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Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main

 

117. Verhandlungstag, 30.11.1964

 

Vernehmung des Zeugen Paul Bergmann

 

Vorsitzender Richter:

Auschwitz zunächst in welches Lager?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Im b-Lager, das war das Familienlager.

 

Vorsitzender Richter:

In Birkenau

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Birkenau im

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

In das Lager b, ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

B, ja, BIIb.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und hatte dieses Lager einen besonderen Namen noch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Es hieß Familienlager.

 

Vorsitzender Richter:

Familienlager.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Aber nur zwischen den Häftlingen.

 

Vorsitzender Richter:

Nur zwischen den Häftlingen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und welche Nummer hatten Sie damals, welche Gefangenennummer?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A, Serie A-1.480.

 

Vorsitzender Richter:

1.480.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Sagen Sie bitte, bei Ihrer Vernehmung in Prag haben Sie einmal gesagt, Sie seien mit einem Ca- Transport verschickt worden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja, das war ein Ca-Transport aus Prag nach Theresienstadt.

 

Vorsitzender Richter:

Und warum hieß dieser Transport Ca-Transport?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ich werde auf tschechisch antworten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja, bitte. - To byla série, pod kterou byly transporty z Prahy posílány. Nejdríve byla série od A až do Z, a když byla celá abeceda vycerpána, pak byla série AA, Ba, Ac a tak dále.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war eine Serienbezeichnung für die Transporte aus Prag nach Theresienstadt. Diese Bezeichnungen fingen bei A an bis Z. Und als das Alphabet aufgebraucht war, wurden dann nachher andere Bezeichnungen eingeführt. AA, Ba, Ac.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie kamen also in das Familienlager. Und wie alt waren Sie damals?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

14 Jahre, drei Monate.

 

Vorsitzender Richter:

14 Jahre und zwei Monate.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Drei.

 

Vorsitzender Richter:

Und drei Monate. Wie lange blieben Sie in dem Familienlager?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ungefähr sechs Wochen.

 

Vorsitzender Richter:

Sechs Wochen. Und kamen dann wohin?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ins d-Lager. Ins Männerlager d, BIId.

 

Vorsitzender Richter:

D.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Birkenau.

 

Vorsitzender Richter:

Auch in Birkenau.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und kamen da noch mehrere von Ihnen dorthin in das d-Lager, oder kamen Sie allein dorthin?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nein. - Já bych chtel celou tu záležitost podrobneji vyložit.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte diese Angelegenheit in Einzelheiten hier erklären.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Do takzvaného rodinného tábora v Osvetimi-Birkenau byly z Terezína pocí naje podzimem 1943 vyslány tri skupiny transportu.

 

Dolmetscher Benesch:

In das sogenannte Familienlager in Birkenau wurden, beginnend mit dem Herbst 43, aus Theresienstadt drei Gruppen von Transporten geschickt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

První skupina b yla vyslána v zárí 43, druhá skupina v prosinci 43 a tretí skupina, se kterou jsem prišel já, v kvetnu 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Die erste Gruppe wurde dorthin geschickt im September 43, die zweite Gruppe im Dezember 43 und die dritte Gruppe, mit der ich nach Birkenau kam, im Mai 44.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tento takzvaný rodinný tábor mel zvláštní statut, do urcité míry, nebo zvláštní postavení, protože zde vezni ze specifických duvodu mohli bydlet s celými rodinami.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses Familienlager hatte in einem gewissen Maße einen eigenen Status, eine eigene Stellung, weil hier Häftlinge aus spezifischen Gründen mit ihren Familien wohnen konnten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale tato specifická situace se nakonec ukázala osudnou nebo jenom taktickým tahem velitelství tábora, poprípade centrály v Berlíne, která to rídila.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese spezifische Situation wurde schicksalhaft beziehungsweise war als taktischer Zug der Lagerleitung oder der Zentrale, die in Berlin die Angelegenheit leitete, zu erkennen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Po šesti mesících takzvané karantény byli totiž všichni príslušníci takzvaného zárijového transportu bez výjimky posláni do plynu.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach sechs Monaten Quarantäne wurden nämlich alle Angehörigen der September-Transporte ohne Ausnahme in die Gaskammern geschickt.

 

Vorsitzender Richter:

Wann war das, bitte schön?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

8. brezna 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Am 8. März 44.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Když jsem já prišel do tábora v kvetnu 44, vládlo tam veliké rozcílení a napetí, protože druhá skupina transportu, takzvaný prosincový transport ocekával, že je po šestimesícní karanténe stihne tentýž osud.

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich im Mai 44 in das Lager kam, herrschte dort große Aufregung und Spannung, weil die zweite Gruppe, die sogenannten Dezember-Transporte, erwarteten, daß sie nach einem halben Jahr dasselbe Schicksal erwarte.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Protože ten takzvaný prosincový transport prišel 20. prosince 43 do Osvetimi-Birkenau, mel tím osudným dnem být 20. cerven 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil diese Transporte etwa am 20.12.43 in Birkenau angekommen waren, sollte dieser Schicksalstag der 20. Juni sein.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tento den byl ocekáván s velikým napetím a strachem.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser Tag wurde mit großer Spannung und großer Angst erwartet.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

20. nebo kolem 20. cervna však k nicemu podobnému nedošlo, ale zakrátko jsme se prece jenom dozvedeli, že takzvaný rodinný tábor má být likvidován.

 

Dolmetscher Benesch:

Um den 20. Juni geschah nichts in dieser Art. Aber einige Zeit später erfuhren wir dann, daß das Familienlager aufgelöst, liquidiert werden soll.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Co se s námi stane, jsme ovšem nevedeli, a prestože velitelství tábora nechalo rozhlásit, že se nám nic nestane, tak se všichni likvidace tábora velice obávali.

 

Dolmetscher Benesch:

Was mit uns geschehen sollte, wußten wir nicht. Weil aber die Lagerleitung erklären ließ, uns geschehe nichts, befürchteten wir alle diese Liquidation des Lagers.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Když jsem prišel z Terezína do Birkenau, do Osvetimi-Birkenau, nevedel jsem samozrejme, jako všichni ostatní, co se v Birkenau deje.

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich aus Theresienstadt nach Birkenau kam, wußte ich wie die anderen natürlich nicht, was in Birkenau eigentlich geschieht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale velice brzy jsme byli informováni ostatními vezni, jaký má charakter birkenauský tábor...

 

Dolmetscher Benesch:

Aber sehr bald erfuhren wir von anderen Häftlingen und wurden durch sie informiert, welchen Charakter dieses Birkenau-Lager hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A sami jsme se presvedcili na vlastní oci, protože jsme mohli z b-lágru videt, to bylo v cervnu 44, nescetné transporty madarských Židu, které tehdy masove do Birkenau pricházely, a to jsme velice jasne pres plot videli. A videli jsme selekce, a videli jsme také, že krematoria a tak dále jsou v plném chodu, takže jsme si nedelali žádné iluze. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Und selbst, mit eigenen Augen, haben wir uns davon überzeugt, weil wir vom b-Lager aus im Juni 44 über den Zaun sahen, wie große Transporte ungarischer Juden kamen. Wir sahen Selektionen, wir sahen die Krematorien in vollem Betrieb, und so gaben wir uns keinen Illusionen über das Lager hin.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No, ale abych se vrátil k tomu, kde jsem skoncil. Kolem 20. cervna tedy nedošlo k té ocekávané likvidaci prosincového transportu, ale koncem mesíce, údajne v souvislosti s prípravou likvidace celého tábora, bylo provedeno nekolik selekcí.

 

Dolmetscher Benesch:

Um den 20. Juni also geschah nichts im Zusammenhang mit der erwarteten Liquidation der Dezember-Transporte. Aber gegen [+ Ende] des Monats, wie man sagte, im Zusammenhang mit der Liquidierung des ganzen Lagers, kam es zu einigen Selektionen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Z veznu b-tábora bylo vybráno asi 1.500 mladých zdravých mužu a asi kolem 2.000 mladých zdravých žen, kterým bylo receno, že budou odesláni do pracovních táboru v ríši.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus dem b-Lager wurden etwa 1.500 junge gesunde Männer herausgesucht und etwa 2.000 junge gesunde Frauen, denen gesagt wurde, sie werden in Arbeitslager im Reich verbracht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tito vezni se sice obávali, že se jedná o taktický tah velitelství tábora, které chce nejdríve z rodinného tábora odstranit zdravé, mladé lidi, ale potom se skutecne ukázalo, k veliké radosti veznu samých, že tito lidé byli po odbavení v dezinfekcní stanici obleceni do vezenských šatu, naloženi do vagónu a odtransportováni.

 

Dolmetscher Benesch:

Zunächst befürchteten diese Leute wieder einen taktischen Zug der Lagerleitung, um vor der Auflösung des Familienlagers zuerst die Jungen und Gesunden zu beseitigen. Dann aber konnten sie zu ihrer Freude feststellen, daß diese Leute nach Durchgang durch die Desinfektionsstation Häftlingskleider erhielten, einwaggoniert und weggebracht wurden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bylo pocátkem cervence 1944.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war Anfang Juli 44. Juli 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Anfang, siebter.

 

Dolmetscher Benesch:

Siebter.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ostatní vezni, kterí zustali v tábore, a to byli predevším starší muži, starší ženy, deti, mladé matky s detmi, které se od detí nechtely odloucit, a také mládež, která však nebyla, treba z duvodu, že byla slabší, vybrána mezi ten transport, tak ti si nedelali žádné iluze o tom, jaký osud je nyní postihne.

 

Dolmetscher Benesch:

Im Lager verblieben ältere Männer, ältere Frauen, Kinder, ganz junge Mütter und junge Leute, die schwächer waren und darum nicht zur Arbeit kamen. Und diese machten sich keine Illusionen, welches Schicksal sie treffen wird.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Cekali jsme, že každý m dnem budeme podrobeni zvláštnímu, tedy »Sonderbehandlung«.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir erwarteten, daß wir täglich der »Sonderbehandlung« unterworfen werden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K naší velké radosti nebo k našemu velkému prekvapení však prišel po odeslání tech pracovních transportu ješte príkaz z velitelství tábora, vydaný samotným velitelem Schwarzhuberem, že má být z mladých hochu ve veku asi od 14 do 16 let sestavena skupina.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu unserer großen Freude oder großen Überraschung kam aber nach Abtransport der Arbeitsfähigen ein Befehl vom [Lagerführer] Schwarzhuber persönlich, daß aus den Jungen zwischen 14 und 16 Jahren eine Gruppe zu bilden sei.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tito vezni, tito hoši, tato mládež mela být prevedena do tábora d, kde mela být na nejakou dobu umístena, a potom odeslána do ríše jako ucni.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Jungen sollten in das d-Lager überführt werden, dort einige Zeit bleiben, und dann sollten sie in das Reich als Lehrlinge geschickt werden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Vezenské vedení tábora svolalo proto asi 500 mladých chlapcu mezi cirka 14 až 16 lety do dolní levé umývárny b-lágru a mezi temito asi 500 chlapci byla potom provedena selekce, výber, prosím.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Häftlingslagerleitung berief 500 Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren in den unteren linken Waschraum des b-Lagers. Und dort wurde eine Selektion, nein, eine Auswahl getroffen.

 

Vorsitzender Richter:

Des d- oder des b-Lagers?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

B.

 

Vorsitzender Richter:

Berta, ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Das war alles im b-Lager noch.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri této selekci bylo vybráno asi 80 nejsilnejších, nejzdravejších hochu, kterí vytvorili zvláštní skupinu.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Selektion wurden die 80 stärksten und gesündesten Jungen ausgesucht, die eine eigene Gruppe bildeten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri této selekci byl prítomen sám velitel tábora Birkenau Schwarzhuber.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Selektion war der [Lagerführer] des Lagers Birkenau, Schwarzhuber, persönlich anwesend.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Selekci provádel jednak doktor Mengele,

 

Dolmetscher Benesch:

Und die Selektion führte Doktor Mengele durch.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

S nímž jsem mel ješte pozdeji možnost se dobre seznámit, takže to bezpecne vím,

 

Dolmetscher Benesch:

Ich weiß es ganz sicher, weil ich später ja die Gelegenheit hatte, ihn sehr gut kennenzulernen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A ješte jeden SS-lékar. Kdo to byl, nevím, protože tento lékar pozdeji již v Birkenau nepracoval.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann noch ein anderer SS-Arzt. Wer er war, weiß ich nicht, weil dieser SS-Arzt später nicht mehr in Birkenau gearbeitet hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jestliže je vš ak mezi prítomnými obžalovanými, snad bych ho poznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Vielleicht werde ich ihn erkennen, wenn er unter den anwesenden Angeklagten sich befinden sollte.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, Sie sind dann mit dieser Gruppe von Jugendlichen in das Lager BIId, Dora, gekommen. Und in welchen Blocks waren Sie dort untergebracht? [...]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bitte. - Z b-lágru jsme byli asi po dvou dnech odvedeni do sauny, takzvané sauny, do dezinfekcní stanice a odtamtud do d-lágru, a umísteni na bloku 13, bloku Strafkommanda, který vedl blokový Bednarek.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwei Tage später wurden wir aus dem b-Lager in die sogenannte Sauna, die Desinfektionsstation, gebracht, von dort dann ins d-Lager auf Block 13 ins Strafkommando

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

13 oder 11?

 

Dolmetscher Benesch:

11 nebo 13?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

13. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

In das Strafkommando, dessen Blockältester Bednarek war.

 

Vorsitzender Richter:

Wie lange blieben Sie da?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Približne od pocátku cervence, tedy asi od 5. nebo 6. cervence, - pozdeji to urcite nebylo, terminus ad quem je tak 10. cervenec, ale bylo to rozhodne drív, tedy asi 5. nebo 6. - na tomto bloku jsem byl tedy asi tri mesíce.

 

Dolmetscher Benesch:

Anfang Juli 44, etwa 5. oder 6. Juli - der terminus ad quem ist der 10. Juli, aber es war sicher früher - kam ich in das d-Lager, und dort blieb ich etwa drei Monate.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To znamená prakticky ješte celé zárí, tak asi do pocátku ríjna 44.

 

Dolmetscher Benesch:

Den ganzen September also noch, etwa bis Anfang Oktober 44.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber blieb [er] nicht im d-Lager, sondern in Block 13.

