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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

53. Verhandlungstag, 8.6.1964

 

Vernehmung des Zeugen Ignacy Golik und Antrag auf Augenscheinseinnahme von Nebenklagevertreter Ormond

 

Zeuge Ignacy Golik:

Keine Selektionen. Damals, als wir kamen, von unserem Transport sind nur einige Häftlinge, meistens Juden... und die waren zur Strafkompanie selektiert.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Sind Sie auch zur Strafkompanie gekommen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein, ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Und Sie hatten mal gesagt, ein Teil des Transportes, darunter auch vor allem jüdische Polen, wurde in die Strafkompanie eingewiesen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, wer hat denn das gemacht damals? Haben das Ärzte gemacht, oder wer war das, der sie so aufgeteilt hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das kann ich jetzt nicht erinnern. Ich meine, da waren keine Ärzte dabei. Das waren wahrscheinlich die Beamten von der Politischen Abteilung.

 

Vorsitzender Richter:

Von der Politischen Abteilung.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Aber damals konnte ich die SSler noch nicht unterscheiden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie kamen zunächst in einen Quarantäneblock.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar ins Stammlager oder nach Birkenau?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Stammlager. Damals war noch kein Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

War noch kein Birkenau, richtig. Und nachdem Sie einige Zeit im Quarantäneblock waren, sind Sie dann wohin gekommen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich arbeitete nachher in so einem Rollwagenkommando, Zonenbaukommando, verschiedenen Außenkommandos.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und zwar bis zum Herbst 42?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich arbeitete beim Neubau, nachher in der Strumpfstopferei, nachher in der SS-Küche. Seit 1942 arbeitete ich in dem SS-Revier.

 

Vorsitzender Richter:

Im SS-Revier. Ja. Was hatten Sie da zu tun?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Zuerst war ich Stiefelputzer, Reiniger bei Unterscharführer Klehr und den anderen Unterscharführern, die damals im SS-Revier wohnten. Es waren nämlich ein paar Zimmer dort oben, wo die Unterführer vom SS-Revier wohnten. Ich war bei ihnen Stiefelputzer und Reiniger, Zimmerreiniger. Nachher war ich schon Reiniger im Standortarztzimmer und im Ambulatorium. Nach ein paar Monaten war ich Desinfektor, SS-Kleider. Das war nämlich so: Sämtliche SSler, die ins »Reich« mit Urlaubsschein fuhren, die mußten erst ihre Kleidung zur Entwesung abgeben und zur Entlausung abgeben. Und ich war der Desinfektor für diese Sachen. Ich arbeitete damals mit Unterscharführer Schmucker. Der stammte von Teplitz-Schönau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das heißt also, Sie waren nicht als Desinfektor für die Häftlinge eingeteilt oder für Baracken oder so was, sondern nur für die SS-Leute, die

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Für die SS-Leute und die SS-Unterkünfte.

 

Vorsitzender Richter:

Und die Unterkünfte. Nun, das haben Sie gemacht, und nach etwa sechs Monaten bekamen Sie welche Tätigkeit zugewiesen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nachher war ich Kapo dieses Kommandos.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und waren Sie denn nicht auch mal in dem Operationssaal tätig?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Im Operationssaal tätig war ich als Reiniger.

 

Vorsitzender Richter:

Als Reiniger. Da hatten Sie wohl auch die Instrumente in Ordnung zu halten?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, ich mußte die Instrumente sterilisieren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Die Handschuhe und so weiter.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dann sind Sie schließlich Kapo geworden, wie Sie mir eben schon gesagt haben, ja?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und das heißt, in dieser Eigenschaft unterstanden Ihnen alle Häftlinge in dem SS-Revier, mit Ausnahme der Zahnstation.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dort sind Sie geblieben bis 44, bis zum November, bis Sie schließlich nach Oranienburg gekommen sind.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie damals kennengelernt in dem SS-Revier auch den Adjutanten des damaligen Kommandanten Höß?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, den haben Sie nicht kennengelernt. Haben Sie aber näher kennengelernt den Angeklagten Klehr, von dem Sie eben sagten, daß Sie bei ihm eben als Putzer tätig waren? Den haben Sie näher kennengelernt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, wo war denn der Klehr untergebracht, [Pause] das heißt, wo wohnte er?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Der Klehr wohnte damals im ersten Stock im SS-Reviergebäude.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, im ersten Stock im SS-Reviergebäude.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar die ganze Zeit, wo Sie dort waren, oder ist er nachher woanders hingezogen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nach einem Jahr ist er ausgezogen.

 

Vorsitzender Richter:

Aha. Haben Sie dort auch den Angeklagten Hantl kennengelernt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, den Angeklagten Hantl habe ich kennengelernt noch, als ich in der SS-Küche arbeitete. Der ehemalige Rottenführer Hantl war damals Kurier der 4. Kompanie. Und er beschäftigte sich mit der Mittagessenausgabe in der SS-Küche. Und nachher bin ich ihm nochmals begegnet, als er als SDG im SS-Revier tätig war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Können Sie von Hantl irgend etwas Besonderes sagen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich werde vielleicht jetzt schon in polnischer Sprache antworten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy może pan coś specjalnego powiedzieć na temat Hantla?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Gdzieś Hantl wówczas, kiedy pracowałem z nim jako, kiedy był jeszcze führerem czwartej kompanii, zachował się bardzo przyzwoicie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Als ich den Hantl noch zur Zeit seiner Tätigkeit in der 4. Kompanie kennengelernt habe, hat er sich anständig benommen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Następnie, kiedy został już sanitariuszem w szpitalu więziennym, nie stykałem się z nim i o tym, co on tam robił, tylko ze słyszenia wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nachdem er SDG auf dem SS-Revier geworden ist, bin ich in keine Berührung mehr mit ihm gekommen. Und das, was ich weiß, habe ich lediglich über ihn gehört.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie etwas dagegen, daß ich Ihre Aussage auf ein Tonband aufnehme?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Na taśmę magnetofonową, czy pan się zgadza?

 

Vorsitzender Richter:

Zur Gedächtnisstütze des Gerichts?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Bitte, bitte.

 

Vorsitzender Richter:

Danke schön. Ja. Nachher haben Sie nichts mehr von ihm gehört. Wie war es denn nun mit Klehr? Was wissen Sie denn von dem Angeklagten Klehr?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Herr Vorsitzender, er sagte: »Ich bin nicht mit ihm in Berührung gekommen. Was ich von ihm weiß, habe ich nur gehört.«

 

Vorsitzender Richter:

Ach so. Hat er gesagt, ja. Und was wissen Sie von ihm?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

A co pan słyszał o nim?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Słyszałem, że brał udział w tak zwanym »szpilowaniu« więźniów w obozie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe gehört, daß er an dem sogenannten Abspritzen der Häftlinge teilgenommen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob er das dauernd getan hat oder ob er das nur einmal gemacht hat?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy stale, czy tylko w sporadycznych wypadkach?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, was wissen Sie von Klehr?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Klehr pracował początkowo jako sanitariusz w obozowym szpitalu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zuerst hat Klehr als Sanitäter im Lagerkrankenbau gearbeitet.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Prawdopodobnie gdzieś w roku 1943

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wahrscheinlich im Jahre 1943, ich erinnere mich nicht genau

 

Zeuge Ignacy Golik:

Został kierownikiem, właściwie takim dowódcą kompanii dezynfektorów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wurde er Leiter oder Führer des sogenannten Desinfektorenkommandos.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ta jednostka składała się z pięciu albo sześciu esesmanów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Diese Einheit bestand aus fünf oder sechs SS-Männern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kierownikiem, jak powiedziałem, był Klehr.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Leiter war, wie ich bereits gesagt habe, Klehr.

 

Zeuge Ignacy Golik:

W skład tej jednostki, o ile mogę sobie dzisiaj przypomnieć, wchodził Sturmmann Koch

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zu dieser Gruppe, soweit ich mich jetzt erinnern kann, gehört Sturmmann Koch

 

Zeuge Ignacy Golik:

Rottenführer Wosnitza

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Rottenführer Wosnitza

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ein junger Sturmmann, Tauber oder Theuer, kann ich mich nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und weiter bitte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Rottenführer Riegenhagen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Riegenhagen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Pozostałych nie mogę sobie przypomnieć.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

An die anderen kann ich mich nicht erinnern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Do zadań tej jednostki należało przede wszystkim – i głównie – gazowanie więźniów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zu den Aufgaben dieser Einheit gehörte vor allem die Vergasung der Häftlinge.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jako zadanie uboczne mieli oni gazowanie odzieży.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Als Nebentätigkeit gehörte zu ihren Aufgaben die Entwesung der Kleidung.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Bo, rzeczywiście, były przypadki, kiedy odzież dezynfekowano cyklonem B.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil es tatsächlich Fälle gab, bei denen man mit Zyklon B wirklich die Kleidung auch desinfizierte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale były to wypadki bardzo sporadycz ne.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren aber Einzelfälle.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ponadto cyklon B był gorszym gazem do dezynfekcji niż znajdujący się wówczas w SS-Apotheke tak zwany Ilo-Spezialgas.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Darüber hinaus war das Zyklon-B-Gas viel schlechter für die Desinfizierung geeignet als das andere Gas, das sich in der SS-Apotheke befand, das sogenannte Ilo-Spezialgas.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Z tym gazem pracowałem wówczas, kiedy trzeba było dezynfekować pomieszczenia esesmanów, którzy zachorowali na tyfus plamisty.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe mit diesem Gas gearbeitet, als ich die Unterkünfte der SS-Männer, die an Fleckfieber erkrankt waren, desinfizieren mußte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I wówczas wydawano mi tylko gaz, właśnie Ilo-Sp ezialgas.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und damals hat man mir gerade eben lediglich dieses sogenannte Ilo-Spezialgas ausgegeben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Natomiast wielki magazyn gazu cyklon B znajdował się po zamknięciu starego krematorium w starym kremator ium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dagegen befand sich eine große Lageransammlung von Zyklon B, nachdem das Alte Krematorium geschlossen wurde... — Gdzie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Altes Krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nie, pan powiedział, wtedy, kiedy zostało zamknięte?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wtedy się znajdował tam magazyn gazu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nachdem das Alte Krematorium geschlossen wurde, hat man dort ein Lager für das Zyklon B eingerichtet.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiadomym mi również, że magazyn tego gazu znajdował się w tak zwanym »Theatergebäude«.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es ist mir auch bekannt, daß dieses Gas sich ebenfalls in dem sogenannten Theatergebäude befand.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ponadto – to widziałem. Natomiast słyszałem, że trzeci magazyn cyklonu B znajdował się gdzieś w Birkenau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich selbst gesehen. Ich habe außerdem gehört, daß eine dritte Ansammlung von Gas auch in Birkenau war.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jeśli chodzi o magazynowanie tego gazu, to należało to do obowiązków pracowników SS-Apotheke.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Was die Betreuung, also die Lagerung des Gases anbetrifft, gehörte diese zu den Aufgaben der Mitarbeiter der SS-Apotheke.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Mianowicie klucze do krematorium, stareg o krematorium, znajdowały się do dyspozycji Obersturmführera, a następnie Hauptsturmführera doktora Wirthsa, doktora Capesiusza i Unterscharführera Juraska.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Schlüssel zu dem Alten Krematorium befanden sich in den Händen des Obersturmführers und später Hauptsturmführers Doktor Capesius und in den Händen des Unterscharführers Jurasek.

 

Vorsitzender Richter:

Die Schlüssel zu dem?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zu dem Alten Krematorium.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar zu dem Raum, in dem die Zyklon-Gas- Behälter aufgenommen

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Do tego pomieszczenia, gdzie znajdowały się?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jawohl. — Oprócz tego to była w ogóle apteka w Oświęcimiu, to była najdziwniejsza apteka świata.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Überhaupt, die Apotheke in Auschwitz, das war die merkwürdigste Apotheke der Welt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie była to apteka, w której przechowywano w głównej mierze lekarstwa dla ratowania ludzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war nicht eine Apotheke, in der hauptsächlich die Medikamente, die zum Heilen der Menschheit bestimmt sind, aufbewahrt wurden.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przede wszystkim przechowywano tam, przechowywano tam przedmioty do niszczenia ludzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sondern in erster Linie hat man dort die Gegenstände aufbewahrt, die zur Vernichtung der Menschen bestimmt waren.

 

Zeuge Ignacy Golik:

W piwnicy SS-Apotheke, w budynku SS-Revieru znajdowało się specjalne pomieszczenie zamknięte żelaznymi drzwiami.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Im Keller der SS-Apotheke befand sich ein Raum, der mit einer eisernen Tür verschlossen war.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Za t ymi drzwiami znajdowały się butle oplecione koszem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

In diesem Raum befanden sich Korbflaschen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

W których znajdował się fenol.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und in diesen Flaschen war Phenol.

 

Vorsitzender Richter:

Wer hatte den Schlüssel dazu?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kto miał klucze do tego pomieszczenia?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Klucze do tego pomieszczenia miał uprzedni kierownik apteki [Krömer], który umarł w 43 roku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zuerst hatte die Schlüssel zu diesem Raum ein vorheriger Leiter der Apotheke, [Krömer], der dann gestorben ist.

 

Zeuge Ignacy Golik:

A następnie kierownik apteki Obersturmführer, a później Hauptsturmführer, a później Sturmbannführer Capesius.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und später der Leiter der Apotheke, Obersturmführer, dann Hauptsturmführer Doktor Capesius.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, Sie sagten, Klehr sei der Leiter dieses Desinfektionskommandos gewesen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und daß das Desinfektionskommando in erster Linie die Vergasungen im Krematorium durchgeführt hat. Wissen Sie, ob der Angeklagte Klehr sich persönlich an diesen Vergasungen im Krematorium beteiligt hat oder ob das nur die ihm unterstellten SS-Leute getan haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Widziałem tylko jeden przypadek gazowania cyklonem B.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe nur einen Fall gesehen, bei dem man mit Zyklon B vergast hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wollen Sie den bitte mal erzählen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Było to wówczas, kiedy jeszcze czynne było stare krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war zu der Zeit, als das Alte Krematorium noch in Tätigkeit war.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Stare krematorium leżało około 40 do 50 metrów od budynku SS- Revier.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das Alte Krematorium befand sich 40 bis 50 Meter entfernt von dem SS-Revier.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Któregoś dnia przyprowadzono pod silną strażą całej kompanii SS około 200 więźniów z Birkenau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eines Tages brachte man unter starker Bewachung von einer SS-Gruppe 200 Häftlinge aus Birkenau.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jak się później dowiedziałem było to tak zwane Sonderkommando.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wie ich später erfahren habe, war das ein sogenanntes Sonderkommando.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Grupa ta została wprowadzona na podwórze krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Gruppe wurde auf den Hof des Krematoriums geführt.

