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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

140. Verhandlungstag, 4.3.1965

 

Vernehmung des Zeugen Hanoch Hadas

 

Vorsitzender Richter:

Auch abzusehen. Sonst werden Anträge nicht gestellt? Dann nehmen Sie bitte Platz.

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie damit einverstanden, daß ich Ihre Aussage auf ein Tonband nehme] zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wenn das erwünscht ist, bitte.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Hadas, Sie waren ebenfalls im Konzentrationslager Auschwitz?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie uns sagen, wann Sie hingekommen sind und wie lang Sie dort geblieben sind?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich bin nach Auschwitz gekommen am 12. November 1942.

 

Vorsitzender Richter:

Am 12. November 1942. Und wie lang sind Sie geblieben?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bis zum 18. Januar.

 

Vorsitzender Richter:

1945?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo waren Sie da im einzelnen untergebracht in Auschwitz? In welchen Blocks?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Zuerst wurde ich in Block 15 gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lang waren Sie dort ungefähr?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bis das Lager [nach BII verlegt] wurde. Das war noch das alte Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Block 15, das war das Stammlager?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, aber das war noch das alte Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das war das Stammlager unten an der Kommandantur?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war das Stammlager für Männer.

 

Vorsitzender Richter:

An der Kommandantur?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Oder ist das schon in Birkenau gewesen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Das war auch schon in Birkenau?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, ich war gleich runtergebracht worden nach Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Das war BIa.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

BIa, ja.1

 

Vorsitzender Richter:

Sie werden uns vielleicht nachher an der Karte einmal die einzelnen Unterkünfte zeigen können, wo Sie untergekommen sind. Vielleicht gehen Sie gleich einmal hin. [Pause] Wenn Sie links unten dieses braune Gebäude sehen, das ist das Eingangstor, wo nachher die Bahngleise durchgeführt worden sind. Können Sie sich orientieren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und nun waren Sie zunächst in BIa, das ist links unten. Unten links, Herr Hadas. Da, ja. Und da ist

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Ach ja. Ja, ja. Da war das FKL, und hier war das MKL. Und ich war hier ungefähr, dieser Block war das.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Also waren Sie doch in BIb.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

BIb, ja.

 

Vorsitzender Richter:

BIb, jawohl. Und wo war da der Block Nummer 15?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Hier war der.

 

Vorsitzender Richter:

Da? Also Sie konnten von Ihrem Block aus die Gleisanlage nicht sehen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, die Gleise waren noch nicht hier.

 

Vorsitzender Richter:

Die waren noch gar nicht da.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Die Gleise waren noch zwischen Auschwitz und Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ganz recht.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war die alte Rampe.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lang blieben Sie nun in Block 15 untergebracht, ungefähr?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Im Block 15 war ich ungefähr zwei Monate.

 

Vorsitzender Richter:

Zwei Monate.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Und nachher wurde ich überstellt in Block 9.

 

Vorsitzender Richter:

Auch in diesem BIb?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, der Block 9 war hier.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lang waren Sie da etwa?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Im Block 9 war ich, ich glaube, bis zur Übertragung des Lagers hier.

 

Vorsitzender Richter:

Bis zur Einrichtung des Männerlagers BII?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Des Männerlagers BII.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie noch ungefähr, wann das war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ungefähr. War es noch 43?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war 43, weiß ich. Aber den Monat, den weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

War das nach dem Winter zu, oder war es im Sommer?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, das war mehr zum Sommer.

 

Vorsitzender Richter:

Mehr zum Sommer?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sommer, Herbst ungefähr, 1943, da kamen Sie nach BII

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

BIId.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar in das d-Lager, Dora, ja?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und in welchem Block waren Sie da?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Zuerst [wurde ich verlegt auf] Block 7.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Vom Block 7 [wurde ich verlegt] nach 12.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wie lang waren Sie ungefähr in Block 7?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nicht lang. Einen Monat oder zwei Monate, das kann

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sind Sie also noch im Jahr 43 dort weggekommen, von Block 7 nach Block 12?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Einen Monat später.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie lang waren Sie dann in 12.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Blieben Sie bis zum Schluß dort?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Wo kamen Sie denn dann noch hin?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich war noch im Block 16.

 

Vorsitzender Richter:

Block 16, ja. Verlegt.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Und ich war auch in Block 28 oder 25. Ich erinnere mich nicht genau. Ich war noch [verlegt auf einen] Block. Und nachher kam ich wieder in Block 16.

 

Vorsitzender Richter:

Und von Block 16 aus haben Sie das Lager verlassen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich kann mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Sie können sich nicht erinnern. Dann nehmen Sie doch bitte wieder Platz. [Pause]

Nun, Herr Hadas, haben Sie [+ im Lager] BIId auch den Angeklagten Baretzki kennengelernt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie uns sagen, in welchem Block?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Der Baretzki war ein Blockführer, der einige Blöcke gehabt hat. Er war nicht nur Blockführer für einen Block. Aber ich kann nicht sagen, welche Blöcke er gehabt hat. Aber ich kannte ihn als Blockführer.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso haben Sie seinen Namen kennengelernt, und wieso können Sie sich so genau auf ihn erinnern?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war so, wir haben die SS gekannt. Zum Beispiel: Wenn ein SS-Mann sich im Lager befunden hat, und man hat ihn in der Blockführerstube gebraucht, ist da ein SS-Mann rausgekommen, und er hat gerufen: »Blockführer Baretzki«. Und dann mußte das ganze Lager schreien und rufen. Und so kannte ich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Den Namen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Jeden SS-Mann.

