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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

109. Verhandlungstag, 6.11.1964

 

Vernehmung des Zeugen Ota Fabián

 

Vorsitzender Richter:

Fabián, Sie sagten Ota mit Vornamen.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Vy jste řekl, že se jmenujete Ota.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, Ota.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie alt sind Sie?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kolik je vám let?

 

Zeuge Ota Fabián:

Padesát.

 

Dolmetscher Schamschulla:

50 Jahre.

 

Vorsitzender Richter:

50 Jahre alt. Sind Sie verheiratet?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Jste ženatý?

 

Zeuge Ota Fabián:

Potřetí.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich bin zum dritten Male verheiratet.

 

Vorsitzender Richter:

Verheiratet. Sie sind von Beruf?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Povolání?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem zámečník.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Schlosser.

 

Vorsitzender Richter:

Sie wohnen in?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kde bydlíte?

 

Zeuge Ota Fabián:

V Praze.

 

Dolmetscher Schamschulla:

In Prag.

 

Vorsitzender Richter:

Und mit den Angeklagten sind Sie nicht verwandt und nicht verschwägert?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Vy nejste příbuzný obžalovaného?

 

Zeuge Ota Fabián:

Naprosto ne.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Überhaupt nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, wann sind Sie nach Auschwitz ins Konzentrationslager gekommen?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kdy jste přišel do Osvětimi?

 

Zeuge Ota Fabián:

Na podzim 1942.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Im Herbst des Jahres 1942.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und wie lange sind Sie dort geblieben?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Jak dlouho jste tam zůstal?

 

Zeuge Ota Fabián:

Do roku 1945.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Bis ins Jahr 1945.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar wann wurden Sie dort aus dem Lager entfernt?

 

Dolmetscher Schamschulla:

A kdy jste odjel z tábora?

 

Zeuge Ota Fabián:

V lednu 45.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Im Januar 45.

 

Vorsitzender Richter:

Im Januar 1945. Welche Häftlingsnummer hatten Sie?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Které číslo jste měl?

 

Zeuge Ota Fabián:

71.072.

 

Dolmetscher Schamschulla:

71.072.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie sind, als Sie nach Auschwitz kamen, zunächst in welches Lager gekommen?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Když jste přišel do Osvětimi, do jakého tábora jste nejprve přišel?

 

Zeuge Ota Fabián:

Do hlavního tábora.

 

Dolmetscher Schamschulla:

In das Hauptlager. In das Stammlager.

 

Vorsitzender Richter:

In das Stammlager. Und wie lange blieben Sie dort?

 

Dolmetscher Schamschulla:

A jak dlouho jste tam zůstal?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem odešel potom na Buna a vrátil jsem se zpět.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ale jak dlouho jste prosím v hlavním táboře zůstal?

 

Zeuge Ota Fabián:

No až do pětačtyřicátého roku.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Bis zum Jahr 45.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem byl v hlavním táboře a asi za týden jsme odešli na Bunu. A pak jsem se vrátil zase zpět z Buny a zů stal jsem už v hlavním lágru až do roku 1945.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ungefähr eine Woche war ich im Hauptlager, dann kam ich nach Buna. Anschließend bis zum Schluß war ich wieder im Stammlager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also Sie kamen zunächst nach Buna-Monowitz Ende Oktober 42, und Ende November 43 sind Sie nach Auschwitz zurückgekommen. Ist das richtig?

 

Dolmetscher Schamschulla:

To bylo koncem října a koncem listopadu jste se vrátil do

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ne, tam jsem se určitě spletl, protože já jsem přišel zpět na Bunu hned na jaře. Nevím, jestli to byl třetí měsíc

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich habe das offensichtlich durcheinandergebracht. Ich bin nach Buna gekommen

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Das ist ganz sicher. — Že jsem přišel na jaře hned zpět.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich bin gleich im Frühjahr zurückgekommen. — Do Buny?

 

Zeuge Ota Fabián:

Z Buny do hlavního lágru.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Aus Buna in das Stammlager bin ich gleich im

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Im Frühjahr 1943?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Na jaře

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Na jaře 43.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Im Frühjahr 43.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie waren dann nur ein halbes Jahr in Buna?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Vy jste byl jenom půl roku v Buně?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, asi půl roku jsem byl na Buně, tak.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ja, ungefähr ein halbes Jahr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nevím přesně.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich weiß es nicht genau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Als Sie dann nach Auschwitz zurückkamen, wurden Sie welchem Kommando zugeteilt?

 

Zeuge Ota Fabián:

Nosič mrtvol.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Zu den Leichenträgern.

 

Vorsitzender Richter:

Zu dem Leichenträgerkommando. Und bei diesem Kommando blieben Sie bis wann?

 

Dolmetscher Schamschulla:

A jak dlouho jste tam zůstal?

 

Zeuge Ota Fabián:

Až do konce jsem byl v tomto komandu.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Bis zum Schluß bin ich dabeigewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Bis zum Schluß blieben Sie bei diesem Kommando. Nun, Herr Zeuge, wer war denn Ihr Vorgesetzter in diesem Kommando?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kdo byl váš představený v tom komandě?

 

Zeuge Ota Fabián:

Mými přímými představenými byli z vězňů Kapo Rischler a z SS Hantl, Klehr, [Nierzwicki] , my jsme mu říkali »Napoleon«. Potom ti lékaři.

 

Dolmetscher Schamschulla:

To stačí, teď. — Von den Mithäftlingen war es der Kapo Rischler. Aus der SS waren es Hantl, Klehr, [Nierzwicki].

 

Vorsitzender Richter:

Nierzwicki, ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme mu říkali »Napoleon«.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Wir haben ihn »Napoleon« genannt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Was können Sie uns sagen über die Tätigkeit von Klehr? War er außer dem Verantwortlichen für das Leichenträgerkommando auch noch sonst tätig, zum Beispiel als Sanitäter?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Co můžete říci o činnosti Klehra? Měl ještě nějaké jiné úkoly? Byl například ještě sanitář, lékař nebo něco takového?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, o Klérovi vím, že potom někam odešel a do lágru dojížděl

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, sprechen Sie zu uns hierher.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Prosím do mikrofonu.

 

Vorsitzender Richter:

Zum Gericht. Wir möchten Sie sehen dabei.

 

Zeuge Ota Fabián:

Klehr potom dojížděl a on byl jak se to řekne, takový čistící komando. Já vím, že potom byl v Gleiwitzu.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich weiß, daß er dann wegkam nach Gleiwitz. Aber ich weiß nicht genau, wie man das nennt, was er da getan hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sagen Sie, wann kam denn Klehr weg nach Gleiwitz?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kdy odjel do Gleiwitzu?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo někdy na podzim 1943: Aspoň si to takhle pamatuju, já nevím přesně.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Das muß im Herbst 43 gewesen sein. Ich weiß es nicht. Ich kann mich nicht genau daran erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Jedenfalls, als Sie im Frühjahr 1943 von Monowitz wieder zurückkamen nach Auschwitz und Leichenträger wurden, war damals Klehr noch dort?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to tam byl.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ja, da war er noch dort.

 

Vorsitzender Richter:

Und blieb noch eine Zeitlang dort, während Sie in Auschwitz waren?

 

Dolmetscher Schamschulla:

A zůstal tam ještě nějakou dobu, když jste tam byl Vy?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě dost dlouho. Klehr dojížděl do Osvětimi stále. Tam jsme ho viděli i potom ve 44. roce. Jenomže to už tam nebyl jako na stálo.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Noch ziemlich lange. Er kam ständig in das Lager. Und ich habe ihn da häufig gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie bitte, Herr Zeuge, was hatten Sie als Leichenträger für eine Aufgabe?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Co jste dělal jako nosič mrtvol?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jako nosiči mrtvol jsme odnášeli zemřelé z bloku 19, 20, 21, 28. Ty jsme odnášeli denně. Z 20. bloku jsme odnášeli mrtvé, kteří dostali injekce a pak jsem chodil velmi často, některý týden mimo neděle denně, na 11. blok.

 

Vorsitzender Richter:

So. Mal einen Augenblick, bitte.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Wir hatten als Leichenträger die Funktion, täglich die Leichen aus den Blocks herauszutragen, und zwar aus den Blocks 19, 20, 21 und 28, und aus dem Block 20 die Toten durch Injektionen. Und täglich aus dem Block 11 die Toten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nemohu říct denně, ale některý týden jsme byli na 11. bloku denně, mimo neděle.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich kann nicht sagen täglich, aber in einzelnen Wochen war es täglich, das hat sich auch

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Mimo neděle.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Außer sonntags.

 

Vorsitzender Richter:

Wo mußten Sie die Leichen hintragen?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Kam jste měli nést ty mrtvoly?

 

Zeuge Ota Fabián:

Na 28. blok do sklepa. Tak do 12 hodin dopoledne jsme je ukládali dolů, do sklepa a od 12 hodin jsme je nechávali za blokem 28 a přikrývali jsme je dekami.

 

Dolmetscher Schamschulla:

In den Block 28 in den Keller, und nach zwölf Uhr legten wir sie hinter den Block 28 und mußten sie mit Decken zudecken.

 

Vorsitzender Richter:

Also, bis zwölf Uhr mittags mußten Sie die Leichen vor den Block 28 legen und sie mit Decken zudecken, und nach zwölf Uhr nachmittags mußten Sie die Leichen in den Keller tragen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, obráceně! Do 12.00 dopoledne jsme je dávali dolů, do sklepa.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ano.

 

Zeuge Ota Fabián:

A odpoledne jsme je nechávali za blokem.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Also, vormittags bis zwölf Uhr mußten wir sie in den Keller bringen, anschließend nach zwölf hinter den Block bringen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum war diese Teilung eingeführt?

 

Dolmetscher Schamschulla:

A proč to bylo tak?

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože potom jsme je nakládali na vůz a po apelu jsme je odváželi do našeho krematoria. To bylo krematorium jedna. Proto jsme je dopoledne nosili do sklepa a odpoledne už jsme je nechávali venku. Někdy jsme museli jet do krematoria jednou, někdy dvakrát. Měli jsme dva vozy. Měli jsme dva vozy. Jedna rolvága a jeden takový rovný.

 

Vorsitzender Richter:

So, Stop mal hier.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Deshalb, weil wir sie abends nach dem Appell in das Krematorium fahren mußten. Wir hatten dazu Handwagen. Und wir mußten sie in das Krematorium I bringen, manchmal einmal, manchmal mußten wir zweimal fahren.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das verstehe ich. Aber warum mußten die Leichen am Vormittag in den Keller und am Nachmittag im Freien hingelegt werden? Weil die dann gleich abtransportiert werden konnten, oder wie?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Proč to tak bylo?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bych vysvětlil asi takto. Nikdo nám to neporoučel. Bylo to kvůli naší práci. Abychom je nemuseli ze sklepa odpoledne vynášet nahoru, tak jsme to dělali takto.

 

Dolmetscher Schamschulla:

To jste myslím nerozuměl. Proč museli být ve sklepě?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, protože těch mrtvých by bylo za 28. blokem velmi mnoho. Po ránu bylo nejvíc mrtvých. Proto se dávali dolů a odpoledne, aby jsme zase my měli míň práce, jsme je už nechávali nahoře.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Sie wurden in den Keller gelegt, weil es eine sehr große Anzahl von Leichen war. Und sie wurden wieder herausgebracht, damit sie

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Abtransportiert werden.

 

Dolmetscher Schamschulla [unterbricht]:

Schneller abtransportiert werden konnten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, Herr Zeuge, wollen wir zunächst einmal bei Block 28 stehenbleiben. Block 28, was war das für ein Block? Was geschah darin, und was haben Sie dort erlebt?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Jaký blok byl ten blok 28? Co se tam stalo?

 

Zeuge Ota Fabián:

Na 28. blok přicházeli vězni, kteří byli nemocní a tam byli převzati vězeňským lékařem. Druhý den tam už třeba zůstali od večera do rána. Anebo přišli ráno, museli se vykoupat a nazí přecházeli před lékaře SS. Tam byl taky Klehr.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Stop.

 

Dolmetscher Schamschulla:

In den Block 28 wurden die Kranken gebracht. Sie blieben dort einen Tag und mußten baden, wurden nackt ausgezogen und dem Arzt vorgestellt, und in diesem Block war auch Klehr tätig.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Was machte der Arzt mit diesen Kranken?

 

Dolmetscher Schamschulla:

Co dělal lékař s nemocnými?

 

Vorsitzender Richter:

Was ist, Herr Rechtsanwalt?

 

Verteidiger Joschko:

Hat er gesagt, daß sie dann am Morgen vorgestellt wurden.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Museli být druhý den ráno představeni lékařům?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. Byli představeni druhý den ráno. Někteří přišli ráno a byli představeni tentýž den. A ještě jsem chtěl říct, že prvně je vyšetřoval vězeňský lékař a ten potom dělal hlášení německému lékaři. Často se stalo, že tam německý lékař nebyl a byl tam pouze Klehr. Vězeňský lékař mu podal hlášení a Klehr rozhodoval, co se s vězněm stane.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Jawohl, Sie wurden am nächsten Morgen dem Militärarzt vorgestellt, zunächst aber dem Häftlingsarzt. Und die Entscheidung hatte Klehr, die letzte Entscheidung, was mit dem Häftling geschah.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, Moment, Moment. Das scheint mir doch nicht so ganz zu stimmen.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Prosím, ještě jednou, aby se

 

Nebenklagevertreter Raabe [unterbricht]:

Herr Vorsitzender, ich bitte Sie, den Dolmetscher abzuberufen. Es geht so nicht weiter. Bei jedem Satz korrigiert ihn der Zeuge. Ich bitte auch den Herrn Dolmetscher, mir das nicht übelzunehmen, aber es geht ja hier schließlich um das Schicksal auch von diesen Angeklagten. Wir können doch hier nicht so verhandeln, daß wir laufend das aushandeln müssen, was hier nun gesagt worden ist. Also ich rüge die weitere Verwendung des Herrn Dolmetschers und bitte das zu Protokoll zu nehmen und bitte ihn abzuberufen.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Darf ich hierzu nur noch eine Bemerkung machen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Schamschulla:

Ich habe es gestern schon getan und gesagt, daß ich kein Gerichtsdolmetscher bin, daß die Tätigkeit eines Dolmetschers und die Tätigkeit eines Sprachlehrers doch sehr verschieden sind voneinander, daß die Technik des Dolmetschens doch sehr anders ist als die Technik

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, das ist uns bekannt, Herr Doktor. Und es ist natürlich ein Unterschied, ob man wissenschaftlich arbeitet oder ob man hier simultan übersetzen muß. Nun, wenn das Gericht damit einverstanden ist, können wir ja mal den Herrn Benesch vorrufen, ja. Ja. Herr Doktor Schamschulla, wollen Sie vielleicht mal hinten Platz nehmen. Wollen wir mal den Herrn Benesch vorrufen. Vielleicht kann er das [Pause] Herr Benesch, bitte nehmen Sie Platz.

Sie sollen uns hier als Dolmetscher dienen. Und ich muß Sie bitten, dem Gesetz gemäß gewissenhaft und treu zu übertragen. Sie müssen zu diesem Zweck nachher auch einen Eid leisten. Wollen Sie uns bitte zunächst mal Ihre Personalien sagen? Bleiben Sie nur sitzen, bleiben Sie nur sitzen. Sie heißen mit Vornamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Michael Benesch.

 

Vorsitzender Richter:

Michael Benesch. Wie alt sind Sie?

 

Dolmetscher Benesch:

33 Jahre.

 

Vorsitzender Richter:

33 Jahre alt. Verheiratet?

 

Dolmetscher Benesch:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Wohnhaft in Oberursel.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Oberursel, Rotbornstraße 3.

 

Vorsitzender Richter:

Von Beruf?

 

Dolmetscher Benesch:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Erziehung.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sind nicht verwandt und nicht verschwägert mit den Angeklagten.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Benesch, Sie sind nicht ein für allemal beeidigt als Dolmetscher?

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Dann müssen Sie den Eid leisten. Sie schwören bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß Sie treu und gewissenhaft übertragen werden. Wollen Sie bitte mir nachsprechen: Ich schwöre es.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich schwöre es.

 

Vorsitzender Richter:

So wahr mir Gott helfe.

 

Dolmetscher Benesch:

So wahr mir Gott helfe.

 

Vorsitzender Richter:

Ich danke schön. Herr Benesch, nehmen Sie bitte Platz. Ich bitte Sie also, was wir fragen, wörtlich zu übersetzen, und was der Zeuge Ihnen antwortet, ebenfalls wörtlich uns wieder zu übersetzen, ja. Und zwar in der direkten Sprache.

 

Verteidiger Joschko:

Entschuldigung, vielleicht darf ich kurz anregen, daß vielleicht nicht so viel übersetzt wird, sondern in kürzeren Sätzen, ja.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Satz für Satz. Ja.

 

Verteidiger Joschko:

Ganz kurz.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun ist es manchmal etwas schwer, weil sehr viele Halbsätze gebraucht werden, grade von den tschechischen und polnischen Zeugen. Aber immerhin, Sie wissen, worauf es ankommt, ja. Nicht zu lange Passagen lassen, sondern immer jeweils nach Beendigung eines Satzes diesen Satz übersetzen. Wir waren also bei Block 28, und der Zeuge hat uns gesagt, wenn die Gefangenen, die sich krank gemeldet hatten, in den Block kamen, dann mußten sie sich ausziehen. Und was geschah dann mit ihnen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli jsme u bloku 28. A řekl jste nám, že zajatci, kteří přišli do bloku

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To nebyli zajatci, to byli vězňové.

 

Dolmetscher Benesch:

Vězňové, pardon, kteří přišli do bloku, se museli svléct do naha a představit lékaři. Je to tak správně?

 

Zeuge Ota Fabián:

Je. Předtím se museli vykoupat.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie mußten baden vorher.

 

Vorsitzender Richter:

Und dann?

 

Dolmetscher Benesch:

A potom?

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom šli hned, jak se vešlo na 28. blok, napravo do té místnosti a tam – předtím už byli vyšetřeni lékařem vězněm.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Pardon. Sie kamen in einen Raum in Block 28 und wurden dort von einem Häftlingsarzt untersucht. — A potom, prosím?

 

Vorsitzender Richter:

Was machte der Häftlingsarzt aufgrund der Untersuchungen? Legte er eine Kartei an oder eine Krankengeschichte oder irgend so was?

 

Dolmetscher Benesch:

Co dělal lékař vězeň? Zapsal to do kartotéky?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam byla kar totéka vězňů. A on zapsal diagnózu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ano. — Es war eine Kartothek der Häftlinge, und er trug in die Kartothek ein, welche Diagnose er gestellt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Welche Diagnose er gestellt hat. Was geschah dann mit den Häftlingen?

 

Dolmetscher Benesch:

Co se potom s vězni stalo?

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom přišel lékař SS: Entress, Fischer, Rohde.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon. Dann war ein SS-Arzt dort: Entress, Fischer, Rohde

 

Zeuge Ota Fabián:

Diehl

 

Dolmetscher Benesch:

Diehl.

 

Zeuge Ota Fabián:

Wahrscheinlich Diehl, wie heißt der?

 

Vorsitzender Richter:

Thilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ist nicht sicher, ob er Thilo heißt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

Taky Wirths tam byl, ten taky ně kdy.

 

Dolmetscher Benesch:

Und auch Wirths war ab und zu dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

Klein. Klein.

 

Dolmetscher Benesch:

Klein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Těm potom ten vězeňský lékař představoval nemocné a říkal jim diagnózu.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Häftlingsarzt stellte dem betreffenden SS-Arzt die Kranken vor und sagte ihm dabei seine Diagnose.

 

Vorsitzender Richter:

Wann geschah das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to bylo, prosím?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo dopoledne, tak v devět, deset hodin.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Laufe des Vormittags. Es wechselte. Es war nicht immer zur gleichen Zeit, neun Uhr, zehn Uhr, jedenfalls im Laufe des Vormittags.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nemohu to říci přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge kann nicht genau sagen, um wieviel Uhr es jedesmal stattfand.

 

Zeuge Ota Fabián:

Taky jsme žádné hodinky neměli!

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten auch keine Uhr im Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich wollte nur folgendes wissen: Sind die Gefangenen morgens in das Revier, Block 28 gekommen? Sind sie morgens von dem Häftlingsarzt und gleich darauf von dem SS-Arzt untersucht worden oder am anderen Tag oder am Abend, oder wann war das?

 

Dolmetscher Benesch:

Přišli nemocní do bloku 28 dopoledne nebo ráno a byli vyšetřeni lékařem vězněm a potom lékařem SS ještě ten den, nebo až druhý den?

 

Zeuge Ota Fabián:

Obyčejně přicházeli večer po apelu. Když byl některý hodně nemocen, tak byl ponechán na 28. bloku. Někteří byli posláni na svůj blok a objednáni na ráno.

 

Dolmetscher Benesch:

Üblicherweise kamen die Häftlinge nach dem Abendappell in den Block 28. Wenn einer sehr schwer krank war, wurde er in der Regel im Block 28 gelassen. Im anderen Falle wurde er für den nächsten Morgen bestellt und verbrachte die Nacht auf seinem Block.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und diejenigen, die in Block 28 belassen wurden, wo wurden die untergebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

A ti, kteří zůstali na bloku 28, kde byli umístněni?

 

Zeuge Ota Fabián:

Obyčejně v poslední světnici vlevo.

 

Dolmetscher Benesch:

Im letzten Raum links, gewöhnlich. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

To byla velká světnice.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein großer Raum.

 

Vorsitzender Richter:

Das heißt also, die Vorstellung vor dem Arzt geschah jeweils am Vormittag.

 

Dolmetscher Benesch:

Představení lékaři bylo vždy dopoledne.

 

Zeuge Ota Fabián:

Dopoledne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Diese SS-Ärzte, was haben die gemacht, nachdem der Häftlingsarzt die Karteikarte angelegt hatte und die Voruntersuchung hinter sich gebracht hatte? Was haben dann die SS-Ärzte gemacht?

 

Dolmetscher Benesch:

Co dělali lékaři SS, když jim byl vězeň představen vězeňským lékařem?

 

Zeuge Ota Fabián:

Měli karty těch nemocných. Některou dávali vlevo a některou vpravo. A tu bral Klehr. Některé bral Klehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie hatten die Karteikarten der Häftlinge vor sich und legten einige links, einige rechts. Und einen der beiden Stöße nahm Klehr.

 

Vorsitzender Richter:

Kam es auch vor, daß ohne eine Entscheidung eines SS-Arztes Klehr selbst die Einteilung vornahm, links und rechts?

 

Dolmetscher Benesch:

Stalo se také, že když tam nebyl lékař SS, že Klehr sám rozděloval karty nalevo a napravo?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to se stalo. Určitě.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das ist bestimmt geschehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wieso waren Sie in der Lage, diese Vorgänge mit anzusehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak jste to mohl vidět, když jste byl vězeň a nebyl jste nemocný?

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme měli přístup do té světnice.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten Zugang in dieses Zimmer.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč?

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme byli vedeni jako ošetřovatelé. Byli jsme nosiči mrtvol a často se stalo, že i odsud jsme odnášeli mrtvého. Že tam byl někdo donesen mrtvý nebo tam zemřel.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren Leichenträger, waren aber dem Block 28 auch als Pfleger zugeteilt. Und oft kam es vor, daß wir aus dem Raum, in dem untersucht wurde, auch Leichen wegtragen mußten, weil sie dort tot hinkamen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já bych Vás trochu opravil. My jsme byli vedeni jako pflégři, ale byli jsme nosiči mrtvol.

 

Dolmetscher Benesch:

Offiziell wurden diese Häftlinge als Pfleger geführt. Ihre Tätigkeit war aber das Leichentragen.

 

Vorsitzender Richter:

Was geschah nun mit diesen Gefangenen, deren Karten entweder auf die linke oder auf die rechte Seite kamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Co se stalo s těmi vězni, je jichž karty byly položeny na levou nebo na pravou stranu?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti, co byli vybráni pro 20. blok, tam potom odešli. Dostali injekce a byli usmrceni.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

To byli nemocní?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, všechno to byli nemocní, ale tihle potom dostali injekce a byli usmrceni. To byl jeden díl, prosím.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon. Die für den 20. Block ausgesucht wurden, die wurden auf den 20. Block hingeführt, und dort bekamen sie die Spritzen. Das waren also die Schwerkranken.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Moment, »bekamen sie die Spritzen«. Was für Spritzen bitte?

 

Dolmetscher Benesch:

Jaké injekce, prosím?

 

Zeuge Ota Fabián:

Fenolové injekce dostali.

 

Dolmetscher Benesch:

Phenolinjektionen.

 

Vorsitzender Richter:

Und die anderen, die nicht in Block 20 kamen?

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ti druzí byli rozděleni na 19. blok, na 20., tam taky leželi nemocní, na 21., to byl chirurgický a někteří i na 28.

 

Dolmetscher Benesch:

Die übrigen wurden verteilt auf den Block 19, einige auch noch auf 20, auf 21, war ja der chirurgische Block, und einige blieben auch in Block 28.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und was wissen Sie von den Leuten, die auf Block 20 kamen, von denen Sie sagen, daß sie diese Phenolspritzen bekommen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

A co víte o lidech, kteří přišli na blok 20, kteří, jak říkáte, dostali fenolové injekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak já bych začal zkraje. Když jsem přišel k nosičům mrtvol, když jsem byl vybrán, tak potom najednou nám kapo řekl... přišel jsem tam já a nějakej Oliven , my jsme přišli spolu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde ausgesucht als Leichenträger und kam mit einem gewissen Oliven hin. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und was haben Sie dort vorgefunden? Geben Sie dem Zeugen mal ein Papier. Zeichnen Sie uns einmal den Block 20 auf, und zwar danach, wo diese Leute ihre Spritzen bekamen und wo sie sich vorher befanden und wo Sie waren, wenn diese Tötung vorgenommen wurde.

 

Dolmetscher Benesch:

Nakreslete, prosím, blok 20 a ukažte, kde dostali ti lidé fenolové injekce a kde byli uloženi.

 

Vorsitzender Richter:

Den Flur zunächst vielleicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Chodbu

 

Vorsitzender Richter:

Den Korridor mit den Zimmern links und rechts.

 

Dolmetscher Benesch:

A místnosti.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, ich möchte doch bitten, daß der Zeuge erst mal so malt und daß man dann hinzutritt. Der Zeuge ist unbeeinflußter, wenn er zunächst so zeichnen kann. Daß Sie ihm dann, was dann...

 

Verteidiger Reiners:

Ich glaube nicht, daß ich den Zeugen beeinflusse.

 

Vorsitzender Richter:

Das wird Ihnen auch nicht unterstellt, Herr Rechtsanwalt.

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Tady byly schody do toho 28. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, napište nám to tady. Schody.

 

Zeuge Ota Fabián:

Zde byl waschraum, jak se přišlo. [...] Tady byla dlouhá chodba dozadu, zde byly schody nahoru, odsud odshora jsme nosili mrtvé, zde byl waschraum

 

Dolmetscher Benesch:

Napište nám tam vé, prosím. Německé v, ano. Děkuji.

 

Zeuge Ota Fabián:

Waschraum a zde dá val Klehr injekce. Zde. A ty dveře byly zataženy takovou dekou, takový závěs tam byl na těch dveřích. Jedno okno bylo sem, na lágr a jedno okno bylo do dvora. Tady to byl 20. blok, tady 19. blok. Druhé okno z té místnosti bylo sem, do dvora. A potom ještě jeden

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Napište tam prosím i. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

A ještě jeden waschraum byl tady vzadu. Tohle byl jako nový a to byl starý.

 

Dolmetscher Benesch:

A kde byly světnice pro nemocné?

 

Zeuge Ota Fabián:

Pro nemocné byly světnice nahoře

 

Dolmetscher Benesch:

V prvním poschodí.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když tam zemřeli, v prvním poschodí, tak my jsme museli nahoru, ty nemocné jsme dali do deky a po schodech jsme je snesli, stáhli dolů. Dole jsme je nakládali a odnášeli na nosítkách. Ty, co zemřeli normálně.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dürfen wir es mal sehen, ja?

 

Dolmetscher Benesch:

[Pause] Das sind Stiegen, die zum Block 20 hinaufführen. Auf der rechten Seite war ein neuer Waschraum, ein langer Gang, ein alter Waschraum auf der äußersten linken Seite. In dem ersten Raum auf der linken Seite hat Klehr die Injektionen gegeben. Es waren dort zwei Fenster, eins zum Lager, eins zum Hof hin. Die Tür war durch eine Decke, durch eine Art Vorhang, abgetrennt zum Flur hin. Die Kranken lagen im ersten Stock. Hier kamen die Treppen aus dem ersten Stock des Blocks herunter. Wir trugen die Leichen jeweils in Decken herunter und legten sie dann unten auf Tragbahren.1

 

Vorsitzender Richter:

Fragen Sie den Zeugen bitte folgendes: Erstens, die Decke, von der Sie sprachen, oder der Vorhang, hat dieser Vorhang hier diesen Flur abgegrenzt, oder hat er die Tür zu diesem Behandlungszimmer abgegrenzt?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ta deka, záclona nebo co tam bylo, byla zde? Přes schodiště nebo byla zde do tohoto [unverständlich]

 

Zeuge Ota Fabián:

Zde!

 

Dolmetscher Benesch:

Na té straně. — Auf dieser Seite. Der Vorhang grenzte den Raum ab, in dem, wie der Zeuge aussagt, Klehr die Injektionen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

War da keine Tür?

 

Dolmetscher Benesch:

Nebyly tam dveře?

 

Zeuge Ota Fabián:

Dveře tam také byly.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Tür war auch dort.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum hat man den Vorhang noch einmal hingetan?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč tam byla ještě ta deka?

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože když jsme je odsud odnášeli, tak aby se to nezdržovalo, tady byly dveře otevřeny a š lo to rychle odsud sem.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn die weggetragen wurden, würde das dauernde Aufmachen der Tür gestört und aufgehalten haben. Darum konnte die Decke weggezogen werden, und die wurden aus dem Raum, also links in den Waschraum hinüber getragen. Das Öffnen der Tür hätte aufgehalten.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo přesně naproti.

 

Vorsitzender Richter:

Wenn wir das einmal richtig zeichnen wollen, dann würde doch hier der Flur gehen bis zur Tür. Hier wäre nun eine Tür, nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

T ady byly dveře.

 

Vorsitzender Richter:

Und hier wäre der Flur und hier die Tür zum Waschraum. Nun sagen Sie, die Tür hätte immer auf- und zugemacht werden müssen. Infolgedessen hing hier ein Vorhang davor.

 

Dolmetscher Benesch:

Byla tam záclona, ta d eka a dveře byly otevřeny.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Tür war gewöhnlich [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Wo standen denn die Gefangenen, die nachher drankommen sollten?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde stáli vězňové, kteří pak měli jít do té světnice?

 

Zeuge Ota Fabián:

Buď byli v tom waschraumu

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

V jakém waschraumu, prosím?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tady odsud

 

Dolmetscher Benesch:

Entweder waren Sie in dem alten Waschraum.

 

Zeuge Ota Fabián:

A také byli někdy přiváděni shora.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ab und zu wurden sie auch von oben aus den Krankenzimmern im ersten Stock heruntergebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Standen hier auf diesem Flur keine Gefangenen?

 

Dolmetscher Benesch:

V tomto prostoru nestáli zajatci?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem je neviděl.

 

Vorsitzender Richter:

Mußten Sie die Leichen an diesen Menschen vorbeitragen, die auch zum Tode bestimmt waren und die hinterher ihre Injektionen bekamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Museli jste nosit mrtvoly kolem vězňů, kteří čekali, až budou odvedeni do té místnosti?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já aspoň ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte.

 

Richter Perseke:

Wie sind die Häftlinge aus Block 28 in den Block 20 hineingeführt worden, zu dieser Arztvorstellung?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak byli voděni vězňové z bloku 28 do bloku 20?

 

Zeuge Ota Fabián:

To se oblékli a přecházeli na 28. blok. No tady s em přišli.

 

Dolmetscher Benesch:

Na, sie zogen sich in Block 28 an und gingen dann nachher über die Stiegen hinein in diesen Raum.

 

Richter Perseke:

Also durch diesen Eingang?

 

Dolmetscher Benesch:

Durch diesen Eingang.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tady, anebo přes dvůr taky šli.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Block 28 haben sie sich ja vorher schon ausgezogen. Sie zogen sich an und gingen von Block 28 in den Block 20.

 

Vorsitzender Richter:

Also

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Oblékli se nebo svlékli se v bloku 28?

 

Zeuge Ota Fabián:

V bloku 28 byli vysvlečeni, pak se museli obléknout a byli převáděni na ten

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren ja in Block 28 zur Untersuchung entkleidet. Und soviel ich weiß, mußten sie sich jedesmal ankleiden und dann in den Block 20 gehen.