 

Vorsitzender Richter:

Was bedeutet »Sonderkommando«?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To są, to byli więźniowie zatrudnieni w krematoriach w Birkenau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren Häftlinge, die in den Krematorien in Birkenau beschäftigt waren.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Zostali zaprowadzeni na podwórko otoczone bardzo wysokim betonowym parkanem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die wurden auf den Hof gebracht, der mit einer sehr hohen Betonmauer umzäunt war.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Z wysokości pierwszego piętra, właściwie półtora piętra budynku SS-Revieru, z klatki schodowej, z okna można było widzieć, co się dzieje na terenie tego podwórka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Vom ersten Stock aus, oder sagen wir, von der Hälfte des zweiten Stockwerkes konnte man aus dem Fenster im SS-Reviergebäude die Geschehnisse beobachten, die sich auf dem Hof abspielten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Więźniowie ci dostali polecenie rozbierania się.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Häftlinge bekamen einen Befehl, sich auszukleiden.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ponieważ byli to ludzie, którzy pracowali w krematoriach i wiedzieli, o co chodzi, odmów ili.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Da es Menschen waren, die selbst in Krematorien beschäftigt waren, wußten sie ganz genau, was bevorsteht. Deswegen haben sie abgelehnt, das zu tun.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wówczas grupa esesmanów z Hösslerem na czele i Schwarzem, to był Lagerkommandant i ówczesny Lagerführer zdaje się, zaczęli bić tych więźniów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Da fing die Gruppe von den SS-Männern – an ihrer Spitze Hössler und Schwarz, das war der damalige Lagerkommandant oder Lagerführer – an, diese Menschen zu schlagen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wówczas więźniowie zaczęli się rozbierać.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dann fingen die Häftlinge an, sich auszukleiden.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Zostali wprowadzeni do komory starego krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man führte sie in die Kammer des Alten Krematoriums.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I wówczas na dach krematorium do czterech specjalnie przysposobionych otworów podeszli esesmani z grupy Klehra.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dann stiegen die Männer aus der Gruppe von Klehr auf das Dach des Krematoriums und näherten sich den vier bestimmten Löchern auf dem Dach.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Klehr był na dole i wydawał rozkazy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Klehr stand unten und gab die Befehle.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Esesmani otworzyli przygotowane i przyniesione puszki z cyklonem B.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die SS-Männer öffneten die mitgebrachten Dosen mit dem Zyklon B

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przy pomocy takich zębatych uchwytów

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Mit Hilfe von so zackigen...

 

Zeuge Ignacy Golik:

Schlüsseln.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Schlüsseln oder Öffnern, Büchsenöffnern

 

Zeuge Ignacy Golik:

I ws ypali zawartość do tych wietrzników.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und warfen den Inhalt dieser Dosen in die Öffnung hinein.

 

Zeuge Ignacy Golik:

W tym momencie zapalono kilka motorów motocykli.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

In diesem Moment ließ man die Motorräder anlaufen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Które jeździły wokół krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und diese Motorräder fuhren dann um das Krematorium herum.

 

Zeuge Ignacy Golik:

To był jedyny przypadek, który widziałem przeprowadzenia gazowania pod kierunkie m Klehra.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war ein einziges Mal, das ich beobachtet habe, bei dem die Vergasung von Klehr durchgeführt wurde.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Po każdym gazowaniu esesmani, ci, którzy pracowali w tym komandzie Klehra, otrzymywali tak zwany Zusatzverpflegung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es war bekannt, daß die Angehörigen dieses Kommandos von Klehr nach jeder Vergasung eine Zusatzverpflegung, also Sonderzuteilungen, bekommen haben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile sobie dzisiaj przypominam, składało się ono z paczki papierosów, i jednej piątej zawartości flaszki rumu, firmy Jamajka rum.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich jetzt erinnere, bestand diese Sonderzuteilung aus einem Päckchen Zigaretten und einem Fünftel einer Rumflasche. Soweit ich mich jetzt erinnere, war das Jamaika-Rum.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wielokrotnie grupa Klehra wyjeżdżała do Birkenau, tam gdzie prowadzona była akcja niszczenia Żydów węgierskich i francuskich.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnere, fuhr die Gruppe von Klehr häufig nach Birkenau, wo die Vergasung der Juden aus Ungarn und Frankreich durchgeführt wurde.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Każdorazowo do samochodu sanitarki firmy Hanomag, Hanomag-Phänomen. Wsiadało dwóch do trzech ludzi Klehra, często Klehr i z reguły tak zwany diensthabender Arzt.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

In so einen Sanitätswagen – ich weiß, das waren noch Hanomag-Phänomen – stiegen dann jedesmal zwei bis drei Männer aus der Klehr-Gruppe, häufig Klehr auch und noch ein sogenannter diensthabender Arzt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Lekarz [ dyżurny ] siadał zawsze z przodu, przy szoferze. To dobrze pamiętam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Der diensthabende Arzt setzte sich immer vorne zum Chauffeur. Daran kann ich mich gut erinnern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Sanitariusze, ci dezynfektorzy, siadali z tyłu i zabierali ze sobą skrzynkę z gazem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Sanitäter, die Desinfektoren, setzten sich nach hinten und nahmen Kisten mit dem Gas mit.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Po powrocie z reguły taki samochód przywoził jakieś rzeczy po ludziach gazowanych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nach der Vergasung brachte jedesmal dieses Auto

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Nicht jedesmal. — Często, często.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Oft. — Pan powiedział z reguły.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Często.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich verbessere mich: oft irgendwelche Sachen mit.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Były to przedmioty po ludziach zagazowanych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren Gegenstände, die den Personen, die vergast wurden, gehörten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Był to bagaż akuszerek, lekarzy dentystów, pielęgniarzy i w ogóle personelu służby zdrowia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das waren Sachen, die den Hebammen, Ärzten, Sanitätern und dem Personal des Gesundheitsdienstes gehörten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jak się dowiedziałem od lekarzy i od sanitariuszy, prawie panował taki zwyczaj, że na rampie wzywano wszystkich pracowników służby zdrowia do złożenia swojego bagażu osobno.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wie ich von den Häftlingsärzten gehört habe, spielte sich das folgendermaßen ab, daß man die Häftlinge aufforderte, diejenigen, die zum Gesundheitsdienst gehören, herauszutreten und ihr Gepäck abzulegen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ten bagaż był przywożony do SS-Revieru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dieses Gepäck wurde dann aufs SS-Revier gebracht.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I na poddaszu przeprowadzona była segregacja rzeczy znajdujących się tam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und auf dem Boden des SS-Reviers wurde dann die Verteilung dieses Gepäcks durchgeführt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Szukano przede wszystkim lekarstw i instrumentów medycznych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man suchte an erster Stelle nach den Medikamenten und nach den ärztlichen Instrumenten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale ponadto znajdowano t am również rzeczy wartościowe, oraz wiele środków żywnościowych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Darüber hinaus fand man aber dort auch viele Wertgegenstände und die Lebensmittel.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Rzeczy wartościowe były wrzucane do specjalnej skrzyni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Wertgegenstände warf man in so eine besondere Kiste, die dort stand.

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile sobie przypominam, skrzynia ta początkowo znajdowała się na strychu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnere, befand sich diese Kiste zuerst auf dem Boden.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Następnie stała w aptece na dole, na parterze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und später stand diese Kiste unten in der Apotheke.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Do skrzyni tej wrzucano bardzo dużo dewiz, zegarków, złotych przedmiotów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

In diese Kiste warf man sehr viele Devisen, Uhren, Goldgegenstände.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale rzecz znamienna, że skrzynka była prawie pusta.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber es ist charakteristisch, daß diese Kiste fast immer leer stand.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Co się działo z tymi rzeczami, trudno mi jest coś powiedzieć.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Was mit diesen Gegenständen geschah, das ist schwer zu sagen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Raczej trudno przypuszczać, żeby któryś z więźniów mógł tam wyciągnąć z tej skrzyni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es ist eher schwer anzunehmen, daß irgendein Häftling die Gegenstände aus der Kiste entfernen konnte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Skrzynia była zaplombowana, zamknięta na kłódkę i miała tylko bardzo wąski taki otwór do wrzucania.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Kiste war plombiert, verschlossen und hatte nur eine schmale Öffnung, um die Gegenstände hineinzuwerfen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

O tym, gdzie te rzeczy ginęły, mógł tu powiedzieć doktor Cap esius i Unterscharführer Jurasek.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Darüber Auskunft geben, wohin die Gegenstände gekommen sind, kann wohl uns der sich hier befindende Doktor Capesius und Unterscharführer Jurasek.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Chciałbym teraz parę słów powiedzieć o lekach, które wyszukiwano w tych bagażach.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich möchte hier ein paar Worte über die Medikamente sagen, nach denen man im Gepäck suchte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przed segregowaniem tych medykamentów, mieliśmy możliwość część przesłać do obozu, do szpitala obozowego, w którym wiecznie brakowało lekarstw.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Bevor diese Medikamente aufgenommen und gezählt wurden, hatten wir Gelegenheit, sie in die Apotheke des Lagers zu schicken, wo man ständig einen starken Mangel an Medikamenten hatte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wykorzystaliśmy do przemycania lekarstw do obozu również niektórych esesmanów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir haben sogar manche SS-Männer dazu benutzt, die Medikamente ins Lager hineinzuschmuggeln.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Na przykład czynił to Rottenführer Tadeusz Dobrzański.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zum Beispiel hat uns dabei der Rottenführer Tadeusz Dobrzański geholfen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Oczywiście, otrzymywał za to odpowiednią zapłatę.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Natürlich hat er dafür eine entsprechende Belohnung bekommen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przede wszystkim w dolarach, albo złotych przedmiotach.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Vor allem in Dollar und auch in Goldgegenständen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiadomo b owiem, że w szpitalu więziennym brakowało lekarstw.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man hat nämlich genau gewußt, daß man im Krankenhaus keine Medikamente hatte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Zapotrzebowania, które składano do apteki, były trzy- albo czterokrotnie obcinane.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Anforderung, die man an die SS-Apotheke stellte, wurde zur Hälfte oder zu einem Drittel gekürzt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przede wszystkim otrzymywano tylko Bolus alba i ligninę.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Vor allem hat man jedesmal Bolus alba und Lignin bekommen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Natomiast nie wydawano takich rzeczy, jak glukoza, Prontosil.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber man hat keine Glucose und Prontosil und andere dieser Art ausgegeben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I dlatego zmuszeni byliśmy, my więźniowie, okradać, jeśli to tak można nazwać, zasoby znajdujące się na dachu, na strychu i przekazywać lekarstwa potrzebującym pomocy więźniom.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Deswegen waren wir Häftlinge gezwungen, wenn ich mich so ausdrücken darf, die Bestände auf dem Boden zu bestehlen und die Medikamente zu unseren Mithäftlingen, die einen großen Bedarf an Medikamenten hatten, zu schmuggeln.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Powstała cała organizacja pomocy więźniom.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es entstand eine ganze Organisation der Hilfe für die Häftlinge auf diesem Gebiet.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przekazywaliśmy lekarstwa nie tylko do obozu tak zwanego Stammlagru ale również do Birkenau i do obozów pomocniczych, jak Janinagrube, Goleszów i tak dale j.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir haben die Medikamente nicht nur ins Stammlager geschmuggelt, sondern auch nach Birkenau und in die Unterlager, wie Janinagrube, Goleszów und so weiter.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Korzystaliśmy z pomocy niejednokrotnie sanitariuszy, tak zwanych SDG, którzy przyjeżdżali po lekarstwa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Häufig fanden wir auch Hilfe bei den SDGs, die kamen, um Medikamente abzuholen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Czasem za ich wiedzą, czasem bez ich wiedzy, po prostu ukrywając pomiędzy ligninę, wysyłaliśmy pewne ilości lekarstw do tych podobozów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Manchmal wußten sie davon. Manchmal haben wir heimlich unter Lignin die Medikamente versteckt und auf diese Weise sie in die Unterlager nach drüben geschickt.

 

Vorsitzender Richter:

Nun, Herr Zeuge, Sie haben uns vorhin erzählt von Klehr. Klehr, sagten Sie, wäre, soviel Sie es selbst gesehen haben, einmal beteiligt gewesen an dieser Vergasung der jungen Häftlinge, die aus dem Krematoriumskommando gekommen waren. Wieviel waren das ungefähr?

 

Zeuge Ignacy Golik:

200 bis 300.

 

Vorsitzender Richter:

200 bis 300. Sagen Sie, Sie haben hier eine Skizze angefertigt, wenn Sie sich es einmal ansehen wollen. Da haben Sie ein Kreuz dahin gemacht, wo Klehr gestanden haben soll. Es würde mich nun interessieren zu wissen: War dieser Standort des Klehr außerhalb der Mauer oder innerhalb der Mauer?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das war außerhalb der Mauer. Hier ist der Hof. Und das ist das Krematorium. Das war so ein Vorhof vom Krematorium.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ganz recht.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das ist das Krematorium, und das ist Erde mit Gras.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ach, er stand außerhalb und hat den Leuten, die oben auf dem Dach waren

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Die Desinfektoren waren auch außerhalb.

 

Vorsitzender Richter:

Die waren auch außerhalb.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Außerhalb. Von hier kann man nicht auf das Dach klettern.

 

Vorsitzender Richter:

Aha.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Von hier kann man ganz leicht, das ist [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ja. Sie sagten also, man kann von dort aus nicht aufs Dach klettern, und deshalb hat er

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Von außerhalb.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, gut. Danke schön. Sie sagten weiterhin, Klehr hätte dann wiederholt sich angeschlossen dem Vergasungskommando, wenn die weggefahren waren mit einem Sanka. Und zwar wäre ab und zu auch ein Arzt dabeigewesen und Kisten mit Gas.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob diese Fahrt jeweils in die Vergasungskammern gegangen ist, also in die Krematorien?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan wie, że

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Tak wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Za każdym razem ta podróż prowadziła do krematorium?

 

Zeuge Ignacy Golik:

No, czy każdym razem

 

Dolmetscherin Kapkajew [unterbricht]:

Czy oni za każdym razem jechali do zagazowania

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Jechali do krematorium, tego nie wiem, ale w większości przypadków wiadomo było, że wracali z krematorium, bo przywozili rzeczy pomordowanych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Na ja. Ich weiß es ja nicht, ob sie jedesmal dahin fuhren. Aber ich weiß, jedesmal, wenn sie zurückkamen, brachten sie die Gegenstände mit, die von den Vergasten geblieben sind.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ponadto otrzymywali tak zwany Zusatzverpflegung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und darüber hinaus bekamen sie die sogenannte Zusatzverpflegung danach.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skąd panu to jest wiadomym?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Oni, część tego dodatkowego Zusatzverpflegungu przechodziła przez naszą kuchnię SS-Revieru. Myśmy to fasowali w kuchni SS.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ein Teil dieser Sonderverpflegung ging durch unsere Hände, durch diese SS-Küche.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Myśmy mianowicie zaopatrywali szpital SS-Revieru z kuchni SS, która się znajdowała poza obozem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Küche des SS-Reviers wurde aus der SS- Küche, die sich außerhalb des Lagers befand, verpflegt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I myśmy fasowali bardzo często rum, właśnie pamiętam stąd Jamajka rum, sekt dla esesmanów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und wir brachten häufig – ich erinnere mich genau – Jamaika-Rum und Sekt für die SS-Männer.