 

Dolmetscher Benesch:

Vy jste byl v bloku 13.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Na bloku trestné skupiny

 

Dolmetscher Benesch:

Im Block der Strafgruppe.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

D-lágru, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Im d-Lager.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo kamen Sie dann hin?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mohl bych ješte pokracovat jiným zpusobem?

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich das anders fortsetzen?

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No, tedy já zodpovím nejdríve otázku. Potom jsem byl premísten s celou ostatní skupinou na blok 29, kde jsem byl asi až do listopad u, a zbytek, až do likvidace tábora, protože jsem byl v Birkenau- Osvetimi až do evakuace, na bloku 9.

 

Dolmetscher Benesch:

Dann kam ich auf Block 29, wo ich etwa den ganzen November blieb. Die übrige Zeit bis zur Liquidation des Lagers - ich bin bis zur Evakuation in Birkenau geblieben - war ich auf Block 9.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Upozornuji však na jedno, že nepatrné diference, které se vztahují k dobe, kdy jsem na kterém bloku bydlel, tady mohou být, ale myslím si, že nemají nejaký podstatný význam.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich mache darauf aufmerksam, daß natürlich kleine Differenzen hier auftreten können, wann ich auf welchem Block war. Aber ich glaube, daß sie grundsätzlich keine entscheidende Bedeutung haben.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Z toho bloku trestního komanda jsme byli prevedeni proto, že úkol nebo úmysl nebo plán, který byl se skupinou tech 80 chlapcu puvodne zamýšlen, nebyl realizován, a my jsme byli ponecháni svému osudu jako normální vezni v tábore BIId.

 

Dolmetscher Benesch:

In den Block der Strafkompanie kamen wir, weil der ursprüngliche Plan, das ursprüngliche Vorhaben, das die Gruppe von den Jungen betraf, nicht realisiert wurde und wir das normale Häftlingsschicksal im d-Lager zu erleiden hatten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Když jsem prišel na blok trestního komanda, [...] bylo nám krátce nato umožneno blok opustit, tedy vycházet do tábora.

 

Dolmetscher Benesch:

Einige Zeit nachdem wir in den Block des Strafkommandos kamen, wurde uns ermöglicht, den Block zu verlassen und ins Lager auch hinauszugehen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano. Pri té príležitosti jsem se seznámil s blokovým písarem bloku 16, polským politickým veznem Romanem Sadlowskim,

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Gelegenheit lernte ich den Blockschreiber von Block 16, den polnischen politischen Häftling Sadlowski, kennen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Kterého jsem zaujal,

Sprecher (nicht identifiziert):

Wie heißt der?

 

Vorsitzender Richter:

Sadlowski.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A který si me vy bral jako takzvaného »pípla«, to znamená pomocníka.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er holte mich als sogenannten

 

Zeuge Pavel Bergmann:

»Pípl«, pomocník.

 

Dolmetscher Benesch:

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tuto práci jsem u nej vykonával prakticky od poloviny cervence až do ríjna 44, kdy byl blok 16 jako takový v té puvodní podobe zrušen, on prestal být písarem a s ostatními polskými vezni, tedy s nekterými dalšími polskými politickými vezni byl odeslán z Osvetimi pryc.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Arbeit habe ich von Mitte Juli 44 bis Oktober 44 verrichtet, bis der Block 16 in dieser Form aufgelöst wurde, er auch sein Amt als Schreiber verlor und mit anderen polnischen politischen Häftlingen aus Auschwitz fortgeschickt wurde.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V dobe, kdy jsem byl na bloku trestního komanda, jsem každý den ráno po apelu odcházel do tábora na blok 16 a tam jsem byl až do vecerního [+ apelu]. Nejen ovšem písar, protože tím jsem se vlastne stal zamestnancem bloku 16, tak jsem sloužil i Blockältestemu, kterým byl nemecký kriminálník.

 

Dolmetscher Benesch:

Durch diese Funktion konnte ich mich frei im Lager bewegen und die Aufträge des Schreibers ausführen. Und da ich durch diese Art Anstellung eine Art Angestellter des Blockes 16 geworden war, hatte ich auch die Anweisungen des Blockältesten, eines deutschen Kriminellen, auszuführen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Z toho plyne, že jsem mel možnost se v této dobe velice dukladne seznámit s životem a pomery v tábore,

 

Dolmetscher Benesch:

So hatte ich die Möglichkeit, mich in dieser Zeit gründlich mit dem Leben und den Verhältnissen im Lager vertraut zu machen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ucinit si mnoho známostí a životu v tábore se svým zpusobem prizpusobit.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte die Möglichkeit, viele Bekanntschaften zu schließen und mich dem Lagerleben anzupassen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A to mi také umožnilo, že jsem se v tábore udržel až do jeho evakuace.

 

Dolmetscher Benesch:

Und so war es auch möglich, daß ich in dem Lager bis zu seiner Evakuierung bleiben konnte.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To tedy znamená po celou dobu, kdy jsem byl v Osvetimi veznen, zatímco ostatní chlapci z mé skupiny byli v této dobe již vetšinou vysláni do vnejších táboru Osvetimi, napríklad do Fürstengrube, na težkou telesnou práci a tam v naprosté vetšine zahynuli.

 

Dolmetscher Benesch:

Das erklärt auch, warum ich die ganze Zeit meiner Inhaftierung in dem Lager bleiben konnte, während die anderen Jungen meiner Gruppe nach und nach in die inneren Auschwitzer Lager, zum Beispiel in die Fürstengrube, zu schwerster körperlicher Arbeit abgeholt wurden, bei der sie dann gestorben sind.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

O živote v tábore zde nebudu nijak podrobneji vykládat, protože soud je jiste o tom již dukladne informován, ale chtel bych vypovídat o události, které jsem byl svedkem na bloku trestného komanda, a která je vlastne jádrem mé výpovedi proti obžalovanému Bednarkovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Über das d-Lager, über das Leben im d-Lager brauche ich hier ja weiter nichts zu erzählen. Darüber ist das Gericht informiert. Ich möchte aber über eine Begebenheit sprechen, deren Zeuge ich war und die den Kern meiner Aussage bilden soll, die sich auf dem Block des Strafkommandos zutrug und die den Angeklagten Bednarek angeht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tuto scénu si velice dobre pamatuji, protože prestože jsem byl již... mám mluvit pomaleji?

 

Dolmetscher Benesch:

Nemusíte

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Protože prestože jsem byl již prakticky dva roky internován, byla to vlastne první velice drastická, nejsilnejší scéna, kterou jsem behem svého veznení do té doby videl. Samozrejme, že pozdeji jsem videl mnohem horší veci.

 

Dolmetscher Benesch:

An diese Szene kann ich mich deswegen so genau erinnern, weil ich, obwohl ich praktisch schon zwei Jahre interniert war, hier die erste sehr drastische und überaus starke Szene erlebte, die ich bis dahin noch nicht gesehen hatte, später dann natürlich noch mehr.

 

Vorsitzender Richter:

Moment, was haben Sie eben übersetzt? »Obwohl ich schon über zwei Jahre interniert war«

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Fast zwei Jahre.

 

Vorsitzender Richter:

Fast zwei. Also Sie meinen damit, die Zeit außerhalb Auschwitz eingerechnet?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja, ja. - V Terezíne jsem samozrejme také videl, jak esesáci velice hrube zacházejí s židovskými vezni, treba se starými lidmi a tak dále, ale tato scéna, o které budu hovorit, má zcela jiný charakter, charakter typický pro skutecné koncentracní tábory.

 

Dolmetscher Benesch:

Zwar war es in Theresienstadt auch üblich, daß SS-Männer sehr grob mit Häftlingen, mit jüdischen Häftlingen, umgingen. Aber diese Szene, über die ich hier auszusagen habe, hat einen völlig anderen Charakter, nämlich den Charakter des Konzentrationslagers.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Typický pro konc entracní [+ tábory].

 

Dolmetscher Benesch:

Typisch für Konzentrationslager.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bylo to asi koncem srpna 1944. Po vecerním apelu byli na blok trestního komanda privedeni dva mladí polští politictí vezni.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war etwa Ende August 44. Nach dem Abendappell wurden auf den Block des Strafkommandos zwei junge polnische politische Häftlinge gebracht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Proc sem byli privedeni, mi není známo, ale pravdepodobne nejakým zpusobem porušili vezenskou kázen, respektive domnívali jsme se, že urazili prímo bud nekterého clena táborového vezenského vedení, nebo dokonce nekterého z clenu dozoru.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus welchem Grunde sie dorthin gebracht wurden, weiß ich nicht. Wahrscheinlich haben sie sich gegen die Lagerordnung in irgendeiner Weise vergangen. Ob es nun gegen die Häftlingslagerleitung oder gegen einen der Aufseher, der SS-Aufseher, war, weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und es steht fest, daß es zwei polnische Häftlinge waren?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, to je jisté.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das ist sicher.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja. - Chtel jsem ríci, to je velice duležité, že se pravdepodobne nekoho prímo svým chováním dotkli, urazili ho, což ovšem nebyl žádný problém, pochopitelne.

 

Dolmetscher Benesch:

Wahrscheinlich haben sie durch ihr Verhalten irgend jemanden direkt beleidigt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jakmile byli tito dva vezni do bloku privedeni, byli odvedeni pomocníky blokové ho Bednarka do koupelny bloku, která byla na dvore.

 

Dolmetscher Benesch:

Sowie die beiden Häftlinge in den Block gebracht wurden, wurden sie von Helfern des Blockältesten Bednarek in den Waschraum des Blocks, der sich auf dem Hof befand, gebracht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Hned nato se tam dostavil Bednarek sám.

 

Dolmetscher Benesch:

Gleich darauf ging Bednarek selbst dorthin.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ozbrojili se holemi a vezne zacali v koupelne velice mlátit.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie bewaffneten sich mit Stöcken und begannen, in dem Waschraum die Häftlinge schrecklich zu prügeln.

 

Vorsitzender Richter:

Wer war bei dem Bednarek noch dabei?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo byl ješte prítomný u Bednarka?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bohužel nemohu

 

Dolmetscher Benesch:

Das kann ich leider nicht

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nemohu udat.

 

Dolmetscher Benesch:

Angeben.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele? Wie viele waren bei dem Bednarek?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ungefähr drei Leute noch.

 

Vorsitzender Richter:

Noch.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Neben Bednarek. - To bití v koupelne trvalo asi 10 minut, vezni pri tom strašne kriceli a prosili, Bednarek jim samozrejme se svými pomocníky velice hrube nadával. My ostatní vezni jsme byli vyhnáni ze dvora a museli jsme do bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieses Schlagen dauerte etwa zehn Minuten

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V té koupelne.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesem Waschraum. Wir hörten die Geschlagenen schrecklich schreien und bitten. Wir hörten, daß Bednarek und seine Helfer diese grob beschimpften. Und dann mußten wir Häftlinge den Hof verlassen und in den Block hineingehen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Protože všichni vezni, zejména starší, Strafkommanda chteli vedet, oc vlastne beží, jeden z nich mne prímo rekl: »Podívej se Pavle, koupelna není zavrená, bež se tam ješte s jedním jakoby umýt a podívej se, co se tam vlastne deje.«

 

Dolmetscher Benesch:

Weil alle Häftlinge, und vor allem die älteren, die schon länger dem Strafkommando angehörten, wissen wollten, worum es sich handle, sagte einer zu mir: »Paul, schau mal schnell in den Waschraum hinein. Geh doch mit einem dorthin, als wenn du dich waschen wolltest, und erzähle mir, was dort geschieht.«

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Koupelna totiž mela nekolik místností, a samozrejme, že jsme šli do jiné místnosti, než do té, kde ta akce byla provádena.

 

Dolmetscher Benesch:

Dieser Waschraum hatte natürlich mehrere Räume. Und wir gingen in einen anderen Raum, nicht in den Raum, wo diese Aktion durchgeführt wurde.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zajímavé ovšem je, že koupelna byla otevrená, a i dvere do té místnosti, kde se ta exekuce konala, byly otevreny.

 

Dolmetscher Benesch:

Beachtenswert ist, daß das Waschhaus wohl offen war und auch die Tür zu dem Raum geöffnet war, wo diese Exekution stattfand.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

My jsme videli, jak ty dva vezne bijí h olemi, jak do nich kopou, jak je honí po té koupelne, a práve ve chvíli, kdy jsme v koupelne byli, vyhnali oba trestané na dvur bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir sahen dort, wie die zwei Häftlinge geschlagen wurden mit Stöcken, getreten und durch diesen Raum dann gejagt wurden. Und als wir noch im Waschhaus waren, sahen wir, wie die beiden Gestraften auf den Blockhof hinausgejagt wurden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Na dvore je bili dál, honili je po dvore... byla to pro nás strašná a velice drastická scéna a musím dodat, že zejména Bednarek jednak celou akci rídil, a jednak si pocínal velice surove, jak bych dnes rekl, sadisticky.

 

Dolmetscher Benesch:

Auf dem Hof wurden diese beiden weiter geschlagen und herumgejagt. Es war für uns eine schreckliche und drastische Szene. Und ich muß sagen, daß Bednarek diese Sache geleitet hat und sehr roh sich beteiligte. Heute würde ich sagen, es war sadistisch.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mlátili je tak dlouho, dokud vezni, kterí byli samozrejme už strašne potlucení a zakrvácení, nepadli v bezvedomí na zem.

 

Dolmetscher Benesch:

Er prügelte sie so lange, bis diese Häftlinge, die da natürlich schon sehr viel geschlagen worden waren und voll Blut waren, bewußtlos zur Erde fielen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tím to celé skoncilo.

 

Dolmetscher Benesch:

Damit war es zu Ende.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Alespon v tomto smyslu. Bednarek dal potom rozkaz svým pomocníkum, aby byli oba neštastníci hozeni do koupelny, a vydal prísný rozkaz, že jim nikdo z veznu, a vubec nikdo nesmí nijak pomoci, a že tam musí ležet, že tam proste musí být ponecháni tak, jak jsou.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek gab seinen Helfern den Befehl, die beiden in das Waschhaus zu werfen, und gab den strengsten Befehl, daß keiner der Häftlinge diesen beiden helfen dürfe.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Teprve ráno pred apelem jim smela být poskytnuta pomoc.

 

Dolmetscher Benesch:

Erst vor dem Morgenappell durfte ihnen Hilfe geleistet werden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A v té dobe byl už jeden z nich mrtvý.

