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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«
4 Ks 2/63, LG Frankfurt/Main

 

138. Verhandlungstag, 19.2.1965

 

Vernehmung des Zeugen Charles Coward

 

Vorsitzender Richter:

[+ Sind Sie damit] einverstanden, daß wir Ihre Aussage auf ein Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?

 

Dolmetscher Schuh:

Do you agree that your testimony be taken down on tape to support the recollection of the court?

 

Zeuge Charles Coward:

What I will say will be the truth, what I've actually seen, is that what you mean?

 

Dolmetscher Schuh:

Meinen Sie, daß das, was ich sagen werde, die Wahrheit sein wird, über das, was ich wirklich gesehen habe?

 

Vorsitzender Richter:

Nein, ich will nur wissen, ob er damit einverstanden ist, daß wir seine Aussage auf ein Tonband aufnehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts.

 

Dolmetscher Schuh:

No, I just wish to know whether you agree that we take your testimony on tape to support the recollection of the court.

 

Zeuge Charles Coward:

Oh yes, certainly.

 

Dolmetscher Schuh:

Oh ja, selbstverständlich.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie sind ebenfalls im Konzentrationslager Auschwitz gewesen?

 

Dolmetscher Schuh:

Mr. Witness, you have also been at the concentration camp Auschwitz?

 

Zeuge Charles Coward:

The British Lager.

 

Dolmetscher Schuh:

Im britischen Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Also in einem Kriegsgefangenenlager?

 

Dolmetscher Schuh:

Therefore in a prison of war camp?

 

Zeuge Charles Coward:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

War dieses Kriegsgefangenenlager in Monowitz oder in Auschwitz?

 

Dolmetscher Schuh:

Was that prison of war camp at Monowitz or at Auschwitz?

 

Zeuge Charles Coward:

Well, we called all the camp Auschwitz, because it was in the vicinity, you see, but I believe, it was called Monowitz.

 

Dolmetscher Schuh:

Also sehen Sie, wir haben das ganze Lager Auschwitz genannt, weil es dort in der Nähe war. Aber ich glaube, daß man es Monowitz genannt hat.

 

Vorsitzender Richter:

Wann sind Sie denn dort hingekommen, Herr Zeuge?

 

Dolmetscher Schuh:

When did you get there, Mr Witness?

 

Zeuge Charles Coward:

I am not sure, you know, and I wish to crave the indulgence of the court in respect of the actual date. Round about October 43 to round about August 44.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich möchte bitte die Geduld des Gerichts in Anspruch nehmen. Ich bin mir nicht sicher über das Datum, aber es war von Oktober 43 etwa bis August 44.

 

Vorsitzender Richter:

Von wo aus kamen Sie nach Monowitz?

 

Dolmetscher Schuh:

From where did you come to Monowitz?

 

Zeuge Charles Coward:

From Lamsdorf in Germany.

 

Dolmetscher Schuh:

Aus Lamsdorf in Deutschland. [Pause]

 

Vorsitzender Richter:

Und kamen Sie mit einem größeren Transport von Kriegsgefangenen dorthin?

 

Dolmetscher Schuh:

And did you get there with a larger transport of prisoners of war there?

 

Zeuge Charles Coward:

No. I was sent from Lamsdorf.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich wurde von Lamsdorf aus geschickt

 

Zeuge Charles Coward:

To act as a Red Cross Vertrauensmann.

 

Dolmetscher Schuh:

Um als Rotkreuz-Vertrauensmann zu fungieren.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Sie allein dorthin geschickt worden?

 

Dolmetscher Schuh:

Were you sent all by yourself there?

 

Zeuge Charles Coward:

I came by myself. The remainder, the british prisoners were there at the time.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich kam alleine dorthin. Die übrigen der britischen Kriegsgefangenen waren zu der Zeit schon dort.

 

Vorsitzender Richter:

Wer hat Sie denn zum Vertrauensmann des Roten Kreuzes gemacht?

 

Dolmetscher Schuh:

Who appointed you trustee of the Red Cross?

 

Zeuge Charles Coward:

The british officer in charge at Lamsdorf.

 

Dolmetscher Schuh:

Der britische Offizier, der das Kommando in Lamsdorf führte.

 

Vorsitzender Richter:

Und was für eine Aufgabe hatten Sie als Vertrauensmann des Roten Kreuzes?

 

Dolmetscher Schuh:

And what was your task as trustee of the Red Cross?

 

Zeuge Charles Coward:

In respect of Red Cross food, uniforms, underwear etcetera, boots, and responsible for the welfare.