 

Vorsitzender Richter:

Auch für Klehr?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Też dla Klehra?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Trudno mi powiedzieć, nie przypominam sobie. Ale wiem, że w pokoju Klehra były często flaszki po rumie Jamajka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist schwer zu sagen. Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, aber ich weiß, daß im Zimmer von Klehr häufig Flaschen von Jamaika-Rum standen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Zeuge, uns ist das nämlich um dessentwillen so wichtig, weil Klehr sagt: »Ich habe zwar diesem Kommando von SS-Männern vorgestanden, die diese Vergasungen durchgeführt haben. Das waren vier Mann, und ich hatte sie einzuteilen. Ich selbst habe mich nie daran beteiligt.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das kann ich nicht genau aussagen.

 

Vorsitzender Richter:

Das können Sie nicht genau aussagen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Klehr twierdzi, pan zrozumiał pytanie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Że on sam nigdy nie przeprowadzał, tylko dzielił tych ludzi, którzy należeli do jego oddziału.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und da Sie nun der Putzer von Klehr gewesen sind und diese Sachen aus der SS-Küche geholt haben, wäre es doch an und für sich naheliegend gewesen, daß Sie für Klehr auch diese Zusatzverpflegung mitgenommen und mit herübergebracht hätten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie zrozumiałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ponieważ pan czyścił buty dla Klehra i ponieważ te, te dodatki przychodziły z kuchni i pan je zabierał też, to by było oczywiście zrozumiałe, że mógłby pan też zabierać te dodatkowe rzeczy dla Klehra. Przydziały do datkowe.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja sobie nie przypominam w tej chwili szczegółów, niestety.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann mich leider an die Einzelheiten im Moment nicht erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja nie wiem, czy to fasowanie tego dodatkowego, to się odbywało przez, dokładnie od Unterscharführera Paschke, szefa kuchni SS. [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Tak. I pan sobie tylko to przypomina, że...

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiem, że, pamiętam tylko, że, jak była ta Jamajka rum, ale czy to Paschke wydawał, czy to wydawał ktoś inny, to nie wiem. Jeśli Paschke wydawał, to myśmy brali.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Also, ich weiß nur, daß uns der Unterscharführer Paschke immer aus der SS-Küche alles ausgegeben hat. Wenn es sich um Jamaika-Rum handelte, dann bekamen wir das von Unterscharführer Paschke jedesmal.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nicht von wem Sie es bekommen haben, sondern ob Sie es auch für Klehr abgeholt haben. Daraus könnte man unter Umständen den Schluß ziehen, daß er auch an diesen Vergasungen aktiv beteiligt gewesen ist.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Mnie nie interesuje, kogo pan, od kogo to zostało zabrane, tylko komu oddane, bo z tego, jeżeli [unverständlich]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Więc Klehr na pewno otrzymywał Zusatzverpflegung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Also Klehr hat ganz bestimmt Zusatzverpflegung erhalten.

 

Vorsitzender Richter:

Woher wissen Sie das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skąd panu o tym [+ słyszał]?

 

Zeuge Ignacy Golik:

No, ja widziałem, że on dostawał Zusatzverpflegung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ja gesehen, daß er Zusatzverpflegung bekommen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Bisher haben Sie nur gesagt, Sie hätten gesehen, daß diese Rumflaschen auch auf seiner Stube gestanden hätten.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I on otrzymywał, bo on przynosił w teczce, niejednokrotnie, nie wiem, gdzie im wydawali, przynosił w teczce Jamajka rum.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er hat das bekommen. Er hat häufig in der Aktentasche Jamaika-Rum mitgebracht, ich weiß nur nicht, von wo er das bekommen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Aber Sie haben ihm keinen gebracht?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

No, a pan mu nie przynosił?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja nie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Nun etwas weiter: Die Angeklagten verteidigen sich damit, daß sie behaupten: »Wir haben auf der Rampe lediglich die Gepäckstücke abgeholt, die von den Transporten herrührten, und zwar von Menschen, die irgendwie im Sanitätsdienst beschäftigt waren. Wir waren aber nicht in den Gaskammern.«

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Oskarżeni, pan rozumie.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja rozumiem. — Das verstehe ich schon. — Niestety, ja nie byłem nigdy na rampie i nie widziałem selekcji ani gazowania.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich bin ja leider niemals mit auf der Rampe gewesen, und ich habe so eine Selektion, die zur Vergasung führte, nie miterlebt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiem tylko, że widywałem bardzo często listę na tej wielkości, na której maszyną albo Unterscharführer Richter albo Unterscharführer Jambor, na polecenie tak zwanego Spießa, czyli Stabscharführera Ontla, ustalali dyżury lekarzy dyżurnych na rampie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe lediglich eine Liste gesehen, ungefähr wie die Hälfte dieses Blattes groß, auf dem mit Schreibmaschine – und das war von Unterscharführer Richter und Jambor gemacht, auf Befehl vom Spieß – die Liste der diensthabenden Ärzte, die auf der Rampe Dienst zu haben hatten, aufgestellt war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I tam widziałem nazwiska wszystkich. Początkowo byli tam tylko lekarze, a bodajże na początku roku 44 na liście pojawili się również lekarze dentyści i farmaceuta.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Am Anfang befanden sich auf dieser Liste die Namen lediglich von den Ärzten. Seit Anfang 44 sah ich bereits auf der Liste die Namen von den Zahnärzten und von den Pharmazeuten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, da kommen wir jetzt gleich drauf zu sprechen, wir wollen zunächst noch mal bei Klehr stehenbleiben. Sagen Sie, wissen Sie, wer diese Giftgasbüchsen oder das Phenol angefordert hat in der Apotheke?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiem tylko od kolegów, którzy pracowali w aptece, że to było zapotrzebowanie przez aktualnego kierownika apteki w Berlinie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Gdzie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jeśli chodzi o Pohla, to zapotrzebowanie było, szło zawsze do Berlina do tego Truppenmagazynu do Pohla. Na gaz i na ten, na [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich von meinen Kameraden weiß, die in der SS-Apotheke tätig waren, ging die Anforderung nach Berlin zu der Zentrale, um Phenol und Gas zu erhalten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich möchte gern wissen, wer im Lager das Phenol von der Apotheke angefordert hat.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Mnie interesuje, kto z obozu żądał z apteki, kto wypisywał zapotrzebowanie do apteki na fenol.

 

Vorsitzender Richter:

Und ebenso auch das Zyklon.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

I oczywiście na cyklon, na gaz.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie wiem. Nie widziałem takich zapotrzebowań osobiście na własne oczy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das weiß ich nicht. Ich habe solch eine Anforderung ja nie mit meinen eigenen Augen gesehen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale wiem, że przychodzili po odbiór leków i fenolu na ogół SDG, aktualni e SDG.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber ich weiß, daß die Medikamente und auch das Phenol von den SDGs abgeholt wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Woher wissen Sie das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Skąd panu

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja to widziałem. Przecież zabierali lekarstwa i zabierali tam również fenol.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich gesehen. Ich habe gesehen, daß sie die Medikamente mitgenommen haben und auch das Phenol.

 

Vorsitzender Richter:

War auch Klehr daran beteiligt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja sobie Klehra nie przypominam z t ego okresu, kiedy on był SDG w Krankenbau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann mich an Klehr in dieser Zeit, in der er SDG im Krankenbau war, nicht gut erinnern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja wtedy tylko widziałem go, powiedzmy, z jego działalności po prostu, jako mieszkańca SS- Revieru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ihn damals nur als Bewohner, sozusagen, des SS-Reviers gesehen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Natomiast słyszałem tylko, co robił na tę...

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe lediglich gehört, was er dort tut.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lang war er denn im Krankenbau nach Ihrer Kenntnis?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Trudno mi w tej chwili coś precyzyjnego powiedzieć, ale przypuszczam, że gdzieś do 43 roku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es ist schwer, im Augenblick so ganz präzise Angaben zu geben über die Zeit, aber ich glaube, so ungefähr bis 43.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I później został szefem komanda dezynfektorów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und später wurde er Chef des Desinfektorenkommandos. [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

A następnie, to pamiętam, został przeniesiony do któregoś z podobozów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und noch später, weiß ich, daß er in ein Unterlager dann versetzt wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das war wann ungefähr?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kiedy to mniej więcej było?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To było chyba w połowie 44 roku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war ungefähr [Mitte] 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nach Golleschau oder nach [Jawischowitz].

 

Zeuge Ignacy Golik:

Golleschau oder Jawischowitz, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Hat Klehr etwa bei Ihnen oder in der Apotheke dieses Giftgas Zyklon B geholt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Trudno mi powiedzieć. Ja samego Klehra nie widziałem powiedzmy żeby on nosił. Ja wiem, że sanitariusze i on w tej sanitarce się znajdował, pobierali skrzynie z gazem z krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist schwer zu sagen. Ich habe ihn, Klehr, nicht gesehen, daß er das getragen hat. Aber ich weiß, daß die SDGs und die anderen, die dort im Sanitätswagen saßen, die Kisten mit dem Gas aus dem Krematorium geholt haben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak jest.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, die SDGs. Ob da Klehr drunter gewesen ist, wissen Sie nicht?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy Klehr był też przy tym, wśród tych SDG?

 

Zeuge Ignacy Golik:

No, Klehr był przy nich, sam skrzynek nie nosił.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, er war mit. Aber er selbst hat keine Kiste getragen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja. Was wissen Sie davon, ob Klehr mit Phenol Leute getötet hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Habe ich nur gehört. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun haben Sie uns erzählt von dem Angeklagten Doktor Capesius. Sie haben uns erzählt, daß er die Apotheke verwaltet hat. Sie haben uns erzählt, daß er die Schlüssel gehabt hätte für das Alte Krematorium, wo das Giftgas verwaltet wurde. Sie haben uns erzählt, daß er auch später den Schlüssel gehabt hätte für den Keller, wo das Phenol in Korbflaschen gelagert wurde. Was wissen Sie sonst von dem Apotheker Capesius? Sie haben uns da erzählt von den Wertgegenständen, die sich unter dem Gepäck der Ärzte-Häftlinge befand. Sie haben gesagt, daß das in eine Kiste geworfen wurde, was an Wertsachen da war. Das habe ich nicht ganz verstanden: Sie haben gesagt, diese Kisten waren verschlossen und plombiert, und trotzdem waren sie immer leer. Wäre es möglich, daß diese Kisten abgeliefert worden wären oder der Inhalt dieser Kisten abgeliefert worden wäre dort, wo die anderen Sachen auch hingekommen sind, nämlich im Lager »Kanada« oder bei der Kommandantur?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja już mówiłem, co się z tymi rzeczami działo, trudno mi powiedzieć. Faktem jest, że oficjalnego otwarcia tej skrzyni powinien dokonać ktoś z komendantury obozu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe ja bereits gesagt, daß ich nicht weiß, was mit dem Inhalt dieser Kiste geschehen ist. Offiziell mußte eigentlich die Öffnung dieser Kiste von irgend jemandem aus der Kommandantur durchgeführt werden.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiadomo mi, że nadużycia wśród załogi SS były tak ogromne, że 20 kwietnia 1944 roku w czasie przyjęcia z okazji urodzin Hitlera – to było albo w 43 albo 44 roku – przyjechała specjalna komisja z Berlina i przeprowadziła rewizje w domach podoficerów SS. [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich weiß, daß die Vergehen unter den SS-Leuten so hoch waren, daß eine besondere Kommission – und ich erinnere mich ganz genau, das war am 20. April, entweder 1943 oder 44, am Geburtstag von Hitler – aus Berlin gekommen ist und eine Revision, eine Untersuchung in den Unterkünften von den SS-Unteroffizieren durchgeführt hat, eben gerade wegen der Korruption, die da herrschte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wówczas zabezpieczono ogromne ilości zegarków i złota, które zostały zgromadzone w baraku Politische Abteilung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Co znaczy zabezpieczone? To znaczy znalezione?

 

Zeuge Ignacy Golik:

No, znalezione.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man hat bei dieser Revision eine große Menge von Goldgegenständen und Uhren gefunden, und sie wurden in der Politischen Abteilung gelagert.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, in der Baracke. [...] Und die Baracke wurde nachher [in Brand gesetzt].

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Brandstiftung.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Verbrannt.

 

Vorsitzender Richter:

Angezündet. Ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Podpalona?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Podpalona.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Herr Zeuge, ich will Ihnen erklären, was wir Sie fragen. Wenn Sie uns hier aussagen: In der Apotheke stand eine Kiste. Die Kiste war verschlossen und plombiert. Und kein Mensch wußte, wieso es kam, daß diese Kiste meistens leer war. Das hat doch so den Verdacht oder den Eindruck erweckt, als ob hier der Angeklagte Doktor Capesius irgendwie beteiligt gewesen sei an dem Verschwinden dieser Wertsachen. Da es aber nach Ihrer bisherigen Aussage durchaus möglich ist, daß diese Wertsachen auch von den Leuten entnommen worden sind, die sie entnehmen sollten, nämlich von der Kommandantur, möchte ich Sie fragen: Haben Sie denn irgendwelche Anhaltspunkte dafür, daß der Angeklagte Capesius diese Sachen herausgenommen und sich angeeignet hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie mogę stwierdzić. Nie widziałem, żeby Capesius wyciągał coś z tej skrzyni. Myślę, że świadek Sikorski, który będzie zeznawał w przyszłym tygodniu, który pracował, był bezpośrednio zatrudniony w tej aptece, może coś bliższego powiedzieć.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß es ja nicht. Ich habe ja nicht gesehen, daß Doktor Capesius selbst etwas aus dieser Kiste rausgenommen hat. Und ich glaube, daß ein Zeuge namens Sikorski, der nächste Woche hier aussagen soll, der in der Apotheke unmittelbar gearbeitet hat, etwas mehr darüber Auskunft geben kann.