 

Dolmetscher Benesch:

Und in dieser Zeit war einer von den beiden tot.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To vím naprosto bezpecne, a vím také, že celá záležitost byla mezi vezni tábora velice nepríznive komentována.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich absolut sicher. Und ich weiß auch, daß diese ganze Angelegenheit unter den Häftlingen des Lagers sehr ungünstig kommentiert wurde.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Sám písar Sadlowski, u kterého jsem pracoval, se me na to podrobne vyptával.

 

Dolmetscher Benesch:

Selbst der Schreiber Sadlowski, bei dem ich arbeitete, fragte mich genau nach den Einzelheiten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, a prítomný byl také blokový bloku 16, který se pri této príležitosti o Bednarkovi vyjádril, že je stará svine.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei diesem Gespräch war auch der Blockälteste von Block 16 anwesend, der sich über Bednarek in der Weise ausdrückte: Bednarek sei eine alte Sau.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu chci ješte dodat jenom to, že prestože ten blokový bloku 16 byl nemecký kriminální zlocinec, tak jak jsem se presvedcil, se choval k veznum mnohem lépe než napríklad Bednarek, a mne osobne v pozdejší dobe prímo zachránil život.

 

Dolmetscher Benesch:

Und obwohl dieser Blockälteste von Block 16 ein deutscher Krimineller war, konnte ich feststellen, daß er sich zu den Häftlingen wesentlich anständiger betrug als zum Beispiel Bednarek. Er hat mir selber später auch das Leben gerettet.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

O tom ovšem, jestli si to soud nepreje, zde nebudu hovorit, protože to už je jiná historie.

 

Dolmetscher Benesch:

Wenn es nicht gewünscht wird, brauche ich ja darüber hier nicht weiter zu reden, weil es eine andere Geschichte ist.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Kdyby si ovšem soud prál i toto slyšet, tak bych to byl ochoten reprodukovat.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen zunächst einmal bei dieser Gelegenheit stehenbleiben. Herr Zeuge, wann hatten Sie den Bednarek kennengelernt?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bednarka jsem samozrejme poznal ihned po príchodu na blok.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek habe ich kennengelernt selbstverständlich sofort, nachdem ich auf diesen Block gekommen war.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Blok trestního komanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Des Strafkommandos gekommen war.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mohu uvést jenom zajímavý, psychologicky zajímavý moment, protože samozrejme jednak jako blokový tam hrál hlavní roli a nás prejímal, a jednak me zaujal proto, že byl nápadne podobný jednomu z mých strýcu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann etwas noch hinzufügen: daß er als Blockältester uns übernommen hat, er die Hauptrolle dort spielte, und mich erinnerte er an einen meiner Onkel.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Proto me zaujal.

 

Dolmetscher Benesch:

Deswegen habe ich den Menschen also kennengelernt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nicht deswegen kennengelernt, - ale zaujal.

 

Vorsitzender Richter:

Im Gedächtnis.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, im Gedächtnis.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nicht nur im Gedächtnis. Aber meine - pozornost vzbudil.

 

Dolmetscher Benesch:

Er erweckte dadurch meine besondere Aufmerksamkeit.

 

Vorsitzender Richter:

Aufmerksamkeit. Wie hat er denn diese Gruppe von polnischen Jugendlichen behandelt, oder tschechischen Jugendlichen, die da herübergekommen sind? Sie sagten doch vorhin, es sei eine Gruppe abgesondert worden, etwa 80 junge Menschen, die in das Lager da gekommen sind. Wie hat er die denn behandelt im allgemeinen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu musím ríci to, že zpocátku, když jsme na blok prišli, se k nám choval velice slušne, nebo slušne, ne velice, ale slušne, že príslušníkum této skupiny, což nebylo zvykem na bloku Strafkommanda, umožnil již druhý den volný pohyb po tábore, což vedlo k tomu, že se o nás ostatní vezni d-tábora mohli starat, poskytli nám napríklad oblecení a tak dále.

 

Dolmetscher Benesch:

Dazu muß ich sagen, daß er sich zunächst anständig betragen hat

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

K nám.

 

Dolmetscher Benesch:

Zu dieser Gruppe, zu uns. Er ermöglichte auch, was im Strafkommando nicht üblich war, daß wir uns sehr bald frei im Lager bewegen konnten und andere Häftlinge sich unserer annehmen konnten, uns Kleider besorgen [+ konnten] zum Beispiel.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A tak dále.

 

Dolmetscher Benesch:

Und so weiter.

 

Vorsitzender Richter:

Also die Gruppe junger Leute hatte an sich nicht unter ihm zu leiden?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Nein.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ovšem po nejakém case bylo volné vycházení do tábora zapovezeno. A do tábora smeli vycházet jedine ti, kterí jako napríklad já, jednalo se asi o celkem pet chlapcu, nejakým zpusobem v tábore pracovali.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach einiger Zeit wurde dieser freie Ausgang ins Lager allerdings verboten. Hinausgehen durften nur noch diejenigen - es waren etwa fünf Jungen -, die, wie zum Beispiel ich, im Lager arbeiteten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ostatní mohli do tábora jenom naprosto vyjímecne, pozdeji.

 

Dolmetscher Benesch:

Die übrigen konnten nur noch in Ausnahmefällen ins Lager gehen später.

 

Vorsitzender Richter:

Und haben Sie am nächsten Morgen nach dieser Prügelei selbst festgestellt, daß da einer dieser beiden Gefangenen tot war?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, nejenom já, ale i další, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, nicht nur ich, auch andere.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber Sie auch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, já speciálne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, ich persönlich.

 

Richter Perseke:

Was ist aus dem zweiten geworden?

 

Vorsitzender Richter:

Und was ist aus dem zweiten geworden, der nicht gestorben war?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bohužel nemohu udat. Bezprostredne nezemrel, jestli nadále zustal ve Strafkommandu nevím, ale je to pravdepodobné. Jaký byl jeho další osud, to bohužel nevím. Vím ovšem jenom to, že se o nej pochopitelne starali další vezni Strafkommanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Das weiß ich leider nicht. Unmittelbar ist er nicht gestorben. Und ich weiß nicht, ob er später, was wahrscheinlich ist, in der Strafkompanie blieb. Ich weiß aber, daß sich Häftlinge des Strafkommandos um ihn gekümmert haben.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie selbst einmal von Bednarek Schläge bekommen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Prímo od nej ne, ale jednou dal príkaz, abych byl potrestán, ovšem nepovažuji to za nejak podstatné.

 

Dolmetscher Benesch:

Er hat mich selbst nie geschlagen. Aber er hat einmal den Befehl gegeben, ich soll bestraft werden. Ich betrachte das aber nicht als sehr wichtig.

 

Vorsitzender Richter:

Und zwar warum?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nechal mne vyplatit pet ran holí za to, že jsem údajne nemel porádne ustlanou postel.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil ich angeblich das Bett nicht ordentlich gemacht hatte, ließ er mir fünf Schläge mit dem Stock verabreichen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mel jsem ovšem dojem, a neje nom já, nýbrž i ti ostatní, že me príliš nemá v lásce, práve proto, že jsem »píplem« na bloku 16.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hatte allerdings und auch andere hatten diesen Eindruck, daß er mich nicht besonders liebt, weil ich eben »Pipel« auf Block 16 war.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Protože s jeho blokovým ani [+ s] písarem nebyl v príliš dobrých stycích.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war mit diesem Blockschreiber und dem Blockältesten in keinem guten Kontakt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wir wollen jetzt in eine Pause eintreten. Ich bitte den Herrn Zeugen, sich in das Zeugenzimmer zu begeben und während dieser Pause mit niemandem sonst zu sprechen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bitte schön.

 

Vorsitzender Richter:

Moment. Augenblick. Es wird hier angeregt, wir sollten erst vor der Pause eine Gegenüberstellung stattfinden lassen. Ich bitte also die Angeklagten, noch einmal alle vorzutreten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mám ješte otázku na soud, na pana predsedu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe eine Frage an den Herrn Vorsitzenden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, bitte schön.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pane rediteli, pri té konfrontaci mohu oznacit všechny, které znám?

 

Dolmetscher Benesch:

Darf ich bei dieser Konfrontation alle bezeichnen, die ich kenne?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

I ty, o kterých jsem v protokolu nevypovídal?

 

Dolmetscher Benesch:

Auch die, über die ich in meinem Protokoll nicht ausgesagt habe?

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Bitte schön.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Danke. [Pause] [unverständlich]

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Bednarek.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Kaduk.

 

Dolmetscher Benesch:

Das ist Herr Kaduk. [Pause]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

[Pause] Tohoto pána zdá se také znám.

 

Dolmetscher Benesch:

Diesen Herrn kenne ich auch. [Pause]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Myslím, že toho taky.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich glaube, auch diesen Herrn.1

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To myslím, že jsou všichni.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, das ist alles.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale prosil bych, kdybych mel ješte možnost si pozdeji obžalované prohlédnout, jestli to je možné.

 

Dolmetscher Benesch:

Ist es später noch einmal [+ möglich], sich die Angeklagten anzusehen?

 

Vorsitzender Richter:

Später?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nebo prosím Vás, tak ješte

 

Dolmetscher Benesch:

Dann schaue ich noch einmal durch, bitte. [Pause]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne, dekuji.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein, danke.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht mehr. Dann bitte [+ ich] die Angeklagten, wieder Platz zu nehmen. Wir treten in eine Pause ein bis um halb elf.

 

- Schnitt -

 

Vorsitzender Richter:

auch erlebt, wie das sogenannte Zigeunerlager liquidiert worden ist?

 

Dolmetscher Benesch:

Chcete pokracovat?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Musím ovšem dodat jednu vec, ž e likvidace cikánského tábora, to jsem byl již na trestním bloku, tedy [+ na] bloku trestního komanda, byla provádena v noci, a že jsem tedy samozrejme nemohl videt ty události, které tam pri té likvidaci probíhaly.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich muß allerdings hinzufügen, daß die Liquidation des Zigeunerlagers stattfand zu der Zeit, als ich schon auf dem Block des Strafkommandos war. Diese Liquidation wurde nachts durchgeführt, und so konnte ich diese Ereignisse nicht sehen, die dort stattfanden.

 

Vorsitzender Richter:

In welchem Lager waren denn die Zigeuner untergebracht?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To byl takzvaný cikánský lágr, tábor BIIe.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war das sogenannte Zigeunerlager, das Lager BIIe.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A velice dobre si pamatuji na tu noc, protože likvidace toho tábora zacala asi tak mezi devátou, desátou hodinou. Že se neco chystá, jsme všichni vedeli, a já jsem ležel, vedle me na kavalci leželi vezni polské národnosti, já jsem do té doby polsky neumel ani nerozumel, a všichni ocekávali, až prijedou auta, která mela ty obeti odvézt.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann mich aber gut an diese Nacht erinnern. Es fing so etwa zwischen der neunten und zehnten Stunde an. Daß sich etwas vorbereitete, das wußten wir. Neben mir lagen polnische Häftlinge. Ich konnte zu der Zeit nicht Polnisch sprechen, aber wir warteten darauf, daß die Autos kommen, die die Opfer wegbringen sollten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A ti polští vezni, když [auta prijela], zacali ríkat, že samochody, to je polsky auto, jdou. Samochody, to bylo vlastne první slovo, no jedno z prvních polských slov, které jsem [+ se naucil].

 

Dolmetscher Benesch:

Und als diese Autos kamen, sagten die polnischen Häftlinge, die samochody - das ist das erste polnische Wort, das ich gelernt habe, für Automobil -, sie kämen also nun an.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Samozrejme, že polsky jako Cech rozumím, pochopitelne.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist begreiflich und klar, daß ich etwas Polnisch als Tscheche natürlich verstehe. [...]

Vorsitzender Richter:

Wann war denn das ungefähr?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bylo koncem cervence, tedy v noci na prvního srpna.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war Ende Juli. Es war in der Nacht zum 1. August.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sie haben selbst diesen Abtransport der Zigeuner nicht erlebt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie sonst etwas erlebt, was mit diesem Zigeunerlager zu tun hatte?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Chtel bych dodat, že ta likvidace cikánského tábora byla záležitostí, o které se velice mluvilo, a já, protože jsem byl tím pomocníkem písare na bloku 16, jsem mnoho podrobností od nich slyšel, ale o tech hovorit nechci. Chtel bych jenom hovorit o malé epizode, která má urcitý vztah k likvidaci cikánského tábora, a ta se vztahuje k bloku Strafkommanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Über die Liquidation des Zigeunerlagers ist seinerzeit viel gesprochen worden. Und ich selbst habe sehr viel davon gehört, weil ich als Helfer des Schreibers auf Block 16 einiges erfahren habe. Darüber will ich aber hier nicht sprechen. Ich will über eine kleine Episode sprechen, die anläßlich der Liquidation des Zigeunerlagers etwas zu tun hat mit dem Block des Strafkommandos.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Krátce po likvidaci cikánského tábora, asi v prvním týdnu mesíce srpna, byli na blok Strafkommanda privedeni ctyri vezni cikánského puvodu.

 

Dolmetscher Benesch:

Kurz nach der Liquidation des Zigeunerlagers, also in der ersten Augustwoche, wurden auf den Block des Strafkommandos vier Häftlinge gebracht, von Herkunft Zigeuner.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V dobe likvidace tábora nebyli v e-lágru, a proto nebyli s ostatními likvidováni.

 

Dolmetscher Benesch:

Während das Lager liquidiert wurde, waren sie nicht im e-Lager. Und deswegen wurden sie nicht mit den anderen liquidiert.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri známé duslednosti velitelství tábora a vubec celého systému v techto otázkách se všeobecne ocekávalo, že budou likvidováni dodatecne.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei der bekannten Gründlichkeit der Lagerleitung und des ganzen Systems in diesen Fragen wurde allgemein erwartet, daß sie zusätzlich liquidiert werden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Oni to také tušili, a velice se toho obávali.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie ahnten das auch und hatten sehr große Angst davor.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jak se již cikáni chovají, tak svuj strach projevovali v tom, že velice prosili všechny možné takzvané pány, protože oni také za pána považovali kdekoho, mezi jiným také pochopitelne toho nejvlivnejšího, totiž vedoucího bloku, aby jim pomohl.