 

Dolmetscher Schuh:

Hinsichtlich der Rotkreuz-Lebensmittel, Uniformen, also Unterbekleidung und so weiter und Schuhe und verantwortlich für die Wohlfahrt.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie, Herr Zeuge, haben Sie während Ihres Aufenthaltes in Monowitz feststellen können, daß dort die Kommandantur des Stammlagers Auschwitz zuständig war für Monowitz?

 

Dolmetscher Schuh:

Mr Witness, were you able to tell while you were at Monowitz, that the commander, the SS commander of Auschwitz was competent for Monowitz?

 

Zeuge Charles Coward:

The SS-Kommandant and these other officers were in charge of the discipline over us.

 

Dolmetscher Schuh:

Also der SS-Kommandant und das SS-Personal waren für die Disziplin verantwortlich.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer war der SS-Kommandant, wissen Sie, wie er hieß?

 

Dolmetscher Schuh:

And who was the SS-commander, do you know what his name was?

 

Zeuge Charles Coward:

[Pause] I think, the chief of the Kommandant was Höß, a name like that, Höß.

 

Dolmetscher Schuh:

Also der Chef der Kommandantur war Höß oder so.

 

Vorsitzender Richter:

War Höß?

 

Dolmetscher Schuh:

It was Höß?

 

Zeuge Charles Coward:

Yes.

 

Vorsitzender Richter:

Und wissen Sie, wie sein Adjutant hieß?

 

Dolmetscher Schuh:

And do you know the name of his adjutant?

 

Zeuge Charles Coward:

[Pause] I must crave the indulgence of the court. But for years I have tried to make my mind blank because it was affecting myself, you see.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich muß um die Geduld des Gerichtes bitten. Jahrelang habe ich versucht, mein Gedächtnis auszuschalten, weil es auf mich

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bedrückend wirkte.

 

Dolmetscher Schuh:

Bedeutend wirkte.

 

Vorsitzender Richter:

[Pause] Also Sie wissen nicht, wie der Adjutant hieß?

 

Dolmetscher Schuh:

Well, you do not know what the name of the Adjutant was?

 

Zeuge Charles Coward:

No, to be truthful.

 

Dolmetscher Schuh:

Nein, um die Wahrheit zu sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Sind Ihnen die Namen Mulka oder Höcker ein Begriff?

 

Dolmetscher Schuh:

Do the names Mulka or Höcker strike a note with you?

 

Zeuge Charles Coward:

[Pause] I would not like to say yes if – the name is faintly – but I would not like to.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich möchte das nicht behaupten, der Name ist schwach, aber ich möchte es nicht

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wissen Sie, welche Befugnisse diese eben genannten beiden Leute hatten?

 

Dolmetscher Schuh:

Do you know what authority the two named people had?

 

Zeuge Charles Coward:

Yes. They were responsible for all the small camps, there were all those small camps in Auschwitz.

 

Dolmetscher Schuh:

Ja, sie waren verantwortlich für all diese kleinen Lager um Auschwitz.

 

Vorsitzender Richter:

Was heißt das: Sie waren verantwortlich für die kleinen Lager in Auschwitz?

 

Dolmetscher Schuh:

What does that mean: they had authority over all those small camps around Auschwitz?

 

Zeuge Charles Coward:

[Pause] The people who have been mentioned had other people, SS-men of rank that carried out their orders, you see.

 

Dolmetscher Schuh:

Die Leute, die wir erwähnt haben, hatten andere SS-Leute mit Dienstgrad, die ihre Befehle ausführten.

 

Vorsitzender Richter:

Moment. Eben haben Sie gerade gesagt, die Namen Höcker und Mulka sind Ihnen ganz dunkel in Erinnerung, aber Sie können nichts Genaues mehr sagen. Jetzt wissen Sie auf einmal, daß diese Leute andere SS-Leuten zu befehlen hatten. Wieso wissen Sie das denn?

 

Dolmetscher Schuh:

One moment. You just said, that the names Höcker and Mulka are faintly in your recollection and now all of a sudden you say that you now know that they had a command over other SS-people under them. How do you know that?

 

Zeuge Charles Coward:

Well, during my time I had meetings with – one name comes to my mind, doctor Dürrfeld.

 

Dolmetscher Schuh:

Während meiner Zeit hatte ich Zusammenkünfte mit – ein Name kommt mir ins Gedächtnis – Doktor Dürrfeld. [Pause]

 

Zeuge Charles Coward:

I would not mention other names, because I am not sure, you see.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich möchte keine anderen Namen erwähnen, weil ich nicht sicher bin.

 

Zeuge Charles Coward:

But I knew they was responsible at Auschwitz IG Farben for the welfare of the Häftlinge as you call them.

 

Dolmetscher Schuh:

Aber ich wußte, daß die verantwortlich waren in Auschwitz, IG Farben, für die Wohlfahrt der Häftlinge, wie Sie sie nennen.