 

Vorsitzender Richter:

So haben Sie seinen Namen kennengelernt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie haben auch seine Person kennengelernt auf diese Art und Weise?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, er ist mir gut bekannt.

 

Vorsitzender Richter:

Hatten Sie denn persönlich einmal mit ihm irgendeinen Zusammenstoß?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Einmal habe ich einen Zusammenstoß gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie uns das mal bitte schildern?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bitte?

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie uns das bitte einmal sagen, was da gewesen ist?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war an einem Sonntag, erinnere ich mich. Ich war im Block. Die Kommandos sind nicht ausgerückt. Es war ein Regen. Ich bin aus meinem Block raus und wollte rüber in den zweiten Block. Baretzki ist an der Lagerstraße gegangen, und er hat mich bemerkt. Ich habe ihn nicht bemerkt. Dann ruft er mir zu und fragt mich: »Warum hast du die Mütze nicht abgenommen?« Da habe ich ihn bemerkt. Aber ich wußte nichts zu antworten. Dann bekam ich ein Ohrfeige, eine und noch eine.

 

Vorsitzender Richter:

Ich verstehe nicht. Er hat gesagt: »Warum hast du die Mütze nicht abgenommen?«

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie haben gesagt, ich habe ihn nicht bemerkt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe ihn nicht bemerkt, weil ich bin durch[+ gegangen] von einem Block in den zweiten. Ich bin von 14 zu 16. Da mußte ich nicht an die Lagerstraße kommen. Das ist ein Block neben dem anderen.

Dann habe ich ein paar Ohrfeigen von ihm bekommen, und dann bin ich zu Boden gefallen. Da hat er es mir noch mit dem Fuß ein paarmal gegeben. Aber das war in einem großen Regen. Ich weiß nicht, mit was das wohl geendet hätte, wenn kein Regen gewesen wäre. Und er ließ mich liegen und ist weg. Das war meine Begegnung mit Baretzki.

 

Vorsitzender Richter:

Das war wann ungefähr gewesen, Herr Hadas?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das wird im 43. Jahr gewesen sein, das weiß ich. Monate kann ich nicht feststellen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie meinen, es wäre noch 43 gewesen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie sagten ja, daß Sie im Sommer beziehungsweise im Herbst 43 in dieses neue Lager BII gekommen wären, BIId. Und da wären Sie erst in Block 7, dann in 12 und dann in 16 gewesen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Aber ich habe nicht gesagt: im Herbst 43.

 

Vorsitzender Richter:

Sondern?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Im Frühling.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben gesagt, es war mehr Sommer.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Sommerzeit. Mehr Sommer, habe ich gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Mehr Sommer. Und Sie kamen also im Herbst oder im Jahr 43 noch auf Block 16. Und als sich das mit Baretzki abgespielt hat, da waren Sie auf Block 16?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Entweder im Block 16 oder im Block 14.

 

Vorsitzender Richter:

Entweder 14 oder 16. Nun, seit wann ungefähr kannten Sie denn die Person des Angeklagten Baretzki?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich kannte den Baretzki von einem Tag, ich glaube, das war in der Zeit, in der ich von einem Lager in ein anderes verlegt wurde. Von dieser Zeit an kannte ich Baretzki.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Haben Sie ihn noch bei anderen Dingen erlebt, mit Ausnahme dieser Sache, die Sie uns eben erzählt von sich persönlich haben?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Erzählen Sie mal, was Sie da noch erlebt haben.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe dann in dem Kommando Zerlegebetrieb gearbeitet.

 

Vorsitzender Richter:

Zerlegebetriebe?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Das Kommando war am Block 16.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie marschierten dann immer zur Arbeit raus?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, zusammen. Das waren ein paar hundert ungefähr, tausend, vielleicht mehr [als] tausend Häftlinge waren Angehörige dieses Kommandos.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo war dieser Zerlegebetrieb? Wo mußten Sie hinmarschieren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wir mußten nach dem Appell aus dem Lager hinausmarschieren und zu der Arbeit. In Hundertschaft sind wir marschiert.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

[Pause] Dann ist einmal etwas passiert in diesem Kommando. Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Wir waren angerückt in das Lager. Die ersten paar Hundert sind durch, und die übrigen sind stehengeblieben. Man hat angehalten in der Nähe von der Küche, zwischen Schreibstube und Küche und Blockführerstube.

 

Vorsitzender Richter:

War das beim Zurückkommen ins Lager von der Arbeit?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Von der Arbeit. Dann standen wir. Die ersten paar Hundert sind durch, und ich war schon zwischen denen, die hinten geblieben sind. Und wir standen ein paar Stunden.

In der Zwischenzeit ist Baretzki angekommen. Und es waren noch zwei SS-Männer, die haben den Weg abgesperrt zwischen dem Zaun und der Schreibstube, es war ein Durchgang. Baretzki ist mit einem Stock angekommen, und er hat angefangen zu schlagen und befohlen, in das Wasser zu springen.

 

Vorsitzender Richter:

In welches Wasser?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war so ein Bassin.

 

Vorsitzender Richter:

Und zu welchem Zweck war das ausgehoben?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich glaube, das war für die Feuerwache.

 

Vorsitzender Richter:

Ein Feuerlöschbecken, damit Wasser da war zum Löschen, ein Löschteich?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, das Wasser war vorbereitet zum Löschen, wenn ein Feuer

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wie tief war denn ungefähr dieses Bassin?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wie tief kann ich nicht sagen. Ich habe niemals den Grund davon gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob ein Mensch darin stehen konnte oder ob es tiefer war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich glaube, das war viel tiefer.