 

Vorsitzender Richter:

So. Also Sie wissen nichts davon? Nun sagen Sie bitte: Was wissen Sie von einem Versuch mit Medikamenten, der gemacht worden ist und bei dem angeblich auch Leute gestorben sein sollen? Es soll sich da um ein kaffeeähnliches Getränk gehandelt haben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jednego, pewnego dnia zawołał mnie jeden z kolegów do piwnicy, gdzie znajdował się kocioł do ogrzewania ciepłej wody. I mówi: »Zobacz, Capesius przygotowuje jakąś piekielną mieszankę.«

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eines Tages wurde ich von einem Kameraden in den Keller der SS-Apotheke gerufen, wo ein Kessel mit warmem Wasser stand, und er sagte mir: »Schau mal, Capesius hat ja eine teuflische Mischung da vorbereitet.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Widzieliśmy jak przygotowywał, ja sobie w tej chwili nie przypominam, czy to był dzbanek, czy to było jakieś inne naczynie porcelanowe. Przygotowywał kawę i mieszał tam coś, ale tam wchodzić do środka nie można było, bo to były trzy pokoje w amfiladzie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an das Gefäß erinnern, in dem er das gemischt hat, es war irgendein Porzellangefäß, und da drin braute er irgendeine kaffeeähnliche Flüssigkeit. Wir konnten das aber nicht aus der Nähe sehen. Wir durften nicht rein. Das waren drei Zimmer, die [hintereinander lagen.]

 

Zeuge Ignacy Golik:

I w ostatnim właśnie pokoju tam były, za tymi żelaznymi drzwiami, były tam przechowywane trucizny.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und in dem dritten Zimmer, hinter der eisernen Tür, wurden die Gifte aufbewahrt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Następnie słyszałem od kolegów pracujących w szpitalu więziennym, że Capesius przeprowadzał jakieś doświadczenia, w wyniku których umarł jakiś jeden czy paru więźniów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Danach habe ich von den Kameraden gehört, die im Häftlingskrankenbau tätig waren, daß verschiedene Experimente mit diesen Giften durchgeführt wurden und in Folge dieser Experimente ein oder zwei Häftlinge gestorben seien.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale sam tych eksperymentów tam nie widziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber ich selbst habe diese Experimente dort nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und wieso wissen Sie, daß diese Mischung, die da im Keller vorbereitet worden ist – nach Aussage des Häftlings durch Capesius –, auch diejenige war, die nachher zum Tod der Menschen führte?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das kann ich auch nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Das können Sie auch nicht sagen. [Pause] Haben Sie den Doktor Capesius einmal auf die Rampe gehen sehen, oder wußten Sie, daß er auf der Rampe Selektionen durchgeführt hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

T ego, żeby przeprowadzał selekcje, to nie widziałem. Ja na rampie nie byłem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ob er Selektionen auf der Rampe durchgeführt hat, das habe ich nicht gesehen. Ich war ja nicht auf der Rampe.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale żeby miał służbę lekarza dyżurnego na rampie, to jest dla mnie bezsporne.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber daß er Dienst auf der Rampe als diensthabender Arzt hatte, das unterliegt für mich keinem Zweifel.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Często na liście lekarzy mających dyżur na rampie widniało nazwisko Capesiusa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Auf der Liste der auf der Rampe diensthabenden Ärzte stand oft der Name von Doktor Capesius.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Haben Sie gesehen, daß er im Sanitätskraftwagen nach Birkenau hinausfuhr, wobei Gasmasken und Zyklonbüchsen mitgenommen wurden?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak, widziałem parę takich przypadków, kiedy Capesius wyjeżdżał na rampę wozem sanitarnym siadając obok kierowcy z dwoma albo trzema pracownikami z tej jednostki Klehra.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich habe einige Male gesehen, daß Doktor Capesius in einen Sanitätswagen einstieg und sich neben den Fahrer vorne setzte, zusammen mit einigen Leuten von der Einheit von Klehr.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiedzieliśmy dokładnie, interesowaliśmy się tym, kiedy wyjeżdża Capesius, dlatego że po powrocie Capesiusa z Birkenau było bardzo dużo bagażu, w którym znajdowaliśmy między innymi środki do jedzenia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir interessierten uns ja dafür, wann Capesius dahin fuhr, weil jedesmal, wenn er dann zurückkam, war sehr viel Gepäck mit, und wir interessierten uns dafür, darunter Lebensmittel zu finden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun sagt Doktor Capesius hierzu, er sei auf der Rampe gewesen. Er hätte dort aber niemals Selektionen durchgeführt, sondern hätte lediglich das Gepäck der Ärzte und des sonstigen Sanitätspersonals dort in Empfang genommen und in die Apotheke gebracht.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie mogę nic innego powiedzieć poza tym, że w tym dniu, kiedy jechał Capesius, to nie jechał żaden inny lekarz.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann ja nicht mehr dazu sagen als das, daß an den Tagen, als Capesius mitfuhr, kein anderer Arzt dabeigewesen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Nun ja. Nun haben Sie bei Ihrer Vernehmung durch den Staatsanwalt gesagt: »Zur gleichen Zeit konnte ich feststellen, daß auch der Apotheker Doktor Capesius etwa drei- bis viermal an Selektionen teilnahm.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Dreimal Selektionen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nie, pan powiedział podczas swojego przesłuchania przez prokuratora, że doktor Capesius brał udział w trzech czy czterech wypadkach. [...] Brał udział w selekcjach.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie tego nie powiedziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich ja nicht gesagt.

 

Staatsanwalt Kügler:

Auf welcher Seite, Herr Vorsitzender?

 

Vorsitzender Richter:

2.396, Vorhalt. Ja, das steht dort so geschrieben. Das können Sie also heute nicht mehr in diesem Umfang aufrechterhalten. Sie haben dann weiterhin gesagt, daß [Pause] Klehr die Giftgasbestände von der SS-Apotheke angefordert habe, und zwar auf Seite 2.397.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

To jest właśnie to, że on jeździł, dlatego pan, oprócz tego pan powiedział w czasie przesłuchania, że Klehr żądał trucizny z apteki. I zapotrzebowanie.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Klehr pobierał truciznę z apteki, zapotrzebowania nie widziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Klehr nahm die Gifte aus der Apotheke, eine Anforderung dazu habe ich nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben wörtlich gesagt: »Wenn eine Vergasung bevorstand, wurde die erforderliche Menge Giftgas jeweils von dem Desinfektor«– oder von den Desinfektoren, muß es heißen –, »zum Beispiel von Klehr, unmittelbar von der SS-Apotheke angefordert.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, das habe ich gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Nun haben Sie vorhin gesagt: Die SDGs haben die Büchsen eingeladen in den Sanka. Klehr hat sie nicht selbst mit in die Hand genommen, aber er war dabei.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das wollen Sie also heute so aussagen? Sie haben weder gesehen, daß er sie angefordert hat, noch haben Sie gesehen, daß er sie selbst herausgeholt hat. Sie haben nur gesehen, daß er dabei war, wenn die anderen SDGs diese Büchsen in den Wagen aus der Apotheke verladen haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dann haben Sie weiterhin gesagt: »Während sonst bei Anforderungen normaler Arzneimittel die entsprechenden Medikamente von einem Häftlingsapotheker ausgegeben wurden, war die Herausgabe von Giftstoffen, insbesondere von Zyklon B, dem SS-Apotheker Doktor Capesius vorbehalten.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, richtig.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso wissen Sie das?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja widziałem wielokrotnie, że inne różnego rodzaju medykamenty, jak na przykład lignina albo Bolusalba i tak dalej, to wydawali więźniowie: Szewczyk, Prokop czy Sikorski.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe nämlich gesehen, das ist wahr, daß andere Medikamente, wie dieses Bolus alba und Lignin und so weiter, von den Häftlingen herausgegeben wurden, von Szewczyk, Prokop und wie sie alle hießen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Sikorski.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sikorski.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Natomiast te trucizny i gaz w ydawane były tylko i wyłącznie albo przez Capesiusa, albo przez Juraska.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dagegen wurden aber Gifte und Gas lediglich von Capesius oder von Jurasek ausgegeben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile sobie przypominam trzeci esesman w aptece doktor, Rottenführer Dobrzanski nie wydawał tych rzeczy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnere, hat der dritte SS-Mann in der Apotheke, Rottenführer Dobrzanski, diese Sachen nicht ausgegeben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja? Sie haben aber gesagt bei Ihrer Vernehmung: »Herausgabe erfolgte, wenn Capesius nicht da war, entweder durch den SS-Unterscharführer Jurasek, einen gebürtigen Österreicher, dessen Vornamen mir nicht bekannt ist, oder durch den SS-Rottenführer Tadeusz Dobczański aus Czernowi tz in Rumänien, die beide als Hilfsapotheker tätig waren.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, jeśli chodzi o Dobrzanskiego, to rzeczywiście trudno mi powiedzieć, czy on kiedyś wydawał. Natomiast, jeśli chodzi o Juraska, to na pewno pamiętam takie przypadki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wenn es den Dobrzański betrifft, dann fällt es mir schwer zu sagen, ob er das gemacht hat. Aber bei Jurasek, da bin ich sicher. Ich erinnere mich an solche Fälle, daß er ausgegeben hat.

 

Vorsitzender Richter:

Und daß Capesius ausgegeben hat, erinnern Sie sich da auch daran?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dann noch einmal zu diesem Experiment mit dieser Mischung. Was ist denn da zusammengemischt worden?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Od kolegów słyszałem, że to była kawa z ewipanem, czy jakimś innym trującym środkiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe von Kameraden gehört, daß es Kaffee mit Evipan oder einem anderen Giftmittel gewesen ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Hat Ihnen das Sikorski gesagt?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy to p anu Sikorski powiedział?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Prawdopodobnie Sikorski.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wahrscheinlich Sikorski.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [Pause] Wer hat an diesen Selektionen auf der Rampe außer den Ärzten noch teilgenommen? Oder zunächst eine Zwischenfrage: Haben Sie Kenntnis davon bekommen, daß auch Doktor Lucas bei diesen Selektionen auf der Rampe beteiligt war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Czy doktor Lucas przeprowadzał selekcje, tego nie wiem, ale jego nazwisko widniało na liście lekarzy, którzy mieli dyżur na rampie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ob Doktor Lucas Selektionen durchgeführt hat, weiß ich nicht. Aber sein Name stand auch auf der Liste der auf der Rampe diensthabenden Ärzte.

 

Vorsitzender Richter:

Standen außer den Ärzten auch noch Zahnärzte oder Apotheker auf dieser Liste?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Hat er schon gesagt, seit 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und zwar hatten Sie vorhin gesagt, daß nicht nur Doktor Capesius, sondern auch Doktor Frank auf dieser Liste stand. Oder wissen Sie das nicht mehr?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern. Jedenfalls waren die Zahnärzte auch auf der Liste. Ob der Doktor Frank bestimmt, das kann ich nicht feststellen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben aber ausgesagt: »Ein- oder zweimal habe ich auch beobachtet, daß der Zahnarzt Doktor Frank, offenbar weil für die Massentransporte nicht mehr genügend Ärzte vorhanden waren, an Selektionen teilgenommen hat. Zur gleichen Zeit konnte ich auch feststellen, daß der Apotheker Doktor Capesius drei- oder viermal an Selektionen teilnahm. Während die obenerwähnten Ärzte fast alle ein eigenes Motorrad besaßen und damit nach Birkenau fuhren, fuhren Doktor Frank und Doktor Capesius jeweils in einem Krankenwagen, da sie keine eigenen Fahrzeuge hatten. In diesem Krankenwagen befanden sich außerdem immer zwei bis drei Desinfektoren.« Und so weiter. Also, da haben Sie gesagt, Sie haben beobachtet, daß der Zahnarzt Doktor Frank ebenfalls an Selektionen teilgenommen hat. Heute sagen Sie, Sie können das nicht mehr wissen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jeżeli chodzi o doktora Franka, to ja sobie dokładnie nie przypominam. Wiem, że on jeździł tą sanitarką do Birkenau. To wiem na pewno.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, was Doktor Frank anbetrifft, so kann ich mich nicht genau erinnern. Ich weiß nur ganz bestimmt, daß er nach Birkenau mit dem Sanitätswagen fuhr.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Czy jego nazwisko było na liście, dzisiaj sobie nie przypominam.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ob sein Name auf der Liste stand, daran kann ich mich heute auch nicht erinnern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Prawdopodobnie było, dlatego że byli wszyscy pracownicy, oficerowie służby zdrowia.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wahrscheinlich ja, weil auf der Liste alle Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes dabei waren.

 

Vorsitzender Richter:

Also ich darf zusammenfassen: Sie wissen nicht, ob der Name des Doktor Frank auf der Liste stand. Sie wissen auch nicht, ob er auf der Rampe Selektionen durchgeführt hat. Sie haben ihn aber gesehen, wie er mit dem Sanka, zusammen mit SDGs

 

– Schnitt –

 

Zeuge Ignacy Golik:

Er war Rapportführer.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Was hatte er für einen Ruf?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jaką opinię miał?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To był uważa, uważany był za najgorszą kanalię w obozie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man hat ihn für eine schlimme Kanaille gehalten im Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie selbst gesehen, daß er Leute geprügelt hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Bardzo często widywałem, jak on bił ludzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sehr oft habe ich gesehen, wie er die Menschen schlug.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch gesehen, daß er Leute totgeschlagen hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie wid ziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie gesehen, daß er Leute besinnungslos geschlagen hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Widziałem. Byłem świadkiem takich przypadków.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe es gesehen. Ich war Zeuge solcher Fälle.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit diesen Leuten, die er besinnungslos geschlagen hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Niestety, nie wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Leider weiß ich das nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie sonst etwas von Kaduk?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja o Kaduku mogę tylko powiedzieć, że był przez długie lata rapportführerem i że bił ludzi. Natomiast, ponieważ myśmy przychodzili do obozu późno po apelach, nie miałem jakiś możliwości powiedzmy [+ o] oglądania jego działalności przy wieszaniu czy powiedzmy przy egzekucjach.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich kann von dem Kaduk sagen und über ihn sagen, daß er Rapportführer war und daß er die Häftlinge geschlagen hat. Wir kamen aber nach den Appellen sehr spät zurück, so daß ich keine Gelegenheit hatte, ihn bei seiner Tätigkeit, beim Aufhängen oder bei anderen Exekutionen, zu beobachten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Den Angeklagten Boger haben Sie auch gekannt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja. Er war ein paar Tage bei uns als Kranker im SS-Revier. [...] Und außerdem arbeitete die Politische Abteilung zuerst unten im Erdgeschoß bei uns im SS-Revier-Gebäude.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was haben Sie da beobachtet?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Widziałem często, jak z pokoju Bogera wynoszono ludzi pobitych.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe oft gesehen, wie man aus dem Zimmer von Boger die geschlagenen Menschen herausgetragen hat. [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Któregoś dnia wezwał mnie Boger, żeby zdezynfekować jego pokój, ponieważ więzień, którego nieprzytomnego wynoszono parę minut wcześniej miał pchły.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eines Tages rief mich Boger zu sich ins Zimmer, und ich mußte sein Zimmer desinfizieren, weil ein Häftling, den man ein paar Minuten vorher besinnungslos herausgeholt hat aus dem Zimmer, angeblich, wie er sagte, Flöhe hatte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

To wszystko, co mogę powiedzieć o Bogerze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das ist alles, was ich über Boger zu sagen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie diesen Häftling gesehen, den man da herausgetragen hat?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak. To był Kaczmarek. Kaczmarek bodajże.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, das war, glaube ich, Kaczmarek.