 

Vorsitzender Richter:

Also Herr Zeuge, Sie haben mich offensichtlich gar nicht verstanden.

 

Dolmetscher Schuh:

Well Mr Witness, you obviously did not understand me at all.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe gefragt, ob Ihnen die Namen Mulka und Höcker ein Begriff sind.

 

Dolmetscher Schuh:

I did ask you whether the names Mulka and Höcker are known to you.

 

Zeuge Charles Coward:

Well, as I explained the names give me a, a faint recollection but...

 

Dolmetscher Schuh:

Wie ich erklärt habe, die Namen sind mir dunkel in Erinnerung, aber...

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und die zweite Frage lautete: Was haben diese beiden Männer, nämlich Mulka und Höcker, für eine Position gehabt, und welche Aufgaben hatten sie?

 

Dolmetscher Schuh:

And the second question was: What did these two men, what positions did those two men, Mulka and Höcker, have and what were their tasks?

 

Zeuge Charles Coward:

Their task – in my recollection they were responsible to see that when the transports and people came in to Auschwitz for the destination of the people who came in.

 

Dolmetscher Schuh:

Meiner Erinnerung nach waren sie dafür verantwortlich, wenn die Transporte und die Leute nach Auschwitz hereingekommen sind, auf die Bestimmung dieser Leute zu sehen, die dort hereingekommen sind.

 

Vorsitzender Richter:

Aha, und woher wissen Sie das?

 

Dolmetscher Schuh:

And where do you know this from?

 

Zeuge Charles Coward:

Well, being allowed to go all over Auschwitz and Monowitz with a guard I was able to see the transports come in. And there I saw the officers, as you call them, and the guards give the instructions for the details to go wherever they was going.

 

Dolmetscher Schuh:

Dadurch, daß es mir erlaubt war, durch Auschwitz und Monowitz mit einer Bewachung durchzugehen, war ich imstande, diese Transporte ankommen zu sehen. Und da sah ich diese Offiziere, wie Sie sie nennen, und diese Wachen die Befehle geben über die Einzelheiten, wo die hingehen sollten.

 

Vorsitzender Richter:

Und wieso wußten Sie, daß diese Männer, die Sie als Offiziere bezeichnet haben, Mulka und Höcker waren?

 

Dolmetscher Schuh:

And how do you know that these men, whom you have designated as officers, were Mulka and Höcker?

 

Zeuge Charles Coward:

Well I do not know the rank and actually I do not remember the rank of them.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich weiß selbstverständlich nicht ihren Dienstrang, ich erinnere mich nicht an den Dienstrang.

 

Zeuge Charles Coward:

They are what you may say the officers

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Da habe ich auch nicht danach gefragt. Ich habe gefragt, wieso der Zeuge weiß, daß es sich bei diesen Männern um Mulka und Höcker handelte.

 

Dolmetscher Schuh:

However, this was not what I was asking for. I was asking the witness, why he knew that those men were Mulka and Höcker.

 

Zeuge Charles Coward:

Because during the shouting that went on at the time the names were mentioned.

 

Dolmetscher Schuh:

Während dieser Schreierei, die da vor sich ging, wurden diese Namen erwähnt.

 

Zeuge Charles Coward:

But as I explained the names that the president has mentioned, are just a faint recollection, you see.

 

Dolmetscher Schuh:

Aber wie ich erklärt habe: Die Namen, die der Herr Vorsitzende erwähnt hat, sind nur eine schwache Erinnerung.

 

Vorsitzender Richter:

Also ich weiß nicht, ob ich mich so unklar ausdrücke.

 

Dolmetscher Schuh:

Well, I don't know whether [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bitte sagen Sie dem Zeugen doch folgendes: Es ist behauptet worden von dem Herrn Rechtsanwalt Doktor Kaul, daß dieser Zeuge etwas darüber wisse, daß die im Lager Monowitz durchgeführten Selektionen von... Vielleicht nehmen Sie das gerade mal hier an sich und lesen die Ziffer 4 dem Zeugen vor, damit Sie das nicht vergessen. Ob er davon etwas weiß.1

 

Dolmetscher Schuh:

Mr Witness, counsel Doktor Kaul has made an allegation of what you are alleged to know. And number 4 here in the allegation says: »The selections carried out in the camp Monowitz of inmates not fully fit to work to be murdered were ordered by the adjutant and the commandant of the base camp Auschwitz, amongst others the accused Mulka and Höcker. And that as a result of agreements between the IG Farben Industry Incorporated and the SS«

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Bis dahin. Wissen Sie etwas davon?

 

Dolmetscher Schuh:

Do you know anything about this?