 

Vorsitzender Richter:

Es war viel tiefer, meinen Sie.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und der Baretzki kam mit einem Stock an?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was hat er dann gemacht?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Er hat befohlen, in das Wasser zu springen – den ersten Hundert, die in der Nähe von diesem Bassin standen. Und die Leute haben den Befehl am Anfang nicht ausgeführt. Aber er hat angefangen zu schlagen, und die Leute fingen an zu springen. Und sie haben angefangen, einer den zweiten zu stippen. Die sind näher an das Wasser. Die ersten, die in das Wasser gesprungen sind, sind durch. Aber von den anderen ist einer auf den zweiten gesprungen, und ich habe gesehen, daß man aus dem Wasser drei Tote rausgeholt hat, Ertrunkene.

Wir haben noch gestanden nach dem Appell. Es haben noch [+ welche] gefehlt. Dann hat die Feuerwache Haken gebracht und noch gesucht in dem Wasser. Ich habe nicht gesehen, daß sie noch welche rausgeholt haben. Aber man hat gesagt, daß man noch zwei in diesem Bassin gefunden hat, Tote.

 

Vorsitzender Richter:

Hat man gesagt. Das haben Sie nicht mehr mit angesehen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein. Drei habe ich gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Drei haben Sie mit angesehen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was war denn nun der Anlaß dafür, daß diese Prozedur vorgenommen wurde? Warum hat man die denn da reinspringen lassen, und warum hat man überhaupt den ganzen Trupp angehalten? Sie haben doch gesagt, Sie waren im Marschieren, und plötzlich wurden Sie angehalten.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Es war etwas passiert in diesem Kommando. Ich weiß nicht, jemand hat gefehlt, und man hat ihn gesucht. Nachher hat man gesagt, daß ein Russe eingeschlafen ist, und man hat ihn nachher gefunden. Aber in der Zwischenzeit hat man uns angehalten beim Tor. Und was es genau war, kann ich nicht sagen, weil: Ich weiß es nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Jetzt gehen Sie doch bitte noch mal an die Karte, und zeigen Sie uns, wo dieser Löschteich gewesen ist. [Pause]

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war die Küche.

 

Vorsitzender Richter:

Also das Lager d, das sehen Sie ja da.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das ist d, ja. Hier war ein Durchgang zu der Rampe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das ist das d-Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das ist die Küche.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das ist die Blockführerstube. Das wird das Bassin sein. Da ist die Schreibstube, ja, das ist das Bassin. Wenn das bezeichnet ist als Bassin, ist es das Bassin.

 

Vorsitzender Richter:

Der blaue Fleck da?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich meine das, ja. Es ist kein anderer Punkt auf diesem Platz, nur das Bassin war hier.

 

Vorsitzender Richter:

Also dieses quer stehende Gebäude war die Küche?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Hier das.

 

Vorsitzender Richter:

Das da, ja. Das war die Küche.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Und das war auch eine Küche.

 

Vorsitzender Richter:

Das war auch eine Küche, ja. Und Sie meinen, dieser blaue Fleck, das sei das Bassin gewesen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich weiß nicht, ich kann das nicht sagen. Ich möchte sagen, das Bassin war noch etwas mehr hier dran. Das war nicht direkt in der Mitte.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [Pause] So. Dann nehmen Sie bitte wieder Platz, Herr Zeuge. [Pause]

Und wann kann das ungefähr gewesen sein, was Sie uns da eben erzählt haben?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das ist mir schwer zu sagen. Entweder war das im Herbst 43 oder im Frühling 44. Es war noch kalt. Ich kann nicht sagen, wann genau das war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun sagen Sie mal, Herr Zeuge, wieso sind die Leute da ertrunken? Konnten die nicht mehr heraus aus dem Bassin, weil das zu steil war, oder hätten sie herausgekonnt und hat man sie daran gehindert? Oder was war der Grund?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein. Nach meiner Meinung war das so, weil einer auf den zweiten gesprungen ist. Die schon im Wasser waren, die wollten auch raus. Aber sie konnten nicht, denn die anderen sind noch auf sie raufgesprungen, weil sie von [hinten] Schläge bekommen haben. So ist einer auf den anderen gesprungen.

Und wenn das Wasser tief war, dann waren doch auch Leute dabei, die nicht schwimmen konnten. Es waren auch viele sogenannte Muselmänner im Lager. Und so ein Mensch, wenn der im Wasser ist, dann kann er auch nicht raus.

 

Vorsitzender Richter:

Nun sagen Sie bitte, was hat denn Baretzki während dieser Zeit gemacht, während die Leute in diesem Bassin waren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Baretzki ist an der Ecke gestanden. Und wenn jemand von dieser Seite rauswollte, hat er ihm mit dem Fuß auf die Hände getrampelt und nicht rausgelassen.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Hat ihn getreten, auf die Hände getreten, damit er nicht herauskonnte.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, dann versuchte der Mann, wieder nach vorne durchzukommen. Aber das waren viele Leute. Nicht alle sind auf einmal von der anderen Seite raus.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [Pause] Also ist gar kein Zweifel daran, daß das Baretzki war, der das angeordnet hat, und Baretzki, der auch da gestanden hat und den Leuten auf die Finger getreten hat?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Daran haben Sie keinen Zweifel?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Keinen Zweifel habe ich daran. Ich kannte Baretzki, und ich habe Baretzki gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [Pause] Haben Sie sonst noch einen Vorfall erlebt, bei dem Baretzki sich in ähnlicher Weise vergangen hat?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, ich kann noch einen Fall mit Baretzki [+ schildern]. Das war im Jahre 1944. Ich habe dann gearbeitet bei der Straßenreinigung. In der Nähe von der Küche haben wir Mist auf einen Rollwagen geladen. [Pause]

Dann ist Baretzki auch an der Lagerstraße gegangen, in der Nähe vom Lebensmittelmagazin. Und es war ein Häftling dort, der hat [+ Sachen] geschleppt. Baretzki hat ihm zugerufen, und er hat ihm eine Ohrfeige in das Gesicht gegeben.

