die andern nachher, die noch übriggeblieben sind?

 

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, das tut mir leid, ich weiß nicht. Weil ich kenne das Lager nur als Familienlager, und es waren immer noch Leute drinnen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Leute, Leute. Uns geht es jetzt nicht um Leute, sondern uns geht es um die Zigeuner. Denn es waren ja nachher noch andere Leute drin, natürlich, das wissen wir. Es kamen nachher Tschechen hinein, und es kamen andere Gefangene hinein. Aber die Zigeuner waren doch draußen. Das müssen Sie doch in Ihrer Kartei auch festgestellt haben, daß da plötzlich die ganzen Zigeuner in den Karteikarten ausgesondert worden sind und daß die eben als tot gemeldet worden sind.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Herr Vorsitzender, die Kartei als solche hatte ich ja nicht. Ich konnte zwar Einsicht nehmen, aber ich habe da nicht nachgesehen. Außerdem hatten wir Zigeuner, die waren genauso blond oder so braun wie wir und nicht dunkel.

 

Richter Hotz:

Herr Hoffmann, noch folgende Frage.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Bitte.

 

Richter Hotz:

Sie sprachen von einer Familie Braun, einer Frau mit Kindern, die zu Ihnen ins Büro gekommen sei.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl.

 

Richter Hotz:

Sind denn diese Leute, diese Frau Braun mit den Kindern, noch zu Ihnen gekommen, nachdem dieser Abtransport mit den Lastwagen erfolgt war?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nach dem Transport, von dem ich spreche, ja.

 

Richter Hotz:

Ja. Kamen die noch.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja. Da waren die noch da. Aber nachher waren diese nicht mehr da.

 

Vorsitzender Richter:

Erst kamen Sie noch, und nachher waren Sie nicht mehr da?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Von dem Transport, von dem ich spreche, wo die ersten weggekommen sind.

 

Richter Hotz:

Was Sie gesehen haben?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Jawohl. Danach waren Sie noch immer da, einige Zeit.

 

Richter Hotz:

Einige Zeit.

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Und was dann geschehen ist mit Ihnen, das weiß ich nicht.

 

Richter Hotz:

Haben Sie denn draußen in Birkenau geschlafen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein.

 

Richter Hotz:

Sie sind also abends um 17.30 Uhr

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Ich bin morgens

 

Richter Hotz [unterbricht]:

Zurück nach Auschwitz I?

 

Zeuge Hans Hoffmann [unterbricht]:

Runtergefahren und abends zurück.

 

Richter Hotz:

Da haben Sie eines Tages, als Sie morgens dort ankamen, festgestellt, das Lager ist mehr oder weniger geräumt. Niemand mehr drin außer ein paar Figuren. Oder ist Ihnen das nicht aufgefallen?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja, vielleicht daß weniger da waren als sonst, aber...

 

Richter Hotz:

Vielleicht?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich habe ja nicht danach geguckt. [Pause] Und die Appellstärke kannte ich nicht.

 

Richter Hotz [unterbricht]:

Und die Schreiberinnen nebenan haben nichts gesagt, was sich in der Nacht abgespielt hat? Die haben Ihnen das nicht erzählt, oder Herr Bernhard?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, er hat es nicht gesagt.

 

Richter Hotz:

Haben die das nicht erzählt?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Nein, obwohl wir uns oft über das unterhalten haben, aber diesmal, in dem Falle, haben Sie nichts gesagt.

 

Richter Hotz:

Danke schön.

 

Richter Perseke:

Herr Hoffmann, wer wurde denn mit den Lkws abtransportiert? Haben Sie die Menschen gesehen, die auf den Lkws drauf waren?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Von dem Falle, wo ich spreche, waren es Zigeuner.

 

Richter Perseke:

Waren das Männer, Frauen und Kinder, oder waren das nur Männer?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ich glaube, es war alles durcheinander.

 

Richter Perseke:

Ganze Familien?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Ja.

 

Richter Perseke:

Und Sie glauben, daß die Kinder zum Arbeitseinsatz weggekommen sind?

 

Zeuge Hans Hoffmann:

Das weiß ich natürlich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sind noch Fragen zu stellen von seiten der Angeklagten oder Verteidiger und der sonstigen Prozeßbeteiligten? Nicht. Es ergeht dann Beschluß: Der Zeuge bleibt gemäß Paragraph 60 Ziffer 3 unbeeidigt, weil der Verdacht besteht, daß er an den den Gegenstand der Anklage bildenden Taten beteiligt ist.8 Herr Zeuge, Sie können gehen. Wenn kein Einwand sich erhebt, ist der Zeuge entlassen. Sie können wieder gehen, danke schön.

 

– Schnitt –

 

 

1. Krakauer Prozeß vor dem Obersten Nationalgerichtshof der Volksrepublik Polen gegen Liebehenschel u.a., 25.11.1947-22.12.1947.

2. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 09.03.1961 in Stuttgart, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 45, Bl. 8.076.

3. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 09.03.1961 in Stuttgart, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 45, Bl. 8.076.

4. Bei der Vernehmung handelte es sich um eine polizeiliche, durchgeführt von Kriminalmeister Ihring, Sonderkommission der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Frankfurt am Main.

5. Vgl. polizeiliche Vernehmung vom 09.03.1961 in Stuttgart, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 45, Bl. 8.076.

6. Das sogenannte Zigeunerlager wurde am 2. August 1944 »liquidiert«. Vgl. Czech, Kalendarium, S. 837 f.

7. Der Zeuge Hoffmann blieb »gemäß § 60, Abs. 3 StPO unvereidigt, weil der Verdacht besteht, daß er an den den Gegenstand der Anklage bildenden Taten beteiligt ist«. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 11.12.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 105, Bl. 1007.

8. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 11.12.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 105, Bl. 1.007

 

 
 
 
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