 

Vorsitzender Richter:

Waren denn die Leichen, die Sie weggetragen haben, bekleidet oder entkleidet?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly mrtvoly, které jste nosili, oblečené nebo svlečené?

 

Zeuge Ota Fabián:

Svlečené. Některý měl brýle a některý měl jen pásek.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige hatten nur eine Brille, sie waren in der Regel also entkleidet. Einige hatten eine Brille, einige hatten einen Gürtel.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jinak úplně vysvlečené.

 

Dolmetscher Benesch:

Im übrigen völlig entkleidet.

 

Vorsitzender Richter:

Völlig entkleidet. Und wo haben sie sich denn nun völlig entkleidet, wenn sie sich vorher angekleidet haben?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde se svlékali ti lidé, kteří byli oblečení, když přišli do bloku 20?

 

Zeuge Ota Fabián:

To Vám nemohu říci.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich Ihnen nicht sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Danke.

 

Richter Perseke:

Ich habe auch eine Frage. Hat der Block nur einen Seiteneingang gehabt?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl blok ještě vchod ze strany?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten blo k měl vchod ještě ze dvora. A mezi 20. a 21. blokem byl dvůr. A z tohoto dvoru byl vchod!

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, ukažte nám to.

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To bylo někde zde. Zde byl někde vchod.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwischen den Blocks 20 und 21 lag ein Hof.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tady byl blok 21.

 

Dolmetscher Benesch:

Und von dem Hof, der zwischen Block 20 und 21 lag, war noch ein weiterer Zugang zu Block 20.

 

Richter Perseke:

Ja. Und sind die für den Tod Bestimmten nicht durch diesen Seiteneingang hineingeführt worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Nechodili vězňové, kteří byli určeni na smrt, z toho dvora?

 

Zeuge Ota Fabián:

Také chodili. Z 21. bloku přecházeli přímo přes dvůr na 20. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn sie aus dem Block 21 kamen, kamen sie direkt über den Hof in den Block 20.

 

Vorsitzender Richter:

Also vom Seiteneingang.

 

Richter Perseke:

Ja, wenn sie aus dem Block 21 kamen. Wenn sie aus dem Block 28 kamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Když přic házeli z bloku 28

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To přicházeli po ulici.

 

Dolmetscher Benesch:

So kamen sie über die Lagerstraße durch den Haupteingang.

 

Richter Perseke:

Ja, andere Zeugen haben uns aber was anderes gesagt, nämlich daß sie durch einen Seiteneingang hineingeführt worden seien.

 

Dolmetscher Benesch:

Jiní svědkové říkali, že chodili taky z bloku 28 přes dvůr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Je i to možné, že chodili přes dvůr. Já nechci tvrdit, že jsem viděl všechno!

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist durchaus möglich. Ich will nicht behaupten, daß ich alles gesehen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Danke schön.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Já bych chtěl ještě říci, jak jsme prvně přišli na ten blok odnášet mrtvé.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge möchte gerne aussagen, was geschah, als sie zum ersten Mal als Leichenträger eingesetzt wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím.

 

Zeuge Ota Fabián:

Prvně jsme přišli na 20. blok, já jsem byl nový s tím Olivenem. Jmenoval se Franz Oliven. Tenkrát nás poslal kapo Rischler, že budeme nosit mrtvé z 20. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam mit Franz Oliven auf den Block 20. Wir wurden von Kapo Rischler ausgesucht, daß wir die Toten aus dem Block 20 zu tragen haben.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nejenom my, ještě nosili druzí. Nás tam bylo velmi mnoho, já je budu jmenovat, ty leichentrégry.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren nicht nur wir zwei. Es waren mehrere. Ich werde die Namen nennen, die mit mir Leichenträger waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Které pamatuju, jo? Já taky všechny nepamatuju.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Namen, an welche ich mich erinnere.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát jsme přišli na 20. blok a tam v tom waschraumu vpravo byla spousta mrtvých. Nevím přesně, bylo jich víc jak 40.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen auf den Block 20, und in dem Waschraum rechts vom Eingang war eine große Menge Toter. Ich weiß es nicht genau, wie viele es waren. Es waren mehr als 40.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a začli jsme nosit. Tenkrát já jsem řekl Olivenovi , proč nám je nepřivezou k nám. Odkud je přivezli? My jsme nevěděli, co se tam děje. My jsme byli noví.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich fragte meinen Mithäftling Oliven: »Warum bringt man die Toten erst von den Blocks hierher?« weil ich nicht wußte, woher diese Toten kommen, und ich ein neuer Leichenträger war.

 

Zeuge Ota Fabián:

Proč nám je nepřivezli na 28. blok, nač my je máme nosit.

 

Dolmetscher Benesch:

Warum die Toten nicht zu dem Block 28 gebracht wurden, warum wir überhaupt die Toten tragen sollen, das war die Frage, die ich an Franz Oliven stellte.

 

Zeuge Ota Fabián:

A my jsme byli tenkrát slabí. A museli jsme nosit po dvou. Byl příkaz, nosit po dvou. A my jsme je sotva unesli.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren damals sehr schwach, und wir mußten zu zweit tragen. Wir haben es kaum geschafft.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a tenkrát jeden měl brýle, jeden měl pásek – a ti staří vězňové, kteří už nosili, kteří už tam byli, to byli většinou Poláci, ti nám nic neřekli.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, byli nazí?

 

Zeuge Ota Fabián:

Nahé jsme je nosili, jen pásek a brýle měli.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Toten waren nackt, manche haben eine Brille, manche einen Gürtel gehabt. Und die alten Häftlinge, die schon länger Leichenträger waren, haben uns nichts gesagt.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a druhý den se toto opakovalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Am zweiten Tag wiederholte sich das.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tenkrát jsme prvně uviděli vpich a krvavou tečku nad srdcem. Tak teprve jsme přišli sami na to, co se tam děje.

 

Dolmetscher Benesch:

Und erst in den späteren Tagen entdeckten wir einen Einstich und einen Blutstropfen etwa in Herzhöhe. Und dann kamen wir darauf, was in dem Block 20 geschah.

 

Zeuge Ota Fabián:

A měli jsme mrtvé odsud denně, snad mimo neděle.

 

Dolmetscher Benesch:

Nahezu jeden Tag hatten wir Tote im Block 20, außer sonntags.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy jich bylo více, někdy méně, nemohu říct přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war keine gleichbleibende Zahl. Ich kann nicht genau sagen, wie viele es jedesmal waren. Manchmal mehr, manchmal weniger.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, Herr Zeuge, waren Sie auch einmal dabei oder haben Sie einmal mit eigenen Augen gesehen, wenn solche Injektionen vorgenommen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste na vlastní oči, jak byly dávány tyto injekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Viděl. Protože my jsme tam také museli chodit.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es gesehen, denn wir sind auch dorthin gegangen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nejvíce tam chodil nějaký Molka, Ignacy, ten měl jednu ruku, jak já dvě, a nějaký Bąk, Józek Bąk.

 

Dolmetscher Benesch:

Vězňové?

 

Zeuge Ota Fabián:

Leichentrégři to byli.

 

Dolmetscher Benesch:

Am meisten kamen in dieses Zimmer ein gewisser Ignacy Molka und ein gewisser Bąk, beides Häftlinge.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jako nosiči mrtvol, byli.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und was taten die dort?

 

Dolmetscher Benesch:

A co dělali, Molka a Bąk? V té místnosti?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti tam přidrželi ruku tomu, kterého posadil Klehr na stoličku, přes oči nebo přes ústa, když dostával injekci. A hned ho odnesli do waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese beiden Häftlinge hatten die Aufgabe, dem Häftling, den Klehr auf ein Stühlchen gesetzt hatte, einen Arm vor die Augen beziehungsweise vor den Mund zu legen, den übrigen in die Höhe, und den Häftling nach der Injektion in den gegenüberliegenden Waschraum zu tragen. Die Geste haben Sie gesehen. Ich brauche sie nicht wiederholen? [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ja, ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jednou nebyl Bąk přítomen , tak jsem tam byl poslán já.

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal war Bąk nicht anwesend, so wurde ich in diesen Raum geschickt.

 

Zeuge Ota Fabián:

A mimo toho tam chodil ještě Weis. Ten je zde. Já jsem se s ním neviděl 20 let. On vyskoč il z vlaku. Ten tam chodil ponejvíce.

 

Dolmetscher Benesch:

Einer, der auch sehr häufig in diesen Raum ging, ist ein gewisser Weis, den ich hier gesehen habe, den ich 20 Jahre lang nicht gesehen habe vorher.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten tam chodil ponejvíce.

 

Dolmetscher Benesch:

Der ging auch sehr häufig in diesen Raum.

 

Zeuge Ota Fabián:

A když to potom bylo hotové, tohle, tak jsme teprv odnášeli na 28. blok. A ti ještě byli docela teplí.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, já jsem nerozuměl. Když to bylo hotové.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když od Klehra byli hotoví,

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn Klehr seine Tätigkeit beendet hatte, trugen wir die noch warmen Leichen auf den Block 28.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. A mimo Klehra dával tyto injekce ještě jeden Polák, nějaký Pańszczyk.

 

Dolmetscher Benesch:

Außer Klehr gab diese Injektionen auch ein Pole: Pańszczyk.

 

Zeuge Ota Fabián:

A potom ještě jeden, to jméno už jsem zapomněl. Tomu Pańszcykovi Poláci slibovali, že ho rozkrájí na kousky, když ho potom dostanou.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diesem Pańszczyk haben die Polen versprochen, daß sie ihn in Stücke schneiden werden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Český lékař Korn byl nucen dělat to taky. Ten to ale odepØel a byl zavØen na 11. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Obendrein wurde ein tschechischer Arzt namens Korn gezwungen, diese Dinge zu tun. Er lehnte es ab und wurde daraufhin in Block 11 eingesperrt.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie sagten eben, Sie sind selbst in diesen Raum hineingekommen, wo Klehr tätig war. Haben Sie auch selbst gesehen, daß Klehr diese Spritzen verabreichte?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste přišel sám do té místnosti, kde pracoval Klehr. Viděl jste na vlastní oči, jak Klehr dává injekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das habe ich gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie uns ungefähr die Spritze beschreiben, die er dazu benutzt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám popsat, jak vypadala ta injekce, kterou Klehr používal?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to mohu. Nevím přesně, jestli byla na 10 kubíků nebo na víc. Měl tam láhev, byla to jako termoska nebo tak nějak, a v té měl ten fenol. To vylil na takovou misku a z toho to nabíral. A dával. Klehr! Buď

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Popište nám, prosím, tu injekci. Jak vypadala.

 

Zeuge Ota Fabián:

No injekční stříkačka to byla. Normální, jakou se dávají injekce.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine normale Spritze, etwa zehn Kubik oder auch größer. Der Injektionsstoff war in einer Flasche, die einer Thermosflasche ähnlich gesehen hat. Klehr schüttete auf eine Glasschüssel, — skleněnou?

 

Zeuge Ota Fabián:

Myslím, že to nebyla skleněná, na takovou misku nějakou, to já nevím přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf ein Schüsselchen, er weiß nicht genau, aus welchem Stoff dieses Schüsselchen bestand. Und von dort füllte er diese Injektionsspritze.

 

Vorsitzender Richter:

Hatte Klehr dabei eine Schürze um oder einen weißen Kittel an?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl Klehr přitom zástěru nebo bílý plášť?

 

Zeuge Ota Fabián:

Měl. Takovou gumovou zástěru i bílý plášť si oblékal. Mimo toho jsem viděl Klehra, jak dal dvěma, ty přivedli tenkrát myslím z politického oddělení a to udělal Klehr na 28. bloku, v malém operačním sále.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, daß Klehr eine Gummischürze trug. Er trug auch ab und zu einen weißen Mantel. Obendrein habe ich gesehen, daß Klehr auch auf dem 28. Block diese Spritzen verabreicht hat, an zwei Häftlinge, die

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty přivezli z politického oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Von der Politischen Abteilung direkt in den Block 28 gebracht wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Wo wurden in dem Block 28 diese Injektionen gemacht?

 

Zeuge Ota Fabián:

Na malém operačním sále. Já jsem rozuměl dobře.

 

Dolmetscher Benesch:

Im kleinen Operationssaal in Block 28.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und können Sie uns noch sagen, wie viele Menschen mindestens an einem solchen Tag getötet wurden, wenn Sie da dabei waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám říct, kolik asi lidí bylo za jeden den tímto způsobem usmrceno, když jste u toho byl?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, nebylo to vždycky stejné, to už jsem řekl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nejméně...

 

Zeuge Ota Fabián:

40 i více, vždyť my jsme to ani nepočítali. Protože ti Poláci, kteří s námi nosili, byli tam už dlouho, ti nakládali na nosítka taky po třech. To jsme přišli do waschraumu a tam byla celá spousta. My jsme je nepočítali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann diese Zahl nicht genau festlegen. Es waren manchmal 40, manchmal weniger, auch mehr. Obendrein kann ich die Zahl auch deswegen nicht nennen, weil meine Mithäftlinge, vor allem die Polen, die auch als Krankenträger eingesetzt waren, oft drei Leichen auf eine...

 

Vorsitzender Richter:

Bahre.

 

Dolmetscher Benesch:

Tragbahre geladen haben und dann wegtrugen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wann das gewesen ist ungefähr, wie Sie den Klehr beobachteten bei diesen Injektionen?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdy to asi bylo, když jste viděl Klehra dávat injekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Přesně Vám to nemohu říct, ale bylo to tak asi měsíc nebo půl druhého měsíce po té, co jsem přišel do tohoto leichenkomanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to bylo, prosím, jaký rok a jaký měsíc asi?

 

Zeuge Ota Fabián:

43. Já nevím, byl to květen nebo konec dubna, to nemohu říci. Já nechci lhát.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann nicht ein genaues Datum sagen. Es war etwa einen Monat oder anderthalb Monate, nachdem ich dem Leichenträgerkommando zugeteilt wurde. Nach meiner Schätzung also Ende April oder im Laufe des Mai des Jahres 1943.

 

Vorsitzender Richter:

Waren die Menschen, die solche Injektionen bekommen haben, sofort tot? Oder kam es auch vor, daß welche in dem Waschraum waren, die noch nicht gestorben waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli vězňové, kteří dostali tyto injekce, ihned mrtví nebo se také stalo, že v té koupelně na pravé straně leželi a ještě žili?

 

Zeuge Ota Fabián:

Některý byl mrtvý ihned a některý v tom waschraumu – ještě, když jsem je nosil, když jsem je odtahoval – tak některý teprv v tom waschraumu dodýchal asi.

 

Dolmetscher Benesch:

Darauf kann ich so antworten: Einige waren sofort tot, einige haben ihren letzten Atemzug

 

Zeuge Ota Fabián:

Ve chvilce.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einer Weile in diesem Waschraum getan.

 

Vorsitzender Richter:

Aber was Sie aus dem Waschraum weggetragen haben, waren nur Leichen? Es waren da keine lebenden Menschen mehr darunter?

 

Dolmetscher Benesch:

Co pak jste odnášeli z této světnice, to byly jenom mrtvoly?

 

Zeuge Ota Fabián:

To byli už mrtví, to už byli stoprocentně mrtví.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren hundertprozentig tot.

 

Vorsitzender Richter:

Nun hatten Sie uns vorhin gesagt, daß in dem Block 28 mitunter auch Klehr die Entscheidung getroffen hätte, wer getötet werden sollte und wer in die Krankenblocks aufgenommen wurde. Haben Sie das mehrmals gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste říkal, že v bloku 28 taky někdy Klehr rozhodoval, kdo přijde do bloku 20 nebo na blok 19, 21 a jiné bloky, když tam nebyl SS lékař. [...] Víte, kolikrát se to stalo?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nemohu říci, protože já jsem tam zase nebyl tolikrát v té světnici, ale o tomhle by Vám mohl více říci Weis, který je zde. Ten byl läufr a ten tam byl většinou, na této světnici.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann nicht sagen, wie oft Klehr diese Tätigkeit ausgeübt hat, darüber kann Weis, der Läufer auf Block 28 war, mehr aussagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und war in diesen Fällen, in denen Sie das beobachtet hatten, kein SS-Arzt zugegen?

 

Dolmetscher Benesch:

A byl v případech, když vy jste sám viděl, že Klehr rozhodoval o osudu vězňů, byl tam SS lékař nebo ne?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. To tam nebyl SS lékař.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war kein SS-Arzt zugegen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Dann möchte ich doch in diesem Zusammenhang gleich mal den Angeklagten Klehr fragen. Sagen Sie mal, Klehr, der Zeuge macht doch hier nun ganz eindeutige Aussagen, und zwar einmal über die Tötung der Leute. Daß also Sie es waren, der die Spritzen gegeben hat.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, was ich getan habe, habe ich zu meiner Vernehmungssache bereits bekundet.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich möchte Sie aber jetzt grade zu diesen ganz präzisen Bekundungen dieses Zeugen hören.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, erst mal bin ich [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und zwar sagt dieser Zeuge, es war Ende April/Anfang Mai 1943.

 

Dolmetscher Benesch:

Verzeihung, im Laufe des Mai hat der Zeuge ausgesagt.

 

Vorsitzender Richter:

So, im Laufe des Mai. Ende April oder im Laufe des Mai 1943. Das ist zunächst einmal ein sehr wichtiges Datum, das Sie bisher immer bestritten haben.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, wichtig ist auch, daß ich den Zeugen überhaupt nicht kenne. Das ist noch viel wichtiger. Ich bin im Jahre 43 überhaupt gar nicht im Stammlager gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das haben Sie uns wiederholt gesagt.

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Ich habe auch mit Hantl keinen Dienst gemacht im Stammlager. Was der Zeuge alles behauptet. Wenn der Zeuge schon im Krankenbau als Leichenträger eingesetzt gewesen sein will, dann aber, wo ich nicht mehr da war. Ich kenne jeden Häftling, der hier als Zeuge auftreten tut, der bei den Leichenträgern war, weil in meiner Zeit, wo ich im Stammlager war, das Leichenträgerkommando nur aus vier Mann bestanden hat. Und die kenne ich jederzeit wieder. Ich kenne sogar den Kapo wieder, der beim Leichenträgerkommando war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also würden Sie bitte dem Zeugen sagen

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Přeložte mi to, přeložte mi to.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Der Angeklagte Klehr bestreitet, zu dieser Zeit noch dort tätig gewesen zu sein, und er bestreitet insbesondere, diesen Zeugen überhaupt zu kennen.

 

Dolmetscher Benesch:

Obžalovaný Klehr zapírá, že by byl v roku 43 v hlavním táboře

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Dann nehmen Sie mal Platz

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

A zapírá, že Vás vůbec zná.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nehmen Sie mal Platz, Klehr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak já bych to Klehrovi připomenul.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich könnte Klehr daran erinnern.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jestli si Klehr vzpomíná, jak já s Kostkem Misztalem jsme šli z 21. bloku na 20. blok. Kostek Misztal byl polský chlapec. Tam stálo kolo a ten Kostek Misztal se na tomto kole svezl. Ať Klehr řekne, co udělal s Kostkem Misztalem!

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam mit einem jungen Polen, Kostek Misztal, aus Block 21 über den Hof auf Block 20. Und dort stand ein Fahrrad. Der junge Pole Kostek Misztal stieg auf dieses Fahrrad. Klehr soll uns doch sagen, was er mit diesem Jungen gemacht hat.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, ich habe kein Fahrrad in Auschwitz besessen.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, nicht daß Sie eins besessen haben sollen. Der Zeuge sagt, es stand ein Fahrrad in dem Hof, und der Junge hat aus Übermut dieses Fahrrad bestiegen. Und da sollen Sie dazugekommen sein. Und er soll Ihnen doch sagen, was Sie dann mit ihm gemacht hätten.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, ich habe Ihnen schon gesagt, ich habe kein Fahrrad gehabt. Und in den Krankenbau ist auch keiner mit dem Fahrrad reingekommen. Und zweitens mal habe ich mit dem Jungen, wie der Zeuge mich beschuldigt, nicht das geringste zu tun.

Wenn in einem HKB einer mit dem Rade gekommen ist, dann habe ich das wissen müssen. Ob das einer von der Politischen Abteilung war oder ob das einer von der Lagerleitung war. Dann hätte er sich bei mir im SDG-Zimmer gemeldet, das und das hat er vor, und da hätte ich doch das Fahrrad sehen müssen. Und im Hof 20 zwischen Block 20 und 21 hat kein Fahrrad gestanden.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sollen nicht nur das Fahrrad gesehen haben, sondern Sie sollen auch gesehen haben, daß der junge Mensch auf diesem Fahrrad gefahren ist. Und dann sollen Sie ihn entsprechend heruntergeholt haben und sollen mit ihm etwas angestellt haben.

 

Angeklagter Klehr:

Das bestreite ich auf das entschiedenste.

 

Vorsitzender Richter:

Bestreiten Sie auch.

 

Dolmetscher Benesch:

Popírá.

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Herr Direktor, ich hätte noch mal eine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Klehr:

Darf ich noch mal die Skizze sehen, die der Zeuge angefertigt hat?

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, das dürfen Sie haben. Geben Sie die Skizze mal raus. Lassen Sie es ihn sehen.

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

[unverständlich] Kann erklären, wie das geht.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte? Ja.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Nehmen Sie Ihre eigene mit.

 

Vorsitzender Richter:

Geben Sie sie her. [Pause] Hier sei die Treppe gewesen.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl. Und hier ist noch eine.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Hier sei der Waschraum gewesen.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Hier sei das Zimmer gewesen, in dem Sie tätig gewesen seien.

 

Angeklagter Klehr:

Das ist der Flur, der Korridor.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und dieses Zimmer hätte hier ein Fenster gehabt und hier ein Fenster.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Da sei der Korridor gewesen, hier hinten sei noch ein alter Waschraum gewesen. Und hier sei die Treppe heraufgekommen oder hinaufgegangen in den ersten Stock. Und hier sei auch noch ein Eingang gewesen, durch den die Leute hineingekommen wären, die von Block 21 gekommen seien, während im allgemeinen die Häftlinge hier herauf

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Ich habe mir hier erlaubt, auch eine kleine Zeichnung zu machen, nur so. Hier ist die genaue Beschreibung: Hier ist der Ambulanzraum, wo die Injektionen durchgeführt worden sind. Hier ist der Eingang von der Straße, hier ist der Waschraum, hier ist der Korridor.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Klehr:

Und hier ist der Korridor in den Hof zwischen Block 20 und 21. Wenn jetzt der Zeuge sagt, die Kranken wurden hier reingeführt von 28.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Göllner:

[unverständlich] das bitte aus. Verzeihung, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Göllner:

Das ist 20 und 21 nebeneinander. Da kann man sehen, wie [unverständlich]

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Das ist 20 und 21.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Klehr:

Wenn die [Häftlinge] jetzt, wie der Zeuge sagte, von 28 nach Block 20 geführt worden sind, dann wurden die [Häftlinge] von 28 hier durch das Tor geführt, und dann kamen sie hier rein, und dann kamen sie in dieses Zimmer, neben der Ambulanz. Oben in den ersten Stock sind die Kranken niemals hingekommen. Der war abgeschlossen.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Hat er auch nicht gesagt.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, nein, er hat gemeint, wenn Kranke vom ersten Stock hier zur Injektion geholt worden sind, dann sind sie diese Treppe hier heruntergekommen [unverständlich]

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Ja, und wo haben dann die Kranken gestanden, die sie von 28 hier

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Hat er gesagt, das wisse er nicht. Möglicherweise hier hinten in dem alten Waschraum, der da gewesen sei.

 

Angeklagter Klehr:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Im übrigen wisse er es nicht.

 

Angeklagter Klehr:

Die Kranken wurden hier reingeführt und gingen in den Flur, und in dieses Zimmer kamen sie. Das war ein Pflegerzimmer. Dort waren diese Kranken untergebracht, bis sie [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

[unverständlich] weiß ich nicht, wo die waren. Die waren jedenfalls nicht

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

Und zu meiner Zeit war hier kein Vorhang, wie der Zeuge sagt. Bei mir hat hier überhaupt kein Vorhang bestanden.

 

Richter Perseke:

Wo war denn der Vorhang?

 

Angeklagter Klehr:

Ja, in meiner Zeit war kein Vorhang da, Herr Richter.

 

Richter Perseke:

Gar keiner?

 

Angeklagter Klehr:

Nein, da muß erst nach meiner Zeit ein Vorhang eingerichtet worden sein. Der Zeuge [ Głowacki ], der behauptet ja sogar, daß in diesem Raum ein Vorhang war, der abgetrennt war, in seinem

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Nein, also das muß ein Irrtum sein, denn wir haben jetzt den Vorhang immer nur

 

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

Auf dem Korridor

 

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

Quer über den Korridor.

 

Vorsitzender Richter:

Auf dem Flur.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, wenn der Korridor vorhanden gewesen war, dann muß der Vorhang erst nach meiner Zeit angebracht worden sein. Wo ich in Block 20 diesen Befehl ausführen mußte, war kein Vorhang da.

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Das erste Mal, daß Sie das erzählen.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, ich bin ja nicht danach gefragt worden. Ich mußte ja [unverständlich] an der einhaken, wo ich dann auf diesem Gebiet zu sprechen komme.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, dann nehmen Sie mal wieder Platz.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Staatsanwalt Kügler hat schon gesagt, daß kein Vorhang da war.

 

Zeuge Ota Fabián:

Můžete mi přeložit, co říkal [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich bitte dem Zeugen übersetzen, was

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bitte sehr.

 

Dolmetscher Benesch:

Bisher ausgesagt wurde? — Obžalovaný řekl, že záclona, tedy ta deka, tam nebyla, když on tam byl. Že ne mocní vězňové nebyli nikdy voděni nahoru do prvního poschodí, a že čekali na chodbě.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak na to odpovím: Ta deka tam byla a Klehr tady sprostě lže! Sprostě lže! Byla tam deka, ti nemocní nebyli voděni všichni do prvního. Z prvního byli dolů voděni ti vězňové, co byli vybráni na 20. bloku a byli dává ni do toho waschraumu vzadu. A taky řeknu, co Klehr udělal s Kostkem Misztalem.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge beharrt darauf, daß der Angeklagte Klehr lügt. Und er beharrt auf seiner Aussage, daß die Gefangenen im hinteren Waschraum warten mußten, bis sie an der Reihe waren. Darüber hinaus möchte er aussagen, was der Angeklagte Klehr mit dem Kostek Misztal, mit dem jungen Polen, gemacht hat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Das wollen wir gleich hören. Jetzt möchte ich aber zunächst noch mal von Klehr was hören. Sie haben eben gehört, daß der Zeuge auch ausgesagt hat: Wenn kein SS-Arzt da war, hat Klehr entschieden, ob die Kranken, die sich da gemeldet hatten, die sogenannten Arztvorsteller, getötet werden sollten oder ob die aufgenommen werden sollten in den Krankenbau. Stimmt das?

 

Angeklagter Klehr:

Nein, Herr Direktor. Wie ich als SDG eingeteilt war, so war jeder Arzt im Stammlager eingeteilt. Es ist nie vorgekommen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wie? Moment. So war jeder Arzt im Stammlager eingeteilt?

 

Angeklagter Klehr:

Also, ich will nicht den Vergleich bringen. So wie ich als SDG im Stammlager eingeteilt war, so war im Stammlager jeweils ein Arzt eingeteilt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das wissen wir.

 

Angeklagter Klehr:

Und es ist nie vorgekommen, daß der Lagerarzt nicht die »Arztvorsteller« vorgenommen hat. Der Arzt war jeden Tag im Lager. Genauso lange, wie ich im Lager war, nur daß ich eine Stunde früher da war wie der Lagerarzt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber es ist uns doch jetzt schon von verschiedenen Zeugen erzählt worden, daß Sie diese Entscheidung getroffen hätten.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, ich sage nur die Wahrheit, daß ich die Entscheidung nicht treffen konnte und nicht getroffen habe.

 

Vorsitzender Richter:

Gut, dann nehmen Sie wieder Platz. Nun, wollte der Zeuge noch erzählen, was der Klehr mit diesem jungen Mann gemacht hätte, der auf dem Fahrrad gefahren ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Zkuste vypravovat o tom mladém Polákovi.

 

Zeuge Ota Fabián:

Prosím Vás, budu vyprávět, ale chtěl bych, kdybyste mně přeložil, co Klehr řekl a já bych chtěl na to odpovědět.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich übersetzen, was Klehr eben ausgesagt hat?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr řekl, že nikdy sám nerozhodoval a že vždy tam byl lékař SS, že nikdy tam prakticky sám nebyl.

 

Zeuge Ota Fabián:

Chtěl bych říct, pane předsedo, že Klehr rozhodoval sám! Lže, lže! Několikrát, Klehr!

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte ganz entschieden aussagen, Herr Vorsitzender, daß Klehr allein wiederholt entschieden hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

A pan předseda uvidí, že co budu vypovídat já, že se držím pravdy! Že budu vypovídat o Hantlovi a budu vypovídat o dalších. To soud sám uvidí.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich halte mich an die Wahrheit. Ich werde unter Beweis stellen, daß ich die Wahrheit sage.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, darf ich mal...

 

Vorsitzender Richter:

Was wollten Sie denn noch?

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, wenn ich Sie bitten darf, den Angeschuldigten Hantl zu fragen, ob ich mit dem Angeschuldigten Hantl Dienst gemacht habe im Stammlager. Das ist doch der beste Beweis. Der Hantl muß doch sagen, ob ich mit ihm zusammen Dienst gemacht habe.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Der Zeuge hat den Namen Hantl zwar vorhin einmal erwähnt, aber er hat noch kein Wort über die Tätigkeit des Hantl gesagt. Da wollen wir erst mal abwarten, was der Zeuge darüber zu sagen hat, nicht.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

So. Nun, bitte schön.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, co se stalo s tím mladým Polákem?

 

Zeuge Ota Fabián:

Kolo stálo u 20. bloku, když jsme přišli a on se svezl na tom kole.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Rad stand am Block 20, als wir kamen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na zdi stálo.

 

Dolmetscher Benesch:

Also an die Wand gelehnt, und er fuhr mit diesem Rad.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na levé straně od vchodu. To pamatuji, jak dnes!

 

Dolmetscher Benesch:

Das Rad stand auf der linken Seite vom Eingang. Daran erinnere ich mich, wie wenn es heute wäre.

 

Zeuge Ota Fabián:

Kostek se svezl a vtom vyšel Klehr na dvůr.

 

Dolmetscher Benesch:

Der junge Kostek fuhr auf dem Rad, und in dem Augenblick kam Klehr auf den Hof.

 

Zeuge Ota Fabián:

Kývl na něj takto rukou

 

Dolmetscher Benesch:

Er winkte ihn herbei mit der Hand.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Kolo musel postavit

 

Dolmetscher Benesch:

Er mußte das Rad an die Wand stellen, da.

 

Zeuge Ota Fabián:

A teď ho nechal dělat dřepy, nevím kolik, bylo jich mnoho, snad 200, snad méně, snad více.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ließ ihn Kniebeugen machen, ich weiß nicht, wie viele es waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak ho zkopal

 

Dolmetscher Benesch:

Dann trat er ihn.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ztloukl. My jsme ho museli odnést a on nemohl asi dva nebo tři dny chodit.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann schlug er ihn noch so, daß wir ihn forttragen mußten und der Junge zwei bis drei Tage nicht gehen konnte.

 

Zeuge Ota Fabián:

A když se na tohle Klehr nepamatuje, pak sprostě lže!

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn sich Klehr daran nicht erinnert, dann lügt er.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben dieses Ereignis in unbedingter Erinnerung, und Sie wissen auch bestimmt, daß es sich dabei um Klehr handelte?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy víte tedy přesně, že se jedná o Kl ehra.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přesně!

 

Dolmetscher Benesch:

A pamatujete se taky přesně na celý případ, bezpodmínečně.

 

Zeuge Ota Fabián:

Bezpodmínečně, přesně se na tohle pamatuji!

 

Dolmetscher Benesch:

Ganz genau und ohne jeden Vorbehalt, ohne jede [unverständlich] erinnere ich mich an diesen Vorfall. Und ich weiß auch genau, daß es Klehr ist.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso haben Sie eigentlich den Namen dieses SDG Klehr erfahren?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak jste s e vůbec dozvěděl jméno SDG Klehra?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jak jsem se to dozvěděl? To bylo docela lehké, protože ti, kteří už tam byli před námi, Poláci, nám to vždycky řekli, vždyť už tam byli celou dobu, ti staří. A lékaři.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war sehr leicht, weil die Polen, die vor uns ja schon längere Zeit da waren, uns die Namen gesagt haben, auch die Ärzte.