Das habe ich gut gesehen, das war von mir aus ungefähr zehn, fünfzehn Meter [+ entfernt].

Dann wollte der Häftling sich das Gesicht mit der Hand [schützen], da habe ich gehört, Baretzki hat geschrien: »Was willst du, einen SS-Mann schlagen?« Und da hat er ihn noch einmal ins Gesicht [+ geschlagen]. Und noch einmal, ein paarmal. Blut ist ihm gleich gekommen, und er ist niedergefallen. Da hat er ihn mit dem Fuß ein paarmal in die Brust [getreten]. Nachher hat er eine Schaufel genommen, [+ dem Häftling] das Holz von der Schaufel auf den Hals gelegt und mit dem Fuß draufgetrampelt, bis der Mann tot war.

 

Vorsitzender Richter:

Der Mann lag auf dem Boden?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Der lag auf dem Boden, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und er hat ihm den Schaufelstiel über den Hals gelegt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nicht mit der Schaufel, mit dem Holz.

 

Vorsitzender Richter:

Mit dem Stiel, ja.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Den Stiel von der Schaufel auf den Hals gelegt und mit dem Fuß draufgetrampelt.

 

Vorsitzender Richter:

Bis er tot war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bis der tot war.

 

Vorsitzender Richter:

Und das haben Sie gesehen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das habe ich gesehen. Ich habe auch gesehen, wie man den Mann weggenommen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie waren etwa zehn bis 20 Meter entfernt, sagen Sie?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, zehn bis 15. Das waren nicht ganz 20 Meter.

 

Vorsitzender Richter:

Das waren keine 20 Meter?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein. [Pause]

 

Vorsitzender Richter:

Das war 44, sagten Sie, nicht? Sie meinen, es wäre im Frühjahr 44 gewesen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich kann nicht genau sagen, wann das war.

 

Vorsitzender Richter:

War das vor dieser Geschichte mit diesem Löschteich?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, das war nach der Geschichte.

 

Vorsitzender Richter:

Nach dem Löschteich?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das war nachher, ja. Das war in der Zeit, als die Transporte aus Litzmannstadt kamen.

 

Vorsitzender Richter:

Das könnte man, Herr Staatsanwalt, vielleicht doch mal in den »Auschwitz-Heften« nachsehen, wann die Transporte von Litzmannstadt gekommen sind, um da eine zeitliche Begrenzung zu haben.

Also Herr Zeuge, Sie wissen genau, daß das, was Sie uns heute hier gesagt haben, unter Umständen von größter Bedeutung sein kann, nicht?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie wissen auch, daß Sie sich nicht irren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, nein. Ich kann nur im Irrtum sein mit der Zeit.

 

Vorsitzender Richter:

Mit der Zeit.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Aber das, was ich sage, das habe ich gesehen und auch mitgemacht.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Haben Sie gesehen. [Pause]

Ich habe keine Fragen mehr an den Zeugen. Bitte schön.

 

Richter Hotz:

Nur noch einige allgemeine Fragen. Herr Hadas, aus welchem Ghetto sind Sie nach Auschwitz gebracht worden? Von wo kamen Sie?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich kam aus der Stadt Mława.

 

Richter Hotz:

In Polen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Von Polen, ja.

 

Richter Hotz:

Haben Sie jemals gehört, daß der Angeklagte Baretzki Polnisch oder eine andere Sprache als die deutsche Sprache gesprochen hat?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Einige Wörter habe ich gehört von ihm.

 

Richter Hotz:

In welcher Sprache?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Der hat auch mit einigen Wörtern im Polnischen geschimpft.

 

Richter Hotz:

In Polnisch?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Und einige Wörter in Jiddisch konnte er auch.

 

Richter Hotz:

Jiddisch?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Aber nur einige Wörter.

 

Richter Hotz:

Aha. Haben Sie zufällig einen Häftling namens Doering gekannt? Ein Pole. [Pause] Oder Lazanowicz?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Einen Moment. Der hat in den Zerlegerbetrieben gearbeitet?

 

Richter Hotz:

Die haben auch beide in den Zerlegerbetrieben gearbeitet. Aber es war ja ein großes Kommando. Es wäre Zufall, wenn Sie sie gekannt hätten. Sie kennen Sie nicht?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wenn das der Doering ist, wenn es sich um Karl Doering handelt, dann kannte ich ihn. Der hat in den Zerlegebetrieben gearbeitet.

 

Richter Hotz:

Hat er mit Ihnen damals in der gleichen Hundertschaft gestanden, als der Vorfall im Wasserbassin war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, nein. Der war in der zweiten Hundertschaft.