 

Zeuge Charles Coward:

Well, you see, I am rather in a predicament. See, the president wants to know about these names, doesn't he? You see, I knew...

 

Dolmetscher Schuh:

Ich bin sozusagen hier in einer Klemme. Der Herr Präsident möchte die Namen wissen.

 

Vorsitzender Richter:

Nein, ich möchte nicht die Namen wissen, sondern ich möchte wissen, ob Sie die Leute gekannt haben und was Sie wissen von ihrer Tätigkeit. Diese Frage habe ich jetzt schon dreimal gestellt.

 

Dolmetscher Schuh:

No, I just wish to know what you know about these people and what you know about their activities. This question I have already posed three times now.

 

Zeuge Charles Coward:

Yes. Well, let us be fair then and say

 

Dolmetscher Schuh:

Dann lassen Sie uns bitte fair sein dann und sagen

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Was? Lassen sie uns bitte?

 

Dolmetscher Schuh:

Lassen sie uns bitte fair sein.

 

Vorsitzender Richter:

Fair sein, ja.

 

Zeuge Charles Coward:

That I am sorry to the president. Well, it would be fair to say that the names do not come to my mind.

 

Dolmetscher Schuh:

Es tut mir leid, Herr Präsident. Also es wäre fair, zu sagen, daß mir die Namen nicht einfallen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Ich will Ihnen zur Unterstützung Ihres Gedächtnisses sagen, daß der Angeklagte Mulka im Oktober 43, als Sie ins Lager kamen, schon längst aus dem Lager verschwunden war und gar nicht mehr dort war.

 

Dolmetscher Schuh:

I wish to say to refresh your memory, that the accused Mulka had already left the camp in October 1943 and was not there anymore.

 

Zeuge Charles Coward:

Good.

 

Vorsitzender Richter:

Also nach meinem Dafürhalten war es Ihnen weder möglich, ihn persönlich kennenzulernen, noch überhaupt von ihm etwas zu erfahren.

 

Dolmetscher Schuh:

In my opinion it was neither possible for you to know him personally or to hear something about him.

 

Vorsitzender Richter:

Bezüglich des Angeklagten Höcker können Sie uns nähere Angaben auch nicht machen, oder doch?

 

Dolmetscher Schuh:

However, in relation to the accused Höcker you can not make any specific statements or can you?

 

Zeuge Charles Coward:

No.

 

Dolmetscher Schuh:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Wissen Sie etwas davon, ob arbeitsunfähige Menschen in dem Lager ausgewählt worden sind, um sie zu töten?

 

Dolmetscher Schuh:

Do you know anything about the fact that people unfit for work at the camp were selected to be killed?

 

Zeuge Charles Coward:

Yes.

 

Dolmetscher Schuh:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und was wissen Sie davon?

 

Dolmetscher Schuh:

And what do you know?

 

Zeuge Charles Coward:

In IG Farben themselves, in IG Farben the works, the factory, the guard in charge of a party – some of them came to the factory and said to this guard that his group of say fifty that was working in the factory were to be marched back, to be taken back to their Lager because they were wanted there.

 

Dolmetscher Schuh:

Also in der IG Farben-Fabrik kommt jemand zur Fabrik und sagt der Bewachung, welche eine Partie beaufsichtigte, daß seine Gruppe von, sagen wir, 50, die dort in der Fabrik gearbeitet haben, zurückmarschieren soll, zurückgenommen werden soll in ihr Lager, weil sie dort gebraucht würden.

 

Zeuge Charles Coward:

And then there would be shouting and some would try to run away because they knew that they were going back to the Lager to be marched off to the gas chambers.

 

Dolmetscher Schuh:

Dann gab es dort eine Schreierei, und einige würden versuchen, wegzulaufen, weil sie wußten, daß sie nach dem Lager zurückgebracht würden, um nach den Gaskammern abzumarschieren.

 

Vorsitzender Richter:

Ich habe Sie gefragt, ob Sie etwas davon wissen, daß unter den dort arbeitenden Gefangenen des Auschwitz-Lagers Auswahlen vorgenommen worden sind von Häftlingen zum Zwecke ihrer Tötung.

 

Dolmetscher Schuh:

I did ask you whether you know something about it that amongst the inmates of the Auschwitz camps selections were carried out of inmates for the purpose of their being killed.

 

Zeuge Charles Coward:

Yes. Now I will tell you.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wie war das mit diesen Auswahlen? Wer hat sie vorgenommen, wann wurden sie vorgenommen, wie viele? Erzählen Sie uns einmal, was Sie davon wissen.

 

Dolmetscher Schuh:

And how was it with those selections? When were they carried out? Who carried them out? And tell us about those selections.

 

Zeuge Charles Coward:

I will tell you.