 

Vorsitzender Richter:

Auch die Ärzte. Also das sind die Gefangenenärzte gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vězeňští lékaři?

 

Zeuge Ota Fabián:

Vězeňští lékaři.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie auch etwas davon, daß Klehr in den Krankenbaracken Häftlinge ausgesucht hat, die in die Gaskammern kommen sollten?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte také něco o tom, by že Klehr vybíral v bloku nemocné vězně, kteří pak přišli do plynové komory?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to vím, ale to já jsem nebyl přítomen, to vím od českých lékařů, mohl bych některé jmenovat.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es nur von tschechischen Ärzten. Ich war selbst nicht zugegen. Ich kann aber die Namen dieser Ärzte nennen.

 

Vorsitzender Richter:

Was haben die Ihnen erzählt?

 

Dolmetscher Benesch:

Co Vám vypravovali lékaři?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti mně vždycky řekli, že byla »vybírka«, že se v ybíralo, že vybíral Klehr. Buď vybíral s Entressem, doktor Entress vybíral velmi často.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie haben mir gesagt, daß wieder einmal eine Selektion stattgefunden hat, und zwar durch Klehr, der sehr häufig mit Doktor Entress ausgesucht hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

A někdy že vybíral samotný Klehr!

 

Dolmetscher Benesch:

Und auch, daß Klehr manchmal allein diese Auswahl traf.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Ihnen das die tschechischen Ärzte bereits dort und damals im Lager Auschwitz erzählt?

 

Dolmetscher Benesch:

Říkali Vám to čeští lékaři již v táboře? V Auschwitz, v Osvětimi?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, již v táboře a mohu Vám je jmenovat. Zrovna tak já jsem jim vždy vyprávěl, kolik bylo zastřelených na 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war bereits im Lager, und auch ich habe den Ärzten schon im Lager erzählt, wie viele Erschossene auf Block 11 waren zum Beispiel.

 

Vorsitzender Richter:

Also Sie haben Ihre Kenntnis von den tschechischen Ärzten bereits im Jahr 43 im Lager Auschwitz bekommen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy o tom tedy víte od roku 43, jak jste ještě byl v táboře v Osvětimi, od českých lékařů.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždyť já jsem s některými vůbec nemluvil, ani nevím, jestli některý dnes ž ije.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß ja gar nicht, ob einige von diesen Leuten heute noch leben.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns nunmehr erzählt von dem Angeklagten Klehr, was Sie mit ihm erlebt haben. Haben Sie auch Leichen wegbringen müssen aus dem Block 11?

 

Dolmetscher Benesch:

Pane svědku, Vy jste nám vyprávěl o obžalovaném Klehrovi. Musel jste taky nosit mrtvoly z bloku 11?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsem musel a to jich byly tisíce, které jsem z bloku 11 nemusel nosit, ale které jsem tam nakládal. A občas jsme tyto mrtvé nosili.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren sehr viele. Ich mußte Tausende aus dem Block 11 aufladen dort. Wir haben einige getragen und einige dort gleich aufgeladen. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Já bych vysvětlil, které mrtvé jsme nosili na 28. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte erklären, welche Toten wir zum Block 28 getragen haben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Vordem Sie das tun, Herr Zeuge, möchte ich von Ihnen folgendes erfahren: Wann sind Sie denn auf den Block 11 gekommen, das heißt während der Erschießungen, nach den Erschießungen oder wann sonst?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste přišel na blok 11? Před zastřelením, mimo zastřelení nebo po zastřelení?

 

Zeuge Ota Fabián:

Před zastřelením. Když byla velká poprava, Poláci říkali »rozwałka«, tak vždycky před zastřelením. A tam jsme velmi dlouho čekali v pravém rohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kam jedesmal vor den Erschießungen hin. Wenn eine große Hinrichtung war – die Polen nannten es »rozwałka«–, mußten wir oft recht lange dort in der Ecke warten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože tu dobu, když jsme tam čekali, tak se dole v bunkru vybíralo.

 

Dolmetscher Benesch:

In der Zwischenzeit, während wir warteten, wurde unten im Bunker ausgesucht.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, das müssen wir jetzt ganz genau von Ihnen wissen. Zunächst: Durch welchen Eingang sind Sie hineingegangen auf Block 11, und wo sind Sie da hingegangen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jakými dveřmi jste vešel do bloku 11 a kde?

 

Zeuge Ota Fabián:

Pane př edsedo, chodil jsem tam dlouho, ale nikdy jsem nešel hlavním blokem. Vždycky jsem šel jen vraty do toho jedenáctého bloku. A postavili jsme se do pravé strany. Taky mohu zde prohlásit

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Pardon, pardon, Moment. Ich ging nie durch den Haupteingang, sondern stets nur durch das Tor. Und wir haben uns auf der rechten Seite aufgestellt.

 

Vorsitzender Richter:

Verstehen Sie unter Tor den Eingang von der Straße unmittelbar in den Hof?

 

Dolmetscher Benesch:

Rozumíte tím, když říkáte vrata, vchod do dvora?

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Na dvůr. Jedině do dvora.

 

Dolmetscher Benesch:

Er meint nur den Eingang zum Hof. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Ani jednou jsem nešel blokem a také jsem na 11. bloku nebyl dál, než ve waschraumu a na té chodbě u waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Durch den Block bin ich nie gegangen, ich war im 11. Block drin, nur im Waschraum und im Gang vor dem Waschraum.

 

Vorsitzender Richter:

Und was haben Sie dort getan in dem Waschraum und in dem Gang vor dem Waschraum?

 

Dolmetscher Benesch:

A co jste tam dělal?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak ve waschraumu také byli zastřeleni lidé v jednotlivých případech.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Waschraum wurden einzelne Häftlinge erschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A do waschraumu jsme také museli poprvně donést mrtvolu, kde se bralo lidské maso.

 

Dolmetscher Benesch:

Und in den Waschraum mußten wir auch das erste Mal Leichen hineinbringen, denen Menschenfleisch entnommen wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Also Leichen von dem Hof?

 

Dolmetscher Benesch:

Mrtvoly ze dvora?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, já budu vyprávět, jak to celé bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte es erklären, wie es insgesamt gewesen ist. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

To byl takový velký obr, snad o hlavu, o půl druhé nebo o dvě větší, než jsem byl já. Byl to cikán.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein Zigeuner, etwa um anderthalb bis zwei Köpfe größer als ich.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl silný, obr to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein großer Mann, ein Riese nahezu.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ten šel k Černé stěně, to byl jediný, co vím, šel v botech, polobotky měl, jinak byl nahý.

 

Dolmetscher Benesch:

Der ging zur Schwarzen Wand in Halbschuhen – der einzige Fall, den ich gesehen habe –, ansonsten war er nackt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Po jedné ráně zezadu, byl střelen zezadu, po jedné ráně padl a ani se nezamlel a ty boty se mu vyzuly.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einem Schuß, den er von hinten bekam, fiel er nieder, und die Schuhe zogen sich ihm aus.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsme dostali příkaz, odnést ho do koupelny, do waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann bekamen wir den Befehl, die Leiche in den Waschraum zu bringen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tento muž byl zastřelen nakonec. Předtím jich bylo zastřeleno více.

 

Dolmetscher Benesch:

Und das war die letzte Hinrichtung an diesem Tage. Vorher waren mehrere hingerichtet worden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak jsme odešli a šli jsme pro vůz, protože jsme ty mrtvé odváželi do našeho krematoria, do krematoria I.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann gingen wir fort und holten den Wagen, weil wir diese Leichen in das Krematorium I gebracht haben.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsme naložili mrtvé, které jsme měli u 10. bloku

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir die Toten eingeladen hatten, die bei Block 10 lagen

 

Zeuge Ota Fabián:

Na dvoře, u kanálu

 

Dolmetscher Benesch:

Auf dem Hof, beim Kanal

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak jsme šli pro toho cikána do koupelny.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann gingen wir, um diesen großen Zigeuner aus dem Waschraum des Blocks 11 zu holen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A co jsme tam viděli, na to nezapomenu.

 

Dolmetscher Benesch:

Was ich dort gesehen habe, kann ich nicht vergessen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl ořezán, na prsou, nohy, ruce.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ihm Fleisch herausgeschnitten worden auf der Brust, an den Armen und an den Beinen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě jsem zapomněl dodat, že když jsme ho nesli do toho waschraumu, tak tam bylo několik SS v bílých pláštích

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe vergessen, vorhin hinzuzufügen: Als wir die Leiche von der Schwarzen Wand in den Waschraum trugen, waren dort etliche SS-Leute in weißen Mänteln.

 

Zeuge Ota Fabián:

A měli tam chirurgické nástroje v takové dřevěné kazetě.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie hatten eine Holzkassette chirurgischer Instrumente dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát jsme mysleli, že cikán něco spolknul a že mu to chtějí vyndat.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals nahmen wir an, daß dieser Zigeuner etwas verschluckt hat, und sie wollten es herausnehmen.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a když jsme potom šli pro něj a viděli jsme to, museli jsme se vrátit na 28. blok pro truhlu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als wir dann ihn holen kamen in den Block 11, mußten wir zurückgehen zum Block 28 und einen Sarg holen.

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme tam měli truhly, to byly dřevěné truhly a ty byly vyplechované.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren hölzerne Kisten, die innen mit Blech ausgeschlagen waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme ho naložit do truhly

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten ihn in diese Kiste legen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A na takovém vozíku, dvoukolečkovém, ten jsme tam měli, jsme ho potom vezli do krematoria zvlášť.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir fuhren ihn auf so einem zweirädrigen Wagen, wie wir sie im Lager hatten, in das Krematorium, extra.

 

Zeuge Ota Fabián:

Po této době se toto dosti často opakovalo, toto maso se bralo.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach dieser Zeit geschah es öfter, daß Leichen Fleisch entnommen wurde.

 

Zeuge Ota Fabián:

A potom se to bralo hodně na ženách, na silnějších ženách.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann wurde es sehr häufig von stärkeren Frauen entnommen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nejvíce to bylo potom v létě roku 1944.

 

Dolmetscher Benesch:

Am meisten war es im Sommer des Jahres 1944.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns eben die Hinrichtung von diesem Zigeuner geschildert. Wissen Sie noch, wer den Mann erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte ještě, pane svědku, kdo toho cikána zastřelil?

 

Zeuge Ota Fabián:

Kdo to hoto cikána zastřelil, to nevím. To bych lhal. A já nechci lhát.

 

Dolmetscher Benesch:

Wer diesen Zigeuner erschossen hat, weiß ich nicht. Wenn ich einen Namen nennen würde, müßte ich lügen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie sagten uns, Sie seien sehr häufig bei Exekutionen zugegen gewesen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl, že jste byl velmi často u exekucí v bloku 11.

 

Zeuge Ota Fabián:

Velmi často, protože jsem byl mladý, hodně jsem tam chodil. Mohu jmenovat, kdo tam hodně chodil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war sehr jung, und darum war ich häufig dort eingeteilt. Ich kann auch die Namen derer nennen, die mit mir häufig dorthin kamen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das können Sie auch tun. Und dann, bitte, sagen Sie uns, wen Sie dort bei diesen Erschießungen von SS-Leuten gesehen haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám napřed říct

 

– Schnitt –

 

Zeuge Ota Fabián:

Markovski, Štěpán Markovski.

 

Vorsitzender Richter:

Der Kostek Misztal, das war derselbe, der auf dem Fahrrad gefahren ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl to, jako na tom

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ano, to byl ten stejný.

 

Dolmetscher Benesch:

Markowski?

 

Zeuge Ota Fabián:

Markovski Štěpán

 

Dolmetscher Benesch:

Stefan Markowski.

 

Zeuge Ota Fabián:

Bąk, Józek.

 

Vorsitzender Richter:

Wie schreibt sich der Bąk? [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Er weiß nicht genau, wie der Name geschrieben wurde. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Józek. A ten Bąk, ten vím, že ten je z Jasło.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er ist irgendwo von Jasło.

 

Zeuge Ota Fabián:

To vím přesně, že byl z Jaszla.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich genau.

 

Zeuge Ota Fabián:

A měl doma, to říkal, že má doma půjčovnu kol.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er hatte zu Hause einen Fahrradverleih. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Dále Molka, Ignacy. Ten měl jednu ruku, jako já dvě. Byl to nějaký sedlák.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein gewisser Ignacy Molka, ein sehr großer Mensch, der eine Hand so groß hatte wie ich zwei. Es war ein Bauer. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom tam byl, kapo byl Rischler, to už jsem řekl.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kapo war Rischler, wie ich schon gesagt habe. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Zając.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein gewisser Zając. [...]

 

Nebenklagevertreter Raabe:

[unverständlich] Zając sein. Es wurde uns immer gesagt, daß er Zajonc sich ausspreche.

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Saians, Zając, já ty jména přesně nevím.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und wieso können Sie sich eigentlich daran erinnern, wie diese Namen geschrieben waren, wenn Sie sagen, hinten mit C oder mit einem Häkchen

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Verzeihung, Herr Direktor, die Bemerkung C kam von mir.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. So.

 

Dolmetscher Benesch:

Die kam nicht vom Zeugen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie sagten vorhin zum Beispiel bei dem Bond, da war über dem D ein Häkchen. Wieso können Sie uns das sagen? Das würde mich mal interessieren.

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to můžete říct, že u toho Bonka byl nějaký háček?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem vi děl, jak se psal. Ale to já nepamatuji. Já jsem se polsky například nenaučil říct kněz, a že jsem mluvil tenkrát dobře polsky.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es einmal gesehen, wie der Name geschrieben wurde. Aber ich habe es vergessen. Ich habe auch niemals, obwohl ich gut polnisch reden könnte, gelernt zum Beispiel, wie man auf polnisch Priester sagt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nein, mich interessiert das nur aus folgendem Grunde: Ich will nur wissen, ob der Zeuge die Namen, die er uns jetzt nennt, nachträglich irgendwo gelesen hat und sie uns jetzt hier bekanntgibt oder ob er dort schon diese Namen gewußt hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste někde v novinách dneska tato jména nebo jste je viděl již v koncentračním táboře?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jse m v žádných novinách neviděl. To vím od nás. Vždyť jsem s nimi byl denně, vždyť jsem s nimi žil. Celou dobu jsem s nimi žil. Hnedle dva roky, oni potom odešli. A já budu jmenovat ještě další.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es nicht irgendwo gelesen, sondern ich habe damals mit diesen Leuten gemeinsam gelebt und gemeinsam gearbeitet, und ich kann noch weitere nennen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Oni mně říkali Pepík, jako každému Čechovi. Čech u Poláků byl Pepík.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie nannten mich Pepik, wie die Polen allgemein alle Tschechen genannt haben.

 

Zeuge Ota Fabián:

Dále tam byl Karol Namysłowski .

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein weiterer dort: Karol Namysłowski . [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeho otec byl dirigent. To nám vykládal, že byl i na turné někde v Americe.

 

Dolmetscher Benesch:

Sein Vater war Dirigent, wie er uns erzählte, und er war auf einer Tournee in Amerika.

 

Zeuge Ota Fabián:

A on sám byl důstojník polské armády.

 

Dolmetscher Benesch:

Er selbst war Offizier der polnischen Armee.

 

Zeuge Ota Fabián:

Dostával velmi často balíčky, ten Namysłowski.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er bekam recht häufig Päckchen.

 

Vorsitzender Richter:

Und welche SS-Leute waren

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Potom tam byl ještě Weis, ten tam byl ještě se mnou. Ten je zde. Franz Oliven, toho už jsem jmenoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon.

 

Zeuge Ota Fabián:

Staszek

 

Dolmetscher Benesch:

Es war dann dort Weis, der auch hier ist. Dann den ich schon genannt habe, Franz Oliven, und ein gewisser Staszek. Darf ich Ihre Frage jetzt übersetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

Jaké osoby z SS tam byly, když byly popravy?

 

Zeuge Ota Fabián:

Když byla poprava na 11. bloku, když byla veliká poprava, tak tam bylo celé politické oddělení. Byl tam lékař, viděl jsem tam i Höße .

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn eine große Hinrichtung war, war die gesamte Politische Abteilung dort, auch der Arzt, und auch Höß habe ich dort gesehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A řeknu, jak stáli.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich will sagen, wie sie gestanden haben.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jak se vyšlo z koupelny, tak po pravé straně u 11. bloku, jak byla Černá stěna, první stál velitel. Viděl jsem tam několikrát Höße. Pak Aumeier, říkali jsme mu »Lokýtek«, lagerführer.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn man aus dem Waschraum kam in den Hof, war rechts die Schwarze Wand, und zunächst dem Block 11 stand der Kommandant. Auch Höß habe ich ab und zu gesehen. Dann war ein weiterer

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Aumeier.

 

Dolmetscher Benesch:

Aumeier.

 

Zeuge Ota Fabián:

Aumeier. Říkali jsme mu »Lokýtek«.

 

Dolmetscher Benesch:

Er wurde »Lokýtek« genannt

 

Zeuge Ota Fabián:

Od vězňů.

 

Dolmetscher Benesch:

Von den Häftlingen und war der Häftlingsführer?

 

Vorsitzender Richter:

Lagerführer.

 

Zeuge Ota Fabián:

Lagerführer.

 

Dolmetscher Benesch:

Lagerführer.

 

Zeuge Ota Fabián:

Grabner tam byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Grabner war dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

A další, z politického oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Und weitere.

 

Zeuge Ota Fabián:

Palitzsch, Stiwitz, Lachmann, Boger.

 

Dolmetscher Benesch:

Palitzsch, Stiwitz, Lachmann und Boger aus der Politischen Abteilung waren auch dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

Myslím, že Palitzsch a Stiwitz nebyli z politic -kého oddělení. Já vím, že byli rapportführeři.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob Palitzsch und...

 

Vorsitzender Richter:

Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Stiwitz aus der Politischen Abteilung waren, ich glaube, sie waren Rapportführer.

 

Zeuge Ota Fabián:

Kaduk tam byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk war dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a ostatní. A lékaři se tam střídali. Když byla velká poprava, tak tam byl vždycky lékař. A ten lékař stál takový krok před tím, jak bylo nastoupeno celé SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn eine große Hinrichtung war, war auch ein Arzt dort. Die Ärzte haben sich öfter abgewechselt. Vor der Linie der angetretenen SS-Leute stand der Arzt etwa einen Schritt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Teď bych chtěl vylíčit, jak se taková poprava odehrávala.

 

Dolmetscher Benesch:

Nun möchte ich schildern, wie eine solche Hinrichtung sich abspielte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Z 11. bloku k nám přišel nějaký Polák, bylo to kousek a přijel na kole. Jmenoval se Staszek. Druhé jméno nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein gewisser Pole namens Staszek kam aus dem Block 11 auf dem Fahrrad zu uns. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Na 28. blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu uns, das heißt zum Block 28.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ani nešel někdy do sklepa k nám a jen zavolal.

 

Dolmetscher Benesch:

Er ging nicht in den Keller zu uns, sondern rief

 

Zeuge Ota Fabián:

Odshora z těch schodů

 

Dolmetscher Benesch:

Von oben von den Stiegen rief er hinunter.

 

Zeuge Ota Fabián:

Anebo přišel jen kousek na ty schody, k nám do sklepa

 

Dolmetscher Benesch:

Oder er kam nur einige Stufen herunter.

 

Zeuge Ota Fabián:

A zavolal:»Leichentrégři, dvoje nosítka!« Anebo řekl třeba:»Truhlu« anebo »dvě truhly«.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann rief er: »Leichenträger, zwei Tragbahren!« Oder er sagte: »Eine Kiste« oder »zwei Kisten«.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když řekl jednu truhlu, tak jsme věděli, že bude poprava jen malá, že to budou buď dva, tři nebo rodina s dítětem nebo se dvěma.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn er rief: »Eine Kiste!« dann wußten wir, es wird eine kleine Hinrichtung sein: Einer, zwei oder drei. Oder eine Familie mit Kind.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když řekl:»Nosítka« a »Dvoje nosítka«, tak jsme věděli, že bude poprava veliká.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn er sagte: »Eine Tragbahre« oder »zwei Tragbahren«, dann wußten wir, daß es eine große Hinrichtung sein wird.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když řekl jen truhlu nebo dvě – měli jsme vozík na dvou kolečkách – tak jsme naložili obě truhly na ten vozík a jeli jsme. Vzali jsme si popruhy na sebe a jeli jsme s tím vozíkem na b lok.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn er sagte »eine Kiste« oder »zwei«, luden wir sie auf den zweirädrigen Karren, nahmen die Tragegurte und fuhren mit dem Karren los.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Někdy jsme přišli, už byli zastřelení a někdy se stříleli před námi. Jednotlivé případy.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal kamen wir, dann waren die Betreffenden bereits erschossen. Manchmal wurden sie vor unseren Augen erschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty jednotlivé případy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es handelt sich hier um die Einzelhinrichtungen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když byla větší poprava, tak jsme přišli s nosítky, postavili se do pravého rohu a čekali, až v bunkru dole budou vybráni. Slyšeli jsme, jak je v bunkru vždycky hlášení, že ta a ta štuba je obsazená tolika a tolika.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn eine größere Hinrichtung war

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo zvoláno: Pozor!

 

Dolmetscher Benesch:

Gingen wir mit unseren Tragen und stellten uns in der rechten Ecke vor Block 11 auf. Dort warteten wir, bis in den Bunkern ausgesucht wurde. Wir hörten auch von außen die Meldung: Stube soundso belegt mit, oder den Ruf: Achtung!

 

Zeuge Ota Fabián:

S tolika a s tolika lidmi. — Mit soundso viel Leuten.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit soundso viel und soundso viel Menschen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pamatuji se dobře, když jsem tam prvně přišel, a to jsem přišel s Olivenem , protože jsme stejně nastoupili, jak jsem byl nervózní. Já jsem tenkrát musel jít několikrát na malou stranu, tam v rohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich erinnere mich noch sehr genau, als ich zum ersten Mal mit Franz Oliven dorthin kam, ich war sehr nervös und mußte wiederholt in dieser Ecke austreten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti, co už byli dole vybráni, byli hnáni do té koupelny.

 

Dolmetscher Benesch:

Die unten ausgesucht wurden, wurden in den Waschraum gejagt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam se museli vysvléci.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort mußten sie sich entkleiden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Okno v tom waschraumu bylo zataženo dekou. Tam byla deka.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Fenster des Waschraums war von innen durch eine Decke verschlossen, also war zugezogen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A to okno bylo hned jak se vyšlo z 11. bloku po pravé straně a právě pod tím oknem ještě do toho rohu stál vždycky nastoupený štáb SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Fenster dieses Waschraumes war auf der rechten Seite der Eingangstür von Block 11. Und bis unter dieses Fenster stand der Stab der SS.

 

Zeuge Ota Fabián:

No a když už byli vysvlečeni v tom waschraumu, a SS nastoupilo, vyšlo zezdola, tak začla poprava.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn die Häftlinge im Waschraum ausgezogen waren und die SS von unten kam, begann die Hinrichtung.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vyváděl je Jakob a ještě jeden, nevím, jak se jmenoval, byl to nějaký Polák, takový hezký člověk. To byli vězni.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich eine Frage stellen? Ich habe den Namen nicht verstanden. — Jak se jmenoval?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jakob

 

Dolmetscher Benesch:

Jakob.

 

Zeuge Ota Fabián:

To byl trenér Schmeling

 

– Schnitt –

 

Dolmetscher Benesch:

Ein anderer, an dessen Namen ich mich nicht entsinne, Jakob, sagte man, sei der Trainer von Schmeling gewesen, führten die

 

Zeuge Ota Fabián:

V lágru bylo někdy v neděli představení, bylo tam i SS a boxovalo se tam. Potom, později. A on taky box oval.

 

Dolmetscher Benesch:

Später waren auch Vorstellungen im Lager, bei denen geboxt wurde, daher. Und der

 

Zeuge Ota Fabián:

Jakmile jsme uviděli, že vyvádí dva, po dvou za ruce je držel, vyváděl, vysvlečené, to znamenalo, že my už jsme s nosítky museli běžet k Černé stěně. Těsně za ty, kteří dělali popravu, k teří stříleli.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn er mit zweien aus dem Waschraum kam, die er am Oberarm gepackt hielt, hieß das für uns, daß wir mit der Tragbahre schon an die Schwarze Wand zu laufen hatten, knapp neben die, die die Erschießung durchführten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Všechno z toho waschraumu, to všechno bylo v poklusu, to všechno se odehrávalo v běhu.

 

Dolmetscher Benesch:

Das alles spielte sich im Laufschritt ab, das Führen aus dem Waschraum.

 

Zeuge Ota Fabián:

Teď my jsme se postavili s nosítky za SS, kteří stříleli.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir stellten uns mit der Tragbahre hinter die SS-Männer, die die Exekution durchführten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jakmile ti mrtví byli zas třeleni – byla to Flobertka, taková krátká, tlumená – bylo to zezadu do hlavy

 

Dolmetscher Benesch:

Sowie die Häftlinge erschossen waren mit einem Flobertgewehr, das nicht sehr viel Geräusch machte – sie wurden in den Kopf geschossen

 

Zeuge Ota Fabián:

Padli na zem, padli na znak

 

Dolmetscher Benesch:

Fielen sie um.

 

Zeuge Ota Fabián:

Lékař, který stál vpředu, řekl: »Weg!«

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Arzt, der vorne stand, rief: »Weg!«

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem chytl jednoho za ruce, ten druhý, co se mnou nosil, jestli to byl Singer nebo Oliven, ho chytl za nohy.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich packte den einen bei den Händen. Der andere, der mit mir trug, packte ihn bei den Füßen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Druhého jsem chytl zase obráceně.

 

Dolmetscher Benesch:

Und den zweiten packte ich bei den Füßen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden ležel hlavou na tu stranu, na nosítkách, druhý na tu stranu.

 

Dolmetscher Benesch:

Der eine lag mit dem Kopf auf der einen Seite der Tragbahre, der andere mit dem Kopf auf der anderen Seite.

 

Zeuge Ota Fabián:

A teď jsme vzali nosítka a běželi jsme k 10. bloku, ke kanálu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann nahmen wir die Tragbahre und rannten zum Block 10, zum Kanal.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsem byl první, když jsem šel vpředu, tak jsem vyběhl na ten chodníček u desátého bloku

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn ich der erste war, lief ich bis zu dem kleinen Gehsteig beim 10. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

A mrtvé jsme z nosítek vysypali.

 

Dolmetscher Benesch:

Und die Toten wurden von den Tragen gekippt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Mezitím, co toto líčím, už byli zastřeleni dva další.

 

Dolmetscher Benesch:

Und während dieses geschah, was ich gerade schildere, wurden zwei weitere erschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

To šlo velice rychle, celá ta poprava 100 lidí, to netrvalo dlouho.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ging sehr schnell. Eine Hinrichtung von 100 Leuten dauerte nicht sehr lange.

 

Zeuge Ota Fabián:

A my, jak jsme je vysypali, už jsme běželi pro další dva a mezitím už běželi další dva tam vysypat další.

 

Dolmetscher Benesch:

Und nachdem wir die Leichen von der Trage gekippt hatten, rannten wir bereits zurück. Und während der Zeit kamen die nächsten zwei schon mit den Leichen wieder gelaufen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přitom bych chtěl dodat, pane předsedo, že jsem viděl a odebral jsem tam tisíce mrtvých u této stěny, že ani jeden nepadl hlavou na stěnu, každý letěl zpět.

 

Dolmetscher Benesch:

Dabei möchte ich ausdrücklich hinzufügen – und ich habe Tausende von Toten von der Schwarzen Wand weggebracht –, daß nicht einer mit dem Kopf gegen die Wand gefallen war, sondern sie lagen alle auf dem Rücken.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy dostal ten zastřelený ještě druhou ránu.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal bekam der Erschossene noch einen zweiten Schuß

 

Zeuge Ota Fabián:

Dostal ji do spánku, ponejvíce do oka.

 

Dolmetscher Benesch:

In die Schläfe, aber meistens ins Auge.

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme měli vyhrnuté rukávy a nohavice.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir hatten die Ärmel und die Hosenbeine hochgekrempelt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsem šel vpředu, byl jsem zastříkán lidskou krví vzadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn ich vorne zu tragen hatte, war ich von hinten mit Menschenblut vollgespritzt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsem šel vzadu, byl jsem postříkán vpředu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn ich hinten zu tragen hatte, war ich von vorne vollgespritzt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože často nastal průstřel hlavy a ta krev ještě potom tak stří kala.

 

Dolmetscher Benesch:

Oft trat es durch den Kopfdurchschuß ein, daß das Blut immer noch spritzte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jednou se nám stal tento případ:

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal geschah folgendes:

 

Zeuge Ota Fabián:

Nesli jsme mrtvého, já jsem š el vpředu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir trugen einen Toten, ich ging vorne.

 

Zeuge Ota Fabián:

A najednou za mnou byl hlas:

 

Dolmetscher Benesch:

Auf einmal war eine Stimme hinter mir:

 

Zeuge Ota Fabián:

»Pane Oberscharführer, vy jste mě špatně střelil!«

 

Dolmetscher Benesch:

»Herr Oberscharführer, Sie haben schlecht geschossen.«

 

Zeuge Ota Fabián:

To byl tenkrát Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war damals Stiwitz.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten řekl: »Drž hubu, hned dostaneš ještě jednu. — Halt's Maul, gleich kriegst du noch eine!«

 

Dolmetscher Benesch:

Sagte er.

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme postavit nosítka

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten die Tragbahre absetzen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na těch nosítkách dostal další ránu.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf der Tragbahre bekam er den anderen Schuß.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě bych chtěl dodat, že potom, když se střílely ženy a bylo jich hodně

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte noch hinzufügen: Wenn Frauen erschossen wurden, und es waren viele

 

Zeuge Ota Fabián:

Zásadně se brala prvně část mužů.

 

Dolmetscher Benesch:

Wurde grundsätzlich der erste Teil der Männer genommen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak se braly ženy. Ty už viděly, jak vycházely z waschraumu, muže, jak tam jsou na hromadě.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann wurden die Frauen erschossen, die sahen, wenn sie aus dem Waschraum kamen, daß bereits die Männer erschossen waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak se vzal zbytek mužů.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann wurde der Rest der Männer genommen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jako dnes pamatuji

 

Dolmetscher Benesch:

Wie heute erinnere ich mich

 

Zeuge Ota Fabián:

Při této popravě, když jedna žena tam tolik křičela v tom waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

An eine Hinrichtung, als eine Frau so schrecklich im Waschraum geschrien hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Tenkrát nařídil doslova Aumeier:

 

Dolmetscher Benesch:

Damals

 

Zeuge Ota Fabián:

Lagerführer.

 

Dolmetscher Benesch:

Befahl der Lagerführer Aumeier wörtlich

 

Zeuge Ota Fabián:

»Vezměte prvně tu bláznivou!«

 

Dolmetscher Benesch:

»Nehmt zuerst die Verrückte! «

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

»Die Verrückte!« Byla vyvedená a byla to mladá žena.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurde herausgeführt, es war eine junge Frau.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom šly další ženy.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann gingen andere Frauen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když šli, jednou se stal následující případ:

 

Dolmetscher Benesch:

Als Frauen gingen, passierte auch einmal folgender Vorfall:

 

Zeuge Ota Fabián:

To nebyly ženy, byli to muži.

 

Dolmetscher Benesch:

Das waren Männer, nicht Frauen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vytrhnul se Jakobovi jeden.

 

Dolmetscher Benesch:

Dem Jakob riß sich einer los

 

Zeuge Ota Fabián:

Postavil se před ten štáb, jak stálo SS nastoupené, postavil se vpřed

 

Dolmetscher Benesch:

Stellte sich vor die angetretene SS.

 

Zeuge Ota Fabián:

Zatloukl si dvěma rukama v prsa

 

Dolmetscher Benesch:

Er schlug mit beiden Händen gegen die Brust

 

Zeuge Ota Fabián:

A řekl: »Takhle musí chcípnout jeden Reichsdeutscher!«

 

Dolmetscher Benesch:

Und sagte: »So muß ein Reichsdeutscher verrecken!«

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát Grabner ukázal prstem ke stěně

 

Dolmetscher Benesch:

Grabner zeigte mit dem Finger zur Wand.

 

Zeuge Ota Fabián:

On se nenechal vést.

 

Dolmetscher Benesch:

Der ließ sich nicht führen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Postavil se asi dva metry, nevím přesně, já nemohu říct, jestli to bylo dva metry nebo méně nebo více, od stěny dále se postavil

 

Dolmetscher Benesch:

Er stellte sich etwa zwei Meter – ich kann es nicht genau sagen, ob es eineinhalb Meter waren oder mehr oder weniger – von der Wand entfernt auf

 

Zeuge Ota Fabián:

A nechal se klidně bez držení zastřelit.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ließ sich, ohne festgehalten zu werden, ruhig erschießen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byly tam různé výjevy př i tomto.