 

Dolmetscher Benesch:

In der Art der Zigeuner haben sie sehr gebettelt [+ bei] allen möglichen Herren. Und sie haben ja alle möglichen Leute als Herren betrachtet, begreiflicherweise in erster Linie den Blockleiter

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bednarek.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek. Er soll ihnen helfen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Dokonce jsem sám byl svedkem toho, jak lezli pred ním po zemi a prosili ho na kolenou, aby jim pomohl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war selbst Zeuge, wie sie vor ihm auf den Knien krochen und ihn baten, ihnen zu helfen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

[...] Ze zacátku se k nim choval nevšímave, ale když ho, jak on ríkal, obtežovali delší dobu, tak jednoho z nich dokonce velice surove uderil.

 

Dolmetscher Benesch:

Zunächst einmal nahm er keine Kenntnis von ihnen. Als sie ihn aber, wie er sagte, längere Zeit belästigten, hat er auch einen von ihnen sehr roh geschlagen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano. Aby mel od nich pokoj.

 

Dolmetscher Benesch:

Damit er vor ihnen Ruhe habe.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri té príležitosti se ten dotycný zranil o komín bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Und bei dieser Gelegenheit hat dieser Betroffene eine Verletzung am Lagerkamin davongetragen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Chtel bych jenom dodat to, že ti neštastní cikáni byli krátce nato skutecne odvedeni do krematoria a likvidováni.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich möchte hinzufügen, daß nach einiger Zeit diese unglücklichen Zigeuner auch tatsächlich in das Krematorium verbracht und liquidiert wurden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To vím naprosto bezpecne, protože jsme se to pozdeji dozvedeli od veznu Sonderkommanda.

 

Dolmetscher Benesch:

Und das weiß ich absolut sicher, weil wir das von den Häftlingen des »Sonderkommandos« erfahren haben.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tuto scénu samu o sobe nepovažuji v rámci toho všeho za príliš významnou, totiž chování Bednarka k nim, ale ilustruje to skutecnost, že prestože se napríklad k té skupine mladých ceských hochu choval relativne slušne, tak jinak byl, tedy svým zpusobem, prísným blokovým.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Episode des Verhaltens von Bednarek halte ich nicht für so wichtig. [+ Auch wenn] er sich gegenüber der Gruppe der jungen Tschechen verhältnismäßig anständig benommen hatte, hatte er ansonsten den Ruf eines brutalen Blockältesten.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben vorhin bei der Gegenüberstellung noch auf drei weitere Angeklagte gedeutet, außer Bednarek. Was wissen Sie von denen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Predevším tedy jsem poznal bezpecne pana Kaduka... nevím, jakým zpusobem se oznacují obžalovaní, jestli »pan«.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ganz sicher Herrn Kaduk kennengelernt. Ich weiß nicht, in welcher Art die Angeklagten bezeichnet werden, ob [+ als] Herren oder ähnlich.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Und wo haben Sie Kaduk kennengelernt?

 

Dolmetscher Benesch:

A kde jste poznal Kaduka?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Kaduka jsem ovšem poznal až v koncentracním tábore v Mauthausenu, kam jsem byl odtransportován po evakuaci tábora v Osvetimi.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduk lernte ich allerdings erst im Konzentrationslager Mauthausen kennen, wohin ich nach der Evakuation von Auschwitz verbracht wurde.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mám o tom vypovídat?

 

Dolmetscher Benesch:

Soll ich darüber aussagen?

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wenn Sie uns ganz kurz sagen wollten: Haben Sie in Mauthausen festgestellt, wie Kaduk dort sich den Häftlingen gegenüber betragen hat und ob er in Mauthausen Menschen getötet hat?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, o tom mohu vypovídat velice podrobne, a také chci.

 

Dolmetscher Benesch:

Darüber kann ich sehr genaue Angaben machen und will es auch.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To je totiž podstatná cást mého svedectví.

 

Dolmetscher Benesch:

Das scheint mir ein wichtiger Teil meiner Zeugenaussage zu sein.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also an und für sich ist die Anklage hier nur wegen solcher Taten erhoben, die sich auf Auschwitz beziehen. Aber zur Erläuterung der Persönlichkeit der einzelnen Angeklagten wäre für uns von Bedeutung, zu wissen, ob Kaduk in Mauthausen Menschen getötet hat und ob Sie etwas davon selbst gesehen haben.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, to jsem videl, a musím ríci, že ciny, které spáchal Kaduk v Mauthausenu, jsou záležitostí samou o sobe [+ jak] z hlediska soudu, tak pro osvetlení jeho osoby. Jeho chování v Mauthausenu je velice významné proto, že jeho zlociny v Mauthausenu se odehrály v dobe, kdy se již naprostá vetšina ostatních esesmanu chovala pasivne, a nekterí se dokonce snažili získat alibi, protože to bylo tesne pred koncem Druhé sve tové války.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, das habe ich gesehen. Und die Taten Kaduks in Mauthausen, über die ich hier aussagen möchte, scheinen mir sehr wichtig zu sein. Denn in einer Zeit, als die absolute Mehrheit der SS-Männer sich passiv verhielt oder gar ein Alibi suchte, verübte Kaduk seine Verbrechen in Mauthausen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A to pro osvetlení jeho osoby je myslím velice duležité.

 

Dolmetscher Benesch:

Zur Durchleuchtung seiner Person halte ich das für wichtig.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Do Mauthausenu jsem prišel po likvidaci tábora v Osvetimi, asi tak 25. ledna 1945.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach Mauthausen kam ich nach der Liquidierung des Lagers Auschwitz, etwa um den 25. Januar 45.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Evakuace samotná byla záležitostí príšernou, naprostá vetšina veznu z mého transportu zahynula na útrapy tohoto transportu, a také byla prímo pri pochodech zastrelena.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Evakuation war eine furchtbare Angelegenheit. Die große Mehrheit meiner Mithäftlinge kam durch die Entbehrungen dieser Evakuation ums Leben, oder sie wurde direkt erschossen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

O tom ošem podrobne vykládat nechci, ale uvádím to jenom proto, abych ozrejmil, v jakém stavu jsem do Mauthausenu prišel.

 

Dolmetscher Benesch:

Darüber möchte ich nicht in Einzelheiten gehen. Aber ich führe es deswegen an, um klarzumachen, in welchem Zustand ich nach Mauthausen kam.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Když jsme byli privezeni do Mauthausenu a na nádraží v Mauthausenu vyloženi z vagónu, byli nekterí vezni ješte v mnohem horším stavu než já, ale já jsem tou takzvanou povestnou cestou, která z Mauthausenu-mesta vedla do tábora, prakticky nemohl jít, a jen tak tak jsem unikl zastrelení. Na této ceste rada veznu totiž zastrelena ješte byla.

 

Dolmetscher Benesch:

Als wir auf dem Bahnhof Mauthausen ankamen und auswaggoniert wurden, waren zwar viele Häftlinge im schlimmeren Zustand als ich. Aber ich selbst konnte auch den sogenannten sagenhaften Weg vom Bahnhof Mauthausen ins Lager nicht gehen, sondern...

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Sehr schlecht.

 

Dolmetscher Benesch:

Wurde geschleppt oder konnte sehr schlecht gehen. Auf diesem Weg ist ja auch eine große Zahl von Häftlingen erschossen worden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Já jsem jenom náhodou unikl tomuto osudu.

 

Dolmetscher Benesch:

Und wie durch Zufall kam ich um dieses Schicksal herum.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Naštestí, po príchodu do hlavního mauthausenského tábora, kde bylo velké množství ceských politických veznu, se me tito svým zpusobem ujali, v podmínkách tábo ra v Mauthausenu, a tak mne vlastne byl zachránen život.

 

Dolmetscher Benesch:

Zum Glück kam ich in das Hauptlager nach Mauthausen, in dem sich eine große Anzahl tschechischer politischer Häftlinge befand, die sich in ihrer Art meiner angenommen haben. Und so ist mir das Leben gerettet worden.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es richtig, daß Kaduk dort in einem Zeltlager sich bewegte und dort die Aufsicht führte?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu chci práve nyní prikrocit. V druhé polovine brezna 1945 byl v koncentracním tábore Mauthausen vydán rozkaz, že všichni vezni židovského puvodu, kterí v tábore jsou, a i kterí do tábora pricházejí, mají být soustredeni v takzvaném Zeltlagru, který byl na úbocí kopce, na kterém se nalézal hlavní mauthausenský tábor.

 

Dolmetscher Benesch:

Dazu will ich gerade aussagen. In der zweiten Märzhälfte 45 wurde im Konzentrationslager Mauthausen der Befehl herausgegeben, daß alle jüdischen Häftlinge, die sich im Lager befinden oder ins Lager kommen, zusammengefaßt werden sollen in einem Zeltlager am Fuße des Berges, auf dem sich das Hauptlager befand.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tato akce soustredení židovských veznu do toho Zeltlagru byla pravdepodobne soucástí plánu na likvidaci všech veznu, která pochopitelne ovšem mela zacít vezni židov skými.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Konzentration der jüdischen Häftlinge in dem Zeltlager war sicher ein Teil des Planes der Liquidation aller Häftlinge, die beginnen sollte natürlich mit der Beseitigung der jüdischen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pokud se týce stanového tábora samotného, již jeho charakter sám o sobe byl soucástí prímé fyzické likvidace techto veznu

 

Dolmetscher Benesch:

Das Zeltlager selbst war ein Teil der physischen Liquidation der Häftlinge.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Protože tam by ly takové pomery, které prímo k této likvidaci vedly.

 

Dolmetscher Benesch:

Dort waren solche Verhältnisse, die direkt zu einer solchen Liquidation führten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nejednalo se totiž o rádný normální tábor s organizací, která v ostatních táborech byla zvykem, ale o jakési nouzové zarízení.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war kein normales Lager mit einer Organisation, wie sie in den anderen Lagern anzutreffen war, sondern eine Noteinrichtung.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Vlastne se jednalo o radu sta nu, které svého casu zakoupila správa tábora od jistého vídenského cirkusu. Tyto stany byly postaveny na louce. Kolem techto stanu byl potom postaven plot z ostnatého drátu, s budkami, tedy s hlídkovými budkami.

 

Dolmetscher Benesch:

Es handelte sich um Zirkuszelte eines Wiener Zirkus, die die Lagerleitung eingekauft hatte. Die wurden auf einer Wiese aufgestellt, das Ganze von einem Stacheldrahtzaun umgeben und mit Wachhäuschen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, wir wollen aber jetzt nicht die ganzen Verhältnisse von Mauthausen hier aufklären, sondern uns interessiert nur, von Ihnen zu wissen, inwieweit Sie gesehen haben, daß Kaduk dort Menschen getötet hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To totiž souvisí. Pomery v tomto tábore souvisí velice úzce s vlastními ciny Kaduka, jinak by to nebylo pro soud pochopitelné. Jenom z toho duvodu lícím tyto okolnosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Die Verhältnisse in diesem Lager hängen eng mit den Taten Kaduks zusammen. Und aus diesem Grunde schildere ich das, weil ansonsten die Handlungsweise Kaduks nicht verständlich wäre.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V tomto tábore neexistovalo nejelementárnejší hygienické ani jiné zarízení, žádná normální organizace jako v jiných táborech, a predevším, a to je nejpodstatnejší, zde vubec neexistovalo pravidelné zásobování veznu potravou.

 

Dolmetscher Benesch:

In diesem Lager existierten noch nicht einmal die elementarsten hygienischen Einrichtungen, keine Organisation wie in anderen Lagern, und die regelmäßige Versorgung der Häftlinge mit Verpflegung gab es auch nicht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To vedlo k tomu, že velké množství veznu umíralo v tomto tábore hladem. Jedení mrtvol zde bylo naprosto bežnou záležitostí, to jsem videl poprvé v živote, a když byla potrava, to znamená Lagersuppe asi tak dvakrát až trikrát týdne v nekolika sudech pro mnoho tisíc veznu prinesena, tak to vedlo prímo k drastickým scénám, protože se každý snažil aspon neco potravy dostat.

 

Dolmetscher Benesch:

Die große Mehrheit starb dort an Hunger. Leichentransporte waren an der Tagesordnung, ich sah sie dort mit Bewußtsein zum ersten Male. Und wenn zwei- bis dreimal wöchentlich in einigen Kesseln die Lagersuppe gebracht wurde, das Essen, kam es zu drastischen Szenen.

 

Verteidiger Reiners:

Bei allem Respekt vor der Durchleuchtung der Persönlichkeit, aber das hat doch nun wirklich mit dem Essen nichts [unverständlich]

Vorsitzender Richter:

Ja. Der Zeuge kommt nicht auf die Sache. Jetzt will er gerade darauf kommen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jetzt werde ich...

 

Verteidiger Reiners:

Er macht das immer so schwierig, so außen rum, furchtbar.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also ich habe ihn gefragt, ob er gesehen hat, daß Kaduk Menschen getötet hat. Und jetzt will er gerade

Verteidiger Reiners [unterbricht]:

Dann soll er mal ja oder nein... daß wir mal [unverständlich]

Vorsitzender Richter:

Ja, er hat es ja selbst gesehen. Das hat er ja schon gesagt.

 

Verteidiger Reiners:

Ja, in Mauthausen [unverständlich]

Vorsitzender Richter:

Ja, in Mauthausen. Also wollen Sie bitte jetzt sagen, wie es bei dieser Essensverteilung zugegangen ist.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano. Pri tom rozdelování jídla bylo prumerne asi tak osm až deset sudu na velikých tycích prineseno do tábora. Tisíce veznu se kolem toho tísnilo a tlacilo, a pri této príležitosti Kaduk nejednou tyto vezne rozhánel. A rozhánel je tak, že se chopil jedné z tech tycí, na kterých ty sudy byly nošeny, a to se jednalo o tyce až tri metry dlouhé, velice silné, a temito tycemi tloukl vší silou tam, kde ta tlacenice veznu byla nejvetší.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Essensverteilung wurden etwa acht bis zehn Kessel an großen Stangen in das Lager gebracht. Tausende von Häftlingen versammelten sich und drängten sehr darum, um diese Kessel herum. Kaduk hat bei dieser Gelegenheit die Häftlinge verjagt mit Hilfe einer dieser großen Stangen, die fast drei Meter lang waren. Mit aller seiner Kraft schlug er in das größte Gedränge dieser Häftlinge hinein. [...]

Vorsitzender Richter:

Sind dabei auch Häftlinge zu Tode gekommen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Samozrejme, že pri tom nekteré vezne velice težce zranil. Sám mohu vypovedet, a to vím naprosto bezpecne, že dva z techto veznu na následky jeho bití zemreli. Jednoho znám prímo jménem.