 

Richter Hotz:

In der zweiten Hundertschaft.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich weiß nicht, davor oder danach. Aber in unserer Hundertschaft, wo ich gearbeitet habe, war der nicht.

 

Richter Hotz:

Hat er auch diesen Strafappell mitmachen müssen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das weiß ich nicht.

 

Richter Hotz:

Wissen Sie nicht.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Es kann auch sein, daß er in der ersten Hundertschaft war.

 

Richter Hotz:

Aha.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich weiß das nicht. Das kann ich nicht sagen.

 

Richter Hotz:

Ich danke Ihnen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bitte.

 

Vorsitzender Richter:

Ist sonst von seiten des Gerichts [+ noch eine Frage]? Bitte schön.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, welche Häftlingsnummer hatten Sie?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

75.007.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

75.007. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Hadas, haben Sie noch eine Erinnerung daran, ob im Zusammenhang mit diesem Vorfall am Löschteich ein längerer Strafappell durchgeführt worden ist? Das heißt, wissen Sie noch, ob Sie längere Zeit dort an Ort und Stelle stehen mußten?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Wir haben ungefähr drei Stunden gestanden. Wir sind die ganze Zeit über, [+ während des] Appells wie auch nach dem Appell noch, stehengeblieben.

 

Staatsanwalt Vogel:

Also der Appell wurde durchgeführt, nachdem sie dort eingetroffen waren, und nach dem Appell mußten Sie dort noch weiterhin stehenbleiben. Ist das richtig so?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, da sind wir noch stehengeblieben.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ist es da vorgekommen, daß auch einzelne Häftlinge aus Ihrem Kommando zusammengebrochen sind, daß sie vor Schwäche umgefallen waren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, das waren viele auch.

 

Staatsanwalt Vogel:

Das waren viele?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das waren viele, weil nach dem ganzen Tag Arbeit konnten die das nicht mehr mitmachen.

 

Staatsanwalt Vogel:

Wissen Sie noch, was mit diesen Häftlingen geschehen ist?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Die mußten so lange bleiben, bis der Appell vorbei war. Und nachher wurden sie abgeholt in diese Blöcke, zu welchen sie gehörten.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ist es auch vorgekommen, daß von diesen zusammengebrochenen Menschen jemand in den Löschwasserteich hineingeworfen wurde?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, das ist mir nicht bekannt.

 

Staatsanwalt Vogel:

Da haben Sie nichts gesehen. Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt Kügler.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie den Blockältesten Bednarek gekannt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Staatsanwalt Kügler:

Würden Sie bitte erzählen, wie Sie ihn kennengelernt haben und was Sie von ihm wissen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe einen Freund gehabt in der SK. Ich weiß auch den Namen, der war – genau erinnere ich mich nicht – entweder Klein oder Kleiner. Der war in der SK. Er hat in dem Kanalreiniger[+ kommando] gearbeitet. Und er ist aufgefallen und ist in die SK geschickt worden. Der hat Verwandte gehabt in diesem »Sonderkommando«. Und das »Sonderkommando« war in einem anderen Block, es war einer vom achten Block.

Einmal ist der Klein zu mir rausgekommen – ich war in Block 16 dann. Und er sagte mir, ich soll seinem Cousin sagen, dem Verwandten von dem »Sonderkommando«, daß sie ihm etwas beschaffen sollen, weil der Blockälteste fordert von ihm, er soll ihm Geld, Gold bringen. Er braucht Schnaps. Dann habe ich gesagt: »Gut, ich will das [übermitteln].« Aber ich habe nie die Möglichkeit gehabt, die zu sehen.

Am zweiten Tag ist er wieder am Abend nach dem Appell zu mir rausgekommen, aber er war ganz blutig. Und er sagte mir, daß Bednarek hat ihn geschlagen, nicht Bednarek, der Blockälteste, hat ihn geschlagen, weil er ihm gar nichts gebracht hat. Und er hat gesagt, wenn ich ihm nicht etwas bringe, dann würde er ihn totschlagen.

Ich versuchte, mit den Leuten von dem »Sonderkommando« Verbindung aufzunehmen, aber ich habe keine Möglichkeit gehabt. Ein paar Tage später habe ich mit den Verwandten von ihm gesprochen. Sie haben mir gesagt, daß sie ihn zwischen den Leichen von BIId gefunden haben.

Und das war der Häftling, er hat [+ eine Nummer] ungefähr über 100.000 gehabt. Genau weiß ich es nicht, 110, 108. Und so weiß ich, daß Bednarek ihn totgeschlagen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie das auch, daß er ihn totgeschlagen hat? Sie haben ihn einmal gesehen, da war er blutig geschlagen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Der war ganz, ganz blutig, ganz zerschlagen.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann hat er gesagt: »Wenn ich dem nichts beschaffe, dann«

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Dem Blockältesten.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

»Dem Blockältesten, dann schlägt er mich auch noch tot.«

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, so hat Bednarek zu ihm gesagt.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und dann haben Sie gehört, er sei unter den Leichen gewesen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja, die Verwandten von dem »Sonderkommando« haben mir gesagt, daß sie ihn gefunden haben zwischen den Leichen von BIId.

 

Vorsitzender Richter:

Wie der zu Tode gekommen ist, davon haben Sie nichts gehört.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie nehmen es nur an, daß das Bednarek gewesen sein kann, weil er das vorher schon angedroht hatte?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. [Pause]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt Kügler.