 

Dolmetscher Benesch:

Es geschah Verschiedenes während dieser Erschießungen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Poláci – takový starší, jak dnes ho vidím

 

Dolmetscher Benesch:

Ein älterer Pole

 

Zeuge Ota Fabián:

Jak dnes ho vidím, bych chtěl dodat.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sehe ihn wie heute.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten říkal tomu druhému: »Choď, co se bojíš, tam nahoře se sejdeme.«

 

Dolmetscher Benesch:

Er sagte zu einem Jüngeren: »Komm, was hast du Angst, oben werden wir uns wiedersehen.«

 

Zeuge Ota Fabián:

Někteří se modlili.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige beteten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někteří prosili.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige baten und bettelten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někteří měli poznámky.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige machten Bemerkungen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Řekli: »Na vás také dojde!«

 

Dolmetscher Benesch:

Sie sagten: »Ihr kommt auch noch dran.«

 

Zeuge Ota Fabián:

Někteří říkali: »Ať žije svoboda!«

 

Dolmetscher Benesch:

Einige riefen: »Es lebe die Freiheit!«

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] I hymny se zpívaly.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige sangen Nationalhymnen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jestli si ještě vzpomenu, tak – jsem rozrušený.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin etwas

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože to je pro mě, na mě to účinkuje hrozně, když

 

Dolmetscher Benesch:

Verstört. Auf mich wirkt es noch sehr schlimm.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie haben uns eine Anzahl von Namen genannt, die bei solchen Erschießungen zugegen waren. Können Sie uns sagen, ob Sie mit eigenen Augen gesehen haben, ob die hier Angeklagten Kaduk und Boger ebenfalls Erschießungen vorgenommen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste nám řekl jména. Můžete nám říci, zda obžalovaný Kaduk a Boger také stříleli?

 

Zeuge Ota Fabián:

To mohu. Bogera jsem viděl několikrát střílet. Ještě bych chtěl dodat, jak se střílelo. Někdy se puška schovávala za zády, když byla větší, aby ji ten druhý neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich bejahen. Boger habe ich mehrere Male schießen sehen. Ich weiß auch, daß das Gewehr des öfteren hinter dem Rücken verborgen gehalten wurde.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wie weit waren denn diese SS-Männer, die erschossen haben, entfernt von den Menschen, die erschossen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak daleko byli příslušníci SS od těch, kteří byli zastřeleni?

 

Zeuge Ota Fabián:

Vysvětlím. Ten, co je držel, Jakob nebo druhý, ten je přimáčknul na stěnu a ti stáli hned za nimi. Hned pušku přiložili přímo na hlavu.

 

Dolmetscher Benesch:

Jakob oder wer sie führte, stellte die beiden, die er führte, direkt an die Wand. Und unmittelbar hinter den zu Erschießenden standen die SS-Männer und legten oft das Gewehr direkt an den Kopf an.

 

Vorsitzender Richter:

Dabei haben Sie gesehen, daß Boger selbst mitgeschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

A viděl jste, jak Boger sám stříl el?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. A to mnohokráte. Nejen sám, když byla poprava větší, tak stříleli vždycky dva.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich oft gesehen, und nicht nur Boger allein, wenn eine größere Hinrichtung war, haben ja immer zwei geschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun, wir wollen einen nach dem anderen fragen. Jetzt zunächst Boger. Wieso kannten Sie Boger?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to, že jste znal Bogera?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsem se zase dozvěděl od těch Poláků, vždyť ti už tam chodili dlouho, některý už tam chodil rok.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen habe ich wieder von den Polen erfahren, die ja schon viel länger vor mir dorthin gingen, manche schon über ein Jahr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Střílel Palitzsch, hodně střílel, Stiwitz, Lachmann

 

Dolmetscher Benesch:

Es schossen Palitzsch, Stiwitz, Lachmann

 

Zeuge Ota Fabián:

Boger

 

Dolmetscher Benesch:

Boger

 

Zeuge Ota Fabián:

Kaduk

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk

 

Zeuge Ota Fabián:

Und viele mehr. Die waren von der Politischen Abteilung. — Ti se měnili, oni se často střídali.

 

Dolmetscher Benesch:

Die wechselten sich ab. Es waren noch viel mehr von der Politischen Abteilung.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty jsem neznal jménem. Některé jsme znali, některé jsme neznali jménem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte nicht alle beim Namen. Einige kannten wir, einige kannten wir nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Například Lachmannovi, tomu jsme říkali »Hyena«.

 

Dolmetscher Benesch:

Lachmann nannten wir »Hyäne«.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie oder können Sie uns sagen, ob Boger öfter bei Erschießungen mitgeschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli Boger střílel vícekrát?

 

Zeuge Ota Fabián:

No to vím! To vím určitě, že střílel vícekrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich. Ich weiß es ganz bestimmt, daß er öfter erschossen hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy tam s námi chodil náš kapo, ten Rischler, ten nenosil, byl starší, ten jen stál.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal ging unser Kapo Rischler mit uns, der nicht mit trug, weil er schon älter war. Er stand dabei.

 

Zeuge Ota Fabián:

A když tam nebyl, tak když jsme přišli, tak se vždycky ptal, kdo dělal »rozwałku«, když byla větší poprava.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wenn er nicht mitging, fragte er uns jedesmal, wer diese »rozwałka«

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Exekution.

 

Dolmetscher Benesch:

Exekution durchgeführt hat, wenn eine größere Hinrichtung stattfand.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak jsme mu to říkali. Někdy střílel Boger, Stiwitz. [...] Říkali jsme mu přesně, kdo střílel.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sagten ihm genau, wer geschossen hat, zum Beispiel Boger und Stiwitz.

 

Zeuge Ota Fabián:

Kaduk, Palitzsch.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk und Palitzsch.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nebo zase Boger s Palitzschem.

 

Dolmetscher Benesch:

Oder auch Boger mit Palitzsch.

 

Zeuge Ota Fabián:

A taky ještě jiní, jejichž jména jsme neznali.

 

Dolmetscher Benesch:

Und auch andere, deren Namen wir nicht kannten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Stávalo se, že někdy si tam také z politického oddělení přivedli jen jednotlivé případy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es passierte auch, daß aus der Politischen Abteilung auch einzelne dorthin gebracht wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti byli okamžitě likvidováni.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurden sofort liquidiert.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ěkdy je střílel ten, který si je tam přivedl, z toho politického oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal erschoß sie der, der sie von der Politischen Abteilung dorthin gebracht hatte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy je střílel Schlage.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal erschoß sie Schlage.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ještě tam byli další na 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es waren auch noch weitere dort.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě tam byli dva další, podle toho který měl službu

 

Dolmetscher Benesch:

Noch zwei weitere auf dem Block 11.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nebo jak tam byli, to nevím, jak se střídali.

 

Dolmetscher Benesch:

Je nachdem, wer Dienst hatte und wer jeweils dort war. Ich weiß nicht, wie sie sich abgewechselt haben.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen jetzt zunächst mal bei Boger bleiben. Boger, sagen Sie mal, bleiben Sie immer noch dabei, daß Sie keinen Menschen erschossen hätten?

 

Angeklagter Boger:

Jawohl, Herr Vorsitzender.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Na, dann nehmen Sie Platz. Ja. Sie haben also eben von Boger gesprochen und haben dann noch die Namen Schlage und Kaduk genannt. Wie war es denn mit Schlage? Was war denn Schlage? Was hat er denn für eine Funktion gehabt?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to bylo se Schlagem, co měl v táboře za funkci?

 

Zeuge Ota Fabián:

Schlage tam byl nějaký Blockfüh rer nebo co. Ten byl dozorce na 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Schlage war so etwas wie Blockführer. Er war Aufseher im 11. Block.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wußten Sie, wie er hieß?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak jste věděl, jak se jmenuje?

 

Zeuge Ota Fabián:

To zase jsem věděl od těch starších, ti už to věděli. A věděli jsme to hodně od toho Staszka, který tam jezdil, to byl Polák, nebo Ślązak nebo co byl, já nevím přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich erfahren in der gleichen Weise wie die anderen Namen. Das meiste erfuhren wir von Staszek, diesem Polen, der von Block 11 immer zu uns gefahren kam.

 

Zeuge Ota Fabián:

To byl štubový tam na bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war Stubendienst auf Block 11.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie bitte, haben Sie persönlich gesehen, wie Schlage Menschen totgeschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste osobně, jak Schlage střílel?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsem viděl. Jednou jsme byli v koupelně, tam zastřelil jednoho muže, byl to otec. Musel udělat dřep, Schlage ho střelil do hlavy. Pušku měl schovanou za zády. My jsme ho vynesli zase [Pause] do truhly.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich einmal im Waschraum gesehen. Ein Mann wurde dort von Schlage erschossen. Er mußte eine Kniebeuge machen, Schlage hatte das Gewehr hinter dem Rücken verborgen und schoß ihn in den Kopf. Wir mußten ihn in der Kiste forttragen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na dvůr jsme ho vynesli z toho waschraumu.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf den Hof.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom přišlo dítě, nevím, bylo dvouroční nebo ještě méně mělo.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam das Kind, etwa zwei Jahre oder weniger.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak přišla matka.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam die Mutter.

 

Vorsitzender Richter:

Wo waren die in der Zwischenzeit?

 

Dolmetscher Benesch:

Kde byli, prosím, matka a dítě? [unverständlich]

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To nevím. Ti byli přivedeni potom zevnitř, z 11. bloku. Kde byli předtím, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht, wo sie sich aufhielten. Sie wurden von innen aus dem 11. Block in den Waschraum geführt. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Und zwischendurch haben sie immer denjenigen, der erschossen worden war, hinausgetragen?

 

Dolmetscher Benesch:

Mezitím jste vž dycky odnesli toho, který byl zastřelen v koupelně?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsme odnesli. To dítě ještě muselo dostat několik ran, protože křičelo. Nebylo hned mrtvé. Bylo to malé dítě.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, wir trugen sie fort, auf das kleine Kind mußte noch wiederholt geschossen werden, weil es noch schrie. Es war nicht tot.

 

Vorsitzender Richter:

Das waren also ein Mann, eine Frau und ein Kind.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ein Kind.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein Mann, ein Kind und eine Frau. In der Reihenfolge hat der Zeuge ausgesagt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsem viděl Schlageho též u Černé stěny zastřelit jednotlivé lidi.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann habe ich Schlage auch bei der Schwarzen Wand einzelne Erschießungen durchführen sehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Mohu říct, že při velkých popravách, když byly ty masové, to bylo přes 100 lidí, nebo 60 nebo tak, taky 160 jich bylo, tak to Schlage nestřílel u Černé stěny.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mit Bestimmtheit sagen, daß bei den Massenhinrichtungen, wenn 100 oder 60 oder über 100 Personen hingerichtet wurden, Schlage nicht bei den Erschießungen dabei war.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob damals, wie Schlage in dem Waschraum Mann, Kind und Frau erschossen hat, da noch andere SS-Leute zugegen waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli v té koupelně byli tenkrát i jiní příslušníci SS, když Schlage zastřelil toho muže, dítě a matku?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. To tam nikdo jiný nebyl, jen ještě jeden dozorce SS byl na dvoř e.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war nur ein weiterer Aufseher von der SS auf dem Hof.

 

Zeuge Ota Fabián:

Taky z bloku 11.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch aus dem Block 11, ein weiterer Aufseher der SS auf dem

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und wann war das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy to bylo, prosím?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tohle bylo někdy na jaře v roce 1944.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war im Frühjahr des Jahres 1944.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Können Sie sich an die Zeit genau erinnern, oder könnten Sie sich auch irren wegen der Zeit?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete si vzpomenout přesně na tu dobu nebo se můžete také...

 

Zeuge Ota Fabián:

No, který měsíc to byl, to nemohu říct, ale vím, že to bylo na začátku roku, teda po zimě, že už nebyla zima, to vím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß es nicht mehr kalt war. Es muß also im Frühjahr gewesen sein. Ich kann mich nicht genau an den Monat erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Und es war nicht 43, sondern 44?

 

Dolmetscher Benesch:

A nebylo to 43, bylo to 44?

 

Zeuge Ota Fabián:

44 to bylo. A sice různé věci si musím vzpomínat a dalo mně to dosti práce, abych si to ujasnil, protože

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Pardon. Es war 1944. Ich muß mich an verschiedene Dinge erinnern, und es ist sehr schwierig, die Dinge ins Gedächtnis zu holen.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, das glaube ich ohne weiteres. Nur ist es für uns sehr wichtig, zu wissen, ob Sie bestimmt sich daran erinnern können, daß es 44 war.

 

Dolmetscher Benesch:

Víte určitě, že to bylo v roce 44?

 

Zeuge Ota Fabián:

To vím určitě, že to bylo v roce 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich sicher, daß es 1944 war.

 

Zeuge Ota Fabián:

A vysvětlím také proč. Pamatuji se na případy, které se vezly do krematoria.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich will auch erklären, weshalb ich mich genau erinnere. Ich erinnere mich an Fälle, die in das Krematorium gebracht wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tento případ už nebyl vezen do krematoria

 

Dolmetscher Benesch:

Und dieser Vorfall wurde nicht mehr ins Krematorium gebracht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pr otože naše krematorium I už nepálilo a pro mrtvé dojížděla auta.

 

Dolmetscher Benesch:

Unser Krematorium, das Krematorium I, verbrannte nicht mehr die Leichen. Für die Leichen kamen nun Autos und fuhren sie weg.

 

Zeuge Ota Fabián:

Proto teda pamatuji určitě, že to bylo, vím, že...

 

Dolmetscher Benesch:

Und deswegen weiß ich sicher, daß es in diesem Jahre war.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob bei diesen Erschießungen den Leuten irgend etwas vorher vorgelesen worden ist, wie ein Befehl oder ein Urteil oder so irgend etwas?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli před zastřelením bylo lidem něco předčítáno, nějaký rozkaz nebo něco podobného?

 

Zeuge Ota Fabián:

Při těchto popravách nebylo nikdy nic předčítáno. Nikdy!

 

Dolmetscher Benesch:

Bei diesen Hinrichtungen wurde niemals irgend etwas vorgelesen.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es auch vorgekommen, daß Sie Menschen auf diesen Leichenhaufen geschleppt hatten, die noch gar nicht tot waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Stalo se také, že jste na hroma du mrtvol odvezli lidi, kteří ještě žili?

 

Zeuge Ota Fabián:

To se nestalo jednou, to bylo při každé velké popravě.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist nicht nur einmal geschehen. Das war bei jeder großen Hinrichtung.

 

Zeuge Ota Fabián:

To ale chci říct, že na tu hromadu jsme odnášeli jen ty, kteří ještě žili. Ne, že jsme je odváželi do krematoria nebo nakládali na auto.

 

Dolmetscher Benesch:

Die haben wir nur zu dem Leichenhaufen gebracht, nicht auf die Autos aufgeladen oder ins Krematorium gebracht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und was geschah denn nun mit den Leuten, die auf diesen Leichenhaufen lagen und noch nicht tot waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Co se stalo s těmi lidmi, kteří leželi na té hromadě mrtvol a ještě žili?

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždycky, když odešel štáb SS, tak tam zůstali dozorci z 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Immer wenn der Stab der SS wegging, blieben dort die Aufseher des 11. Blocks.

 

Zeuge Ota Fabián:

Chodili s námi okolo té hromady mrtvých

 

Dolmetscher Benesch:

Sie gingen mit uns um diesen Leichenhaufen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A my jsme museli ty, kteří dýchali

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir mußten diejenigen, die atmeten

 

Zeuge Ota Fabián:

Vytahovat z té hromady

 

Dolmetscher Benesch:

Aus diesem Haufen herausziehen

 

Zeuge Ota Fabián:

A ti byli dostřelováni.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie wurden dann erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer waren die Aufseher, die da mit Ihnen gingen?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdo byli ti dozorci z 11. bloku?

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl to Sc hlage, ještě dva, já nevím, jeden se jmenoval Ogurek, Oharek, nevím přesně jména.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war Schlage. Die anderen Namen weiß ich nicht. Einer hieß Ogurek, Oharek oder so ähnlich.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden se jmenoval Gehring, Dehring.

 

Vorsitzender Richter:

Gehring? Gehring?

 

Dolmetscher Benesch:

Gehring, Dehring, er kann sich nicht genau erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber an Schlage können Sie sich noch genau erinnern?

 

Dolmetscher Benesch:

A na Schlageho si pamatujete?

 

Zeuge Ota Fabián:

Určitě se pamatuji na Schlageho.

 

Dolmetscher Benesch:

Ganz sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Können Sie sich erinnern, daß einmal ein Zigeuner unter diesen Menschen war, die nicht tot waren nach der Erschießung?

 

Dolmetscher Benesch:

Pamatu jete si, že by tam ležel taky cikán, který ještě žil a ležel na mrtvo lách?

 

Zeuge Ota Fabián:

Pamatuji. A ten případ jsem vyprávěl českým lékařům, to jsem vyprávěl už 1.000 krát, co jsem se vrátil.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Vorfall habe ich schon Tausende Male erzählt. Ich habe es im Lager den tschechischen Ärzten erzählt, und seit ich zurückgekommen bin, auch sehr oft.

 

Zeuge Ota Fabián:

A po návratu jsem tento případ nejednou vykládal svým spolupracujícím.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diesen Vorfall habe ich nicht nur einmal, sondern sehr häufig erzählt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát cikán žil a Schlage mu povídal: »Cikáne, vstaň!«

 

Dolmetscher Benesch:

Also der Zigeuner lebte damals. Und Schlage sagte zu ihm: »Zigeuner, steh auf!«

 

Zeuge Ota Fabián:

Na to nemohu nikdy zapomenout.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich niemals vergessen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Cikán chtěl povstat

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zigeuner wollte aufstehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Schlage povídal: »Lež!«

 

Dolmetscher Benesch:

Der Schlage sagte ihm: »Bleib liegen!«

 

Zeuge Ota Fabián:

Dostal další ránu.

 

Dolmetscher Benesch:

Er bekam einen weiteren Schuß.

 

Zeuge Ota Fabián:

Stále žil a dýchal.

 

Dolmetscher Benesch:

Er lebte immer noch und atmete.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl střílen do srdce zepředu.

 

Dolmetscher Benesch:

Er wurde von vorne ins Herz geschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme ho otočit, byl střílen do srdce z druhé strany

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten ihn umdrehen. Er wurde von hinten ins Herz geschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl střílen do obou spánků

 

Dolmetscher Benesch:

Er wurde in beide Schläfen geschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A dýchal a dýchal.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er atmete immer noch.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak, nevím přesně, kolik ran dostal, ale bylo to hodně.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht genau, wie viele Schüsse er bekam, aber es waren sehr viele.

 

Zeuge Ota Fabián:

Některá střela do srdce a do spánku se opakovala.

 

Dolmetscher Benesch:

Der eine oder andere Schuß wurde also in die Brust, ins Herz oder in die Schläfe wiederholt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nakonec dostal střelu do krku.

 

Dolmetscher Benesch:

Zuletzt bekam er einen Schuß in den Hals.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak se mu vyvalila taková černá krev

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam schwarzes Blut herausgeschossen

 

Zeuge Ota Fabián:

A byl konec.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es war zu Ende.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tenkrát Schlage řekl, že měl život jako kočka.

 

Dolmetscher Benesch:

Und damals sagte Schlage: »Der hat ein Leben wie eine Katze.«

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale musím dodat, že nejen Schlage, ale i ti druzí tam dostřelovali.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich muß hinzufügen, daß nicht nur Schlage diese vielen Schüsse abgab, sondern auch die anderen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Aber von den anderen weiß er nicht, wie sie heißen.

 

Dolmetscher Benesch:

A nevíte, jak se jmenují ti druzí?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ogarek, Ogurek

 

Dolmetscher Benesch:

Er kann sich nicht genau an die Namen erinnern. Ogarek, Ogurek.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Schlage, wissen Sie davon nichts?

 

Angeklagter Schlage:

Herr Direktor, Derartiges ist mir überhaupt nicht bekannt. Und ich habe auch nie in Block 11 geschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Wo denn?

 

Angeklagter Schlage:

Nirgends.

 

Vorsitzender Richter:

Nirgends.

 

Angeklagter Schlage:

Nirgends.

 

Dolmetscher Benesch:

Rozuměl jste?

 

Zeuge Ota Fabián:

Rozuměl, on lže.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie bitte, Herr Zeuge, ich möchte noch mal zurückkommen auf Boger. Haben Sie erlebt, daß Boger auch Häftlinge im Block 11 aussuchte, um sie zur Hinrichtung zu bringen?

 

Dolmetscher Benesch:

Zažil jste také, jak Boger vybíral v bloku 11 vězně, kteří měli být zastřeleni?

 

Zeuge Ota Fabián:

No zažil! Protože Boger – ti šli dolů do sklepa, do těch bunkrů a tam ty vězně vybírali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß Boger mit in den Keller ging. Und dort wurden ja die Häftlinge ausgesucht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ging er da allein, oder waren da andere noch dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Šel sám nebo byli s ním jiní?

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo jich více.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren mehrere, die in diesen...

 

Vorsitzender Richter:

Die hinuntergingen.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Die hinuntergingen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A já bych chtěl dodat, že jsem věděl, že jedni vězňové patřili politickému oddělení a druzí patřili lagerführerovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich weiß, daß einige Häftlinge zur Politischen Abteilung gehörten und andere Häftlinge zum Lagerführer gehörten.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo podle meldunků, ale já nevím, jak to bylo přesně.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, was versteht der Zeuge darunter, daß sie zu der Politischen Abteilung gehörten? Das heißt, daß sie von denen eingeliefert waren, oder was soll das heißen?

 

Dolmetscher Benesch:

Chcete tím říci, že je do bloku 11 dodalo politické oddělení?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já nevím, to bylo podle nějakých hlášení. Jedno hlášení bylo nějak z politického

 

Dolmetscher Benesch:

Das war entsprechend der Meldung. Eine Meldung kam von der Politischen Abteilung.

 

Zeuge Ota Fabián:

A jedno patřilo lagerführerovi. Ale jak to bylo přesně, to vím jen z doslechu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und eine Meldung kam vom Lagerführer. Wie das genau war, weiß ich nicht. Es ist mehr vom Hörensagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie das überhaupt nur vom Hörensagen? Oder haben Sie da Anhaltspunkte dafür, daß das so gewesen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte to vůbec jen z doslechu, nebo?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tohle vím pouze z doslechu.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Sache weiß ich nur vom Hörensagen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Sie haben uns dann noch weiterhin den Namen Kaduk genannt.

 

Dolmetscher Benesch:

Jmenoval jste Kaduka.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben gesagt, daß Kaduk auch bei denen gewesen sei, die in dem Hof von Block 11 gestanden hätten, wenn Erschießungen vorgenommen worden sind.

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste nám, že Kaduk stál ve dvoře bloku 11, když bylo stříleno.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. Kaduk tam střílel v bloku 11. Vlastně každý rapportführer tam chodil a střílel, mohu říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk hat im Hof von Block 11 geschossen. Jeder Rapportführer, kann man sagen, hat dort geschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A Kaduk byl taky z těch, kteří vůbec neschovávali pušku za zády.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Kaduk war einer von denen, der niemals das Gewehr hinter dem Rücken versteckte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl to úplný surovec. Mohu prohlásit.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein völliger Rohling, so kann ich erklären.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch mit eigenen Augen gesehen, daß er Menschen erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste na vlastní oči, že by Kaduk někoho zastřelil?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsem viděl. Jednou střílel se Stiwitzem celou dobu.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gesehen. Einmal hat er eine ganze Zeit mit Stiwitz zusammen geschossen.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Waren das mehr als zwei Leute, die er da erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli to víc, než dva lidé?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo mnoho lidí, to byla velká poprava, tam stál celý štáb.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich, es waren viele Leute, mehr als zwei. Es war eine große Hinrichtung. Der ganze Stab stand dort.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wissen Sie, ob Kaduk auch sonst geschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli Kaduk střílel taky ještě mimo to?

 

Zeuge Ota Fabián:

No ano, to střílel, několikrát. Jednou střílel zase s Lachmannem.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat einige Male geschossen. Einmal schoß er mit Lachmann.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich meine jetzt außerhalb der Exekutionen an der Schwarzen Wand.

 

Dolmetscher Benesch:

Pan předseda myslí mimo popravy u Černé zdi, jestli střílel v táboře ještě jindy.

 

Zeuge Ota Fabián:

To nemohu říci. Ale já... Nejvíc při těch velkých popravách, protože to se náš kapo vždycky ptal, když tam sám nebyl, kdo dělal popravu. Tak jsme mu to říkali.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich nicht sagen. Ich kann es nur von den großen Hinrichtungen sagen, weil unser Kapo uns ja jedesmal fragte, wer geschossen hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale ještě bych chtěl dodat, neviděl jsem zastřelit Kaduka mimo, ale ten střílel na lágru. Tenkrát byla úplná panika. My jsme šli pro mrtvé na 19. bl ok a museli jsme se tam schovat.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß aber, daß im Lager von Kaduk geschossen wurde. Es war eine Panik. Wir gingen Tote holen im 19. Block und mußten uns dort verstecken.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty ale nezastřelil Kaduk, to jsme odnášeli z 19. bloku normální zemřelé.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir trugen normal Gestorbene aus dem 19. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme tam počkat.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten dort warten.

 

Zeuge Ota Fabián:

A potom Kaduka nějaký SS odvedl na vrá tnici.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann führte irgendein SS-Mann Kaduk zum Tor.

 

Zeuge Ota Fabián:

On byl tenkrát silně opilý.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war damals sehr stark betrunken.

 

Zeuge Ota Fabián:

A to bylo velmi často.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Zu welchem Tor? Zu welchem Tor?

 

Dolmetscher Benesch:

K jaké vrátnici, prosím?

 

Zeuge Ota Fabián:

Když se vycházelo z vrat, tam byla vrátnice, kde hlídali SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Als man aus dem Tor heraus

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Wachstube SS.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Haupttor herauskam, war dort eine Wachstube der SS. Dorthin wurde Kaduk geführt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Er wurde geführt, weil er so stark betrunken war?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl odveden, protože byl tak silně opilý?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, protože střílel po lágru a byl skutečně tenkrát opilý.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil er im Lager geschossen hat. Und er war tatsächlich damals betrunken.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob bei dieser Gelegenheit auch ein Mensch totgeschossen worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli přitom někoho zastřelil?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, to nevím, vím jen, že střílel po lágru. Víckrát.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht, ob er jemanden erschossen hat. Ich weiß aber, daß er öfter im Lager herumgeschossen hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tohle jsem viděl z 19. bloku, bylo to před kuchyní a tam bylo vidět.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich vom 19. Block aus gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war das ungefähr?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to bylo? Asi?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tohle bylo [Pause] někdy v létě [Pause] 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war irgendwann mal im Sommer 1943.

 

Zeuge Ota Fabián:

A potom, později, jsem viděl, bylo hodně bláta, mokro

 

Dolmetscher Benesch:

Später habe ich gesehen

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo už pozdě na podzim, táhlo na zimu.

 

Dolmetscher Benesch:

Es muß im Herbst gewesen sein. Es war sehr naß, sehr schlammig.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát tam Kaduk cvičil vězně. Nechal je dělat: — »Auf, nieder, rollen!«. — Některé kopal.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann übte Kaduk mit Häftlingen. Er ließ sie auf und nieder machen und rollen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Některé i kopal.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige trat er dabei.

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsme také viděli, když jsme šli pro mrtvé.

 

Dolmetscher Benesch:

Das haben wir auch gesehen, als wir um Tote gingen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A teď bych chtěl dodat ještě něco.

 

Dolmetscher Benesch:

Und jetzt möchte ich ein weiteres hinzufügen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Zeuge Ota Fabián:

Často se stalo, že se vězeň pokusil o útěk.

 

Dolmetscher Benesch:

Es passierte oft, daß ein Häftling einen Fluchtversuch unternahm.

 

Zeuge Ota Fabián:

Takový vězeň nebo dva, jednou byli myslím i tři

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser oder jener, einmal waren es sogar drei

 

Zeuge Ota Fabián:

Byli při tom pokusu zastřeleni

 

Dolmetscher Benesch:

Wurden bei diesem Versuch erschossen

 

Zeuge Ota Fabián:

Venku.

 

Dolmetscher Benesch:

Außerhalb.

 

Zeuge Ota Fabián:

Stříleli po nich stř elami dum-dum, to nám aspoň bylo řečeno.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie wurden, wie uns gesagt wurde, mit Dumdumgeschossen erschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Některý měl otevřenou hlavu.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige hatten einen geöffneten Schädel.

 

Zeuge Ota Fabián:

Některému lezly vnitřnosti ven.

 

Dolmetscher Benesch:

Einigen kamen die Innereien heraus.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tyto vězně jsme potom museli vzít a vystavit u bloku 24.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diese Häftlinge mußten wir vor dem Block 24 ausstellen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hlava přišla vyvýšit, daly se pod ni bedny. Nějaká bedna nebo koza.

 

Dolmetscher Benesch:

Unter den Kopf kamen einige Kisten oder ein Bock.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na to jsme položili víko z truhel, které jsme měli dole ve sklepě.

 

Dolmetscher Benesch:

Und darauf wurde eine von diesen Kisten, die wir im Keller hatten, gelegt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Toho zastřeleného jsme museli položit na víko.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Toten mußten wir auf den Deckel der Kiste legen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hlavu měl vyvýšenou u 24. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kopf war erhöht vor diesem 24. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

Za hlavou byla cedule, německy a polsky:

 

Dolmetscher Benesch:

Hinter dem Kopf war eine Tafel, auf der Deutsch und Polnisch aufgeschrieben war:

 

Zeuge Ota Fabián:

»Z koncentračního tábora Osvětim je útěk nemožný a takto to dopadne s každým.«

 

Dolmetscher Benesch:

»Aus dem Konzentrationslager Auschwitz ist eine Flucht unmöglich, und so wird es jedem gehen.«

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsme tu výsta vu museli dělat, dohlížel na nás Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Während wir diese Ausstellung machen mußten, beaufsichtigte uns Kaduk.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když šla komanda z lágru

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn Kommandos aus dem Lager gingen

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli dělat »vpravo hleď!«

 

Dolmetscher Benesch:

Mußten sie »Augen rechts!« machen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když šli do lágru

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn sie in das Lager gingen

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli dělat »vlevo hleď!«

 

Dolmetscher Benesch:

Mußten sie die Augen links nehmen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, wissen Sie etwas davon, daß der Angeklagte Klehr unter den Gefangenen einen Spitznamen hatte?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak jste říkali Klehrovi me z i vězni?

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme mu jinak neř ekli, než »profesor Klehr«.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir nannten ihn nicht anders als »Professor Klehr«.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum?

 

Dolmetscher Benesch:

A proč?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nevím. Jako se Aumeierovi říkalo »Lokýtek«, nebo [Nierzwicki] byl »Napoleon«.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, wer ihm den Namen gegeben hat. Das kam wie die übrigen Spitznamen oder Scherznamen »Napoleon« oder »Lokýtek«.

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Es würde mich nur interessieren, ob Sie, Herr Zeuge, davon Kenntnis haben, ob Klehr auch irgendwelche medizinischen Versuche an Menschen gemacht hat.

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jestli dělal Klehr taky lékařské pokusy na lidech?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jen z doslechu. Sám jsem to neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es selbst nicht gesehen, ich weiß es nur vom Hörensagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Slyšel jsem, že to bylo na 21. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gehört, es sei auf dem 21. Block gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was soll er dort gemacht haben?

 

Dolmetscher Benesch:

A co tam měl dělat?

 

Zeuge Ota Fabián:

To Vám přesně nepovím. Jen vím, že tam nějaké pokusy dělal, ale co, to bych lhal.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich Ihnen nicht genau sagen. Ich weiß, daß erzählt wurde, er habe einige Versuche dort gemacht. Was im einzelnen weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch den Angeklagten Hantl gekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste také obžalovaného Hantla?

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantla jsem znal moc dobře.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl kenne ich sehr gut.

 

Vorsitzender Richter:

Wann haben Sie ihn denn kennengelernt?

 

Dolmetscher Benesch:

A kdy jste se seznámil s Hantlem?

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantla jsem poznal někdy ve 43. roce.

 

Dolmetscher Benesch:

Irgendwann einmal 43 habe ich Hantl kennengelernt.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

War damals Klehr noch da?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl tam ještě Klehr?

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Klehr war noch da.