 

Vorsitzender Richter:

Aber bitte ins Mikrofon sprechen.

 

Dolmetscher Schuh:

And please talk into the mike.

 

Zeuge Charles Coward:

Sorry.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Charles Coward:

Hearing about the atrocities

 

Dolmetscher Schuh:

Als ich über diese Atrositäten hörte

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Wie? Als ich?

 

Dolmetscher Schuh:

Als ich über diese

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Grausamkeiten.

 

Dolmetscher Schuh:

Grausamkeiten hörte, ja. Entschuldigung.

 

Zeuge Charles Coward:

That were going on and owing to the fact that there was a British doctor in the concentration Lager I made arrangements to change with one of the inmates.

 

Dolmetscher Schuh:

Als ich über die Grausamkeiten hörte, die vor sich gingen, und aufgrund der Tatsache, daß ein britischer Arzt im Konzentrationslager war, traf ich Vorkehrungen, mit einem der Häftlinge zu tauschen.

 

Zeuge Charles Coward:

This took place in IG Farben works.

 

Dolmetscher Schuh:

Das ging in der Fabrik der IG Farben vor sich.

 

Zeuge Charles Coward:

I put on

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Das ging in der Fabrik der IG Farben vor sich?

 

Dolmetscher Schuh:

This went on in the factory of the IG Farben?

 

Zeuge Charles Coward:

At the moment, yes.

 

Dolmetscher Schuh:

Ja, in dem Augenblick.

 

Zeuge Charles Coward:

I must ask for permission to make it long to explain.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich muß um Genehmigung bitten, es lang zu machen, um zu erklären.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Das ist unrichtig übersetzt, Herr Präsident, ich bitte um Entschuldigung. Er hat gesagt »movement«, nicht »moment«. Die Umänderung

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Change, der Wechsel

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Ging in der Fabrik vor sich.

 

Dolmetscher Schuh:

Did you say »moment« or »movement«?

 

Sprecher (nicht identifiziert):

Schichtwechsel.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Nicht der Schichtwechsel, er wurde

 

Zeuge Charles Coward [unterbricht]:

When?

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Sie haben es ja alles in dem Lebenslauf stehen, in der eidesstattlichen Versicherung, die ich überreicht habe als Dokument 9. Er war Kriegsgefangener und tauschte mit einem Konzentrationshäftling. Dieser Tausch ging vor sich in der Fabrik.

 

Sprecher (nicht identifiziert) [unterbricht]:

Herr Vorsitzender, ich widerspreche. Ich habe widersprochen.

 

Vorsitzender Richter:

Also

 

Nebenklagevertreter Kaul [unterbricht]:

Und das ist unrichtig übersetzt worden.

 

Vorsitzender Richter:

Also Herr Dolmetscher, wollen Sie bitte Ihre Übersetzung überprüfen? Was hat der Zeuge nun tatsächlich gesagt?

 

Dolmetscher Schuh:

Would you please repeat what you said?

 

Zeuge Charles Coward:

Hearing that a British doctor – in fact a note was passed to me – was in the concentration Lager and having many notes given me about people who were in the concentration Lager

 

Dolmetscher Schuh:

Als ich hörte, daß ein britischer Arzt – tatsächlich wurde mir eine Nachricht zugesteckt – in dem Konzentrationslager war und ich viele Zettel erhielt über Leute, die im Konzentrationslager waren

 

Verteidiger Stolting II [unterbricht]:

Man kann den Dolmetscher kaum verstehen

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich verstehe ihn auch sehr schlecht.

 

Verteidiger Stolting II:

Er spricht anscheinend auch nicht in das Mikrofon.

 

Vorsitzender Richter:

Also können Sie uns nicht ganze Sätze übersetzen, damit wir wenigstens wissen, worum es sich handelt?

 

Dolmetscher Schuh:

Jawohl, Herr Präsident.

 

Vorsitzender Richter:

Also: Er hat festgestellt, daß im Konzentrationslager Auschwitz ein britischer Arzt eingesessen hat.

 

Dolmetscher Schuh:

Well, you determined that a British doctor was in the concentration camp Auschwitz.

 

Zeuge Charles Coward:

Yes.

 

Vorsitzender Richter:

Und er wollte nun diesen britischen Arzt austauschen, oder wollte er ihn besuchen in diesem Lager, oder was wollte er mit diesem Arzt machen?

 

Dolmetscher Schuh:

Now you wished to exchange that British doctor, you wanted to visit him or what did you wish to do?

 

Vorsitzender Richter:

Meine Herren, bitte schön, wir haben Mühe, ihn zu verstehen.