 

Zeuge Ignacy Golik:

To był pracownik Dachdeckerkommando.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war ein Angehöriger des Dachdeckerkommandos.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit Kaczmarek?

 

Zeuge Ignacy Golik:

On umarł.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er ist gestorben.

 

Vorsitzender Richter:

Unmittelbar an den Folgen dieser Schläge? [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie mogę powiedzieć. Trudno mi powiedzieć. Wiem, że

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das kann ich nicht sagen, das ist mir schwer zu sagen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

On w bunkrze umarł.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er ist im Bunker gestorben.

 

Vorsitzender Richter:

Kann also auch dort erschossen worden sein?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Möglich.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Ja. Sonst können Sie uns von Boger nichts sagen? [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben dann noch gesprochen von einem Aufstand an der Rampe in Birkenau, wobei es zu einer Schießerei gekommen ist und wobei der Unterscharführer Engelschall am Knie verwundet worden ist.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, ich habe das gehört von Häftlingen.

 

Vorsitzender Richter:

Das haben Sie gehört. Das haben Sie nicht gesehen

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Ja, ich habe das nur gehört, ich habe das nicht gesehen. Ich war nicht in Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber den Engelschall, den haben Sie nachher gesehen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Einen von diesen Unterscharführern, der verwundet wurde, habe ich gesehen, weil er bei uns ein paar Tage lag.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das war wahrscheinlich Engelschall.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ging nicht im Lager das Gerücht, der Engelschall sei totgeschossen worden? Zunächst?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein, Schindler wurde erschossen damals.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie haben damals gesagt: »Ich habe den Engelschall selbst auf dem umgebauten Motorrad mit dem ausgestreckten Bein fahren sehen.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Der Engelschall soll ein steifes Knie bekommen haben oder so irgend etwas und hat deshalb sein Motorrad umgebaut bekommen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiem że ten podoficer, który był postrzelony na rampie, nie wiem, czy to był Engelschall, czy to był Schindler. Po rekonwalescencji jeździł na motorze specjalnie przysposobionym do tego, żeby mógł jeździć ze sztywną nogą.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß einer von den damals angeschossenen SS-Männern, Engelschall oder Schindler, danach auf einem besonders konstruierten oder umgebauten Motorrad fahren mußte, eben wegen seines durchgeschossenen Beines.

 

Vorsitzender Richter:

Also, Sie sagten damals, das sei Engelschall gewesen. Und sagten: »An den Namen des getöteten SS-Mannes kann ich mich nicht erinnern. Im Lager ging zunächst das Gerücht um, daß Engelschall getötet worden sei. Da Engelschall auf der Rampe in Birkenau angeschossen wurde, hat er sicherlich auch bei den Selektionen auf der Rampe mitgewirkt.« Also es interessiert mich nur zu wissen, ob Sie heute uns positiv sagen können, daß der Engelschall bei dieser Schießerei nicht getötet wurde.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Niestety, tego nie mogę powiedzieć.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Leider kann ich das nicht sagen. [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jeden z nich był zabity.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Einer von ihnen, also Engelschall oder Schindler, wurde getötet.1

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich habe keine Fragen mehr an den Zeugen. Haben Sie...

 

Richter Hotz:

Herr Golik, noch mal zurück zu dieser Vergasung im Kleinen Krematorium. Wissen Sie, ob dort bei dieser Aktion auch der damalige Unterscharführer Theuer dabei war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Richter Hotz:

Können sich nicht erinnern. Sie sagten, Klehr habe Befehle erteilt. Wie sah das denn aus?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Na, ich hörte die Befehle nicht. Ich stand ganz oben.

 

Richter Hotz:

Sie haben es nicht gehört?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale mogłem się domyśleć, że on wydaje jakieś rozkazy: pokazywał rękoma, gdzie któryś z dezynfektorów powinien pójść.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich konnte es nur aus seinen Bewegungen entnehmen, weil er so Bewegungen machte und den SS-Männern zeigte, wohin sie gehen sollen. Daraus konnte ich entnehmen, daß er irgendwelche Befehle gab.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Okno było zamknięte, nie mogłem wyglądać.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das Fenster war ja zu. Ich konnte nicht genau sehen.

 

Vorsitzender Richter:

Noch Fragen? Bitte schön.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Herr Zeuge, Sie sagten uns vorhin, daß die Schlüssel für den Aufbewahrungsraum von Zyklon B im Alten Krematorium bei Capesius und Jurasek gewesen seien. Woher wissen Sie das? Und woher wissen Sie auch, daß dort das Zyklon war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Myśmy widzieli, bo przecież tam oprócz Cyklonu były inne lekarstwa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir haben das gesehen, weil in diesem Raum außer dem Zyklon auch andere Medikamente waren.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Im Alten Krematorium?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Były [wielkogabarytowe] medykamenty. Tam przechowywane były przede wszystkim worki z tym, z Bolus alba, następnie, lignina.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Dort gab es Medikamente, die einen großen Platz einnahmen, also Säcke mit Bolus alba und mit Lignin.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I duże flaszki z dezynfekcyjnymi środkami.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und auch große Flaschen mit Desinfektionsmitteln.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und da nebenan standen die Kisten mit dem Zyklon B?

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile sobie przypominam dzisiaj, to skrzynie z Cyklonem B stały w małym pomieszczeniu po prawej stronie przy wejściu do krematorium.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnere, waren die Kisten mit Zyklon B im kleinen Raum rechts, wenn man in das Alte Krematorium hineinging.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und dieser kleine Raum war nicht besonders abgeschlossen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kann mich nicht erinnern.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wenn Sie nun in diesen Raum gingen, wo die anderen Medikamente drin waren, wer ging da mit?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Zawsze jeśli wchodzili więźniowie tam wyładować coś, czy władować, szedł z nimi esesman. Tam przechowywano nawet przez pewien czas zwłoki z pociągu, który był w katastrofie, zwłoki kilku żołnierzy Wehrmachtu, którzy [polegli].

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jedesmal, wenn ein Häftling da hineingehen mußte, um etwas hineinzubringen oder herauszuholen, ging ein SS-Mann mit. Einige Zeit lang befanden sich dort auch Leichen von Wehrmachtsangehörigen, die bei einer Zugkatastrophe umgekommen sind.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und dieser SS-Mann schloß dann auf?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak jest.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jawohl.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und woher wissen Sie, daß er sich den Schlüssel bei Capesius holte und nicht etwa auf der Kommandantur?

 

Zeuge Ignacy Golik:

On zabierał klucze, a gdzie on je oddawał, to nie wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er brachte die Schlüssel, aber [wohin] er sie wieder zurückgebracht hat, weiß ich nicht.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Woher, wissen Sie nicht?

 

Zeuge Ignacy Golik:

On miał klucze na pewno w aptece.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er hatte die Schlüssel ganz bestimmt in der Apotheke.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Jetzt was anderes: Woher kannten Sie den Doktor Lucas?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Doktora Lucasza poznałem, kiedy pracował jako Lagerarzt i przychodził codziennie do Revieru.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Doktor Lucas lernte ich kennen, als er als Lagerarzt tätig war und täglich aufs Revier kam.

 

Zeuge Ignacy Golik:

On przycho [+ dził], każdy z lekarzy musiał rano przychodzić do SS-Revieru, żeby podpisać Todesmeldungen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jeder Arzt mußte jeden Tag auf das SS-Revier kommen, um die Todesmeldungen zu unterschreiben.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przychodził również doktor Lucas.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und Doktor Lucas kam auch.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Bardzo często przygotowaliśmy kąpiel dla doktora Lucasza, który się kąpał tam u nas.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sehr oft bereiteten wir auch ein Bad für Doktor Lucas vor. Er badete auch bei uns.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Aber er wohnte nicht da?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

Ergänzungsrichter Hummerich:

War er lange im Lager, oder ging er bald wieder weg? [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube, er war [+ dort] über ein Jahr. [Pause]

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wer war denn damals Standortarzt, als Doktor Lucas da war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Standortarzt war Doktor Wirths. [...] Er war bis zum Ende des Lagers [+ dort]. [...] Bis zum Ende meines Aufenthaltes im Lager, also das war bis 11. Januar.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und als Sie weggingen, war da Doktor Lucas noch da, oder war er schon weg?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Können Sie sich nicht erinnern.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

Ergänzungsrichter Hummerich:

War er besonders auffällig? War er

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Wissen Sie, so viele Ärzte kamen und gingen. Bei meiner Arbeit im SS-Revier waren über 20 Ärzte.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Kannten Sie einen Doktor Klein?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, an Doktor Klein erinnere ich mich.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Der war zu Ihrer Zeit da?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, aber nicht lange. [...]

Ergänzungsrichter Hummerich:

Wissen Sie, ob er mit Doktor Capesius befreundet war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das weiß ich nicht.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Das wissen Sie nicht. Jetzt etwas ganz anderes: Den Kaczmarek, kannten Sie den näher, oder kannten Sie den nur durch den Vorfall bei der Politischen Abteilung?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan znał go?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Znałem Kaczmarka. [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich kannte Kaczmarek.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Wie hieß er denn mit Vornamen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

Ergänzungsrichter Hummerich:

War er älter als Sie, oder war er jünger als Sie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Er war älter.

Ergänzungsrichter Hummerich:

War er viel älter als Sie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Er war Unteroffizier in der polnischen Wehrmacht

Ergänzungsrichter Hummerich [unterbricht]:

In der polnischen Armee.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

Ergänzungsrichter Hummerich:

War er viel älter als Sie? Welcher Jahrgang sind Sie? Sie sind 22.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich bin 22. Er war wahrscheinlich Jahrgang 13 oder 11.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und wissen Sie zufällig, wann der Vorfall war, daß er gestorben ist? In welchem Jahr?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Daran kann ich mich nicht erinnern. Es war bestimmt damals, als die Politische Abteilung noch im SS-Reviergebäude war.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Also muß es vor 44 gewesen sein.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das war bis 43. 1944 zog die Politische Abteilung um in eine Baracke hinter das Alte Krematorium.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Wissen Sie, ob es 43 war, ob es 42 war, oder wissen Sie das nicht?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube, das war in 43.

Ergänzungsrichter Hummerich:

43, meinen Sie.

 

Zeuge Ignacy Golik:

43.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Jetzt noch ein Letztes: Die Zusatzverpflegung – da hat der Herr Vorsitzende Sie gefragt. Wissen Sie denn überhaupt, wer die Zusatzverpflegung verteilt hat? Haben Sie die en bloc, verstehen Sie, im ganzen geholt bei der SS-Küche, oder haben Sie sie schon aufgeteilt geholt für die verschiedenen SS-Männer, die etwas bekamen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das kann ich nicht erinnern. Ich weiß bestimmt, daß die bei der Sonderaktion tätigen SSler die Sonderzulage bekamen.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja, und wo wurde die nun einzeln verteilt? Auf dem SS-Revier – Sie hatten ja da auch eine kleine Küche – oder in der SS-Küche selbst?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Gdzie było dzielone?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja wiem, wiem.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Holten Sie sie portionenweise, oder holten Sie sie im ganzen, die Zusatzverpflegung?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Daran kann ich mich nicht erinnern.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Das wissen Sie nicht. Und dann eine allerletzte Frage: Sie sagten uns, daß Sie dem einen SS- Mann, der da Medikamente in den Krankenbau schmuggelte, auch was dafür geben mußten. Wie war es für die Häftlinge möglich, an Gold und Dollars zu gelangen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Myśmy wyszukiwali wśród medykamentów również pewne wartościowe rzeczy.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wir suchten unter den Medikamenten auch einige Wertgegenstände [+ aus].

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ach, wenn das oben auf dem Speicher sortiert wurde?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja. Danke schön. Keine Frage mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Golik, können Sie Angaben darüber machen, wann die Vergasungen im Alten Krematorium begonnen und wann sie dort aufgehört haben, den Zeitraum?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To było w roku 43 albo 44. Prędzej w 44. To się rozpoczęło przed południem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja sądzę, że pan nie zrozumiał pytania. — Sie meinen doch im allgemeinen?

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja, ja, im allgemeinen.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Tu chodzi nie o pojedynczy wypadek, tylko ogólnie. Czy panu jest wiadomym, kiedy to miało miejsce w starym krematorium? Od do, w jakim okresie czasu.

 

Zeuge Ignacy Golik:

W starym krematorium, nie wiem jak było, ile było wypadków gazowania.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ale w jakim okresie czasu one miały miejsce? Od do, mniej więcej.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

No, mn iej więcej, lata?

 

Zeuge Ignacy Golik:

43, 43.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich kann mich schlecht erinnern. So ungefähr das Jahr 43.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Natomiast często tam rozstrzeliwano ludzi.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber oft hat man auch dort die Menschen erschossen.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja. 1943, haben da die Vergasungen aufgehört im Alten Krematorium, kann ich das so verstehen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy tak można zrozumieć, że w 43 roku skończyły się gazowania w starym krematorium? Tu chodzi o to, kiedy były przeprowadzone?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Skończono gazowania w starym krematorium z chwilą wygaszenia starego krematorium. Ale kiedy to było, ja nie przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Vergasung im Alten Krematorium endete damals, als das Alte Krematorium aufgehört hat zu arbeiten. Aber ich weiß es jetzt nicht mehr, ich kann mich nicht erinnern, wann das gewesen ist.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja. Können Sie sich erinnern, Herr Golik, wann dieser Vorfall war, den Sie uns hier geschildert haben mit dem Angeklagten Klehr, als der Angeklagte Klehr bei dieser Vergasung von den 200, 300 Menschen vom »Sonderkommando« beteiligt war? Wann war das?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube, Ende 43 oder Anfang 44.