 

Vorsitzender Richter:

Waren beide, Klehr und Hantl, zusammen tätig?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli Klehr a Hantl spolu ve službě?

 

Zeuge Ota Fabián:

To já nevím, vím, že se stýkali.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob sie zusammen Dienst gemacht haben, ich weiß aber, daß sie zur selben Zeit im Lager waren und sich trafen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was können Sie uns von Hantl sagen?

 

Dolmetscher Benesch:

Co nám můžete říci o Hantlovi?

 

Zeuge Ota Fabián:

O Hantlovi budu vyprávět dost. A Hantl si na mě jistě pamatuje.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann von Hantl sehr viel erzählen, und ich bin überzeugt, daß Hantl sich auch an mich erinnert. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantl nás nikdy neuhodil.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl hat uns nie geschlagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme vždycky říkali, že nám nepřipadá jako SS.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sagten immer, er kommt uns gar nicht wie ein SS-Mann vor.

 

Zeuge Ota Fabián:

S Hantlem jsem prodělal jednu jízdu, kterou zde budu líčit.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit Hantl habe ich folgendes erlebt, was ich hier schildern möchte:

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo to jednou v červnu nebo v červenci, v létě 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Sommer 44, ob es Juni oder Juli war, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo veliké horko.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war sehr heiß.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jel jsem já a Hermann Singer.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich und Hermann Singer

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme vzít kýbl chlórového vápna

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten einen Eimer mit Chlorkalk nehmen

 

Zeuge Ota Fabián:

A jeli jsme se sanitkou Červeného kříže.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir fuhren mit dem Rotkreuzwagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jel Hantl a šofér.

 

Dolmetscher Benesch:

Es fuhren Hantl, der Chauffeur und wir.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti seděli vpředu a my jsme byli vza du na ložné ploše.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl und der Chauffeur saßen vorne, wir saßen im Krankenabteil.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeli jsme daleko.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir fuhren weit.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někam do sosnovického ghetta.

 

Dolmetscher Benesch:

Irgendwo in das Ghetto von Sosnowitz.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam jsme jeli pro ty zbytky. Sosnovické ghetto bylo už odvezeno do plynu, ale zůstaly tam zbytky.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort holten wir Reste ab. Das Sosnowitzer Ghetto war bereits in das Gas weggeführt worden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam byli nějací mrtví

 

Dolmetscher Benesch:

Dort waren einige Tote

 

Zeuge Ota Fabián:

Nějací zastřelení

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Erschossene

 

Zeuge Ota Fabián:

Nějací živí.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Lebende.

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli jsme sanitku vysypat chlórovým vápnem.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir mußten diesen Sanitätswagen mit Chlorkalk innen ausschütten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsme tam naložili ty mrtvé, polomrtvé, živé.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann luden wir diese alle auf, die Toten, die Halbtoten und die Lebenden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak jsme nasedli sami.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann stiegen wir selber ein.

 

Zeuge Ota Fabián:

A pak jsme odjížděli.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann fuhren wir weg.

 

Zeuge Ota Fabián:

Po cestě jsme zajeli ještě do nějaké vesnice. Kde to bylo, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Unterwegs fuhren wir in irgendein Dorf. Wie das Dorf hieß oder wo es war, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

V jednom domku, v opuštěné světnici

 

Dolmetscher Benesch:

In einem Haus in einer verlassenen Stube

 

Zeuge Ota Fabián:

Ležela hezká, silnější žena. Mladá

 

Dolmetscher Benesch:

Lag eine hübsche, jüngere, stärkere Frau

 

Zeuge Ota Fabián:

Černovlasá, vidím ji jako dnes.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit dunklen Haaren. [unverständlich]

 

Zeuge Ota Fabián:

Ležela na slámě.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie lag auf Stroh.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tu jsme naložili s sebou.

 

Dolmetscher Benesch:

Die haben wir auch aufgeladen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A jeli jsme.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir fuhren weiter.

 

Zeuge Ota Fabián:

Co tenkrát dělalo to chlórové vápno, jak jsme tam byli

 

Dolmetscher Benesch:

Was damals der Chlorkalk gemacht hat

 

Zeuge Ota Fabián:

To si nikdo nedovede představit.

 

Dolmetscher Benesch:

Kann sich niemand vorstellen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty výpary, to horko.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Dämpfe und die Hitze.

 

Zeuge Ota Fabián:

Zatloukli jsme na Hantla dopředu, na okénko.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir klopften an das Fensterchen, um Hantl auf uns aufmerksam zu machen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantl poručil zastavit.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl befahl zu halten

 

Zeuge Ota Fabián:

Otevřel nám zadní dveře

 

Dolmetscher Benesch:

Öffnete die hintere Tür

 

Zeuge Ota Fabián:

Pustil nás ven.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ließ uns hinaus.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nechal sanitku vyvětrat

 

Dolmetscher Benesch:

Ließ den Sanitätswagen auslüften

 

Zeuge Ota Fabián:

Dal nám cigaretu.

 

Dolmetscher Benesch:

Gab uns eine Zigarette.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nevím, po kolika minutách jsme zase nasedli a jeli jsme dál.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, nach welcher Zeit wir wieder einstiegen und weiterfuhren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom Hantl už pravidelně nechával zastavit.

 

Dolmetscher Benesch:

Und von da an ließ Hantl regelmäßig anhalten

 

Zeuge Ota Fabián:

Vypustil nás ven

 

Dolmetscher Benesch:

Ließ uns hinaus

 

Zeuge Ota Fabián:

Vyvětral

 

Dolmetscher Benesch:

Ließ lüften.

 

Zeuge Ota Fabián:

A takhle jsme se dostali až do Birkenau ke krematoriu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und so kamen wir bis zum Krematorium nach Birkenau.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam jsme tyto mrtvé, položivé a živé museli vyložit.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort mußten wir die Toten, die Halbtoten und die Lebendigen ausladen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Položivé jsme museli obrátit čelem dolů

 

Dolmetscher Benesch:

Die Halbtoten mußten wir mit der Stirn nach unten legen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Źiví si museli lehnout na břicho.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Lebenden mußten sich auf den Bauch legen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tam jeden SS z krematoria

 

Dolmetscher Benesch:

Und dort hat ein SS-Mann aus dem Krematorium

 

Zeuge Ota Fabián:

Tyto položivé a živé před námi zastřelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Vor uns diese Lebenden und Halbtoten erschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tu pistoli obrátil, nestříl el je takhle, kohoutek nahoru.

 

Dolmetscher Benesch:

Er erschoß sie nicht in einer normalen Haltung. Er drehte die Pistole mit dem Abzugsbügel nach oben.

 

Zeuge Ota Fabián:

A když byl hotov

 

Dolmetscher Benesch:

Und als er fertig war

 

Zeuge Ota Fabián:

Zeptal se Hantla: »Co je s těmi?«, ukázal na nás.

 

Dolmetscher Benesch:

Fragte er Hantl: »Und was ist mit denen?« und zeigte auf uns.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na nás oba ukázal.

 

Dolmetscher Benesch:

Zeigte auf die beiden, die mitgefahren sind.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nacož Hantl okamžitě řekl: »Ne, ne, to jsou moje lidi!«

 

Dolmetscher Benesch:

Sofort sagte Hantl: »Nein, nein, das sind meine Leute.«

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak nás Hantl dovezl do lágru.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann brachte er uns ins Lager zurück.

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme neviděli asi tři dny na oči.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir konnten drei Tage kaum etwas sehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Od toho chlóru.

 

Dolmetscher Benesch:

Von den Dämpfen des Chlorkalks.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Chlor.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě bych chtěl dodat, zapomněl jsem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe noch etwas vergessen, ich möchte hinzufügen:

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát, když jsme jeli tam

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir damals dorthin fuhren

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak jsme ztratili pneumatiku.

 

Dolmetscher Benesch:

Haben wir einen

 

Zeuge Ota Fabián:

Jednu rezervní pneumatiku.

 

Dolmetscher Benesch:

Reservereifen verloren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pro tu jsme se vraceli hodně daleko.

 

Dolmetscher Benesch:

Um diesen Reservereifen wieder zu holen, fuhren wir weit zurück.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nechť Hantl teď řekne, jestli je to pravda, co jsem zde řekl.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl kann ja sagen, ob es wahr ist, was ich erzählt habe.

 

Vorsitzender Richter:

Hantl, wollen Sie was sagen dazu?

 

Angeklagter Hantl:

[Pause] Herr Vorsitzender, dieser Vorfall, wie ihn der Zeuge schildert, ist mir nicht bekannt. Der Vorfall ist mir so bekannt, daß das Mislowitzer Ghetto geräumt wurde. Ich wurde Sonntag vormittag

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sosnowitz.

 

Angeklagter Hantl:

Sosnowitz, pardon. Das Sosnowitzer Ghetto wurde geräumt, samstags. Und ich wurde angerufen. Ich sollte einen Toten abholen vom Bahngleise, wie er dort liegen soll. Ich war noch sehr verärgert, ich wollte gerade Baden gehen. Es war ein sehr heißer Tag damals, nicht. Ich fuhr mit zwei Häftlingen nach Sosnowitz bis an den Bahnhof. Der Fahrer wußte ja Bescheid, wohin man sollte, lag am Bahngleise ein Toter. Die beiden haben ihn eingeladen. Es war eine sehr große Blutlache dort. Und wir sind zurückgefahren. Natürlich weiß ich davon, daß die wiederholt geklopft haben am Fenster. Ich habe aufgemacht, nicht, das stimmt. Aber wie wir sind nach Birkenau rausgefahren – das war ja damals ein großer Tumult, da sollen angeblich damals so 10.000 gewesen sein –, hat Hössler anhalten lassen das Auto und hat gesagt: »Nehmen Sie diese Frau auch mit.« Weiß ich aber nicht mehr, ob die tot war oder lebend. Denn wahrscheinlich ist die vom Auto runtergesprungen oder wie und war tot, nicht. Und da habe ich die mit aufladen lassen, und wir sind dann ins Krematorium rausgefahren. Anders kann ich es nicht schildern.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, also der Zeuge schildert ja nun die Sache insofern anders, als ob da noch Lebende dabeigewesen wären, die auch noch erschossen worden seien am Krematorium.

 

Angeklagter Hantl [unterbricht]:

Also mir ist ein einziger Fall bekannt, wo ich den

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

War denn das ein gewöhnlicher Sanka, mit dem Sie gefahren sind?

 

Angeklagter Hantl:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Mich wundert nämlich, daß der Zeuge doch eine ganze Anzahl von Menschen genannt hat. Fragen Sie doch einmal den Zeugen, in welchem Wagen sie damals gefahren sind. Ob das ein Sanitätskraftwagen gewesen sei.

 

Dolmetscher Benesch:

Co to bylo za vůz, s kterým jste jeli tenkrát?

 

Zeuge Ota Fabián:

Sanitka.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Obyčejná sanitka.

 

Zeuge Ota Fabián:

Prachobyčejná sanitka, ve které vozili velmi často mrtvé.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein ganz gewöhnlicher Sanitätskraftwagen, in dem oft Tote transportiert wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Mohl by jste mně přeložit, co řekl Hantl?

 

Angeklagter Hantl:

Das sage ich ja, daß es ein gewöhnlicher Sanitätswagen war.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich übersetzen, was

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Augenblick mal. Bitte schön, ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl vyprávěl, že se pamatuje na jeden případ, že jednou v sobotu byl zavolán ze Sosnovic, že tam leží mrtvý na kolejích. A že potom tam jel s vězni, že jednoho mrtvého dal i do sanitky a pak jel kolem a pamatoval si taky na tu ženu. Že ho tam zavolali, že sosnovické ghetto. Ale nepamatuje si, že by byl někdo zastřelen před krematoriem.

 

Zeuge Ota Fabián:

Možná, že Hantl na to zapomněl, ale já na to nemohu zapomenout, protože tenkrát vlastně nám Hantl zachránil život!

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es nicht vergessen, weil uns damals Hantl das Leben gerettet hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wieviel

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

A ještě bych chtěl při pomenout Hantlovi: Tenkrát, když jsme se vrátili pro tu pneumatiku, dával nám ji jeden muž, tam u jednoho domku, kde to bylo, nevím tak tenkrát tam Hantl [Pause] vyprávěl jeden vtip. A já ho budu vyprávět.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich könnte Hantl noch an einen Vorfall erinnern. Als wir diesen Ersatzreifen wieder holen wollten und ihn fanden, erzählte uns Hantl auch einen Witz.

 

Zeuge Ota Fabián:

A sice: Že jeden SS jel na kole a přišel na nějaký úřad, nechal si to kolo stát před barákem

 

Dolmetscher Benesch:

Ein SS-Mann fährt auf einem Fahrrad zu einem Amt und läßt das Fahrrad vor dem Amt stehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak odešel dovnitř.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann geht er hinein.

 

Zeuge Ota Fabián:

A když vyšel, kolo bylo pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Und als er herauskommt, ist das Fahrrad weg.

 

Zeuge Ota Fabián:

A byl tam připevněný lístek

 

Dolmetscher Benesch:

Und dort war eine Karte festgemacht, an dieser Stelle:

 

Zeuge Ota Fabián:

Že kola se musí točit pro válku. — »Die Räder müssen rollen für den Sieg!«

 

Dolmetscher Benesch:

»Räder müssen rollen für den Sieg!«

 

Zeuge Ota Fabián:

»SS marschiert!«— To nám vyprávěl Hantl a to vím jedině od Hantla.

 

Dolmetscher Benesch:

Das erzählte uns Hantl, und das weiß ich nur von Hantl.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nun sagen Sie bitte, Herr Zeuge, wie viele menschliche Körper hatten Sie denn in diesem Wagen drin, sei es lebende oder tote?

 

Zeuge Ota Fabián:

Přesné číslo nepovím. A že to bylo u kolejí, to mně připomněl Hantl.

 

Dolmetscher Benesch:

Es stimmt, es war in der Nähe einer Strecke. Die genaue Zahl der Toten weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo tam několik mrtvých, polomrtvých a byli tam živí, ženy i muži.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren einige Tote, Halbtote und Lebende. Es waren Frauen und Männer.

 

Zeuge Ota Fabián:

Myslím, že jich bylo přes deset.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren über zehn.

 

Vorsitzender Richter:

Über zehn Menschen in diesem Sanka?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sind die denn alle hineingegangen?

 

Dolmetscher Benesch:

V té obyčejné sanitce leželo deset lidí?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. Ty mrtvé jsme narovnali na sebe.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Toten haben wir aufeinandergelegt.

 

Zeuge Ota Fabián:

A živí tam byli a my jsme stáli, jak dnes to vidím, když jsme do té »sanky« šli, tak byli po levé straně.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Lebenden waren, als wir in den Sanitätskraftwagen hineingingen, auf der linken Seite.

 

Zeuge Ota Fabián:

Chtěl bych dodat, to množství, abych řekl přesně, to ať se na mě nikdo nezlobí, to nechci říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine genaue Zahl weiß ich nicht. Der Zeuge bittet um Entschuldigung, daß er keine genaue Zahl nennen kann.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, das will ich auch nicht von ihm verlangen. Mir fällt nur auf, daß ein Sanitätskraftwagen ja im allgemeinen nur zwei, drei Menschen überhaupt faßt in seinem Inneren. Daß da jetzt so viele

 

Dolmetscher Benesch:

Myslí, že do obyčejné sanitky se mohou vejít jenom dva nebo tř i lidé.

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To nebyla sanitka s lůžky, tam nebyly normální vozy.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war kein Sanitätskraftwagen mit Tragbahren, also mit Liegemöglichkeiten.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Mit Einrichtung, ja, sondern es war ausgeräumt.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo úplně prázdné.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser Raum war völlig leer.

 

Vorsitzender Richter:

Wir wollen die Vernehmung des Zeugen unterbrechen und um Dreiviertel zwei fortfahren. Ich

 

– Schnitt –

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es vergessen.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Und dann noch etwas: Sie sagten uns, bei den Hinrichtungen im Block 11 sei immer ein Arzt dabeigewesen. Können Sie da Namen von Ärzten nennen, die dabei waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete říci jména lékařů, kteří byli při popravách?

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To mohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Ja, bitte schön.

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Tam se lékaři střídali. Byl tam Fischer

 

Dolmetscher Benesch:

Die Ärzte wechselten sich ab. Es war dort Doktor Fischer

 

Zeuge Ota Fabián:

Fischer, Rohde

 

Dolmetscher Benesch:

Rohde

 

Zeuge Ota Fabián:

Entress

 

Dolmetscher Benesch:

Entress

 

Zeuge Ota Fabián:

Já nevím, jestli říkám ta jména správně.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob ich den Namen richtig ausspreche.

 

Zeuge Ota Fabián:

Thiel... Thiel oder Thiel nebo Thiele.

 

Vorsitzender Richter:

Thilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Thiel oder Thiele. Thilo.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nebo Thilo. Klein nevím, jestli tam byl, na toho se nepamatuju.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob Klein dort gewesen ist. Daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Ergänzungsrichter Hummerich:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt.

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Zeuge, Sie sagten, daß Sie einmal für den Bąk eintreten mußten bei einer »Abspritzung«. War das nur einmal?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste musel zastupovat Bąka při jedné injekci. Bylo to jenom jednou?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. Byl jsem tam asi dvakrát za Bąka, to bylo na 20. bloku. A bylo to více případů.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß ich zweimal für Bąk auf Block 20 gewesen bin. Das war nicht nur ein Fall, es waren mehrere Fälle.

 

Staatsanwalt Kügler:

Ja. Und wie viele sind da »abgespritzt« worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik bylo stříkaných?

 

Zeuge Ota Fabián:

To Vám neřeknu přesně, ale jednou asi 30, 31 nebo 32, a jednou asi 26 nebo tak nějak...

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann beidemal nicht die genaue Zahl nennen. Das erste Mal 29, 30 oder 31. Beim zweiten Mal etwa 26.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na to se přesně nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich nicht genau an die Zahl erinnern.

 

Staatsanwalt Kügler:

Und Klehr, hat Klehr allein die Spritzen gesetzt, oder haben ihm andere geholfen?

 

Dolmetscher Benesch:

A injektoval Klehr samotný nebo mu pomáhali?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát sám Klehr to dělal.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals Klehr allein.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie etwas darüber gehört, ob Hantl auch »abgespritzt« hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste něco o tom, že by Hantl taky dával in jekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. Nikdy jsem neslyšel, že by Hantl dal injekci. Aspoň já to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe niemals gehört, daß Hantl eine Spritze verabreicht hat. Wenigstens weiß ich es nicht.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie von anderen noch gehört, die Spritzen verabreicht haben sollen?

 

Dolmetscher Benesch:

Slyšel jste o jiných dozorcích nebo SDG, kteří stříkali?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jo, ještě tam byl takový silnější, na jméno si nemohu vzpomenout. Ještě jsem tam poznal dva, ke konci tam byl nějaký Rumun. Byl o něco vyšší, než já. To by dobře věděl Singer. Ten se s ním bavil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich erinnere mich an einen, der ein sehr großer

 

Zeuge Ota Fabián:

Anebo Hantl by nám mohl říct, jak se jmenoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Mensch war, auch Hantl könnte uns sagen, wie der geheißen hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Mladý byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Zum Schluß war ein junger Rumäne dort gewesen. Singer kann darüber mehr aussagen, weil er öfter mit ihm gesprochen hat.

 

Staatsanwalt Kügler:

War Ihnen der Sanitätsdienstgrad Scherpe bekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte Scherpeho? Taky sanitní poddůstojník?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden tam byl, neznal jsem ho jménem. Zastřelil u nás na 28. bloku dole jednoho muže. A nevím, který to byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur einen. Ich kann mich nicht an den Namen erinnern. Der hat bei uns im 28. Block einen Mann erschossen, im Keller.

 

Staatsanwalt Kügler:

Sind Sie einmal dabeigewesen, als Kinder »abgespritzt« wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl jste někdy přítomen, když dostali injekce děti?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, byl. Ty děti jsme z koupelny odnášeli a odváželi.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir trugen Kinder aus dem Waschraum weg und haben sie fortgefahren.

 

Staatsanwalt Kügler:

Darf ich das so verstehen, daß das eine Gruppe von Kindern war oder daß es gelegentlich vorgekommen ist, daß Kinder »abgespritzt« wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Dá se říci, že šlo o celou skupinu dětí, nebo o jednotlivce, kteří dostali injekci?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, to bylo dosti dětí. To bylo více dětí.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren mehrere Kinder.

 

Staatsanwalt Kügler:

Danke.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Zeuge, können Sie sich noch erinnern, wer Ihnen das Tor zum Hof zwischen Block 10 und 11 oder die Tür von Block 11 geöffnet hat, wenn Sie dorthin gehen mußten, um die Leichen der Erschossenen abzuholen? War das ein SS-Mann oder ein Häftling?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, kdo Vám otevíral vrata k bloku 11, když jste tam šli po popravách? Byl to přísluš ník SS, nebo vězeň?

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Vězeň. To byl Staszek, kdo nám ponejvíce otvíral.

 

Dolmetscher Benesch:

Meistens war es der Häftling Staszek, der uns die Tür geöffnet hatte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten, který pro nás přišel.

 

Dolmetscher Benesch:

Derjenige, der uns abholte.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Sie erwähnten dann, daß Schlage bei Einzelerschießungen beteiligt war und daß er bei Häftlingen, die noch am Leben waren und schon bei dem Haufen der Toten lagen, Fangschüsse gegeben hat. Können Sie in dem Zusammenhang eine Mindestzahl nennen, wie viele Häftlinge durch Schlage erschossen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste říkal, že Schlage se účastnil taky menších poprav a že taky dával dodatečné rány vězňům. Můžete říci, kolik jich asi zabi l?

 

Zeuge Ota Fabián:

Číslo vám říci nemohu, bylo jich hodně... při tom množství, které my jsme odnášeli, se t o vůbec nedá pamatovat. Protože se to měnilo. To šlo úžasně rychle. Zrovna tak v té hromadě, jednou se jich třeba dostřelovalo deset, někdy já nevím, kolik, podle toho, kolik jich ještě dýchalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Zahl kann hier nicht genau angegeben werden, weil das sehr schnell ging, diese Erschießungen. Manchmal wurden zehn erschossen, manchmal auch mehrere. Und manchmal wurden auf einen Häftling mehrere Schüsse abgegeben, wenn er noch atmete. Man kann also eine genaue Zahl nicht angeben.

 

Zeuge Ota Fabián:

To se měnilo, podle toho, kolik bylo popravených.

 

Dolmetscher Benesch:

Das veränderte sich ständig. Es lag keine Zahl fest, wie viele jeweils erschossen wurden.

 

Staatsanwalt Vogel:

Das meine ich auch nicht, und ich weiß, daß es sehr schwer für Sie ist, da eine befriedigende Antwort heute zu geben. Aber können Sie sagen, daß es mehr als einer war, daß es mehr als zehn waren oder daß es sich um Hunderte gehandelt hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete říct, že to bylo víc než jeden, víc než deset nebo víc než 100.

 

Staatsanwalt Vogel:

Insgesamt, ich meine nicht bei jedem einzelnen Fall.

 

Dolmetscher Benesch:

Dohromady

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Na tuhle otázku mohu jen odpovědět, že to bylo určitě víc jak 100.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann auf diese Frage nur antworten: Es waren bestimmt mehr als hundert.

 

Staatsanwalt Vogel:

Mehr als hundert. Danke.

 

Zeuge Ota Fabián:

To můžu říci při nejlepším svědomí.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich bei bestem Gewissen so beantworten.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke schön. Handelte es sich bei diesen erschossenen Menschen nur um Häftlinge aus dem Lager, also in Häftlingskleidung, oder befanden sich darunter auch Zivilisten?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli zastřeleni jenom lidé ve vězeňských šatech, nebo taky civilisté?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tihle, o kterých jsem mluvil, byli vyváděni a stříleni nazí. Civilisté tam byli také přiváděni, ti přicházeli z politického oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlinge, die ich gesehen habe, waren durchweg nackt. Sicher sind auch Zivilisten von der Politischen Abteilung dorthin gebracht worden.

 

Staatsanwalt Vogel:

Aber Sie haben sie nicht in Kleidung gesehen, sondern nur nackt.

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste je také oblečené, nebo jenom nahé?

 

Zeuge Ota Fabián:

My jsme často viděli, že byli vedeni na 11. blok, žena, muž, a za chvilku už Staszek přišel, aby jsme vzali truhlu a šli pro ně. Za chvilku jsme je vysvlečené donesli k nám do sklepa, když už naše krematorium nepálilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir haben öfter gesehen, daß ein Mann oder eine Frau in den Block 11 geführt wurde, und einige Zeit später kam dann Staszek und holte uns ab, daß wir die Leiche abzuholen hätten, in den Keller.

 

Staatsanwalt Vogel:

Ja. Zu Beginn Ihrer Vernehmung hatten Sie erwähnt, daß einmal in Block 28 auch zwei Personen durch Spritzen getötet wurden, die durch die Politische Abteilung dorthin gebracht worden waren. Können Sie diesen Fall noch einmal näher schildern?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jednou byli na bloku 28 zavražděni dva lidé, které tam dovezli z Politického oddělení. Můžete nám o tom říci něco bližšího?

 

Zeuge Ota Fabián:

Mohu Vám říci jenom, že to byli dva muži, které tam dva SS dovedli a Klehr je tam odpíchl. A my jsme je sundávali dolů, byli jsme při tom, brali jsme je okamžitě dolů. Klehr vysvlékl bílý plášť, vzal kufříček a odcházeli všichni tři pryč.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß zwei Männer

 

Zeuge Ota Fabián:

A bylo to k večeru.

 

Dolmetscher Benesch:

Gegen Abend von zwei SS-Leuten auf Block 28 gebracht wurden. Und einige Zeit später haben wir dann die Leichen in den Keller gebracht, und Klehr zog sich den weißen Mantel aus, nahm das Köfferchen mit den ärztlichen Instrumenten und ging mit den beiden anderen SS-Männern weg.

 

Staatsanwalt Vogel:

Wer diese Menschen von der Politischen Abteilung gebracht hat, wissen Sie heute nicht mehr?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo přivedl tyto muže z Politického oddělení, nevíte přesně .

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

To nevím, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es nicht.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke schön. Doch noch eine Frage: Im Zusammenhang mit den Erschießungen durch den Angeklagten Boger an der Schwarzen Wand hatten Sie gesagt, daß Boger öfter geschossen hat. Ich muß auch in diesem Zusammenhang an Sie die Frage richten: Können Sie auch bezüglich des Angeklagten Boger eine Mindestzahl von Opfern angeben?

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste, že Boger taky střílel u Černé zdi. A pan státní návládní se Vás musí zeptat, jestli můžete říci, kolik lidí asi Boger tímto způsobem zavraždil?

 

Zeuge Ota Fabián:

To je těžké říct. Když řeknu 1000, možná, že je to málo, možná, že je to moc. To se nedalo ani spočítat, v té rychlosti. Věřte mně, že já sám jsem nevěděl, kolik vlastně bylo ten den postřílených, protože to jsme nemohli spočítat. To šlo tak rychle.

 

Dolmetscher Benesch:

In der Geschwindigkeit, in der wir arbeiten mußten, war es uns unmöglich, auch nur an einem Tag zusammenzuzählen, wie viele wir fortgetragen hatten. Wenn ich eine Zahl nenne wie tausend, dann kann es zu viel, es kann zu wenig sein. Ich kann absolut keine Zahl nennen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale že jich bylo hodně, no vždyť tam chodil a střílel, to nebyla maličkost.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es waren bestimmt sehr viele, denn er ging ja öfter hin und schoß, und es war keine Kleinigkeit.

 

Staatsanwalt Vogel:

Danke.

 

Staatsanwalt Kügler:

Haben Sie eine Beobachtung darüber machen können, ob der Angeklagte Klehr bei den Injektionen oder bei einer Injektion die gesamte Flüssigkeit, die in der Spritze war, abgegeben hat oder ob er mit einer Füllung mehrere Personen getötet hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, jestli obžalovaný Klehr jednou injekcí zabil více lidí nebo vždycky jenom jednoho?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já Vám řeknu jen, že ta tekutina byla tmavá. Ale když on mu dal tu injekci, tak my jsme ho zase brali a odtahovali. A mezitím tam přišel jiný.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge hat die Frage offensichtlich nicht verstanden. Darf ich sie wiederholen? — Byla ta injekce prázdná, když jste mrtvého brali pryč? — War die Spritze leer, als Sie den Toten aus dem Raum getragen haben?

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy taky ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal auch nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ist mit dieser selben Spritze dann noch ein anderer getötet worden?

 

Dolmetscher Benesch:

Tou samou injekcí byl ještě zavražděn jiný?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Oder, ich wollte richtiger fragen, mit dem restlichen Inhalt dieser Spritze?

 

Dolmetscher Benesch:

To, co zbylo v injekci, stačilo na usmrcení druhého člověka a byl tím taky usmrcen?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Ormond, bitte schön.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Herr Zeuge, hat Klehr, soweit Sie es beobachtet haben, die Tötungen durch die Injektionen selbst vorgenommen oder sich manchmal der Hilfe eines Häftlings bedient?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste, jak Klehr sám dává injekce nebo nutí vězně dávat injekce?

 

Zeuge Ota Fabián:

V případech, o kterých jsem mluvil, tak to jsem viděl sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Von den Fällen, von denen ich gesprochen habe, habe ich es selbst gesehen. — Že Klehr stříkal.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß Klehr die Injektionen verabreicht hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale vím, že injekce dával Pańszczyk. A ještě někdo, ale nepamatuju, jak se jmenoval. Vím jen, že byl potom taky popraven.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß auch, daß Pańszczyk Injektionen gegeben hat und noch ein zweiter, an dessen Namen ich mich nicht erinnere. Ich weiß aber, daß auch er hingerichtet worden ist.

 

Zeuge Ota Fabián:

A potom vím ještě o jednom, ten z toho byl úplně pryč, byl to nějaký lékař a ten potom odešel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß noch von einem, der Arzt war und der völlig durchgedreht ist durch diese Vorkommnisse.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Herr Zeuge, die beiden Häftlinge, die Klehr gewissermaßen assistiert haben, indem sie den Häftling festgehalten haben, sind hier von verschiedenen Zeugen als Schwarz und Weis mit Namen bezeichnet worden.

 

Dolmetscher Benesch:

Oba vězňové, kteří drželi delikventa, [ vězně ], když dostával injekci, zde byli uvedeni jako Schwarz a Weis.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na Schwarze se nepamatuji, ale Weis je zde. Ten bude svědčit.

 

Dolmetscher Benesch:

An Schwarz erinnere ich mich nicht, aber Weis ist ja hier. Er wird ja auch als Zeuge aussagen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Dann eine andere Frage, Herr Zeuge: Sie haben uns erklärt, daß die Mitglieder der Politischen Abteilung bei großen Exekutionen dabeigewesen sind. Sind Ihnen aus dieser Zeit die Namen Dylewski und Broad bekannt geworden?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že členové politického oddělení byli přítomni u velkých exekucí. Znáte jména... — Darf ich Sie um Wiederholung der Namen bitten?

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Broad und Dylewski.

 

Dolmetscher Benesch:

Broad a Dylewski?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ta jména neznám. Ale byli tam z toho politického oddělení taky mladí, kteří stříleli, velmi mladí.

 

Dolmetscher Benesch:

Die beiden Namen kenne ich nicht. Es waren aber auch Junge dort und sehr Junge aus der Politischen Abteilung, die auch geschossen haben.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Dann eine letzte Frage, Herr Zeuge: Ist Ihnen diese Zeichnung von Siwek über die Erschießung an der Schwarzen Wand2 bekannt? Haben Sie sie gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Sidek namaloval obraz »Střílení u Černé zdi«. Znáte ten obraz?

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ne, neznám, neviděl jse m žádný obraz.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Kennen Sie den?

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kenne dieses Bild nicht.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ich möchte sie Ihnen einmal zeigen und Sie fragen, ob sie ungefähr der Sachlage entspricht.

 

Dolmetscher Benesch:

Bude Vám ukázán a pan státní návládní se ptá, jestli to tak bylo.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Tady ještě stál jeden, když byli takto, za mě, po dvou vyváděni, tak stříleli dva. Jeden zde a druhý zde. A my jsme s nosítky stáli zde. A hned jsme je odebírali. Za mě se takhle nestřílelo.

 

Dolmetscher Benesch:

Während meiner Zeit wurden Erschießungen nicht in dieser Form vorgenommen, sondern es haben zwei geschossen. Und hinter den Schießenden standen wir mit den Tragbahren, um die Leichen wegzutragen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Takhle je držel.