 

Zeuge Charles Coward:

I thought, and I must explain here that as the note said he was a British doctor, I had to find out for myself whether this was true.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich dachte, und ich muß hier erklären: Da der Zettel besagte, daß er ein britischer Arzt wäre, mußte ich für mich selbst herausfinden, ob das wahr wäre.

 

Zeuge Charles Coward:

So I exchanged my clothes with one of the inmates and walked back, when it was time to go, to the concentration Lager.

 

Dolmetscher Schuh:

Also tauschte ich meine Kleidung mit einem der Häftlinge und ging, als es Zeit war zu gehen, zurück nach dem Konzentrationslager.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Charles Coward:

I would like to make this point, that the guard was not concerned with who he took back amongst this group.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich möchte betonen, daß die Wache sich nicht damit befaßte, wen er zurückbrachte in seiner Gruppe.

 

Zeuge Charles Coward:

All he was concerned with was numbers.

 

Dolmetscher Schuh:

Alles, womit er sich befaßte, war die Anzahl.

 

Zeuge Charles Coward:

If he took out, say 50 from the concentration Lager to the works

 

Dolmetscher Schuh:

Wenn er, sagen wir, 50 aus dem Konzentrationslager mit herausnahm nach der Fabrik

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Mußte er 50 wieder zurückbringen.

 

Zeuge Charles Coward:

Yes. Barring those who had died during the day, for which he had a note given him by the German to explain why he would be one short.

 

Dolmetscher Schuh:

Ausgenommen die Anzahl, die während des Tages gestorben war, wofür ihm ein Zettel gegeben wurde von den Deutschen, um zu erklären, warum er einen weniger hätte.

 

Zeuge Charles Coward:

I then marched back to the concentration Lager and my group was counted and taken through into the camp itself, once again counted and waited for further inmates to be marched in. So that we sort of formed a square.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich marschierte dann zurück nach dem Konzentrationslager. Meine Gruppe wurde gezählt und in das Lager gebracht, noch einmal gezählt und wartete auf weitere Häftlinge, die hereingebracht werden sollten, so daß wir eine Art Karree bildeten.

 

Zeuge Charles Coward:

And the other two inmates that were sort of shielding me in case I was found out explained to me – one of them could speak perfect English – that he thought that there would be a selection that evening.

 

Dolmetscher Schuh:

Und die anderen beiden Häftlinge, die mich sozusagen geschützt haben für den Fall, daß man mich herausfinden würde, erklärten mir – einer von ihnen konnte perfekt Englisch –, daß er dachte, daß an diesen Abend eine Selektion stattfinden würde.

 

Vorsitzender Richter:

Es wird hier gebeten, daß wir eine Pause einlegen sollten. Da wir auch schon über zwölf Uhr gekommen sind, wollen wir dann in die Mittagspause eintreten und

 

– Schnitt –

 

Vorsitzender Richter:

Herr Coward, Sie wollten uns erzählen, wie Sie zu der Selektion gekommen seien. Und Sie waren gerade dabei, uns zu schildern, wie Sie mit einem anderen Häftling die Kleider getauscht haben, dann ins Lager kamen und dort erzählt bekommen haben, heute abend solle hier eine Selektion stattfinden.

 

Dolmetscher Schuh:

Mr. Coward, you were just telling us about how you got into that selection, how you exchanged clothes with another inmate, got into the camp and how you were told that on that night

 

Verteidiger Gerhardt [unterbricht]:

Der Angeklagte ist nicht vertreten.

 

Vorsitzender Richter:

Was ist los?

 

Verteidiger Gerhardt:

Der Angeklagte Hantl ist, glaube ich, nicht vertreten.

 

Verteidiger Göllner:

Doch. Herr Präsident, Verzeihung, ich bin für den Nachmittag von dem Herrn Landgerichtspräsidenten zum amtlich bestellten Vertreter ernannt worden. Nur für den Nachmittag.

 

Vorsitzender Richter:

Für wen?

 

Verteidiger Göllner:

Für den Rechtsanwalt Joschko.

 

Vorsitzender Richter:

So, dann muß das ins Protokoll aufgenommen werden: Rechtsanwalt Göllner als amtlich bestellter Vertreter für Rechtsanwalt Joschko.

Also soll der Zeuge bitte weiter erzählen.

 

Dolmetscher Schuh:

And how you were told that on that night a selection was to be carried out. Would the witness please continue to relate.

 

Zeuge Charles Coward:

Yes. We were lined up in a square, and a German officer with Feldwebels and guards came into the square

 

Dolmetscher Schuh:

Wir waren im Karree aufgestellt, und ein deutscher Offizier und einige Feldwebel kamen in das Karree

 

Zeuge Charles Coward:

And with a list of papers they started to call out names and numbers of so many people.