 

Dolmetscher Benesch:

Selbstverständlich sind dabei viele Häftlinge sehr schwer verletzt worden. Und ich weiß sicher, und das will ich hier aussagen, daß zwei dieser Häftlinge an den Folgen der Schläge gestorben sind. Einen dieser Häftlinge kenne ich auch beim Namen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie hieß er?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jedním z nich byl inženýr Klein, který prišel s transportem madarských Židu z Budapešti.

 

Vorsitzender Richter:

Aus? Budapest.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Toho Kleina jsem znal, protože jako inženýr pracoval v dobe první Ceskoslovenské republiky delší dobu na Slovensku a hovoril slovensky.

 

Dolmetscher Benesch:

Unter anderen war ein Ingenieur Klein, der mit einem Transport ungarischer Juden aus Budapest kam. Ich kannte ihn deshalb, weil er während der ersten Tschechoslowakischen Republik längere Zeit in der Slowakei gearbeitet hatte und von daher Slowakisch sprach.

 

Vorsitzender Richter:

Ist es auch vorgekommen, daß bei diesem Zeltlager morgens Menschen nicht aufstehen konnten wegen Frost oder Ermattung oder Erschöpfung, und daß die dann nicht zum Appell erschienen? Was geschah mit diesen Häftlingen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu mohu ríci to, že tábor, Zeltlager, byl zcela preplnen, a znacná cást veznu, zejména ti nove príchozí, již nemohla být umístnena, již se nevešla do tech stanu. Proto spali pod širým nebem, což v klimatických pomerech Rakouska v této rocní dobe melo strašné následky.

 

Dolmetscher Benesch:

Dazu ist zu bemerken, daß viele der Neuankömmlinge keinen Platz mehr in den Zelten fanden, unter freiem Himmel schlafen mußten, was bei den klimatischen Verhältnissen Österreichs zu dieser Jahreszeit schreckliche Folgen haben mußte.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A tak se pochopitelne stalo, že nekterí z techto vycerpaných veznu ráno, pri takzvaném budícku, to znamená, když esesmani prišli do tábora, nemohli vstát.

 

Dolmetscher Benesch:

So passierte es, daß einige dieser Häftlinge morgens beim sogenannten Wecken, das heißt wenn die SS-Leute das Lager betraten, nicht aufstehen konnten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri této príležitosti Kaduk, který v tábore figuroval velice významne, tyto vezne obcházel, a kopáním a pochopitelne sprostými nadávkami se je snažil primet k tomu, aby vstali. Když nemohli, tak je strelou do týla zastrelil.

 

Dolmetscher Benesch:

Dabei geschah es, daß Kaduk, der eine wichtige Funktion im Lager erfüllte, um diese Häftlinge herumging, sie durch Treten und gemeine Beschimpfungen veranlassen wollte, aufzustehen, und wenn das nicht geschah, sie ins Genick schoß.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano.

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Ins Genick oder ins Gesicht?

 

Dolmetscher Benesch:

Do oblic eje?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Do týla.

 

Dolmetscher Benesch:

Ins Genick.

 

Vorsitzender Richter:

Ins Genick. Und wie oft ist das vorgekommen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Vypovídám jenom o tom, co jsem sám na vlastní oci videl. V té cásti tábora, ve které jsem se pohyboval, a já jsem se jako bývalý osvetimský vezen pohyboval ze specifických duvodu pomerne v blízkosti Kaduka, denne zastrelil prumerne tri až pet veznu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich sage nur darüber aus, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Ich habe mich ja aus spezifischen Gründen als Auschwitz-Häftling in der Nähe von Kaduk bewegt, und in dieser Zeit hat er täglich etwa drei bis fünf Häftlinge erschossen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Sám mohu udat, že jsem ho bezpecne videl zastrelit nejméne 30 lidí. Mohl bych udat i vetší císlo, ale císlo 30 je myslím minimální.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich persönlich kann angeben, daß ich gesehen habe, wie er etwa 30 Leute erschoß. Ich könnte auch eine größere Zahl angeben, 30 ist die Minimalzahl.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Musí m k tomu udat to, že jednou zastrelil vetší pocet veznu, a to za zcela zvláštních okolností, a s ohledem na tyto okolnosti se to dá myslím bezpecne zjistit.

 

Dolmetscher Benesch:

Einmal erschoß er eine größere Anzahl von Häftlingen aus einem besonderen Anlaß. Und aufgrund dieser besonderen Umstände läßt sich diese Zahl angeben.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu chci ješte predtím predeslat, že Kaduk byl jediný z techto esesmanu, a bylo jich tam více, jediný a sám, který tuto akci provádel. Nikdo jiný.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dazu muß ich sagen, daß Kaduk der einzige SS-Mann war - und es waren ja mehrere SS-Leute dort -, der diese Aktion durchführte, niemand anders.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A nás, kterí jsme samozrejme podle jména Kaduka znali, to nijak neudi vovalo.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir, die Kaduk ja kannten, waren dadurch nicht erstaunt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nyní ale k veci. Chtel bych ríci toto: Pocátkem dubna 1945, z blíže mne neznámých duvodu, byl v noci náhodou stanový tábor v Mauthausenu bombardován spojeneckým hloubkovým letcem.

 

Vorsitzender Richter:

Und wann war das?

 

Dolmetscher Benesch:

Anfang April 45 wurde aus mir nicht näher bekannten Gründen das Zeltlager in Mauthausen durch einen alliierten Tiefflieger bombardiert.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bylo to pravdepodobne dusledkem toho, že nekterá stráž vystrelila z kulometu po letícím letounu.

 

Dolmetscher Benesch:

Wahrscheinlich hat eine der Wachen mit dem Maschinengewehr nach dem Flugzeug geschossen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Do tábora spadly pokud vím dve pumy, a jedna z nich dopadla v míste asi 15 metru ode mne. Já jsem tam totiž spal asi se šesti kamarády v boude na náradí, což mne umožnili mí prátelé z hlavního tábora, a tato bouda byla nade mnou zcela smetena.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Gelegenheit fielen meines Wissens zwei Bomben ins Lager, eine etwa 15 Meter von dem Ort, wo ich mich befand. Ich schlief mit sechs Freunden in der Gerätebude. Diesen Platz hatten mir Freunde aus dem Hauptlager vermittelt. Und diese Gerätebude ist über meinem Kopf zusammengefallen.

 

Vorsitzender Richter:

Und wie viele Leute wurden da verletzt dabei?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pri této príležitosti byla rada lidí zabita a rada lidí velice težce zranena. Rada lidí lehceji. Tech težce zranených, to vím naprosto bezpecne, bylo osm. I když jsme vedeli, jaký osud je ceká, nemohli jsme jim pri podmínkách tábora pomoci, nemohli jsme je nijak ukrýt a tak dále.

 

Dolmetscher Benesch:

Eine Reihe von Menschen wurde getötet. Acht, und das weiß ich genau, wurden schwer verletzt, eine Reihe noch leichter verletzt.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit den Verletzten?

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Schwerverletzten konnten, obwohl wir wußten, welches Schicksal ihnen

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Wir wußten.

 

Dolmetscher Benesch:

Obwohl wir wußten, welches Schicksal sie erwartete, konnten wir ihnen bei den Verhältnissen im Lager nicht helfen.

 

Vorsitzender Richter:

Und was geschah mit ihnen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ráno, když prišli esesmani do tábora, tak první vec samozrejme byla, že Kaduk jim, jak se vyjádril, dal ránu z milosti, to znamená, že je všechny zastrelil. Všech techto osm lidí, to jsem videl na vlastní oci, a byl jsem v bezprostrední blízkosti.

 

Dolmetscher Benesch:

Am Morgen, als die SS ins Lager kam, sah ich mit eigenen Augen und war unmittelbar daneben, als Kaduk diesen acht den »Gnadenschuß« gab.

 

Vorsitzender Richter:

Sie haben dann außerdem noch zwei weitere Angeklagte erkannt. Was ist mit diesen beiden gewesen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tyto muže znám jenom od videní. Nekteré další tváre se mne zdají také povedomé, ale nechtel jsem zámerne nikoho oznacovat, koho jsem neznal.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese beiden Männer kenne ich nur vom Sehen. Auch einige andere Gesichter kommen mir noch bekannt vor, aber ich kann sie nicht näher bezeichnen.

 

Vorsitzender Richter:

Wo sie diese beiden Männer gesehen haben, wissen Sie das noch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Videl jsem je naprosto bezpecne v koncentracním tábore v Birkenau.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe sie sicher im Konzentrationslager Birkenau gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Nicht erst in Mauthausen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nicht erst in Mauthausen.

 

Vorsitzender Richter:

Ich bitte, dem Zeugen mal dieses Bild vorzulegen und ihn zu fragen, ob er einen der Menschen, die auf diesem Bild abgebildet sind, erkennt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pardon, toho, který stojí v pravém rohu dole.

 

Dolmetscher Benesch:

Der, der in der rechten Ecke steht.

 

Vorsitzender Richter:

Und wer ist das?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jméno bohužel neznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen weiß ich nicht.

 

Vorsitzender Richter:

Und woher kannten Sie diesen Mann?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Od videní práve, z Birkenau.

 

Dolmetscher Benesch:

Vom Sehen in Birkenau.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

O jeho cinnosti ovšem nemohu nic [+ ríci], proste ho od videní znám.

 

Dolmetscher Benesch:

Vom Sehen kenne ich ihn, von seiner Tätigkeit kann ich nichts...

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Aussagen.

 

Dolmetscher Benesch:

Aussagen.

 

Vorsitzender Richter:

Wissen Sie, ob er ein Blockführer dort war?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, pravdepodobne.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, wahrscheinlich.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zámerne neuvádím jméno, aby nedošlo k nejakému omylu.

 

Dolmetscher Benesch:

Absichtlich sage ich nichts anderes, damit keine Verwechslung vorkommt.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie mal den Namen Baretzki gehört?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Und in welchem Zusammenhang haben Sie diesen Namen gehört?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Predevším jsem jeho jméno poznal v souvislosti s ruznou šmelinou, kterou provádel v BIId s devizami a se zlatem, ovšem slyšel jsem také o jeho zlocinech. Jeho zlociny jsem však bezprostredne sám osobne nevidel.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich hörte vor allem seinen Namen im Zusammenhang mit verschiedenen Schiebungen mit Devisen und Gold, die er in BIId durchgeführt haben soll. Ich hörte [+ ihn] auch im Zusammenhang mit Verbrechen, aber das habe ich ja nicht gesehen.

 

Vorsitzender Richter:

Könnte das Baretzki sein?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Je to možné.

 

Dolmetscher Benesch:

Es ist möglich.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, je to možné.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, es ist möglich.

 

Vorsitzender Richter:

Ist möglich. Sie haben uns vorhin von Kaduk erzählt. Woher kannten Sie Kaduk, und woher kannten Sie seinen Namen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Kadukovo jméno jsem se dozvedel od osvetimského vezne, který delší dobu strávil v hlavním osvetimském tábore, a který ho velice dobre zna l.

 

Dolmetscher Benesch:

Kaduks Namen erfuhr ich von einem Auschwitzer Häftling, der längere Zeit im Hauptlager verbracht hatte und Kaduk gut kannte.

 

Vorsitzender Richter:

Und wo haben Sie den Namen erfahren? Erst in Mauthausen oder bereits in Auschwitz?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V Osvetimi jsem jeho jméno slyšel, ale odtamtud si na nej nepamatuji.

 

Dolmetscher Benesch:

In Auschwitz hörte ich seinen Namen, aber von dort kann ich mich nicht an ihn erinnern.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pokud se týce jeho totožnosti, ta je naprosto bezpecne zjištena, protože dotycná osoba, jednalo se o táborového holice z Osvetimi I, se mnou byla v úzkém kontaktu, a soucasne v úzkém kontaktu, tedy relativne v úzkém kontaktu se samotným Kadukem, nebot Kaduk ho z Osvetimi znal a obracel se na nej.

 

Dolmetscher Benesch:

Was die Identität dieser Person angeht, ist sie wohl sicher. Denn der Häftling, von dem ich sprach, war der Lagerfriseur von Auschwitz I, mit dem ich in einem sehr engen Kontakt war und der selbst in einem relativ engen Kontakt mit Kaduk war. Und Kaduk hat ihn ja auch dort angesprochen und sich an ihn gewendet.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja. - A žádal od nej ruzné.

 

Dolmetscher Benesch:

Und von ihm einiges verlangt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Wissen Sie noch, wie der Friseur geheißen hat?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, jmenoval se Jakubowitz.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja. Er hieß Jakubowitz.

 

Vorsitzender Richter:

Jakubowitz.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ovšem k tomu musím dodat jedno, že jméno tohoto svedka jsem zjistil presne až pozdeji od jiných osvetimských veznu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich muß hinzufügen, daß ich den Namen dieses Zeugen erst später durch andere Auschwitzer Häftlinge erfahren habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Sind noch Fragen von seiten des Gerichts? Ja, bitte schön.

 

Richter Hotz:

Herr Bergmann, sind Sie außer in Birkenau und Mauthausen noch in einem anderen Konzentrationslager gewesen in Deutschland oder Österreich?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Byl jsem pouze v koncentracním tábore, tedy v ghettu v Terezíne, a to skoro dva roky, od 24. ríjna 1942 do 18. kvetna 1944. Pri evakuaci Osvetimi jsem byl krátkou dobu v jednom z osvetimských vnejších táboru. Ale jen krátkou dobu, nekolik dnu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich war im Ghetto in Theresienstadt vom 24.10.42 bis 18.5.44 und dann, nach der Evakuierung des Lagers

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Bei der Evakuierung.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei der Evakuierung des Lagers war ich kurze Zeit in einem der Auschwitzer inneren Lager.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bylo to v blízkosti polského, tedy slezského mesta Rybnik.

 

Dolmetscher Benesch:

Und zwar in der Nähe der schlesischen Stadt Rybnik.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

My jsme nemohli být odtransportováni. Byla tam skupina veznu, kterí pri evakuaci již nemohli pochodovat dál, ale také nemohli být soucasne evakuováni, protože situace na fronte to nedovolovala.

 

Dolmetscher Benesch:

Wir waren eine Gruppe von Häftlingen, die nicht weitermarschieren konnte, aber auch nicht weiter evakuiert werden konnte, weil die Situation an der Front es nicht erlaubte.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Po urcitou dobu.