 

Dolmetscher Benesch:

So hat er sie festgehalten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tady z té strany je vyvedl, sem k té zdi, my jsme stáli zde, tuhle. Tady jsou schody, sem je vyvedl, to šlo všechno »Laufschritt«, my jsme přišli s těmi nosítky sem a tady na tu stranu jsme je nosili k 10. bloku. A už zase šli druzí a ti je odnášeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlinge wurden im Laufschritt über die im Bild sichtbare Treppe geführt. Wir standen hinter den Schießenden und haben die Leichen dann nachher, im Bilde links, zum Block 10 weggetragen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tahle šibenice stála v levém rohu

 

Dolmetscher Benesch:

Und der Galgen stand in der linken Ecke.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když se přišlo k Černé zdi.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn man zur Schwarzen Wand ging.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Sie finden auf dieser Zeichnung verschiedene SS-Führer oder -Unterführer. Welche Funktionen haben die da ausgeübt?

 

Dolmetscher Benesch:

Co dělali příslušníci SS, kteří stojí na tom obrazu?

 

Zeuge Ota Fabián:

Přihlíželi. Stáli vždycky tady. A ještě na něco jsem si vzpomněl .

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Pardon, můžu to říct, hned? — Ich möchte die Antwort des Zeugen in zwei Teilen wiederholen: Die SS-Führer standen längs der Barackenwand und sahen zu.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždycky stáli zde, u 11. bloku. Tady ti nejvyšší a tady ti mladší.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf der rechten Bildseite hinter der Treppe.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tady vždycky stáli nejvyšší a zde ti mladší, podle šarží, já nevím přesně.

 

Dolmetscher Benesch:

Entsprechend ihrem Rang standen sie dort aufgestellt

 

Zeuge Ota Fabián:

Na pravé straně.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf der rechten Seite des Bildes, und zwar die höheren mehr zur Schwarzen Wand und die Jüngeren mehr zur Treppe.

 

Zeuge Ota Fabián:

Takhle já jsem nikdy neodnášel, já odnášel pouze na nosítkách.

 

Dolmetscher Benesch:

Wie es hier dargestellt ist, habe ich niemals Leichen weggetragen. Ich habe nur auf Tragbahren die Erschossenen weggetragen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

In Ihrer Zeit waren also mehr SS-Führer und -Unterführer bei solchen Exekutionen anwesend.

 

Dolmetscher Benesch:

Za Vás tam tedy bylo víc SS vedoucích a poddůstojníků.

 

Vorsitzender Richter:

Bei großen Exekutionen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

U velkých exekucí.

 

Zeuge Ota Fabián:

To tady byla nastoupená celá řada

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine ganze Reihe angetreten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Při velkých popravách.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei großen Exekutionen.

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Gut. Danke sehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Raabe.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Keine Frage.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Bürger.

 

Verteidiger Bürger:

Herr Zeuge, kennen Sie einen Herrn Głowacki, der damals Leichenträger war?

 

Dolmetscher Benesch:

Znáte jistého Glowackého, který byl tenkrát nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein. Nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Głowacki, nepamatuji se.

 

Verteidiger Bürger [unterbricht]:

Kennen Sie nicht, ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já už jsem Vám zde vyjmenoval ty, s kterými jsem nejvíc nosil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe die, mit denen ich am meisten getragen habe, hier genannt.

 

Verteidiger Bürger:

Ja. Wann war denn dieser Vorfall mit dem Zigeuner, auf den der Angeklagte Schlage geschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy byl ten případ s tím cikánem, na kterého střílel obžalovaný Schlage?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo v roce 43, někdy v létě, protože jsm e ho odváželi do našeho krematoria.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Jahr 43 irgendwann im Sommer, weil wir den Toten in unser Krematorium gebracht haben.

 

Verteidiger Bürger:

Sommer 43, ja. Welche Leichenträger waren da zugegen noch? Wissen Sie das noch?

 

Dolmetscher Benesch:

Kteří nosiči mrtvol byli tenkrát s vámi?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát šel s námi kapo Rischler.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Kapo Rischler

 

Zeuge Ota Fabián:

Hermann Singer.

 

Dolmetscher Benesch:

Hermann Singer

 

Zeuge Ota Fabián:

Kostek Misztal.

 

Dolmetscher Benesch:

Kostek Misztal.

 

Zeuge Ota Fabián:

Štěpán Markovski.

 

Dolmetscher Benesch:

Štěpán Markovski.

 

Zeuge Ota Fabián:

A Molka, Bąk, protože to byla poprava, ten cikán šel na konec. Těch bylo víc.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war eine größere Hinrichtung. Es waren mehrere. Der Zigeuner kam gegen Ende.

 

Verteidiger Bürger:

Ja. Sagen Sie, der Angeklagte Schlage, war der die ganze Zeit dort Arrestaufseher, solange Sie Leichenträger waren? Sie waren Leichenträger vom Frühjahr 43 bis Januar 45, glaube ich.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste byl nosič mrtvol od léta 43?

 

Zeuge Ota Fabián:

Od léta 43. Ne od léta, od jara...

 

Dolmetscher Benesch:

Od jara 43 až do ledna 45.

 

Zeuge Ota Fabián:

Až do konce. Jenomže potom už ke konci bylo poprav velmi málo.

 

Dolmetscher Benesch:

Zum Schluß waren sehr wenige Hinrichtungen.

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsme vždycky říkali, že kdyby ti mrtví vstali a viděli to, tak nebudou věřit, že jsou v Osvětimi.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sagten damals: »Wenn die Toten aufstehen würden und das sehen, würden sie niemals glauben, sie seien in Auschwitz.« Darf ich die Frage mit

 

Verteidiger Bürger [unterbricht]:

Ja, bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin noch nicht [+ fertig.] — A byl Schlage tenkrát celý ten čas arest ový vedoucí? V bloku 11?

 

Zeuge Ota Fabián:

Myslím, že byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, daß Schlage während der ganzen Zeit

 

Verteidiger Bürger [unterbricht]:

Die ganze Zeit

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Arrestführer in Block 11 war.

 

Verteidiger Bürger:

Und Sie sagten, der Angeklagte Schlage habe also Einzelexekutionen an der Schwarzen Wand durchgeführt. Welche SS-Leute waren da zugegen?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že Schlage taky dělal jednotlivé popravy. Kteří příslušníci SS byli přítomni?

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždycky ti z 11. bloku, když to byly samostatné popravy. Byl tam takový starý, já nevím, kolik mu mohlo být, ale jistě už mu tenkrát muselo být přes 50.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, smím překládat? — Es waren immer die SS-Leute, die zum Block 11 gehörten, wenn diese kleinen Hinrichtungen stattfanden. Einer, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, muß über 50 Jahre alt gewesen sein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Obyčejně tam byli dva.

 

Dolmetscher Benesch:

Gewöhnlich waren zwei SS-Leute zugegen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Střídali se, podle toho jak měli službu. Já nevím, jak to měli rozdělené.

 

Dolmetscher Benesch:

Je nach ihrem Dienstplan, ich weiß nicht, wie sie es eingeteilt hatten, wechselten sich die zwei dann jeweils ab.

 

Verteidiger Bürger:

Ja, wo kamen diese Häftlinge her? Haben Sie das beobachten können? Kamen die aus Block 11, oder wurden die von außerhalb in den Hof gebracht?

 

Dolmetscher Benesch:

Odkud přicházeli ti vězňové, kteří pak byli zastřeleni? Z bloku 11 nebo také z jiných bloků?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti byli obyčejně odněkud z politického oddělení.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Einzelhinrichtungen wurden von der Politischen Abteilung normalerweise nach Block 11 gebracht.

 

Verteidiger Bürger:

Waren da Angehörige der Politischen Abteilung dabei, bei der Exekution?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli tam přítomni také příslušníci politického oddělení?

 

Zeuge Ota Fabián:

Když byla malá poprava, tak tam nebyli, nebo si je tam někdo z nich dovedl a hned je zastřelil sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei diesen kleinen Hinrichtungen war in der Regel nicht die Politische Abteilung anwesend. Wobei es sein kann, daß einzelne Mitglieder der Politischen Abteilung einen Häftling nach Block 11 brachten und selbst erschossen.

 

Verteidiger Bürger:

Dann schilderten Sie die Erschießung der Familie durch Schlage in diesem Waschraum. Waren Sie im Waschraum dabei, oder standen Sie davor, oder waren Sie bei der gesamten Erschießung von den drei Personen dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste v ypravoval o té rodině, která byla zastřelena v koupelně. Byl jste sám v koupelně, nebo jste stál na chodbě, nebo venku?

 

Zeuge Ota Fabián:

Na chodbě přede dveřmi jsme stáli, takže jsme to viděli.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir standen auf dem Flur vor der Tür, so daß wir es gesehen haben.

 

Verteidiger Bürger:

War die Tür offen?

 

Dolmetscher Benesch:

Byly dveře otevřené?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, dveře byly otevřené.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, die Tür stand offen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A hned, jak tam přišel, tak se díval na tu zeď, ten co musel dělat dřep, předpažit.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sofort nach Eintreffen wurden sie dort erschossen.

 

Verteidiger Bürger:

Wer stand noch bei Ihnen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo stál u Vás?

 

Zeuge Ota Fabián:

Byl se mnou ještě Hermann Singer

 

Dolmetscher Benesch:

Hermann Singer war mit mir dort.

 

Verteidiger Bürger:

Und wer brachte die Häftlinge dorthin?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo přivedl vězně do té koupelny?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jakob.

 

Dolmetscher Benesch:

Jakob.

 

Verteidiger Bürger:

Jakob. Und mit was hat der Schlage geschossen?

 

Dolmetscher Benesch:

Čím střílel Schlage?

 

Zeuge Ota Fabián:

Flobertkou.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit einem Flobertgewehr.

 

Verteidiger Bürger:

Ja. Können Sie mal näher schildern, wie die Erschießung vor sich gegangen ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete nám popsat

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das hat er doch schon getan. Er hat gesagt, der Mann mußte Kniebeuge machen, und während er in Kniebeuge saß, ist er von hinten erschossen worden, nicht.

 

Verteidiger Bürger [unterbricht]:

Ach so, richtig, ja. Ja, ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das Kind mußte mehrmals erschossen werden, weil es noch geschrien hat. Bei der Frau hat er es nicht näher geschildert.

 

Verteidiger Bürger:

Gut. Ja, ist richtig. [unverständlich] Ja, ich habe dann keine Frage. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Fertig. Bitte schön.

 

Verteidiger Fertig:

Herr Zeuge, haben Sie einen Kapo des Leichenträgerkommandos gekannt mit dem Vornamen Teofil?

 

Dolmetscher Benesch:

Znal jste kapo, nosiče mrtvol, který se jmenoval křestním jménem Teofil?

 

Zeuge Ota Fabián:

O tom jsem jen slyšel. Když já jsem přišel, byl tam už Rischler:

 

Dolmetscher Benesch:

Von dem habe ich nur gehört. Als ich dorthin kam, war dort nur Rischler.

 

Verteidiger Fertig:

Ist also der Teofil mit dem Rischler nicht identisch?

 

Dolmetscher Benesch:

Je Theofil identický s Rischlerem?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne! To byl někdo jiný, Rischler byl starý, byl řezník, byl už starší.

 

Dolmetscher Benesch:

Rischler war ein älterer Mann, ein Metzger. Teofil war ein anderer.

 

Verteidiger Fertig:

Herr Zeuge, Sie sagten vorhin, daß die Erschießungen an der Schwarzen Wand gegen Schluß zu abgenommen hätten. Können Sie sagen, wie lange diese Erschießungen an der Schwarzen Wand stattgefunden haben und ob Sie seit Ihrer Zeit als Leichenträger, seit Frühjahr 1943, regelmäßig stattgefunden haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že bylo ke konci u Černé zdi méně poprav. Můžete nám říci, kdy popravy přestaly a jestli byly od jara 43, co jste byl nosič mrtvol, pravidelně prováděny?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, pravidelné popravy nebyly nikdy. Jednou bylo zastřeleno několik lidí, jindy jich bylo hodně, někdy to byly jednotlivé případy, jak jsem líčil. Kdy popravy přesně přestaly, to Vám nemohu říci. Vím jen, že jich ke konci značně ubylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann keinen genauen Termin sagen, wann die Hinrichtungen aufgehört haben. Ich weiß nur, daß gegen Ende zu es immer weniger wurden. Regelmäßige Hinrichtungen fanden überhaupt nicht statt, sondern einmal kleine Hinrichtungen, einmal größere Hinrichtungen. Und den Termin, wann sie aufhörten, kann ich nicht sagen.

 

Verteidiger Fertig:

Können Sie aber angeben, ob die Hinrichtungen bis zu dem Termin, zu dem sie aufhörten, wöchentlich stattfanden?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete říci, jestli popravy byly každý týden, pokud jste byl nosičem mrtvol?

 

Zeuge Ota Fabián:

To mohu prohlásit s určitostí, že každý týden nějaká poprava byla. Mimo neděle. A to taky byl někdy týden, že byla poprava každý den, aspoň ně kdo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann sagen, daß während meiner Zeit mindestens einmal in der Woche eine Hinrichtung stattfand. Es gab auch Wochen, an denen täglich hingerichtet wurde.

 

Verteidiger Fertig:

Gilt das auch für die Zeit Ende 1943/Anfang 1944?

 

Dolmetscher Benesch:

Také koncem roku 43 a začátkem roku 44?

 

Zeuge Ota Fabián:

Začátkem 43.

 

Dolmetscher Benesch:

Koncem roku 43.

 

Zeuge Ota Fabián:

To byly popravy taky. Ve 44. jich bylo hodně, to bylo potom popravováno hodně žen.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren viele Hinrichtungen 1944, vor allem sehr viele Frauen sind hingerichtet worden.

 

Verteidiger Fertig:

Herr Zeuge, Sie sagten, Sie könnten mit Bestimmtheit sagen, daß Sie den Angeklagten Schlage bei Massenerschießungen nicht gesehen hätten. Sie hätten ihn aber einige Male bei Einzelerschießungen gesehen. Wie oft glauben Sie ihn gesehen zu haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste Schlageho neviděl

 

Staatsanwalt Vogel:

Ich widerspreche der Frage. Die ist bereits beantwortet.

 

Verteidiger Fertig:

Und wie, Herr Staatsanwalt?

 

Staatsanwalt Vogel:

In mindestens 100 Fällen hat er gesehen, daß Schlage Menschen erschossen hat.

 

Verteidiger Fertig:

Ja, er hat aber doch vorher gesagt, er hätte ihn einige Male gesehen. Und jetzt möchte ich ihn fragen, wie oft.

 

Staatsanwalt Vogel:

Deshalb hatte ich ihn ja vor einigen Minuten auch danach gefragt und habe die Antwort bekommen: »Es waren auf jeden Fall mehr als 100.«

 

Verteidiger Fertig:

Ja, es waren mehr als 100 Menschen. Aber wie oft er die Erschießungen gesehen hat, das ist eine andere Frage.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Vy jste neviděl Schlageho při hromadných popravách, jenom při jednotlivých?

 

Zeuge Ota Fabián:

Při jednotlivých popravách.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Asi kolik jednotlivých poprav to bylo, nemyslím osoby, myslím jenom když řeknu jedna poprava, co se stalo jednoho dne. — Ich habe hinzugesetzt: Ich meine nicht die Zahl der Menschen, sondern ich meine die Zahl der Hinrichtungen.

 

Zeuge Ota Fabián:

To vím, že to byl o dva, tři, anebo když byly děti, tak to bylo čtyři i pět. To bylo. To jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn mindestens zweimal, dreimal gesehen, bei Kindern sogar.

 

Zeuge Ota Fabián:

To já jsem viděl víckrát, ale že byli při jednotlivých popravách popraveni dva, tři, anebo čtyři. Anebo taky pět.

 

Dolmetscher Benesch:

Wahrscheinlich liegt es an mir. Der Zeuge scheint die Frage nicht so verstanden zu haben.

 

Verteidiger Fertig:

Ich darf sie noch einmal wiederholen. Der Zeuge sagte vorhin, er könne mit Bestimmtheit sagen, daß er Schlage bei Massenerschießungen nicht gesehen habe. Er habe ihn aber einige Male bei Einzelerschießungen gesehen. Und nun meine Frage: Wie oft? Was meint er mit einige Male?

 

Staatsanwalt Kügler:

Der Frage in dieser Form widerspreche ich, Herr Rechtsanwalt. Ich würde vorschlagen, daß gefragt wird, wie viele Mal er gesehen hat, daß Schlage geschossen hat. Denn die Frage, wie Sie sie stellen, kann ja dahin lauten, wie viele Male er gesehen hat, daß Schlage nur da herumgestanden hat.

 

Verteidiger Fertig:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das wäre schon interessant zu wissen.

 

Verteidiger Fertig:

Ich halte diese Frage aufrecht. Er

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tak mi to přeložte, já to vysvětlím.

 

Verteidiger Fertig:

Der Zeuge, wenn ich es noch mal sagen darf, sagte, er hätte Schlage einige Male bei Einzelerschießungen gesehen. Und ich möchte von ihm wissen, was er unter einige Male versteht.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste řekl, že jste viděl Schlageho několikrát při jednotlivých popravách.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Na kolik takových poprav si můžete vzpomenout?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nemohu říci přesně. Ale bylo to dost často a nejen Schlage, i ti druzí, vždycky, když z politického někoho přivedli...

 

Dolmetscher Benesch:

Es war sehr häufig gewesen, nicht nur Schlage allein, auch die anderen, jedesmal, wenn von der Politischen Abteilung Häftlinge hingebracht wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy jsme tam přišli s truh lami, když ještě nebyli popraveni, tak jsme to viděli. A někdy jsme přišli, když už byli popraveni, to jsem řekl hned na začátku.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal kamen wir mit den Kästen hin, bevor die Hinrichtungen stattgefunden hatten, manchmal hinterher. Wenn wir vorher ankamen, mußten wir warten, dann haben wir diese Hinrichtung mit angesehen. Das habe ich bereits zu Anfang gesagt.

 

Verteidiger Fertig:

Ja, ich möchte auch wissen – die Frage ist immer noch nicht beantwortet –, wie oft er Schlage gesehen hat. Er sagte eben, daß er auch andere

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Kolikrát jste přesně viděl Schlageho?

 

Zeuge Ota Fabián:

Přesně to nemohu říci, ale viděl jsem ho mnohokrát, ne jednou.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann eine Zahl nicht genau nennen. Aber ich habe ihn oft gesehen, nicht nur einmal.

 

Verteidiger Fertig:

Und in welcher Zeit war das?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy to bylo?

 

Verteidiger Fertig:

Ungefähr natürlich.

 

Dolmetscher Benesch:

Asi.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo i v r. 43. i 44. To bylo stále.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Jahr 43 und im Jahr 44.

 

Verteidiger Fertig:

Ich habe keine Fragen mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Bürger.

 

Verteidiger Bürger:

Ich habe nur eine Frage: Herr Zeuge, wann ist Ihnen denn dieser Vorfall im Waschraum, wo der Schlage die Familie erschossen hat, wieder eingefallen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste si vzpomněl na ten případ, kdy Schlage zabil, zastřelil rodinu v koupelně?

 

Zeuge Ota Fabián:

Kdy jsem si na to vzpomněl? Na to jsem nikdy nezapomněl!

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich nie vergessen.

 

Verteidiger Bürger:

Ja, wie kommt es dann, daß Sie bei Ihrer Vernehmung in Prag diesen Vorfall nicht geschildert haben? Da haben Sie doch sonst sehr ausführlich ausgesagt.3

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to, že jste ten případ nevylíčil při Vašem rozhovoru v Praze?

 

Zeuge Ota Fabián:

To je možné, že jsem to nevylíčil, protože teprve teď jsem o tom musel víc přemýšlet. Já jsem tam víc věcí neřekl a tady budu mluvit o věcech, které jsem viděl pouze já a Hermann Singer.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe viele Dinge nicht erwähnt, die ich gesehen habe, über die ich hier noch sprechen kann.

 

Verteidiger Bürger:

Ja, danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Göllner.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, welche Erinnerungsmittel haben Sie für den Zeitablauf in Auschwitz und in Buna? Er hat bei seiner Vernehmung in Prag am 20.2.64 erklärt, er sei bis Ende November in Buna gewesen und dann nach Auschwitz gekommen.4 Und heute hat er auf Befragen des Herrn Vorsitzenden gesagt, das sei schon im Frühjahr gewesen, daß er nach Auschwitz zurückgekommen sei.

 

Vorsitzender Richter:

Sechseinhalb Monate, ja.

 

Verteidiger Göllner [unterbricht]:

Ein halbes Jahr, ja. Ich bitte also den Zeugen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Er hat gesagt, er hätte sich damals geirrt.

 

Verteidiger Göllner:

Damals, bei der Vernehmung in Prag. Herr Zeuge, wo haben Sie gestanden, als Sie mit eigenen Augen die Phenolinjektionen von Klehr wahrgenommen haben? In dem Ambulanzraum von Klehr oder vor dem Ambulanzraum im Flur, oder waren beide Türen geöffnet vom Waschraum her?

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, kde jste stál, když jste viděl, že Klehr stříkal? V ambulanci, na chodbě, nebo v koupelně?

 

Zeuge Ota Fabián:

Dvakrát jsem řekl, stál jsem uvnitř, v té jeho ambulanci.

 

Dolmetscher Benesch:

Zweimal habe ich im Ambulanzzimmer gestanden, wie ich gesagt habe.

 

Verteidiger Göllner:

Hatte Klehr damals eine Brille getragen?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl Klehr brýle?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. Neměl brýle. Na to brýle asi nepotřeboval. Ale vím, že když na 28. bloku něco psal, brýle měl.

 

Dolmetscher Benesch:

Pardon, na jakém bloku?

 

Zeuge Ota Fabián:

28.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß er eine Brille trug. Aber bei den Spritzen trug er keine Brille.

 

Verteidiger Göllner:

In den Akten befindet sich ein Name aus dem Leichenträgerkommando, der mir leider nicht mehr in Erinnerung ist. Vielleicht kann mir da einer der Herren Staatsanwälte behilflich sein. Dieser Zeuge soll jetzt Musiker in Paris sein. Sein Aufenthalt ist allerdings immer noch nicht geklärt. Können Sie sich erinnern an einen Leichenträger in dem Leichenkommando, der Musiker war und entweder Pole oder Franzose gewesen sein soll?

 

Dolmetscher Benesch:

V aktech se mluví o nosiči mrtvol, který nyní má žít v Paříži a je muzikantem. Znáte nějakého nosiče mrtvol, který by byl Polák nebo Francouz a je, byl muzikantem?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, neznám. Já jen vím, že Karol Namysłowski, o kterém jsem hovořil – jestli on sám je muzikantem, to nevím – měl otce, který byl dirigentem a jezdil do Ameriky na turné. Jestli je to on, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß Karol Namysłowski , dessen Namen ich schon erwähnt habe, einen Vater hatte, der Dirigent war und Tourneen in Amerika machte. Ich weiß nicht, ob es sich um denselben handelt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jestli je to ten syn, s kterým já jsem byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, also ob mit dem Musiker der Sohn gemeint ist, mit dem ich zusammen war.

 

Verteidiger Göllner:

Herr Zeuge, als Sie den SDG Hantl kennenlernten, war da Klehr noch mit Hantl im Häftlingskrankenbau tätig?

 

Vorsitzender Richter:

Das ist schon gefragt worden, Herr Rechtsanwalt, und beantwortet worden.

 

Verteidiger Göllner [unterbricht]:

Ja, aber wie beantwortet?

 

Vorsitzender Richter:

Der Zeuge hat gesagt: »Ich weiß nicht, ob sie beide noch dort tätig waren. Aber Klehr ist immer wieder erschienen.« Sie waren also beide da. Wenn auch nicht vielleicht dauernd beschäftigt als SDG.

 

Verteidiger Göllner:

Klehr legt Wert darauf, daß Hantl darüber einmal gefragt wird von dem Herrn Vorsitzenden – ich bitte es zu tun –, ob er mit ihm zusammen tätig war.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich habe ihn das schon mal gefragt. Ich will es aber noch mal fragen. [...] Also Hantl, wie ist das?

 

Angeklagter Hantl:

Ich habe den HKB übernommen von Nierzwicki.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben den HKB von Nierzwicki übernommen. Und wir wollen wissen, ob gleichzeitig auch Klehr immer noch kam.

 

Angeklagter Hantl:

Scherpe hat ihn von Klehr übernommen, Nierzwicki hat ihn von Scherpe übernommen, und ich habe ihn von Nierzwicki übernommen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und ich wollte von Ihnen wissen, ob gleichzeitig auch Klehr immer kam.

 

Angeklagter Hantl:

Der kam öfter ab und zu mal hin.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und hat er da auch noch Injektionen gemacht?

 

Angeklagter Hantl:

Das weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie nicht. Na ja. Noch eine Frage? Nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Můžete mně to přeložit?

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Naumann.

 

Verteidiger Naumann:

Zur Aufnahme in den Krankenbau noch eine Frage: Herr Zeuge, Sie sagten vorhin, die in Block 28 belassen wurden, wurden im letzten Raum links untergebracht. Meine Frage: Standen in diesem Raum Bettgestelle, wie sie in Auschwitz üblich waren?

 

Dolmetscher Benesch:

Jedná se o blok 28. Vy jste řekl, že ti, kteří zůstali v bloku 28, byli posláni do poslední světnice vlevo. Byly tam postele, jako byly v Osvětimi?

 

Zeuge Ota Fabián:

Byly, jeden čas tam ale také nebyly, lidé spali na zemi a odsud jsme ráno odnášeli celou spoustu už mrtvých. V této světnici jsem já sám dlouho spával, byli jsme tam ubytovaní, vzadu.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesem Raum waren eine Zeitlang Betten. Ich habe selbst in diesem Raum geschlafen. Aber eine Zeitlang waren auch keine Betten darin. Dann lagen die Häftlinge auf der bloßen Erde, und wir haben eine ganze Reihe von Toten aus diesem Raum herausgeholt.

 

Verteidiger Naumann:

Dann habe ich nur noch eine Bitte. Und zwar bitte ich, den Zeugen zu veranlassen, in die Skizze von vorhin mit einem Farbstift den Vorhang einzuzeichnen. Mit einem bunten Stift, damit man es ganz deutlich erkennt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, also wir haben uns das schon anzeichnen lassen, genau anzeichnen lassen. Geben Sie noch mal das Protokoll her. Es ist an und für sich keine Veranlassung. Aber vielleicht kann es der Zeuge machen. Ist ja nicht so

 

– Schnitt –

 

Verteidiger Joschko:

Strich machten, nachdem Sie ihn gefragt hatten. Aber er selbst nicht. Der Zeuge nicht, sondern Sie selbst hatten nur den Strich gemacht.

 

Vorsitzender Richter:

Ich hatte ihn gemacht?

 

Verteidiger Joschko:

Jawohl

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ich habe gar keinen Strich gemacht, Herr Rechtsanwalt, so kann man sich irren. Ich hatte eine Tür eingezeichnet mit einem Pfeil, wie die Tür zuging.

 

Verteidiger Joschko:

Ja, und außerdem zeigten Sie doch noch, daß außer der Tür noch der Vorhang war.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, da habe ich aber keinen Strich gemacht. Aber der Zeuge kann es vielleicht noch einmal machen. Geben Sie ihm das Ding und sagen Sie ihm, er möchte einzeichnen mit dem Rotstift, wo der Vorhang gewesen ist.

 

Dolmetscher Benesch:

Jde o to, aby jste do té skicy namaloval, kde byla ta záclona, ta deka. Jestli byla přes chodbu nebo ve dveřích.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ta byla v těchto dveřích.

 

Verteidiger Naumann:

[Pause] Danke sehr.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön. [Pause] Danke. Also er hat es in die Türfüllung eingezeichnet. Herr Rechtsanwalt Staiger.

 

Verteidiger Staiger:

Herr Zeuge, Sie erwähnten den Rapportführer Stiwitz. Können Sie Stiwitz beschreiben, wie er ausgesehen hat und wie alt er etwa war?

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste mluvil o rapportführerovi Stiwitzovi. Můžete ho popsat? Jak starý byl a jak vypadal?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, mohlo mu být přes 30 a byl vyšší postavy.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war ein größerer Mensch, und er war damals 30, etwas über 30. Ich kann es nicht genau sagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, já nevím přesně, já bych lhal, a já lhát nechci.

 

Verteidiger Staiger:

Haarfarbe, Herr Zeuge?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jaké vlasy měl?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nevím, to oni nám vlasy neukazovali. Copak nám někdo ukazoval vlasy? My jsme museli smekat, ale oni před námi nesmekali.

 

Dolmetscher Benesch:

Die haben uns ihre Haare nicht gezeigt. Wir mußten die Mützen abnehmen, nicht die.

 

Verteidiger Staiger:

Danke.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Fragen mehr von seiten der Verteidigung. Nun darf ich die Angeklagten bitten, einmal alle aufzustehen und hier vorzugehen in den Saal. Und ich bitte den Zeugen, einmal zu versuchen, diejenigen uns zu bezeichnen, die er wiederzuerkennen glaubt.

 

Dolmetscher Benesch:

Prosím, obžalovaní tady stojí, a Vy nám máte říct, na kterého z nich si vzpomínáte a kdo to je.

 

Vorsitzender Richter:

Ein bißchen zurücktreten noch, ja.5

 

– Schnitt –

 

Angeklagter Hantl:

Die Toten wurden ja jeden Tag, besonders im Sommer, von den Außenkommandos reingebracht.

 

Dolmetscher Benesch:

Každý den vozila komanda, která byla mimo tábor, mrtvé do tábora.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty ale nevozila každý den, ale snad až za týden a to bylo horko, já nevím, jak dlouho je tam měli uskladněné, venku .

 

Dolmetscher Benesch:

Die kamen nur einmal in der Woche herein, diese Leichen, von denen der Zeuge spricht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nevím, jestli za čtrnáct dní nebo za týden.

 

Dolmetscher Benesch:

Ob einmal in 14 Tagen oder einmal in der Woche, da die Toten schon in Verwesung waren.

 

Angeklagter Hantl:

Moment einmal. Da irrt sich der Zeuge. Denn in den Baracken im Sommer konnten sie ja gar nicht mal eine Woche liegen bleiben. Da wären sie ja schon übel zugerichtet gewesen. Höchstens zwei Tage, und den zweiten Tag mußten sie schon abgeholt werden.

 

Dolmetscher Benesch:

Myslí, že se mýlíte, že je odvezli za dva dny.

 

Zeuge Ota Fabián:

To nebylo z našeho tábora, to přiváželi odjinud, z jiných táborů, z malých.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Toten waren nicht aus dem Lager Auschwitz, sondern sie kamen aus kleinen Lagern nach Auschwitz hinein.

 

Angeklagter Hantl [unterbricht]:

Ja, das meine ich ja. Sie sind aus den kleinen Lagern abgeholt worden. Ich habe Ihre Toten gar nicht gesehen. Mir hätte ja gegraut davon, die waren ja ganz grün. Waren nur noch Haut und Knochen. Und ganz grün. Ich sollte mir die Toten ansehen. Aufgrund dieser Toten haben wir sogar die Listen gemacht, wo ich unterschrieben habe. Das sind die Listen, die der Professor hier gebracht hat. Ich habe mir die Toten ja gar nicht angesehen. Und ich wußte auch gar nicht, aus welchem Lager die kommen. Nur aufgrund der Karteikarte, weil sämtliche Lager bei uns in dem Häftlingskrankenbau in der Kartei geführt wurden, haben wir die Listen gemacht davon. Aber ich habe sie ja gar nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja. Dann nehmen Sie wieder Platz. Herr

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ještě bych chtěl něco dodat k Hantlovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte zu Hantl noch etwas hinzufügen.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantl přece chodil k nám do sklepa a podepisoval totenmeldunky a knihu.

 

Dolmetscher Benesch:

Hantl kam zu uns in den Keller und unterschrieb die Totenmeldung und unterschrieb auch im Buch.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantl, když přišel, tak jsme ani nemuseli vstát, ten udělal takhle rukou, abychom zůstali sedět.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn Hantl hereinkam, brauchten wir noch nicht einmal aufzustehen. Er winkte gleich mit der Hand ab, daß wir sitzenbleiben sollten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hantl viděl, že si tam vaříme, když jsme sehnali nějaký brambor, my jsme se ho nebáli.

 

Dolmetscher Benesch:

Vor Hantl hatten wir keine Angst. Wenn er auch gesehen hat, daß wir irgend etwas kochten, weil wir irgendwo ein paar Kartoffeln bekommen haben, sagte er nichts.

 

Vorsitzender Richter:

Zeigen Sie bitte dem Zeugen diese beiden Bilder und fragen Sie ihn, ob er den Betreffenden kennt.

 

Dolmetscher Benesch:

Podívejte se, prosím, na tyto dva obrazy a řekněte, jestli toho člověka znáte.