 

Dolmetscher Schuh:

Und mit einer Liste fingen sie an, die Namen und die Nummern von soundso vielen Leuten aufzurufen.

 

Zeuge Charles Coward:

While this was taking place, as the officer and his underofficers were going along partitioning of so many people

 

Dolmetscher Schuh:

Und während das vor sich ging, sind der Offizier und seine Unteroffiziere entlang gegangen und haben soundso viele Leute abgeteilt.

 

Zeuge Charles Coward:

And the remainder of the inmates realized what was going to happen

 

Dolmetscher Schuh:

Und die übrigen Häftlinge erkannten, was geschehen sollte

 

Zeuge Charles Coward:

Some of them panicked.

 

Dolmetscher Schuh:

Bekamen einige panische Angst.

 

Zeuge Charles Coward:

And it meant that the precedings were disrupted owing to some of them leaving their particular place.

 

Dolmetscher Schuh:

Und der Vorgang wurde dadurch gestört, daß einige ihren bestimmten Platz verlassen haben.

 

Zeuge Charles Coward:

In fact, the two Häftlinge that were helping me tried to move me further away down the line because they visualized that I and theirselves might be on the selection committee.

 

Dolmetscher Schuh:

Tatsächlich haben diese beiden Häftlinge, die mich geschützt haben, versucht, mich weiter in der Reihe hinunterzubewegen, weil sie vor Augen hatten, daß sie und ich auf dieser Selektionsliste wären.

 

Zeuge Charles Coward:

But, please God, was watching over me that night and we was dismissed, the remainder of us, to our huts.

 

Dolmetscher Schuh:

Aber Gott hat mich an diesem Abend beschützt, und der Rest von uns wurde in unsere Hütten entlassen.

 

Zeuge Charles Coward:

We arrived in the huts and then the door was opened once again

 

Dolmetscher Schuh:

Wir sind in den Hütten angekommen, dann wurde die Tür nochmals aufgemacht.

 

Zeuge Charles Coward:

And we was told to go to – may I say what... Yes.

 

Verteidiger Göllner:

Darf ich noch mal unterbrechen? Ich habe eben mit meinem Kollegen Stolting gesprochen und habe doch etwas Bedenken, daß ich nicht dem Schwurgericht eine unrichtige Erklärung abgebe. Ich bitte die Sitzung fünf Minuten zu unterbrechen.

Ich habe die Urkunde des Herrn Landgerichtspräsidenten über die Vertretung noch nicht in Händen. Und mein Kollege Stolting meinte eben, eine Vertretung für den Nachmittag als amtlich bestellter Vertreter sei unzulässig. Ich möchte also nicht in die Gefahr laufen, eine unrichtige Erklärung abzugeben.

Ich habe gestern das Einverständnis auf einem Antrag des Rechtsanwalts Joschko für heute mittag als amtlich bestellter Vertreter unterzeichnet, habe aber diese Urkunde noch nicht in Händen. Ich bitte mir Gelegenheit zu geben, die Geschäftsstelle des Landgerichtspräsidenten anzurufen, damit ich feststellen kann, ob dem Antrag entsprochen worden ist oder nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Aber, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, ich wäre Ihnen sehr dankbar gewesen, wenn Sie das schon vor Beendigung der Mittagspause getan hätten.

 

Verteidiger Göllner:

Verzeihung.

 

Vorsitzender Richter:

Denn jetzt werden wir ja wieder aufgehalten. Da ist der Rechtsanwalt Gerhardt da, also bezüglich Baretzki ist eine Vertretung vorgesehen, aber nicht bezüglich Hantl.

 

– Schnitt –

 

Zeuge Charles Coward:

[+ We returned to] the huts, the inmates huts.

 

Dolmetscher Schuh:

Wir sind zurück nach den Hütten gegangen, den Häftlingshütten.

 

Zeuge Charles Coward:

The doors were opened once again. And they was allowed out to the wash place.

 

Dolmetscher Schuh:

Die Türen wurden wieder geöffnet, und man erlaubte ihnen, zu den Waschständen hinauszugehen.

 

Zeuge Charles Coward:

During this time I was shouting and asking for the name of the British doctor in order to make up my mind if it was true.

 

Dolmetscher Schuh:

Während dieser Zeit habe ich gerufen und habe nach dem Namen des englischen Arztes gefragt, um mich zu entscheiden, ob es wahr wäre.

 

Zeuge Charles Coward:

I would like to point out at this particular moment that this particular doctor was a ship's doctor and also of jewish origin.

 

Dolmetscher Schuh:

In dem Augenblick möchte ich darauf hinweisen, daß dieser besondere Arzt ein Schiffsarzt war und auch jüdischer Herkunft.