 

Richter Hotz:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Keine Fragen mehr?

 

Richter Hotz:

Doch.

 

Vorsitzender Richter:

Doch noch eine Frage.

 

Richter Hotz:

Dann zu diesem Vorfall in dem Waschraum im Block 13 der SK. Sie sagten, daß die beiden jungen polnischen Häftlinge geschrien und gebeten hätten, offenbar um ihr Leben, und daß Bednarek und die anderen, die mit Stöcken auf sie eingeschlagen hätten, sie grob beschimpft hätten. In welcher Sprache geschah dies alles?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bednarek používal polské reci.

 

Dolmetscher Benesch:

Bednarek verwendete die polnische Sprache.

 

Richter Hotz:

Und die Häftlinge, die geschlagen wurden?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Polsky.

 

Dolmetscher Benesch:

Polnisch.

 

Richter Hotz:

Haben Sie das verstehen können?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No, do urcité míry ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Bis zu einem bestimmten Grade ja.

 

Richter Hotz:

Danke schön.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Staatsanwalt? Keine Frage mehr. Herr Rechtsanwalt Ormond?

 

Nebenklagevertreter Ormond:

Keine Frage, danke.

 

Vorsitzender Richter:

Von seiten der Verteidigung? Herr Rechtsanwalt

 

Verteidiger Reiners [unterbricht]:

[unverständlich] Angeklagte Kaduk möchte eine Erklärung abgeben.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, ja. Kaduk, bitte schön.

 

Angeklagter Kaduk:

[Pause] Herr Vorsitzender, ich habe mit Mauthausen, Zeltlager, gar nichts zu tun gehabt. Die Häftlinge im Stammlager kamen, 6.500 Häftlinge, nach Mauthausen in das Stammlager. 1945, Anfang April, hatten wir ein Zeltlager aufgebaut, da sämtliche jüdischen Häftlinge gekommen sind von verschiedenen Richtungen nach dem Zeltlager. Der Hauptsturmführer Bachmayer war damals Schutzhaftlagerführer gewesen. Ich hatte mit dem Schutzhaftlager oder mit dem Zeltlager gar nichts zu tun gehabt. Und der Zeuge war gar nicht draußen gewesen im Zeltlager. Das ist unmöglich, weil er im Stammlager gewesen ist. Ich kann mich nicht erinnern, ich habe mit dem Lager gar nichts zu tun gehabt. Ist nicht wahr, das schwöre ich.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, Herr Kaduk, Moment, wieso wissen Sie denn von diesen einzelnen Einteilungen im Lager Mauthausen? Sie waren doch auch dort.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Vorsitzender, wenn ich in ein Lager komme, mußte ich mich melden. Beim Hauptsturmführer Bachmayer haben wir uns gemeldet, daß wir so viel also Rapportführer und so viel Blockführer sind, und hat uns das erzählt und [+ ist] mit uns [+ durchs] Lager durchgegangen. Dann muß ich doch wissen, was im Lager los ist.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, und blieben Sie nicht dort im Lager?

 

Angeklagter Kaduk:

Wie bitte?

 

Vorsitzender Richter:

Blieben Sie nicht dort?

 

Angeklagter Kaduk:

Ja, ich blieb im Lager, aber ich habe mit dem Zeltlager gar nichts zu tun gehabt. Auch im Zeltlager war kein Appell gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Angeklagter Kaduk:

Kein Frühappell und auch kein Abendappell gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Wo waren Sie denn im Mauthausen?

 

Angeklagter Kaduk:

Ich war im Stammlager gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Im Stammlager.

 

Angeklagter Kaduk:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Und dieses Stammlager bestand aus Baracken, oder?

 

Angeklagter Kaduk:

Das waren Steinbaracken, und auch aus Holz Baracken waren [+ es] gewesen.

 

Vorsitzender Richter:

Stein- und Holzbaracken.

 

Angeklagter Kaduk:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Da waren Sie tätig und hatten mit dem Zeltlager nichts zu tun?

 

Angeklagter Kaduk:

Gar nichts zu tun. Von uns Auschwitzern, wir hatten [+ da] gar nichts zu tun.

 

Vorsitzender Richter:

Und Sie sind auch nicht ab und zu

Angeklagter Kaduk [unterbricht]:

Auch gar nicht, nichts zu tun gehabt da.

 

Vorsitzender Richter:

Ohne daß Sie verpflichtet gewesen wären, hingegangen?

 

Angeklagter Kaduk:

Nein, hatte ich kein Interesse gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Sie hatten kein Interesse daran.

 

Angeklagter Kaduk:

Nein.

 

Vorsitzender Richter:

Bitte schön, Herr Zeuge. Haben Sie gehört, was er sagt?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Selbstverständlich verstanden.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu mám dve otázky. Jednak [+ to] tedy naprosto bezpecne vím, a jsou zde i další svedkové, kterí totožnost Kaduka a jeho pobyt ve stanovém tábore mohou potvrdit. Jména techto svedku mohu dát soudu k dispozici.

 

Dolmetscher Benesch:

Dazu zwei Dinge. Ich bin absolut sicher, und es sind ja auch noch andere Zeugen hier, die die Identität Kaduks und seine Anwesenheit im Zeltlager be

Zeugen können.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Za druhé se chci zeptat pana Kaduka. Pan Kaduk tvrdí, že se stanovým táborem nemel nic spolecného. Jak to, že ví, že tam nebyl ranní a vecerní apel?

 

Dolmetscher Benesch:

Der Herr Kaduk erklärt, daß er mit dem Zeltlager nichts zu tun gehabt habe. Woher weiß er dann, daß dort morgens und abends keine Appelle stattfanden?

 

Angeklagter Kaduk:

Ich weiß es ganz genau. Der Schutzhaftlagerführer hat gesagt: »In dem Zeltlager machen wir keinen Appell.« Es sind SS-Leute gekommen, Transporte, und der hat angegeben, der Transportführer, eine Stärke von ungefähr, ich möchte es so ausnehmen, 1.500 oder 2.500 Häftlingen. Die Häftlinge wurden gezählt von dem Rapportführer im Stammlager. Und die wurden alle geführt in das Zeltlager, und da war kein Appell gewesen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

K tomu mohu dodat jenom toto: Já jsem neudal, že tam apel byl.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ja auch nicht angegeben, daß er beim Appell gewesen sein soll.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ani zde pred soudem, ani ve své protokolární výpovedi.

 

Dolmetscher Benesch:

Weder in meiner protokollarischen Aussage, noch hier vor Gericht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale udal jsem, a to je naprosto presné, to mohou potvrdit i další vezni

 

Dolmetscher Benesch:

Es können auch weitere Häftlinge und nicht nur ich bestätigen

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ž e tam všichni vezni museli ráno vstát z míst, kde v noci spali.

 

Dolmetscher Benesch:

Daß alle Häftlinge morgens von den Orten, wo sie die Nacht geschlafen hatten, aufstehen mußten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Also das ist richtig. Der Zeuge hat auch bei seiner Vernehmung in Prag erklärt, daß die Häftlinge, die morgens so entkräftet und von der nächtlichen Kälte durchgefroren waren, daß sie beim sogenannten Wecken sich nicht vom Boden erheben konnten, erschossen worden seien.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Vorsitzender, der Zeuge kam ja gar nicht ins Zeltlager raus. Er kam ja gar nicht hin nach dem Zeltlager.

 

Vorsitzender Richter:

Waren Sie im Zeltlager drinnen auch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Selbstverständlich, ich war die ganze Zeit, bis Ende...

 

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Sagten Sie nicht, Sie wären in einem Geräteschuppen untergebracht gewesen?

 

Dolmetscher Benesch:

Že jste byl ubytován v boude na náradí?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bylo dusledkem toho, že mne tuto boudu na náradí dali k dispozici vezni z hlavního tábora, kterí tam meli kopat zarízení. Byla to pro me vlastne veliká výhoda, umožnilo mi to také do urcité míry v tomto tábore lépe existovat.

 

Dolmetscher Benesch:

Das kam mir nur deswegen zugute, weil mir Häftlinge aus dem Hauptlager diesen Geräteschuppen, den sie dort auf dem Gelände hatten, zur Verfügung stellten, daß ich darin schlafen konnte. Sie hatten das Gerät dort, weil sie dort einen Graben ziehen sollten.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A protože také d otycný pan Jakubowitz vedel, že jsem ve spojení s táborem nahore, tak se na me obracel nejen jako na vezne z Osvetimi, ale také protože vedel, že tam mám urcité zvláštní postavení.

 

Dolmetscher Benesch:

Und gerade aus diesem Grunde, weil Jakubowitz wußte, daß ich eine Verbindung mit dem Hauptlager hatte, wandte er sich an mich, also nicht nur als Auschwitz-Häftling, sondern auch weil er wußte, daß ich eine Verbindung mit dem Hauptlager habe.

 

Vorsitzender Richter:

Ja nun, war denn dieser Geräteschuppen innerhalb des Raums des Zeltlagers?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, selbstverständlich.

 

Vorsitzender Richter:

Da war er. Also Sie sagen, er war doch dort.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Vorsitzender, das ist gar nicht wahr. Ich kann nur sagen, daß kein Häftling, nicht wahr, aus dem Stammlager in das Zeltlager gekommen ist. Es war eine Stärke von 14.575 gewesen. Ich weiß es so genau, da ich auch Blockführer in Mauthausen gewesen war, darum weiß ich ganz genau.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber warum soll denn dieser Zeuge nicht in das Zeltlager gekommen sein? Warum muß er denn in das Stammlager gekommen sein?

 

Angeklagter Kaduk:

Nur die Essensträger sind gekommen bis und vom Stammlager, haben das vor dem Zelt, vor dem Tor hingestellt. Und dann kamen Häftlinge aus dem Zeltlager, nicht wahr, und haben das Essen wieder reingebracht, nicht wahr, in das Zeltlager. Die durften gar nicht in das Lager passieren, in das Zeltlager. Soweit ist mir bekannt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, aber im Zeltlager lebten doch auch Häftlinge.

 

Angeklagter Kaduk:

Jawohl.

 

Vorsitzender Richter:

Warum kann denn der Zeuge nicht einer von denen gewesen sein, die im Zeltlager lebten? [Pause] Warum soll denn der nicht im Zeltlager gewesen sein? Sie sagen, es war für einen Häftling aus dem Stammlager nicht möglich, ins Zeltlager zu gehen. Aber die Häftlinge, die im Zeltlager untergebracht waren, die waren doch dort. Und dazu kann er ja gezählt haben.

 

Angeklagter Kaduk:

Herr Vorsitzender, von Auschwitz die Häftlinge, die wurden, nicht wahr, untergebracht im Stammlager, nicht im Zeltlager.

 

Vorsitzender Richter:

Stimmt das?

 

Angeklagter Kaduk:

Denn das Zeltlager wurde erst angelegt Ende März oder Anfang April. Und die sind doch schon 28. oder 29. Januar gekommen, da war noch kein Zeltlager gewesen draußen. Die sind in das Stammlager Mauthausen gekommen. Ich habe nichts mehr zu sagen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Er sagt, wie Sie gekommen wären, hätte noch gar kein Zeltlager bestanden.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Pokud vím, tento Zeltlager už v lednu [45] existoval, ale nakolik byl obsazen, nevím. Ale to, že všichni židovští vezni, anebo naprostá vetšina židovských veznu, tedy i z Osvetimi, kterí byli v hlavním tábore, byli prevedeni z hlavního tábora do Zeltlagru, to je naprosto bezpecné. Dá se to overit dokumentárne, a dá se to overit výpovedmi dalších svedku. Já sám jsem byl v Zeltlagru tri týdny, a jsou další svedkové, kterí muj pobyt v tomto tábore mohou bezpecne potvrdit.

 

Dolmetscher Benesch:

Als ich im Januar dorthin kam, glaube ich, daß schon ein Zeltlager bestanden hat. Wie es belegt war, weiß ich nicht. Aber alle jüdischen Häftlinge, auch die Auschwitzer Juden, wurden systematisch nach und nach

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Jüdische Häftlinge.

 

Dolmetscher Benesch:

Alle jüdischen Häftlinge, auch die Auschwitzer Juden, wurden systematisch nach und nach von oben in das Zeltlager gebracht. Es läßt sich dokumentarisch und auch durch Zeugenaussagen festlegen. Auch können Zeugen aussagen, daß ich drei Wochen in diesem Zeltlager gewesen bin.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A muj pobyt tam se dá presne a svedecky doložit.

 

Dolmetscher Benesch:

Meine Aussage kann genau und durch Zeugenaussagen weiter belegt werden.

 

Vorsitzender Richter:

Und dort haben Sie Kaduk gesehen, und das ist für Sie gar kein Zweifel?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano.

 

Vorsitzender Richter:

Und das, was er dort getan hat, das haben Sie auch gesehen mit eigenen Augen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano. A musím dodat, že jsem se pohyboval v blízkosti Kad uka, zejména pri tom, když byl Zeltlager vyklízen. On sám hrál pri vyklízení toho Zeltlagru duležitou úlohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bewegte mich in der Nähe Kaduks, auch als das Zeltlager ausgeräumt wurde. Und bei dieser Ausräumung des Zeltlagers spielte auch Kaduk eine wichtige Rolle.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A pri této príležitosti, pri vyklízení toho Zeltlagru, žádali pochopitelne také esesmani pomoc veznu, a do znacné míry tuto pomoc organizoval uvedený Jakubowitz. A já jsem b yl také ve skupine tech veznu, kterí pri vyklízení tábora pomáhali.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei der Ausräumung des Zeltlagers forderten die SS-Männer die Hilfe der Häftlinge an. Diese Hilfe hat in erster Linie Jakubowitz organisiert. Ich gehörte auch zu der Gruppe, die zur Hilfe eingeteilt war.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A Jakubowitz z titulu své známosti s Kadukem z Osvetimi práve tuto funkci vykonával.

 

Dolmetscher Benesch:

Jakubowitz bekam diese Funktion aufgrund seiner persönlichen Bekanntschaft mit Kaduk aus Auschwitz.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A proto také pri evakuaci nebo pri vyklízení toho Zeltlagru v Mauthausenu byli všichni veznové serazeni do pochodového transportu a meli být odvedeni smerem k Welsu u Lince.