 

Staatsanwalt Kügler:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Ormond.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Herr Zeuge, Sie waren der Kapo dieses Kommandos SS-Revier und haben vorhin gesagt, daß Ihnen die ganzen Häftlinge unterstellt waren, bis auf die Zahnstation. [...] Gab es da einen besonderen Kapo für die Zahnstation?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To było małe komando, oni nie mieli kapo, mieli tak zwanego »Vorarbeitera«.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war ein kleines Kommando, sie hatten keinen Kapo. Sie hatten lediglich einen sogenannten Vorarbeiter.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Können Sie sich erinnern, wer das war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Dzisiaj sobie nie przypominam. To był jakiś lekarz, dentysta z Tarnowa.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Heute kann ich mich nicht erinnern. Das war irgendein Zahnarzt aus Tarnów.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Sagten Sie nicht einen Namen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie mogę sobie przypomnieć.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein, an einen Namen kann ich mich nicht erinnern. Ein Zahnarzt aus Tarnów

 

Nebenklagevertreter Ormond [unterbricht]:

Verzeihung. Die Häftlinge, die in der Apotheke gearbeitet haben, die haben zu Ihrem Kommando gehört?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Więźniowie, którzy pracowali w aptece, mieli własnego też takiego Vorarbeitera, był nim Sikorski.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Häftlinge, die in der Apotheke tätig waren, hatten auch ihren eigenen Vorarbeiter. Das war Sikorski.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ale oni nominalnie podlegali również mnie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Aber nominell waren sie auch mir unterstellt.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Wie viele Häftlinge haben dort gearbeitet, in der Apotheke?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Elf bis 15.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Wissen Sie noch Namen von denen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Einige.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Bitte.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Sikorski, Prokop, Szewczyk, Strauß. [Pause] Mehr nicht.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Danke. Wo hatten Sie Ihren Platz im SS-Revier?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Also drei Häftlinge arbeiteten direkt in der SS- Apotheke. Also in diesem Raum, sagen wir so, war ein Laden. Und die anderen, die arbeiteten auf dem Boden.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ja. Verzeihung, Herr Zeuge, wo hatten Sie – Sie groß geschrieben – Ihren Platz?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Gdzie pan a miejsce było?

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Als Kapo.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Als Kapo hatte ich keinen Platz. Ich mußte [darauf achten,] daß alles sauber ist, daß das Mittagessen [pünktlich] gebracht wird und so weiter.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Aha. Haben Sie selbst einmal beobachtet, wie diese Wertsachenkiste geöffnet wurde, und von wem?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie widziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das habe ich nicht gesehen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Haben Sie selbst diese Liste der diensthabenden Sanitätsführer gesehen, und wissen Sie, wer sie aufgestellt hat?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Pan sam widział tę listę sanitariuszy i członków służby zdrowia, którzy mieli dyżur i czy wiadomym panu jest, kto tę listę organizował?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Listy SDG nie widziałem. Widziałem listę oficerów służby zdrowia. Listę tą sporządzał na maszynie, o ile sobie przypominam, Unterscharführer Richter albo Unterscharführer Jambor, o którym wiem, że był nauczycielem z zawodu, na polecenie Ontla. [...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Eine Liste von SDGs habe ich nie gesehen. Ich habe nur eine Liste von den Ärzten gesehen, und diese Liste wurde mit der Schreibmaschine von den Unterscharführern Richter und Jambor aufgestellt – von Jambor weiß ich, daß er Lehrer von Beruf gewesen ist –, und zwar haben sie das getan auf Befehl von Ontl.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Wissen Sie, ob jeweils für einen Tag oder für zwölf Stunden, für 24 Stunden ein Arzt eingeteilt war? Wie war das?

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile sobie przypominam, to była służba dwunasto- albo ośmiogodzinna.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Soweit ich mich erinnern kann, war das ein Dienst, der zwölf oder acht Stunden dauerte.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Es ist hier von einigen Angeklagten behauptet worden, daß Zahnärzte und Apotheker nur als Ersatzmänner eingeteilt waren. Waren die, nachdem die Ungarn-Transporte einsetzten, als richtige Ärzte eingeteilt oder nur für den Fall, daß der Arzt ausfiel?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Listy były sporządzane bodajże na tydzień naprzód. Tydzień, albo na 4 dni naprzód.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Listen wurden vier Tage bis eine Woche im voraus aufgestellt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

I tam były planowo przedstawione służby wszystkich lekarzy, nie tylko lekarzy medycyny, ale również dentystów i farmaceutów.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und dort wurden planmäßig die Namen genannt, und zwar nicht nur von Ärzten der Medizin, sondern auch von Zahnärzten und Pharmazeuten.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Also nicht nur als Ersatzmänner, sondern regelrecht als diensttuender Arzt.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja rozumiem. Na liście byli jako »diensthabende Ärzte«.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Auf der Liste befanden sich und wurden geführt: »diensthabende Ärzte«.

 

Vorsitzender Richter:

Jeweils allein oder zusammen mit einem zweiten?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Pojedynczo?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Były pojedynczo.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Sie waren einzeln, allein.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, Herr Rechtsanwalt.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Noch eine letzte Frage: Sie waren ja selbst Kapo, kannten Sie eine Anzahl der anderen Kapos im Stammlager?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Co on mówi?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Pan był kapo. Pan znał też innych kapo, którz y byli w obozie macierzystym?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Kannten Sie den Kapo des Kommandos Neubau, Kral?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak, znałem Krala.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich kannte Kral.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Was für einen Ruf hat er gehabt?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jaką opinię miał?

 

Zeuge Ignacy Golik:

On był uważany za porządnego człowieka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Man hielt ihn für einen anständigen Menschen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ist Ihnen etwas davon bekannt, daß er ein Schläger war, wie hier von einigen Zeugen aus der Bandera- Gruppe erzählt wurde?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie słyszałem o biciu przez Krala więźniów. Nie widziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe nicht gehört, daß Kral Häftlinge geschlagen hätte, und ich habe es auch nie gesehen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Sind Ihnen die Differenzen zwischen der Bandera- Gruppe und der polnischen Gruppe bekanntgeworden?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Słyszałem o takich przypadkach. Sam pracowałem z jednym z Band erowców w kuchni SS.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich hörte von solchen Zwischenfällen. Ich habe selbst mit einem Angehörigen der Bandera-Gruppe in der SS-Küche gearbeitet.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Jak on się nazywał, dzisiaj nie pamiętam. Wiem, że miał na imię Franek.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich weiß jetzt nicht mehr, wie er hieß. Ich kenne nur seinen Vornamen. Mit Vornamen hieß er Franek.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wiadomo było powszechnie, że to są ludzie współpracujący z politycznym oddziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Es war allgemein bekannt, daß es Menschen waren, die mit der Politischen Abteilung [zusammenarbeiteten.]

 

Zeuge Ignacy Golik:

I wszyscy więźniowie wystrzegali się jakichkolwiek kontaktów z grupą Banderowców.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und alle Häftlinge waren darauf bedacht, nicht in Kontakt, nicht in eine Verbindung mit den Bandera-Gruppe-Angehörigen zu kommen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Danke schön. Keine weiteren Fragen.

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Zeuge, Sie haben vorhin berichtet, daß das Zyklon B im Alten Krematorium und im »Theatergebäude« und nach Ihrer Erinnerung auch – das hatten Sie gehört – in Birkenau gelegen haben soll. Können Sie sagen, bis wann das Zyklon B im Alten Krematorium gelagert war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Verteidiger Steinacker:

Ist es richtig, daß, nachdem das Zyklon B im »Theatergebäude« gelagert wurde, im Alten Krematorium kein Zyklon B mehr war? Oder können Sie darüber nichts aussagen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein, kann ich nicht sagen.

 

Verteidiger Steinacker:

Können Sie nichts aussagen. Ist es richtig, daß im Jahre 1944 Zyklon B nicht mehr im Alten Krematorium gelagert war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube, das war bis zur Hälfte 44.

 

Verteidiger Steinacker:

Bis zur Hälfte 44, meinen Sie, sei es noch gewesen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, soweit ich mich erinnern kann.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja, waren Sie noch im Jahr 1944 im Alten Krematorium in dem Raum, den Sie vorhin geschildert haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, ich war.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja, können Sie sich erinnern, ob da noch...

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube, daß die Kiste mit Zyklon B noch da drin war.

 

Verteidiger Steinacker:

Das glauben Sie?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Verteidiger Steinacker:

Gut. Weitere Frage: Als das Zyklon B von – nach Ihrer Darstellung – dem Angeklagten Klehr abgeholt worden ist in der Apotheke, einschließlich des Phenols, bis zu welchem Jahr war das, als Sie es gesehen haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Fenol był przechowywany, fenol był do końca. Tylko, że fenol był używany również do normalnej dezynfekcji, przecież to jest karbol.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das Phenol wurde bis zum Schluß eigentlich dort aufbewahrt. Das ist doch ein Karbol, das wurde auch für Desinfektionszwecke gebraucht.

 

Verteidiger Steinacker:

 

Richtig. Sie können aber nicht sagen, welche Art von Phenol es war, das von Klehr abgeholt wurde?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tego nie wiem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das weiß ich nicht.

 

Verteidiger Steinacker:

Das wissen Sie nicht. [Pause] Sie haben vorhin berichtet, daß Sie gesehen haben, wie Doktor Capesius mit einem Sanka rausgefahren ist; er hat sich vorne hingesetzt, nach Ihrer Darstellung. Haben Sie vorher gesehen, wie in diesen Sanka Zyklon B eingeladen wurde?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, das habe ich gesehen.

 

Verteidiger Steinacker:

War der Doktor Capesius da dabei?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Beim Einladen nicht, aber er — wsiadał do tej sanitarki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er stieg dann ein.

 

Verteidiger Steinacker:

Stieg dann ein. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Doktor Reiners.

 

Verteidiger Reiners:

Eine Frage, Herr Golik. Sie haben heute auf die Frage des Herrn Vorsitzenden, ob Sie öfters gesehen hätten, daß der Kaduk Häftlinge geschlagen hätte, bis sie besinnungslos gewesen wären, geantwortet: »Ja, sehr oft.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja, stimmt.

 

Verteidiger Reiners:

Bei Ihrer Vernehmung 1959 vor Herrn Staatsanwalt Kügler haben Sie aber gesagt: »Ich selbst habe ein paarmal gesehen, daß er Häftlinge so lange geprügelt hat, bis sie besinnungslos waren.«2 Zeuge Ignacy Golik:

Tak, ja, [ powiedzmy sobie], trudno powiedzieć, ile takich przypadków widziałem, ale widziałem przypadki, kiedy Kaduk bił więźniów, między innymi ja dostałem parę razy od niego.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, es ist schwer, jetzt die Fälle zu zählen, die ich beobachtet und gesehen habe. Aber ich habe es gesehen, wie er geschlagen hat, und ich selbst habe auch ein paarmal von ihm [+ Schläge] bekommen.

 

Verteidiger Reiners:

Ja. Aber immerhin, es ist ja ein Unterschied, ob ich sage: »sehr oft« oder: »ein paarmal«.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Jest różnica między bardzo często...

 

Zeuge Ignacy Golik:

Wtedy, kiedy ja pracowałem jeszcze w obozie, widziałem często bijącego Kaduka.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Zu der Zeit, als ich im Lager gearbeitet habe, habe ich Kaduk oft schlagen sehen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Następnie jak byłem odkomenderowany do SS-Revieru, to tam przychodziliśmy bardzo późno do obozu i nie miałem styku z [Kadukiem].

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Und als ich auf dem SS-Revier gearbeitet habe, da kamen wir spät ins Lager zurück. Und er hatte schon keine Berührung mehr mit Kaduk.

 

Verteidiger Reiners:

Das heißt also, da hat er es nicht mehr gesehen, oder wie? Nicht?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

To znaczy, że pan nie widział potem, jak pan był na

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Już od 43 roku, to już nie widziałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Seit 43 habe ich das nicht mehr gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Sonst noch eine Frage zu stellen? Herr Rechtsanwalt Doktor Stolting II.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Golik, erinnern Sie sich daran, daß Sie im Oktober 1959 drei Tage hintereinander von Staatsanwälten vernommen wurden?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie dosłyszałem, co on mówi?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

59 war das?

 

Verteidiger Stolting II:

59.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan sobie przypomina o tym, że kilka dni pod rząd w październiku 59 roku był pan przesłuchiwany przez prokuratorów?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, das erinnere ich.

 

Verteidiger Stolting II:

Können Sie sich auch daran erinnern, daß Sie hinterher Ihre Aussagen vor einem Richter beschworen haben?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy może sobie pan przypomnieć, że pan potem przysięgał na swoje zeznanie przed sędzią?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak. Tak, przypominam sobie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja.

 

Verteidiger Stolting II:

Sind Sie bei Ihren Vernehmungen durch die Staatsanwälte darauf hingewiesen worden, daß Sie alles berichten sollen, was Sie über SS-Dienstgrade, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker des Lagers Auschwitz wissen?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan został pan wówczas przez prokuratorów pouczony o tym, że ma pan mówić wszystko, co panu jest wiadomym o członkach służby zdrowia w obozie, o lekarzach, o aptekarzach?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak jest.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ich widerspreche dieser Frage.

 

Verteidiger Stolting II:

Die Frage ist schon beantwortet, Herr Staatsanwalt. Außerdem ist kein Grund dafür da. Haben Sie dann daraufhin die Namen der Ärzte auch alle genannt, die Ihnen in Erinnerung waren?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan wówczas wyliczył wszystkie nazwiska lekarzy, o których pan pamiętał wówczas?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Trudno mi powiedzieć, prawdopodobnie wówczas wymieniłem te wszystkie nazwiska, które pamiętałem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, es ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich habe ich damals alle Namen genannt, an die ich mich damals erinnern konnte.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja. Und wie erklären Sie sich dann, daß Sie damals den Namen Doktor Lucas nicht genannt haben, während Sie ihn heute in der Hauptverhandlung genannt haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Po prostu dlatego, że to nazwisko mi jakoś nie przyszło na myśl. W tej chwili, skoro nazwisko padło, nazwisko sobie przypomniałem. Jeśli mnie ktoś dzisiaj zapyta o kilka innych nazwisk lekarzy, którzy byli, o których nie pamiętam, to sobie nazwisko przypomnę.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Weil ich damals an ihn nicht gedacht habe. Heute fiel der Name, und dann erinnerte ich mich daran. Wenn Sie mir jetzt einige andere Namen von den Ärzten nennen, an die ich mich im Moment nicht erinnern kann, werde ich mich auch an sie erinnern.

 

Verteidiger Stolting II:

Sind Sie damals von den vernehmenden Staatsanwälten nicht nach dem Namen Doktor Lucas gefragt worden?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wówcz as pana prokuratorzy, którzy pana przesłuchiwali nie pytali się o doktora Lucasa?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie przypominam sobie. Chyba nie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich nicht daran. Ich denke, nein.

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Danke sehr, ich habe keine Frage mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Naumann.

 

Verteidiger Naumann:

Herr Zeuge, Sie sagten, was den Angeklagten Hantl angeht, vorhin: »Ich habe gehört, daß er an dem ›Abspritzen‹ der Häftlinge teilgenommen hat.« Können Sie mir sagen, von wem Sie das gehört haben?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Od więźniów, którzy pracowali na Krankenbau.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Von den Häftlingen, die auf dem Krankenbau tätig waren.

 

Verteidiger Naumann:

Können Sie sagen, wann Sie das gehört haben?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Kiedy pan słyszał o tym?