 

Angeklagter Klehr:

Herr Vorsitzender, bitte

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Langsam, langsam, langsam.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] Povědomý mi je, ale abych dnes řekl jméno, nevím. Nemůžu říct. Nevím, jestli to není ten, co jsem na něj ukazoval s těmi brýlemi, já nevím určitě.

 

Dolmetscher Benesch:

Er kommt mir bekannt vor. Aber ich kann mich an den Namen nicht erinnern. Es könnte unter Umständen der sein mit der Brille, auf den ich gezeigt habe. Aber ich kann es nicht sicher sagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nevím, nechci lhát. Protože to je 20 let

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und was verbinden Sie mit diesem Mann, auf den Sie gezeigt haben, der eine Brille trug, für eine Erinnerung?

 

Dolmetscher Benesch:

A co spojujete za vzpomínky s tím člověkem, na kterého jst e ukazoval, který má brýle?

 

Zeuge Ota Fabián:

Počkejte, ještě jednou mě

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Co máte za vzpomínky na člověka, na kterého jste zrovna ukazoval?

 

Zeuge Ota Fabián:

Uprostřed, nebo ten

 

Dolmetscher Benesch:

Meinen Sie den Angeklagten, der in der Mitte stand oder links?

 

Vorsitzender Richter:

Der die Brille abgenommen hat noch.

 

Dolmetscher Benesch:

Es haben zwei die Brille abgenommen, Herr Direktor.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

So. Der mehr links stand. Der ältere Herr.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Ältere. — Ten starší, vprostředku.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten uprostřed, to jen vím, že když tam byl štáb nastoupený, že tam taky stál.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß er dann dabei stand, wenn der Stab angetreten war.

 

Zeuge Ota Fabián:

Toho jsem neviděl, že by střílel.

 

Dolmetscher Benesch:

Den habe ich nicht schießen sehen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie ihn in Gesellschaft von Höß gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste ho ve společnosti Hößa?

 

Zeuge Ota Fabián:

Hößa jsem tam viděl, ale teď nemohu říct, jestli tam byli společně, vím, že měl kožený plášt takové zvláštní barvy.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Höß auch dort gesehen. Ich kann aber nicht sagen, ob die beiden gemeinsam dorthin gekommen waren. Ich weiß nur, daß dieser Mann einen Ledermantel von einer ganz bestimmten Farbe trug.

 

Vorsitzender Richter:

Und glauben Sie sich sicher zu sein, daß Sie ihn dort gesehen haben?

 

Dolmetscher Benesch:

Jste jistý, že tam byl?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, na 90 procent jsem si jistý!

 

Dolmetscher Benesch:

Zu 90 Prozent bin ich sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Dann geben Sie die Bilder bitte wieder her. Sie haben dann noch außerdem erkannt den Angeklagten hier. Erzählen Sie, was Sie von ihm wissen.

 

Dolmetscher Benesch:

Vypravujte, co o něm víte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten? Ten střílel velmi často. A stál na levém boku, když byli nastoupeni.

 

Dolmetscher Benesch:

Er stand am linken Flügel der angetretenen Formation und hat sehr häufig geschossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A jednou, to byly popravovány ženy – tenkrát nestřílel, ale doslova řekl: »Počkej, ta je mladá, tu půjdu zastřelit já.«

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal wurden Frauen erschossen, er hat nicht geschossen an dem Tag, und auf einmal sagte er wörtlich: »Wart einmal, das ist eine Junge, die werde ich erschießen.«

 

Zeuge Ota Fabián:

A tenkrát zastřelil ne jednu, ale několik žen.

 

Dolmetscher Benesch:

Und damals hat er nicht eine erschossen, sondern einige.

 

Vorsitzender Richter:

Hatte das etwas zu tun mit der Erschießung dieser Familie, von der er da sprach?

 

Dolmetscher Benesch:

Má to něco společného se zastřelením rodiny, o které

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne. To byla velká poprava.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war eine große Hinrichtung. Das hat mit der Erschießung der Familie nichts zu tun.

 

Vorsitzender Richter:

Das wissen Sie gewiß?

 

Dolmetscher Benesch:

Té rodiny?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, to byla velká poprava. To [+ s tím] vůbec nemá co dělat.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war eine große Hinrichtung. Das hat mit der Erschießung der Familie nichts zu tun.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Das wissen Sie gewiß?

 

Dolmetscher Benesch:

To víte určitě?

 

Zeuge Ota Fabián:

To vím stoprocentně.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich hundertprozentig.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Und dann haben Sie noch geglaubt, diesen Angeklagten erkannt zu haben.

 

Dolmetscher Benesch:

Myslíte, že jste tohoto [+ obžalovaného] také poznal?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, toho jsem také poznal. Byl tenkrát mladý, ti stávali na levém [+ boku. To byl ten, co] střílel, a dokonce si tam ty jednotlivé případy vodil.

 

Dolmetscher Benesch:

Er gehörte zu den Jungen, die auf dem linken Flügel der Formation standen. Er hat auch geschossen, und er brachte schließlich auch selbst einzelne dorthin.

 

Vorsitzender Richter:

Er brachte selbst einzelne dorthin. Und was geschah mit denen, die er selbst hingebracht hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Copak se stalo s těmi, které tam vodil?

 

Zeuge Ota Fabián:

No, ty zastřelil buď on, nebo ti, kteří byli na 11. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat sie entweder selbst erschossen oder die, die auf dem Block 11 Dienst hatten.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie mal gesehen, daß er welche selbst erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste [na vlastní oči], že sám někoho zastřelil?

 

Zeuge Ota Fabián:

To jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das habe ich gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Von denen, die er selbst hingebracht hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Z těch, které tam sám vedl?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Z těch, které tam sám vodil do bloku 11?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsem viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe gesehen, wie er die, die er hinbrachte, auch erschossen hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, wie dieser Mann hieß?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, j ak se ten člověk jmenoval?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, to nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nemohu si všechno pamatovat, ani [+ tenkrát] jsem to nevěděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es damals nicht gewußt, und ich kann mich auch nicht an alles erinnern.

 

Vorsitzender Richter:

Hatte er unter Ihnen auch keinen Spitznamen oder irgendeinen Rufnamen?

 

Dolmetscher Benesch:

Neměl mezi Vámi [nějakou přezdívku]?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jen Lachmann. Tomu jsme říkali »hyena« a Bogerovi jsme říkali »bestie, potažená lidskou koží«.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu Lachmann sagten wir »Hyäne«, und zu Boger sagten wir »Bestie, mit Menschenhaut überzogen«.

 

Zeuge Ota Fabián:

[Pause] A chtěl bych ještě něco dodat.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte noch etwas hinzusetzen.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jestli si Kaduk pamatuje, když jsme jezdili do krematoria, jak nám přidělil dva esesáky a řekl, když měl špatnou náladu, že za 20 minut musíme být zpět.

 

Dolmetscher Benesch:

Kann sich Kaduk erinnern, wie er uns ins Krematorium schickte, zwei SS-Leute zu uns einteilte und bei schlechter Laune sagte, wir müßten in 20 Minuten zurück sein?

 

Zeuge Ota Fabián:

Co se potom dělo v krematoriu, to se dá těžko vylíčit. Měli jsme na tom voze také přes 100, 105 mrtvých. Byl to takový Rollwagen.

 

Dolmetscher Benesch:

Was sich dann im Krematorium abspielte, kann man kaum schildern. Wir hatten auf dem Rollwagen 100 bis 105 Tote.

 

Zeuge Ota Fabián:

To neříkám 105 tak přesně, ono to mohlo být 106, 108, 110.

 

Dolmetscher Benesch:

Es konnten also um die Zahl 100, 105 herum sein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Podle [+ toho], jak byli »muselmani« silní.

 

Dolmetscher Benesch:

Je nachdem, wie groß die Toten waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Také jsme jich [+ někdy] měli méně.

 

Dolmetscher Benesch:

Es könnten auch weniger ab und zu gewesen sein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přijeli jsme do toho krematoria a dva, ti nejsilnější, to býval Molka Ignacy, Bąk a ještě potom nějaký Staszek,

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn wir ins Krematorium kamen, sind die Kräftigsten von uns, Molka, Bąk und Staszek

 

Zeuge Ota Fabián:

Dva, vždy dva, buď to byl ten a nebo ten

 

Dolmetscher Benesch:

Immer zwei von diesen Starken

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli nahoru na vůz

 

Dolmetscher Benesch:

Sie mußten auf den Wagen steigen

 

Zeuge Ota Fabián:

A házeli ty mrtvé dolů.

 

Dolmetscher Benesch:

Und warfen die Toten vom Wagen herunter.

 

Zeuge Ota Fabián:

Dva museli najít kýble

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei von uns haben Kübel geholt

 

Zeuge Ota Fabián:

Napustili jsme je vodou

 

Dolmetscher Benesch:

Wasser eingefüllt.

 

Zeuge Ota Fabián:

A polili jsme ten dvůr, ten beton

 

Dolmetscher Benesch:

Den Beton auf dem Hof haben wir dann mit diesem Wasser

 

Zeuge Ota Fabián:

A tu chodbičku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und auch den Gang ins Krematorium haben wir mit dem Wasser begossen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někteří zase obstarali pásky,

 

Dolmetscher Benesch:

Andere haben wieder diese Riemchen besorgt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Uvázali jsme mrtvého za ruku

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir haben den Toten am...

 

Vorsitzender Richter:

Arm.

 

Dolmetscher Benesch:

An der Hand festgebunden

 

Zeuge Ota Fabián:

A táhli ho dovnitř, do krematoria.

 

Dolmetscher Benesch:

Und zogen ihn in das Krematorium hinein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy, když byl takový příkaz, a ti esesáci, kteří byli s námi, byli zlí, jsme je tahali i po dvou. V každé ruce jednoho.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn wir diesen Befehl bekommen hatten und die begleitenden SS-Männer sehr böse waren, dann hat auch einer zwei Tote gezogen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy bylo v té místnosti volno,

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal war dieser Raum frei.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy byla plná.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber manchmal war dieser Raum voll.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když bylo hodně plno, tak museli dva házet [+ mrtvoly], které jsme tam přivezli, na hromadu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn dieser Raum voll war, mußten zwei von uns die Leichen, die wir mitgebracht hatten, auf einen Haufen werfen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Někdy jsme neměli [+ ani] čas si umýt ruce a složit deky.

 

Dolmetscher Benesch:

Manchmal hatten wir keine Zeit, die Hände zu waschen und die Decken zusammenzulegen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ty mrt vé jsme museli přes lágr vozit přikryté dekami.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn wir die Toten durchs Lager fuhren, mußten wir sie nämlich mit den Decken zudecken.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nezapomenu na pohled, který jsem viděl v krematoriu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich vergesse niemals den Anblick, den ich im Krematorium gesehen habe.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jednou jsme tam dojeli

 

Dolmetscher Benesch:

Wir kamen einmal dorthin.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tam v té velké místnosti,

 

Dolmetscher Benesch:

Und in diesem großen Raum dort

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam byli zaplynovaní.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort waren Vergaste.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti klečeli,

 

Dolmetscher Benesch:

Sie knieten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Hlavu měli na nohou druhého.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Kopf hatten sie an den Füßen des anderen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nevím, jestli byli tak zaplynovaní, nebo jestli je tam ti, co pracovali v krematoriu, museli tak uložit.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nicht, ob sie so vergast worden sind oder ob die, die im Krematorium arbeiteten, sie so hinlegen mußten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale na ten pohled nezapomenu.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber diesen Anblick kann ich nicht vergessen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsem tam viděl zaplynované, ti stáli. Byli tak namačkaní, že se nemohli svalit.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann sah ich Vergaste, die standen, weil sie so eng aneinander gepreßt waren, daß sie nicht umfallen konnten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byli vysvlečení.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren entkleidet.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom ještě jeden příp ad.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann noch ein Vorfall:

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát jsem řídil vůz a stál jsem vpředu.

 

Dolmetscher Benesch:

Da fuhr ich diesen Wagen und stand vorne an diesem Wagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Neotevřeli nám vrata.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir ankamen, wurde uns das Tor nicht geöffnet.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ta vrata byla dřevěná a byly tam škvíry.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Tor war aus Holz, und zwischen den Brettern waren Ritzen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem stál vpředu, poněvadž jsem ří dil,

 

Dolmetscher Benesch:

Ich stand vorne, weil ich den Wagen gelenkt hatte.

 

Zeuge Ota Fabián:

Takže jsem na ten dvůr škvírou viděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Und so konnte ich durch so eine Ritze auf den Hof sehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát jsem viděl, jak se nakládají dva hrnce lidského masa.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals habe ich gesehen, wie zwei Gefäße mit Menschenfleisch verladen wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden [+ z nakládajících] byl Stiwitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Der eine von den Aufladenden war Stiwitz.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten druhý nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Wer der zweite war, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byla to motorka s přívěsným vozíkem.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein Motorrad mit Beiwagen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Zakrylo se to.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Gefäße wurden zugedeckt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vyjeli druhými vraty.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie fuhren durch das zweite Tor hinaus.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pak nás pustili dovnitř.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann ließen sie uns hinein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když jsme naše mrtvé tahali dovnitř do té světnice,

 

Dolmetscher Benesch:

Und als wir unsere Toten in diesen Raum hineinzogen

 

Zeuge Ota Fabián:

Vypadalo to tam, jak v řeznickém krámu.

 

Dolmetscher Benesch:

Sah es dort aus wie in einer Metzgerei.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti ořezaní byli přikryti takovými dřevěnými vrátky nebo čím, přesto jich bylo [+ dost] venku

 

Dolmetscher Benesch:

Die zerschnittenen Leichen waren mit so einer Art Brettertür zugedeckt. Trotzdem sah man noch genug.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tam také chodili tito SS, obyčejně, když bylo zaplynování. Toho jsem tam taky viděl s Aumeierem, — Aumeier und andere waren dort.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen habe ich dort auch gesehen, wenn Vergasungen waren.

 

Vorsitzender Richter:

Welchen? Welchen, bitte?

 

Dolmetscher Benesch:

Koho prosím? Kterého prosím? Ukažte na něho. Je to on?

 

Vorsitzender Richter:

Diesen?

 

Zeuge Ota Fabián:

Je.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, diesen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie gesehen, wenn Vergasungen waren?

 

Dolmetscher Benesch:

V iděl jste zaplynování?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, já jsem plynovat neviděl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe Vergasungen selbst nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben doch eben gesagt: »Und diesen habe ich gesehen, wenn Vergasungen waren.«

 

Dolmetscher Benesch:

Dorthin gehen, wenn Vergasungen waren.

 

Vorsitzender Richter:

Dorthin, dann soll er es noch mal wiederholen.

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete to [zopakovat?][...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Já jsem jen viděl, když bylo plynování a my jsme tam přišli a viděli zaplynované, že tam několikrát byli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich berichtige mich, ich habe ihn dort gesehen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Co tam dělali, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn wir Leichen hinbrachten, und vergaste Leichen dort vorfanden, war er recht häufig da. Was er dort tat, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Znal jsem také dva vězně z toho komanda, na ty se pamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kenne auch zwei Häftlinge aus diesem Kommando, an die ich mich erinnern kann.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden byl nějaký Francouz, Lulus Maurice,

 

Dolmetscher Benesch:

Einer war Franzose, Lulus, Maurice.

 

Zeuge Ota Fabián:

A jeden Polák, nějaký Jankowski.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ein Pole, Jankowski.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na ty se tedy pamatuji velmi dobře.

 

Dolmetscher Benesch:

An die beiden kann ich mich sehr gut erinnern.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten Lulus, to nebyl hodný člověk.

 

Dolmetscher Benesch:

Lulus war kein sehr braver Mensch.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten nás honil i při práci.

 

Dolmetscher Benesch:

Auch der jagte uns bei der Arbeit.

 

Vorsitzender Richter:

Sind keine Fragen mehr? Bitte schön.

 

Richter Hotz:

Herr Fabián, wann war dieser Vorfall mit der Erschießung von Frauen, zu dem Sie geschildert haben, daß dieser Angeklagte in der zweiten Reihe gesagt habe: »Laß mir die, die ist jung«? [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo v létě 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war im Sommer 44.

 

Richter Hotz:

Im Sommer 1944. Danke sehr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Protože tenkrát se odebíralo hodně toho masa a dělalo se to ne na mužích, ale na ženách.

 

Dolmetscher Benesch:

Verzeihung, ich habe den Eindruck, daß der Zeuge in seiner Erregung die Frage gar nicht richtig verstanden hat. Darf ich die Frage wiederholen?

 

Richter Hotz:

Bitte sehr.

 

Dolmetscher Benesch:

On myslí, kdy [se stal] ten případ, že ten mladý člověk v druhé řadě řekl: »Nechte mi tu ženu zastřelit, ta je mladá.«

 

Zeuge Ota Fabián:

No, to bylo v létě. A to se právě odebíralo hodně lidského masa.

 

Dolmetscher Benesch:

Jde o to. — Ich wiederhole: Es geht um die Erschießung der Frau, wo der Angeklagte gesagt haben soll: »Laßt sie mir.«— Jde o to, kdy řekl ten člověk: »Nechte mi ji zastřelit, t a je mladá.«

 

Zeuge Ota Fabián:

V létě to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war im Sommer 44.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo při velké popravě. Tenkrát bylo dost žen zastřeleno.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war bei dieser großen Hinrichtung im Sommer 44, wo auch viele Frauen hingerichtet wurden.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tenkrát už se odebíralo maso na ženách, ne na mužích.

 

Dolmetscher Benesch:

Und damals wurde auch dieses Menschenfleisch von Frauenleichen entnommen, nicht von Männerleichen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ještě bych chtěl dodat, že jsme vždycky museli prvně vybrat ty silné a nosit [+ je] do Waschraumu, a pak se to už dělalo na dvoře.

 

Dolmetscher Benesch:

Zuerst mußten wir die Stärkeren aussuchen und in den Waschraum bringen. Später wurde diese Entnahme auf dem Hof vorgenommen.

 

Richter Hotz:

Wissen Sie, wo diese Frauen herkamen, die da erschossen wurden?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, odkud pocházely tyto ženy, které byly zastřeleny?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nevím. Byly vyvedeny z 11.bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich nicht. Sie wurden aus dem 11. Block herausgeführt.

 

Vorsitzender Richter:

Hantl, Sie wollten noch etwas sagen. Nicht mehr. Schlage, wie ist das, was sagen Sie zu dem, was hier der Zeuge von Ihnen gesagt hat?

 

Angeklagter Schlage:

Herr Direktor, Hohes Gericht, ich bestreite ganz entschieden die mir zur Last gelegte Tat. Wenn der Zeuge mich in Block 11 wohl als Arrestaufseher gesehen hat, so mag das gelten. Aber daß er mich schießen gesehen hat, das ist nie und nimmer wahr. Und außerdem glaube ich, spricht auch eine große und sehr große Gehässigkeit aus dem Zeugen. Denn bisher ist noch nie ein Zeuge mit solch einem Haß aufgetreten wie dieser Zeuge hier. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich das übersetzen?

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeložte mi to, ano?

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich das übersetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge bittet

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bitte?

 

Staatsanwalt Vogel:

Ich bitte dem Angeklagten zu untersagen, daß er hier so mit persönlichen Werturteilen um sich wirft.

 

Vorsitzender Richter:

Na ja, das kann er nachher tun. Wenn Sie es übersetzen wollen, bitte schön. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

On říká, že nikdy nestřílel, že to vůbec není pravda, a že proti němu [vypovídáte] s osobní [záští].

 

Zeuge Ota Fabián:

Naprosto v žádném osobním zájmu proti němu nemluvím. Já [říkám ] to, co je pravda, to, co jsem viděl. Já ještě řeknu, co se tam dál stalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sage nur das, was ich selbst gesehen habe und was die Wahrheit ist und nicht aus Voreingenommenheit.

 

Vorsitzender Richter:

Also Schlage, dieser Zeuge war in Block 11 gar nicht drin, mit Ausnahme des Waschraums. Er war hauptsächlich in dem Hof. Er kam durch das Hoftor hinein, verrichtete dort, was ihm gesagt worden ist, und ging auf demselben Weg wieder hinaus. Er gehörte nicht zu den Leuten, die eingesperrt waren und die Sie in Ihrer Tätigkeit als Beschließer dieses Hauses gesehen haben. Sondern er berichtet ja nur von den Erschießungen, zu denen er geholt worden ist. Und dabei hat er Sie gesehen, und dabei hat er gesehen, daß Sie einmal von diesem Leichenhaufen noch Menschen getötet haben. Und er hat gesehen, daß Sie in dem Waschraum Menschen getötet haben. Das sagt der Zeuge. Und er hat Sie heute wiedererkannt.

 

Angeklagter Schlage:

Herr Direktor, ich bestreite dieses nach wie vor. Bei dem wechselvollen Dienst, den ich in Auschwitz und nur in Block 11 gemacht habe, ist das ausgeschlossen, daß mir diese Tat zugemutet und angedichtet wird. Denn von Ende September 43 bis weit in den Sommer hinein 1944 lag ich schwer krank operiert in Laurahütte im Lazarett.

 

Vorsitzender Richter:

Was uns der Zeuge bezüglich Ihrer Mitwirkung gesagt hat, hat sich im Frühjahr 44 abgespielt.

 

Angeklagter Schlage:

Zu der Zeit lag ich im Lazarett.

 

Vorsitzender Richter:

Und das mit dem Zigeuner im Sommer 43. Sagen Sie bitte dem Zeugen, daß der Schlage behauptet, er hätte im Sommer 44 im Lazarett gelegen und könne infolgedessen

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Im Frühjahr.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, vom Herbst 43 bis Sommer 44 im Lazarett gelegen, so daß er im Frühjahr 44 an dieser Erschießung der Familie nicht teilgenommen haben könnte.

 

Dolmetscher Benesch:

Schlage říká, že ležel od září 43 až do léta 44 těžce nemocen v lazaretu, takže nemohl na jaře 44 tu rodinu zastřelit.

 

Zeuge Ota Fabián:

To dělal Schlage, byl to určitě Schlage, [+ který] střílel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß sicher, daß Schlage damals geschossen hat.

 

Angeklagter Schlage:

Ich werde dieses zu gegebener Zeit durch Zeugen beweisen.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte sehr. Ja, dann müssen Sie sich jetzt dranhalten, denn wir werden jetzt allmählich zum Ende der Beweisaufnahme kommen. Dann nehmen Sie Platz. Klehr.

 

Angeklagter Klehr:

Ich hätte doch noch einige Fragen an den Zeugen. Herr Zeuge, Sie haben hier acht Namen benannt von den Leichenträgern. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Ota Fabián:

[+ Na] co se ptá?

 

Dolmetscher Benesch:

Ř ekl jste osm jmen [+ těch], kteří byli nosiči mrtvol.

 

Zeuge Ota Fabián:

Osm? Já doufám, že jsem řekl víc, protože [+ si jich] pamatuji víc, kteří byli nosiči mrtvol.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich noch an mehr erinnern.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, ich will Sie nicht mehr hören. Ich will nur mal fragen, ob die acht Personen ständig das Leichenkommando gewesen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli ti lidé, o kterých jste mluvil, stále nosiči mrtvol?

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo nás dvanáct v komandu. Komando se potom až ve 44. roce zme nšilo. Někteří Poláci odešli pryč, někteří také zemřeli. Změnilo se to, přicházeli noví. Byli tam i polští židé, a na ty si nemohu vzpomenout, nemohu si vzpomenout na jména.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Belegschaft des Leichenträgerkommandos wechselte. Maximal waren wir zwölf.

 

Zeuge Ota Fabián:

Dlouhou dobu nás bylo dvanáct.

 

Dolmetscher Benesch:

Später wurden es dann weniger. Lange Zeit waren wir zwölf. Das wechselte dann nachher, einige Polen gingen weg. Es veränderte sich.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ještě nám chodili pomáhat ošetřovatelé z 28. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Abgesehen davon gingen uns noch die Pfleger aus dem 28. Block zur Hand.

 

Angeklagter Klehr:

Allgemein genannt, wie stark war das Kommando? [...]

 

Vorsitzender Richter:

Zwölf Mann.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, ich meine, wenn mal wieder welche weggehen, da wollte ich mal fragen, im allgemeinen, wie stark das Kommando gewesen war.

 

Dolmetscher Benesch:

Kolik lidí bylo v tom komandu?

 

Vorsitzender Richter:

Er hat doch gesagt: zwölf Mann.

 

Staatsanwalt Kügler:

Die Frage ist beantwortet. Er hat gesagt, es sind zwölf Mann. Es hat sich verschiedentlich geändert.

 

Vorsitzender Richter:

So habe ich das auch gehört.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, Herr Direktor, da muß ich dem Zeugen das widerlegen. Solange ich im Krankenbau war, war das Kommando nur vier Mann und ein Kapo. Es war niemals stärker als vier Personen.

 

Dolmetscher Benesch:

Komando nebylo nikdy silnější, než čtyři lidé a kápo.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ale vždyť to je hloupost! Tak když jsem tam přišel já, byl tam Rischler, Bonk,

 

Vorsitzender Richter:

Molka.

 

Zeuge Ota Fabián:

Molka.

 

Vorsitzender Richter:

Markowski.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten přišel po mně. Nějaký Staszek, Oliven, tihle tam byli, když jsem já přiše l.

 

Dolmetscher Benesch:

Fünf waren schon da, als ich gekommen bin.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom přišel Kostek Misztal, Bąk, Hermann Singer, Weis tam byl, ten tam byl ještě, než jsem přišel, na toho jsem zapomněl.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren mehrere, als ich kam.

 

Zeuge Ota Fabián:

To je přece úplná lež, co říká, nebo to nepamatuje.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist eine vollständige Lüge, oder er erinnert sich nicht mehr.

 

Angeklagter Klehr:

Ich kann mich sehr gut erinnern. Ich weiß ganz genau, wie viele Ambulanzpfleger eingeteilt waren und wie viele Ambulanzschreiber eingeteilt waren. Und ich weiß auch, wie viele Leichenträger eingeteilt waren.

 

Dolmetscher Benesch:

On ví, kolik [+ jich] tam bylo.

 

Angeklagter Klehr:

Die Ambulanzpfleger hatten mit den Leichenträgern nichts zu tun, genauso wie die Leichenträger mit den Ambulanzpflegern nichts zu tun hatten.

 

Zeuge Ota Fabián:

Pře ložte mi to, ano? [...]

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Klehr, wenn Sie sich so genau erinnern können, haben Sie denn noch eine genaue Erinnerung an die Zahl derjenigen, die dort umgebracht worden sind mittels Injektionen?

 

Angeklagter Klehr:

Das habe ich Ihnen bereits gesagt, Herr Staatsanwalt, daß es zweimal täglich war, jedesmal zwölf bis 15 Personen. Das habe ich von Anfang an bei meiner Vernehmung zugegeben.

 

Staatsanwalt Kügler:

Völlig neu.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeložte mi to, ano?

 

Angeklagter Klehr:

Da brauche ich mich gar nicht mehr zu erinnern.

 

Verteidiger Göllner:

Hat er von Anfang an gesagt.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Angeklagter Klehr:

Ich hätte da noch was.

 

Vorsitzender Richter:

Noch. Bitte sehr.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeložte mi to, prosím Vás.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich bitte erst übersetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Der Zeuge bittet darum. — On řekl, že více než čtyři nosiči mrtvol v tom komandu nebyli, že tam ale byli ambulanční ošetřovatelé a pisatelé, tedy v ambulanci, ale nosiči mrtvol byli jenom čtyři.

 

Zeuge Ota Fabián:

To bych se mu musel vysmát, protože, když jsem tam přišel já, tak bylo tolik mrtvých, že to komando takhle vzrostlo.

 

Dolmetscher Benesch:

Da muß ich nur sagen: Als ich hinkam, waren es so viele Tote, daß das Kommando einfach größer werden mußte.

 

Angeklagter Klehr:

Ich glaube, nicht bei meiner Zeit. Ich spreche nur von meiner Zeit. Dann wollte ich noch mal zurückkommen auf den Kapo von den Leichenträgern. Zu meiner Zeit hieß der Kapo, ich kannte ihn nur mit Vornamen, Theofil. Diesen Rischler, den Sie hier benannten, den kannte ich gar nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Říká, že vůbec nezná Rischlera, že za jeho doby tam byl jenom kápo, o kterém ví jen [+ jeho] křestní jméno, Theofil.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ten [+ tam] byl, než jsem přiš el, pak už tam byl kápo Rischler. [+ Jak] už jsem řekl, byl to Polák, řezník, starší muž.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, daß, als ich hinkam, der Kapo Rischler war. Er war Pole, ein älterer Mann, von Beruf Metzger.

 

Angeklagter Klehr:

Dann habe ich noch mal eine Frage. Hat der Kapo von den Leichenträgern noch eine andere Funktion gehabt im HKB außer den Leichenträgern?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl kápo nosičů mrtvol ještě jinou funkci v tom baráku?

 

Zeuge Ota Fabián:

Měl. Ten zapisoval mrtvé, psal ty totmeldunky do knihy. Seděl u stolku na pravé straně, když se vešlo, my jsme seděli nalevo, to může říct Hantl, on to dobře ví, on tam chodil.

 

Dolmetscher Benesch:

Er saß an einem kleinen Tisch auf der rechten Seite, wenn man hineinkam

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam seděl kápo.

 

Dolmetscher Benesch:

Und füllte dort die Totenmeldungen aus und trug sie in die Bücher ein. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

A my jsme seděli po levé straně.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Träger saßen auf der linken Seite.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ještě jsme my, nosiči mrtvol, nosili po 19., 20., 10., 21. a 18. bloku chleba a polévku.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir haben in die Blocks 10, 19, 21 und 28 auch Brot und Suppe gebracht. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Polévku ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Polévku ne?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tedy všude se nenosila, tu jsme nosili na 20. [+ blok], ale chleba jsme nosili všude.

 

Dolmetscher Benesch:

Brot haben wir auf alle Blocks gebracht, Suppe nur auf den Block 20.

 

Zeuge Ota Fabián:

28.

 

Dolmetscher Benesch:

28.

 

Angeklagter Klehr:

Der Kapo von den Leichenträgern hatte noch das Verpflegungsmagazin und die Diätküche unter sich gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, das mag ja sein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Co povídá?

 

Vorsitzender Richter:

Sagt er ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Že měl ten kápo také funkci. [...]

 

Angeklagter Klehr:

Deshalb kenne ich diesen Kapo von den Leichenträgern, den Rischler, nicht. Ich kenne nur den Theofil, und der Leichenträger ist mir unbekannt, der Kapo. Dann möchte ich noch mal Stellung nehmen, da der Zeuge sagt, er war bei mir bei der Injektion anwesend. Das ist unwahr. Wo die Häftlinge sind, haben wir [unverständlich] durchgeführt, dann weiß ich nicht, wer das gemacht hat. Aber von dem Moment von dem Vorkommnis, wo ich das gemeldet habe und mit dem Befehl beauftragt wurde, die Injektionen durchzuführen, hatte ich nur einen Häftling, und das war der polnische Häftlingsarzt Pańszczyk. Sonst war kein Häftling anwesend. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Ja, anwesend, da haben uns doch die ganzen Zeugen erzählt, daß noch zwei Häftlinge da waren, die immer die Menschen mit dem Arm über dem Kopf gehalten haben.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, Herr Direktor, die zwei Häftlinge, die anwesend waren, die waren drüben in dem Waschraum und haben gewartet, bis die Toten rausgetragen wurden.

 

Vorsitzender Richter:

Sie meinen die Leichenträger?

 

Angeklagter Klehr:

Die Leichenträger.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Klehr:

Aber außerdem waren keine zwei mehr dabei. Es war noch einer drin in dem Raum, und einer brachte die Häftlinge von dem Raum in den Ambulanzraum rein. Das waren die ganzen Häftlinge, die an der Injektion beteiligt gewesen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Also wir haben doch immer von zweien gehört, die da drin waren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeloží te mi to?

 

Angeklagter Klehr:

Ja, haben Sie gehört, Herr Direktor, ich habe das auch gehört. Aber wo ich das durchgeführt hatte, war nur der einzige polnische

 

– Schnitt –

 

Angeklagter Klehr:

Die Tür vom Waschraum war zu, und die Tür von dem Ambulanzraum war zu. [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Na ja.

 

Angeklagter Klehr:

Dann wollte ich noch

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wollen Sie es ihm noch übersetzen, bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

On popírá, že jste byl přítomen, když dával injekce, protože přítomen byl jenom jistý polský lékař – — darf ich den Namen dieses Arztes erfahren, der anwesend war?

 

Vorsitzender Richter:

Pańszczyk.