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Ausräumung des Zeltlagers in Mauthausen wurden ja dann die Häftlinge zum Marschtransport aufgereiht und sollten nach Wels bei Linz gebracht werden. [...]

Vorsitzender Richter:

Ja. Was hat das mit Kaduk zu tun?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To má s Kadukem delat to, že to potvrzuje naprosto bezpecne, že jsem se zúcastnil toho vyklízení.

 

Dolmetscher Benesch:

Dadurch soll bestätigt werden, daß ich bei dieser Ausräumung anwesend war. [...]

Vorsitzender Richter:

Ja, also Sie bleiben dabei, daß Sie dort Kaduk gesehen haben, daß sich das dort abgespielt hat, was Sie uns bezeugt haben.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano. Já, protože jsem pomáhal pri vyklízení toho tábora, jsem byl mezi posledními vezni, kterí z Zeltlagru vycházeli.

 

Dolmetscher Benesch:

Weil ich bei der Ausräumung des Zeltlagers half, war ich unter den letzten Häftlingen, die das Zeltlager verließen.

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A tato skupina asi nekolika set veznu však už nebyla prirazena k hlavnímu transportu, ale byla dirigována dolu do Mauthausenu, do mesta, a tam umístena do dvou starých lodí, které kotvily na Dunaji.

 

Dolmetscher Benesch:

Und diese Gruppe, mehrere hundert Mann, wurde nicht mehr zum Marschtransport abgestellt, sondern direkt in die Stadt Mauthausen gebracht und untergebracht in zwei alten Schiffen, die auf der Donau ankerten.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. [...] Haben Sie das gehört, was er sagt?

 

Angeklagter Kaduk:

Jawohl, ich habe es gehört. Das streite ich energisch ab, das ist nicht wahr.

 

Vorsitzender Richter:

Es ist nicht wahr.

 

Angeklagter Kaduk:

Ich habe mit der Sache gar nichts zu tun gehabt. Ich war im Stammlager, daß gebe ich selber zu. Aber mit dem Zeltlager habe ich gar nichts zu tun gehabt.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Nehmen Sie Platz. Ist sonst noch eine Frage? Herr Rechtsanwalt Doktor Reiners.

 

Verteidiger Reiners:

Herr Zeuge, habe ich es richtig in Erinnerung, daß Sie als Ihren Beruf Historiker angegeben haben?

 

Vorsitzender Richter:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Prosím.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Übersetzen Sie das bitte.

 

Dolmetscher Benesch:

Pamatuje si pan advokát presne, že jste rekl, že Vaše povolání je historik?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Prosím, pane. - Bitte schön. Ja.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja.

 

Verteidiger Reiners:

Mit welchen Abschnitten, mit welcher Materie der Geschichte befassen Sie sich, und wie ist die Eigenart Ihrer beruflichen Tätigkeit?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mit Wirtschaftsgeschichte und Sozialgeschichte, mit der Periode des 19. Jahrhunderts.

 

Verteidiger Reiners:

Machen Sie das freiberuflich, oder?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Freiberuflich, teilweise. - Cástecne to delám.

 

Verteidiger Reiners:

Darf ich das dahin verstehen, daß Sie darüber schreiben oder Unterricht erteilen oder irgend so was?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Vedecky pracuji v tomto oboru.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich arbeite wissenschaftlich in diesem Bereich.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zabývám se hlavne dejinami hornictví.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich beschäftige mich vor allem mit der Geschichte des Bergbaus.

 

Verteidiger Reiners:

Ja davon kann man doch nicht leben Er muß ja nun irgendwie was produzieren oder [unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Er ist bei der Philosophischen Fakultät der Karls- Universität in Prag.

 

Verteidiger Reiners:

Er hat gesagt, freiberuflich ist er tätig.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Cástecne. - Teilweise.

 

Vorsitzender Richter:

Zum Teil.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To plyne z toho prosím, že jsem vážne nemocen. Jsem sice zamestnancem Filozofické fakulty, ale toho casu dostávám invalidní rentu s ohledem na muj zdravotní stav.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin ernsthaft krank. Ich bin zwar Angestellter der Philosophischen Fakultät, bekomme aber zur Zeit eine Invalidenrente wegen meines Gesundheitszustandes.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mohu pracovat jedine cástecne, a pracuji tedy jako svobodný vedec.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ich kann nur zeitweise und teilweise arbeiten, und da arbeite ich als freier Wissenschaftler.

 

Verteidiger Reiners:

Freier Wissenschaftler.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale z toho duvodu.

 

Dolmetscher Benesch:

Aus diesem Grunde, wegen meiner Krankheit.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ze zdravotního.

 

Verteidiger Reiners:

Eine letzte Frage. Wie alt waren Sie damals, als Sie in Auschwitz und Mauthausen waren?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

14, 15 Jahre.

 

Verteidiger Reiners:

14, 15 Jahre. Ja. Danke, ich habe keine weiteren Fragen.

 

Vorsitzender Richter:

Haben Sie auch in dem Lager, wo Sie da gewesen sind, in BIId, haben Sie da auch einen Lagerarzt kennengelernt? Oder war das in b? In b. Vorher in b, wie Sie in b waren, im Theresienstädter Lager.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tak pri této príležitosti jsem neznal táborového SS-lékare, ale selekci té skupiny provádeli dva SS-lékari

 

Dolmetscher Benesch:

Bei dieser Gelegenheit im Lager habe ich einen SS-Arzt nicht kennengelernt. Aber die Selektion der Gruppe führten zwei SS-Ärzte durch.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Z nichž jeden byl doktor Mengele, ten me pozdeji selektoval ješte jednou

 

Dolmetscher Benesch:

Der eine war Doktor Mengele, der mich später noch einmal selektierte

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A toho jsem také v Birkenau ješte nekolikrát videl.

 

Dolmetscher Benesch:

Und den sah ich auch öfter noch, einige Male in Birkenau.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A ten druhý, který se té selekce zúcastnil, toho jméno neznám, ale domnívám se, že to je jeden z tech pánu, které jsem poznal. Stoprocentne to ovšem nemohu [+ ríci].

 

Dolmetscher Benesch:

Den Namen des anderen weiß ich nicht. Es könnte einer der Herren sein, die ich kennengelernt habe. Aber daran kann ich mich nicht genau entsinnen. [...]

 

Vorsitzender Richter:

Die er hier gesehen hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Die ich da erkannt habe.

 

Dolmetscher Benesch:

Die ich hier kennengelernt habe. Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Ja. Herr Doktor Stolting.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, haben Sie schon einmal Ihre Erlebnisse in Auschwitz als Historiker in einer Abhandlung niedergelegt?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne, protože já se prosím zámerne nezabývám novými a nejnovejšími dejinami, zejména ne dejinami Druhé svetové války a dejinami nacistické perzekuce, protože k tomu mám velice úzký osobní vztah, a nemohu to z citových duvodu akademicky zpracovávat.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe darüber noch nicht geschrieben. Über alle Dinge der jüngsten und der Zeitgeschichte, auch der nazistischen Verfolgung, habe ich noch nicht gearbeitet, weil ich dazu eine sehr enge persönliche Beziehung habe und ich da also nicht wissenschaftlich arbeiten kann. [...]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Akademisch.

 

Dolmetscher Benesch:

Akademisch arbeiten [unverständlich]

 

Verteidiger Stolting II:

Wissen Sie noch, wann Sie in Prag in dieser Sache vernommen worden sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdy jste byl v Praze vyslýchán k této veci?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Koncem jara tohoto roku. Své svedectví jsem [podával] proto pozde, protože jsem mel pochybnosti o tom, zda zlociny, nebo mé obvinení Kaduka za zlociny, spáchané v Mauthausenu, také prísluší pred tento soud

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde Ende des Frühjahrs dieses Jahres dazu vernommen. Ich hatte Bedenken, ob die Verbrechen, die Kaduk in Mauthausen begangen hat, auch vor dieses Gericht gehören.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale potom jsem se rozhodl, svedectví zdejšímu soudu v každém prípade zaslat.

 

Dolmetscher Benesch:

Und dann entschloß ich mich, doch in jedem Falle meine Zeugenaussage diesem Gericht hier zu überstellen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zejména také, protože svedcím nejen proti Kadukovi, ale i proti Bednarkovi.

 

Dolmetscher Benesch:

Und vor allem deswegen, weil ich ja nicht nur gegen Kaduk, sondern auch gegen Bednarek auszusagen habe. [...]

Verteidiger Stolting II:

Wissen Sie, wie es zu dieser Aussage, zu Ihrer Vernehmung in Prag, gekommen war?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, jak [došlo] k Vašemu výslechu v Praze?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Já jsem byl vyslechnut na moji vlastní žádost.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich wurde auf eigenes Ersuchen vernommen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A byl jsem vyslechnut predsedou.

 

Verteidiger Stolting II:

An wen hat er das Ersuchen gerichtet gehabt?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Na Mestský soud hlavního mesta Prahy.

 

Dolmetscher Benesch:

An das städtische Gericht der Hauptstadt Prag.

 

Verteidiger Stolting II:

Da muß ich dem Zeugen aber vorhalten, daß die Prager Vernehmung beginnt mit: »Auf Vorladung erschienen«.

 

Dolmetscher Benesch:

Ale, rozumel jste, že v protokolu stojí, že jste byl pozván.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, byl. Nejdríve jsem požádal o svuj výslech, ale potom jsem byl pochopitelne na urcitý den pozván.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe eines Tages um meine Vernehmung ersucht. Und dann wurde ich eingeladen zur Vernehmung.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, Sie haben heute gesagt, daß die Strafkompanie in Block 13 gewesen sei. Bei Ihrer Vernehmung in Prag haben Sie gesagt, Block 11.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To plyne pravdepodobne z písarské chyby, bezpecne se jednalo o blok 13

 

Dolmetscher Benesch:

Na, das könnte ein Schreibfehler sein. Es war ganz sicher der Block 13.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A nebo jsem se prerekl.

 

Verteidiger Stolting II:

Block 13.

 

Dolmetscher Benesch:

Oder ich habe mich versprochen.

 

Verteidiger Stolting II:

Besitzt der Zeuge eine Abschrift seiner Vernehmung in Prag?

 

Dolmetscher Benesch:

Máte kopii Vašeho výslechu?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Delal jsem si poznámky, které samozrejme mám.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich machte eigene Anmerkungen, die ich besitze. [...]

Verteidiger Stolting II:

Also keine Abschrift?

 

Dolmetscher Benesch:

Nemáte kopii?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Stolting II:

Herr Zeuge, wenn ich Sie recht verstanden habe, berichteten Sie vorhin, daß der Blockälteste des Blockes 16 ein deutscher Krimineller gewesen sei. Meine Frage: Ist Ihnen der Name dieses deutschen Kriminellen, der Blockältester in Block 16 gewesen ist, bekannt?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bohužel, toto jméno neznám.

 

Dolmetscher Benesch:

Leider weiß ich diesen Namen nicht.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zapomnel jsem již mnoho dalších jmen, a dokonce lidí, kterí mne byli mnohem bližší

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe eine ganze Reihe von Namen vergessen, auch von Leuten, die mir wesentlich näher standen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale o tomto cloveku, prestože to byl kriminální zlocinec, mohu z vlastní zkušenosti, nevím, jak se choval predtím, vypovídat jenom to nejlepší.

 

Dolmetscher Benesch:

Von diesem Menschen kann ich, obwohl er ein Krimineller war, aus eigener Erfahrung nur das Beste aussagen. Ich weiß nicht, wie er sich zu anderen benommen hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A jako Nemec, prestože jsem byl Žid, se ke mne choval velice dobre.

 

Verteidiger Stolting II:

Kannten Sie einen Funktionshäftling Danisch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Ja, selbstverständlich. [...]

Verteidiger Stolting II:

Was war der?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To byl Lagerältester hlavního tábora, a sám osobne jsem byl od nej jednou zbit.

 

Dolmetscher Benesch:

Das war der Lagerälteste des Hauptlagers. Und ich selbst wurde von ihm einmal verdroschen.

 

Verteidiger Stolting II:

War der als Schläger und als brutal bekannt?

 

Dolmetscher Benesch:

Byl znám jako »mlátic« nebo brutální?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Byl to na základe mých zkušeností snad nejhorší, nejsurovejší Lagerältester kterého jsem poznal. [...] Dolmetscher Benesch:

Nach meiner Erfahrung war das der brutalste und der rohste Lagerälteste, den ich überhaupt kennengelernt habe.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Me zbil napríklad úplne zbytecne, a jestli pan obhájce chce, tak mu reknu, za jakých okolností.

 

Dolmetscher Benesch:

Er verprügelte mich einmal sehr, sehr schlimm. Und wenn der Herr Verteidiger es will, werde ich nähere

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Ne - schlimm. Nicht nur schlimm, - zbytecne.

 

Dolmetscher Benesch:

Völlig

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Omylem. - Umsonst.

 

Dolmetscher Benesch:

Irrtümlich und umsonst, und wenn Sie wünschen, werde ich nähere Einzelheiten angeben.

 

Verteidiger Stolting II:

Als Sie, wie Sie sagten, »Pipel« bei Sadlowski waren, wo haben Sie da die Appelle, den Morgenappell und den Abendappell, mitgemacht? In Block 11 oder jetzt, wie Sie sagen, 13 oder in Block 16?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Na SK.

 

Dolmetscher Benesch:

In der SK.

 

Verteidiger Stolting II:

In der SK. Als die beiden polnischen Häftlinge, von denen Sie vorhin berichtet haben, daß der Angeklagte Bednarek Sie mit drei Helfershelfern [geschlagen] habe, in den Block, in die Strafkompanie, gebracht wurden, von wem wurden die dorthin gebracht? Ich meine, von SS-Angehörigen oder von Häftlingen?

 

Dolmetscher Benesch:

Kdo je zavedl do bloku SK?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Toho, který je tam zavedl, jsem prímo nevidel. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe es nicht gesehen, wer Sie dorthin gebracht hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To nevím, jestli to byl SS nebo proste príslušník.

 

Dolmetscher Benesch:

Daher weiß ich nicht, ob es ein SS-Mann oder ein anderer war.

 

Verteidiger Stolting II:

Wissen Sie denn, wann die Häftlinge hingebracht wurden? Ich meine, morgens, mittags, abends?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To bylo vecer, po apelu.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war abends nach dem Appell schon.