 

Zeuge Ignacy Golik:

To było w 44 albo, w 43 roku.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Das war 44. Nein, 43 war das.

 

Verteidiger Naumann:

1943. Habe ich richtig verstanden?

 

Zeuge Ignacy Golik:

So glaube ich.

 

Verteidiger Naumann:

Nun sagen Sie, Herr Zeuge, auch hier haben Sie bei der Vernehmung vor Jahren nichts davon gesagt. Sie haben damals gesagt: »Führer des Fourier- Kommandos war der SS-Sturmmann und spätere Rottenführer Hantl. Er wurde später SDG in einem Außenlager.«3 Das ist alles, was Sie hinsichtlich des Angeklagten Hantl damals gesagt haben. Sie haben also nicht einmal gesagt, daß er SDG im Stammlager war, so daß man dann aus Ihrer damaligen Aussage schließen mußte, Sie wußten das gar nicht. Haben Sie denn damals gewußt, daß der Hantl SDG im Stammlager war, bei Ihrer Vernehmung?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja wiedziałem, że on był SDG, ale ponieważ ja nie widziałem jego działalności jako SDG nie uważałem za stosowne zaprzątać głowy prokuratorów tym, co słyszałem o Hantlu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich habe gewußt, daß er SDG war. Aber dadurch, daß ich selbst nichts von seiner Tätigkeit gesehen habe, war ich der Meinung, daß ich die Zeit von den Staatsanwälten nicht damit belasten soll, was ich gehört habe.

 

Verteidiger Naumann:

Na ja. Hier haben Sie es doch immerhin

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Auf Befragen.

 

Verteidiger Naumann:

Für zweckmäßig gehalten.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Auf die Frage hin.

 

Verteidiger Naumann:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Verteidiger Göllner:

Ich habe nur eine einzige Frage. Herr Zeuge, bei der vorhin zitierten Vernehmung aus dem Jahre 1959 – der von Ihnen geschilderte Vorfall Klehr am Alten Krematorium – haben Sie ausdrücklich gesagt: »Zeitlich kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich glaube, es muß Ende 1942/Anfang 1943 gewesen sein.« Dem Herrn Staatsanwalt Doktor Kügler haben Sie vorhin gesagt auf die gleiche Frage: »Es war Ende 1943 oder Anfang 1944.« Welche dieser beiden Versionen ist nun richtig?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Nein, so war es, glaube ich, nicht.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Das war vor 20 Jahren.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Die Frage ist anders gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, so ist es mir auch nicht in Erinnerung, Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Entschuldigen Sie bitte, darf ich, Herr Rechtsanwalt, Ihnen die Frage noch mal [...] wiederholen. Der Herr Staatsanwalt hat gefragt, in welchem Zeitraum die Vergasungen im Alten Krematorium stattfanden, begonnen und beendet wurden.

 

Verteidiger Naumann:

Das war die Ausgangsfrage, Herr Direktor, die der Staatsanwalt Doktor Kügler stellte. Die Ausgangsfrage war das.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Naumann:

Das steht ja doch fest, daß Vergasungen im Alten Krematorium auf keinen Fall mehr 1944 stattfanden. Das ist ausgeschlossen.

 

Vorsitzender Richter:

Eben.

 

Verteidiger Naumann:

Und dann fragte der Herr Staatsanwalt: »Nun, wann war denn der Vorfall Klehr?« Da sagte er ausdrücklich: »Klehr, an dem er beteiligt war«. Und darauf antwortete er wieder: »Zeitlich kann ich mich nicht mehr erinnern, es könnte Ende 43/Anfang 44 gewesen sein.« Nun bitte ich, den Zeugen fragen zu dürfen: Ist die damalige Erinnerung nicht kürzer gewesen? Die war ja immerhin vor fünf Jahren, also nach dem Vorfall nach 15 Jahren. [...] Blatt 2.391 ist es, Herr Direktor. Der letzte Absatz.4

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ja, ich habe es vor mir. Erstens sagten Sie eben selbst, es ist allgemein bekannt, daß 44 gar keine Vergasungen mehr im Alten Krematorium stattfanden. Zweitens hat der Zeuge gesagt: »Ich habe aber gesehen, wie der Klehr dabeistand, als Vergasungen vorgekommen sind.« Also kann diese Vergasung, die er uns geschildert hat, nicht 44 stattgefunden haben, sondern sie muß 43 stattgefunden haben, als damals noch Vergasungen im Alten Krematorium stattfanden. Drittens hat er bei seiner Vernehmung vor den Staatsanwälten Vogel und Kügler gesagt: »Etwa im Herbst 42 oder Frühjahr 43, den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr, beobachtete ich aus dem ersten Stock«5 und so weiter. Stimmt das? Wollen Sie das heute auch so sagen?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Der Herr Rechtsanwalt Fertig.

 

Verteidiger Fertig:

Ich habe eine einzige Frage. Herr Zeuge, hat der Angeklagte Klehr damals bei der Vergasung im Alten Krematorium, wie die anderen Desinfektoren auch, eine Gasmaske aufgehabt?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy miał też maskę gazową, tak jak inni dezynfektorzy?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nie przypominam sobie. Zresztą maski gazowe zakładano tylko w tym momencie, kiedy otw ierano puszki.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Daran kann ich mich nicht erinnern. Übrigens, die Gasmaske, die nahm man erst in dem Augenblick, in dem die Dosen geöffnet wurden.

 

Verteidiger Fertig:

Danke schön. Keine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Der Herr Rechtsanwalt Schallock.

 

Verteidiger Schallock:

Herr Zeuge, war der Angeklagte Boger im SS- Krankenrevier als bettlägerig Kranker?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Verteidiger Schallock:

Haben Sie ihn dort gesehen, im Bett?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich glaube ja.

 

Verteidiger Schallock:

Sie glauben ja. Ja oder nein?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ich erinnere mich, daß der Kranke ein paar Tage bei uns war.

 

Verteidiger Schallock:

Nur ein paar Tage. Wann war das?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Verteidiger Schallock:

Na, wenigstens das Jahr.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Verteidiger Schallock:

Kannten Sie ihn schon vorher?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

 

Verteidiger Schallock:

Oder haben Sie ihn dort erst kennengelernt?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy pan go już poprzednio znał, czy pan go tam dopiero poznał?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Bogera poznałem [na] początku, jak pracował w politycznym oddziale, to był znany, znana postać w obozie.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Boger lernte ich kennen eigentlich von dem Tag an, an dem er angefangen hat, in der Politischen Abteilung zu arbeiten. Er war eine bekannte Persönlichkeit im Lager.

 

Verteidiger Schallock:

Sie kannten ihn also schon, als er in das Krankenrevier eingeliefert wurde [unverständlich]

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

On poprzednio jak przyszedł, pracował na dole, przecież pracował.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, auch schon vorher, weil er doch unten gearbeitet hat.

 

Verteidiger Schallock:

Na ja. Das ist ja jetzt klar.

 

Verteidiger Erhard:

Ich habe einige Fragen. Herr Zeuge, Sie sprachen von dem Unterscharführer Engelschall. Von wann an etwa haben Sie den Herrn Engelschall gekannt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Engelschall był zdajsie Arbeitsdienstführerem. Albo Rapportführer.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Engelschall, glaube ich, war Arbeitsdienstführer. Oder Rapportführer.

 

Verteidiger Erhard:

Und bis wann geht Ihre früheste Erinnerung an Engelschall zurück?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Od kiedy pan zaczyna sobie przypominać Engelschalla?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Verteidiger Erhard:

Haben Sie ihn als Blockführer kennengelernt?

 

Zeuge Ignacy Golik:

On nie był Blockführerem.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Er war kein Blockführer.

 

Verteidiger Erhard:

Ich bitte das Gericht, sich das gut zu merken: »Er war kein Blockführer.« Ich bitte, das zu protokollieren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wieso wissen Sie das, daß er kein Blockführer war? [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Więc ja nie pamiętam go jako Blockführera.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Na, das heißt, ich erinnere mich nicht an ihn als Blockführer.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja go pamiętam jako Arbeitdienstführera albo Rapportführera.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich erinnere mich an ihn als Arbeitsdienstführer oder Rapportführer.

 

Verteidiger Erhard:

Ja, das entspricht den Aussagen Engelschalls, die sich in den Ermittlungsakten befinden. Aber ich bitte, sie ins Protokoll aufzunehmen, weil es darauf vielleicht ankommt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich weiß gar nicht warum, Herr Rechtsanwalt. Dieser Zeuge konnte ja doch als Häftling und selbst als Kapo nicht sämtliche Blockführer des Lagers kennen.

 

Verteidiger Erhard:

Er hat aber den Engelschall gekannt. Er hat ihn in ganz bestimmten

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Er hat ihn gekannt, als er Rapportführer oder Arbeitsdienstführer war. Vorher war vielleicht der Engelschall Blockführer gewesen, ohne daß er

 

Verteidiger Erhard [unterbricht]:

Herr Engelschall sagt, er war stets bei der Verwaltung einer der

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Na also, um die Sache abzukürzen, wollen wir das ins Protokoll nehmen. Schreiben Sie bitte hinein: »Ich habe den SS-Mann oder SS-Unterscharführer«– wissen Sie, ob er Unterscharführer war?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Wie pan, jaki on miał [+ stopień], w jakim [+ stopniu on był] [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

To był albo Unterscharführer, albo Oberscharführer.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Entweder Unterscharführer oder Oberscharführer.

 

Vorsitzender Richter:

»SS-Mann Engelschall, der Unterscharführer oder Oberscharführer war, nur in seiner Eigenschaft als Arbeitsdienstführer oder Rapportführer in Erinnerung. Daß er Blockführer gewesen sein soll, daran kann ich mich nicht erinnern.«[...]

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Pan zrozumiał?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Tak jest. — Jawohl.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Doch, das wurde verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Protokollführer Hüllen:

»Ich habe den SS-Mann Engelschall – ob er nun Unterscharführer oder Oberscharführer war – nur in seiner Eigenschaft als Arbeitsdienstführer oder Rapportführer in Erinnerung.«6

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Przypominam sobie

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Ja, ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ja, ich verstehe alles.

 

Protokollführer Hüllen:

»Daß er Blockführer gewesen sein soll, daran kann ich mich nicht erinnern.«7

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Verteidiger Erhard:

Eine weitere Frage: Sie sprachen davon, daß Sie in Ihrem Kommando mit einem Ukrainer, der wohl Mitglied der Bandera-Gruppe gewesen sei, zusammengearbeitet hätten. Können Sie noch ungefähr sagen, wann das war?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja pracowałem z członkami grupy Bandery w 42 roku w SS kuchni.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe mit den Angehörigen der Bandera-Gruppe in der SS-Küche im Jahre 1942 gearbeitet.

 

Verteidiger Erhard:

Ungefähr Frühjahr oder Spätsommer? Oder Herbst

 

Zeuge Ignacy Golik [unterbricht]:

Kann ich mich nicht erinnern.

 

Verteidiger Erhard:

Wissen Sie nicht mehr. Eine dritte Frage: Haben Sie einen Häftling Izaak Silacz, »der Starke«, gekannt? [...]

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein. [...]

 

Verteidiger Erhard:

Haben Sie von ihm gehört?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Nein.

 

Verteidiger Erhard:

Danke schön. Eine letzte Frage: Sie haben eben als Zeuge hier ausgesagt, in der nächsten Woche würde hier der Zeuge Sikorski aussagen müssen.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Verteidiger Erhard:

Woher wissen Sie das?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Dowiedziałem się w biurze paszportowym, kiedy wyrabiałem sobie paszport.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Ich habe davon im Paßbüro, als ich meinen Paß beantragte, erfahren.

 

Verteidiger Erhard:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Sind an den Zeugen Fragen von seiten der Angeklagten zu stellen oder Erklärungen abzugeben? Nein. Herr Zeuge, Sie müßten das, was Sie gesagt haben, beeidigen. Können Sie das mit gutem Gewissen beschwören?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

es nicht gesehen, sondern gehört habe.

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Das hat er schon beantwortet vorhin, ja.

 

Verteidiger Schallock:

Ja, da möchte ich ja mal eben aber einen Vorhalt machen: Daß der Hantl später, wie Sie damals gesagt haben, in Außenlagern – die dann auch in dem Protokoll genannt sind – gewesen sein soll, haben Sie das denn gesehen? Haben Sie das denn irgendwie offiziell zur Kenntnis bekommen? Das können Sie doch auch nur gehört haben, nach meinem Dafürhalten. Wie ist das damit?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Czy w związku z tym, że on wówczas pracował w podobozach, czy to w związku z tym może pan nie wiedział o tym, tylko słyszał

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich bitte, hier nicht zu frühstücken! Es ist hier kein Frühstücksraum, dafür ist unten die Kantine da. Bitte? Ja, bitte schön.

 

Zeuge Ignacy Golik:

O ile mi wiadomo, co robił Hantl w podobozach, to ja nie słyszałem w ogóle, tylko słyszałem, że to, co robił w Häftlingskrankenbau w Stammlagrze.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Was Hantl überhaupt in den Unterlagern tat, das habe ich ja auch nicht gehört. Ich habe nur lediglich das gehört, was er im Stammlager tun sollte.

 

Verteidiger Schallock:

Das habe ich Ihnen nicht vorgehalten, sondern etwas ganz anderes. Ich habe Ihnen vorgehalten, daß Sie damals gesagt haben: »Hantl wurde später SDG in einem Außenlager.« Und Sie sagen: »Ich habe damals nichts erklärt, was ich nur gehört habe, weil ich der Meinung war, das interessiere nicht.«

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Poprzednio pan powiedział w swoim zeznaniu podczas dochodzenia, że Hantl był SDG w jednym z podobozów. I teraz, dzisiaj pan powiada, że pan nie może o nim nic powiedzieć, nie mógł pan wtedy o nim nic powiedzieć, dlatego że to były rzeczy, których pan nie widział, a tylko słyszał. Więc pytanie idzie w tym kierunku, czy może pan tylko słyszał o tym, że on był SDG w jednym z podobozów?

 

Zeuge Ignacy Golik:

Że on był SDG w podobozach, to wiem, [bo] przyjeżdżał i fasował o lekarstwa do tego podobozu.

 

Dolmetscherin Kapkajew:

Daß er SDG in einem Unterlager war, ist mir bekannt, weil er zu uns kam und Medikamente für dieses Lager mitnahm.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, was Sie jetzt noch ausgesagt haben, gilt noch durch Ihren Eid beschworen. Das heißt, Sie nehmen das auf Ihren bereits geleisteten Eid. Das ist so anzusehen, als ob Sie jetzt erneut beeidigt worden wären. Stimmt das?

 

Dolmetscherin Kapkajew:

To, co pan w tej chwili powiedział, dotyczy jeszcze pana przysięgi złożonej poprzednio.