 

Vorsitzender Richter:

Ich glaube, daß das Schicksal dieses Schiffsarztes uns nicht so sehr jetzt hier zu beschäftigen hat. Ist das alles, was der Zeuge weiß über die Selektion?

 

Dolmetscher Schuh:

Well, I don't believe that this particular fate of this doctor has to concern us very much here. However, is this all that the witness knows about the selection?

 

Zeuge Charles Coward:

I will make it quick now.

 

Dolmetscher Schuh:

Ich werde es schnell machen jetzt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Charles Coward:

Next morning we formed up again and another lot was taken out.

 

Dolmetscher Schuh:

Und am nächsten Morgen wurde wieder eine Anzahl herausgenommen.

 

Zeuge Charles Coward:

And we were marched off, checked off and marched of to the work.

 

Dolmetscher Schuh:

Wir wurden zur Arbeit gebracht, wegmarschiert.

 

Zeuge Charles Coward:

And I went to the place in the IG Farben factory and met the chap who changed clothing with me.

 

Dolmetscher Schuh:

Und ich ging zurück zur Stelle in der IG Farben- Fabrik und traf den Burschen, mit dem ich die Kleider gewechselt hatte, und wechselte wieder die Kleider.

 

Zeuge Charles Coward:

And on many other occasions at Auschwitz station I saw the transports come in

 

Dolmetscher Schuh:

Zu vielen anderen Gelegenheiten in Auschwitz habe ich die Transporte ankommen sehen

 

Zeuge Charles Coward:

And a similar selection of the old and the young moved to one side. And I spoke with the guard, and he said this is what is happening, they will go to the gas chambers or crematorium and the others will be put to work.

 

Dolmetscher Schuh:

Und zu anderen Gelegenheiten habe ich gesehen, wie die Transporte angekommen sind und die Jungen und die Alten auf die eine und die andere Seite [+ gingen]. Ich habe mit einer Bewachung gesprochen. Und er hat mir gesagt, daß die nach den Gaskammern gingen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Weiß der Zeuge oder wissen Sie etwas davon, wer diese Selektionen durchgeführt hat, ob die Angeklagten bei diesen Selektionen beteiligt waren?

 

Dolmetscher Schuh:

Does the witness know who participated in those selections, whether any of the accused took part in those selections?

 

Zeuge Charles Coward:

As I have explained, the names do not mean a thing to me. But on one occasion I saw Eichmann with a lot of the high German officers there, because he was the one that started shouting to get these peoples away, if it meant that the young ones went also, the youngest people went also.

 

Dolmetscher Schuh:

Wie ich Ihnen schon erklärt haben, bedeuten mir Namen nichts. Aber zu einer Gelegenheit habe ich Eichmann dort gesehen mit vielen hohen deutschen Offizieren. Und er war auch der, der geschrien hat, daß sie diese Leute wegschaffen sollten, also die jungen Leute, die sehr jungen Leute auch.

 

Vorsitzender Richter:

Von den Angeklagten haben Sie bei den Selektionen niemand erlebt?

 

Dolmetscher Schuh:

You did not see any of the accused at those selections?

 

Zeuge Charles Coward:

No.

 

Dolmetscher Schuh:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein. Sind noch Fragen von seiten des Gerichts? Von seiten der Staatsanwaltschaft? Herr Raabe?

 

Nebenklagevertreter Raabe:

Keine Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Doktor Kaul.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich hätte eine Frage. Ist das, Herr Zeuge, das einzige Mal gewesen, daß Sie im Konzentrationslager Monowitz gewesen sind, diese eine Nacht?

 

Dolmetscher Schuh:

Mr. Witness, was that the only time you had been in the concentration camp Monowitz, that one night?

 

Zeuge Charles Coward:

Yes.

 

Dolmetscher Schuh:

Ja.

 

Nebenklagevertreter Kaul:

Ich danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Fragen mehr. Von seiten der Verteidigung? Keine Frage mehr. [...] Bezüglich der Beeidigung dieses Zeugen werden keine Anträge gestellt?

Der Zeuge ist zu beeidigen. Fragen Sie bitte den Zeugen, ob er bereit ist, das, was er gesagt hat, mit gutem Gewissen zu beschwören.

 

Dolmetscher Schuh:

The witness shall be sworn. Are you ready to swear to your testimony?

 

Zeuge Charles Coward:

I am.

 

Dolmetscher Schuh:

Das bin ich.

 

– Schnitt –

 

 

1. Vgl. Beweisantrag von Nebenklagevertreter Kaul vom 05.02.1965, Anlage 1 zum Protokoll der Hauptverhandlung vom 05.02.1965, 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 108.

 

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Letzte Änderung: 18. Juli 2013
 
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