 

Verteidiger Stolting II:

Nach dem Appell wurden die hingebracht. Waren Sie da schon in dem Blockraum selbst eingeschlossen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne, zavrení jsme nebyli, to bylo krátce po apelu a na bloku byl normální provoz.

 

Dolmetscher Benesch:

Eingeschlossen waren wir nicht. Es war kurz nach dem Appell, auf dem Block war normaler Verkehr.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich bitte den Zeugen zu schildern, wo nach seiner Auffassung, nach seiner Erinnerung der oder die Waschräume gewesen sind. In Block 13.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To mohu ríci, ano.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kann das sagen, ja.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Mám to ríci?

 

Dolmetscher Benesch:

Ano.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No tak já bych to mohl nakreslit.

 

Dolmetscher Benesch:

Könnte ich es aufzeichnen? [...]

Vorsitzender Richter:

Ja, vielleicht können Sie es uns zeigen auf der Karte.

 

Dolmetscher Benesch:

Mužete nám to ukázat na mape.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ta koupelna zde není zakreslena

 

Dolmetscher Benesch:

Der Baderaum ist hier nicht eingezeichnet.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ale byla to samostatná, malá budova tady v rohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein eigenes kleines Gebäude hier in dieser Ecke.

 

Vorsitzender Richter:

In dieser Ecke. Wollen Sie das noch mal genau zeigen?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To znamená, tady byl blok, a napravo od bloku.

 

Dolmetscher Benesch:

Rechts vom Block, hier.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A samostatná.

 

Dolmetscher Benesch:

Und ein eigenes Gebäude.

 

Vorsitzender Richter:

Wo ist denn der Block 13? Wollen Sie uns den bitte mal zeigen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Není to ocíslované, ale predpokládám podle ohrazení, že to je toto.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, es ist nicht eingezeichnet. Aber ich glaube, nach der Umzäunung müßte es dieser Block sein.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Podle ohrazení.

 

Dolmetscher Benesch:

Nach der Umzäunung.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, er zeigt zwischen zwei Blocks. Er soll doch mal den Stock auf den Block [+ richten]. Ja, dieser Block, das ist 13.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tady, no.

 

Dolmetscher Benesch:

[Kde] je blok 13? Prosím, ukažte nám blok 13.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tady, a napravo od toho.

 

Dolmetscher Benesch:

Da ist der Block 13, und rechts davon stand dieser Waschraum.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, also jetzt ist der Block 13 doch das linke Gebäude von den dreien.

 

Dolmetscher Benesch:

Das linke. Der Zeuge zeigt ja zwischendurch den Waschraum, die Lage des Waschraums, immer wieder.

 

Vorsitzender Richter:

Ja, ich wollte von ihm wissen, wo der Block 13 ist. Und da hat er auf das mittlere Gebäude gezeigt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nein!

Vorsitzender Richter [unterbricht]:

Und jetzt zeigt er auf das linke Gebäude. Das ist der Block 13, so. Und der Waschraum war gebaut zwischen diesen beiden Blocks.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ja.

 

Vorsitzender Richter:

Dahinten. Ist das klar, Herr Rechtsanwalt Stolting?

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, ja. Herr Zeuge, hatte nur dieser Block 13 einen besonderen, extra gebauten Waschraum, oder hatten das die anderen Blocks auch?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jedine uzavrené bloky mely své koupelny, jinak ostatní bloky mely [+ koupelny] spolecné.

 

Dolmetscher Benesch:

Nur diese geschlossenen Blocks hatten diesen Waschraum. Die anderen hatten eigene Waschhäuser

 

Zeuge Pavel Bergmann [unterbricht]:

Waschstuben.

 

Dolmetscher Benesch:

Waschstuben, die anderen hatten diese Gemeinschaftswaschräume.

 

Verteidiger Stolting II:

Haben Sie noch eine Erinnerung daran, wie groß dieser Waschraum, der extra gebaut war, gewesen ist?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Já nejsem technik, a tak jsou mi tyto veci ponekud vzdáleny, ale nebyla to príliš velká budova. Byla to prízemní stavba, která mohla mít délku peti- a šírku tak trí metru.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich bin kein Techniker. Und diese Angaben sind mir natürlich irgendwie entfernt. Es war ein eingeschossiger Bau, etwa vielleicht fünf Meter lang und

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Tak dva a pul až tri [+ metry] široká.

 

Dolmetscher Benesch:

Zweieinhalb bis drei Meter breit. [...]

Verteidiger Stolting II:

War dieser Raum von etwa fünf Meter Länge und zweieinhalb Meter Breite noch unterteilt, oder war das ein Raum?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, ješte to bylo rozdeleno.

 

Dolmetscher Benesch:

Er war noch unterteilt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

[...] Domnívám se, že tam byly asi tri místnosti. Presne to ovšem ríci nemohu.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich meine, es wären so drei Räume dort gewesen. So genau kann ich das nicht mehr sagen.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, wissen Sie denn noch, wie diese Räume, diese einzelnen Räume - was da investiert war an Geräten? Zweieinhalb mal fünf Meter durch drei?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte, co tam v tech malých komorách bylo instalováno?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Prosím?

 

Dolmetscher Benesch:

Co tam bylo instalováno v tech malých komorách?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Byly tam normální žlaby s vodovodním príslušenstvím.

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren diese Waschgelegenheiten dort, diese Tröge.

 

Verteidiger Stolting II:

Ich habe das letzte nicht verstanden. Tröge?

 

Dolmetscher Benesch:

Es waren die Waschgelegenheiten dort, die Tröge.

 

Verteidiger Stolting II:

An der Wand festgemacht?

 

Dolmetscher Benesch:

U zdi?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No, to bylo zarízeno tak, že se s nejvetší pravdepodobností, jako jinde v tom d-lágru v Birkenau, jednalo o žlab, a nad tím žlabem byla roura, která byla proderavená, a tudy stríkala do toho žlabu voda .

 

Dolmetscher Benesch:

Es war ein Trog, und darüber war eine Röhre, die Löcher hatte. Und durch diese Löcher kam Wasser in diesen Trog hinunter.

 

Verteidiger Stolting II:

Kann der Zeuge noch sagen, wie viele solche Tröge da ungefähr drin gewesen sind?

 

Dolmetscher Benesch:

Víte asi, kolik takových žlabu tam bylo?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

No, byly podle sten. Pocítám, podle celé délky steny tak asi minimálne dva.

 

Dolmetscher Benesch:

Sie waren ja an den Wänden. Und ich rechne also mindestens zwei die ganze Wand entlang.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V každé místnosti.

 

Dolmetscher Benesch:

In jedem Raum.

 

Verteidiger Stolting II:

In jedem Raum. Herr Zeuge, wenn ich Sie recht verstanden habe, sind Sie mit zwölf Jahren bereits festgenommen worden, mit zwölfeinhalb Jahren ungefähr. Meine Frage: Hatten Sie bis zu diesem Zeitpunkt eine tschechische Schule besucht?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, já jsem navštevoval výlucne ceské školy, tedy pokud jsem podle Norimberských zákonu vubec školy navštevovat mohl. Pocházím ze staré, cesko- židovské, pražské rodiny, a nemecky jsem z domova umel jenom minimálne. Nemecky jsem se prakticky zacal ucit až v lágru, a potom jsem studoval nemcinu na univerzite.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich habe ausschließlich tschechische Schulen besucht, inwieweit es im Rahmen der Nürnberger Gesetze möglich war. Ich komme aus einer tschechisch-jüdischen Prager Familie, habe Deutsch eigentlich erst im Lager gelernt, und dann habe ich Germanistik an der Universität studiert. [...]

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nicht Germanistik, aber deutsche Sprache.

 

Dolmetscher Benesch:

Deutsche Sprache.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jako odborný historik také, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Als Fachhistoriker habe ich Deutsch gelernt an der Universität.

 

Verteidiger Stolting II:

Hatten Sie bis zu Ihrem zwölften Lebensjahr, also bis Sie da auf der Schule waren, in der Schule oder in Ihrem Elternhaus auch Polnisch sprechen hören?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ne, samozrejme, že ne.

 

Dolmetscher Benesch:

Nein.

 

Verteidiger Stolting II:

Nein. [Pause] Sie haben vorhin berichtet, daß der Angeklagte Bednarek, nachdem er die beiden polnischen Häftlinge mit drei seiner Helfershelfer zusammengeschlagen gehabt hatte, den Befehl gegeben hätte, daß sie rausgetragen würden, draußen hingelegt, in den Waschraum gelegt würden, also aus dem Vorraum in den Waschraum zurückgetragen würden, dort liegenblieben, und hätte dann, so sagten Sie, strengsten Befehl erteilt, daß niemand ihnen helfen dürfe. In welcher Sprache ist dieser Befehl erteilt worden?

 

Staatsanwalt Kügler:

Herr Vorsitzender, dem Vorhalt muß ich in dieser Form widersprechen. Der Zeuge hat nicht gesagt, daß die Leute in den Waschraum gelegt werden sollten. Sondern so, wie ich den Zeugen verstanden habe, hat er gesagt, daß sie in den Hof gelegt werden sollten.

 

Verteidiger Stolting II:

»Beide in das Waschhaus zu werfen«, ist gesagt worden. So habe ich es notiert. »Beide in das Waschhaus zu werfen.«

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, to je pravda, pravdepodobne v polské reci. Myslím si, že zcela urcite v polské reci.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich glaube, ganz sicher in polnischer Sprache.

 

Verteidiger Stolting II:

In polnischer Sprache.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Bednarek totiž, pokud já vím, mluvil s vezni prevážne polsky.

 

Dolmetscher Benesch:

Soweit ich weiß, hat Bednarek mit Häftlingen überwiegend Polnisch gesprochen.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Jedine snad s nemeckými vezni mluvil nemecky.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, der Zeuge hat es ja selbst gehört, daß er den Befehl gegeben hat und was dieser Befehl zum Inhalt hatte. Dann muß er doch wohl auch wissen, wie er, in welcher Sprache er diesen Befehl gegeben hat.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

To byl rozkaz, který byl dán všem veznum celého bloku prostrednictvím tech pomocníku. [...]

 

Dolmetscher Benesch:

Das war ein Befehl, der an alle Häftlinge des ganzen Blocks mittels dieser Helfer weitergegeben wurde.

 

Verteidiger Stolting II:

Von dem Augenblick ab, in dem die zwei polnischen Häftlinge nun in das Waschhaus zurückgebracht und dort niedergelegt worden waren, bis morgens, hat der Zeuge da noch mal die Häftlinge in der Zwischenzeit gesehen?

 

Dolmetscher Benesch:

Rozumel jste otázce?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Preložte to.

 

Dolmetscher Benesch:

Od té doby, kdy byli ti dva polští vezni uloženi do koupelny, až do rána, videl jste je ješte v té dobe?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

V dobe, kdy leželi v té koupelne, k nim práve nikdo vubec nesmel.

 

Dolmetscher Benesch:

Während der Zeit, als sie in dem Waschhaus lagen, durfte ja niemand zu ihnen.

 

Verteidiger Stolting II:

Ja, und wie hat der Zeuge dann morgens festgestellt, daß der eine Häftling tot war?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Potom už bylo možné je ošetrit, a samozrejme, že jsme tam všichni vezni šli. Já, protože jsem tam hrál urcitou roli, jsem se tam sám k tomu prímo dosta l. Ano, jeden byl mrtvý.

 

Dolmetscher Benesch:

Am Morgen war es ja möglich, zu ihnen hineinzukommen. Ich ging ja selbst hinein und habe dann gesehen, daß einer der beiden tot war.

 

Verteidiger Stolting II:

Wie hat der Zeuge das festgestellt?

 

Dolmetscher Benesch:

A jak jste to zjistil?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Byl mrtvý a bylo s ním jako s mrtvým zacházeno, zatímco ten druhý byl námi ješte ošetren. Já sám jsem se toho ošetrování do urcité míry zúcastnil, protože jsem v tom mel urcitou zrucnost. Muj strýc byl vehlasný ceský lékar a já jsem se leccos naucil, a tak jsem dokonce s ošetrováním toho druhého urcitým zpusobem pomáhal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich half mit bei der Versorgung dieses zweiten, der nicht tot war, und der eine war zweifellos tot.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

A byl také tak - behandelt.

 

Dolmetscher Benesch:

Und er wurde auch als solcher von uns behandelt.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Nicht nur von uns.

 

Dolmetscher Benesch:

Vubec, - überhaupt behandelt.

 

Verteidiger Stolting II:

Danke sehr. Ich habe keine Fragen mehr.

 

Staatsanwalt Kügler:

Noch eine Frage in dem Zusammenhang. Bestand zwischen Danisch und Bednarek eine solche Ähnlichkeit, daß man sie möglicherweise miteinander verwechseln konnte?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Já se domnívám, že Danisch byl samozrejme mnohem horší živel.

 

Dolmetscher Benesch:

Otázka je: Byli si Danisch a Bednarek podobní, že se mohli zamenit?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Zamenit? Ne, to bych nerekl, že by se mohli zamenit, zámena je naprosto vyloucená. Danisch tam ani pri tom nebyl.

 

Dolmetscher Benesch:

Diese Verwechslung ist nahezu unmöglich. Ich glaube nicht, daß sie verwechselt werden können. Danisch war deutlich...

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Já jsem Danische v té dobe dobre znal.

 

Dolmetscher Benesch:

Ich kannte Danisch in dieser Zeit sehr gut.

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Schon.

 

Dolmetscher Benesch:

Schon.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, können Sie das, was Sie gesagt haben

 

Richter Perseke:

[unverständlich]

 

Vorsitzender Richter:

Herr Bednarek, wollen Sie da noch etwas dazu sagen?

 

Angeklagter Bednarek:

Ich möchte diese Erklärung geben, Herr Vorsitzender, daß an dem, was über meine Person gebracht wurde, kein wahres Wort dran ist.

 

Vorsitzender Richter:

Herr Zeuge, können Sie das, was Sie uns gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Ano, samozrejme.

 

Dolmetscher Benesch:

Mužete odprísahat?

 

Zeuge Pavel Bergmann:

Selbstverständlich.

 

- Schnitt -

 

1. Das Sitzungsprotokoll hält nur fest: »Der Zeuge wurde den Angeklagten gegenübergestellt. Er erkannte die Angeklagten Bednarek und Kaduk.« Protokoll der Hauptverhandlung vom , 4 Ks 2/63, Hauptakten, Bd. 104, Bl. 968.

 

 
 
 
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