 

Zeuge Ignacy Golik:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

So, und nun sind Sie wieder entlassen. Ich danke schön.

 

– Schnitt –

 

Nebenklagevertreter Ormond:

stellen wollte und den ich aber heute nach reiflicher Überlegung nun dem Gericht vortragen möchte. Es ist der Antrag, als Teil der Beweisaufnahme eine Besichtigung des Tatortes Auschwitz, einschließlich Birkenau und Monowitz, vorzunehmen.

Ich darf diesen Antrag ganz kurz begründen. Der bisherige Verhandlungsablauf hat gezeigt, wie erwünscht eine Ortsbesichtigung im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz wäre. Ich darf erinnern an diese Einzeltatorte: Kommandanturgebäude, Politische Abteilung, Standortarzt, SS-Apotheke, Schutzhaftlagerführung, Blockführerstube, Unterkünfte der Stabskompanie und der Fahrbereitschaft, Block 11, Schwarze Wand, die verschiedenen Blöcke des HKB, das »Theatergebäude«, die Kiesgruben, Theresienstädter Familienlager, Zigeunerlager, Effektenlager, »Kanada«, die Galgen bei der Küche, das Alte Krematorium, die neuen Vergasungsanlagen und Krematorien und insbesondere die Alte und die Neue Rampe, die hier immer wieder vor uns auftauchen. An Ort und Stelle könnten insbesondere überprüft werden die Entfernungen zum Stacheldraht, die Lagerstraße, die Einsichts- und Beobachtungsmöglichkeiten. Noch so präzise Zeugenaussagen, noch so gute Skizzen und Schaubilder können den persönlichen Eindruck nicht ersetzen. Deshalb machen ja auch die Gerichte in Kapitalverbrechenssachen in aller Regel von der Möglichkeit eines Augenscheins am Orte des Verbrechens Gebrauch. Um wieviel mehr sollte das im Auschwitz-Prozeß der Fall sein, und zwar im Interesse aller Prozeßbeteiligten.

Über die meinem Antrag entgegenstehenden rechtlichen, tatsächlichen, technischen und vielleicht auch politischen Schwierigkeiten bin ich mir im klaren. Gleichwohl bin ich der Meinung, daß diese Schwierigkeiten bei gutem Willen auf deutscher und auf polnischer Seite überwunden werden können.

Glauben Sie mir noch einmal, daß ich diesen Antrag nur nach reiflicher Überlegung und insbesondere daß ich ihn nicht ins Blaue hinein stelle. Mit dem Beauftragten der polnischen Regierung habe ich eingehende Verhandlungen geführt, und ich bin in der Lage, dem Gericht in der Anlage eine sehr weitgehende Vollmacht des Herrn polnischen Justizministers für diesen Beauftragten im Original und in deutscher Übersetzung zu überreichen. Aus dieser Vollmacht ergibt sich in Verbindung mit einem weiter beigefügten Schreiben, in welchem Umfang die polnische Regierung zu Zugeständnissen bereit ist. Meines Erachtens liegt es an diesem Schwurgericht und an den für eine etwaige Genehmigung zuständigen deutschen Stellen, dem gestellten Antrag im Interesse der Wahrheitsfindung zu entsprechen und für seine baldige Durchführung Sorge zu tragen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Wären Sie so freundlich, und würden Sie das dem Gericht übergeben?

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt, bevor dazu Stellung genommen wird, möchte ich Sie bitten, mir doch zunächst einmal zu sagen, wie Sie eine solche Amtshandlung eines deutschen Gerichts in Polen ermöglichen wollten. Sehen Sie, die Souveränität eines Staates erstreckt sich ja, wie Sie wissen, auch auf die Gerichtsbarkeit. Ich darf als deutscher Richter in einem anderen Lande keine Souveränitätsrechte ausüben. Wir haben zwar schon ab und zu im Ausland Zeugen vernommen. Das heißt, die Zeugenvernehmung erfolgte durch den dortigen Richter, der kollegialiter dem hiesigen Richter gestattete, Fragen zu stellen oder Hinweise zu geben, die dann der ausländische Richter zu Protokoll nahm. Aber die Souveränität des ausländischen Staates würde verletzt, wenn wir eine Augenscheinseinnahme einnehmen würden. Denn der Augenschein müßte ja von uns genommen werden, und es würde nicht genügen, wenn der ausländische Richter diesen Augenschein für uns einnehmen würde. Das sind, meines Erachtens, die Hauptbedenken, die zunächst einmal auftauchen. Es gibt dann noch eine Reihe weiterer Bedenken, die ich jetzt in diesem Zusammenhang nicht anschneiden möchte.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Herr Vorsitzender, dürfte ich Sie in Beantwortung dieses Hinweises vielleicht bitten, mein Schreiben an den Bevollmächtigten der polnischen Regierung vom 3. Februar 1964 zu verlesen und die Vollmacht, die daraufhin vom polnischen Justizminister dem Bevollmächtigten erteilt worden ist. Sie werden daraus ersehen, daß schon sehr ins einzelne gehende Fragen erörtert worden sind und daß die polnische Regierung in voller Kenntnis dieses Umstandes, auch was Sie im Hinblick auf Souveränitätsrechte eben ausgeführt haben, ihn bevollmächtigt hat, diesen Dingen zuzustimmen, und daß ein etwaiger Antrag des Gerichts, einen solchen Augenschein in Auschwitz vorzunehmen, auf wohlwollende Behandlung und Unterstützung seitens der polnischen Regierung und des hier zuständigen Justizministers stoßen wird. Ich wollte nichts weiteres vortragen, sondern nur sagen, diese Bedenken werden durch diese beiden Schreiben meines Erachtens zu einem erheblichen Teil behoben werden.

 

Verteidiger Laternser:

Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Verteidiger Laternser:

Nur ganz kurz: Das, was sofort bei der Antragstellung einem juristisch geschulten Zuhörer in die Augen sprang, war die Tatsache, daß damit beantragt worden ist, wie gerade der Herr Vorsitzende des Schwurgerichts bereits hervorgehoben hat, daß die Amtshandlungen der inländischen Gerichte an den Grenzen ihr Ende finden. Und selbst wenn – und das ist eine Antwort auf die letzte Erwägung oder die letzte Äußerung des Nebenklägervertreters – die polnische Regierung damit einverstanden wäre, daß ein deutsches Gericht Amtshandlungen, also die Einnahme des Augenscheins außerhalb seiner Grenzen, vornimmt, so würden auch dagegen grundsätzliche Bedenken bestehen. Es ist eben von Amts wegen gleichviel, ob eine Einwilligung vorhanden ist eines anderen Staates oder nicht. Es ist die Achtung der Souveränität einer der fundamentalen Grundsätze im Völkerrecht, denn auf solche Fragen greift es über, und selbst wenn die Zustimmung vorläge, so könnte die Amtshandlung gleichwohl nicht vorgenommen werden.

Herr Vorsitzender, ich darf vielleicht noch etwas anfügen. Wenn von seiten der Verteidigung oder von mir ein solcher Antrag gestellt worden wäre, dann hätte der Nebenklägervertreter, wie er das schon häufig auch zu Beginn des Prozesses getan hat, erklärt, daß dieser Antrag zur Prozeßverschleppung gestellt ist. Ich beantrage, diesen Antrag zurückzuweisen.

 

Vorsitzender Richter:

Wird sonst noch das Wort zu diesem Antrag gewünscht? Herr Rechtsanwalt Schallock.

 

Verteidiger Schallock:

Ich beantrage, dem Antrage des Herrn Nebenklagevertreter Ormond zuzustimmen. Ich halte es für sehr wesentlich, daß wir alle Prozeßbeteiligten die Örtlichkeiten kennenlernen. Der Einwand, daß es Souveränitätsrechte verletzten könnte, ist nicht schlüssig. Denn ein Souveränitätsrecht kann ja dann nur verletzt werden, wenn die polnische Regierung dagegen wäre. Wenn aber die polnische Regierung zustimmt, würde sich das ermöglichen lassen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Rechtsanwalt Schallock, dann müßten wir ja in diesem Augenblick polnische Richter sein. Indem wir nämlich die polnische Souveränität wahrnehmen würden. Jedenfalls so ist meine Deduktion.

 

Verteidiger Schallock:

Nein, wir könnten deutsche Gerichtsbarkeit mit Zustimmung eines Nachbarlandes ausüben. Die Beweisaufnahme, die dort erfolgt, ist lediglich eine Augenscheinsaufnahme. Es wird kein Zeuge vernommen. Es wird kein Hoheitsrecht ausgeübt.

 

Vorsitzender Richter:

Das ist doch ein richterlicher Akt.

 

Verteidiger Schallock:

Es ist zweifellos ein richterlicher Akt. Aber es entspricht einem modernen Rechtsdenken, diese Möglichkeiten zu schaffen. Und ich bitte, einen Weg zu suchen, daß diese Möglichkeiten gefunden werden.

 

Verteidiger Laternser:

Das moderne Rechtsdenken verlangt es, daß die Souveränität auf alle Fälle geachtet wird. Gerade die Achtung der Souveränität ist eben eine der Säulen für die Aufrechterhaltung des Friedens. Und es ist uns ja bekannt, daß zum Beispiel einmal von seiten Frankreichs und einmal von seiten Israels die Souveränität sowohl Argentinien gegenüber als auch von Frankreich Deutschland gegenüber gebrochen worden ist. Das ist zweifellos ein Rechtsbruch. Und man muß jedem Rechtsbruch im Interesse des Friedens gegenübertreten. Und das beginnt schon bei solchen Dingen. Wo sind dann die Grenzen? Die Grenze ist eben absolut. Und die muß geachtet werden. Selbst bei Zustimmung eines anderen Staates kann der Staat, zum Beispiel die Bundesrepublik, niemals gestatten und wird es auch nicht tun, daß richterliche Handlungen auf ausländischem Boden vorgenommen werden. Denn auf dem ausländischen Boden kann nur derjenige richterliche Hoheit ausüben, der Inhaber der Souveränität ist. Das sind also Grundsätze des Völkerrechts, die überhaupt nicht bestreitbar sind. Und ich muß sagen, daß ich mich wundere, sehr wundere – und ich bringe das auch zum Ausdruck –, daß von seiten der Verteidigung eine solche Auffassung vertreten wird.

 

Vorsitzender Richter:

Nun ja. Bitte schön, Herr...

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ich möchte dazu noch einen Satz sagen. Ich weiß nicht, warum einer der Verteidiger hier päpstlicher als der Papst sein will. Denn es ist ja zweifellos so, daß die polnische Regierung damit einverstanden wäre. Ich möchte nur den einen Satz aus dieser Vollmacht hier verlesen, in dem gesagt wird: »Die Rücksicht auf das Wohl der Wahrheitsfindung und das Interesse an dieser veranlassen die Regierung der Volksrepublik Polen, ihre Bereitschaft zu erklären, auch die Einzelpunkte des obenerwähnten Schreibens des Herrn Rechtsanwalt Ormond so zu erledigen, daß bei Wahrnehmung der Interessen der beteiligten Parteien die Durchführung des Lokalaugenscheins ermöglicht wird.«8 Das ist die Haltung, aus der heraus Polen in dieser Sache entscheidet und meines Erachtens dem Gericht Möglichkeiten gibt, das

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Na, wir werden es überlegen.

 

Verteidiger Laternser:

Herr Vorsitzender, noch etwas dazu, grade was der Kollege Ormond eben vorgetragen hat. Wenn die Möglichkeit des Augenscheins gegeben werden soll, so ist eben zu prüfen, was überhaupt die polnische Regierung bei der Zustimmungserklärung gemeint hat. Sie hat sicher nur gemeint, daß man etwas ansieht, aber nicht, daß darin eine richterliche Handlung liegen soll. Nur so kann das erklärt werden und nicht anders.

 

Vorsitzender Richter:

Nun ja. Herr Rechtsanwalt Ormond, es wäre auch eine andere Reihe noch von Schwierigkeiten. Glauben Sie, daß hier das Polizeiaufgebot mitfahren könnte, um die Leute dort in Polen zu bewachen? Und wie ist es mit der Sicherheit der Gerichtspersonen? Wir müßten eventuell durch die Deutsche Demokratische Republik fahren.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Na, wir könnten auch über die Tschechoslowakei fahren. Aber jedenfalls, wer gibt die Sicherheit, daß alle die hier eingestiegen sind, auch wieder zurückkommen? Meine Herrschaften.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Das ist eine Frage der begleitenden Polizeibeamten und des Polizeischutzes.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Aber gerade die Frage, Herr Vorsitzender, die Sie eben aufwerfen, die habe ich gestellt. Und darauf nimmt schon die Antwort des Justizministers Bezug. Ich habe gefragt: »Wird Ihre Regierung bevorzugt alle benötigten Visen für das Gericht, die Staatsanwaltschaft, die Vertreter der Nebenklage, die Angeklagten, die Verteidiger und die begleitenden Polizeibeamten für die in Haft befindlichen Angeklagten, deren Zahl sich wahrscheinlich so und so stellen wird, ausstellen?« Und ich habe weiter gefragt, ob die in Haft befindlichen Angeklagten in sicherem Gewahrsam dort gehalten werden können, ob allen Angeklagten sicheres Geleit gewährt wird, ob Bedenken bestehen gegen die Begleitung durch deutsche Polizeibeamte in Zivil et cetera, et cetera.9 Das ist also alles bekannt, Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

Na ja. Wir werden das beraten und werden entscheiden.

 

Verteidiger Naumann:

Herr Vorsitzender, im Hinblick darauf, daß der Herr Nebenklägervertreter eben erklärt hat, daß nur einer der Verteidiger seinem Antrag widerspreche, möchte ich erklären, daß ich dem Widerspruch des Herrn Kollegen Laternser im vollen Umfang folge und seine Ausführungen im vollen Umfang unterstütze.

 

 

 

 

 

1. Laut Czech, Kalendarium, S. 637 f. wurden bei dem Vorfall am 23.10.1943 SS-Oberscharführer Josef Schillinger tödlich und SS-Unterscharführer Wilhelm Emmerich am Bein verletzt.

2. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 14.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 15, Bl. 2.402.

3. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 13.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 15, Bl. 2.391.

4. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 13.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 15, Bl. 2.391.

5. Vgl. staatsanwaltschaftliche Vernehmung vom 13.10.1959 in Frankfurt am Main, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 15, Bl. 2.391.

6. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 08.06.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 99, Bl. 412.

7. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 08.06.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 99, Bl. 412.

8. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 08.06.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 99, Anlage 1, Schreiben des polnischen Ministers der Justiz, Warszawa, 11. April 1964, an Professor Jan Sehn, Kraków.

9. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 08.06.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 99, Anlage 1, Schreiben von Nebenklagevertreter Ormond, Frankfurt am Main, an Jan Sehn, Kraków.

 

 
 
 
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