 

Dolmetscher Benesch:

Pańszczyk. Že nosiči mrtvol byli v koupelně, koupelna měla zavřené dveře a také ambulanční [místnost] byla zavř ená.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždyť to není pravda! Na blok se nemohlo, když se to provádělo, ano, dveře z ulice byly zavřené. [+ Ale] tohle není pravda, tam chodilo několik lidí.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war nur die Tür zur Lagerstraße zu, wenn diese Spritzen durchgeführt wurden, daß also der Block gesperrt war. Aber in diesen Ambulanzraum gingen mehrere Leute.

 

Zeuge Ota Fabián:

Až tady budete mít Weisse, ten se tam nachodil nejvíc.

 

Dolmetscher Benesch:

Weiss ist sehr häufig in diesen Raum hineingegangen.

 

Angeklagter Klehr:

Die Tür zu der Lagerstraße war ständig unter Verschluß. Die war niemals auf.

 

Dolmetscher Benesch:

Dveře z ulice byly vždy zavřené, zamčené.

 

Zeuge Ota Fabián:

Když se dávaly injekce, byly ty dveře zavřené.

 

Dolmetscher Benesch:

[Jindy] ne?

 

Zeuge Ota Fabián:

To nevím. Když jsem tam byl já, viděl jsem je zavřené.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß nur, wenn ich in diesem Block war, dann war die Tür zur Lagerstraße abgeschlossen.

 

Angeklagter Klehr:

Die Tür war immer abgeschlossen, der Eingang war vom Hof zwischen Block 20 und 21. [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Vchod byl ze dvora, mezi blokem 20 a 21.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždyť to není pravda!

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist nicht wahr.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, dann ist es nicht wahr. Ich glaube eher, daß Ihre Meinung nicht wahr ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ist noch etwas?

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl. Und dann wollte ich noch bekunden, daß ich bei keinen Häftlingen von der Politischen Abteilung Injektionen durchgeführt habe. Ich mußte immer erst den Befehl von meinem Lagerarzt haben, daß ich die Injektionen durchführen konnte. Auf Anordnung der Politischen Abteilung habe ich bei keinen Häftlingen Injektionen durchgeführt. Und in Block 28 überhaupt gar nicht. Dann ist es in Block 20 geschehen, wo ich Injektionen durchzuführen [+ hatte]. Aber niemals in Block 28. Und ein Köfferchen habe ich nie gehabt. Ich hatte nur die Aktentasche, damit nicht – wenn man von Block 21 nach 20 rübergeht – die Häftlinge sehen mußten, daß die Phenolflasche da drin war. Die Spritze und alles andere befand sich auf Block 20. Da war nur einzig und allein die Flasche mit dem Phenol drin. Sonst war nichts drin. Das war ein [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, das hat ja der Zeuge im einzelnen auch nicht gesagt, was da drin war.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeložte mi to.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat gesagt, es wäre ein Köfferchen gewesen. Sie sagen, das ist eine Aktentasche, da ist ja kein großer Unterschied.

 

Angeklagter Klehr:

Ja, der Unterschied ist ja doch ein [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, natürlich ist ein Unterschied. Aber wenn der Zeuge hier sagt Köfferchen, Sie müssen ja auch bedenken, daß er es in der fremden Sprache sagt. Fragen Sie ihn bitte, ob dieses Köfferchen, was der Klehr getragen hätte, vielleicht auch eine Aktentasche gewesen sein kann.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl ten kufříček, co měl, možná také aktovka?

 

Zeuge Ota Fabián:

To mohlo být. Já nevím, jestli to byla akto vka nebo kufříček.

 

Dolmetscher Benesch:

Es kann eine Aktentasche oder ein Köfferchen sein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přeložte mi, prosím Vás, všechno, co řekl Klehr. Já na to odpovím.

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich übersetzen, was Klehr eben sagte? — Řekl, že injekce se nedávaly na bloku 28, jenom na bloku 20. A že vždy dával injekce jen na rozkaz lékaře, a nikdy na rozkaz Politického oddělení.

 

Zeuge Ota Fabián:

Nechtěl bych, aby tu stáli ti, kterým dal [+ injekci] bez rozkazu lékaře.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte nicht, daß die hier stehen würden, die er ohne Auftrag des Arztes »gespritzt« hat.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsem řekl, že ty dva přivedli odněkud z Politického oddělení. Přivedli je na 28. blok a tam je Klehr usmrtil.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich weiß, daß die zwei von der Politischen Abteilung auf Block 28 gebracht wurden, und dort hat sie Klehr getötet.

 

Zeuge Ota Fabián:

A znovu říkám, bylo to navečer.

 

Dolmetscher Benesch:

Und von neuem sage ich: Es war gegen Abend.

 

Angeklagter Klehr:

Ich bestreite das aufs entschiedenste und sage, daß ich keine Injektionen von der Politischen Abteilung durchgeführt habe, und zweitens, daß ich 43 nicht mehr im Stammlager Dienst machte. Mehr habe ich nicht mehr zu sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Danke.

 

Staatsanwalt Kügler:

Eine Frage gestatten Sie bitte noch: Wollen Sie jetzt zugeben, daß Sie die meisten Injektionen eigenhändig gemacht haben?

 

Angeklagter Klehr:

Herr Staatsanwalt, ich verstehe nicht, auf was für Andeutungen ich das zugeben soll. Ich habe das von Anfang an gesagt, daß ich die Vorkommnisse dem Lagerarzt gemeldet habe dazumal und ich in die Lage kam, den Befehl zu erhalten, die Injektionen hier selbst durchzuführen. Und das war zwei Monate vor meiner Ablösung. Ich habe noch nie behauptet, daß ich selbständig Selektionen gemacht habe.

 

Staatsanwalt Kügler:

Nein, Sie haben mich überhaupt nicht verstanden. Ich will wissen, ob Sie zugeben wollen jetzt, daß Sie die Phenolinjektionen mit eigener Hand durchgeführt haben in den meisten Fällen.

 

Angeklagter Klehr:

Nein, in den meisten Fällen nicht. Das bestreite ich.

 

Staatsanwalt Kügler:

So.

 

Angeklagter Klehr:

Ich stütze mich auf meine Vernehmung von

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, aber Klehr, was soll denn nun stimmen? Eben haben Sie noch gesagt, außer Ihnen war nur noch ein Mann in dem Raum, und Sie haben die Injektionen gemacht und kein anderer. Und jetzt sagen Sie auf die Frage des Staatsanwalts: »Ich habe nicht die meisten Injektionen gemacht, sondern ein anderer.« Was stimmt denn nun eigentlich?

 

Angeklagter Klehr:

Herr Direktor, ich meine, in der Zeit, die Herr Staatsanwalt Kügler meint, in den meisten Fällen. Ich habe die Injektionen nur zwei Monate durchführen müssen. Und die Injektionen sind ja durchgeführt worden seit 41 im Sommer. Wo ich im Oktober 41 nach Auschwitz kam, da wurden ja die Injektionen schon durchgeführt, und zwar von

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Also in der Zeit, wo Sie noch nicht in Auschwitz waren, können Sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Aber in der Zeit, wo Sie dort waren, möchte ich jetzt gern von Ihnen eine klare Antwort wissen: Wer hat die Injektionen in der Mehrzahl durchgeführt, Sie oder die Häftlinge?

 

Angeklagter Klehr:

Die Häftlinge.

 

Vorsitzender Richter:

Unter Ihrer Aufsicht?

 

Angeklagter Klehr:

Nein. Da haben wir uns gar nicht drum kümmern brauchen, Herr Direktor. Der Arzt hat die

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

On lže.

 

Dolmetscher Benesch:

Rozumíte?

 

Angeklagter Klehr:

Häftlinge ausgesondert, und dann gingen die Häftlinge auf Block 20 rüber, und die Funktionshäftlinge haben die Injektionen ausgeführt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und Sie haben doch grade gesagt, Sie hätten Meldung erstattet darüber, daß die Häftlinge die Injektionen durchgeführt hätten. Und dadurch wären Sie in die Lage versetzt worden, den Befehl entgegenzunehmen, daß nunmehr Sie die Injektionen machen müßten.

 

Angeklagter Klehr:

In den zwei Monaten vor meiner Ablösung, jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und in diesen zwei Monaten haben Sie die meisten Injektionen durchgeführt, oder ausschließlich.

 

Angeklagter Klehr:

In diesen zwei Monaten habe ich die Injektionen durchführen müssen und habe es auch durchgeführt, wie ich schon gesagt habe.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar persönlich.

 

Angeklagter Klehr:

Persönlich.

 

Vorsitzender Richter:

So.

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Da ist aber doch noch eine Unklarheit. Angeklagter Klehr, Sie sagten doch eben, nur in zwei Monaten haben Sie selbst gespritzt. Ansonsten hätte der Arzt aus gesondert, und dann hätten das die Häftlinge unter sich gemacht. Jetzt haben Sie uns aber doch vorher gesagt, daß immer ein Häftling bei Ihnen dabei war, der Pańszczyk. Wann war denn das, war das in den zwei Monaten

 

Angeklagter Klehr [unterbricht]:

In den zwei Monaten, wo ich befohlen gekriegt habe, die Injektionen durchzuführen.

 

Vorsitzender Richter:

Und von wann war das, von?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Mai, Juni.

 

Angeklagter Klehr:

Das kann so Mai, Juni gewesen sein.

 

Vorsitzender Richter:

Mai, Juni 41?

 

Angeklagter Klehr:

Mai, Juni oder Juni, Juli, so was muß es gewesen sein. Auf einen festen Monat kann ich mich nicht festlegen, weil ich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

42?

 

Angeklagter Klehr:

42.

 

Vorsitzender Richter:

Juni, Juli 42.

 

Angeklagter Klehr:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und seit dieser Zeit haben Sie überhaupt nichts mehr dort gemacht?

 

Angeklagter Klehr:

Von dieser Zeit an habe ich im Stammlager nichts mehr getan.

 

Vorsitzender Richter:

Es ist nur merkwürdig, daß Sie so viele Leute dort gesehen haben. Sogar der Hantl hat Sie dort gesehen.

 

Angeklagter Klehr:

Der Hantl hat mich gesehen. Das bestreite ich doch nicht, daß ich zwischendurch mal ins Lager gekommen bin, wo ich die

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sehen Sie.

 

Angeklagter Klehr:

Entwesung durchgeführt habe. Ich habe doch im Stammlager die Entwesung angefangen. Wo im August die Frauen nach Birkenau verlegt wurden, habe ich angefangen mit dem Frauenlager, anschließend das Männerlager. Und dann bin ich nach Birkenau gegangen, [um die] Entwesung durchzuführen. Ich habe ja in der Schreibstube mir die Tätigkeitsberichte schreiben lassen an den Standortarzt, von der Entwesung. Was ich getan habe, habe ich am Anfang meiner Vernehmung zugegeben, und was ich nicht getan habe, das kann ich nicht zugeben.

 

Vorsitzender Richter:

Sind noch Fragen an den Zeugen zu richten? Herr Rechtsanwalt?

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Zeuge, Sie haben über eine große Hinrichtung gesprochen, an der der Angeklagte Broad beteiligt gewesen sein soll. Das war die Erschießung der Frauen. Sie haben gesagt, das sei im Sommer 44 gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Verteidiger Steinacker:

Können Sie sich etwas genauer festlegen?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete říci přesněji, kdy byla ta velká exekuce, kde byly zastřeleny ženy, a obžalovaný Broad se zúčastnil?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo v létě. Tenkrát bylo celkem asi 160 zastřelených. Ale nějaké přesné datum, to [+ nevím.] [...] Dolmetscher Benesch:

Ein genaueres Datum kann ich nicht nennen. Es war aber im Sommer, und es waren etwa 160 Hingerichtete.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, také neříkám přesné číslo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sage auch keine genaue Anzahl.

 

Verteidiger Steinacker:

Aber jedenfalls eine Zahl über 100, will der Zeuge das

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Ja. — Přes 100 to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Číslo větší [než] 100.

 

Zeuge Ota Fabián:

Přes 100 to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, über 100.

 

Zeuge Ota Fabián:

A já to vysvětlím.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich möchte es erklären.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát, to už jsme neodváželi k nám do krematoria, auta, která to odvážela někam do Birkenau, nemohla na ten dvůr projet.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es erklären. Damals haben wir die Leichen nicht mehr zu unserem Krematorium gebracht. Und die Autos, die die Leichen wahrscheinlich nach Birkenau brachten, konnten nicht auf den Hof fahren.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ono mělo plachty.

 

Dolmetscher Benesch:

Das Auto hatte einen Aufbau mit Zeltplanen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A jelikož to muselo být všechno rychle,

 

Dolmetscher Benesch:

Und weil es alles sehr schnell gehen mußte

 

Zeuge Ota Fabián:

Museli nám chodit pomáhat vězni, ošetřovatelé

 

Dolmetscher Benesch:

So kamen uns die Häftlingspfleger zu Hilfe

 

Zeuge Ota Fabián:

Z 28. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus dem 28. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti nám je přitahovali

 

Dolmetscher Benesch:

Sie zogen die Leichen herbei.

 

Zeuge Ota Fabián:

A my, staří, kteří jsme už byli zkušení

 

Dolmetscher Benesch:

Und wir Leichenträger

 

Zeuge Ota Fabián:

J sme čtyři stáli.

 

Dolmetscher Benesch:

Standen zu viert.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jeden, já například, jsem ho bral za ruku.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich zum Beispiel nahm

 

Zeuge Ota Fabián:

Za jednu ruku.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Leiche bei einer Hand.

 

Zeuge Ota Fabián:

Druhý za druhou ruku.

 

Dolmetscher Benesch:

Der andere bei der anderen Hand.

 

Zeuge Ota Fabián:

Třetí za nohu,

 

Dolmetscher Benesch:

Der dritte bei einem Fuß.

 

Zeuge Ota Fabián:

Čtvrtý za druhou nohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und der vierte beim anderen Fuß.

 

Zeuge Ota Fabián:

A teď bylo: »Raz, dva, tři, hop« na to auto.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann wurden die Leichen auf das Auto geworfen.

 

Zeuge Ota Fabián:

A teď je tam jeden nebo dva popotahovali. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Rechtsanwalt Steinacker wollte die Zeit wissen. Und da hat der Zeuge gesagt, das war Juni, Juli 42.

 

Verteidiger Steinacker:

Nein, nein.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, neřekl jsem.

 

Vorsitzender Richter:

Ach so, Verzeihung, im Sommer, ja.

 

Verteidiger Steinacker:

Er hat gesagt im Sommer 44, und dann habe ich gesagt, habe ich ihn gefragt, ob er es etwas genauer spezifizieren könnte.

 

Vorsitzender Richter:

Im Sommer 44.

 

Verteidiger Steinacker:

Da sagte er, nein, das könne er nicht, aber es wären 160 etwa gewesen. Dann sagte er, auf die Zahl wolle er sich auch nicht so genau festlegen, jedenfalls über 100. Und ich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ja, aber es dreht sich ja gar nicht um die Zahl,sondern um die Zeit, nicht? [...]

 

Verteidiger Steinacker:

Ja, um die Zeit.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byla to velká poprava.

 

Vorsitzender Richter:

Also hat der noch irgendwelche Anhaltspunkte dafür, wann es genau im Sommer 44 gewesen sein kann?

 

Dolmetscher Benesch:

Máte nějakou možnost říci přesněji, kdy v létě to bylo?

 

Zeuge Ota Fabián:

Bylo veliké horko. Jedině to mohu říct.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war sehr heiß. Das ist das einzige, was ich sagen kann.

 

Vorsitzender Richter:

Es war sehr heiß.

 

Verteidiger Steinacker:

Gut.

 

Zeuge Ota Fabián:

A ještě dodám. Ty mrtvoly byly zapařené a jak je tahali, svlékala se jim kůže, poněvadž dost dlouho ležely v horku na tom dvoře.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Leichen lagen verhältnismäßig lange in der Hitze auf dem Hof, so daß es kam, daß durch das Ziehen der Leichen über den Hof sich die Haut löste.

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Zeuge, können Sie sich daran erinnern, wann die Liquidierung des Zigeunerlagers in Birkenau war?

 

Dolmetscher Benesch:

Vzpomínáte si, kdy byl likvidován cikánský tábor v Birkenau?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tu dobu, o tom vím. Ale kdy to bylo, to Vám neřeknu. Vím jen tolik, že vybraná část těch cikánů přišla na 10. blok. Ženy z 10. bloku byly dány na ženský Lager a na 10. blok přišli ti cikáni, kteří nebyli popraveni, nebo nebyli zaplynováni. My jsme jim tam nosili jídlo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ein genaues Datum weiß ich nicht. Ich weiß aber, daß bei der Auflösung des Zigeunerlagers in Birkenau auch Zigeuner, die ausgesucht waren, in das Hauptlager kamen, und zwar auf den Block 10. Die Frauen, die vorher in Block 10 waren, kamen ins Frauenlager. Und wir trugen das Essen für die Zigeuner in den 10. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tito cikáni nepobyli dlouho na 10. bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diese Zigeuner blieben nicht lange im 10. Block.

 

Zeuge Ota Fabián:

Byli odesláni jinam. Kam, nevím.

 

Dolmetscher Benesch:

Und sie wurden dann fortgebracht. Wohin, weiß ich nicht.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vím dokonce, že tam byla nějaká Češka, cikánka.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß sogar, daß eine tschechische Zigeunerin dort war.

 

Verteidiger Steinacker:

War diese große Hinrichtung vor der Liquidierung des Zigeunerlagers oder danach?

 

Dolmetscher Benesch:

Byla ta velká poprava před likvidací cikánského tábora nebo po likvidaci?

 

Vorsitzender Richter:

Er hat es, glaube ich, eben schon beantwortet.

 

Verteidiger Steinacker:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Also wollen wir dann noch einmal fragen.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na to nemohu přesně odpovědět. Nevím, kdy ty ženy z 10. bloku odešly, ale mám za to, že ty ženy ještě na 10. bloku byly. Bylo to tedy před tím cikánským lágrem.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meine mich zu erinnern, daß die Frauen noch in Block 10 waren. Das müßte also vor der Liquidierung des Zigeunerlagers gewesen sein.

 

Verteidiger Steinacker:

Vor der Liquidierung.

 

Zeuge Ota Fabián:

Tedy na toto nemohu, nechci přísahat.

 

Dolmetscher Benesch:

Aber ich kann mich nicht genau erinnern, und ich möchte also darauf nicht schwören.

 

Zeuge Ota Fabián:

Na tuto věc.

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Zeuge, Sie haben weiter gesagt, bei dieser großen Hinrichtung, da stand dieser Angeklagte am linken Flügel der angetretenen Formation. Können Sie uns das etwas näher erläutern? [...] Eine Formation sind ja mehrere Personen, besteht aus mehreren Personen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Verzeihen Sie mal, Herr Rechtsanwalt, wir wollen die Sache nicht komplizieren. Der Zeuge hat gesagt

 

Zeuge Ota Fabián [unterbricht]:

Odpovím na to.

 

Vorsitzender Richter:

Die von der Politischen Abteilung und der Lagerführer, wenn er alle aufgeführt hat, die standen dem Range nach, und zwar der Ranghöchste auf dem rechten Flügel, die Jüngsten auf dem linken Flügel. So standen die an der Mauer. Ich weiß jetzt weder, was Sie unter einer Formation verstehen, noch, was Sie eigentlich für Schwierigkeiten haben.

 

Verteidiger Steinacker:

Er hat gesagt, ich habe mir es wörtlich mitgeschrieben: »Er stand am linken Flügel der angetretenen Formation.« Und hat dann weiter erklärt: »Er hat sehr häufig geschossen.« Nun möchte ich von ihm den Vorgang im einzelnen erklärt haben. Wenn er in der angetretenen Formation stand, dann ist es möglich, daß er zugleich geschossen hat, es ist aber auch möglich, daß erst andere geschossen haben. Das soll er mir erläutern.

 

Dolmetscher Benesch:

Řekl jste, že stál na levém boku nastoupených příslušníků SS.

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti nejmladší vždycky stáli na levém boku. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Die Jüngsten standen immer am linken Flügel.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

A nyní chce pan advokát vědět, jak to bylo, když stál mezi těmi nastoupenými na levém boku, jak mohl střílet?

 

Zeuge Ota Fabián:

Jak vyváděli ty ženy, tak on křikl: »Počkej, počkej, tu nech mně!« A běžel tam.

 

Dolmetscher Benesch:

Sowie die Frau herausgeführt wurde, rief er: »Laß Sie mir« und so weiter, und dann wies er

 

Zeuge Ota Fabián:

Vždyť ty vyváděli kolem mě.

 

Verteidiger Steinacker:

Das habe ich gehört.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann lief er hin.

 

Verteidiger Steinacker:

Aus der Formation heraus?

 

Dolmetscher Benesch:

Z té nastoupené řady nebo z té formace?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano. Vystoupil a řekl: »Počkej, počkej!«

 

Dolmetscher Benesch:

Er trat vor.

 

Verteidiger Steinacker:

Er trat vor.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Das war doch keine Formation, daß die Leute da vielleicht eine Ehrenwache abgehalten hätten oder so etwas.

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Vorsitzender, ich weiß das sehr wohl. Aber er hat den Ausdruck Formation gebraucht, und er hat auch geschildert, aus wem diese

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

Herr Rechtsanwalt, ich bitte mich zu entschuldigen, daß ich kein geübter Gerichtsdolmetscher bin. Die tschechische Sprache ist etwas schwierig, wenn dort von den »Angetretenen« die Rede ist, sie substantiviert fast alle Verben.

 

Zeuge Ota Fabián:

Štáb tam byl nastoupen.

 

Dolmetscher Benesch:

Und es ist sehr schwer, die Substantivierungen der tschechischen Sprache in ein Deutsch zu übertragen, wenn man von »den Angetretenen« schlechthin spricht.

 

Verteidiger Steinacker:

Ah so.

 

Dolmetscher Benesch:

Nicht, es kann also durchaus sein, daß...

 

Vorsitzender Richter:

Das Wort Formation von Ihnen gebraucht

 

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Daß also Formation von Ihnen gebraucht worden ist.

 

Dolmetscher Benesch [unterbricht]:

[unverständlich] Auf mein Konto geht. Und daß Sie mich deswegen also jetzt zur Verantwortung ziehen müssen.

 

Verteidiger Steinacker:

Waren bei dieser Exekution, bei dieser großen Hinrichtung Offiziere dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Byli u té velké exekuce také důstojníci?

 

Zeuge Ota Fabián:

Byli.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja. Kann er sich an Namen erinnern, außer denen, die er hier gesagt hat, die von der Politischen Abteilung waren? Waren immer welche dabei? Kann er sich erinnern?

 

Dolmetscher Benesch:

[Znáte] ještě nějaká jména mimo ta z Politického oddělení?

 

Zeuge Ota Fabián:

To Vám nemohu říct, vždyť to je taky už nějaká doba. Zapomněl jsem, [kdo to byl].

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann es nicht sagen.

 

Verteidiger Steinacker:

Sie können nichts sagen.

 

Dolmetscher Benesch:

Außer denen, die er hier genannt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Er hat doch genannt

 

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Ja, ja, sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Aumeier, Grabner, Palitzsch, Stiwitz, Lachmann, Boger, Kaduk.

 

Verteidiger Steinacker:

Herr Vorsitzender, das sind doch nur zwei, nach meiner Erinnerung, Offiziere gewesen. Das waren Aumeier und Grabner allenfalls, nicht?

 

Richter Perseke:

Und da hat er noch einen gezeigt.

 

Dolmetscher Benesch:

Und Höß ist genannt worden.

 

Verteidiger Steinacker:

Höß ist genannt worden.

 

Richter Perseke:

Und einen gezeigt.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja. Aber der war doch bei dieser Exekution sicher nicht anwesend.

 

Dolmetscher Benesch:

Byl Höß přítomen u té velké exekuce?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, tady nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, da war er nicht dabei.

 

Verteidiger Steinacker:

Nein. Gut. Dann zu dem anderen Vorfall mit dem Angeklagten Dylewski: Wann war dieser Vorfall, als Sie gesehen haben, daß dieser Angeklagte Menschen zu Block 11 gebracht hat, die er dann selbst erschossen hat?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy byl ten případ, že – — darf ich um den Namen bitten?

 

Verteidiger Steinacker:

Dylewski.

 

Staatsanwalt Vogel:

Herr Direktor, er hat gesagt »häufig und oft«.

 

Richter Perseke:

Häufig, häufig.

 

Staatsanwalt Vogel:

Sie haben gefragt, wann war dieser Vorfall, so kann [unverständlich]

 

Verteidiger Steinacker [unterbricht]:

Ja, gut. Bitte. Wann waren die Vorfälle?

 

Dolmetscher Benesch:

Dylewski přiváděl sám vězně k likvidaci?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo dosti často. To bylo v 43. i v 44. roku. A nám často připadalo, že tam byla i nějaká židovská rodina, která se asi schovala před transportem. Vím jen, že ty si tenkrát Dylewski přivedl také.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß, daß es im Jahr 43 und im Jahr 44 war. Ich weiß auch einen konkreten Vorfall, daß eine jüdische Familie, die sich augenscheinlich vor dem Transport versteckt hatte, von Dylewski herbeigeführt wurde.

 

Zeuge Ota Fabián:

A tenkrát, to byla krásná, mladá žena.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war eine sehr schöne junge Frau.

 

Zeuge Ota Fabián:

Vím, že se k nám, na 28. blok, chodili lékaři na ni koukat, jaká je to krásná žena.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich weiß, daß die Ärzte sie auf dem Block 28 ansehen kamen. [...]

 

Zeuge Ota Fabián:

Ti ne, ne němečtí lékaři, ale vězni-lékaři, abych se opravi l.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlingsärzte.

 

Verteidiger Steinacker:

Die Häftlingsärzte.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, das möchte ich doch gern noch mal genau wissen. Er sagt, er kann sich erinnern, im Jahr 43/44, daß eine jüdische Familie von Dylewski hereingeführt wurde. Woraus bestand diese Familie?

 

Dolmetscher Benesch:

Jaké osoby to byly v té židovské rodině, co přivedl Dylewski?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tam byl muž, žena a dítě.

 

Dolmetscher Benesch:

Mann, Frau und Kind.

 

Vorsitzender Richter:

Ein Kind oder zwei Kinder?

 

Dolmetscher Benesch:

Jedno nebo dvě děti?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo jedno dítě.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein Kind.

 

Zeuge Ota Fabián:

Potom jsem tam viděl, ale to nedělal Dylewski, to dělal ten starý z 11. bloku, jak zastřelil babičku a tři děti. Ty děti šly vysvlečené, byly takhle od sebe, asi o hlavičku. To nejstarší mohlo být 12, 13 let a potom byly ty děti menší. Ta babička je držela, stála na pravé straně, a ty děti byly takhle nalevo.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann habe ich auch den älteren Aufseher aus Block 11 gesehen, der eine Großmutter mit drei kleinen Kindern dort erschoß. Die Kinder waren jeweils so ein Stück in der Größe voneinander entfernt, das älteste etwa zwölf Jahre.

 

Vorsitzender Richter:

Wen versteht er unter dem Älteren?

 

Dolmetscher Benesch:

Der ältere Aufseher.

 

Vorsitzender Richter:

Ist das der, den er hier erkannt hat? Der Schlage?

 

Dolmetscher Benesch:

Poznal jste ho tady, toho staršího?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, Schlage to nebyl. Tenkrát to Schlage nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Schlage war es nicht.

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo [byl] ten starší?

 

Zeuge Ota Fabián:

Já nevím, byl to Ogurek, Ochranka nevím. Schlage to tenkrát nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist der Aufseher, an dessen Namen er sich nicht erinnern kann, Ogurek, Ochranka oder wie er heißt.

 

Zeuge Ota Fabián:

Takový starý byl.

 

Dolmetscher Benesch:

So ein älterer Mensch.

 

Vorsitzender Richter:

Hatte denn Dylewski diesen Mann, Frau und Kind, die hereingeführt worden sind von ihm, auch erschossen dann anschließend?

 

Dolmetscher Benesch:

Zastřelil Dylewski tu židovskou rodinu?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, tyto tři zastřelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, die drei hat er erschossen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wissen Sie das? Haben Sie das gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Jak to víte, viděl jste to?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát už jsme na tom dvoře čekali. Staszek pro nás přišel.

 

Dolmetscher Benesch:

Damals holte uns Staszek, um die Leichen wegzubringen, und so haben wir warten müssen dort.

 

Vorsitzender Richter:

Und waren Sie Zeuge, wie die erschossen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Viděl jste to [na vlastní oči], jak byli zastřeleni?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, to jsem viděl a říkám, Singer tam byl se mnou.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es gesehen, und auch Singer war mit mir dort.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo war die Erschießung?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde bylo to zastřelení?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo u Černé stěny.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei der Schwarzen Wand.

 

Vorsitzender Richter:

Im Hof?

 

Dolmetscher Benesch:

Na dvoře?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ano, na dvoře.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht im Waschraum?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, tohle ne.

 

Verteidiger Steinacker:

Bei der Schwarzen Wand oder an der Schwarzen Wand. [+ Können Sie den] spezifizieren.

 

Vorsitzender Richter:

Mitten im Hof oder hinten an der Wand?

 

Verteidiger Steinacker:

Vor der Schwarzen Wand?

 

Dolmetscher Benesch:

Uprostřed [+ dvora] nebo těsně u zdi?

 

Zeuge Ota Fabián:

To bylo u zdi.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war direkt an der Wand.

 

Verteidiger Steinacker:

An der Wand.

 

Zeuge Ota Fabián:

Jestli to bylo hned u zdi nebo kousek od zdi...

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann auch ein Stück von der Wand weg gewesen sein.

 

Verteidiger Steinacker:

Ja, sicher, natürlich. Ich meine nur, der Hof war ja groß. Trug der Angeklagte Dylewski damals eine Brille?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl obžalovaný Dylewski tenkrát brýle?

 

Zeuge Ota Fabián:

Ne, tenkrát nenosil brýle.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, damals trug er keine Brille.

 

Verteidiger Steinacker:

Gut, keine Fragen mehr.

 

Richter Perseke:

Eine Fragen noch. Hat dieser Angeklagte eine normale Uniform angehabt oder vielleicht etwas anderes?

 

Dolmetscher Benesch:

Měl normální uniformu nebo něco jiného?

 

Zeuge Ota Fabián:

Tenkrát měl normální uniformu. Ale viděl jsem ho také, že někde na sobě uniformu neměl.

 

Dolmetscher Benesch:

Copak nosil?

 

Zeuge Ota Fabián:

Nosil takové jako modráky nebo co. Někde jsem ho viděl... už nevím, kde to bylo.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ihn in der normalen Uniform gesehen. Ich habe ihn aber auch in einem Anzug gesehen, der nicht eine normale Uniform war, etwas Bläuliches.

 

Richter Perseke:

Bläulich. Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Wenn keine Fragen mehr sind, Herr Zeuge, können Sie das, was Sie gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Dolmetscher Benesch:

Můžete s dobrým svědomím přísahat na to, co jste řekl?

 

Zeuge Ota Fabián:

S dobrým, s tím ne jlepším svědomím to mohu odpřísáhnout.

 

Dolmetscher Benesch:

Mit bestem Gewissen kann ich darauf schwören.6

 

– Schnitt –

 

 

 

 

 

 

1. Vgl. »Handskizze des Blocks 20«, Anlage 1 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 06.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104.

2. Vgl. »Fotografie (Reproduktion eines Gemäldes) ›Erschießung an der Schwarzen Wand‹ «, Anlage 6 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 13.01.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 95.

3. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 20.02.1964 in Prag, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.626-18.638.

4. Vgl. kommissarische Vernehmung vom 20.02.1964 in Prag, 4 Ks 3/63, Hauptakten, Bd. 98, Bl. 18.632.

5. »Der Zeuge Fabián erkannte aus der Reihe der Angeklagten folgende wieder: die Angeklagten Kaduk, Boger, – diesen kenne ich auch, weiß aber den Namen nicht, er kam zum 11. Block und schoß«, in Klammern: »deutet auf den Angeklagten Dylewski –, das ist Schlage, mit der gestreiften Krawatte, auch der«, in Klammern: »Broad, ging zum Block 11, erschoß Frauen und sagte bei einer größeren Exekution von Frauen: Laß mir die, die ist jung, die erschieße ich – Hantl sieht heute völlig anders aus –, den habe ich bei Hinrichtungen stehen sehen, er trug einen Ledermantel, aber ich habe ihn nicht schießen gesehen«, in Klammern: »der Zeuge zeigt dabei auf den Angeklagten Mulka.«. Protokoll der Hauptverhandlung vom 06.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 887.

6. Der Angeklagte Broad wurde nach der Aussage des Zeugen Fabián in Untersuchungshaft genommen. Vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 06.11.1964, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 888.

 

 

 
 
 
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