 

Staatsanwalt Vogel:

Noch eine Frage. Herr Hadas, Sie sagten vorhin, Baretzki und zwei SS-Männer seien bei diesem Vorfall am Löschwasserteich anwesend gewesen. Hat nur Baretzki Häftlinge dort hineingetrieben in das Wasser, oder haben sich die anderen beiden SS-Leute auch in der Form betätigt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein.

 

Staatsanwalt Vogel:

Nur Baretzki?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Die zwei SS-Männer haben den Zaun abgesperrt. Zwischen der Schreibstube und dem Stacheldrahtzaun haben die zwei gestanden.

 

Staatsanwalt Vogel:

Und der Aktive war da nur Baretzki?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nur Baretzki.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Ormond, Raabe?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Keine Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Die Verteidigung. Herr Rechtsanwalt Gerhardt.

 

Verteidiger Gerhardt:

Herr Zeuge, sind Sie auch von dem Angeklagten Baretzki ins Wasser getrieben worden?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein.

 

Verteidiger Gerhardt:

Sie nicht. Ist es so gewesen, daß er eine ganze Kolonne ins Wasser reingetrieben hat oder einzelne Häftlinge?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Der hat angefangen, die ganze Kolonne zu schlagen. Die ganze Kolonne mußte mit einmal nach vorne rücken. Und nach vorne war das Wasser.

 

Verteidiger Gerhardt:

Sie sagten, mehr als 1.000 Häftlinge hätten dort gestanden.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wie viele?

 

Verteidiger Gerhardt:

Mehr als 1.000 Häftlinge.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, das habe ich nie gesagt. Ich habe gesagt, das Kommando hat mehr als 1.000 Häftlinge gehabt. Aber einige Hundertschaften sind durch.

 

Verteidiger Gerhardt:

Wie viele standen denn da, wie viele Häftlinge waren nach Ihrer Meinung denn zu diesem Zeitpunkt da?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ein paar Hundertschaften sind noch stehengeblieben. Aber ich kann nicht sagen, wie viele.

 

Verteidiger Gerhardt:

Konnten Sie alles genau überblicken?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Bitte?

 

Verteidiger Gerhardt:

Konnten Sie alles genau überblicken, die gesamten Häftlinge, die dort aufgestellt waren?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich verstehe nicht.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ob Sie eine genaue Übersicht hatten über die gesamten Häftlinge, die sich da aufstellen mußten.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wir sind nur angerückt und angehalten an diesem Platz, und wir sind stehengeblieben.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie ziemlich weit hinten gestanden, Herr Zeuge?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ganz [hinten] war das nicht. Das war mehr nach vorne. Es kann eine Hundertschaft vor mir gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Eine Hundertschaft vor Ihnen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Aber wir haben noch nicht zum Appell gestanden. Jeder hat sich noch bewegen können auf seinem Platz.

 

Verteidiger Gerhardt:

Standen Sie etwa in der Mitte dieser Kolonne, oder mehr nach rechts oder nach links?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Mehr nach vorne zu diesem Bassin zu war ich.

 

Verteidiger Gerhardt:

Konnten Sie dann genau sehen, ob möglicherweise hinter Ihnen oder rechts oder links ein Häftling zusammengebrochen war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Diese Häftlinge, die zusammengebrochen waren, das waren

 

Verteidiger Gerhardt [unterbricht]:

Nein, darf ich das vielleicht mal erläutern. Der Staatsanwalt hatte in diese Richtung schon eine Frage gestellt. Sie sagten, daß es beim Appell bisweilen vorgekommen sei, daß Häftlinge zusammenbrachen. Hatten Sie dann die Möglichkeit, wenn dort mehrere hundert Häftlinge standen, auf

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Ja. Das waren mehr als hundert Häftlinge.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ja, richtig. Hatten Sie dann noch die Möglichkeit zu sehen, ob möglicherweise hinter Ihnen oder rechts oder links ein Häftling zusammengebrochen war?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja. Auch in der Nähe von mir ist das passiert.

 

Verteidiger Gerhardt:

Ist das passiert, da lagen Häftlinge, die waren zusammengebrochen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Verteidiger Gerhardt:

Danke. Keine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Eggert.

 

Verteidiger Eggert:

Herr Zeuge, Sie sagten, dieser Häftling Klein oder Kleiner sei ein Freund von Ihnen gewesen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Verteidiger Eggert:

War das ein guter Freund? Und wie lange haben Sie ihn gekannt?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe ihn gekannt aus dem Lager.

 

Verteidiger Eggert:

Wie lange ungefähr bis zu seinem Tode?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das kann ich nicht sagen, wie lange. Aber ich kannte ihn ein paar Monate, bevor er in der SK aufgefallen ist.

 

Verteidiger Eggert:

Und Sie waren häufig mit ihm zusammen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, ich war nicht zusammen mit ihm. Ich war nur im Lager mit ihm zusammen, aber nicht im selben Block.

 

Verteidiger Eggert:

Weil Sie sagten, er sei ein Freund von Ihnen, ich weiß nicht, ob das eine Begriffschwierigkeit

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Ich habe gesagt, daß er ein guter Bekannter von mir war. Aber ich denke, daß ein guter Bekannter auch ein Freund ist.

 

Verteidiger Eggert:

Ja, gut. Wie hieß denn der mit dem Vornamen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wer?

 

Verteidiger Eggert:

Dieser Klein oder Kleiner.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Das weiß ich nicht.

 

Verteidiger Eggert:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Sind sonst noch Fragen von seiten der Verteidigung?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Nicht mehr oder überhaupt nie gewußt, den Vornamen?

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie den Vornamen nie gekannt, Herr Zeuge, oder wissen Sie ihn heute nicht mehr, weil Sie ihn vergessen haben?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, ich habe ihn nie gewußt.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben ihn nie gewußt.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wir haben einer den anderen gekannt mehr nach der Nummer als nach dem Namen.

 

Vorsitzender Richter:

Mehr nach der Nummer?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Verteidiger Eggert:

Herr Zeuge, dann muß ich Sie aber fragen: Wie haben Sie sich denn dann miteinander unterhalten? Sie haben sich doch nicht mit der Nummer angeredet?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Mit welchem Mann?

 

Verteidiger Eggert:

Mit diesem Herrn Klein oder Kleiner.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

Verteidiger Eggert:

Wenn Sie mit dem gesprochen haben, wie haben Sie sich angeredet?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe vielmals mit ihm gesprochen.

 

Verteidiger Eggert:

Und zum Gespräch gehört doch dazu, daß man sich anspricht. [Pause] Wie haben Sie den denn angesprochen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Wegen was können Häftlinge sprechen? Häftlinge haben... Sie wissen

 

Verteidiger Eggert [unterbricht]:

Sie sagen doch, Sie haben viel mit ihm gesprochen.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Na, was ich mit ihm gesprochen habe, das muß ich doch jetzt in diesem Moment nicht...

 

Vorsitzender Richter:

Nein

 

Verteidiger Eggert [unterbricht]:

Das will ich auch nicht von Ihnen wissen, Herr Zeuge. Ich will nur wissen, wie Sie sich gegenseitig angesprochen haben. Sie haben doch sicherlich nicht gesagt: Nummer soundso viel, wie...

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Aber ich habe das gesagt vor dem Gericht, daß wir Häftlinge uns mehr gekannt haben nach der Nummer als nach den Namen. Und wenn jemand

 

Verteidiger Eggert [unterbricht]:

Und wie haben

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Den Namen gekannt hat, hat er nur den Familiennamen gekannt. Dann weiß ich, daß der entweder Klein oder Kleiner geheißen hat.

 

Verteidiger Eggert:

Haben Sie also im Lager zu ihm gesagt »Herr Klein « oder »Herr Kleiner «, wenn sie mit ihm gesprochen haben?

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Ich habe nicht »Herr«[+ gesagt]. Zwischen uns waren keine »Herren«.

 

Verteidiger Eggert:

Eben

 

Zeuge Hanoch Hadas [unterbricht]:

Trotzdem es Professoren und andere gelernte Menschen waren. Aber einer hat zum anderen niemals »Herr« gesagt.

 

Verteidiger Eggert:

Sehr richtig. Im allgemeinen hat man sich nämlich mit dem Vornamen angesprochen. Deshalb interessiert mich ja der Vorname dieses Herrn.

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Nein, ich habe niemals mit ihm irgendeinen Vornamen gesprochen, und ich habe ihn nie beim Vornamen gerufen.

 

Verteidiger Eggert:

Haben Sie ihn beim Nachnamen gerufen?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ich habe ihn gerufen, als ich schon ein Jahr ein guter Bekannter von ihm war, entweder Klein oder Kleiner.

 

Verteidiger Eggert:

Gut, danke.

 

Vorsitzender Richter:

Ist von seiten der Angeklagten [+ eine Erklärung abzugeben]? Baretzki, wollen Sie etwas dazu erklären? Gehen Sie vielleicht hier ans Mikrofon, damit wir Sie verstehen. [Pause]

 

Angeklagter Baretzki:

Herr Präsident, die [Beschuldigungen], die jetzt gegen mich hier vorgebracht werden, die stimmen nicht. Das habe ich niemals gemacht. Das mit dem Teich und auch mit dem Häftling, mit dem Stiel- auf-den-Hals-legen, das habe ich niemals gemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie wissen, daß die Zeugen Doering und Lazanowicz uns diesen Vorfall genauso erzählt haben, wie das der Zeuge eben schildert, nicht? Mit dem Löschbecken.

 

Angeklagter Baretzki [unterbricht]:

Ja, das weiß ich.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sagen, das ist gar nicht wahr?

 

Angeklagter Baretzki:

Nein, das habe ich niemals gemacht. Herr Vorsitzender, in das Wasserbassin durfte überhaupt keiner rein. Da durften wir als Blockführer im Sommer nicht einmal hereinspringen, wenn es warm war. Da durfte überhaupt keiner das Wasser anrühren, nicht einmal einen Häftling da mit den Kleidern hereinschmeißen. Als SS-Mann durfte man nicht mal mit Badehosen hereingehen in das Bassin, von wegen ein Häftling...

 

Vorsitzender Richter:

Ja, zum Vergnügen durfte er nicht reingehen, das glaube ich. Aber das sollte ja kein Vergnügen sein, sondern das sollte ja eine...

 

Angeklagter Baretzki:

Ja, was meinen Sie, wenn da von uns keiner in das Wasser reinspringen durfte, dann durfte von den Häftlingen zehnmal keiner rein. Wenn ich einen ins Wasserbassin hereingestoßen hätte, die hätten mich ja direkt eingesperrt. Da durfte im Sommer nicht mal ein SS-Mann hereingehen, in das Wasserbassin.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie sagen, das stimmt nicht. Und das mit dem Schaufelstiel stimmt auch nicht?

 

Angeklagter Baretzki:

So was habe ich niemals gesehen. Einen Schaufelstiel einem Menschen über den Hals legen, das habe ich überhaupt nie gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dann nehmen Sie wieder Platz.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ich habe noch eine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Raabe.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Herr Baretzki, ich habe nur eine Frage. Können Sie uns sagen, was Ihnen Ihre Dienstvorgesetzten gesagt haben über die Behandlung der Häftlinge? Wurde Ihnen gesagt, daß es Ihre Pflicht ist, besonders brutal und roh mit den Leuten umzugehen, um eine gewisse Disziplin [+ durchzusetzen]? Ich meine jetzt nicht den speziellen Fall, der uns hier berichtet wird, den streiten Sie ab. Wurde Ihnen gesagt, daß Sie eine besonders harte Disziplin dort einführen müssen, um das Lager in Schuß zu halten?

 

Angeklagter Baretzki:

Ja, ohne harte Disziplin kann man das Lager gar nicht in Schuß halten. Das war ja unmöglich. Sie müssen ja durchgreifen. Stellen Sie sich mal vor, in so einem Abschnitt sind 10.000 Häftlinge. Da hätte ja einer dem anderen ein Stück Brot weggenommen. Das wäre ja unmöglich gewesen, die Leute zusammenzuhalten, wenn Sie da nicht durchgegriffen hätten.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Und war denn Ihren Vorgesetzten bekannt, wie das aussah in diesem Lagerabschnitt zum Beispiel, wo Sie Dienst zu tun hatten?

 

Angeklagter Baretzki:

Das war denen ja bekannt, die waren jeden Tag da drin.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Mit wem hatten Sie denn laufend zu tun?

 

Angeklagter Baretzki:

Mit meinem Lagerführer.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Das war damals der

 

Angeklagter Baretzki [unterbricht]:

Schwarzhuber.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Das war der Schwarzhuber.

 

Angeklagter Baretzki:

Morgens um sechs Uhr ist Ausrücken, halb sechs müssen Sie antreten. Jeden Morgen ist ja Befehlsausgabe. Da ist der Chef dabei jeden Morgen um halb sechs. Er sagt, was am Tag vorher angefallen ist. Was da nicht in Ordnung war und alles, das hält er Ihnen jeden Tag vor. Er gibt Ihnen jeden Tag den Befehl. Und wenn der Lagerführer nicht da ist, ist der Rapportführer da, der erste Rapportführer. Und der erste Rapportführer hat ja nicht so gründliche Macht wie der Lagerführer. Vor dem haben wir ja nicht so Angst gehabt wie vor dem Lagerführer.

Sie können den Lagerführer den ganzen Tag nicht sprechen. Sie kommen ja an den gar nicht ran. Aber morgens, wenn er antritt und dann die Rede hält, seine Befehlsausgabe macht, da können Sie ihn mal fragen. »Wer hat noch eine Frage?« Das ist der einzige [+ Moment] am Tag, in dem Sie mit dem sprechen können. Sonst können Sie mit dem nicht sprechen. So anreden im Lager können Sie den Lagerführer nicht, Sie dürfen ihn ja gar nicht anreden. Sie müssen ja nur den Rapportführer anreden, dem müssen Sie melden. Und dann meldet er es dem Lagerführer, und dann, wenn Sie was haben, können Sie zu ihm kommen, sonst nicht.

Aber was im Lager da passiert ist, da wußte der Lagerführer ja Bescheid. Das war ja dafür. Wenn Sie die Häftlinge ein bißchen locker gelassen haben, zum Beispiel sonntags, ja, da war Ruhe im Lager. Wenn zum Beispiel der Lagerführer nicht da war, da war sowieso Ruhe im Lager. Da sind nur drei Mann dagewesen. Aber sobald die Herren da waren, da war der Teufel doch los im Lager, da hat es doch gekocht.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Bekamen Sie etwa Vorhaltungen von Ihrem Lagerführer, wenn Sie Häftlinge geschlagen haben?

 

Angeklagter Baretzki:

Vorhaltungen?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Ja.

 

Angeklagter Baretzki:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sondern?

 

Angeklagter Baretzki:

Ja, was meinen Sie, wieso Vorhaltungen?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Wurde Ihnen etwa ein Vorwurf gemacht daraus, oder wurde Ihnen etwa im Gegenteil gesagt: »Tue dich nur ordentlich durchsetzen, und wenn die Häftlinge nicht parieren, dann schlage sie eben zusammen«?

 

Angeklagter Baretzki:

»Fahren Sie dazwischen!« haben die gesagt.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

»Dann fahren Sie dazwischen«?

 

Angeklagter Baretzki:

Ja. »Da müssen Sie dazwischenfahren. Wenn sie nicht kapieren, dann müssen sie das fühlen«, haben sie gesagt. Weil mit Gutem war mit denen ja nichts zu machen. Sie konnten mit Gutem gar nicht anfangen bei den Häftlingen. Sie konnten sagen: »Gut, mach das und das.« Und er hat sich umgedreht und wieder das Gegenteil gemacht. Sie konnten sich gar nicht durchsetzen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Sagen Sie, kannten Sie eigentlich den Angeklagten Höcker?

 

Angeklagter Baretzki:

Nein.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

In Auschwitz?

 

Angeklagter Baretzki:

Habe ich nie gesehen.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, können Sie das, was Sie uns jetzt gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Zeuge Hanoch Hadas:

Ja.

 

– Schnitt –

 

 

 

 

1. BIb, Männerlager von März 1942 bis Juli 1943. Vgl. Auschwitz 1940-1945, Bd. I, S. 99 ff.

 

 
 
 
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